31.12.2011

Music Day Saturday N°7


Trotz einer Woche, die sich durch einen unglaublich hohen Stresspegel auszeichnete, gibt es auch diesen Samstag wieder den Music Day Saturday! Für alle, die es noch nicht wissen, ist das der Tag der Woche, der von der lieben Jessi dazu auserwählt wurde, der Welt seine Lieblingslieder zu zeigen. Eine wundervolle Idee, bei der ich, wie oben ersichtlich, nun zum 7. Mal mitmache - eine Glückszahl! :)
Naja, wie schon erwähnt, hatte ich diese Woche wirklich sehr viel um die Ohren und bin deshalb kaum dazu gekommen, bewusst Musik zu hören. Darumhabe ich für heute drei Evergreens aus meiner Playlist ausgesucht, die zu meiner momentan leicht schizophrenen Stimmung passen und immer wieder bei mir zu hören sind :)
Los geht’s!

1. Bruno Mars - Just the way you are
Stolzerweise muss ich erwähnen, dass ich den Refrain auf dem Keybord spielen kann ;D

2. Papa Roach - Last resort
Klassiker... ;)

3. Linkin Park - A place vor my head
Die alten Songs rocken immer noch! :D

Heute vor einer Woche war erst Heiligabend. Kaum zu glauben; mir kommt es so vor, als sei das Eeeeewigkeiten her :P Und jetzt sitzen wir schon die letzten Stunden von 2011 ab – und das, obwohl ich mich nach wie vor beim Datum-irgendwo-hinschreiben nicht an diese Jahreszahl gewöhnt habe ;)
Ich wünsche ich euch einen guten Rutsch ins neue Jahr, genießt den Abend (und die Nacht) bei was immer ihr euch auch vorgenommen habt und kommt gut in 2012 an. Wir lesen uns dann nächstes Jahr! :D

30.12.2011

Leserückblick Dezember 2011

Hier wäre er dann also; der allerletzte Leserückblick in diesem Jahr. Ich habe ja hin und her überlegt, ob ich noch eine Jahresstatistik veröffentlichen soll, aber irgendwie finde ich das nicht so sinnvoll, weil das außer mir selbst wahrscheinlich eh keinen interessiert und ich auch erst seit Juni genau Buch über meine Lesemonate führe. Sollte es also etwas in der Richtung geben, dann höchstens am Rande in einem anderen Post erwähnt. Mal schauen :)
Aber jetzt zu diesem Monat: er fing schlecht an, ging besser weiter (weil schlechter im Prinzip auch nicht mehr möglich war) und hörte wieder schlecht auf. Eine lesetechnische Achterbahnfahrt also. Die Anzahl von fünf gelesenen Büchern wird durch die niedrige Seitenanzahl selbiger wieder ausgeglichen und führt nicht wirklich zu einem zufiredenstellenden Ergebnis. Ein kleiner Vorgeschmack schonmal auf Januar und Februar, die klausurbedingt sicherlich ebenfalls sehr mau ausfallen werden. Aber was soll's, dafür waren die Bücher qualitativ alle echt super super toll und wie heißt es doch so schön: Qualtiät ist wichtiger als Quantität ;)

Gelesen:
Sebastian Fitzek - Splitter
Kerstin Gier - Rubinrot
Michael Wallner - April in Paris
Charles Dickens - Eine Weihnachtsgeschichte
Kerstin Gier - Saphirblau

In Seiten:
1585

Durchschnittsbewertung:
4,4 Wölkchen

Highlight des Monats:
Kerstin Gier - Rubinrot

Enttäuschung des Monats:
keine! :D

In Bildern:

Soweit also dazu. Kein Flop in diesem Monat ist doch wirklich erwähnenswert. Wobei natürlich rein mathematisch gesehen die Wahrscheinlichkeit, ein schlechtes Buch zu lesen, proportional wachsend zu der Anzahl der gesamt gelesenen Büchern ist. Macht Sinn. Oder so. Wie auch immer, ein semi-erfolgreicher Lesemonat ist besser als ein erfolgloser und nächstes Jahr wird bekanntlich alles besser :) In diesem Sinne: bis zur nächsten Statistik ;D

29.12.2011

[Gerede] Alles neu!

Es hat mich mal wieder überkommen & ich habe dem Haus des Wahnsinns ein neues Design verpasst. Nicht mehr so bunt kommt es jetzt daher und das passt genau zu meiner momentanen Gemütslage :) Die Navigation bleibt aber erhalten; der Versuch, alles ein wenig übersichtlicher anzuordnen, ist leider grandios gescheitert, aber ich glaube, so unordentlich wie ich das sehe, ist es eigentlich gar nicht. Zumindest hoffe ich das ;D Nur die Blogroll ist umgezogen von links unten nach rechts oben. So wird sie standesgemäß in Szene gesetzt.
Naja, heute Abend werde ich wohl noch ein wenig daran herumschrauben, aber im Großen und Ganzen ist das der momentane Stand :D
Dann gibt es außerdem eine neue Seite --> Happy 2012, welche keine Neujahrswünsche enthält, sondern einem kleinen Projekt gewidmet ist, an dem ich das nächste Jahr über bastele. Wenns euch intressiert, schaut gerne mal rein ;)
Guuuuuut, mehr wollte ich eigentlich auch gar nicht loswerden ;D
Einen schönen restlichen Donnerstag wünsche ich euch! ♥

25.12.2011

[Rezi] Kerstin Gier - Saphirblau

Erscheinungsjahr: 2010
Genre: Jugenbuch
Reihe: Edelstein-Trilogie, Teil II
Seitenzahl: 389


Teaser:
"Was seid ihr denn alles für Freaks?", sagte Xermerius und sprang vom Sofa, um sich kopfüber an einen der riesigen Kronleuchter zu hängen. "Zeitreisen - was? Unsereins hat ja schon viel erlebt, aber das ist selbst für mich Neuland. 




*Achtung! Spoilergefahr!*Achtung! Spoilergefahr!*Achtung! Spoilergefahr! *

Handlung
Dieses zweite Buch der Edelstein-Trilogie hat mich genauso gefesselt wie der erste Teil.
Man findet schnell wieder in die Geschichte hinein, denn Rubinrot endet mit einem wirklich hinterhältig angelegten Cliffhanger, sodass der Folgeband gleich daran anknüpfen kann.
Weiter geht es also für unsere Gwendolyn durch die Zeit zu reisen, um eine Mission zu Ende zu führen, die von einer geheimen Wächterorganisation seit Jahrhunderten Stück für Stück weitergeführt wird. Sie soll nämlich zusammen mit Gideon das Blut eines jeden vergangenen Zeitreisenden, es gibt über die Jahrhunderte verteilt auch nur zwölf Stück, in den sogenannten Chronometer einlesen. Niemand weiß, was dann geschieht, aber es scheint unheimlich wichtig zu sein. Vor allem für den Kopf der Organisation: den Grafen von Saint Germain. Dieser ist zwar schon seit vielen vielen Jahren tot, doch die Zeitreisen ermöglichen es ihm, auch mit den Wächtern der Gegenwart in Kontakt zu treten. Was aber zunächst noch ganz oben auf der Prioritätenliste steht, ist eine Soiree im 18. Jahrhundert, bei der Gwen auf Anweisung eben jenen Grafens teilnehmen soll, damit sich die beiden besser kennenlernen können. Das Problem dabei ist allerdings, dass der Graf als eine der wenigen Personen bei dieser Veranstaltung weiß, dass Gwen und Gideon – der sie begleiten soll – aus der Zukunft kommen und entsprechend eine ganz andere Umgangsart haben. Gideon wurde sein Leben lang auf solche Aktionen vorbereitet und findet sich zu jeder Zeit bestens zurecht, doch für Gwen ist das alles absolute Neuland und so muss sie vor der Reise viele nervenaufreibende Unterrichtsstunden mit einem exzentrischen Historiker und ihrer absolut perfekten Cousine Charlotte über sich ergehen lassen. Nebenbei hat Gwen auch noch ihr alltägliches Leben zu meistern; Schule, Familie und Freunde und natürlich die Beziehung zu Gideon, die sie nicht richtig einordnen kann und die sie vollkommen verwirrt.

Meine Meinung
Auch mit diesem Folgeband entführt die Autorin den Leser wieder in Gwendolyns Welt voller Mysterien und Magie. Im Vergleich zum ersten Buch liegt hier mehr Gewicht auf den romantischen Entwicklungen zwischen Gwen und Gideon, wobei ich sagen muss, dass es Kerstin Gier wirklich liegt, eine gefühlvolle Atmosphäre in ihren Romanen zu schaffen, ohne dabei ins Kitschige abzudriften, sodass mir diese Tendenz der Story keineswegs negativ aufgefallen ist.
Gwen muss sich also auf ihre zweite Begegnung mit dem berühmten Grafen vorbereiten und stößt dabei auf viele Hindernisse: sie kann leider weder Menuette tanzen, noch weiß sie, was ein Retikül ist. Die knochenharten Übungsstunden mit dem ihre Cousine Charlotte vergötternden Lehrer werden aber wenigstens dadurch erheitert, dass ihr neuer Geisterfreund Xermerius, ein toter Dämon, der ihr überall hin folgt und den nur sie sehen kann, viele zynische Kommentare zu den beiden loslässt und Gwen beim Üben hilfreich unter die Arme greift. Allgemein blickt man beim Lesen dieses Buches mehr in die Vergangenheit als im Vorgängerband, würde ich sagen. Also es ist viel mehr verstecktes Hintergrundwissen eingewoben, wie die Gepflogenheiten der Gesellschaft des 18. Jahrhunderts war, zum Beispiel. Für die Richtigkeit einiger Aussagen würde ich mich zwar nicht verbürgen, weil die Darstellung teilweise schon sehr verklärt ist, aber das Buch stellt ja auch nicht die Ansprüche eines historischen Romans. Wie auch im ersten Buch sind nicht nur die beiden Hauptfiguren Gwen und Gideon greifbar gestaltet, sondern Gier hat auch die einzelnen Nebencharaktere schön ausgearbeitet. Ganz besonders gefallen hat mir, dass nicht nur mit dem Personal des ersten Bandes gearbeitet wird, sondern auch neue tragende Rollen eingeführt wurden. Vor allem Xermerius ist mir mit seiner rauen Art sehr ans Herz gewachsen und ich denke, dass er Gwen noch sehr nützlich werden wird.
Ein bisschen Abzug muss ich dem Buch aber dennoch geben, denn obwohl die Handlung konstant vorangetrieben wird, liefert sie dennoch kaum Antworten auf dringend zu klärende Fragen. Im Gegenteil werde eigentlich immer nur neuere Fragen aufgeworfen, die dann aber auch nicht beantwortet werden können. Man versinkt quasi in Vermutungen und Spekulationen, zu denen man von den vielen Anspielungen regelrecht getrieben wird. Ich finde das zwar nicht allzu schlimm, aber dennoch hätte ich mir ein bisschen mehr Aufklärung erwartet. Schließlich gibt die Geschichte bis jetzt genug her, um trotzdem nicht gleich alles offenlegen zu müssen. Jetzt hoffe ich mal, dass im dritten Band die Enthüllungen nicht alle auf einmal kommen und die Autorin die Geschichte mit gewohnter Einfühlsamkeit ausklingen lässt.
Diesem Teil jedenfalls gebe ich 5 Wölkchen und eine absolute Leseempfehlung.



24.12.2011

Music Day Saturday N°6

Auch an Heiligabend darf die musikalische Untermalung des Tages natürlich nicht fehlen; deshalb hier wieder der Music Day Saturday für euch :)
Angezettelt (im positven Sinn!! ;D ) wurde der MSD von der lieben Jessi und es ist eine wundervoll tolle Gelegenheit, sein Lieblingslied - oder wie in meinem Fall, seine Top 3; ich lege Regeln gerne ein bisschen größzügiger aus ;D - der Bloggerwelt zu präsentieren und gleichzeitig zu erfahren, was denn die anderen so gerne hören.
Meine Playlist wird eeeendlich von Weihnachtsliedern dominert. Wie sollte es heute wohl auch anders sein? ;) Jedenfalls gibt es für euch jetzt drei Klassiker aus meiner Liedersammlung, denn ich muss gestehen, dass ich zur Weihnachtszeit eigentlich immer nur die selben Songs höre - und das seit Jahren (gerade wird mir bewusst, seit wie vielen Jahren und ich muss feststellen, dass ich langsam ganz schön alt werde ^.^)
I proudly present. . . the MelMel Greatest Christmas Hits:

1. Oasis - Merry Christmas Everybody
Eine Coverversion unter vielen; keine Ahnung, wie das Original klingt, aber diese Version rockt :D

2. Melanie Thoronton - Wonderful Dream
Haaaaach *schmacht*

3. Wham! - Last Christmas
JA! Es nervt jeden, aber für mich gehört es dazu! Kitsch und Weihnachten passt halt zusammen

So ihr Lieben, ich wünsche euch ein wunderschönes Weihnachtsfest, leckeres Essen, viele Lichter, reich bestückte Gabentische, besinnliche Musik, Freunde und Familie um euch herum und dass ihr die schönste Zeit des Jahres genauso genießt wie ich! ♥

* Frohes Fest! * I'D Miilad Said! * Vasel Koleda! * Joyeux Noël! * Vrolijk Kerstfeest! * Buon Natale! * Nixtieklek Milied tajjeb! * Wesolych Swiat! * Veseloho Vam Rizdva! *

22.12.2011

[Rezi] Charles Dickens - Eine Weihnachtsgeschichte

Erscheinungsjahr: 2004
Originaltitel: A Christmas Carol
Genre: Klassiker
Seitenzahl: 251


Teaser:
Auch dass das Gespenst seine eigene höllische Atmosphäre hatte, war so grauenerregend. Scrooge fühlte sie nicht selbst, aber doch musste es so sein; denn obgleich das Gespenst ganz regungslos dasaß, bewegtsen sich sein Haar, seine Rockschöße und seine Stiefeltroddeln wie von dem heißen Dunst eines Ofens.



Handlung
Der knauserige und verbitterte Ebenezar Scrooge hasst Weihnachten. Das Wetter in Lonodon ist ungemütlich, die Leute singen ständig vor sich hin und sind penetrant gut gelaunt, möchten Spenden und Almosen und die Werte, die für ihn zählen kommen viel zu kurz: Leistung, Geld und die Arbeit. Weihnachten ist für Scrooge die Zeit im Jahr, in dem dieses einem lockeren Leben weicht, Versager eine Sonderbehandlung widerfährt und er seinem Angestellten sogar einen Tag frei geben muss. Scrooge, für den einzig seine Gewinnmaximierung zählt und sich nicht um das Schicksal anderer Menschen kümmert, hasst eigentlich alles. Aber die Weihnachtszeit noch mehr. Doch in diesem Jahr ändert sich alles. In der Nacht vor Heiligabend erscheint ihm zunächst der Geist seines verstorbenen Geschäftspartners Jacob Marley. Dieser war vom gleichen Kaliber wie Scrooge und nach seinem Tod wurde er für seinen egoistischen Lebensstil bestraft: für ewig wird er als in Ketten gelegter Schatten umherwandeln. Um Scrooge vor diesem Schicksal zu bewahren, kündigt er dre Geister an, die ihn besuchen werden: den Geist der Vergangenen Weihnachten, den Geist der Gegenwärtigen Weihnacht und den Geist der Zukünftigen Weihnacht. Der völlig verängstigte Scrooge lässt alle Besuche über sich ergehen und bekommt dabei eine entscheidende Lektion erteilt, die ihn und sein Leben verändern wird.

Meine Meinung
Ich denke, (fast) jedem ist dieser absolute Klassiker mehr oder weniger ein Begriff. Es gibt ja nicht nur endlos viele Fassungen des Buches, sondern auch sehr sehr viele Verfilmungen. Für mich ist es jedes Jahr zu Weihnachten ein Muss, den Film dazu zu sehen und endlich habe ich es geschafft, auch das Buch zu lesen. Meine Fassung ist zwar enorm gekürzt, weil es eine Mini-Mini-Variante ist, aber dennoch kommt die Geschichte genauso zum Ausdruck, wie Dickens einzigartiger Schreibstil, der von so gewaltiger Sprache ist, dass mich bis jetzt jedes Buch von ihm gefesselt hat.
Die Story spielt in London des 19. Jahrhunderts, also zur Wirkungszeit Dickens. Dadurch wird natürlich der Zeitgeist sehr authentisch vermittelt. Scrooge ist ein schrecklicher alter Kauz, der jedem Menschen in seinem Umfeld gereizt und übel gesinnt begegnet und deshalb auch keine Freunde hat. Einzig sein Neffe hat ihn noch nicht aufgegeben und lädt ihn jedes Jahr aufs Neue zum Weihnachtsessen ein. Und jedes Jahr dagt Scrooge ab. Außer diesem Neffen hat Scrooge noch gezwungenermaßen Kontakt zu seinem Angestellten Bob, der sich krumm und buckelig schuftet und nur einen sehr geringen Lohn für seine Arbeit bekommt, sodass er mit seiner Familie in sehr ärmlichen Verhältnissen leben muss. Vor allem für den jüngsten Sohn, Tiny Tim - der schmächtige Tim - ist das gar nicht gut, denn dieser ist von kränklicher Konstitution und müsste dringend gepäppelt werden. Scrooge jedenfalls hat zu anderen Menschen nur gerade so viel Kontakt wie nötig und beschäftiggt sich ansonsten nur mit seinem Geld.
Die drei Geister, die ihm in der Nacht vor Heiligabend erscheinen, sollen ihm die Augen öffnen und ihm zeigen, wie groß sein Einfluss, trotz seiner sehr minimierten sozialen Kontakte, auf das Leben der anderen Menschen hat, wie diese von ihm denken und was das mit ihm macht. So bekommt er die Gelegenheit, sein Leben aus der Position eines Außenstehenden zu betrachten und darüber nachzudenken. Auch wird er entführt in die Zeit, als er selbst jung und voller Hoffnung war, als er sich selbst noch auf Weihnachten gefreut hat und kann so ergründen, wieso er so geworden ist, wie er letztendlich ist. Und dann wird ihm natürlich auch vor Augen geführt, worauf sein Leben hinauslaufen wird, wenn er so weitermacht wie bisher.
Ich finde, mit diesem Werk hat Dickens zwar eine düstere, aber dennoch unglaublich warme Weihnachtsgeschichte geschaffen, die natürlich ein bisschen den moralischen Zeigefinger erhebt, aber trotzdem wichtige Botschaften transportiert. Die Figuren sind facettenreich ausgearbeitet, an sich vielleicht nicht allzu komplex - mit ausnahme von Scrooge selbst - aber das müssen sie auch gar nicht sein, um ihre Wirkung zu haben. In meiner kleinen aber feinen Ausgabe gibt es zusätzlich noch ein paar stimmungsvolle Illustrationen, die ich mir zwar auf Grund der Größe erst dicht vors Gesicht halten musste, aber als ich dann erkannt hatte, was sie jeweils darstellen sollten, fand ich sie richtig schön. Diese wunderbare Geschichte erhält von mir 5 rosa Wölkchen!


20.12.2011

[Gerede] Wenn das Internet streikt

...und der abhänige Nutzer unerwartet auf kalten Entzug gesetzt wird, geschehen seltsame Dinge.
Die Wäsche bügelt sich fast von alleine.
Das Geschirr ist plötzlich abgespült im Schrank.
Der Berg an Uni-Arbeiten schrumpft kontinuierlich.
Und trotzdem ist am Ende der Arbeit noch eine Unmenge an Tag übrig zum lesen, telefonieren oder um sonstige Aktivitäten auszuführen, für die im normalen Alltag oft die Zeit fehlt. Es ist doch unglaublich, wie viel Zeit so ein Durchschnittsmensch am Computer bzw am Internet verbringt. Ich persönlich setze da sicher noch einiges drauf, denn eigentlich bin ich ständig online. Als bekennende Boykottiererin von Smartphones habe ich zwar wenigstens keinen Draht in die Welt, wenn ich unterwegs bin; aber zu Hause bin ich definitiv daueronline.
Fällt dann wie oben erwähnt mal für zwei Tage das Internet aus, weil die vom vielen Arbeiten erschöpfte Fritz-Box kurzerhand einen Generalstreik einberuft, komme ich schon ganz schön ins Schwitzen. Natüüürlich nur, weil man als Student ohne Internet im Prinzip verloren ist. Wer keine Mails checken und versenden kann, ist auch nicht auf dem Laufenden, was morgen im Seminar drankommt.
In den ersten Offline-Minuten wirkt noch alles wie in einem bösen Traum. Einzig das Mantra "gleich ist wieder ne Verbindung da, gleich ist wieder ne Verbindung da!!" hält einen von einem hysterischen Anfall ab. Doch mit jedem fehlgeschlagenen Verbindungsversuch wächst die Panik, bis sie sich schließlich in einem an Raserei grenzenden Wutanfall entlädt. WIESO muss ausgerechnet jetzt das Internet ausfallen??!? Ist die Wut verraucht, folgt die Phase der Resignation: verdammt, dann mach ich halt was anderes. Nur was? Was soll man bitte ohne Internet tun? Kein Facebook, keine Blogs, kein Youtube, nicht mal googlen kann man. Völlig auf mich alleine gestellt, fing ich damit an, total verrückte Dinge zu tun. Aufzuräumen. Zu lernen. Und über meinen Internetkonsum nachzudenken. Und nach einem Tag ohne Internet begann ich, dieses Gefühl von totaler Unabhängigkeit zu genießen. Nach dem Heimkommen nicht erst den Laptop anschmeißen zu müssen, um zu gucken, was ich verpasst hab. Nicht bis Spätabends noch in Chats rumzuhängen, sondern einfach irgendwas anderes zu tun; was sinnvolles, was sinnloses, völlig egal, ich hatte auf einmal unendlich viel Zeit.
Und jetzt... geht das Internet wieder. Und es wäre gelogen, wenn ich sagen würde, dass ich trotzdem weiterhin lange offline sein werde. Aber: ich habe die Vorteile darin gesehen und werde künftig die meinen Internetkonsum eingrenzen. Es müssen keine 6 Stunden am Tag vorm Computer verbracht werden. Schon gar nicht, um mir einfach nur die Zeit zu vertreiben. Denn eigentlich ist sie dazu viel zu schade :)


Argwöhnisch wacht der Mensch über alles, was im gehört. Nur die Zeit lässt er sich stehlen, am meisten vom Fernsehen
...oder eben vom Internet ;)
Linus Pauling

18.12.2011

[Rezi] Michael Wallner - April in Paris

Erscheinungsjahr: 2006
Genre: Kriegsroman
Seitenzahl: 238



Teaser:
Ich war wieder Antoine! Mit leichten Schritten lief ich die Straße hinunter; kaufte eine Blume, nur um sie in der Hand zu halten. Ohne mich weit vom Fluß zu entfernen, ging ich nach Südosten; passierte die beiden Inseln und wechselte kurz vor der Gare d'Austerlitz auf die südliche Seite.




Handlung
Im Jahr 1943 wird der junge Obergefreite Roth nach Paris versetzt. Als Dolmetscher für deutsch und französisch soll er dort die Wehrmacht unterstützen. Die Verhöre, denen er beiwohnen muss, um die Delinquenten simultan übersetzten zu können, schlagen ihm schwer auf die Psyche. Denn wie bei allem anderen im zweiten Weltkrieg auch, gehen die Nationalsozialisten unglaublich grausam mit den Verdächtigen um. Grausame Folter steht in der Tagesordnung und für den jungen Mann wird es immer unerträglicher, einfach zuzuschauen. Da er sich schon immer sehr mit Frankreich verbunden gefühlt hat – was wohl auch seine Berufswahl erklärt – fängt er schon bald an, nach Dienstende durch Paris zu spazieren. In Zivilkleidung, obwohl das streng verboten ist, und sich als Franzose ausgebend. Dank seiner mehr als guten Sprachkenntnisse geht er sogar vor Einheimischen als Franzose durch und wird gleich ganz anderes behandelt. Doch dann trifft er auf Chantal, die Tochter eines Buchhändlers, in die er sich Hals über Kopf verliebt. Diese allerdings arbeitet für die Résistance und von daher begegnet sie Roth zunächst mit einigem Misstrauen. Sie benutzt ihn als Informationsquelle, doch bald darauf fliegt ihre Zelle auf und es bleibt nur noch die Flucht. Roth allerdings, der sich am liebsten aus dem Krieg raushalten will, ist langsam gezwungen, Stellung zu beziehen und seine Entscheidung könnte über Leben und Tod entscheiden.

Meine Meinung
Ein Roman, der im zweiten Weltkrieg spielt, sollte für mich den Anspruch haben, zu verstören, aufzurütteln und die Schrecken der Zeit ins Wohnzimmer holen.
Nun ja, das tut dieses Buch nur bedingt. Für mich war die ganze Geschichte ein wenig romantisch verklärt, dadurch, dass es hauptsächlich darum geht, wie Roth Chantal erobert und wie sich die beiden dann trennen müssen. Es werden schon auch die Umstände und das Drumherum beschrieben, aber der Fokus liegt doch ganz klar auf der Beziehung zu Chantal.
Doch ich möchte nicht den Eindruck erwecken, dass man das Buch gar nicht erst lesen braucht. Gerade am Anfang, als Roth versetzt wird und die ersten Verhöre begleiten muss, wird sehr schön herausgearbeitet, wie es damals im besetzten Paris, oder Frankreich allgemein, ablief, das Misstrauen, die Angst und vor allem auch der Opportunismus vieler Menschen damals. Die Mächtigen der Besetzer fühlten sich unverwundbar und benahmen sich dementsprechend. Bei einigen Foltermethoden, mit denen die Leute bei den Verhören zum Reden gezwungen werden sollten, dreht sich einem wirklich der Magen um.
Deshalb ist es kaum verwunderlich, dass Roth in die Rolle des Monsieur Antoine schlüpft, um wenigstens nach Dienstschluss ein bisschen abschalten und entspannen zu können. Allgemein ist er als Protagonist eine angenehm zu begleitende Figur. Da er dieses Buch aus der Ich-Perspektive erzählt, erfährt der Leser viel über ihn und seine Gedanken und Gefühle. So ist er zum Beispiel bei weitem nicht ohne Skrupel, als er die ersten Male in die Rolle des einfachen, französischen Zivilisten schlüpft, denn es war streng verboten, ohne die Uniform und gültige Papiere auf den Straßen herumzugehen. Solche Taten wurden als Hochverrat eingestuft und mit Folter und Tod bestraft. Und da Roth als Dolmetscher bei den Verhören live zugegen ist, weiß er genau, was ihn erwarten kann. Trotz der Gefahr, erwischt zu werden – denn er sehnt sich nach ein wenig Normalität und ist die misstrauischen Blicke leid, die ihn sonst auf der Straße verfolgen. So kommt es, dass er zufällig in einen Buchladen kommt und sich dabei in die Tochter des Besitzers verliebt. Chantal hat übt eine unbeschreibliche Anziehungskraft auf ihn aus und er lässt alle Vorsicht außer Acht, um ihr näher zu kommen. So tappt er in eine Falle der Résistance und wird unwissentlich zu deren Informant. Und dass, obwohl er sich viel lieber aus dem ganzen heraushalten würde; genau wie sein Freund Hirschbiegel möchte er einfach nur den Krieg absitzen und danach ein neues Leben beginnen. Doch die Umstände zwingen ihn, Stellung zu beziehen.
Der Roman vermittelt also durchaus einen Eindruck, mit welchen Widrigkeiten die Menschen damals zu kämpfen hatten, wenn sie einfach nur ihr Leben leben wollten. Sie konnten nicht wissen, was in den nächsten Tagen auf sie zukommen würde oder wo sie nächsten Monat sein würden. Verrat und Verleumdung lauerte hinter jeder Ecke, sowohl von den eingefallenen deutschen Besatzern als auch von Nachbarn und ehemaligen Freunden. Die Charaktere sind alle sehr glaubwürdig ausgearbeitet, vor allem natürlich Roth, aber auch die Oberbefehlshaber. Es ist nicht diese Schwarz-Weiß-Darstellung, wie es sie oft gibt gerade in diesem Kontext. Der Leser hat genug Raum, um sich sein eigenes Urteil zu bilden zunächst natürlich über die ganze Unsinnigkeit und Idiotie, die hinter dem Krieg steckte, dann aber auch über Roth selbst, sein Handeln und alles drum herum.
Also im großen und ganzen ein gelungener Kriegsroman, der vielleicht mehr etwas für eher zart besaitete Gemüter ist, die mit Gewaltschilderungen nicht so klarkommen, sich aber trotzdem mit diesem Thema des zweiten Weltkriegs auseinandersetzten wollen. 3 Wölkchen gibt es dafür von mir.


17.12.2011

Music Day Saturday N°5

Einen wunderschönen guten Morgen ihr Lieben! :D
Wieder einmal darf ich euch zum musikalischen Samstag meine Lieblingslieder der Woche zeigen :)
Die Idee zu dem Musik Day Saturday stammt von der lieben Jessi und ich freue mich jede Woche aufs neue darauf, die Lieder für diesen Tag auszusuchen und mit euch zu teilen :)
Jessi ist übrigens mit ihrem Blog umgezogen, beziehungsweise hat wegen privater Umstrukturierungen auch in ihrer Blog-Welt ein bisschen aufgeräumt und ist nun *hier* zu finden. Über einen Besuch von neuen und alten Lesern freut sie sich immer, also schaut mal rein :D
Aber jetzt zum musikalischen Teil: es ist ja bald Weihnachten, aber so richtig in Stimmung bin ich immernoch nicht. Was vor allem an dem wundervoll herbstlichen Sonnenschein liegt, der gerade durch mein Fenster scheint. Trotzdem gibt es für euch gleich ein Lied, das ich mir jedes Jahr von neuem in der Weihnachtszeit anhören muss :) Die anderen beide beziehen sich mehr auf das depremierende Wetter der letzten Woche und sind entsprechend ein bisschen melancholisch. Naja, seht einfach selbst ;)

1. Band Aid - Do they know it's Christmas
Achtet mal auf den Text - ein Lied zum Nachdenken & dankbar sein für das was man hat.

2. 30 Seconds to Mars - Closer to the Edge
Relikt aus meiner Mars-Phase ;)

3. Jupiter Jones - Still
Der Song ging mir Anfang der Woche ins Ohr und will seitdem nicht mehr raus aus meinem Kopf :)

Ich wünsche euch viel Spaß beim Hören und ein schönes Wochenende :D

16.12.2011

[Gerede] Weihnachtsshopping extreme

Es gibt heute viele, die es statt mit Dynamik mit Hektik versuchen.  
Peter Horton

Wobei die Grenze zwischen Hektik und Dynamik wohl fließend ist. Zumindest bei mir. Aber heute tendiere ich eher zur Dynamik, denn: Es ist vollbracht!
Endlich habe ich sie alle zusammen: die Weihnachtsgeschenke für meine Liebsten!
Aber ein bisschen Stress war schon dabei.
Wobei ich mir den ja immer selbst verschulde. Da ich nämlich dem Wahn verfallen bin, möglichst zeit- und energiesparend durchs Leben zu schreiten (...schreiten ist vielleicht nicht ganz die passende Wortwahl - stapfen trifft es wohl eher), ist natürlich ein enorm hohes Organisationstalent von Nöten. Was ich nicht habe. Weshalb ich am Ende doch im Chaos versinke und sowohl Zeit - als auch Energieersparnis den erhöhten Adrenalinspiegel meines Bluts nicht ausgleichen können.
Die letzte Woche über habe ich mich intensiv mit den Geschenken auseinander gesetzt. Man muss ja zuerst mal die Lage sondieren, sich selbst inspirieren (lassen^^) und dann das ganze noch einmal erorieren. Heißt im Klartext: jedes Mal, wenn mich jemand über den Weihnachtsmarkt geschleppt hat oder ich durch das ortsansässige Kaufhaus hetzten musste, habe ich mich nebenbei umgeschaut und im Kopf eine Liste ausgearbeitet, was ich wem denn schenken könnte. Und gestern Abend war es dann soweit: ich hatte für alle eine wunderbare - oder zumindest nicht ganz bescheuerte - Idee und heute war dann der Tag der Tat: ich zog los, um alle Geschenke auf einmal zu besorgen. Spart Zeit und Energie. Alles in einem Rutsch. Das ist in der Theorie sehr schön, vor allem, weil jedes der Dinge so ungefähr in Buchgröße und -gewicht sein sollte und ich somit in der Lage war, auch alles auf einmal zu transportieren. Die Praxis sieht aber dummerweise nicht ganz so rosig aus. Das liegt zum einen daran, dass ich auch bei noch so guter Planung immer irgendwas vergesse. Zum anderen liegt es an der allgemein herrschenden Torschlusspanik, die die Menschen dazu bringt, wie panische Hamster im Kreis zu rennen und hysterisch nach passenden Geschenken zu suchen.
Um Problem Nummer zwei zu umgehen, bin ich extra heute morgen losgefahren, denn als Studentin ist man ja zeitlich flexibel. Hat auch gut geklappt. Mit einem genauen Stationenplan im Kopf, in welchem Laden ich anfangen sollte und wie es dann weiterging. Ich kam gut durch, hakte meine Liste ab, alles war schön. Doch dann! Problem Nummer eins: mir fiel ein, dass ich, wenn ich nicht verhungern wollte, unbedingt ganz dringend Brot kaufen musste. Tjaaa, also war dann leider mein Stationenplan im Eimer und auch mein perfekt gestalteter Zeitplan, der dummerweise ziemlich eng getaktet war, denn ich bin - weil ohne Auto - auf die Willkür der Fahrplanersteller bei der hiesigen Verkehrsgesellschaft angewiesen. Also durfte ich am Ende beladen wie ein Packesel - und das meine ich nicht metaphorisch! - fast zwanzig Minuten auf den nächsten Bus warten. Aber ich bin mir sicher, dass das trotzdem nicht so lange gedauert hat, wie wenn ich die Geschenke alle einzeln und unabhängig voneinander gekauft hätte. Jawohl.
Und jetzt, wo ich zu Hause im Warmen sitze und mich dieses tolle Erfolgserlebnis-Gefühl überkommt muss ich sagen: selbst wenn nicht, war es das trotzdem wert ;)

15.12.2011

[Rezi] Kerstin Gier - Rubinrot

Erscheinungsjahr: 2009
Genre: Jugendbuch
Reihe: Edelstein-Trilogie, Teil I
Seitenzahl: 343

Teaser:
Da war es wieder, dieses widerliche Schwindelgefühl im Magen.Panisch sprang ich aus dem Bett und lief, so schnell es mir mit den weichen Knien möglich war, zu meiner Mum hinüber. Es war mir egal, ob sie mich für verrückt halten würde, ich wollte nur, dass es aufhörte. Und ich wollte nicht drei Stockwerke tief in einen Sumpf fallen!


Handlung
Eigentlich sollte Charlotte diejenige mit dem Gen sein. Dem sogenannten Zeitreise-Gen, um genau zu sein, das in Gwendolyns Familie in unregelmäßigen Abständen auftritt und dem Träger ermöglicht, in die Vergangenheit zu reisen. Charlottes ganzes Leben wurde davon bestimmt, dass sie eines Tages zwischen den verschiedenen Zeiten hin und her sprigen würde. Sie musste Fechten lernen, die Geschichte jeder Epoche im Schlaf auswendig wissen und und und. Gwen und ihre Geschwister standen deshalb auf der Prioritätenliste der Familie immer ziemlich weit hinter ihrer Cousine Charlotte; vor allem für ihre Großmutter Lady Arista. Wenn der Gen-Träger um die 16 Jahre alt ist, sollte er das erste Mal in der Zeit springen - unkontrolliert zwar, doch dank jahrhunderte alter Forschung kann man, nachdem man den ersten Sprung hinter sich hat, mit Hilfe eines Chronometers gezielt in bestimmte Zeiten reisen. Charlotte zeigt schon alles Symptome, die auf einene baldigen Sprung hindeuten: Schwindel und Kopfschmerzen. Die ganze Familie rechnet damit, dass es bald passiert. Was keinem auffällt ist, dass Gwen diese Anzeichen ebenfalls zeigt und daraufhin auch völlig unbemerkt in einer anderen Zeit landet. Total verwirrt und unvorbereitet auf diese Situation wie sie ist, springt sie noch zweimal unkontrolliert in der Zeit, bevor sie sich ihrer Mutter anvertraut. Daraufhin entbrennt ein riesiger Streit in der Familie, den Charlotte und deren Mutter fühlen sich persönlich hintergangen.
Aber dafür hat Gwen ab diesem Moment keine Zeit mehr, denn sie muss mit Gideon, einem weiteren Träger des Zeitreise-Gens einen uralten Auftrag in der Vergenheit zu Ende führen, was ihr ganzes Leben auf den Kopf stellt.

Meine Meinung
Viel zu schnell vorbei - auf diese vier Worte lässt sich meine Beurteilung des Buches im Prinzip herunter kürzen. Aber ein bisschen ausführlicher werde ich dann doch noch ;)
Gewn wird also aus ihrem gewohnten Leben herausgerissen und reist von nun an in der Verganenheit herum. Dabei entdeckt sie, dass sich viele Geheimnisse um die beiden Familien mit dem Zeitreise-Gen ranken. Allen voran das Mysterium um den Grafen von Saint Germain, der vor langer Zeit ebenfalls das Gen in sich trug und viel über das Reisen in andere Zeiten herausgefunden hat. Er hat auch den Chronometer erfunden, der es Gwen und Gideon nun ermöglicht, gezielt in eine bestimmte Zeit zu reisen und so den Gefahren eines unkontrollierten Sprunges zu entgehen. Um diesen Grafen herum entstand eine richtige Untergrundorganisation, die unter anderem genaue Aufzeichnungen über alle Zeitreisenden führt und in deren Auftrag die beiden eine wichtige Mission erfüllen müssen. Doch es gibt ein großes Hindernis: die beiden Gen-Träger vor Gwen und Gideon nämlich - Lucy und Paul - sind aus dem Kreis der Organisation ausgebrochen und seitdem auf der Flucht. Diese versuchen nun auch, die Mission zu vereiteln. Sind ihre Motive wirklich so niederer Natur, wie alle erzählen? Oder haben sie gute Gründe für ihre Sabotage?
Diese und weitere Fragen wirft der Roman auf, der mit einem megagroßen Cliffhanger endet.
Gwen ist eine total sympatische Protagonistin, mit der ich mich sofort identifizerien konnte. Sie ist verständlicherweise extrem genervt davon, dass ihr normales Leben so aus den Fugen gerät und findet eigentlich, dass Charlotte viel besser dazu geeignet wäre, die Gen-Trägerin zu sein. Aber auch die Nebencharaktere sind toll ausgearbeitet und tragen viel zu der dichten Atmosphäre der Story bei. Ob es um die chaotischen kleinen Geschwister geht, die beste Freundin oder den nervigen Typen aus der Klasse, man erkennt sich direkt in dem Roman wieder. Die Liebesgeschichte, die sich unweigerlich zwischen Gwen und Gideon entwickeln muss, nimmt in diesem ersten Teil der Trilogie noch sehr wenig Raum ein und kommt im Grunde erst am Ende ein wenig auf. Das finde ich sehr gut, denn so kann man sich zuerst einmal in dieser Welt der Zeitreisen zurechtfinden und kann sich in die Umstände einfühlen. Ich habe die anderen Teile noch nicht gelesen, denke aber, dass dieser erste Teil die Funktion hat, erst einmal alle Charaktere und die großen und kleinen Fragen, um die sich alles dreht, einzuführen. Daraus ein ganzes Buch zu machen und diese Aufgabe nicht nur ein bis zwei Kapiteln zu widmen, klingt vielleicht etwas nach einer sehr gedehnten Handlung, doch dies trifft hier überhaupt nicht zu. Es gibt so vieles zu entdecken, dass es nie langweilig wird und man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen möchte.
Auch die Beschreibungen der Vergangenheit hat mich überzeugt. Hier hat die Autorin gute Recherche betrieben, denn sie kann beispielsweise die Mode der einzelnen Epochen wunderbar authentisch darstellen. Und auch ein bisschen geschichtliches Allgemeinwissen lässt sie in den Roman einfließen, was mich ja immer sehr für ein Buch einnimmt.
Also ein wirklich wirklich tolles Buch, welches seit langem mal wieder 5 rosa Wölkchen verdient!


11.12.2011

[Rezi] Sebastian Fitzek - Splitter

Erscheinungsjahr: 2009
Genre: Psychothriller
Seitenzahl: 364



Teaser:
Schließlich starrte er nach unten. In die sieben Meter tiefe Baugrube, an deren Stelle sich heute mittag noch die Hausnummer 211 befunden hatte - die Bleibtreu-Klinki, die nun ebenso verschwunden warwie der letzte Rest an Normalität in seinem in tausend Teile zersplitterten Leben.




Handlung
Der Strreetworker Mark Lucas, der sein Herz den verlassenen Straßenkindern Berlins verschrieben hat, steht selbst vor dem existenziellen Nichts: bei einem Autounfall sind seine Frau Sandra und sein ungeborenes Baby ums Leben gekommen, während er - der am Steuer saß - nur mit ein paar Schrammen davongekommen ist. Einzig der Splitter, der in seinem Nacken steckt und nicht entfernt werden kann, zeugt äußerlich noch von dem schrecklichen Tag. Aber seelisch hat der Unfall tiefe Narben verursacht und Marc ist so traumatisiert und verzweifelt, dass er sich an eine Privatklinik wendet, in der ein Forschungsprojekt anläuft, welches bei freiwilligen Testpersonen bestimmte Teile des Gedächtnisses löschen soll. In seinem unerträglichen Schmerz über den Verlust seiner Familie erscheint ihm das als einzige Möglichkeit, wieder ein Leben zu haben. Nach der Voruntersuchung geht Marc nach Hause, um das ganze noch einmal in Ruhe zu überdenken. Schließlich ist es ein großer Schritt, sein Gedächtnis löschen zu lassen und das sollte sehr sehr gut überlegt sein. Doch als er an seine Wohnung kommt, beginnt eine Reihe verstörender Erlebnisse für Marc, die ihn nicht nur an seinem Verstand, sondern auch an seiner realen Existenz zweifeln lassen. Hat er doch an dem Experiment teilgenommen, und erinnert sich nur nicht mehr daran? Und warum taucht plätzlich überall seine verstorbene Frau auf?

Meine Meinung
Das zweite Buch von Fitzek für mich - und wieder ein geniales Buch! Man wird direkt in die Handlung hineingezogen und Fitzeks fesselnder Schreibstil bewirkt, dass man sich nicht nur genau mit Marc identifizieren kann, man fühlt mit ihm, ist mit ihm verwirrt, verängstigt und von den Ereignissen total überfordert. Ein Spannungshöhepunkt jagt den anderen und anstelle von Erklärung bekommt man nur immer wieder neue Informationen, die scheinbar gar nicht ins Bild passen wollen.
Parallel zu Marcs eigener Geschichte gibt es noch einen zweiten Handlungsstrang, in dem man seinen Bruder Benny begleitet. Dieser leidet unter dem HSP-Syndrom - er ist eine hypersensibele Person, hat ein unnatürlich ausgeprägtes Mitgefühl und ist deshalb immer kurz vorm Durchdrehen, weil er ständig allen Menschen helfen will. Schon vor langer Zeit ist er in die kriminelle Schiene abgerutscht und hat sich von den falschen Leuten Geld geborgt. Da er es nicht zurückzahlen kann, hat er jetzt deren Schläger an der Backe. Die Brüder haben sich vor langer Zeit zerstritten, doch jetzt wo beide riesengroße Probleme haben, finden sie wieder mehr oder weniger zueinander und die Handlungssträge werden von Fitzek auf eine tolle Weise miteinander verbunden.
Was ich auch noch sagen möchte, obwohl ich weiß wie abgedroschen das klingt, ist, dass mich dieses Buch wirklich zum Nachdenken gebracht hat. Eigentlich hasse ich diesen Satz in Rezis, aber diesmal ist es gerechtfertigt, finde ich. Die Frage, ob ich mein Gedächtnis wirklich löschen lassen würde, also nur die schlechten Erinnerungen, hat mich sehr beschäftigt. Ich bin zu dem Schluss gekommen (wie übrigens Fitzek selbst auch, wie er im Nachwort ausführt), dass das für mich nicht in Frage käme. Zum Glück ist mir zwar noch nie sowas traumatisches passiert, wie Marc in der Story, aber ich denke trotzdem, dass vergessen keine Lösung sein kann. Ich finde, Erinnerungen machen die Persönlichkeit aus. Und wenn man die schlechten einfach eliminiert, wie kann man dann aus seinen Fehlern lernen und zu der Person werde, die man eben ist? Wer weiß, wie ich darüber denken würde, wenn ich tatsächlich eine so krasse Erinnerung hätte, wie Marc, die mach wahnsinnig macht und keine Ruhe lässt. Aber dazu fällt mir ein Zitat von Khalil Gibran ein. Er sagte: Das Leid brachte die stärksten Seelen hervor. Die allerstärksten Charaktere sind mit Narben übersäht.
Sehr passend zum Thema wie ich finde.
Gut, also dieser herausragende Thriller erhält von mir 4 Wölkchen  (den kleinen Abzug muss ich wegen dem ein bissch zu glatten Ende geben; dort hat das Buch für mich ein bisschen geschwächelt)


10.12.2011

Music Day Saturday N°4

Heute ein bisschen später aber trotzdem noch rechtzeitig Numéro 4 des Music Day Saturday :D
Wie immerhin schon seit einem Monat (Jubiläum! :P ) jeden Samstag poste ich meine Top-3-Lieblingslieder der Woche. Die Idee dazu stammt nach wie vor von Jessy und ist nach wie vor eine tolle Sache. Über Beteiligung freut sie sich immer und auch ich finde es total interessant zu erfahren, was meine lieben Blogger-Kollegen/innen gerne hören :)

Tatsächlich muss ich zugeben, die letzte Woche kaum bewusst Musik gehört zu haben (erwähnte ich bereits, dass ich in einer enorm stressigen Phase feststecke?) und im Prinzip nur Radio lief. Ich hatte also Null Einfluss auf die Songwahl und bin deshalb auch absolut unschuldig an meinen Ohrwürmern. Das muss an dieser Stelle betont werden, vor allem gegen eins der unten stehenden Lieder singe ich normalerweise lautstark etwas anderes an, um es bloß nicht hören zu müssen. Aber momentan gefällt es mir; wofür ich mich etwas schäme, aber was will man machen? ;D
So, genug gelabert, hier die Musik:

1. Gossip - Heavy Cross
*It takes twooohoooo*


2. Stone Sour - Say You'll Haunt Me
Gut, das kam nicht im Radio. Aber ich liebe es trotzdem. Immer. Weil Corey Taylor der beste ist & ich ihn heiraten würde, wenn er jünger wäre xD


3. Stanfour - All the Lovers
So, das ist es nun...ich steh grade einfach drauf und weiß nicht wieso ;P Ist aber nur ein sentimentaler Anfall, hoffe ich :D

Und das wärs auch schon. Ob ich es bereuen werde, mich als Stanfour-Hörerin geoutet zu haben? Ich hoffe nicht ;P Sind ja auch ganz putzig die Jungs :)

06.12.2011

[Gerede] Fatal Error

Was passiert, wenn sich zu der allgemein ausbrechenden vorweihnachtlichen Hektik noch enormer Unistress hinzugesellt?
Richtig; dieses:



Und was passiert des weiteren? Ich fange wieder an, sinnlose Blogposts zu erstellen, um mich von der Arbeit abzulenken. Oder ich bastele stilisierte Schneeflocken, um sie an mein Fenster zu hängen. Oder ich beantworte endlich mal alle meine Mails, denn - man möge es nicht glauben - ich bin ziemlich schreibfaul und "sammele" erstmal einen Haufen an Mails an und beantworte sie dann in einem Ruck.
Und was bringt das?
Im Grunde genommen gar nichts, außer ein schlechtes Gewissen.
Denn ich habe jetzt zwar eine wundervoll winterliche Dekoration, aber die gefühlten 1000 Seiten Abhandlung muss ich immernoch lesen; Weihnachtsgeschenke immernoch kaufen (bzw. mir erstmal überlegen, was ich eigentlich kaufen werde), Handouts müssen nach wie vor erstellt werden und die Essays harren der Ausformulierung. Und das alles lastet so stark auf meinen Schultern, dass ich bei dem bloßen Gedanken daran schon wieder eine Pause brauche.
Also habe ich zwei Dinge getan:
1. einen Belohnungsnagellack gekauft (lila ♥) für die ganze Arbeit, die ich noch haben werde
2. beschlossen, dass Pausen wichtig für den kreativen Prozess sind. Und deshalb nötig und legitim. Auch, wenn ich dadurch doppelt so lange an einer Sache sitze und auch mal eine Nachtschicht einlege - was heute der Fall sein wird; muss morgen ja auch erst um 8 Uhr wieder aufstehen.
Denn betrachten wir das ganze mal realistisch, ist das Fassungsvermögen (m)eines Hirns nun einmal begrenzt. Und bei zu viel Input spielt es mal gerne ne Runde Windows 98 und stürzt ab. Da hilft dann nur, geduldig warten, bis es wieder hochgefahren und bereit ist , die maximale Denkleitsung zu vollbringen. Solange kann man sich dann auch gerne mit geistig anspruchsloseren Sachen beschäftigen. Auf den richtigen Ausgleich kommt es an.
Und mit dieser Lebensweisheit schließe ich nun und wünsche euch noch einen schönen Nikolaus-Abend, der hoffentlich entspannter wird als meiner ;)

04.12.2011

[Stöckchen] Stöckchen: 8x4

Diese Woche habe ich bei Nica ein ganz tolles Stöckchen aufgefangen und jetzt endlich Zeit (okay, eigentlich nicht, ich drücke mich gerade vor dem Berg an Arbeit, der noch vor mir liegt), mich damit zu befassen und es weiterzuwerfen.Es ist das erste Stöckchen auf diesem Blog, das nichts mit Büchern zu tun hat - quasi eine Premiere :)


4 Jobs, die du in deinem Leben hattest:
* Zeitungsausträgerin (mit einem Stundenlohn, der an Sklavenhaltung grenzte)
* Aushilfe in einer Bücherrei ( *.* )
* Mädchen für alles in einem Museum
* Studentin (jaaa, das ist Arbeit^^)

4 Filme, die Du Dir immer wieder anschauen kannst:
* Sleepy Hollow
* Mulan
* Dirty Dancing
* Butterfly Effect

4 Orte, an denen Du gewohnt hast:
* Dörfchen im Saarland
* anderes Dörfchen im Saarland
* Stadt in Schleswig - Holstein
* immer zu Hause ;)

4 Serien, die Du gerne siehst:
* Scrubs
* How I met your mother
* Big Bang Theory
* Vampire Diaries

4 Plätze, an denen Du in Urlaub warst:
* Barcelona ♥
* Montpellier
* allgemein querbeet durch Frankreich
* uuuund querbeet in England

4 Webseiten, die Du täglich besuchst:
* Facebook
* web.de
* mein liebstes Bücherforum
* natürlich mein Blog ;)

4 Deiner Lieblingsessen:
* Schneebällchen (kennt das überhaupt jemand? xD )
* Pikanter Scherenzopf
* Milchreis
* Pfannkuchen

4 Plätze, an denen Du im Augenblick gerne sein möchtest:
* bei meiner Familie
* in einer Badewanne (nie wieder zieh ich irgendwohin, wo es keine Badewanne gibt)
* irgendwo, wo es schneit, damit bei mir endlich Weihnachtsstimmung aufkommt
* aaach, hier ist es eigentlich auch ganz nett ;D

Wer möchte, kann sich das Stöckchen natürlich gerne mitnehmen. Ich bin gespannt auf eure Antworten ;)

03.12.2011

Music Day Saturday N°3

Und schon wieder ist eine Woche vorbei und somit wird es Zeit für den dritten Music Day Saturday! :D
Die Idee zu dieser schönen Aktion stammt von Jessy und ich finde sie richtig super, weil es doch immer interessant ist zu sehen, was andere gerade gerne hören :) Außerdem kommt es meinem Geltungsdrang zugute, wenn ich einmal pro Woche publik machen kann, was bei mir so durch die Wohnung dudelt ;D

Diese Woche gibt es (verwunderlicherweise... ;D ) in meiner Playlist ein paar kuschelige Lieder passend zur Weihnachtszeit. Damit versuche ich mich seit genau 2 Tagen in Weihnachtsstimmung zu versetzte, was mir zugegebenermaßen noch nicht wirklich gelungen ist. Aber so einen zarten Hauch von weihnachtlichen Schwingungen verbreiten diese Lieder immerhin doch und deshalb genieße ich sie - und ihr hoffentlich auch :)
(Youtube und die liebe GEMA ärgern mich gerade übrigens, weshalb ihr diesmal keine eingebetteten Videos bekommt, sondern die Plattencover der jeweiligen CD's. Einfach draufklicken, euch zu grooveshark weiterleiten lassen und dann auf das jeweils erste Lied der Liste klicken. Müsste klappen und die Quali ist auch besser als bei Youtube^^)

1. Albert Hammond - Under the Christmas Tree
Mein absolutes Liebloingslied in der Vorweihnachtszeit - und das seit ca. 15 Jahren ;D


2. Train - Shake up Christmas
Falls euch das Lied irgendwie bekannt vorkommt...es ist das aus der CocaCola-Werbung :P


3. Red Hot Chili Peppers - Snow
Auf das es endlich schneie! ;D


Das wärs für diese Woche. Ich hoffe, das klappt mir der Weiterleitung und so... wenn nicht, sagt bescheid und ich versuche, eine andere Lösung zu finden. Und meine Lieder für nächste Woche sind vielleicht sogar mal nicht auf Youtube gesperrt und es läuft wieder wie gehabt :)
Ich wünsche euch morgen einen schönen zweiten Advent, ganz viele leckere Plätzchen und noch mehr tolle Musik :D

01.12.2011

Leserückblick: November 2011

Haaach, dieser Monat war vielleicht ein auf und ab. Eigentlich hätte ich viel zu viel Stress gehabt, um zu lesen - ganz zu schweigen von der Tatsache, dass ich nach gefühlten 1000 Seiten wissenschaftlicher Abhandlungen, die ich zur Zeit fast täglich für die Uni lesen muss, für "richtiges" lesen eigentlich gar keinen Nerv mehr hab.
Aaaaaber da ich einen kleinen Ausflug in die Heimat machen konnte (Mamas Essen wird mich für immer und ewig immer wieder zurück nach Hause ziehen ;D ), saß ich insgesamt ca. 20 Stunden im Zug und somit wurde oben erwähntes Defizit wieder ausgeglichen ;)
Aber genug gequatscht, hier die knallharten Zahlen:

Gelesen:
Nicholas Sparks - Bis zum letzten Tag
Melina Gerosa Bellows - Wunschgeflüster
Joseph Gelinek - Die Violine des Teufels
Jennifer Armintrout - Herrscherin des Lichts
Ian McEwan - Am Strand
Nina Blazon - Faunblut

In Seiten:
2313

Durchschnittsbewertung:
3,33 Wölkchen

Highlight des Monats:
Melina Gerosa Bellows - Wunschgeflüster

Entäuschung des Monats:
Nicholas Sparks - Bis zum letzten Tag

In Bildern:


Eigentlich kein schlechter Schnitt; wenn auch gut 300 Seiten weniger als letzten Monat. Aber unter den erschwerten Umständen schon in Ordnung :)

30.11.2011

[Rezi] Nina Blazon - Faunblut


Erscheinungsjahr: 2008
Genre: Jugend-/Fantasyroman
Seitenzahl: 478


Teaser: 
Sie spürte kaum, wie sie die Finger in die Fensterbank krallte. Ihr Spiegelbild im Fluss hatte die Hände vor das Gesicht geschlagen und weinte. "Ich weiß", murmelte Jade. "Ich habe auch Angst".





Handlung
In Jades Heimatstadt brodelt es. Die alleinige und diktatorische Herrscherin führt ein strenges Regime und wer sich dagegen stellt, wird kurzerhand aus dem Weg geräumt. Ihr nächsten Untergebenen ergötzen sich an dem Leid der einfachen Bevölkerung und so sind es ziemlich grausame Zustände, in denen Jade aufwächst. Aus diesem Grund existiert eine breite Untergrundbewegung in der Stadt, die sowohl das politische Ziel verfolgt, der Herrscherin ihren Thron zu entreißen, als auch in Form eines florierenden Schwarzmarktes beispielsweise, das entbehrungsreiche Leben ein bisschen angenehmer zu machen.
Plötzlich tauchen überall in der Stadt und in der Wila – ein Fluss, der durch die Stadt fließt und sozusagen ihr Wahrzeichen ist – Echos auf; Wesen ohne Blut und somit ohne Körper, über die bei den Bewohnern der Stadt die gräulichsten Geschichten kursieren, weshalb sie von allen gehasst werden. Doch Jade sieht in diesen Echos mehr als nur die mordenden Monster. Irgendetwas verbindet sie mit ihnen und sie kann sich nicht vorstellen, dass Echos nichts als seelenlose Mörder sind, wie es die Geschichten erzählen. Also versucht sie, so viel wie möglich über diese Wesen herauszufinden. Parallel dazu ziehen in das Hotel, das Jades Vater betreibt, Jäger ein, die darauf spezialisiert sind, Echos aufzuspüren und zu vernichten. Als Gäste der Herrscherin haben sie haben sie alle Mitarbeiter in ihrer Hand, denn ihr Wort zählt fast ebenso schwer, wie das der Herrscherin selbst. Einer dieser Jäger ist Faun, ein verschlossener, arroganter Typ, mit dem sich Jade ziemlich schnell anlegt. Doch nach einiger Zeit entwickeln sich Gefühle zwischen den beiden und sie verlieben sich ineinander. Eine Beziehung entsteht, die von Anfang an unter mehr als schlechten Sternen steht, denn in dem herannahenden Krieg werden Jade und Faun an der jeweils anderen Front kämpfen.

Meine Meinung
Mit diesem Buch hat die Autorin einen in sich abgeschlossenen Roman geschaffen, was mir gerade in diesem Genre zur Zeit sehr bemerkenswert erscheint.
Es geht um die junge Jade, die in einer fremdbestimmten und der Willkür einiger Weniger ausgesetzten Welt lebt. Ihr Vater hat dank seiner guten Beziehungen zur Lady – so nennt sich die Herrscherin – die Genehmigung erlangt, ein Hotel am Rande des Flusses zu führen. Dieses läuft nicht besonders gut, aber die beiden und Lillin die Köchin kommen über die Runden. Jades Leben besteht hauptsächlich darin, ihren Vater im Hotel zu unterstützen und den Fährleuten, die wie eine Familie für Jade sind am Fluss zu helfen, wenn Waren ankommen oder sonstige Arbeit ansteht. Oft besucht sie auch den Schwarzmarkt, weil viele Dinge, die man im Alltag braucht, regulär einfach nicht zu bekommen sind. Es gelingt der Autorin hier sehr gut, die Lebensumstände der Stadtbewohner darzustellen, die Trostlosigkeit und Resignation. Bei einem solchen nächtlichen Ausflug zum Schwarzmarkt jedenfalls geschieht dann etwas seltsames. Jade und Lillin sind auf der Flucht vor einem Echo, das die beiden aufgespürt hat und verfolgt. Gleichzeitig müssen sie aber auch vor den Jägern der Lady flüchten, die zwar eigentlich dem Echo auf der Spur sind, aber auch den Schwarzmarkt sprengen, wenn sie ihn entdecken. Durch eine Verkettung der Umstände passiert es, dass das Echo vor Jades Augen getötet wird und das ist ein Schlüsselmoment für Jade. Sie, die sie ja selbst vor den Jägern, die das Echo umgebracht haben, weggelaufen ist, fühlt mit dem Echo mit und empfindet Mitleid mit ihm. Auf einmal kann sie sich gar nicht mehr vorstellen, dass Echos einfach von Natur aus die Feinde der Menschen sein sollen. Also beginnt sie damit, so viel wie möglich über sie in Erfahrung zu bringen. Antworten sucht sie zunächst bei dem verrückten Ben, der schon über 100 Jahre alt ist und zunächst ihre einzige Hoffnung ist. Doch dann werden spezielle Jäger aus dem entfernten Nordland im Hotel einquartiert; extra von der Lady engagiert, um die Echos ein für allemal auszumerzen. So sitzt Jade quasi an der Informationsquelle – auch, wenn sie ziemlich abgelenkt ist zu ihren Gefühlen für Faun, der einer der Jäger ist und mit dem sie von Anfang an so ihre Differenzen hat. Doch natürlich verlieben sich die beiden ziemlich schnell ineinander und kommen auch wider besseren Wissens zusammen.
Dabei nimmt der Teil der Liebesgeschichte einen vergleichsweise geringen Raum ein, was mir sehr gut gefallen hat. Hauptsächlich geht es in der Story darum, die Geheimnisse der Echos aufzuklären, die Machtverhältnisse zu durchschauen und gegen die herrschenden Zustände zu kämpfen, weil sie untragbar sind – auch wenn die Aussicht auf einen Sieg nur gering erscheint. Dabei wird genau der richtige Mittelweg gefunden; die Handlung bietet eine sehr ausgewogene Mischung aus der Jades Liebesleben und dem politischen Kampf, den es auszutragen gilt – zumindest für Menschen wie mich, die gegen Kitsch allergisch sind ;D. Jade muss für ihre Ideale einstehen, sich ihren Ängsten stellen und gut gehütete Geheimnisse ihrer Vergangenheit erfahren, bevor sie das Rätsel um die Echos lösen und die Rebellion gegen die Lady unterstützen kann.
Der Schreibstil der Autorin ist, um es in einem Wort zu sagen, fluffig. Man kann ihm gut folgen, aber sie schreibt nicht total anspruchslos. Die Welt, die sie skizziert, ist für den Leser direkt greifbar, weil eine absolut glaubwürdige Atmosphäre geschaffen wird. Man hört richtig das Plätschern des Flusses, die Rufe der Jäger und auch Jades Gedanken sind sehr einfühlsam dargestellt. Die Charaktere an sich sind vielleicht ein bisschen prototypisch, aber darüber kann man hinwegsehen, weil sie dann eben doch nicht immer das machen, was man von ihnen erwartet. Das sorgt für Spannung, überraschende Wendungen und macht die Geschichte authentisch.
Für mich also ein absolut gelungenes Buch, das von mir 4 Wölkchen und eine uneingeschränkte Leseempfehlung für alle Fantasy-Fans bekommt :)


26.11.2011

Music Day Saturday N°2

Auch wenn diese Woche nicht so viel los war im Haus des Wahnsinns (die Uni und diverse andere Aktivitäten meines Soziallebens lassen mir momentan wenig Zeit am Computer), gibt es trotzdem Numero zwei des Music Day Saturday :D
Die Aktion stammt von Jessi und bietet eine schöne Gelegenheit, seine Lieblingslieder in die Welt hinauszuschicken, ohne sie dabei lauthals schief und falsch (zumindest in meinem Fall ;D ) mitzugrölen. Beziehungsweise bekommt es keiner mit, wenn man es doch tut ;)
Da ich zu der Sorte Mensch gehöre, die sich im Prinzip nur unter Androhung körperlicher und psychischer Gewalt auf eine bestimmte Sache, welcher Art auch immer, festlegen können, gibt es auch diesmal wieder nicht ein einziges Lieblingslied, sondern drei :D

Bitteschön :)

1. Milow - Little in the Middle
Okay, ich gröle doch laut und schief mit xD

2. Gentleman - Superior
Macht mir immer Sommerlaune bei diesem Grau-in-Grau :)

3. Rolling Stones - Paint it black
Klassiker gibts bei mir auch manchmal

Soooo, ich habe fertig :D
Hoffe, ihr habt genauso viel Spaß beim Hören, wie ich ;)

22.11.2011

[Mini-Rezi] Jennifer Armintrout - Herrscherin des Lichts

Erscheinungsjahr: 2011
Originaltitel: Queene of Light
Genre: Fantasy
Seitenzahl: 347


Teaser:
Als er abermals einem Hieb auswich, konnte er einen kurzen Blick auf das Wesen werfen, und Wut begann in seinen Adern hochzukochen. Die Lichtquelle über ihrem Kopf warf einen goldenen Schimmer auf ihre flammend roten Haare,die hinter ihr auf und nieder hüpften, während sie ihren kriegerischen Tanz fortführte.




In diesem Trilogie-Auftakt wird die Geschichte der jungen Ayra erzählt, die halb Elfe und halb Mensch ist und ihren Platz in einer zerrütteten Welt finden muss.
Von den Menschen in den Untergrund der Erde verbannt, leben die Kreaturen der Lightworld und der Darkworld unter ständiger Anspannung. Jeder misstraut jedem und versucht, seine Machtposition zu festigen. Mitten drin begegnet Ayra, die vor kurzem erst in die Gilde der Assassinen der Lightworld aufgenommen wurde und in deren Auftrag Dämonen und andere Monster der Lightworld aufspürt und vernichtet, Malachi. Dieser bringt ebenfalls den Tod über die Kreaturen der Unterwelt; allerdings arbeitet er für die berüchtigten und gefürchteten Todesengel. Da Ayra und Malachi also aus verfeindeten Lagern kommen, ist ein Kampf quasi vorprogrammiert. Was allerdings nicht vorhersehbar ist: Weil Ayra halb menschlich ist und Unsterbliche zu Sterblichen werden, wenn sie Menschen berühren, wird Malachi seine Fähigkeit genommen und er muss ich von jetzt an als Mensch durchschlagen. Und noch etwas ist bei der Verwandlung Malachis passiert: zwischen ihm und Ayra entsteht eine sehr starke Verbindung, für die beide bereit sind, ihr Leben zu riskieren.

Wie vielleicht schon ein bisschen angedeutet, ist dieser Fantasy-Roman nicht das anspruchsvollste, was man lesen kann. Allerdings vereint die Geschichte Spannung, Action und Gefühl in einer sehr einnehmenden Art und es ist auf jeden Fall ein unterhaltsames Buch. Die Handlung beschränkt sich nicht nur auf Ayras und Malachis Liebesbeziehung - im Gegenteil befindet sich diese eher an zweiter Stelle der Haupthandlungen. Es geht auch noch um Intrigen am königlichen Hof, den Versuch, seinen Platz un der Welt zu finden und noch einiges mehr. Ein schöner Anfang zu einer Reihe, der von mir mit guten 3 Wölkchen ausgezeichnet wird :)




An dieser Stelle noch einem vielen lieben Dank an Rory von Rory's Bücherkiste, die das tolle Zitate-Gewinnspiel veranstaltet hat, bei dem ich dieses Buch gewinnen konnte :D

19.11.2011

Music Day Saturday N°1

 Ab jetzt wirds musikalisch :)
Immer samstags poste ich für eine zeitlang meine absoluten Lieblingslieder der Woche. Das ganze nennt sich Music Day Saturday und wurde von der lieben Jessi von Jessi loves Music and Books ins Leben gerufen und beinhaltet Ohrwurmgarantie ;) Bis jetzt machen zwar noch nicht so viele mit, aber ich denke, die Idee ist toll und vielleicht findet ja auch ihr Gefallen daran und teilt uns anderen mit, welche Lieder ihr gerade gerne hört.

Eigentlich sollte ich mich im Rahmen der Aktion für ein Lied entscheiden. Weil mir das aber unglaublich schwer fällt, habe ich beschlossen, das ganze auf drei Stück auszuweiten - ich hoffe, das wird mit verziehen ;D

Und hier sind sie, meine Top-3-Lieblingslieder der Woche:

1. Sunrise Avenue - I don't dance
Das höre ich im Moment rauf und runter :D

 

2. Bullet for my Valentine - No easy way out
Eins meiner absoluten Lieblingslieder von einer meiner absoluten Lieblingsbands :)


3. Marlon Roudette - New Age
Und zum Abschluss noch was fürs Herz ;)



So, das ist ein kleiner Auszug aus meiner Playlist ;) Zu Jessis musikalischem Samstag kommt ihr hier. Viel Spaß beim reinhören ♥

18.11.2011

[Rezi] Joseph Gelinek – Die Violine des Teufels

Erscheinungsjahr: 2011
Originaltitel: El violín del diabolo
Genre: Thriller
Seitenzahl: 475

Teaser:
Perdomo stellte schon beim Anfangsallegro fest, dass Larazzábals Violine eine hypnotisierende Wirkung auf ihr Publikum ausübte, das ihre virtuosen Pirouetten mit angehaltenem Atem verfolgte, als wäre sie eine jener unglaublichen Trapezkünstlerinnen des weltberühmten Cirque du Soleil.




Handlung
Kriminalkommissar Perdomo und sein Sohn Gregorio sitzen im Konzertsaal des großen Auditorio Nacional in Madrid. Gregorio ist ein sehr musikbegeisterter Junge, der ein großes Talent an der Geige besitzt. Nun besucht er mit seinem Vater das Konzert einer der besten Violinistinnen der Welt: Ane Larrazábal. Nach ihrem beeindruckenden Solo wird die Musikerin in der Konzertpause tot in einem der Übungsräume gefunden – stranguliert und auf der Brust mit ihrem Blut das Wort „Teufel“ in arabischen Schriftzeichen geschrieben. Sofort fällt der Verdacht auf islamistische Terroristen. Perdomo, der als erster Polizist am Tatort war, wird mit dem Fall betraut und stellt schnell fest, dass es sich dabei um eine falsche Fährte handelt, die die Ermittlungen vom wirklichen Täter ablenken sollen. Doch wer hat die junge Musikerin auf dem Höhepunkt ihrer Karriere ermordet? Nur eins ist sicher: Wer auch immer die Tat begangen hat, er ist jetzt auch im Besitz der Violine, mit der das Opfer ihre größten Erfolge gefeiert hat und die die berühmt berüchtigte Stradivari des großen Paganini persönlich gewesen sein soll. Nicht nur, dass diese Geige mehrere Millionen Dollar wert ist, es ranken sich auch düstere Geschichten um das Instrument. Angeblich konnte Paganini nämlich nur deshalb solch überragende Kunststücke damit vollbringen, weil er einen Pakt mit dem Teufel persönlich geschlossen hatte und dieser sich nach dessen Tod auf die Geige übertragen hat.

Meine Meinung
Eine weltberühmte Geigerin wird ermordet aufgefunden. Ihr wertvollster Besitz, eine echte Stradivari, ist verschwunden. Auf Grund dessen ist der ermittelnde Kommissar gezwungen, tief in die Materie der klassischen Musik, der Instrumentengeschichte und in das ziemlich gnadenlose Business der Orchestermusik einzutauchen. Hierbei gelingt es dem Autor, auch für Laien verständlich zu schreiben. Zwar werden einige Fachbegriffe nicht erklärt, sind aber auch nicht weiter wichtig für den Verlauf der Handlung und wurden somit von mir gekonnt überlesen. Einiges wird aber durchaus auch erläutert, sodass man dieses Buch auch gut als kleine Auffrischung der Allgemeinbildung betrachten kann.
Perdomo, der ermittelnde Kommissar steht ziemlich unter Druck in diesem Fall schnell Ergebnisse zu liefern, da das Medieninteresse bei einer so berühmten Persönlichkeit natürlich riesig ist. Jeder noch so kleinen Spur muss er nachgehen, auch wenn er als sehr rationaler Mensch nicht an Flüche oder Teufel glaubt. Da aber viele Menschen im unmittelbaren und auch entfernten Umfeld der Geige davon überzeugt sind, dass das Instrument verflucht ist, weil alle Besitzer – angefangen bei Paganini selbst – eines gewaltsamen Todes gestorben sind, schaltet er mehr aus Neugierde als aus Überzeugung, eine Parapsychologin ein, die ihn unterstützten soll. Und diese fördert wirklich erstaunliche Ergebnisse zu Tage und nicht nur diesem Zusammenhang bekommt man als Leser Gänsehaut bei einigen Passagen.
Auch ansonsten kann man sagen, dass der Schreibstil zwar nicht der allerspannendste ist, ich zumindest aber sehr gut unterhalten wurde und gefesselt war. Es gibt immer wieder kleine Einbrüche, aber diese sind wirklich nur ganz kurz und schnell geht die Geschichte wieder actionreich weiter. Vor allem am Ende legt das Tempo noch einmal ordentlich zu und ich konnte das Buch kaum noch aus der Hand legen. Neben den Ermittlungen laufen parallel noch mehrere Nebenerzählungen, die der Geschichte Leben einhauchen und sie authentisch machen. Sei es nun zum Beispiel ein kleiner Ausflug zu einem Geigenbauer oder in Perdomos Vergangenheit, als seine Frau bei einem Unfall ums Leben kam; einem Schicksalsschlag, den er und sein Sohn noch nicht wirklich verarbeitet haben.
Insgesamt also für mich eine solide Leistung; die Geschichte verwebt fundiertes musikalisches Fachwissen mit einem spannenden Ermittlungsfall, mysteriösen Begebenheiten und überraschenden Verschwörungen. Für mich war das Setting der Handlung in das Auditorio Nacional in Madrid sehr interessant und begeistert hat mich auch den Einblick aus erster Hand in das „Geschäft“ der klassischen Musik, das ich mir nicht so krass vorgestellt habe. Was ich auch sehr gelungen finde, ist die teilweise Verarbeitung echter historischer Begebenheiten in dem Roman, auf die der Autor sagar ganz am Anfang extra noch einmal hinweist.
Von mir gibt es schöne 3 Wölkchen