15.08.2011

# Rezensionen

[Rezi] Suzanne Collins – Die Tribute von Panem. Flammender Zorn


Achtung! Spoilergefahr! - Achtung! Spoilergefahr! - Achtung! Spoilergefahr!
Inhalt (Klappetxt)
Möge das Gute siegen! Möge die Liebe siegen! Das grandiose Finale! Katniss gegen das Kapitol! Schwer verletzt wurde Katniss von den Rebellen befreit und in Distrikt 13 gebracht. Doch ihre einzige Sorge gilt Peeta, der dem Kapitol in die Hände gefallen ist. Die Regierung setzt alle daran, seinen Willen zu brechen, um ihn als Waffe gegen die Rebellen einsetzen zu können. Gale hingegen kämpft weiterhin an der Seite der Aufständischen, und das, zu Katniss' Schrecken, ohne Rücksicht auf Verluste. Als sie merkt, dass auch die Rebellen versuchen, sie für ihre Ziele zu missbrauchen, wird ihr klar, dass sie alle nur Figuren in einem perfiden Spiel sind. Es scheint ihr fast unmöglich, die zu schützen, die sie liebt.


Handlung
Nachdem Katniss mit Hilfe der Rebellen den Hungerspielen entkommen ist, wird nun im zerstört geglaubten Distrikt 13 aktiv der Sturz des Kapitols geplant. Ein grausamer und verlustreicher Krieg auf beiden Seiten läuft auf seinen Höhepunkt zu und jeder, der darin verwickelt ist, erlebt große persönliche Tragödien. Allen voran natürlich sie selbst, denn ihre Angst um Peeta, der nicht gerettet werden konnte und nun im Kapitol gefoltert wird, nimmt beständig zu. Aber auch die anderen Übelebenden bleiben nicht verschont.
Katniss wird von den Köpfen der Rebellen zum Gesicht und der moralischen Stütze des Aufstandes geformt; sie hat einen großem Einfluss, aber auch viele Verpflichtungen. Sie muss Propaganda-Spots drehen, um die Kämpfer in den Distrikten Mut zu machen. Und sie muss hilflos zusehehn, wie das Kapitol seinerseits furchtbare Mittel anwendet, um ihren Willen und ihre Hoffnung zu brechen.

Meine Meinung
Dieser Abschlussroman der Trilogie ist ein Versuch der Autorin, zum Ende hin noch einmal ordentlich Dramatik aufkommen zu lassen. Naja. Für mich wirkte das ein bisschen zu gewollt. Also erstmal finde ich diesen Band noch brutaler als die beiden Vorgänger. Das zumindest muss man ihr zugestehen, die Autorin schaffte es, die Grausamkeiten eines Krieges und die Kaltblütigkeit von kalkulierten Morden sehr plastisch darzustellen. Der Großteil des Romans beschäftigt sich aber mal wieder mit Katniss Gefühlen. Ich fand es teilweise ziemlich zäh und schleppend, weil sie eigentlich immer in einem Zustand der Depression oder der Resignation ist. Manchmal kommt ein weinig Leben in sie, aber das ist dann auch nur von kirzer Dauer.
Gut gefallen hat mir die Untergrundwelt in Distrikt 13, auch wenn sich hier alles ein bisschen zu einfach gefügt hat und ein wenig konstruiert wirkt. Aber trotzdem fand ich den Einfallsreichtum der Autorin hier einmal auf eine andere Weise bemerkenswert - er zielte auf Möglichkeiten des Überlebens ab und nicht auf besonders brutal Morde.  Spannend war auch, dass Katniss das Gesicht der Rebellion ist - was ja schon im 2. Teil klar war - und wie sie systematisch zu einer Medienfigur aufgebaut wurde. Das war eine Art, das Kaptiol mit seinen eigenen Waffen zu schlagen, die als die einzige gewaltfreie Kampfstrategie besonders hervorgehoben werden sollte und vielleicht auch ein bisschen zum Nachdenken anregt, wenn man bedenkt, dass die Sensationsgeilheit mancher Leute heute schon weitreichende Folgen hat und es ziemlich grotesk, aber wirklich denkbar ist, mit einem Kamerateam in die Schlacht zu ziehen, um aus den Bildern einen Fernsehspot zu basteln.
Was mich gestört hat, war zum einen, dass die Charaktere recht einpolig geworden sind in diesem Band. Die gewohnte Art der Ausarbeitung fehlte mir. Gale war nur noch rachsüchtig, Katniss nur noch verstört. Nur Peeta wurde gegen Ende wieder etwas interessanter. Auch fand ich den Stil am Schluss sehr nüchtern und extrem knapp. Mir haben viele Details am Ende gefehlt; ich hatte den Eindruck, nur schnell noch abgefertig zu werden als Leser. Auch den Epilog hätte die Autorin sich schenken können. So wenig Infos, wie da drin sind, kann man sich auch selbst zusammenreimen.
Viel mehr kann ich auch gar nicht schreiben, weil dann noch mehr eigentlich gespoilert werden müsste. Bleibt also nur noch mein Fazit:
Dieser letzte Roman der Panem - Trilogie ist alles in allem meiner Meinung nach ein ganz netter Abschluss zu einer mittelmäßigen aber immerhin unterhaltenden Buchreihe.

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