31.07.2011

Wiederholungstäter

21:25 0 Comments
Es gibt ja ganz unterschiedliche Arten von Bücherliebhabern. Und einige Themen, die wirklich polarisierend sind: Ob man seine Bücher verleiht zum Beispiel. Oder ob man sich selbst Bücher ausleiht - aus Bibliotheken, von Freunden, oder ob man sie unbedingt selbst besitzen muss. Darf man Büchern ansehen, dass sie gelesen wurden, oder müssen sie danach noch aussehen wie neu?
Und dann gibt es natürlich noch die Frage, ob man Bücher nur einmal liest - schließlich gibt es so viele gute Bücher auf der Welt, dass zum wiederholten Lesen einfach die Zeit fehlt, oder ob man sie immer und immer wieder vornimmt. Ich gehöre eindeutig zur zweiten Gruppe. Meine Lieblinge nehme ich oft wieder zur Hand und lese sie von vorne bis hinten komplett durch. Es macht mir unheimlich viel Spaß, denn bei jedem Lesen entdecke ich irgendeine Kleinigkeit, die mir vorher nicht aufgefallen ist. Außerdem kommen mir die Personen fast schon vor wie alte Freunde; viele Bücher verbinde ich mit einer gewissen Zeit in meinem Leben und wenn ich sie dann wieder lese, kommt so manch vergessen erschienene Erinnerung zurück. Ein paar Bücher habe ich so oft gelesen, dass ich sie wirklich regelrecht auswendig kann. Die Harry-Potter-Reihe fällt mir da als erstes ein. Und direkt danach die Boston-Jane-Reihe, die ich in der achten Klasse zum ersten Mal gelesen hab und die mir immernoch super gut gefällt (vielleicht bin ich auch einfach in meiner Entwicklung stehen geblieben ;D ) Aber noch einige andere stehen auf der Liste meiner persönlichen Evergreens. Um die Top Drei vollständig zu machen, sei hier nur noch Michael Endes Unendliche Geschichte erwähnt, was wahrscheinlich eins der ersten Bücher sein wird, das ich meinen Kindern vorlesen werde :)
Also, lange Rede, kurzer Sinn: es gibt zwar unheimlich viele tolle Bücher, die ich gerne noch lesen möchte; aber trotzdem müssen meine Schätze hin und wieder ein Come-Back auf meiner Leseliste haben; tolle Bücher haben es verdient, mehrmals gelesen zu werden ♥

27.07.2011

[Rezi] Ian McEwan - Abbitte

10:02 0 Comments

Kurzbeschreibung von Amazon
Die 13-jährige Briony Tallis hat sicher viele Talente. Eins davon ist ihre rege Fantasie. Ein Theaterstück will das junge Mädchen inszenieren im Landhaus der Familie, in jenem heißen Sommer 1935, der die Gemüter und Gefühle aller so sehr erhitzt. Warum sonst sollte sich Brionys Schwester Cecilia am Brunnen mit Robbie treffen und derart merkwürdige Dinge tun? Warum benutzt Robbie ein derart unflätiges Wort? Und was ist da am Abend Schreckliches im Garten geschehen? So schreibt das Schicksal ein ganz anderes Drama in Ian McEwans Abbitte, in dem Briony mit ihrer großen Fantasie eine eher tragische Rolle spielt. Denn sie deutet die Situation völlig falsch und zerstört durch eine Anklage gleich mehrere Menschenleben. Als Briony bereits eine erfolgreiche Schriftstellerin geworden ist und begreift, wie falsch ihre Anschuldigungen gewesen sind, ist es bereits zu spät.

Meine Meinung
Wir befinden uns in England, im Jahr 1935, auf dem Anwesen der Familie Tallis. Jüngstes Mitglied ist die 13-jährige Briony, die sich für eine herausragende Schriftstellerin hält und sich viel in ihrer Fantasiewelt aufhält. Ihrem Bruder Leon hat sie anlässlich seiner Heimkehr ein Theaterstück geschrieben, das sie an diesem Tag mit ihrer Cousine Lola und deren Brüdern – den Zwillingen Jackson und Pierrot – einstudieren möchte.
Währenddessen versucht sich ihre ältere Schwester Cecilia, die während der College-Ferien nach Hause gekommen ist, darum zu kümmern, dass alles für die Ankunft ihres Bruders, der von seinem Freund Paul Marshall begleitet wird, bereit ist. Dabei wird sie abgelenkt von Gefühlen und Gedanken, die sie zunächst nicht einordnen kann. Robbie Turner, der Sohn der Haushälterin des Anwesens und Günstling von Cecilias Vater, schwirrt in ihren Gedanken nicht mehr als alter Kindheitsfreund herum, sondern als etwas, das sie nicht einordnen kann. Die beiden treffen an diesem Tag mehrmals aufeinander und irgendwann wird beiden klar, dass sie mehr als Freundschaft füreinander empfinden. Als Briony die beiden dann kurz vor dem Abendessen in einer eindeutigen Situation überrascht, ist das nur das Tüpfelchen auf dem i für die allzu von sich selbst überzeugte 13-jährige, die denkt, dass sie alles versteht und alles richtig interpretiert. Aber da ihr Empfinden das eines Kindes ist – auf dem Weg zum Erwachsensein sicher, aber eben nur auf dem Weg dahin – deutet sie die Situation ungerechtfertigterweise als Angriff auf ihre Schwester, die sie beschützen muss vor dem obszönen Robbie.
Als dann die Zwillinge in der Nacht ausreißen und alle Anwesenden losgehen, um sie zu suchen, nimmt das Unglück seinen Lauf: in der Dunkelheit wird Lola überfallen und missbraucht. Briony kommt dazu und der Angreifer verschwindet. Sie kann nur einen Schatten erkennen, der ihr vage bekannt vorkommt, und später wird sie aufgrund der ganzen kleinen und großen Ereignisse des Tages standhaft behaupten, Robbie Turner erkannt zu haben.
Dieser wird verhaftet und wegen Brionys Aussage – unschuldig, wie selbst sie in ihrem Inneren weiß – zu einer Gefängnisstrafe verurteilt.

Damit endet der erste Teil des Romans. Die Zeitspanne der Handlung beschränkt sich auf einen einzigen Tag, dessen Ereignisse aus den Blickwinkeln verschiedener Personen erzählt wird. Dadurch, und durch die klare, detaillierte Sprache, entsteht eine dichte Atmosphäre; man spürt die Trägheit, die drückende Hitze dieses Sommertages, aber auch die Gefühle der Figuren. Das essentielle für die Geschichte spielt sich sowieso im Inneren der Personen ab; ihre Gedanken und Empfindungen sind es, auf denen im ersten Teil der Fokus liegt, sie tragen die Handlung und führen zu dem Verlauf. Deshalb wird es auch nicht langweilig, immer mehrmals das selbe Geschehen zu lesen, denn durch den Perspektivenwechsel bekommt es jeweils einen anderen Beigeschmack, ein anderes Deutungsmuster liegt ihm zu Grunde. Wichtig sind viele kleine Einzelheiten, die sich am Ende zu der Gesamttragik fügen und die Geschichte so interessant machen.

Der zweite Teil beginnt mit einem abrupten Wechsel. Es sind einige Jahre vergangen und Robbie befindet sich nach seinem 3-jährigen Gefängnisaufenthalt in Frankreich, mitten im Krieg. Cecilia ist mittlerweile Krankenschwester und hat sich vollständig von ihrer Familie losgesagt, die geschlossen an Brionys Aussage geglaubt hat und in Robbie nur noch den Vergewaltiger sehen wollte. Cecilia dagegen ist von seiner Unschuld überzeugt und wartet auf ihn, damit sie nach dem Kriegsdienst endlich zusammen sein können.
Und auch hier wieder eine grandiose, authentische Stimmung! Das unvorstellbaren Grauen des Krieges werden so stark geschildert, dass ich teilweise das Buch aus der Hand legen wollte, es aber nicht konnte, weil es mich zwar abgestoßen, aber gleichzeitig gefesselt hat.

Im dritten Teil dann erfährt man mehr über die nun 18-jährige Briony, die zwar immernoch schreibt, aber hauptberuflich Lernschwester in einem Krankenhaus ist. Sie bereut mittlerweile ihre Falschaussage und versucht, jeden Tag durch harte Arbeit, Abbitte zu leisten. Auch mit ihren Texten und Romanen, die sie schreibt, wenn sie Zeit hat – der Krieg sorgt natürlich auch für enorm viel Arbeit in den Krankenhäusern – verarbeitet sie ihre Tat und bereut. Ihre Entwicklung vom ersten Teil bis hierhin ist eine 180°-Wende. Nichts mehr ist übrig geblieben von der verwöhnten Göre, die auf sich selbst fixiert alles in ihr Weltbild quetschen will.

Dann folgt der Schluss, der Epilog, in dem Briony als über 70-jährige Frau nochmal die Ereignisse, die ihr Leben für immer geprägt haben, reflektiert.

Abschließend kann ich nur sagen, dass mich dieser Roman wirklich sehr beeindruckt hat: schon die einzelnen Teile für sich genommen sind unglaublich gut und in sich (fast) geschlossene Kurzgeschichten. Jeder Teil ist geprägt durch einen anderen, der Handlung angepassten Stil: im ersten Teil eine gehobene, blumige Sprache und in den beiden anderen Teilen kristallklarer und detailreicher Realismus. Zusammen aber ergeben sie ein einzigartiges Ensemble und ein facettenreicher Roman, der mir wirklich an die Substanz gegangen ist.
Das war mein erstes Buch von Ian McEwan, aber es wird sicher nicht mein letztes gewesen sein.

23.07.2011

[Gerede] Let's go shopping! :D

20:22 0 Comments
Heute war es wettertechnisch ein ganz ganz übeler Tag. Dauerregen und Orkanwind. Nicht gerade ein ideales Wetter für die Samstagnachmittagsgestaltung.
Was bietet sich an solch einem Tag also mehr an, als eine schöne, ausgedehnte Shoppingtour im überdachten Einkaufszentrum? Rein zufällig hat sich das auch gerade sehr gut mit der Tatsache getroffen, dass ich nächste Woche zu einer Hochzeit eingeladen bin und noch nichts zum anziehen habe.
Doch auch wenn frau natürlich losgeht, um sich ein Kleid zu kaufen, ist das natürlich nicht mit einkaufen gleichzusetzten. Zwischen Shopping und Einkaufen muss ganz klar differenziert werden. Letzteres bedeutet gezielte Suche nach Dingen, die für den Alltag unabdingbar sind; also Getränke oder Schokolade oder Kaugummi zum Beispiel. Einkaufen soll keinen Spaß machen, es soll das Überleben sichern. Im Gegensatz zu Shopping. Shoppen nämlich kann eine Art Therapie sein oder ein Hobby, auf jeden Fall aber zählt es zum festen Bestandteil der Freizeitgestaltung. Egal ob real oder online, es dient der Entspannung, Erholung, Belohnung, ist soziale Interaktion und macht einfach Spaß.
Außer natürlich, man braucht tatsächlich ein gewisses Kleidungsstück. Wie in meinem Fall. Dann befindet man sich nämlich in einer dubiosen Schnittstelle zwischen den beiden genannten Arten des Geldausgebens: Zwar tingelt man von Laden zu Laden, sucht sich hier ein schönes Shirt und da einen süßen Cardigan, hat aber doch irgendwie eine Art Tunnelblick, die man sonst nur bei der Lebensmittelbeschaffung her kennt. So auch ich. Die ganze Zeit hielt ich Ausschau nach einem Kleid, dass meinen (ich gebe zu: harten) Kriterien entspricht: schick, aber nicht zu doll, kurz, aber nicht zu sehr und gedeckte Farbe, aber nicht zu langweilig. Jetzt gibt es in dieser Beziehung ja zwei Phänomene. Erstens: man findet genau das, was man sucht, nicht. Und zweitens: man findet wenigstens ein paar Sachen, und die passen einem dann nicht so richtig. Bei mir ist es eigentlich immer so, dass es einige total tolle Sachen gibt, die mich aber leider nicht 100%ig überzeugen können. Das finde ich ja viel schlimmer, als wenn man gar nichts findet. Da verhöhnt einen das Schicksal wenigstens nicht noch, indem es einem erst Hoffnung macht und diese dann bitter enttäuscht.
Nun gut. Ich bin also ausgezogen, ein Kleid zu besorgen und bin heimgekehrt mit einer kurzen Hose (wobei mir nicht ganz klar ist, wann ich die anziehen soll...vielleicht nächstes Jahr während des Spanienurlaubs ;D ) und einem Sweatshirt. Auch ein Shopping-Phänomen. Aber das werde ich beim nächsten Mal erläutern :)

20.07.2011

Neid

14:35 3 Comments
Hiermit gebe ich es zu: manchmal bin ich wirklich ein ganz schön eifersüchtiger Mensch. Gerade zerfrisst mich der Neid auf talentiertere und wortgewandtere Menschen als ich.
Auslöser hierfür ist wohl in gewisser Hinischt die Eröffnung dieses Blogs. Denn da er ja teilweise auch als "Bücher-Blog" dienen soll, habe ich mich mal in der Bücherblog-Welt umgesehen und dabei zu meinem Entsetzten festgestellt: bis ich soweit bin, meinen Blog als einen solchen bezeichnen zu können, ohne einen ironischen Unterton zu haben, wird noch einige Zeit ins Land gehen.
Es gibt vielleicht tolle Blogs in dieser Beziehung! Ich bewundere diese ganzen ausführlichen, aufschlussreichen Rezensionen, an die meine leider nicht herankommen. Obwohl ich mir Mühe gebe. Und deshalb bin ich extrem eifersüchtig.
Aaaaaaber hauptsächlich begeistern mich diese Blogs natürlich und ich versuche mich dran zu messen und weiterzuentwickeln. Schließlich ist noch kein guter Rezensent vom Himmel gefallen. Und irgendwann wird mein Schreibtalent vielleicht auch an die Oberfläche kommen :)

17.07.2011

[Gerede] Dekoration mal anders

17:28 0 Comments
Morgen fängt sie an... die schrecklichste, furchtbarste, grausamste und nervenaufreibenste Woche des ganzen Jahres: Montag, Mittwoch, Donnerstag und Freitag steht jeweils eine gemeine (und ich bin sicher, sie sind es) Klausur an, um uns Studenten kurz vor den Semesterferien noch einmal zu zeigen, wo der Hammer hängt.
Naja, jedenfalls habe ich auf Grund oben erwähnter Lage heute mein Zimmer umgestaltet; es quasi komplett neu tapeziert. Ich habe nämlich beschlossen, eine meiner Lerntechniken vom Abi wieder aufleben zu lassen: schreibe alles, was du nicht weißt, auf kleine Zettelchen und hänge diese genau dort auf, wo du dich am meisten aufhälst. Idealerweise lese sie jedes mal durch, wenn du daran vorbeigehst und staune darüber, wie einfach sich alles einprägt. So die Theorie. Gestaunt habe ich auch schon. Aber leider nicht über den grandiosen Erfolg dieses Plans, sonder darüber, was man alles nicht wissen kann. In meinem Fall kommt da nämlich eine ganze Menge zusammen. Und diese Menge baumelt nun an allen möglichen Stellen in meinem Zimmer: am und im Kleiderschrank, an der Garderobe, an der Tür, am Fensterrahmen, am Bücherregal, auf dem Laptop, und so weiter und so fort. Egal, wohin man blickt, irgendeine essentiell wichtige Information lacht einen an. Wobei ich eher das Gefühl habe, sie lacht mich aus. Aber egal. Jedenfalls dominiert diese alternative Dekorationsart mein ganzes Zimmer und ich habe mich wieder erfolgreich davor gedrückt, richtig konzentriert zu lernen.
Drücken gehört im Moment sowieso zu meinen Lieblingsbeschäftigungen. Es gibt aber auch immer soviel zu tun! Wäsche muss gewaschen werden, Geschirr will gespült sein, Arzttermine müssen abgemacht werden, nach all der Arbeit muss dann natürlich auch mal ein bisschen entspannt werden, dann muss die gewaschene Wäsche gebügelt, zusammengelegt und weggeräumt werden, Staub hab ich auch schon ewig nicht mehr gesaugt, und -oh- die Fenster sind ja ganz schmutzig. Außerdem hab ich Oma schon lange nicht mehr angerufen und meine ganzen Mails könnte ich auch mal wieder beantworten. Es gibt also sooooo viel zu tun, wann soll ich denn da noch lernen? Dass der ganze Kram normalerweise auch ewig liegen bleiben würde, ist ja nur zweitrangig. Selbst so ein Blogeintrag dient mir mittlerweile schon als Ausrede, um nicht zu lernen. Schließlich schreibt der sich auch nicht so mal eben zwischen Tür und Angel.
Es ist eine Tragödie. Ganz offensichtlich lasse ich mich viel zu leicht veräppeln - sogar von mir selbst!
Aber: ich habe das Kriegsbeil gegen den faulen Teil meines Gehirns ausgegraben und werde mich ihm stellen! Die Zettel sind schonmal ein guter Anfang, mich selbst reinzulegen, während ich mich selbst reinlege. Wenn ich nämlich sowieso gerade am Schrank stehe, um Wäsche einzuräumen, kann ich mir ohne großen Mehraufwand auch den Inhalt durchlesen. Haha! Psychologische Kriegsführung - man muss eben nur gewitzter sein als sein Gegner.
Und jetzt heißt es Informationen ins Kurzzeitgedächtnis kloppen. Und damit fange ich auch gleich an... sobald ich das Bügeleisen entkalkt habe ;)

[Rezi] Wendy Maas - Das Leben ist kurz, iss den Nachtisch zuerst

09:47 1 Comments

Inhalt (Klapptext)
An dem Tag, an dem Jeremy die rätselhafte Kiste mit der Post bekommt, ändert sich sein Dasein schlagartig. Mit dem Geschenk seines verstorbenen Vaters beginnt eine wilde Jagd nach vier Schlüsseln und dem Sinn des Lebens, die Jeremy quer durch New York führt. Doch was er am Ende findet, ist mehr, als er jemals zu hoffen gewagt hätte...

Handlung
Der fast 13-jährige Jeremy Fink ist ein introvertierter, zurückhaltender Junge, der vor allem Angst hat, was er nicht kennt und nicht erklären kann. Deshalb ist er ständig dabei, irgendetwas zu erforschen und sein Allgemeinwissen zu erweitern. Am meisten beschäftigt ihn die Idee von den Zeitreisen. Seit sein Vater vor fünf Jahren bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist, forscht Jeremy beständig an einer Möglichkeit, in die Vergangenheit zu reisen, um den Unfall zu verhindern. Seine beste und einzige Freundin Lizzy ist das komplette Gegenteil von. Sie ist aufmüpfig, frech und kein bisschen schüchtern. Trotzdem sind die beiden die dicksten Freunde.
Kurz vor seinem dreizehnten Geburtstag bekommt Jeremy eine mit vier Schlössern versehene Kiste, in die sein Vater einst den „Sinn des Lebens“ gepackt hat. Die Schlüssel sind allerdings leider nicht im Lieferumfang enthalten und so beginnt für Jeremy und Lizzy die Suche nach den vier Schlüsseln und vor allem nach Antworten auf die existenziellen Fragen des Lebens.

Meine Meinung
Obwohl die Inhaltsbeschreibung sehr metaphysisch klingt, braucht man sich davon nicht abschrecken zu lassen. Zwar ist die Frage nach dem Sinn des Lebens ein Kernthema des Buches, aber es wird nicht schwer verdaulich dargestellt, sondern locker und humorvoll. Daneben geht es auch um Freundschaft und Überwinden eigener Grenzen. Der Titel - das Lebensmotto von Jeremys Vater - impliziert ja schon den witzigen Charakter der Geschichte; und diese Erwartungen werden wunderbar erfüllt.
Darüber hinaus entwirft die Autorin wirklich einzigartige Persönlichkeiten, von denen jeder eine kleine oder große Macke hat und mit denen man sich deshalb sofort identifizieren kann (sofern man selbst etwas durchgeknallt ist ;D ).
Alles in allem eine schöne Lektüre für Zwischendurch: ein kurzweiliger, humorvoller, spannender Jugendroman, der auf sympathische Weise zum Nachdenken anregt.

16.07.2011

[Rezi] Jan Christophersen - Schneetage

21:58 0 Comments

Inhalt (Klappentext)
Vor der Kulisse der großen norddeutschen Schneekatastrophe um die Jahreswende 1978/79 erzählt Jan Christophersen eine packende Familiengeschichte. Darin schafft er unvergessliche Figuren und entwirft das beeindruckende Bild einer rauen Gegend voller Wasser, Sand und Schnee. Er erzählt von der Suche nach Identität in einer Familie, in der das Schweigen den Weg zueinander zu einer langen Reise werden lässt - atmosphärisch dicht, mit leisem Witz und einer kraftvollen, suggestiven Sprache.

Aufbau und Handlung
Der Roman gliedert sich auf in die Haupthandlung, die von mehreren Rückblicken unterbrochen wird.
Im Mittelpunkt der Geschichte steht Familie Tamm, die in dem kleinen Dörfchen Vidtoft, das genau an der Grenze zwischen Deutschland und Dänemark liegt, eine Gaststube besitzt und veruscht, ihr Leben zu meistern. Die beiden Protagonisten sind der Vater Paul Tamm und sein Ziehsohn Jannis. Letzterer erzählt die Geschichte aus der Ich-Perspektive. Er beginnt dabei mit einer Rückblende, in der er erzählt, wie Paul nach Jahren der Kriegsgefangenschaft nach Hause zurückkehrt und versucht, sich wieder in die Familie zu integrieren. Auch ist er bemüht das mehr schlecht als recht gehende Gasthaus auf Vordermann zu bringen, denn die Familie steckt in chronischer Geldnot. Das gelingt ihm auch zu einem gewissen Teil, aber irgendwann verliert er die Lust an der Gastronomie und widmet sich seiner großen Leidenschaft: der Archäologie. Er versucht, die versunkene Stadt Rungholdt aus dem Watt zu bergen und investiert fast seine gesamte Zeit und sehr viel Geld in diese Suche. Dadurch kühlt das Verhältnis zu seiner Frau und seinen beiden leiblichen Kindern Nane und Nils mehr und mehr ab, denn in der Zeit, die er im Watt oder mit der Auswertung seiner Fund verbringt, sind sie im Gasthaus auf sich alleine gestellt. Nur Jannis teilt Pauls Leidenschaft. Er ist der einzige, der mit Paul ins Watt fahren darf, um Gegenstände zu suchen, und der einzige, der bis zu einem gewissen Grad Pauls Beweggründe nachvollziehen kann.

Meine Meinung
Also, wirklich vom Hocker gerissen hat mich dieses Buch nicht. Wegen der häufigen Rückblenden fand ich es relativ schwierig, der Haupthandlung zu folgen. Teilweise waren die Beschreibungen für mich definitiv zu detailiert. An einigen Stellen ist das durchaus angebracht; wie etwa, wenn Christophersen die raue Landschaft an der Nordsee beschriebt, die Stürme, die Gezeiten und alles drumherum; da erzeugt er wirklich fantastische Stimmungen. Bei den Handlungen seiner Figuren allerdings könnte er auf ellenlange Ausführungen von mir aus gerne Verzichten. Auch bleiben einige - wie ich finde - essenzielle Fragen ungeklärt. Man erfährt zum Beispiel nicht, warum es für Paul nahezu lebenswichtig zu sein scheint, dieses versunkene Rungholdt zu finden.
Die Geschichte fand ich an sich ziemlich spannend und originell (zumindest habe ich noch keine vergleichbare Geschichte gelesen :) ), denn man weiß bis zum Schluss nicht, worauf sie am Ende hinauslaufen wird.
Alles in allem zwar kein Highlight für mich, aber ein durchaus lesenswertes Buch für zwischendurch.

[Rezi] Irene Ruttmann - Das Ultimatum

21:56 0 Comments

Inhalt (Klapptext)
Bleiben oder gehen?
Als im November 1958 Chruschtschow den Rückzug der aliierten Truppen aus Westberlin fordert, muss Jenny eine schwere Entscheidung treffen.

Handlung
Es ist das Jahr 1958, die Menschen flüchten in großer Zahl aus dem russischen Sektor von Berlin. Mittendrin in der DDR lebt Jenny; eine Germanistikstudentin an der Humboldt-Universität, die mit viel Interesse und Eifer ihr Studium verfolgen möchte, ohne sich an die Grenzen, die der Staat ihr aufzwingt, halten zu müssen. So sieht sie es zum Beispiel überhaupt nicht ein, warum sie keine französischen oder amerikanischen Autoren lesen dürfen. Zufällig fällt ihr dann in der Uni ein verbotenes Buch von einer franzöischen Marquise in die Hände, das alle Briefe an deren weggezogene Tochter enthält. Jenny kann sich unglaublich gut damit identifizieren, denn der Inhalt der Briefe, die Mutter und Tochter vor 250 Jahren geschrieben haben, ähnelt den Briefen zwischen Jenny und ihrer eigenen Mutter. So wird dieses verbotene Büchlein zu Jennys ständigem Ratgeber in allen Lebenslagen. Außerdem schmuggelt sie, wie viele andere auch, verbotene Bücher, Zeitungen und andere für sie wichtige Dinge von West- nach Ostberlin. Doch die Kontrollen werden immer strenger und die Angst, erwischt oder von jemandem aus den eigenen Reihen verraten zu werden, wächst ständig. Als die russische Regierung dann von den Alliierten fordert, Westberlin zu verlassen, stehen die beiden vor der schweren Entscheidung zu gehen, solange es noch möglich ist, oder zu bleiben und sich auf unbestimmte Zeit den Regeln und dem Druck des sozialistischen Staates zu beugen.

Meine Meinung
Gleich vornweg möchte ich loswerden, dass mich dieses Buch sehr beeindruckt hat. Die Autorin schafft es auf eine sehr feinfühlige Art, das Lebensgefühl vieler Menschen, die in der DDR gelebt haben, zu beschreiben. Die ständige Angst, dass man mit einem verbotenen Buch erwischt wird, der Druck von allen Seiten, dass man sich zur Einheitspartei bekennen muss und ansonsten schon gleich auf der roten Liste landet, was schließlich darin gipfelt, dass man Angst vor den eigenen Gedanken bekommt, weil sie dazu führen könnten, dass man verhaftet wird. So stelle ich mir das damals zumindest vor; selbst war ich ja nicht dabei (es würde mich aber wirklich interessieren, wie jemand, der diese Zeit dort selbst erlebt hat, zu dem Buch steht).
Wie schon erwähnt, ist die Protagonistin Jenny eine Studentin in Ostberlin. Sie ist gezwungen, so zu tun, als unterstütze sie die Einheitspartei und den sozialistischen Staat, in dem sie lebt. Dabei versucht sie ständig, nicht gegen ihre eigenen Moralbegriffe zu handeln, was sich an einer Universität voller eifriger Genossen, die gerne jeden Verdächtigen denunzieren, als äußerst schwierig darstellt. Während Jenny sich zu Anfang in die Welt der Bücher oder zu ihrer großen Liebe Robert flüchtet, und so wenigstens für einige Momente die Welt draußen verdrängt, muss sie sich im Laufe der Handlung eingestehen, dass bald die Entscheidung ansteht, zu bleiben, oder ihre Mutter, die so sehr an ihr hängt, und alle anderen Familienmitglieder und Freunde zu verlassen, und im Westen ein neues Leben zu beginnen. Weil das Buch ähnlich wie ein Tagebuch geschrieben ist, erhält man als Leser Einblick in die komplette Gedankenwelt von Jenny, die zwar teilweise ziemlich verworren und kompliziert zu verfolgen ist, aber sehr interessant und aufschlussreich die Stimmung widerspiegelt. Großartige Spannungsbögen gibt es nicht – es ist eher die Kontinuität der Alltagssituationen, die mich so gefesselt hat. Die Sprache ist schwer zu beschreiben. Auf der einen Seite sehr klar, fast schon analytisch, und auf der anderen Seite gefühlvoll und künstlerisch, sodass das Ambiente wirklich spürbar wird. Obwohl das Thema sehr politisch und/oder ideologisch angehaucht ist, wird darauf nicht herumgeritten; es findet keine Wertung der Systeme oder dergleichen statt, nichts wird pauschalisiert und die Geschichte kommt ganz ohne abgedroschene Klischees aus, sodass die Folgen des getrennten Deutschlands auf eine vorurteilsfreie Art greifbar gemacht werden.

[Stöckchen] Kleines Stöckchen

16:13 0 Comments
Dieses Stöckchen habe ich grade zufällig beim Festplatten-Räumen entdeckt. Leider weiß ich nicht, mehr, wo es herkommt. Aber es gefällt mir zu gut, als dass ich es verkommen lassen könnte ;)


1. Leser sind Katzenliebhaber.
Das bin ich auf jeden Fall; zum Glück für meine kleine Mietze ;)

2. Leser sind sonnenscheu.

Böses Vorurteil! In der Sonne ist Lesen doch gleich noch viel entspannender - ob am Strand, im Park oder im Schwimmbad, sobald die Sonne scheint, sitze ich draußen rum und lese :D

3. Leser sind Bauchmenschen

Hm...ich glaube, ich bin eher ein Kopfmensch. Zwar treffe ich manche Entscheidungen auch spontan nach Gefühl (wie z.B. die Frage, welche Eissorte ich möchte, oder auch, welches Buch ich als nächstes lese), aber wichtige Sachen lasse ich mir schon länger durch den Kopf gehen und treffe die Entscheidung dann auf Grund logischer Argumentation.

4. Leser sind romantisch
Jaaaaa... nein. Bin eher so der pragmatische Typ.

5. Leser sind so lange kinderlieb, bis das Lieblingsbuch mit Buntstiften verschönert wird.

Ich bin vorher schon nicht kinderlieb xD

6. Leser sind Sammler, nicht nur von Büchern.

Bloß nicht! Noch eine Sammelmacke und ich kann Privatinsolvenz anmelden.

7. Leser lieben Kuchen und Kaffeeklatsch.

Vorbehaltloses: JA

8. Leser haben beruflich mit Menschen zu tun.

Kann ich als momentane Studentin noch nicht bestätigen; aber ich habe zumindest vor, mein Leben nicht hinter dem Schreibtisch zu verbringen :)

9. Leser essen Bio.
Eigentlich nicht.

10. Leser schreiben selber oder haben es als Kind gemacht.
Kommt drauf an, wie man "schreiben" definiert. Also, als Kind habe ich viele kleine und ein paar größere Geschichten geschrieben. Aber das waren natürlich nur Kindereien ohne literarischen Wert. Und mittlerweile erfinde ich eigentlich gar keine Geschichten mehr. Wenn ich etwas aufschreibe, dann wie in diesem Blog.

11. Leser haben gute Freunde, aber davon nicht viele.
Das unterschreibe ich so :)

12. Leser spielen gerne.
Wer spielt denn nicht gerne?! ;)

13. Leser sind hilfsbereit und gut.
Hilfsbereit: ja. Gut: ehm...ich glaube nicht. Es gibt nicht viele Menschen, die diese Beschreibung verdienen.

14. Leser träumen gerne.
Sowohl nachts als auch tagsüber. Und es ist eigentlich immer totaler Quatsch.

15. Leser fahren kleine Autos.
Oder Bus - wie in meinem Fall.

16. Leser lasen im Kindesalter gern unter der Bettdecke.

Also, ich nicht. Das war mir immer viel zu unbequem.

17. Leser haben immer ein Buch dabei, wenn sie länger unterwegs sind.
Ein schlauer Mensch hat mal gesagt: "Verlasse das Haus nie ohne ein Buch". Und genau so sieht's aus :)

18. Leser lesen auch anderes neben Büchern gerne.

Klar, wenn der Inhalt stimmt, lese ich alles gerne ;)

19. Leser haben mit den Augen Probleme.
 Dank Brille und Kontaktlinsen keine Probleme :)

20. Leser können sich stundenlang in einem Buchladen aufhalten.
In Buchläden bin ich irgendwie gar nicht mal so gerne...keine Ahnung warum. Vielleicht, weil ich da so viel sehe, was ich gerne hätte, und mir nur einen Bruchteil leitsen kann ;)
Viel viel lieber bin ich in Bibliotheken; da kann man sich nicht nur unbegrenzt eindecken, sondern die ganze Atmosphäre ist gemütlicher.

21. Leser haben mindestens zwei signierte Bücher im Regal stehen.

Tatsächlich? Hm...da hab ich wohl was verpasst =P

22. Leser haben bestimmt schonmal für einen Romanhelden geschwärmt (oder schwärmen für einen).
Na klar. Romanhelden können schließlich so ausgearbeitet werden, dass sie dem eigenen Ideal entsprechen. Und wenn man nicht vergisst, dass es nur fiktive Personen sind, ist doch alles okay :)

23. Leser haben schonmal Orte in den Büchern bereist.
Das habe ich tatsächlich vor! Ich werde demnächst auf jeden Fall nach Lübeck fahren und mir die Orte aus "Die Buddenbrooks" von Thomas Mann anschauen.

24. Leser besuchen gerne Veranstaltungen rund um Bücher (z. B. Messen, Lesungen und Signierstunden usw.).
Naja, kommt schon mal vor, ist aber nicht so oft.

25. Leser verleihen nur ungern ihre liebgewonnen Bücher.
Damit habe ich keine Probleme, im Gegenteil. Wenn ich ein Buch richtig liebe, dann leihe ich es umso lieber aus, weil ich mich danach mit der Person darüber unterhalten kann. Natürlich verleihe ich generell nur an Menschen, die wissen, wie man Bücher behandeln sollte: nicht knicken, nicht reinschreiben, keine Flecke, ect.

26. Leser sind Nachtmenschen.
Och, das ist tagesformabhängig.

27. Leser würden sich nie von liebgewonnen Büchern trennen.
Richtig! Es gibt ein paar Bücher, die werde ich nie nie niemals hergeben...warum auch? Ich lese sie ja immer wieder :)

...und was trifft auf dich zu? :D

15.07.2011

Bücher

23:24 0 Comments
Neben meinen ganzen vergleichsweise unnötigen Beiträgen über das Leben im Allgemeinen und meinem im Speziellen, gibt es hier auch einen Bereich mit Sinn und Zweck: eine kleine Lese-Ecke!
Da es nämlich zu meinen Hobbys gehört, ganz viele tolle Bücher zu lesen, werde ich hier meine mehr oder weniger qualifizierten Kommentare und Eindrücke dazu abgeben, und so vielleicht dem ein oder anderen bei der Überwindung einer Leseflaute helfen :)
Also viel Spaß beim Stöbern! :D

[Gerede] Klappe die Erste

17:08 0 Comments
So. Nach langen Stunden des Wartens habe ich mich nun endlich aufgerafft und mir einen Blog eingerichtet - bereit dazu, die -teilweise vielleicht etwas verwirrenden - Hirngespinste, die so durch meinen Kopf flattern, niederzuschreiben. Doch anstatt beispielsweise über den Sinn einer elektrischen Saftpresse zu philosophieren, wird mein Denken zurzeit nur von einem bestimmten Gefühl beherrscht: PANIK
Okay, ich muss zugeben, dass ich selbst daran Schuld bin. Erzählt man mir schließlich schon seit Beginn des Studiums, dass die Vor- und Nachbereitung der Lehrveranstaltungen das A und O zu einem erfolgreichen Semester sind. Aber was soll ich sagen.... meiner Meinung nach ist Entspannung vor und nach den Lehrveranstaltungen wesentlich sinnvoller. Schließlich ist der Mensch nur mit aufgeladenen Akkus leistungsfähig. Also habe ich das gesamte Semester ordentlich entspannt und die Vorlesungen auf mich rieseln lassen.
Tjaaaaa, und jetzt stehen nächste Woche vier Klausuren an und ich bin kurz vor einem hysterischen Anfall. Denn obwohl sich diese Entspannungsstrategie die letzten Wochen über äußerst positiv auf meinen Seelenzustand ausgewirkt hat, war sie doch eher kontraproduktiv für die Informationsaufnahme meines Gehirns. Die war nämlich dummerweise unterdurchschnittlich, weshalb ich nun das Wochenende damit verbringen werde, mich zu Hause einzuschließen und 4 Mal Lehrstoff von 3,5 Monaten in meinen Kopf zu hämmern.
Da ist es sicher nachvollziehbar, dass sich ein leichtes Unbehagen breitmacht. Dieses ist sogar so stark, dass ich ernsthaft am Überlegen bin, ob die Entspannung während des Semesters wirklich den Stress am Ende des Semesters aufwiegen kann. Momentan tendiere ich tatsächlich zu nein, obwohl das konsequenterweise bedeuten würde, dass ich ab nächstem Semester tatsächlich von Anfang an arbeiten müsste. Zumindest ein bisschen.
Aber zu einem endgültigen Urteil diesbezüglich werde ich erst kommen, wenn die Prüfungsergebnisse da sind; und damit selbige akzeptabel sind und meinen Durchschnitt nicht ruinieren, werde ich nun den Computer ausschalten und mich wieder mit unikalen Morphemen herumschlagen.

Also, bis die Tage :)