23.11.2017

None of the above (2015)

07:30 0 Comments
Selten kommt es vor, dass sich ein englischsprachiges Buch in meine Freitzeitleseliste einschleicht, lese ich dort doch hauptsächlich zur Entspannung und bei aller Liebe zur englischen Sprache strengt sie mich doch naturgemäß mehr an als die deutsche. Wie passend also, dass ich dieses Buch an einem ohnehin entspannten Wochenende komplett durchgelesen habe - was auch an jedem anderen Wochentag passiert wäre, denn die Geschichte hat mich total abgeholt und mitgerissen.

Passend zu einem kürzlich erlassenen Urteil des Bundesverfassungsgericht, das zu Gunsten intersexueller Menschen die Möglichkeit einer dritten Geschlechtsbezeichnung beschlossen hat (nachzulesen hier), beschäftigt sich auch dieses Buch mit den Themen männlich, weiblich oder nichts davon - ganz wie der Titel verspricht.
Inhaltlich geht es um Kristin, die vor einiger Zeit ihre Mutter an Gebährmutterhalskrebs verloren hat und seitdem mit ihrem Vater alleine lebt. Die vermissen natürlich Kristins Mutter, haben sich aber mittlerweile soweit es geht arrangiert. Und Kristin führt ein nach Außen hin perfektes Highschool-Leben: sie ist hübsch, eine sehr erfolgreiche Hürdenläuferin im Schulteam, ihr Freund ist im Footballteam, sie ist eine gute Schülerin und insgesamt beliebt. Eben ein Teil der coolen Kids. Das ändert sich Knall auf Fall, als sie bei einem Arztbesuch erfährt, dass sie intersexuell ist. Intersexuell? Was soll das denn sein? Sie ist doch ein Mädchen, war schon immer eins und hat sich nie im falschen Körper gefühlt.

Wie es so oft vorkommt, verwechselt auch Kristin Intersexualität zunächst mit Transsexualität. Im Gegensatz dazu weisen Intersexuelle aber tatsächlich Merkmale beider Geschlechter auf - männliche und weibliche eben. Kristin sieht also aus wie ein Mädchen und hat in der Pupertät wie alle anderen Brüste bekommen. Bloß ihre Periode hat nie eingesetzt, was sie immer auf das harte Lauftraining geschoben hat. Aber nein, es liegt schlichtweg daran, dass sie keine Gebärmutter hat, sondern innenliegende Hoden. Als sie das erfährt, ist es verständlicherweise schon schlimm genug für sie. Doch weil sich eine ihrer besten Freundinnen plappert, weiß es keine zwei Tage später auch die ganze Schule und aus der beliebten Kristin wird Kristin der Freak ohne Freund, ohne Clique und alles das noch bevor sie sich selbst mit der Diagnose auseinandersetzen konnte. Und nicht nur das: auch ihre Lauf-Stipendium fürs College steht auf dem Spiel, weil sie im Vergleich viermal so viel Testosteron im Körper hat als andere Frauen und daher vielleicht von ihrem Sport ausgeschlossen wird.

In nicht einmal einer halben Woche bricht also Kristins Welt zusammen. Aus meiner Perspektive heraus beschäftigt sich der Roman sehr einfühlsam mit den Themen Geschlechterrollen, und Geschlechterkonstruktion. Kristin macht in sehr kurzer Zeit eine sehr große Entwicklung durch und muss dies auch tun, um nicht zu zerbrechen. Das mitzuverfolgen ist sehr spannend und gleichzeitig auch sehr aufwühlend. Wie Kristin beginnt, an sich selbst und ihrer gesamten Identität zu zweifeln. Wie sie von ihren Mitschülern ausgestoßen und regelrecht gemobbt wird und sich so fühlt, als wäre sie gar kein richtiger Mensch mehr, weil sie nicht in das binäre Schema aus männlich und weiblich passt. Und wie sie langsam und mit Hilfe von einer Seite, mit der sie nie gerechnet hätte, beginnt zu akzeptieren, dass sie immernoch sie selbst ist und niemand außer sie selbst, ob sie jetzt männlich, weiblich oder nichts der genannten ist.

Von dieser Entwicklung war ich ebenso bewegt wie von den Reaktionen aus Kristins Umfeld erschreckt. Mehrmals habe ich das Buch angeschrien mit den Worten "Aber sie ist doch jetzt kein anderer Mensch ihr ignoranten Penner!" - leider trafen meine Beleidigungen logischerweise auf taube Ohren. Aber mit Kristin zusammen habe ich die Charaktere gefunden, die sie kompromisslos lieben und nicht als kaputte abnormale Fehlkonstruktion betrachten. Weil sie das auch nicht ist. 

Für alle, die sich ein bisschen mehr mit dem Thema Gender beschäftigen möchten, ist das hier ein wirklich toller Roman. Im Nachwort erzählt der Autor noch, wie er überhaupt dazu gekommen ist, eine solche Geschichte zu schreiben - und erklärt damit auch, wieso er ein Buch schaffen konnte, das mich noch länger in Gedanken begleiten wird. Ganz klare Leseempfehlung!

14.11.2017

Irrfahrt

19:35 2 Comments


Die ganze Zeit suche ich krampfhaft nach etwas zu sagen. Etwas, das gesagt werden muss und zwar nicht von irgendjemandem, sondern von mir.
Leider habe ich nichts. Ich will bloß. Ob Wollen reicht? Und an welchem Punkt sollte man akzeptieren, wenn es nicht reicht? Bis wann sollte man weiter suchen und ab wann besser einsehen, dass nicht jeder etwas bahnbrechendes mitzuteilen hat und ich vielleicht ein Nicht Jeder mit einem Nichts zu sagen bin.

Warte ich nichtstuend auf eine vielleicht niemals kommende Muse und wende mich derweil anderen Dingen zu? Oder suche ich weiter, grabe mich durch taubes Gestein, in der Hoffnung, irgendwann wenn schon nicht auf Gold, so doch wenigstens auf Silber zu stoßen?

Ist es Versagen, wenn man eine Mine still legt, obwohl noch nicht hundertprozentig ausgeschlossen ist, dass man beim nächsten Vorstoß auf eine ertragreiche Ader treffen könnte?
Ist es klammern, wenn man aus Angst vor dem Unbekannten seinen Stollen nicht verlässt?

Und hinter allem eigentlich nur ein Gedanke: Hat jede Sackgasse einen Wendehammer oder fahre ich im Zweifel gegen eine Wand?

10.11.2017

Die Seiten der Welt (2014-2016)

07:30 0 Comments


Niemand schreibt so gute Jugend-Fantasy-Romane wie Kai Meyer.
Diesem Diktum hänge ich seit meiner eigenen Zeit als jugendliche Bücherverschlingerin und der "Fließenden Königin" an. Doch auch, wenn meine letzten Expeditionen in die von Meyer erschaffenen Welten durchaus solide und gut zu lesen waren, muss ich den obigen Ausspruch dennoch revidieren, nachdem ich die Trilogie rund um die Seiten der Welt und Furia Salamandra Farefax beendet habe.

Nicht, dass mich die Lektüre nicht blendend unterhalten hätte - darum geht es mir gar nicht. Die Handlung spielt in einer originellen Welt und die Figuren sind auch hauptsächlich glaubwürdig konzipiert. Aber dennoch hat mir das gewisse Etwas gefehlt - die Tiefe, die einer jeden Geschichte Würze verleiht.

Vielleicht sehe ich das in diesem Fall etwas strenger als normal - schließlich stehen Bücher und ihre Liebe zu diesen absolut im Fokus der Handlung und da erwarte ich einfach irgendeine transportierte Weisheit oder zumindest eine besonders poetische Sprache, einfach etwas, womit dem geschriebenen Wort gehuldigt wird. Etwas in dieser Art sucht man in der Trilogie leider vergeblich. Dennoch ist es eine spannende Geschichte, die sich meiner Meinung nach sogar von Band zu Band steigert - was ja auch schon wirklich viel wert ist.

Inhaltlich geht es um Furia Farefax, die gemeinsam mit ihrem Bruder Pip und ihrem Vater in einer abgeschiedenen Gegend Englands lebt. Dort leben die drei sehr zurückgezogen und in ihrer eigenen Welt. Diese Welt ist geprägt von der Bibliomantik, die überall im und ums Haus zu spüren ist. Vor allem aber sind Furia und ihr Vater selbst Bibliomanten und können aus Büchern magische Energie schöpfen und nach ihrem Gefallen verwenden. Zumindest in der Theorie, denn Furia selbst fehlt noch ihr Seelenbuch, mit dem sie ihre Fähigkeiten voll entfalten kann. Aber wie soll sie es auch finden, wenn sie die Familienresidenz eigentlich nur verlassen darf, um ihrem Vater bei seinen Sprüngen durch die Seiten der Welt zu begleiten. Dieser verfolgt eine Mission, nach deren Erfüllung er hofft, den ehemals guten Namen der Familie vor der bibliomantischen Gesellschaft wieder herstellen zu können.

Also eigentlich ein ganz spannendes Setting gefüllt mit wirklich tollen Charakteren - Furia selbst und ihr seelenbuchiger Sidekick stechen aus diesen zwar nicht heraus, sind aber angenehm zu verfolgen. Fan bin ich einfach von Isis Nimmerniss, weil sie nicht nur eine starke Persönlichkeit ist, sondern vor allem auch mehr als einmal scheitert und danach nicht einem rollentypischen Handlungsmuster folgt und alles andere als ein leuchtendes Vorbild ist.

Wie gesagt, ist das Setting sehr originell und wenn man am Ende ein wenig über alle Verkettungen nachdenkt, ist die Geschichte auch voller Metaebenen und irgendwie reißt sie auch anthropologische Grundfragen an. Daher kritisiere ich hier durchaus auf hohem Niveau, denn ich hatte beim Lesen wirklich viel Spaß und bin vor allem vom zweiten Band sehr überzeugt. Dennoch gefällt mir die Rolle, die den Büchern zugewiesen wird, einfach nicht so gut. Sie sind hauptsächlich mittel zum Zweck und werden als Sammlerstück, Transportmedium und Kraftquelle verwendet. Abgesehen von Furia und Pip redet kaum jemand über das, was der Inhalt von Büchern bedeutet, was die Geschichten abseits des fassbaren Gegenstandes Buch bewirken kann. Die Bibliomanten lieben Bücher, das müssen sie sogar, denn sonst verlieren sie ihre Kräfte. Wenn sie zum Beispiel ein Buch verbrennen oder es anderweitig zerstören, haben sie keine bibliomantischen Fähigkeiten mehr. Sie müssen den Gegenstand also würdigen, um stark zu sein. Aber nie wird thematisiert, dass sie vielleicht auch durch die gelesenen Geschichten stark sind, durch die Gedanken, die sie dadurch kennenlernen oder durch die Moralvorstellungen, die sie durch das viele Lesen entwickelt haben. 

Diese Fixierung auf die Sache Buch und die Abwendung vom Inhalt habe ich als riesiges Manko empfunden. Natürlich finden auch Inhalte verschiedener Bücher Eintritt - vor allem durch die Exlibri, die aus Büchern gestürzten Charaktere, die nun in der "realen" Welt leben. Aber ich kann mir nicht helfen; es geht meiner Interpretation nach mehr um die Quantität an Büchern als um die Qualität der Geschichten darin.
Nicht zu sehr in diesen Gedanken verbissen, konnte ich das Lesen der Geschichte aber dennoch genießen. Wie erst gegen Ende des dritten Bandes endlich alle Fäden zusammengeführt werden und herauskommt, dass dem Leser eine bestimmte Figur die ganze Zeit drei Schritte voraus ist, hat mir sehr gefallen. Und auch der Abschluss der Geschichte ist absolut angemessen und würdig. Definitiv eine gute Reihe und einen Blick wert.

05.11.2017

Wortmagie und Klangkunst

17:03 2 Comments


Wenn sich eine bunte Menge
bestehend aus Freunden des geschriebenen Wortes, des komplex konstruierten Satzes und des Zaubers eines wohlkomponierten Textes
zusammenfindet,
kann nur eine grandiose Schlacht bevorstehen, für die
Kampfpoeten und Wortritter ihre Federkiele gewetzt und ihre Stimmbänder geölt, die Texthemden angelegt und das Visier geschlossen haben und bereit sind
für ein Duell, an dessen Ende kein Verlierer stehen wird, sondern nur Gewinner.
Denn egal, wer am Ende den Whiskey mit nach Hause nehmen darf, jedem auf, vor und hinter der Bühne wurden Texte geschenkt und Gedanken mitgebracht, an denen sich erfreut, erkannt oder erzürnt werden kann. 
Besondere Talente schaffen besondere Worte schaffen besondere Momente schaffen den Poetry Slam.


"Endlich!", schoss es mir durch den Kopf, als ich zum erste Mal die Ankündigung eines hochkarätig besetzten Poetry Slams in meiner Nähe vernommen hatte. Bisher nur selten in den Genuss einer solchen Veranstaltung gekommen, aber auch mit weniger bekannten Slammern restlos begeistert und überzeugt von dem Konzept dieses modernen Dichterwettbewerbs, war meine Freude riesengroß, einen etwas größeren Slam mit auch außerhalb der Szene bekannten Gesichtern besuchen zu können. 

Hoch angesetzt waren meine Erwartungen, restlos überzeugt war ich am Ende von den Moderatoren, die souverän und charmant durch den Abend führten, den Teilnehmern, die alleine für den Mut, auf einer Bühne einen Teil ihres Seelenlebens zu entblößen, Bewunderung verdienen und den Texten, die ehrlich, lustig, nachdenklich, sarkastisch und alles zusammen waren und das gesamte Publikum über drei Stunden hinweg wundervoll unterhalten haben. Die einzige Tragik bei diesen Wettbewerben ist immer, dass es eben genau das ist: ein Wettbewerb, sodass von diesen extrem gelungenen und fast unmöglich miteinander zu vergleichenden Texten eine Wertung vorgenommen und ein Sieger ermittelt werden muss. Aber das macht auch ein wenig die Stimmung aus, die, ohnehin schon aufgeputscht durch die Auftritte der Künstler, durch das Mitfiebern und drängende Erwarten des Jury-Urteils noch euphorisierter wird. Wenn mich meine Wahrnehmung nicht trügt, würde ich behaupten, dass das Publikum fast mehr bebt und bangt als die Kandidaten selbst. Und das schöne ist einfach, dass trotz allem nicht nur der Wettkampf im Mittelpunkt steht, sondern Text und Vortrag des selben. 

Einen kleinen Happen habe ich hier für euch herausgesucht:

Wenn auch nicht  mit diesem Text, war ich sehr glücklich darüber, diese Slamerin auch einmal live sehen zu können.

In conclusio: wer sich noch nie mit Poetry Slams beschäftigt hat, sollte es unbedingt einmal tun. Und wer die Chance hat, einem "Kampf der Giganten" beizuwohnen, sollte diese Gelegenheit unbedingt wahrnehmen - denn die Damen und Herren sind nicht umsonst auf der Bühne!

24.10.2017

The Circle - Gedanken zu Buch und Film

07:30 2 Comments


Zum Kinostart des mit Emma Watson und Tom Hanks hochkarätig besetzten "The Circle" habe ich es endlich geschafft, das dem Film zu Grunde liegende Buch zu lesen. Natürlich noch bevor ich mit Popcorn und Cola beladen im gemütlichen Kinositz saß - ist doch Ehrensache!

Um das Gesamtfazit vorzuziehen und einen zu krassen Vergleich zu vermeiden, sei gesagt: sowohl Buch als auch Film sind ihrem dystopischen Charakter gerecht geworden und haben deutlich gezeigt, wie stark ein einziges Unternehmen alle Bereiche des individuellen privaten Lebens durchdringen und auch steuern kann, wenn nur genug Leute genügend ihrer Daten mehr oder weniger bereitwillig zur Verfügung stellen.
Der Film ist auch reeeelativ nah an der Buchvorlage gehalten - von den fehlenden Handlungssträngen und den mediumbedingten Abwandlungen einmal abgesehen. Ich finde ja, man hätte auch wunderbar eine Serie aus dem Buch machen können und hätte dann wesentlich mehr Spielraum gehabt. Aber auch so ist es eine meiner Meinung nach recht gelungene Buchverfilmung, die zwar ein wenig Bedrohlichkeit verloren hat aber dafür in anderen Punkten gewinnt.

Ganz kurz zur Handlung: The Circle ist ein riesiges, erfolgreiches Unternehmen - was genau sie da eigentlich tun, weiß niemand so genau. Aber Mae, Mitte 20 und in einer Kleinstadt aufgewachsen, ist ganz begeistert von der kosmopolitischen, riesigen und vernetzten Firma. Dank ihrer Studienfreundin Annie darf sie beim Circle in der Kundenbetreuung anfangen und kann ihr Glück kaum fassen. Nach und nach wird sie hineingezogen in die sektenartige Gemeinschaft beim Circle, wo sie nach und zwischen ihren Arbeitszeiten noch bei diversen Veranstaltungen anwesend sein muss - freiwillig verpflichtend natürlich! - und daher den Kontakt zu ihren Eltern und zu der Welt außerhalb des Circles nach und nach verliert. Dieser Kreislauf aus Teilhabe-Vorteile genießen-Teilhabe-noch mehr Vorteile lullt Mae und so sehr ein, dass sie diese Distanz zu ihren Eltern und ihrem Jugendfreund Mercer gar nicht mehr wahrnimmt. Sie verbringt einen großen Teil ihrer Zeit online, um irgendwelche Postings zu lesen, darauf zu reagieren und zu verfassen. Je mehr sie das tut, desto höher steigt sie auf den Ranglisten des Circles. Bis sie irgendwann dann der erste Prototyp des umfassend gläsernen Menschen ist, der ständig und überall unter der Beobachtung aller steht.

So weit, so schrecklich. Vor allem, wenn man bedenkt, dass die Technologie und Algorithmen, die in der Geschichte geschildert werden, tatsächlich existieren und zum Teil auch bereits eingesetzt werden, sodass die Geschichte alles andere als entfernte Zukunftsmusik ist. Bei mir haben das Buch und der Film letzten Endes dazu geführt, meine Zeiteinteilung und Online-Aktivitäten mehr zu hinterfragen. Muss ich wirklich alles fotografieren, was mir gerade schön vorkommt und es mit der Welt teilen? Oder darf ich vielleicht auch viel mehr ganz alleine für mich behalten und die Flüchtigkeit eines Moments auf gewisse Art und Weise auch genießen? Muss ich wirklich alles liken, was mir gefällt, um mich damit irgendwie zu profilieren? Was habe ich eigentlich nochmal davon? Die Antwort ist: wenig bis nichts, abgesehen von einer krassen Reizüberflutung und der Erwartungshaltung, immer verfügbar für andere sein zu müssen. Momentan gebe ich also viel mehr Acht darauf, was ich poste und worauf ich reagiere - und zwar auf allen Kanälen. Völlig aufgeben und missen möchte ich freilich nichts davon; dieses andere Extrem ist auch nicht die Lösung allen Übels. Eine solche bietet leider weder Buch noch Film an, da beides genretypisch nicht gut ausgeht. Für mich kann ich sagen, dass ich mich ohne das ständige Online-Sein irgendwie befreit fühle. Befreit von dem Druck, immer auf dem Laufenden sein zu müssen und befreit von ständigem Input, der mich oft sowieso nicht interessiert. Ich kann das nur empfehlen - genau wie "The Circle" auch.