31.08.2011

Wölkchen

Wölkchen sind nicht nur weiß, flauschig und schön anzusehen. Nein! Sie sind viel mehr. Zumindest hier im Haus des Wahnsinns nehmen sie noch eine weitere, sehr wichtige Funktion ein:
Sie sind essentieller Bestandteil meines Bücherbewertungssystems.
Jedes Buch, dass ab dem 01. September 2011 auf diesem Blog rezensiert wird, bekommt eine Wölkchenbewertung. Diese entsrpicht im Großen und Ganzen den gängigen Arten der Beurteilung: je mehr Wölkchen, desto besser das Buch.

Das sieht dann aus wie folgt:






  
1 Wölkchen:  Absolut unterirdisches Buch. Weg damit!







 2 Wölkchen: Man kann es aushalten...muss man aber nicht.








3 Wölkchen: Unterhaltsam zu lesen und insgesamt ganz nett.








4 Wölkchen: Trotz kleiner Mängel ein super tolles Buch.








5 Wölkchen: Herausragend! Wunderbar! Unbedingt empfehlenswert!







5 rosa Wölkchen: Vollkommenes Buch. Ein wahrer Schatz


Soweit also dazu. Jetzt ist auf den ersten Blick erkennbar, wie mir das jeweilige Buch gefallen hat. Natürlich ist diese Bewertung rein subjektiv und spiegelt nur (arg zusammengefasst) meinen ganz persönlichen Eindruck wieder. Genau wie die Rezis natürlich auch ;) 

Leserückblick: August 2011

Ab jetzt gibt es hier bei mir jeden Monat eine kleine Zusammenfassung beziehungsweise Statistik über die von mir gelesenen Bücher :)
Der August war quantitativ wirklich herausragend: 7 Bücher sind es geworden. So viele schaffe ich normalerweise nicht. Da machen sich die Semesterferien bemerkbar ;)
Und auch qualitativ kann ich mich nicht beklagen: kein einziges schlechtes Buch war dabei (sobald ich ein Bewertungssystem eingebaut habe, werde ich das konkretisieren).
Aber jetzt genug gefaselt. Hier die klasklaren, unumstößlichen Fakten:

Gelesen:
Jane Austen - Stolz und Vorurteil
Suzanne Collins - Die Tribute von Panem I-III
Yassin Musharbash - Radikal
Christopher Paolini - Eragon I-II

In Seiten:
3698

Durchschnittsbewertung:
3,6 Wölckchen (Erklärung dazu folgt wie gesagt :o) EDIT: gerade erledigt: *klick mich* )

Highlight des Monats:
Jane Austen - Stolz und Vorurteil ♥ ♥ immer wieder gerne

Enttäuschung Monats:
keine :D



Offensichtlich hatte ich einen Fantasy-Reihen-Trip; eine Reihe beendet und eine zweite angefangen. Eragon Teil III wird sich aber noch ein wenig gedulden müssen, denn im Moment gelüstet es mich mal wieder nach etwas weniger Drachenkämpfen und mehr Mädchenkram. Mal sehen, was sich in der Richtung finden lässt :)
Jedenfalls büchertechnisch ein sehr sehr gelungener August; so kann's gerne im September weitergehen :D

30.08.2011

[Rezi] Christopher Paolini – Eragon. Der Auftrag des Ältesten


Originaltitel: Inheritance Trilogy 2: The Eldest
Erscheinungsjahr: 2005
Genre: Fantasy
Reihe: Eragon-Reihe, Teil II
Seitenzahl: 800

Teaser:
Auch ihr bereitete die Gegenwart von Magiern Unbehagen. Selbst Eragon vertraute sie nur deshalb, weil er ein Drachnreiter war - obwohl das, wie man an Galbatorix sah, kein Beweis für Tugendhaftigkeit war - und weil Eragon ihr Gefolgschaft geschworen hatte und sie sich sicher war, dass er dieses Gelübde niemals brechen würde.

Achtung - Spoilergefahr!*Achtung - Spoilergefahr!*Achtung - Spoilergefahr!

Handlung
Die erste Schlacht gegen den Herrscher Alagaesias ist gewonnen, doch die Rebellen haben schwere Verluste erlitten. Neben Murthag, Eragons Vertrautem und Freund, ist der König der Varden bei einem letzten Überraschungsangriff ermordet worden, sodass ein neuer Anführer gewählt werden muss. Der Rat der Ältesten wählt die Tochter des verstorbenen Königs Nasuada. Für Eragon bedeutet das zum ersten Mal, dass er sich seines Einflusses in die Machtverhältnisse bewusst werden und Position beziehen muss. Auch die junge Nasuada muss sich gegen weitaus ältere und erfahrenere Krieger behaupten, damit sie nicht zu deren Spielball wird.
So beginnen die Vorbereitungen auf den bevorstehenden Krieg zwischen Galbatorix, dem mächtigsten Drachenreiter des Landes, dessen riesigem Imperium und den Geschöpfen - Menschen, Elfen, Zwergen, Drachen - die seine tyrannische Herrschaft beenden wollen.
Dazu muss Eragon seine Fähigkeiten als Drachenreiter ausbilden und eine harte Lehrzeit weit weg von den Varden - bei den Elfen - verbringen. Gemeinsam mit seinem Drachen Saphira absolviert er ein hartes Training, damit die beiden sich in ihrer körperlicher und magischer Kraft weiterentwickeln können. Die Varden ihrerseits mobilisieren alle Streitkräfte, die sie zur Verfügung haben und suchen sich überall Verbündete, um Galbatorix Untergang herbeizuführen.
In Eragons Heimat geht es währenddessen ähnlich kämpferisch zu. Das gesamte Dorf droht ausgelöscht zu werden, weil Roran - Eragons Cousin - von Schergen des Imperiums gesucht wird und die Dorfbewohner sich weigern, ihn auszuliefern. Als letzte Möglichkeit bleibt nach langem Widerstand nur die kollektive Flucht zu den Varden; ein gefährliches Unterfangen, die zum Teil verletzten und alten 400 Menschen durch das ganze Land zu schmuggeln.

Meine Meinung 
Mit seinen über 800 Seiten ist das Buch ja schon ziemlich gewaltig. Aber die vielen Seiten werden gut gefüllt. Die Geschichte besteht aus drei parallel laufenden Handlungssträngen: Eragons Ausbildung, die Kämpfe und Flucht der Dorfbewohner und Roran und die Entwicklungen bei den Varden. Dabei verliert man nicht den Überblick, was gerade jeweils geschieht, denn Paolini widmet immer ein paar Kapitel zusammenhängend der einen Teilgeschichte und schwenkt danach über zu einem der anderen.
Wie auch schon beim ersten Teil dieser Reihe finde ich den Schreibstil des Autors wirklich total toll. Er fesselt, verbildlicht und ist einfach insgesamt schön rund. Die Handlung schließt nahtlos an die des ersten Teiles an, der bei dem Ende der ersten Schlacht gegen Galbatorix' Streitmacht aufhört. An jeder Ecke der Geschichte halten sich Überraschungen - positive und schockierende - für den Leser bereit, sodass man eigentlich kaum zur Ruhe kommt, weil ständig etwas neues aufregendes passiert.
Allerdings muss ich auch sagen, dass es für mich in diesem Buch etwas zu sehr auf Kleinigkeiten ankommt. Man kann eigentlich gar nichts unwichtiges herausfiltern, weil auf eine Weise jedes noch so winzige Detail wichtig ist, um den Gesamtzusammenhang zu verstehen. Das macht die Geschichte teilweise ein wenig zäh, was bei der relativ hohen Seitenzahl bei mir ab und an leichte Frustrationsgefühle aufkommen ließ.
Nichtsdestotrotz ist dieser zweite Band ein würdiger Nachfolger für den ersten Teil. Er ist im Durchschnitt nicht ganz so actiongeladen, weil er einfach mehr in die Länge gezogen wurde und deshalb das Gesamtbild doch ein klitzkleines Bisschen schwächer ist. Aber er entspricht trotzdem ganz den Anforderungen, die an einen Folgeband gestellt werden: er klärt viele Fragen des ersten Teils, wirft aber fast noch mehr neue auf, stellt einen fließenden Übergang zum ersten Teil dar und hat einige Überraschungen parat, die ich so beim besten Willen nicht erwartet hab.

26.08.2011

[Gerede] Tour Tour Tour

Man muss oft etwas Tolles unternehmen, um wieder eine Zeitlang leben zu können.
-J.W. von Goethe -


Und da hat er so recht der Herr Goethe. Aus diesem Grund waren eine Freundin und ich gestern im Movie Park Germany in Bottrop-Kirchellen. Weil ein Besuch in Freizeitparks definitiv unter die Rubrik "etwas Tolles unternehmen" fällt :)

Das Schicksal hat es einfach gut mit uns gemeint gestern: es war wunder-wunderschönes Wetter, trotzdem war nicht allzu viel los im Park und wir hatten keine unmenschlich langen Menschenschlangen vor den Eingängen. Außerdem standen wir kein einziges Mal im Stau (zumindest bei der Hinfahrt. Für die Rückfahrt mussten wir dann gebührend mit Stau, Hagel und mit Bäumen gepflasterten Straßen bezahlen, aber das war es wert ;D ) und es war ein richtig lustiger Tag.
Mein persönliches Highlight war - und damit ziehe ich jetzt sicher den Spott aller hartgesottenen Adrenalinjunkies auf mich - der Freefalltower und vor allem die Tatsache, wieder lebend unten angekommen zu sein. Gestern war das erste Mal, dass ich mich überhaupt auf so ein Mörderding gewagt hab. Und das auch nur auf extremen psychischen Druck seitens besagter Freundin hin. Aber im Endeffekt sind Freefalltower wie Basketball-Spieler in action. Sie sehen überdiemensional riesig aus und entsprechend beeindruckend und gefährlich; sind aber in Wahrheit zahm und eigentlich ganz witzig ;)


Also, solltet ihr mal im Ruhrpott unterwegs sein - der Movie Park ist zwar eher klein und ohne großartige Monster-Achterbahnen, aber das drumherum ist total schön und Spaß hat man auf alle Fälle auch; ist einen Besuch wert :D


22.08.2011

[Rezi] Christopher Paolini – Eragon. Das Vermächtnis der Drachenreiter



Inhalt (Klappentext)
Auf der Jagd findet der 15-jährige Eragon einen wunderschönen Edelstein. In der Nacht entschlüpft dem Stein ein Drachenjunges und beschert dem Jungen ein Vermächtnis, das älter als die Welt ist. Eragon wird in einen grausamen Kampf gegen das Böse verwickelt. An seiner Seite: die treue Drachen-Gefährtin Saphira …

Handlung
Eragon, ein Waisenjunge, der bei seinem Onkel und dessen Sohn auf einem Bauernhof aufgewachsen ist, findet bei einer seiner regelmäßigen Jagdtouren durch den Wald einen großen, glatt polierten Stein. Da er ahnt, dass dieser Stein sehr wertvoll ist, möchte er ihn verkaufen, denn seine Familie befindet sich immer nur knapp vor der Armutsgrenze. Allerdings gelingt es Eragon nicht, einen Abnehmer für den Stein zu finden. Und das ist auch gut so, den wenig später stellt sich nicht nur heraus, dass der vermeintliche Felsbrocken ein Drachenei ist, sondern auch, dass ein paar gruselige Gestalten – Schergen des grausamen Königs – auf der Suche danach sind. Als das Drachenbaby geschlüpft ist, entsteht zwischen ihm und Eragon sofort eine besondere Verbindung, wegen der nun auch Eragon selbst in den Fokus der Verfolger gerät. Mit dem mysteriösen Geschichtenerzähler Brom, der Eragon unter seine Fittiche nimmt und ihm in verschiedene Kampftechniken beibringt, macht er sich auf eine lange und weite Reise quer durch das Land, bei dem er und sein Drache viele Kämpfe austragen müssen. Denn als der einzige Drachenreiter neben dem König selbst stellt Eragon eine große Gefahr für das Imperium dar; stellt er sich nämlich nicht auf die Seite des Königs, könnte er der erste sein, der diesem ebenbürtig ist und somit in der Lage wäre, ihn und sein Reich zu stürzten.

Meine Meinung
Durch die Entdeckung des Dracheneis wird der Bauernjunge Eragon in eine Welt voller Geheimnisse und Gefahren katapultiert. Dafür hat Paolini eine ganz eigene Welt geschaffen, die zwar viele bekannte Aspekte der Fantasy – Literatur verarbeitet, dadurch aber meiner Meinung nach nichts von ihrem Charme einbüßt. Um sich als Leser besser zurechtfinden zu können, ist vorne im Buch eine Landkarte von Alagaesien und seinen angrenzenden Ländern abgedruckt, sodass man jederzeit nachvollziehen kann, wo die Figuren grade rumgurken.
Die Geschichte ist mit über 700 Seiten recht lang und hätte sicher um einiges gekürzt werden können, aber abgesehen von den wenigen zähen Stellen und Eragons wiederholten Ohnmachtsanfällen, ist die Geschichte spannend und abwechslungsreich geschrieben. Besonders fasziniert hat es mich, als ich herausgefunden haben, dass der Autor erst 15 Jahre alt war, als er das Buch geschrieben hat! O.O Das hätte ich wirklich nicht gedacht. Jedenfalls dem Schreibstil merkt man es höchstens bei den teilweise etwas kindlichen Dialogen an. Aber auch darauf bin ich erst im Nachhinein gekommen.
Der Autor schreibt detailreich und anschaulich, sodass man sich wunderbar in die jeweilige Situation oder Umgebung einfühlen kann. Die Beziehung zwischen Eragon und dem Drachen Saphira ist etwas ganz Besonderes und die beiden gleichen sich genau richtig aus. Da der hitzköpfige, unüberlegte Eragon und auf der anderen Seite die erfahrene, vernünftige Saphira. Das Wechselspiel zwischen den beiden und ihre Diskussionen haben mir des öfteren ein Schmunzeln entlockt. Auch das Verhältnis von Eragon und Brom beruht auf einer ähnlichen Konstellation. Da Eragon ja durch sein jugendliches Alter und seine nicht sehr optimale Beziehung noch einiger Unterweisung bedarf, spielt der Geschichtenerzähler eine Lehrer- , Trainer- , und Vaterrolle. Dabei hilft er seinem Schützling, eine große Entwicklung hinzulegen und trägt maßgeblich zum Velauf der Geschichte bei.
Die Story ist an sich ein bisschen verworren, aber dadurch, dass man als Leser die Zusammenhänge immer in schönen kleinen Häppchen serviert bekommt, verliert man eigentlich nie den Überblick über den Kontext und wird nicht mit zu viel Input überfordert.
Als kleines Manko muss ich noch erwähnen, dass oft Ausrufe oder Sätze in einer Art Fantasie-Sprache fallen, die sich nicht so wirklich aus dem Kontext erschließen lassen. Zwar ist ganz hinten im Buch eine Liste mit allen Ausdrücken und dazu ihre Übersetzung, aber auf Dauer war es doch ziemlich nervig, ständig vor- und zurückzublättern.
Aber trotz der kleinen Mängel ist dieser erste Teil der Eragon-Reihe ein gelungener Auftakt und macht Lust auf mehr.

18.08.2011

[Rezi] Yassin Musharbash - Radikal

Erstmal ein großen Dankeschön an vorablesen.de. Dort habe ich glücklicherweise das Buch als Rezensionsexemplar gewonnen, worüber ich mich tierisch gefreut hab :)
Aber jetzt zur Sache ;)


Inhalt (Klappentext)
Ein Bundestagsabgeordneter im Visier von Fanatikern. Ein Terrorexperte, der im Untergrund recherchiert. Eine zu allem entschlossene palästinensische Studentin. Ein Staatssekretär, der in mysteriösen Polit-Salons verkehrt. Und eine Bombe, mitten in Berlin.
Ein beängstigend realistischer Polit-Thriller über eine Gesellschaft im Alarmzustand – und über Radikale in mehr als nur einem Milieu.

Handlung
Lutfi Latif, ein aufstrebender muslimischer Politiker, wurde als Abgeordneter der Grünen in den Bundestag gewählt. Er ist jung, charismatisch und versucht, mit den Vorurteilen gegen Muslime und den Islam aufzuräumen. Das ist einer der Gründe, weshalb er ins Visier der Al-Quaida gerät, die ihn als zunehmend gefährlich einstuft. Aber nicht nur Islamisten sehen in dem Politiker eine Bedrohung. Auch Extremisten aus der anderen Ecke – Islamhasser, Nazis – fühlen sich durch ihn bedrängt. Schließlich nimmt er mehr und mehr eine Vermittlerrolle zwischen den Parteien ein und genau das wollen auch diese beiden Gruppen verhindern.
Die Politikstudentin Sumaya al-Shami bekommt die Chance, bei Latif eine Teilzeitstelle als wissenschaftliche Hilfskraft anzutreten. Da sie selbst auch Muslimin ist, betrifft sie die Debatte um Migration und Terrorismus natürlich in ganz spezieller Weise. Sie ist sehr intelligent und gebildet und möchte sich gerne sinnvoll in das politische Geschehen einbringen, weshalb sie sich mit voller Energie in die Arbeit stürzt.
Da Latif direkt nach seinem Amtsantritt von verschiedenen Personen Morddrohungen bekommt, wird der Terrorexperte Samuel Sonntag als externer Sicherheitsbeauftragter engagiert, um rechtzeitig Alarm zu schlagen, sollte einer die Drohungen wahr machen wollen.

Meine Meinung
Es ist gar noch so einfach, den Inhalt des Buches zusammenzufassen, ohne zu viel zu verraten. Zu viele Handlungsstränge, die geschickt miteinander verknüpft werden, und zu komplexe Verhältnisse innerhalb der radikalen Gruppen.
Mitten in Berlin sammeln sich an allen Ecken Menschen zu extremistischen Gruppen. Dabei geht die Gefahr nicht nur von den medial gepushten Islamisten aus, sondern auch die Gegenseite, die Islamhasser und die Nazis, sind mindestens genauso gefährlich und genauso zu allem bereit, um ihre Ziele durchzusetzten. Musharabash bringt er nicht nur fertig, dass man das viel diskutierte Thema „Terrorismus“ mal von der Seite der muslimischen Bewohner Deutschlands sieht; den ganz normalen Menschen, die keine Bombenattentäter sind und auch keine sein wollen, aber tagtäglich mit diesen Vorurteilen konfrontiert werden. Wie die Behörden automatisch nur in ihre Richtung ermittelt und für alle anderen Möglichkeiten blind sind, weil Anschläge ja nur von Islamisten begangen werden können, sonst macht das ja keiner. Auch die tragende Rolle der Journalisten lässt der Autor nicht außer Acht; die Skrupellosigkeit, mit der sie nach einer heißen Story jagen und Dinge aus dem Zusammenhang reißen, nur um Material zu haben. Es werden die unübersichtlichen Vernetzungen der Gruppen unter- und miteinander dargestellt, was einzelne Personen anrichten können, aber auch, wie hilflos man ist, wenn das sich das ausgeklügelte System gegen einen wendet. Dieser Roman ist erschreckend realistisch, denn genauso, wie der Autor es schildert, kann es tatsächlich werden, beziehungsweise längst sein.
Es geht nicht so sehr um Gewalt und konkrete Anschläge, es wird wenig Blut vergossen in dieser Geschichte. Vielmehr dreht sich die Story um das Innere der Menschen. Um ihre Hintergründe, Gedanken und Meinungen, eben was den jeweiligen Reaktionen zu Grunde liegt. Auch kann man das Buch als kleinen Exkurs zu dem Haupttehma betrachten. Auch wenn man vorher nur wenig Ahnung hatte – nach der Lektüre ist man definitiv schlauer und hat eine Menge gelernt. Sei es zu dem gängigen Vokabular der Szene, wie Islamophobie, oder einfach interessante Fakten zum islamischen Glauben, man wird über einiges aufgeklärt.
Wer sich also für den Islam, Migration und vor allem für Hintergründe interessiert, ist mit diesem Buch wirklich gut bedient. Die Charaktere sind sorgfältig ausgearbeitet und das Switchen zwischen den einzelnen Hauptpersonen ist nicht im geringsten verwirrend. Die vielen Handlungsstränge werden sorgfältig und logisch verknüpft und was vor allem erwähnenswert ist: es bleiben genau die Fragen offen, die man in der Realität auch nicht beantworten kann: Wer genau steckt hinter dem Anschlag? Was geht in den Köpfen der Menschen vor? Denn letztendlich kann man nur mutmaßen. Aber das Buch regt nicht desto trotz zum Nach- und Überdenken an und ist absolut lesenswert.

17.08.2011

[Gerede] Monster-Gemüse

Heute haben wir von unseren Nachbarn eine gigantische Zucchini bekommen. Und damit meine ich wirklich gigantisch. So ein riesiges Gemüse hab ich noch nie gesehen; und wir bekommen öfter von besagtem netten Menschen etwas ab.
Sofort nachdem wir es in die Küche gewuchtet hatten, musste ich das Ding wiegen - auf der Personenwage! Stattliche 4,2 Kilo. Da haben wir nicht schlecht gestaunt. Hier mal noch ein Bildchen:



Vielleicht zur Verdeutlichung: Stellt man sie aufrecht neben eine 1,5 l Wasserflasche, überragt die Zucchini diese um bestimmt 10 cm. Also der ganze gebogene Teil steht über. Ich bin wahnsinnig fasziniert von diesem Monstrum :P
Jetzt stellt sich nur noch die Frage, was man damit alles kochen soll. Heute gibts schonmal Suppe. Aber ich schätze, wir werden uns die ganze restliche Woche ausschließlich von Zucchini ernähren. Ist aber immerhin gesund. Kalorienarm, vitaminreich und leicht verdaulich wie mir Freund Wikipedia zugeflüstert hat, eignen sie sich hervorragend für leckere Sommergerichte. Bestimmt findet sich da in Mamas Rezeptordner eine ganze Menge :)

15.08.2011

[Rezi] Suzanne Collins – Die Tribute von Panem. Flammender Zorn


Achtung! Spoilergefahr! - Achtung! Spoilergefahr! - Achtung! Spoilergefahr!
Inhalt (Klappetxt)
Möge das Gute siegen! Möge die Liebe siegen! Das grandiose Finale! Katniss gegen das Kapitol! Schwer verletzt wurde Katniss von den Rebellen befreit und in Distrikt 13 gebracht. Doch ihre einzige Sorge gilt Peeta, der dem Kapitol in die Hände gefallen ist. Die Regierung setzt alle daran, seinen Willen zu brechen, um ihn als Waffe gegen die Rebellen einsetzen zu können. Gale hingegen kämpft weiterhin an der Seite der Aufständischen, und das, zu Katniss' Schrecken, ohne Rücksicht auf Verluste. Als sie merkt, dass auch die Rebellen versuchen, sie für ihre Ziele zu missbrauchen, wird ihr klar, dass sie alle nur Figuren in einem perfiden Spiel sind. Es scheint ihr fast unmöglich, die zu schützen, die sie liebt.


Handlung
Nachdem Katniss mit Hilfe der Rebellen den Hungerspielen entkommen ist, wird nun im zerstört geglaubten Distrikt 13 aktiv der Sturz des Kapitols geplant. Ein grausamer und verlustreicher Krieg auf beiden Seiten läuft auf seinen Höhepunkt zu und jeder, der darin verwickelt ist, erlebt große persönliche Tragödien. Allen voran natürlich sie selbst, denn ihre Angst um Peeta, der nicht gerettet werden konnte und nun im Kapitol gefoltert wird, nimmt beständig zu. Aber auch die anderen Übelebenden bleiben nicht verschont.
Katniss wird von den Köpfen der Rebellen zum Gesicht und der moralischen Stütze des Aufstandes geformt; sie hat einen großem Einfluss, aber auch viele Verpflichtungen. Sie muss Propaganda-Spots drehen, um die Kämpfer in den Distrikten Mut zu machen. Und sie muss hilflos zusehehn, wie das Kapitol seinerseits furchtbare Mittel anwendet, um ihren Willen und ihre Hoffnung zu brechen.

Meine Meinung
Dieser Abschlussroman der Trilogie ist ein Versuch der Autorin, zum Ende hin noch einmal ordentlich Dramatik aufkommen zu lassen. Naja. Für mich wirkte das ein bisschen zu gewollt. Also erstmal finde ich diesen Band noch brutaler als die beiden Vorgänger. Das zumindest muss man ihr zugestehen, die Autorin schaffte es, die Grausamkeiten eines Krieges und die Kaltblütigkeit von kalkulierten Morden sehr plastisch darzustellen. Der Großteil des Romans beschäftigt sich aber mal wieder mit Katniss Gefühlen. Ich fand es teilweise ziemlich zäh und schleppend, weil sie eigentlich immer in einem Zustand der Depression oder der Resignation ist. Manchmal kommt ein weinig Leben in sie, aber das ist dann auch nur von kirzer Dauer.
Gut gefallen hat mir die Untergrundwelt in Distrikt 13, auch wenn sich hier alles ein bisschen zu einfach gefügt hat und ein wenig konstruiert wirkt. Aber trotzdem fand ich den Einfallsreichtum der Autorin hier einmal auf eine andere Weise bemerkenswert - er zielte auf Möglichkeiten des Überlebens ab und nicht auf besonders brutal Morde.  Spannend war auch, dass Katniss das Gesicht der Rebellion ist - was ja schon im 2. Teil klar war - und wie sie systematisch zu einer Medienfigur aufgebaut wurde. Das war eine Art, das Kaptiol mit seinen eigenen Waffen zu schlagen, die als die einzige gewaltfreie Kampfstrategie besonders hervorgehoben werden sollte und vielleicht auch ein bisschen zum Nachdenken anregt, wenn man bedenkt, dass die Sensationsgeilheit mancher Leute heute schon weitreichende Folgen hat und es ziemlich grotesk, aber wirklich denkbar ist, mit einem Kamerateam in die Schlacht zu ziehen, um aus den Bildern einen Fernsehspot zu basteln.
Was mich gestört hat, war zum einen, dass die Charaktere recht einpolig geworden sind in diesem Band. Die gewohnte Art der Ausarbeitung fehlte mir. Gale war nur noch rachsüchtig, Katniss nur noch verstört. Nur Peeta wurde gegen Ende wieder etwas interessanter. Auch fand ich den Stil am Schluss sehr nüchtern und extrem knapp. Mir haben viele Details am Ende gefehlt; ich hatte den Eindruck, nur schnell noch abgefertig zu werden als Leser. Auch den Epilog hätte die Autorin sich schenken können. So wenig Infos, wie da drin sind, kann man sich auch selbst zusammenreimen.
Viel mehr kann ich auch gar nicht schreiben, weil dann noch mehr eigentlich gespoilert werden müsste. Bleibt also nur noch mein Fazit:
Dieser letzte Roman der Panem - Trilogie ist alles in allem meiner Meinung nach ein ganz netter Abschluss zu einer mittelmäßigen aber immerhin unterhaltenden Buchreihe.

13.08.2011

[Rezi] Suzanne Collins – Die Tribute von Panem. Gefährliche Liebe


Achtung! Spoilergefahr! - Achtung! Spoilergefahr! - Achtung! Spoilergefahr!
Inhalt (Klappentext)
Spürst du, was sie wirklich fühlt? Seitdem Katniss und Peeta sich geweigert haben, einander in der Arena zu töten, werden sie vom Kapitol als Liebespaar durch das ganze Land geschickt. Doch da ist auch noch Gale, der Jugendfreund von Katniss. Und mit einem Mal weiß sie nicht mehr, was sie wirklich fühlt oder fühlen darf. Als immer mehr Menschen in ihr und Peeta ein Symbol des Widerstands sehen, geraten sie alle in große Gefahr. Und Katniss muss sich entscheiden zwischen Peeta und Gale, zwischen Freiheit und Sicherheit, zwischen Leben und Tod.

Handlung
Die Hungerspiele sind vorbei und die beiden Gewinner Katniss und Peeta touren durch das Land, um ihren Sieg wie es Brauch ist, überall feiern zu lassen. In Panem allerdings herrscht Unruhe – die große Armut der Bevölkerung und die repressive Regierung haben die Wut und die Unzufriedenheit der Menschen geschürt. Durch den beispiellosen Doppelsieg der beiden Tribute aus Distrikt 12 bekommen sie Hoffnung darauf, dass das Kapitol nicht unbesiegbar ist.
Während immer mehr Aufstände ausbrechen, bahnt sich das Jubiläumsjahr der Hungerspiele an. Und weil sich die Spielmacher bei einem Jubiläum immer etwas besonders ungewöhnliches ausdenken, werden diesmal keine Kinder in die Arena geschickt, um die Spiele auszutragen, sondern es wird zwischen den Tributen ausgelost, die schon einmal gewonnen haben. Und zusätzlich zu diesem Problem weiß Katniss immernoch nicht, wem jetzt eigentlich ihr Herz gehört- Peeta oder Gale?

Meine Meinung
Dieser zweite Teil der Panem – Trilogie hat für mich alles, was im ersten Teil gefehlt hat. Endlich schwelt die Stimmung vor angestauter Wut und Verzweiflung, die sich bis ins Unerträgliche steigert. Und endlich bäumt sich das Volk auf gegen das System, startet Versuche, zurückzuschlagen und die Regierung zu stürzten.
Und wer steckt nicht nur mittendrin und ist auch noch unwissenderweise diejenige, auf der alles aufbaut, die der Gegenbewegung Hoffnung und ein Gesicht gibt? Natürlich Katniss, die immernoch in ihrem Liebesdilemma steckt und obendrein auch noch sich und ihre Liebsten vor der Rache des Staates schützen muss. Denn auch diesem ist nicht entgangen, was der Doppelsieg – den Katniss ja maßgeblich herbeigeführt hat – bei der Bevölkerung von Panem für eine Wirkung hatte. Wie als Komplott der Staatsoberhäupter, um den Geist der Revolution zu schwächen, müssen Katniss und Peeta zusammen mit 22 andern ehemaligen Siegern der Hungerspiele zurück in die Arena und erneut kämpfen. Aber diesmal ist alles anders. Gegner sind nun nicht mehr ein Haufen eingeschüchterter Kinder. Gegner sind die anderen Tribute, die alle schon einmal lebend aus der Arena ausgebrochen sind. Und noch einen Gegner gilt es zu bekämpfen – denn auch und gerade von der Arena aus können Katniss und die anderen die Revolution unterstützen.
Die Geschichte spielt sich also immer noch auf einer sehr romantischen und verklärenden Ebene ab: im Mittelpunkt stehen meistens nach wie vor die Gefühle von Katniss. Aber im Gegensatz zu dem ersten Band, der mich in diesem Punkt ja nur bedingt überzeugt hat, finde ich, dass es dieses Mal der Autorin wunderbar gelingt die eine Gefühlsebene mit der anderen, der meiner Meinung nach viel wichtigeren zu verbinden. So beschäftigt man sich beim Lesen nicht nur damit, wen Katniss jetzt eigentlich in Wahrheit liebt und wie verwirrt sie doch ist, sondern auch mit der Angst, die in den Distrikten herrscht, als die Regierung immer härtere Maßnahmen ergreift, um das Volk zu unterdrücken. Es geht um psychologische Kriegsführung und strategisches Manipulieren auf beiden Seiten und das fand ich ungemein spannend. Die Darstellung der Grausamkeiten, die verübt werden, war im ersten Buch zwar auch schon sehr anschaulich, aber in Verbindung mit der Atmosphäre, die hier ungleich dichter dargestellt wird, ist alles viel verstörender und ergreifender. Auch die Tatsache, dass das Ganze mit einem Cliffhanger endet, gefällt mir gut, denn es lässt erwarten, dass der dritte Teil wieder mindestens genauso gut werden wird.
Der Kitsch des ersten Buches wird in diesem Band auf ein erträgliches Maß reduziert und dafür wird mehr Augenmerk auf die Politik und das Leben in Panem gelegt. Eine für mich sehr zufriedenstellende Entwicklung. Ich freue mich schon auf den nächsten Teil.

11.08.2011

[Gerede] Lernerfolg

Hurraaa!!
Ich habe wieder ein Leben!
Nach einer Wochen voller endlos scheinender Seminare (teilweise mit Seminartagen von 14 Stunden), habe ich nun endlich und zum Glück alle Leistungen für dieses Semester erbracht, und kann mich etwas erholen.
Ich werde mit einen Beruf suchen müssen, in dem ich wenig bis keine Überstunden schieben muss. Nach 8 Stunden Hirn auspressen bin ich wirklich nicht mehr zurechnungsfähig. Das ist der Kern dessen, was ich mir erarbeitet habe während dieser Woche. Natürlich nehme ich noch einiges andere mit. Aber das ist die Hauptsache: MelMel bekommt entweder einen 8 to 5 job. Oder wird doch Freiberuflerin. Wahrscheinlich entscheide ich mich in der Hinsicht noch ein paar Mal um.
Aber das ist ein anderes Thema.
Wollte auch nur mal anmerken, dass ich jetzt Ferien hab.
Ferien! 
;D

07.08.2011

[Rezi] Suzanne Collins – Die Tribute von Panem. Tödliche Spiele



Inhalt (Klapptext)
Mögen die Spiele beginnen!
Als Katniss erfährt, dass das Los auf ihre kleine Schwester Prim gefallen ist, zögert sie keinen Moment. Um Prim zu schützen, meldet sie sich an ihrer Stelle für die alljährlich stattfindenden Spiele von Panem – in dem sicheren Wissen, damit ihr eigenes Todesurteil unterschrieben zu haben. Denn von den 24 Kandidaten darf nur ein einziger überleben. Zusammen mit Peeta, einem Jungen aus ihrem Distrikt, wird Katniss in die Arena geschickt, um sich dem Kampf zu stellen. Beiden ist klar, dass sie sich früher oder später als Feinde gegenüber stehen werden. Doch dann rettet Peeta Katniss das Leben...

Handlung
Panem – wo einst Nordamerika war, hat sich nach vielen Naturkatastrophen und Kriegen dieses Land erhoben. Es wird unterteilt in 12 Teile, die sich Distrikte nennen und jeweils in einem Wirtschaftssektor die Monopolstellung haben.
In Distrikt Nummer 12 lebt die 16-jährige Katniss mit ihrer kleinen Schwester Prim und ihrer Mutter zusammen in ärmlichen Verhältnissen. Wie fast jeder aus diesem Distrikt sind sie froh, wenn Abends etwas zu essen auf dem Tisch steht. Nach dem Tod ihres Vaters ist Katniss quasi alleine für die Versorgung ihrer Familie zuständig; eine Aufgabe, die sie dank ihres großen Jagdgeschicks so weit es geht gut erfüllen kann.
Jedes Jahr veranstaltet die Regierung von Panem als Erinnerung daran, wie viel Macht sie hat, die so genannten Hungerspiele. Dabei werden aus jedem Distrikt zwei Tribute - ein Mädchen und ein Junge zwischen 12 und 18 Jahren - ausgelost, zusammen in eine Arena gesperrt und aufeinander losgelassen, um sich gegenseitig zu töten. Die Spiele dauern so lange an, bis nur noch ein einziger Teilnehmer am Leben ist. In diesem Jahr tritt das schlimmste ein, was Katniss sich vorstellen kann: zwar wird sie verschont, doch ihre kleine Schwester Prim, die sie über alles liebt, wird ausgewählt. Katniss bleibt nichts anderes übrig, als sich freiwillig zu den Spielen zu melden, um Prim vor dem Tod zu bewahren. Und so beginnt für Katniss und ihren Mitstreiter Peeta aus ihrem Distrikt der Kampf um Leben und Tod.

Meine Meinung
Ich bin hin- und hergerissen was dieses Buch angeht.
Eigentlich war ich schwer begeistert.
Aber jetzt, wo ich so darüber nachdenke.
Fangen wir doch einfach mal mit den positiven Aspekten an: Ab der ersten Seite war ich eigentlich schon gefangen von der Handlung und es fiel mehr schwer, das Buch überhaupt aus der Hand zu legen. Es wird darin eine so ganz andere Welt erschaffen, die irgendwie rückständig und zukünftig zugleich ist. Rückständig, weil die Bevölkerung Panems in so bescheidenen Verhältnissen lebt und auf die alten Methoden des Jagens und Sammelns zur Nahrungsmittelbeschaffung zurückgreifen muss. Der Eindruck des Zukünftigen liegt in der Natur der Sache, denn die Handlung spielt eben in einer Zeit vor der jetztigen. Es gibt neue, ausgefuchstere Waffen, Rüstungen und Medikamente, Methoden zur Wetterregulierung und allgemein ist die Wissenschaft viel weiter fortgeschritten. Aber nicht allzuweit, denn einiges erkennt man doch wieder: es gibt Fernseher, Jeans und T-Shirts. Die Charaktere sind mir schnell ans Herz gewachsen; vor allem Katniss' Schwester Prim, die ein kleines Goldstück ist, ebenso wie die selbstbewusste, temperamentvolle Katniss selbst. Die Idee an der Geschichte an sich finde ich nicht schlecht. Ein bisschen zu brutal und unmenschlich kommt eine Welt, in der es normal ist, dass sich Kinder jedes Jahr aufs neue gegenseitig umbringen, zwar daher. Aber man hätte was drauß machen können finde ich. Das ist der Autorin aber nur bedingt gelungen. Ich habe erwartet, dass eine Rebellion oder so etwas in Gang kommt, die grausame Regierung gestürzt wird und dass überhaupt alles ein bisschen „politischer“ - auf die Politik von Panem bezogen – wird. Aber was ist das Hauptthema neben dem Überlebenskampf bei den Spielen? Die LIEBE zwischen Katniss und Peeta. Ich glaube, das ist es, was mich stört. Es wird zu wenig kritisiert. Die Regierung wird mir einfach zu unauthentisch dargestellt. Ich habe mich öfter gefragt „ist das ihr Ernst“ und meinte damit die Autorin und nicht die Regierung. Es ist teilweise zu absurd und dadurch, dass nichts von der Bevölkerung infrage gestellt wird, wirkt es aufgesetzt und unglaubwürdig. Es kann ja sein, dass sich niemand traut, etwas gegen diese barbarische Regierung zu sagen, die es zu Showevent macht, wenn Kinder sich gegenseitig abschlachten, aber diese Stimmung, die bei einem solchen diktatorischen Überwachungsstaat herrschen sollte, fehlt mir leider in dem Buch. Sie wird zwar leicht angedeutet, aber man muss sich doch viel selbst dazudichten. Stattdessen liegt der Fokus halt auf Katniss und ihren Gefühlen für Peeta. Oder eher auf der Frage, ob da überhaupt welche sind. Oder ob die nicht doch in ihren besten Freund zu Hause verliebt ist. Und was empfindet überhaupt Peeta?
Jetzt ist das natürlich nicht nur als schlecht anzusehen. Wahrscheinlich soll die Geschichte auch gar nicht so sehr in die Tiefe gehen, sondern einfach nur unterhalten. Und diese Aufgabe hat es auch bei mir gut erfüllt. Bis auf oben genanntes Problem hat mir die Story gefallen, der Schreibstil war einnehmend und fesselnd und einige Passagen haben mich wirklich berührt.
Und ich hege die leise Hoffnung, dass Band 2 + 3 das Potenzial dieses ersten Bandes mitausschöpfen.

05.08.2011

[Rezi] Jane Austen – Stolz und Vorurteil



Einen meiner absoluten Lieblingsklassiker möchte ich heute vorstellen: Stolz und Vorurteil von Jane Austen.
Ich denke, dass Gegenstand und Handlung des Buches soweit bekannt sind; werde aber trotzdem der Vollständigkeit halber (und falls jemandem weder Buch noch Film ein Begriff sein sollten) eine kleine Inhaltsangabe mitliefern.

Klapptext 
Drei, vier Familien auf dem Lande sind der Stoff, aus dem Jane Austen ihre an Witz und Ironie reichen Romane schuf. In „Stolz und Vorurteil“ geht es um die Bennets, die nicht weniger als fünf Töchter unter die Haube bringen müssen – wobei sich besonders die kluge und schöne Elizabeth als Probemfall erweist. Um Aristokratenstolz und bürgerliches Vorurteil dreht sich ein wild wirbelndes Heiratskarussell, das nach vielen Komplikationen schließlich beim Happy End zum Stehen kommt.

Inhalt in aller Kürze
Elizabeth ist die zweitälteste Tochter der Familie Bennet, die aus den Eltern und insgesamt fünf Töchtern besteht. Mrs. Bennets einzige Lebensaufgabe besteht darin, jede ihrer Töchter möglichst gut zu verheiraten. Als dann der äußerst wohlhabende Mr. Bingley ein Anwesen in der Nachbarschaft pachtet, scheinen ihre Ambitionen auf eine günstige Ehe zwischen diesem und ihrer ältesten Tochter Jane erfolgreich. Während Bingley also ein hohes Ansehen genießt und sich äußerster Beliebtheit erfreut, machen sich seine Begleiter gleichermaßen unbeliebt. Vor allem sein enger Freund Mr. Darcy fällt allgemein durch seinen angeblichen Hochmut unangenehm auf.
Nachdem Mr. Bingley wegen einiger Geschäftstermine nach London abgereist ist, lange nichts mehr von sich hören lässt und seine Schwester verschiedene Andeutungen bezüglich einer anstehenden Hochzeit ihres Bruders mit einer anderen Dame macht, stürzt Jane in tiefen Kummer.
Obwohl das Augenmerk von Mrs. Bennet auf Janes Verbindung mit Bingley liegt, bekommt Elizabeht als erste einen Heiratsantrag – von Mr. Collins, einem Verwandten. Diesen lehnt sie jedoch ab, und so heiraten weder die älteste noch die zweitälteste Schwester zuerst.

Meine Meinung
Am Anfang war ich etwas überfordert mit dem altertümlichen Schreibstil. Die verschachtelten Sätze, die ausgewählten Worte, das ist alles erstmal ein bisschen gewöhnungsbedürftig. Aber schon auf den ersten Seiten bereitet der Stil den Weg in das England des 19. Jahrhunderts: Man befindet sich in gehobener Gesellschaft und adeligem Umfeld oder auf dem Land, wo ein ganz anderer Umgangston herrscht.
Die Story an sich dreht sich hauptsächlich ums Heiraten. Wer mit wem und warum? Was ist eine günstige Hochzeit? Welche Folgen – gesellschaftlich und finanziell hat diese oder jene Verbindung. Aber was hier so trocken klingt, wird unheimlich herzlich und liebevoll geschildert. Manchmal ein bisschen kitschig, aber einfühlsam die Gefühle der Protagonisten darstellend.
Und nicht nur die Gefühle, um die sich aber natürlich viel dreht, werden anschaulich und schön beschrieben, sondern auch die Charaktereigenschaften der Figuren. Mein Liebling ist natürlich Mr. Darcy, der nach dem Motto „harte Schale – weicher Kern“ der ganzen Story einige entscheidende Wendungen gibt. Die Dialoge zwischen ihm und Elizabeth geben dem ganzen noch eine ordentliche Menge Pepp. Sowieso finde ich ihren und auch den Charakter ihrer Schwester Jane am beeindruckensten für die damaligen Verhältnisse und vor allem in Anbetracht ihrer Erziehung: selbstbewusst, emanzipiert und außerordentlich verständig.
Wie der Titel schon erahnen lässt, wird die Handlung getragen von zwei Eigenschaften einiger Figuren: vom Stolz und vom Vorurteil. Betrachten wir die Figurenkonstellation mal zweipolig, also die Familie Bennet und die ländliche Gesellschaft auf der einen Seite und Mr. Bingley, Mr. Darcy und ihre Gefolgschaft auf der anderen Seite, muss man sagen, dass beiderseits sowohl die eine als auch die andere Eigenschaft nicht gering vorhanden ist. Elizabeth ist natürlich an sich eine ungemein stolze Person, was man zum Beispiel daran erkennen kann, dass sie Heiratsanträge von zwei Männern ablehnt, was zur damaligen Zeit nahezu unvorstellbar war. Auch fühlt sie sich von Mr. Darcy oftmals in ihrem Stolz verletzt. Von ihren vorschnellen Urteilen bezüglich diverser Charakterstärken und -schwächen einiger anderer Personen werden die Verwicklungen noch verzwickter.
Auf der anderen Seite ist dann der Stolz des Adels und der höheren Gesellschaft, die Bingley und Darcy eigentlich Beziehungen zu den niedriger gestellten Bennets untersagen. Mit hinein spielen aus dieser Perspektive natürlich die Vorurteile gegenüber Menschen aus anderen Gesellschaftsschichten.
Okay, vielleicht bin ich etwas zu tief in eine Interpretation abgeschweift. Sorry! :P
Was ich eigentlich sagen will ist, dass ich dieses Buch nur wärmstens empfehlen kann. Die Dialoge sind spritzig, die Story hat alles was man sich wünscht – Verwirrungen, Verzwickungen, Intrigen und viel Gefühl – der Stil ist zwar am Anfang schwierig, aber man findet wirklich Gefallen daran und im ganzen Buch steckt so viel Witz, Tiefe und Feingefühl für die Menschen und ihre Empfindungen, dass man es einfach mal gelesen haben sollte.

03.08.2011

[Stöckchen] Gefangen!

Und wieder ein Stöckchen, das ich beim Rechner-Ausmisten gefunden habe...und ich weiß wieder nicht, wo es herkommt... naja, ich beantworte es trotzdem mal :) 

1. Zu welcher Tages- oder Nachtzeit liest du am liebsten?
Eigentlich immer außer früh am Morgen und mitten in der Nacht. Also vom späten Vormittag bis Abend eben je nachdem, wie ich Zeit habe.


2. Wo liest du?
Am liebsten in meinem Sitzsack. Den kann man soooo wunderbar bequem in alle Positionen quetschen :D Aber ich hab eigentlich immer ein Buch dabei und kann überall lesen.


3. Wenn du ihm Bett liest (liegend), liegst du am liebsten auf dem Rücken oder auf dem Bauch?
Auf dem Rücken. In der Bauchlage krieg ich nach kurzer Zeit Rückenschmerzen.


4. Welche Art von Büchern liest du am liebsten?
Bin genretechnisch nicht festgelegt.


5. Welches Buch hast du zuletzt gekauft?
Markus Zusak - Der Joker


6. Was hast du zuletzt gelesen?
Ian McEwan - Abbitte


7. Was liest du im Moment?
Jane Austen - Stolz und Vorurteil


8. Benutzt du Lesezeichen oder knickst du die Seiten (Eselsohren)? Wenn du ein Lesezeichen benutzt, was benutzt du?
Niemals Eselsohren! Ich bin zwar nich übertrieben pingelig mit den Büchern, aber Eseslohren müssen wirklich nicht sein. Im Moment benutze ich Postkarte als Lesezeichen. Oft nehm ich aber auch keins - ich finde die Stelle, an der ich aufgehört hab, auch ohne ziemlich gut.


9. Was hälst du von Hörbüchern?
Naja, ist nix für mich. Ich lese lieber selber, als mir vorlesen zu lassen :)

10. Und was hälst du von eBooks?
Finde ich praktisch für die Fachliteratur der Uni oder unterwegs. Vor allem, wenn man grade einen dicken Wälzer liest. Ich habe aber keinen und werde mir wohl auch in naher Zuknunft keinen kaufen; ich schleppe mich lieber ein bisschen krumm, als auf echte Seiten, richtiges Umblättern, die schönen Cover und den einmaligen Geruch meiner Bücher zu verzichten :)

02.08.2011

[Gerede] Nestflüchtling

Sooooo. Da feiere ich nun quasi mein einjähriges Jubiläum als (mehr oder weniger) selbstständige Studentin im (mehr oder weniger) hohen Norden. Eine elementare Frage, die sich in diesem Moment bei einigen sicherlich aufdrängt, ist: Wie hat sie das nur überlebt?!

Das war gar nicht mal so einfach. Tagtäglich werde ich hier vor ungeahnte Situationen gestellt und bin vollauf mit deren Bewältigung beschäftigt.
Da wäre zum einen die Uni, deren Besuch mich ja erst zur Studentin macht. Folglich stehe ich vor der Aufgabe, auf einem riesigen Campus – der sich, damit schon gleich die Intelligenz der neuen Studenten getestet werden kann, in zwei voneinander getrennt liegende Gelände aufteilt – einen ganz bestimmten Raum zu finden. Nun ja. Nach einer unfreiwilligen Tour von ungefähr drei Stunden Länge gleich zu Anfang meiner akademischen Laufbahn, an deren Ende ich glücklicherweise tatsächlich im gewünschten Hörsaal saß, könnte ich jetzt ohne größere Orientierungsprobleme Biochemie, Geologie oder Agrarökonomie studieren. Welch ein Glück, jetzt hab ich schon Plan B, C und D. Jippi.
Wenigsten klappt das mit dem Lernstoff mittlerweile. Nachdem ich die ersten zwei Wochen das Gefühl hatte, von einem riesigen Haufen Arbeit erschlagen zu werden, haben ein paar Mitstudenten und ich (gleich und gleich gesellt sich gern) auf ein altbekanntes Mittel zur Bewältigung zurückgegriffen: wir ignorieren den Berg. Klappt bis jetzt ganz gut. Ich bin davon überzeugt, dass wir diese Methode am Ende unseres Studiums nahezu perfektioniert haben werden.
Absolut auf Kriegsfuß stehe ich allerdings mit dem Einkaufen. Nach wie vor. Das ist doch wirklich unnötig verwirrend. Gestern zum Beispiel wollte ich ganz simpel eine Packung Gefrierbeutel kaufen. Nichts sonst. Nur Gefrierbeutel. Ich rief sogar extra meine Mutter an, um zu fragen, in welchem Geschäft man sowas bekommt. Eigentlich überall, war ihre Aussage. Super, dann hatte ich ja die Auswahl. Also rein in den ersten Laden, der mir über den Weg gelaufen ist (bzw. ich bin ihm natürlich über den Weg gelaufen) und stand dann vor dem Problem: WO fängst du jetzt an zu suchen. Als relativ logisch denkender Mensch habe ich mir dann überlegt, dass Gefrierbeutel, Alufolie und Backpapier bestimmt zusammen liegen. A propos ähnlicher Verwendungszweck. Soweit so gut. Und wofür braucht man Backpapier? Richtiiiiig – zum Backen. Also bin ich erst mal zu den Backmischungen und diesem ganzen Kram gedackelt und wurde von meiner – wie ich finde – überaus plausiblen Theorie enttäuscht. Als ich diesen Rückschlag verkraftet hatte, bin ich zu den Tiefkühltruhen gewandert, weil – genau! - weil man Gefrierbeutel zum Einfrieren, ergo Tiefkühlen braucht. Tja, leider wurde ich auch da nicht fündig und langsam gingen mir die Assoziationen aus. Deshalb lief ich zweimal einen Slalom durch alle, wirklich alle, Regale und entdeckte die Gefrierbeutel..... neben dem Wein!
Ich habe eine lebhafte Fantasie. Das bekomme ich immer wieder zu hören. Aber was um alles in der Welt hat Wein mit Gefrierbeuteln zu tun? Das ist doch eindeutig pure Schikane. Der Einzelhandel mobbt mich!
Und wo wir gerade bei Mobbing sind: ich hätte ja nie gedacht, dass ich mir mal die von Tauben heimgesuchte Fußgängerzone meiner süddeutschen Heimatstadt zurückwünschen würde. Denn hier sind die lieben Täubchen großteils verdrängt worden. Von Möwen. Selbige gehören nämlich zum alltäglichen Stadtbild. Eigentlich ja ganz hübsch. Verleiht der Umgebung ein maritimes Ambiente. Aber diese Viecher sind total krank! Letzte Woche wurden ich und mein Stück Pizza von drei (!!) Möwen verfolgt. Dass wir nicht überfallen und brutal auseinandergerissen wurden, lag einzig und allein daran, dass der Bus gerade kam und wir in sicheres Terrain flüchten konnten. Aber ein kleines Mädchen mit einer Eiswaffel kam nicht so glimpflich davon wie wir. Aber gut, wer setzt sich auch mit einem Eis in der Hand 2 Meter hoch auf Papas Schultern? Wäre ich eine Möwe, hätte ich das sicher auch als Provokation empfunden. Aber trotzdem. Diese Tiere sind ja wohl gemeingefährlich!
Es sei übrigens noch erwähnt, dass Pizza und ich ein sehr unglückliches Verhältnis hatten. Sie war nämlich nur meine zweite Wahl. Ursprünglich wollte ich ein Würstchen mit Brötchen. Als ich aber entdeckte, dass die Würstchen hier gekocht werden – wer macht denn bitte sowas?! - habe ich mich für Pizza entschieden. Ob sie es mir verziehen hat, weiß ich nicht. Sie ist mittlerweile in den ewigen Kreislauf des Lebens eingegangen. Aber diese HotDogs machen mich echt fertig. Würstchen gehören auf 'nen Rost! Da  bin ich leider in keiner Form kompromissbereit.
Man sieht, es ist also gar nicht so einfach, fern der Heimat plötzlich auf eigenen Beinen zu stehen.
Aber es hat auch sein Gutes:
Ich rede viel mehr mit meiner Familie und meinen Freunden, als vorher. Auch Leute, zu denen ich zu Hause nur sporadisch Kontakt habe, erkundigen sich öfter nach meinem Befinden. Und mit meinem Vater habe ich diese Woche fast zwei Stunden telefoniert. Das ist Rekord für ihn. Sowohl als längstes durchgehendes Gespräch mit mir, als auch als längstes Telefonat überhaupt :)
Und ich freue mich total auf zu Hause. Bald bin ich wieder da  und als allererstes werde ich eine echte Rostwurst essen & das Brötchen mit den ansässigen Tauben teilen. Und sollte ich einen Gefrierbeutel brauchen, gehe ich einfach zu meiner Mutter in die Küche und lass mir von ihr einen geben.