30.09.2011

Leserückblick: September 2011

10:51 0 Comments
Da ich mein jetztiges Buch heute mit großer Wahrscheinlichkeit nicht mehr fertig lesen kann, kommt hier schonmal die Zusammenfassung des Lesemonats September; auch wenn der September eigentlich noch gute 13 Stunden lang dauert ;)

Also, quantitativ schließt dieser Monat fast nahtlos an den wundervollen August an: 6 Bücher konnte ich lesen (ich weiß, einige lesen wesentlich mehr in einem Monat, aber für mich ist das viel :o) ), und davon hatten zwei Stück über 800 Seiten :D Und qualititiv gibt es auch nichts zu beklagen, wenn man von dem einen kleinen Flop mal absieht :)
Und hier die Statistik:

Gelesen:
Beth Haribson - Kaufrausch
Christopher Paolini - Eragon. Die Weisheit des Feuers
Holger Karsten Schmidt - Isenhart
Scott G. Browne - Schicksal
Hans Peter Richter - Damals war es Friedrich
Bernhard Schlink - Der Vorleser

In Seiten:
2782

Durchschnittbewertung:
3,7 Wölkchen

Highlight des Monats:
Holger Karsten Schmidt - Isenhart

Enttäuschung des Monats:
Beth Haribson - Kaufrausch

In Bildern:




Im nächsten Monat geht für mich die Uni wieder los. Ich schätze, das wars dann erstmal mit den gut gefüllten Lesemonaten, weil ich für meine Seminare noch einiges an Lesestoff abzuarbeiten habe. Aber eineinhalb Wochen dauert noch die Gnadenfrist; da werde ich versuchen, einiges zu schaffen, um den Standart zumindest ansatzweise zu halten :D

29.09.2011

[Stöckchen] Pflichtlektüre

23:13 0 Comments
Gerade habe ich beim Stöbern etwas Interssantes bei BookTherapy gefunden ( *hier* geht's zum Post).
Es handelt sich dabei um ...*Trommelwirbel* ... eine Liste der Bücher, die man auf jeden Fall mal gelesen haben sollte! :D Extrem toll, wenn ihr mich fragt, mal quasi eine Universal-Must-Read-Liste zu haben - auch wenn so eine Liste natürlich nur sehr subjektiv sein kann.
Hier kommt mal meine Auswertung; fett ist immer das, was ich gelesen habe:

1. Der Herr der Ringe, JRR Tolkien
2. Die Bibel (jaaa, nur in Auszügen natürlich :o) )
3. Die Säulen der Erde, Ken Follett
4. Das Parfum, Patrick Süskind
5. Der kleine Prinz, Antoine de Saint-Exupéry
6. Buddenbrooks, Thomas Mann
7. Der Medicus, Noah Gordon
8. Der Alchimist, Paulo Coelho
9. Harry Potter und der Stein der Weisen, JK Rowling
10. Die Päpstin, Donna W. Cross

11. Tintenherz, Cornelia Funke
12. Feuer und Stein, Diana Gabaldon
13. Das Geisterhaus, Isabel Allende
14. Der Vorleser, Bernhard Schlink
15. Faust. Der Tragödie erster Teil, Johann Wolfgang von Goethe
16. Der Schatten des Windes, Carlos Ruiz Zafón
17. Stolz und Vorurteil, Jane Austen
18. Der Name der Rose, Umberto Eco
19. Illuminati, Dan Brown
20. Effi Briest, Theodor Fontane

21. Harry Potter und der Orden des Phönix, JK Rowling
22. Der Zauberberg, Thomas Mann
23. Vom Winde verweht, Margaret Mitchell
24. Siddharta, Hermann Hesse
25. Die Entdeckung des Himmels, Harry Mulisch
26. Die unendliche Geschichte, Michael Ende
27. Das verborgene Wort, Ulla Hahn
28. Die Asche meiner Mutter, Frank McCourt
29. Narziss und Goldmund, Hermann Hesse
30. Die Nebel von Avalon, Marion Zimmer Bradley

31. Deutschstunde, Siegfried Lenz
32. Die Glut, Sándor Márai
33. Homo faber, Max Frisch
34. Die Entdeckung der Langsamkeit, Sten Nadolny
35. Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins, Milan Kundera
36. Hundert Jahre Einsamkeit, Gabriel Garcia Márquez
37. Owen Meany, John Irving
38. Sofies Welt, Jostein Gaarder
39. Per Anhalter durch die Galaxis, Douglas Adams
40. Die Wand, Marlen Haushofer

41. Gottes Werk und Teufels Beitrag, John Irving
42. Die Liebe in den Zeiten der Cholera, Gabriel Garcia Márquez
43. Der Stechlin, Theodor Fontane
44. Der Steppenwolf, Hermann Hesse
45. Wer die Nachtigall stört, Harper Lee
46. Joseph und seine Brüder, Thomas Mann
47. Der Laden, Erwin Strittmatter
48. Die Blechtrommel, Günter Grass
49. Im Westen nichts Neues, Erich Maria Remarque
50. Der Schwarm, Frank Schätzing

51. Wie ein einziger Tag, Nicholas Sparks
52. Harry Potter und der Gefangene von Askaban, JK Rowling
53. Momo, Michael Ende
54. Jahrestage, Uwe Johnson
55. Traumfänger, Marlo Morgan
56. Der Fänger im Roggen, Jerome David Salinger
57. Sakrileg, Dan Brown
58. Krabat, Otfried Preußler
59. Pippi Langstrumpf, Astrid Lindgren
60. Wüstenblume, Waris Dirie Will

61. Geh, wohin dein Herz dich trägt, Susanna Tamaro
62. Hannas Töchter, Marianne Fredriksson
63. Mittsommermord, Henning Mankell
64. Die Rückkehr des Tanzlehrers, Henning Mankell
65. Das Hotel New Hampshire, John Irving
66. Krieg und Frieden, Leo N. Tolstoi
67. Das Glasperlenspiel, Hermann Hesse
68. Die Muschelsucher, Rosamunde Pilcher
69. Harry Potter und der Feuerkelch, JK Rowling
70. Tagebuch, Anne Frank

71. Salz auf unserer Haut, Benoîte Groult
72. Jauche und Levkojen , Christine Brückner
73. Die Korrekturen, Jonathan Franzen
74. Die weiße Massai, Corinne Hofmann
75. Was ich liebte, Siri Hustvedt
76. Die dreizehn Leben des Käpt’n Blaubär, Walter Moers
77. Das Lächeln der Fortuna, Rebecca Gablé
78. Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran, Eric-Emmanuel Schmitt
79. Winnetou, Karl May
80. Désirée, Annemarie Selinko

81. Nirgendwo in Afrika, Stefanie Zweig
82. Garp und wie er die Welt sah, John Irving
83. Die Sturmhöhe, Emily Brontë
84. P.S. Ich liebe Dich, Cecilia Ahern
85. 1984, George Orwell
86. Mondscheintarif, Ildiko von Kürthy
87. Paula, Isabel Allende
88. Solange du da bist, Marc Levy
89. Es muss nicht immer Kaviar sein, Johanns Mario Simmel
90. Veronika beschließt zu sterben, Paulo Coelho

91. Der Chronist der Winde, Henning Mankell
92. Der Meister und Margarita, Michail Bulgakow
93. Schachnovelle, Stefan Zweig
94. Tadellöser & Wolff, Walter Kempowski
95. Anna Karenina, Leo N. Tolstoi
96. Schuld und Sühne, Fjodor Dostojewski
97. Der Graf von Monte Christo, Alexandre Dumas
98. Der Puppenspieler, Tanja Kinkel
99. Jane Eyre, Charlotte Brontë
100. Rote Sonne, schwarzes Land, Barbara Wood


So, mit 28 Stück ganz okay, möchte ich meinen ;) Einige Bücher stehen aber noch auf meiner Wunschliste - wie "Die Blechtrommel" von Günther Grass zum Beispiel, oder "Der Schwarm" von Frank Schätzing - und einige sind nach dieser Liste auf die Wunschliste gekommen. 
Wer möchte, kann sich gerne bedienen und auch mal gucken, was noch auf der Leseliste "fehlt" xD

28.09.2011

[Gerede] Mission accomplished

08:30 0 Comments
  Durch die Arbeit entsteht aus einem Einfall die Welt.
 Friedrich Dürrenmatt


Die letzten dreieinhalb Wochen über hatten meine Familie und ich eine Mission. Diese forderte bedingungslosen Einsatz und harte Arbeit. Sie hat unendlich an unser aller Nerven gezehrt und uns einen Haufen Improvisationstalent gekostet.
Doch nun ist es vollbracht – das Ziel ist erreicht und wir können uns zu der gelungenen Arbeit gratulieren.
Nein, es handelte sich nicht um die Ausrichtung eines perfekten runden Geburtstags – was bei unserer Verwandtschaft auch schnell zur Geduldprobe werden kann - sondern um die undankbare Aufgabe, das Zimmer, das meine Schwester und ich uns teilen (nun ja, seit meinem studiumsbedingten Auszug ist das Verhältnis naturgemäß nur noch 80:20), von Grund auf zu renovieren. Es ist vielleicht erstaunlich, aber das war die allererste Komplettentrümplung- und Alles-neu-mach-Aktion, die ich aktiv mitgestaltet habe. Und dabei wurde mir eine tragende Rolle zuteil, was den Chaosfaktor enorm erhöhte.
Beginnen wir doch zum Beispiel mit dem Ausmessen. Niemand kam auf den Gedanken, dass ich da groß was falsch machen könnte. Und das, obwohl ich meine Talentfreiheit, die bei allem, was mit Zahlen zu tun hat, in Erscheinung tritt, nun schon oft genug bewiesen habe. Und was war das Ende vom Lied? Es fehlten vorne und hinten von meinem mit viel Liebe gebastelten Grundriss locker 5 cm – und schon passten die Möbel nicht mehr hinein. Mein bescheidener Vorschlag, ein bisschen Wand einzureißen, und das Zimmer etwas zu vergrößern, wurde leider einfach ignoriert, und so mussten wir die vorher heiß ausdiskutierte Möbelanordnung wieder verwerfen und uns eine Alternative ausdenken. Der nächste katastrophale Zwischenfalle hatten wir dann, als die Wand beschloss, dass mein Vorschlag vom vergrößerten Zimmer doch nicht so dämlich war und von selbst einstürzte. Tjaaa, Altbau eben. Da kommt einem schon mal ein Stück Wand entgegen, wenn man die Steckdosen neu verlegen möchte. Dieser Schaden wurde aber von meinem Vater fachgerecht behoben und so blieb das Zimmer leider so klein wie eh und je.
Was aber das meiste Blut, die meisten Tränen und den meisten Schweiß gekostet hat, war nicht etwa der exakte Rapport bei der Muster-Tapete oder das Aufbauen der neuen Möbel (auch, wenn bei letzterem die Verletzungsquote am höchsten war), sondern meine Spezial-Aufgabe, die ich mir selbst auferlegt habe, aber ohne die tatkräftige Unterstützung von Mutter und Schwester niemals geschafft hätte. Es ging dabei um ein 30-jähriges Bücherregal, das schon bei meinem Vater im Jugendzimmer gestanden hat und mir einfach ans Herz gewachsen ist. Dieses Regal musste einfach in das neu gestaltete Zimmer übernommen werden – doch dazu war eine Generalüberholung nötig. Das heißt im Klartext: komplett abschleifen und neu lackieren. Klingt locker. Ist es aber nicht. Fast 4 Tage lang habe ich jeden Morgen damit verbracht, dieses Regal mit Schleifpapier zu behandeln. Es ist quasi meine Doktorarbeit. Der Witz ist nämlich, dass man es nicht auseinanderbauen kann und ich deshalb Wände und Bretter nur in wundervollen Verrenkungen abschleifen konnte. So etwas anstrengendes habe ich schon lange nicht mehr gemacht. Aber es hat sich wirklich gelohnt. Dank des neuen, weißen Anstrichs passt es perfekt ins Ensemble und die Bücher können wir auch wieder genauso einräumen, wie sie vorher waren. Es muss ja nicht immer alles neu sein. Restaurierte Regale haben sowieso viel mehr Charme; und durch die Arbeit, die wir mit dem Ding hatten, sieht es im Endergebnis gleich doppelt so schön aus ♥


27.09.2011

[Rezi] Hans Peter Richter - Damals war es Friedrich

15:03 0 Comments
 
Erscheinungsjahr: 2005
Genre: Kriegsroman
Seitenzahl: 158



Teaser:
Schuldbewusst senkte Vater den Blick auf den Boden. Fast flüsternd teilte er Herrn Schneider mit: "Ich bin in die Partei eingetreten." Ebenso leise und ein wenig enttäuscht entgegnete Herr Schneider: "Ich weiß!"




Handlung 
Deutschland zur Zeit des frühen Nationalsozialismus. In einem Mietshaus mit mehreren Parteien leben zwei miteinander befreundete Familien. Beide haben sie jeweils einen Sohn im selben Alter, die sich fast von ihrer Geburt an kennen und die besten Freunde sind. Zusammen wachsen die beiden Jungen auf und hätten eine unbeschwerte Kindheit haben können, wenn nicht die antisemitische Linie der Regierung immer mehr auf die Bevölkerung übergehen würde. Denn die Schneiders mit ihrem Sohn Friedrich, eine der beiden Familien, sind gläubige Juden und bekommen immer mehr die Auswirkungen der Diskriminierung zu spüren. Anfangs können sie sich - mit der Unterstützung der befreundeten Familie - noch behaupten, doch langsam aber stetig greifen die Methoden zur Auslöschung der Juden immer weiter und gnadenlos um sich.

Meine Meinung
Die Hauptfigur in diesem Buch ist unfraglich der Junge der jüdischen Familie Schneider, Friedrich, auch wenn die Geschichte aus Sicht des Jungen der Nachbarfamilie, von denen man die ganze Zeit über keinen einzigen Namen erfährt, erzählt wird.
Es geht dabei weniger um die komplette Lebensgeschichte der Familie Schneider, sondern vielmehr werden in Form von thematisch zusammenpassender Kurzgeschichten kleine Ausschnitte und Begebenheiten aus dem Alltag beider Familien erzählt. Lediglich die letzten Kapitel des Buches schließen nahtlos aneinander an. Durch dieses Herausgreifen einzelner Geschehnisse wird eine dicht Atmosphäre geschaffen, die dem Leser viele kleine Details, aber auch ds große Gesamtbild gut vermitteln. So merkt man schon von Anfang an, dass beide Familien ihre Kinder sehr liebevoll und behütet aufwachsen lassen und ihnen zu dem bestmögliche Leben verhelfen wollen. Der Vater der Familie Schneider hat einen gut bezahlten Beamtenjob und ein dementsprechend gutes Einkommen. Im Gegensatz dazu ist der Vater - zu dieser Zeit ja meistens der Alleinverdiener - der Nachbarsfamilie schon länger arbeitslos. Die Schneiders helfen ihnen des öfteren aus, und zwar mit so viel Feingefühl, dass sich niemand so fühlt, als wären es Allmosen, die Herr Schneider da verteilt. Die beiden Jungs wachsen also in Eintracht miteinander auf und jeder ist in die jeweils andere Familie integriet. Als dann die Nationalsozialisten immer mehr Fürsprecher erhalten, gelingt es Friedrich und seiner Famile nicht sehr lange, der aufgewiegelten Bevölkerung stand zu halten.
Durch den fast schon neutralen Schreibstil des Autors und die eben erwähnte Art, kleine Alltagsgeschichten zu sammeln, wird zwar eine gewisse Distanz zwischen Leser und Story geschaffen, gleichzeitig ist es eine sehr direkte Art des Schreibens, die einen regelrecht hineinwirft in das Geschehen. Die Wirkung dieses Schreibstils kommt am Anfang noch nicht so zum Tragen, doch als es dann zunehmend um die Angst, den Schrecken und auch die Ohnmacht und Hilflosigkeit der Nachbarsfamilie geht, werden eben dieses Gefühle sehr stark zum Leser transportiert.
Wie viele Bücher, die das Thema Nationalsozialismus zum Thema haben, hat auch dieses Werk mich sehr berührt. Es ist ja mit knapp 160 Seiten ziemlich kurz und bündig, trotzdem werden meiner Meinung nach viele wichtige Aspekte behandelt; das Gefühl der wachsenden Bedrohung auf der einen Seite, aber auch die Sicherheit, die der Staat den nicht-jüdischen Deutschen garantiert hat - in Form von sicherer Arbeit zum Beispiel - was für viele der ausschlaggebende Grund war, der NSDAP beizutreten wird gut vermittelt. Die Nachbarnsfamilie besteht nur aus ganz normalen Menschen von nebenan, wie die Schneiders eben auch, es sind keine Helden, keine besonders mutige Leute, aber dennoch versuchen sie so lange wie möglich, die Schneiders zu unterstützen und helfen ihnen auch noch, als es schon für sie selbst gefährlich ist. Vor allem für Friedrich und seinen Freund, die in diese Zeit hineinwachsen, ist es absolut unverständlich, wieso der eine beispielsweise ins Kino gehen darf und der anderen nicht. Trotzdem hält ihre Freundschaft an.
Wenn man sich mit diesem Thema auseinandersetzten möchte, ist dieses Buch sicher eine gute Lektüre, um sich in die Zeit einzufühlen. 4 Wölkchen gibt es von mir.


25.09.2011

[Rezi] S. G. Browne - Schicksal

15:31 1 Comments
Originaltitel: Fated
Erscheinungsjahr: 2011
Genre: Humor & Satire
Seitenzahl: 409

Teaser:
Ich bin in China Town und esse mit Faulheit und Völlerei Dim Sum, verschiedene frittierte und gedämpfte Vorspeisen. Völlerei hat gerade erfolgreiche eine Konferenz der WeightWatchers sabotiert und bringt seinen dritten Nachschlag Har-Gau-Knödel hinter sich, während Faulhiet nach einem dreistündigen Nickerchen von einem Apathie-Hoch runterkommt.



Handlung 
Die Hauptrolle in diesem Roman übernimmt das Schicksal höchstpersönlich. Auch Sergio genannt, ist es Teil der kosmischen Ordnung, die das Leben der Menschen regelt. Dazu weist es den Personen, die auf seinem Pfad wandeln, ihre optimalen Lebenswege zu. Ob diese dann auch beschritten werden, steht allerdings auf einem anderen Blatt.
Denn leider ist es so, dass dem Schicksal immer nur die Versager unter den Menschen zugeteilt werden. Die erfolgreichen und zu Höherem auserkorenen, kommen auf den Pfad von Bestimmung, Sergios Kollegin. Aus diesem Grund hat er die Nase voll von seinem Job. Denn nicht nur, dass er die Erfolgsquoten nicht erfüllt, er wird auch ständig für die verpfuschten Leben seiner Menschen verantwortlich gemacht. Obwohl er absolut nichts dafür kann, dass die Menschen von den personifizierten Emotionen wie Feindseligkeit oder Gier zu Entscheidungen verleitet werden, die sie von ihrem besten Weg abbringen. Nach einem Gespräch mit dem obersten Chef Jerry – oder auch Gott – beschließt Sergio, dass es so nicht weitergeht. Also krempelt er sein Arbeitsverhalten um und bricht die wichtigste Regel seines Arbeitsvertrags: Misch dich niemals in das Leben der Menschen ein. Mit den besten Absichten begonnen, haben seine Versuche, die Menschen auf den richtigen Weg zu schicken, allerdings unbedachte Folgen, die Jerry gar nicht gefallen.
Abgesehen von seinem desolaten Arbeitsleben hat das Schicksal ein weiteres Problem: Er verliebt sich Hals über Kopf in Sara, eine Sterbliche. Und so bricht er die nächsten Regeln, die Jerry aufgestellt hat; nie Beziehungen mit Menschen einzugehen und ihnen vor allem nichts von dem kosmischen Gefüge zu erzählen.

Meine Meinung
Dieses Buch ist, um es mit einem Wort zu beschreiben, sehr amerikanisch. So ziemlich jedes Klischee über die Menschen in den USA kommt darin vor und selbst der Schreibstil ist in dieser gewollt lockeren, leicht ironischen Art gehalten. Fast gezwungen zwanglos, wie ich es eigentlich nur von amerikanischen Schriftstellern kenne.
Die Geschichte ist zwar nicht neu, aber trotzdem unterhaltsam. Gott als Manager der Menschheit unterstehen Mitarbeiter wie zum Beispiel Karma, Faulheit, Glück, Liebe, Gerücht, Tod und so weiter, die ihrem Namen entsprechend auf der Erde unter den Menschen genau das verteilen: Karma, Faulheit, Glück, etc. Auf den ersten Blick wird die Menschheit in diesem Roman ganz schön aufs Korn genommen. Ihre Konsumsucht und ihre Neigung, sich ständig alle Chancen auf ein besseres Leben zu verbauen. Denn erst dadurch entstehen ja die Probleme des Schicksals. Es sieht in die Zukunft der Menschen, und das mit allen möglichen Alternativen. Deshalb weiß es auch immer, wie das Leben seiner Menschen verläuft und auch, wie es verlaufen könnte. Diesen Aspekt finde ich sehr schön herausgearbeitet und es wird nicht langweilig, die Pfade der beschriebenen Menschen zu verfolgen; vor allem nicht, nachdem Sergio aktiv in den Verlauf eingegriffen hat.
Hauptsächlich beschäftigt sicher der Roman aber natürlich mit Schicksals eigenem Schicksal. Mit seinen Versuchen, den Job besser zu machen und mit seiner Beziehung zu Sara. Dabei interagiert es auch mit den anderen Unsterblichen, die es schon seit Ewigkeiten kennt, und die alle einen paradoxen Spleen haben. Oder wer kann sich vorstellen, dass der personifizierte Tod eine schreckliche Phobie vor Leichen hat? Diese kleinen Details der Charaktere des kosmischen Gefüges machen den Roman zu einem humorvollen und unterhaltsamen Buch.
Allerdings wurde diese Art von Humor doch ein wenig überreizt. Wenn man 400 Seiten ständig mit dem selben Witz konfrontiert wird – wenn auch immer in etwas abgewandelter Form – verliert dieser irgendwann an Würze. Auch der Schreibstil eignet sich meiner Meinung nach eher für eine regelmäßige Kolumne und nicht unbedingt für einen Roman. In überschaubaren Dosen kann man ihn sicher besser würdigen, denn so ist der anfängliche Reiz schnell verflogen.
Was mir aber dann noch gut gefallen hat, waren die leicht metaphysisch angehauchten Fragen gegen Ende: Was macht Mensch-Sein aus? Was ist (ein bisschen überspitzt formuliert) der Sinn des Lebens? Und vor allem die Antworten darauf, die zwar nicht klar formuliert werden, aber dennoch leicht zu erkennen sind.
Schicksal! war für mich ein nettes Leseerlebnis. Nicht anspruchsvoll oder überraschend, aber mit einigen lustigen Passagen ist es ideal als entspannende (Spät-)Sommerlektüre geeignet.
Dafür gibt es 3 Wölkchen

 


Vielen Dank für dieses Rezensions-Exemplar an das Team von vorablesen.de und den Droemer-Verlag :)

20.09.2011

[Rezi] Holger Karsten Schmidt - Isenhart

19:42 0 Comments

Originaltitel: Isenhart
Erscheinungsjahr: 2011
Genre: Historischer Roman
Seitenzahl: 807

Teaser:
Es gibt nichts Zwingenderes als die Logik.
Die Logik nahm ihm diese Wege ab. Dies und Isenharts Eingebung, die Vorgänge mit den Augen des Mörders zu betrachten, führte ihn näher zur Quelle. Beide Faktoren grenzten die Anzahl der möglichen Täter auf eine kleine Gruppe ein.



Handlung
Die Geschichte spielt im Mittelalter; im 12. Jahrhundert, um genau zu sein. Es ist die Epoche der Kreuzzüge und der Unterdrückung durch die katholische Kirche.
Mitten hinein in diese Zeit geboren wird der Namensgeber und Protagonist des Romans – Isenhart. Die Umstände seiner Geburt sind äußerst mysteriös, denn er kommt tot zur Welt und wird von einem unheimlichen Fremden wiederbelebt, nur um kurz darauf von seinem zukünftigen Mentor Walter von Ascisberg erneut getötet und daraufhin noch einmal zurück ins Leben geholt zu werden. Er nimmt das Baby, dessen Mutter bei der Geburt gestorben ist und der Vater unbekannt ist, zur Burg Laurin und lässt es dort von dem ansässigen Schmied und seiner Familie großziehen. Auf Grund der Fürsprache Walters erhält der heranwachsende Junge ganz standesuntypisch die selbe Bildung wie der Stammhalter der Familie von Laurin – Konrad. Mit diesem verbindet ihn trotz aller Unterschiede bald eine tiefe Freundschaft und die beiden ergänzen sich hervorragend. Während Konrad der ungestüme Kämpfer ist, dem man in physischer Hinsicht schon früh kaum das Wasser reichen kann, besitzt Isenhart eine überragende Intelligenz und einen unersättlichen Wissensdurst, weshalb die beiden ein effizientes Team bilden.
Als Isenhart zu einem jungen Mann heranwächst, verliebt er sich Hals über Kopf in Konrads Schwester Anna, die seine Gefühle erwidert. Eine zeitlang schweben die beiden auf Wolke 7, bis Isenhart an einem kalten Winterabend Annas leblosen Körper im Wald auffindet. Sie wurde mit einem ungeschickten Schnitt durch die Kehle getötet und danach wurde ihr das Herz entnommen. Ab diesem Zeitpunkt zählt für Isenhart und Konrad nur noch eins: den Mörder zu finden und ihn seiner gerechten Strafe zuzuführen. Vor allem, als in einer benachbarten Stadt weitere Morde mit dem selben Schema geschehen, steht fest: der Täter muss unter allen Umständen gefasst werden. Und ganz nebenbei muss Isenhart für sich auch noch die Frage nach seiner Herkunft klären und mit Konrad zusammen die Zukunft des Hauses Laurin absichern.

Meine Meinung
Im Groben geht es darum, mit Logik und den begrenzten Möglichkeiten der Kriminaltechnick (falls man davon überhaupt reden kann) im Mittelalter einen Serienmörder zu stellen. Aber diese Beschreibung umfasst nicht mal im Entferntesten die ganze Spannbreite des Buches.
Der Leser begleitet mit der Geschichte quasi das gesamte Leben Isenharts – einem überaus intelligenten Mann, der sein Leben der Wissenschaft verschrieben hat und immer zu neuen Erkenntnissen kommen muss. Damit steht er ziemlich alleine da, denn Konrad bleiben diese Welten, die Isenhart so neugierig erforscht, verschlossen. Es interessiert ihn einfach nicht. So hat Isenhart anfangs nur seinen Lehrer Walter, mit dem er sich messen, und den er um Rat fragen kann. Wider Erwarten trifft er bei seinen Ermittlungen nach Annas Mörder auf einen Menschen, der ihm wie ein Seelenverwandter vorkommt – Henning, der Sohn eines Medicus. Auch dieser strebt nach mehr, als der gemeine Verstand zu fassen vermag, und ist genau wie Isenhart bereit, trotz kirchlichem Verbot, die Gesetzte der Natur zu erforschen.
Man hat mit diesem Buch also nicht einfach nur einem historischen Kriminalroman, der für sich alleine stehend schon sehr einnehmend, gut recherchiert und wunderbar zu lesen ist. Man erhält außerdem einen tollen Einblick in die Mentalität der Menschen im Mittelalter. Wie die Kirche der Wissenschaft im Wege stand, weil sie befürchten musste, durch geistigen Fortschritt an Macht zu verlieren. Generell werden die damaligen Machtverhältnisse und vor allem der Kampf darum stark thematisiert. Außerdem geht es auch um sehr tiefgehende philosophische und theologische, physikalische oder mathematische Fragen, die zum Teil auch heute unbeantwortet geblieben sind. Geradezu ketzerische Gedanken hat Isenhart des öfteren, und nicht selten bringt er sich deswegen in Gefahr. Und wie ganz nebenbei lernt man als Leser ganz viel über Geometrie, Mathematik oder auch über Kombinatorik an sich. Normalerweise bin ich wirklich kein Fan von allem, was mit Gleichungen oder so etwas zu tun hat, aber in diesem Fall ist das anders. Der Autor schafft es, die teilweise trockenen Themen von unten nach oben zu entwickeln, sodass man auch als Ahnungsloser den Gedankengängen folgen kann. Ich glaube, ein Buch, das meine Allgemeinbildung in solch einem Maß erweitert hat, ist mir noch nicht begegnet. Es kommt darüber hinaus ständig zu überraschenden Wendungen, sodass bei aller Wissenschaftlichkeit auch die Story keineswegs zu kurz kommt und immer spannend bleibt. Denn trotz der vielen verarbeiteten Themen, gelingt die Gratwanderung zwischen der Story und den wissenschaftlichen Aspekten aufs allerbeste.
Insgesamt ein wundervolles Buch, vielfältig, gut recherchiert und dabei immer fesselnd und abwechslungsreich. Ich bin richtig traurig, dass es zu Ende ist. Eindeutig ein neues Lieblingsbuch! Darum von mir 5 hochverdiente rosa Wölkchen!


Für dieses Rezensions-Exemplar danke ich dem Team von vorablesen.de und dem Verlag Kiepenheuer & Witsch ganz herzlich :)

19.09.2011

[Stöckchen] Lese-Lebenslagen

23:23 0 Comments
Heute gibts mal wieder ein kleines Stöckchen :)
Aufegsammelt habe ich es bei Ailis' Leseturm. Es geht dabei um alle möglichen und unmöglichen Orte, an denen Lesesüchtige ihrer Lieblingsbeschäftigung nachgehen (oder auch nicht) :)
Also voilà - hier das ausgefüllte Stöckchen:

Wo und wann liest du am liebsten?

Beim Essen?
Auf keinen Fall. Als Grobmotoriker wären meine Bücher im höchsten Grade gefährdet, wenn ich beim Essen lesen würde. Oder beim Lesen essen. Je nachdem. Außerdem würd mich das eine nur vom anderen ablenken ;)

Beim Baden?
Sehr, sehr gerne. Heißes Wasser, Blubberschaum, ein tolles Buch und ich bin glücklich :)

Am Örtchen?
Hin und wieder. Kommt gerade drauf an, wie spannend ein Buch ist, und ob ich es deshalb nicht aus solch einem nichtigen Grund - den ein Toilettenbesuch in diesem Fall darstellt - unterbrechen möchte.

Beim Laufen?
Höchstens auf dem Weg zum Klo ;) Aber so richtig lieber nicht. Damit wäre ich wohl eine grobe Verkehrsgefährdung.

Beim Friseur?
Da ich da immer in Begleitung einer kompetenten Beraterin/guten Freundin hingehe, fällt da das Lesen aus.

Im Wartezimmer?
Aber sicher. Was soll ich denn da sonst? :o)

In der Werbepause?
Wenn der Film oder die Serie sowieso langweilig ist und ich nach der Werbepause gleich weiterlese und der Fernseher nur noch im Hintergrund läuft.

Im Auto (Beifahrer)?
Nein. Lieber beschäftige ich mich dann mit dem Radio und dem Fahrer :)

Im Park, Freibad, etc.?
Immer. Das gehört für mich dazu.

In der Kassenschlange?
Da würde mich zu viel ablenken glaub ich. Außerdem beobachte ich an der Kasse viel lieber die anderen Kunden ;)

Im Bett nach dem Aufstehen?
Oh ja! Sonntags ganz lange ausschlafen und dann einen schönen Lese-Mittag anschließen - perfekt :D

In der Pause (Kino, Theater, etc.)?
Witzige Vorstellung :P Aber nein, da lese ich nicht.

Bevor der Hauptfilm im Kino beginnt?
Und mir die Kinowerbung entgehen lassen? Nie im Leben ;)

In der U-Bahn, Straßenbahn, im Zug?
Auf jeden Fall.

An der Haltestelle, auf dem Bahnhof?
Im Winter eher selten, da bibbere ich meistens nur genervt vor mich hin. Aber im Frühling geht's dann wieder los.

Im Restaurant oder Café (wenn man alleine ist)?
Ich setz mich nicht allein in ein Restaurant oder ins Café. Also nein.

Unter der Bettdecke mit Taschenlampe (als Kind)?
Das war mir immer viel zu ungemütlich, deshalb hab ichs nach kurzer Zeit aufgegeben.

Während des Kochens (Kochbuch zählt nicht)?
Nein, ich kann schon ohne Ablenkung nur schwer ein genießbares Essen basteln

Während eines Besuches (wenn Gastgeber telefoniert etc.)?
Nein. Ich glaube, wenn das so wäre, hätte meine Lesesucht schon fast krankhafte Züge angenommen;)

Während langer Computerprozesse (Scannen, Booten, etc.)?
Wenn ich rechtzeitig mitkriege, dass es sich lohnt, dann ja.

Auf der Arbeit / in der Schule?
Jap und in der Uni führe ich diese Tradition schön brav fort :)


Soderle, fertig :)
Natürlich darf sich jeder, der möchte, das Stöckchen mitnehmen :D

16.09.2011

Literarische Interferenzen

16:48 0 Comments
Es passieren manchmal seltsame Dinge in meinem Kopf. Assoziationen, die kein Mensch nachvollziehen kann oder für andere unverständliche Schlussfolgerungen sind keine Seltenheit. Deshalb bin ich auch so schlecht in Mathe. Jedenfalls führt das gleichermaßen oft zu ausgedehnten Lachanfällen und großer Verwirrung in meinem Umfeld.
Und jetzt habe ich eine neue Synapsfehlzündung entdeckt, die mir bisher noch nicht aufgefallen ist.
Ich schleppe nämlich seit neustem Inhalte des Buches, das ich als letztes gelesen habe, in das aktuelle. Dabei ertappt habe ich mich gestern, als ich gerade dabei war, eine Schlachtszene in „Isenhart“ zu lesen und als es brenzlig für den Protagonisten wurde die ganze Zeit nur dachte: „Warum zaubert der Depp denn nicht endlich und rettet alle?“. Inspiriert war das natürlich von dem lieben Eragon, der bekanntermaßen auch öfter mal in einen Kampf verwickelt wird und am Ende meistens durch Zauberei das Blatt zu seinen Gunsten wendet. Aber wie konnte das passieren? Schließlich ist „Eragon“ ein Fantasy-Roman, während „Isenhart“ eine wundervolle historischer Geschichte ist.
Vielleicht lag es daran, dass beide Geschichten in etwa in der gleichen Zeit spielen (bei „Eragon“ wird das zwar nicht explizit erwähnt und es ist bei einem Fantasy-Roman vielleicht auch schwer zu sagen, aber ich würde die Geschichte trotzdem ins Mittelalter setzten) und deshalb oft das selbe spezifische Vokabular verwendet wird. Oder mein Hirn leidet an Reizüberflutung. Oder es hatte „Eragon“ noch nicht genügend verarbeitet.
Was es auch war, ich hoffe, das passiert ab jetzt nicht regelmäßig. Sonst bin ich am Ende ganz verwirrt. Selbstversuch folgt :)

11.09.2011

[Rezi] Christopher Paolini - Eragon. Die Weisheit des Feuers

21:51 0 Comments
Originaltitel
Brisingr or The Seven Promises of Eragon Shadeslayer and Saphira Bjartskular. Inheritance Book Three
Erscheinungsjahr: 2008
Genre: Fantasy
Seitenzahl: 864

Teaser:
Fauchend ließ Dorn von Saphira ab. Er krümmte den Hals, und Eragon hörte das Rauschen der Luft, als Murtaghs Drache seine Lungen füllte. Eragon duckte sich und riss den Arm vors Gesicht. Im nächsten Moment hüllte ein lodernder Flammenball Saphira ein.

Achtung - Spoilergefahr!*Achtung - Spoilergefahr!*Achtung - Spoilergefahr!

Handlung
In diesem dritten Teil geht der Kampf gegen den tyrannischen Herrscher Galabtorix weiter und spitzt sich mehr und mehr zu. Alle Völker Alagaesiens - Menschen, Elfen, Zwerge und Urgals - haben sich zusammengetan, um den Verräter zu stürtzen.
Doch bevor es richtig losgeht, haben Eragon und sein Cousin Roran noch eine wichtige Mission zu erfüllen. Sie müssen Rorans Verlobte Katrina aus den Fängen der finsteren Ra'zac befreien. Damit knüpft die Geschichte an den Vorgängerband an, bei dessen Ende die beiden geschworen hatten, die Ra'zac zu finden und alles zu unternehmen, um die Tode vieler Dorfbewohner zu rächen und natürlich wie gesagt, Katrina zu retten.
Unter erheblicher Anstrengung gelingt es den beiden mit Saphiras Hilfe, den Unterschlupf der Kreaturen zu finden und jeden einzelnen davon zu töten. Danach ist Katrina schnell gefunden und befreit, die, wenn auch nach der Folter, die sie erleiden musste, spürbar mitgenommen, sofort bereit ist, sich den Varden anzuschließen. So schickt Eragon Saphira mit Roran und Katrina zum Lager der Rebellen, während er selbst sich einem unerwarteten Problem zuwendet: Dem Schicksal des Verräters Sloan, den er weder einfach töten möchte, noch in seine Heimat zurückkehren lassen kann. Nachdem er eine akzeptable Lösung für das Problem gefunden hat, macht auch er sich auf den Rückweg, um die Varden bei dem bevorstehenden Kampf zu unterstützen.
Die weiter Handlung dreht sich auch im Prinzip ausschließlich um Kämpfe zwischen den Varden und Galabtorix' Streitkräften. Dabei stehen sowohl Rorans als auch Eragons und Saphiras Entwicklung im Vordergrund. Während Roran zu einem erfahrenen Krieger wird und mit immer verantwortungsvolleren Aufgaben betraut wird, suchen Eragon und Saphira nach den Schwachstellen ihres Gegners und bereiten sich mit der Unterstützung all ihrer Verbündeten auf den nahenden Showdown vor.

Meine Meinung
Dieser bis jetzt letzte Teil der Eragon - Reihe hat mir mit Abstand am besten gefallen. Zwar ist auch dieses Buch wieder ein ganz schöner Wälzer, der mit relativ viel unnötigem Füllmaterial vollgestopft ist, aber im Gegensatz zu Band 2 fällt das nicht so stark ins Gewicht, weil trotzdem die Spannung erhalten bleibt. Der Schwerpunkt liegt diesmal nicht sosehr auf einem voranschreitenden Handlungsverlauf, sondern mehr auf der inneren Entwicklung, der Aufdeckung noch verborgener Geheimnisse, Erstellung von strategischen Manövern und der Klärung vieler offener Fragen. Das macht dieses Buch sehr interessant, auch wenn eigentlich nicht so viel passiert. Manchmal wird es sogar fast philosophisch, wenn es um die Existenz von Göttern geht, oder Eragon mit seinem Lehrmeister über den Sinn des Lebens redet. Es sind natürlich keine neuen, bahnbrechenden Gedanken, die Paolini da skizziert, aber es rundet das ganze Buch schön ab. Auch das Aufprallen der Kulturen wird schön dargestellt. Denn obwohl durch den gemeinsamen Kampf gegen Galbatorix verbündet, unterscheiden sich die Wertvorstellungen und Bräuche der Menschen, Zwerge, Elfen und vor allem der Urgals doch sehr, was mehr als einmal zu Reibungen und schweren Auseinandersetztungen führt. Auch bei aller Dipolmatie ist es nicht einfach, alle diese Völker vereint zu halten.
Kampfszenen beherrschen dieses Buch, was mir teilweise nicht so gut gefallen hat. Es war ziemlich brutal an manchen Stellen und diese Kämpfe gehören doch zu einem großen Teil zu oben genannten Füllmaterial. Gerade die Sonderaufträge von Roran hätten nicht so detailliert behandelt werden müssen; spätestens nach dem dritten Einsatz kam dabei auch nichts neues mehr rum.
Gegen Ende wird es dann aber nochmal richtig spannend und vor allem sehr traurig; aber dafür erfährt der Leser viel über Eragons Eltern und kommt außerdem einem der größten Geheimnisse der Geschichte auf die Spur.
Der große Kampf findet natürlich noch nicht statt - schließlich kommt im November ein weiterer Teil der Eragon - Reihe auf den Markt. Ich denke, auch dort warten wieder einige Überraschungen auf die Leser und ich bin schon sehr gespannt darauf, das Buch zu lesen.
Insgesamt gibt es fünf Wölkchen für den meiner Meinung nach bisher besten Teil der Reihe :)



10.09.2011

[Gerede] Oh du Fröhliche?!

14:29 0 Comments
Leider stört oft bereits der Besuch am Ostermontag die Vorfreude auf die Weihnachtsfeiertage
 -Karl Heinz Karius-

Soeben wurde mein Glaube an den gesunden Menschenverstand erschüttert, und meine zarten Ohren einer Qual ausgesetzt, die lange vor ihrer Zeit eingetreten ist.
Passiert ist folgendes: Beim Autofahren höre ich meistens Musik. Entweder kommt diese von einer CD oder aus dem laufenden Radioprogramm. Heute hatte also einen der heimatlichen Radiosender angeschaltet und es ist etwas passiert, das ich niemals erwartet hätte. Ein Lied lief. Ein Lied, das frühstens in 2 Monaten genehmigt werden sollte. Was es war? WHAM mit Last Christmas. Und das am 10. September!
Meine Hoffnung auf geistige Tiefe des Beitrags – es hätte ja sein können, dass die Moderatorin danach den Einzelhandel aufs Korn nimmt, der jetzt schon die Weihnachtsstollen in den Regalen stehen hat und mit diesem Lied nur provozieren wollte – wurde von deren anschließendem Gequatsche brutal zerstört. „Das war ein Lied für alle, die sich genauso auf Weihnachten freuen wie ich“... na, alles klar.
Was mich automatisch zu der Frage verleitet: Kann man sich überhaupt noch auf Weihnachten freuen, wenn die Vorweihnachtszeit in den Spätsommer verlegt wird? Oder wird es eher lästig, weil man fast 4 Monate, also ein Drittel des Jahres, mit der selben Musik, der selben Deko in den Geschäften und der selben Regalbefüllung aushalten muss? Und was sagt es überhaupt aus, wenn das Gefühl der Vorfreude so lange ausgelutscht werden muss, dass der Übergang von akzeptabel zu Körperverletzung fließend ist?
Ich habe mich ja immer darüber amüsiert, ab September die Schokoweihnachtsmänner in den Regalen zu sehen. Einer gewissen Plausibilität kann man da den Geschäften auch nicht absprechen. Da das Weihnachtsgeschäft die lukrativste Zeit für ihren Laden ist, wollen sie die natürlich so früh wie möglich beginnen lassen, damit auch alles ausgekostet werden kann. Und wenn es Leute gibt, die jetzt schon ihr Geld dafür ausgeben wollen – warum nicht. Aber dieses Radioerlebnis war ein Schlüsselmoment. Denn jetzt frage ich mich nur noch, warum es Leute gibt, die ihr Geld jetzt schon für Weihnachtskram ausgeben? Geschenke kaufen ist eine Sache; wenn mich eine gute Idee überfällt, setzte ich die auch so schnell wie möglich um. Aber Lebkuchen? Adventskränze? Muss das denn sein? Ich liebe die Vorweihnachtszeit und Weihnachten auch sehr. Wirklich. Ich liebe sie heiß und innig. Weihnachtsmärkte mit Glühwein, Schnee, überall Lichter; das habe ich schon als Kind unheimlich toll gefunden. Aber genauso mag ich auch den Spätsommer, wenn die Tage langsam wieder kürzer werden und einem der Geruch von Herbst in die Nase steigt. Und hey! Der Herbst ist auch noch da! Bunte Bäume, kühle und klare Luft – auch eine Zeit, die man genießen kann. Und selbst wenn das Wetter mies ist: ein gutes Buch und eine Kuscheldecke und die Welt ist schön. Warum soll man sich das verderben, indem man alles mit Weihnachtskram überdeckt? Seltsame Logik... Das Leben ist eben wirklich ein Irrenhaus ;)
Ab jetzt werde ich einfach wieder meine eigenen CDs im Radio hören und so weit wie möglich versuchen, dem ganzen aus dem Weg zu gehen. Für mich gehört die Weihnachtszeit nämlich einfach in den Winter – genauso wie Christbaumschmuck, Adventskalender & Co. Und eigentlich auch Blog-Posts, in denen das W******** -Wort so oft vorkommt wie in diesem. Das tut mir leid und ich werde nun umgehend mit dem Schreiben aufhören ;)


02.09.2011

[Rezi] Beth Haribson - Kaufrausch

12:57 0 Comments
Originaltitel: Secrets of a Shoe Addict
Erscheinungsjahr: 2008
Genre: (Frauen-) Roman
Seitenzahl: 356


Teaser:
"Ich heiße Sandra Vanderslice, und ich bin schuhsüchtig", sagte Sandra in die verblüfften Gesichter von Tiffany und ihrer Freundin Loreen. "So kam ich ins Telefonsexgeschäft. Ich war süchtig und hatte keine Lust, meine Sucht aufzugeben, also musste ich eine Möglichkeit finden, sie zu finanzieren."



Handlung
Drei Frauen, ein Problem: Jede von ihnen muss schnell eine Menge Geld auftreiben.
Eigentlich pflegen sie alle einen relativ durchschnittlichen Lebensstil. Ihre Kinder erziehen, den Haushalt schmeißen und dabei (mit mehr oder weniger großem Erfolg) ihre Ehen pflegen. Außerdem sind die drei führende Mitglieder des Elternbeirats der Schule. In dieser Funktion begleiten sie die Schülermusikkappelle, in der sich auch ihre eigenen Kinder engagieren, nach Las Vegas zu einem regionalen Wettbewerb. Und genau dort passieren dann eine Reihe unerwarteter Dinge und plötzlich haben alle drei unabhängig voneinaner das selbe Problem: hochverschuldet stehen sie da und haben keine Ahnung, wie sie sich aus diesem Dilemma herauswinden können. Loreen, fast geschieden und entsprechend frustriert, angelt sich unwissenderweise einen Callboy und verbringt mit ihm die teuerste Liebesnacht ihres Lebens. Tiffany, die Vorzeigeehefrau mit ihrer sonst so grenzenlosen Selbstbeherrschung, gibt bei einem hemmungslosen Shoppingtrip in einer sündhaft teuren Boutique Unsummen für Haute-Couture-Kleider aus. Und Abbey wird von den Schatten ihrer Vergangenheit - welche sich leider gar nicht mit ihrem jetzigen Leben als Pfarrersfrau vereinbaren lässt - eingeholt und erpresst. Jede von ihnen hat Angst um ihre Existenz und keiner fällt eine Lösung ein. Da tritt Tiffanys Schwester Sandra auf den Schrim. Auch sie hatte wegen ihrer Schuhsucht enorme Geldprobleme und ihr Weg aus dieser Krise soll auch der der drei anderen sein: Telefonsex. Gesagt, getan. In der Hoffnung, so ihre Schulden schnell abbauen zu können, beginnen sie heimlich mit ihren "Beratungsgesprächen" und bekommen einige kuriose Gestalten ans Telefon


Meine Meinung
Von Anfang an hatte ich so meine Probleme, mich in die Geschichte einzufinden. Das liegt zum Teil wahrscheinlich einfach daran, dass ich mich mit den Protagonistinnen nicht identifizieren konnte; Ehe, Familie und das alles liegt ja noch weit vor mir ;) Aber zu einem Großteil rechne ich es auch dem ziemlich öden Schreibstil der Autorin an. Er ist nicht besonders mitnehmend oder humorvoll, auch wenn der Versuch, gewitzt zu schreiben, nicht zu übersehen ist, sondern einfach nur sehr schlicht und nüchtern.
Der ganze Aufbau der Geschichte war für mich ziemlich langweilig; es gab keine Spannung und allgemein nichts außergewöhnliches oder herausragend überraschendes. Nach dem ersten Viertel des Buches kann man die Geschichte im Prinzip selbst weiterschreiben, weil sowieso nur Klischee für Klischee abgehakt wird. Das einzige, was die Autorin ansatzweise interessant gestaltet hat, war Abbeys Vergangenheit und die Erpressung und die Drohungen von ihrem Ex-Freund, der nach 10 Jahren Gefängnis zurückgekehrt ist, um das Geld einzufordern, das seiner Meinung nach ihm gehört. Aber das wars auch schon. Ansonsten sind alle Charaktere so unspezifisch und allgemein gestaltet wie es nur geht. Was mich hierbei noch besonders genervt hat war, dass jede wirklich immer, sobald ein Problem auftritt, sich erstmal mit einem bis acht Drinks "beruhigen" muss. 
Der deutsche Titel ist in dem Sinn ungünstig gewählt, weil er (zumindest mich) zu der Annahme verleitet, dass es vordergründig um Shopping geht. Allerdings befassen sich nur die ersten Kapitel damit und den Rest des Buches versuchen die Frauen bloß, das verlorene Geld wieder auf ihr Konto zu bekommen.
Ein Gutes gab es dann aber doch: das Buch ist nicht dick und liest sich auch sehr schnell runter. So muss man sich wenigstens nicht lange damit herumschlagen. Insgesamt gebe ich ihm mit viel gutem Willen: