25.12.2011

# Rezensionen

[Rezi] Kerstin Gier - Saphirblau

Erscheinungsjahr: 2010
Genre: Jugenbuch
Reihe: Edelstein-Trilogie, Teil II
Seitenzahl: 389


Teaser:
"Was seid ihr denn alles für Freaks?", sagte Xermerius und sprang vom Sofa, um sich kopfüber an einen der riesigen Kronleuchter zu hängen. "Zeitreisen - was? Unsereins hat ja schon viel erlebt, aber das ist selbst für mich Neuland. 




*Achtung! Spoilergefahr!*Achtung! Spoilergefahr!*Achtung! Spoilergefahr! *

Handlung
Dieses zweite Buch der Edelstein-Trilogie hat mich genauso gefesselt wie der erste Teil.
Man findet schnell wieder in die Geschichte hinein, denn Rubinrot endet mit einem wirklich hinterhältig angelegten Cliffhanger, sodass der Folgeband gleich daran anknüpfen kann.
Weiter geht es also für unsere Gwendolyn durch die Zeit zu reisen, um eine Mission zu Ende zu führen, die von einer geheimen Wächterorganisation seit Jahrhunderten Stück für Stück weitergeführt wird. Sie soll nämlich zusammen mit Gideon das Blut eines jeden vergangenen Zeitreisenden, es gibt über die Jahrhunderte verteilt auch nur zwölf Stück, in den sogenannten Chronometer einlesen. Niemand weiß, was dann geschieht, aber es scheint unheimlich wichtig zu sein. Vor allem für den Kopf der Organisation: den Grafen von Saint Germain. Dieser ist zwar schon seit vielen vielen Jahren tot, doch die Zeitreisen ermöglichen es ihm, auch mit den Wächtern der Gegenwart in Kontakt zu treten. Was aber zunächst noch ganz oben auf der Prioritätenliste steht, ist eine Soiree im 18. Jahrhundert, bei der Gwen auf Anweisung eben jenen Grafens teilnehmen soll, damit sich die beiden besser kennenlernen können. Das Problem dabei ist allerdings, dass der Graf als eine der wenigen Personen bei dieser Veranstaltung weiß, dass Gwen und Gideon – der sie begleiten soll – aus der Zukunft kommen und entsprechend eine ganz andere Umgangsart haben. Gideon wurde sein Leben lang auf solche Aktionen vorbereitet und findet sich zu jeder Zeit bestens zurecht, doch für Gwen ist das alles absolute Neuland und so muss sie vor der Reise viele nervenaufreibende Unterrichtsstunden mit einem exzentrischen Historiker und ihrer absolut perfekten Cousine Charlotte über sich ergehen lassen. Nebenbei hat Gwen auch noch ihr alltägliches Leben zu meistern; Schule, Familie und Freunde und natürlich die Beziehung zu Gideon, die sie nicht richtig einordnen kann und die sie vollkommen verwirrt.

Meine Meinung
Auch mit diesem Folgeband entführt die Autorin den Leser wieder in Gwendolyns Welt voller Mysterien und Magie. Im Vergleich zum ersten Buch liegt hier mehr Gewicht auf den romantischen Entwicklungen zwischen Gwen und Gideon, wobei ich sagen muss, dass es Kerstin Gier wirklich liegt, eine gefühlvolle Atmosphäre in ihren Romanen zu schaffen, ohne dabei ins Kitschige abzudriften, sodass mir diese Tendenz der Story keineswegs negativ aufgefallen ist.
Gwen muss sich also auf ihre zweite Begegnung mit dem berühmten Grafen vorbereiten und stößt dabei auf viele Hindernisse: sie kann leider weder Menuette tanzen, noch weiß sie, was ein Retikül ist. Die knochenharten Übungsstunden mit dem ihre Cousine Charlotte vergötternden Lehrer werden aber wenigstens dadurch erheitert, dass ihr neuer Geisterfreund Xermerius, ein toter Dämon, der ihr überall hin folgt und den nur sie sehen kann, viele zynische Kommentare zu den beiden loslässt und Gwen beim Üben hilfreich unter die Arme greift. Allgemein blickt man beim Lesen dieses Buches mehr in die Vergangenheit als im Vorgängerband, würde ich sagen. Also es ist viel mehr verstecktes Hintergrundwissen eingewoben, wie die Gepflogenheiten der Gesellschaft des 18. Jahrhunderts war, zum Beispiel. Für die Richtigkeit einiger Aussagen würde ich mich zwar nicht verbürgen, weil die Darstellung teilweise schon sehr verklärt ist, aber das Buch stellt ja auch nicht die Ansprüche eines historischen Romans. Wie auch im ersten Buch sind nicht nur die beiden Hauptfiguren Gwen und Gideon greifbar gestaltet, sondern Gier hat auch die einzelnen Nebencharaktere schön ausgearbeitet. Ganz besonders gefallen hat mir, dass nicht nur mit dem Personal des ersten Bandes gearbeitet wird, sondern auch neue tragende Rollen eingeführt wurden. Vor allem Xermerius ist mir mit seiner rauen Art sehr ans Herz gewachsen und ich denke, dass er Gwen noch sehr nützlich werden wird.
Ein bisschen Abzug muss ich dem Buch aber dennoch geben, denn obwohl die Handlung konstant vorangetrieben wird, liefert sie dennoch kaum Antworten auf dringend zu klärende Fragen. Im Gegenteil werde eigentlich immer nur neuere Fragen aufgeworfen, die dann aber auch nicht beantwortet werden können. Man versinkt quasi in Vermutungen und Spekulationen, zu denen man von den vielen Anspielungen regelrecht getrieben wird. Ich finde das zwar nicht allzu schlimm, aber dennoch hätte ich mir ein bisschen mehr Aufklärung erwartet. Schließlich gibt die Geschichte bis jetzt genug her, um trotzdem nicht gleich alles offenlegen zu müssen. Jetzt hoffe ich mal, dass im dritten Band die Enthüllungen nicht alle auf einmal kommen und die Autorin die Geschichte mit gewohnter Einfühlsamkeit ausklingen lässt.
Diesem Teil jedenfalls gebe ich 5 Wölkchen und eine absolute Leseempfehlung.



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