31.01.2012

Leserückblick Januar 2012

In zwei Stunden ist der erste Monat des neuen Jahres vorbei - ging wieder mal ganz schön fix, wa?
Jedenfalls kommt deshalb hier die obligatorische Monatsstatistik. Selbige ist - wie nicht anders zu erwarten - ziemlich mies ausgefallen.
Aber was labere ich da eigentlich; hier die knallharten Zahlen:

Gelesen:
Jane Austen - Verstand und Gefühl (Rezi)
Kerstin Gier - Smaragdgrün (Rezi)
Laura Hertel - Hilfe! Meine Jeans hat ein Loch (Rezi)
Ali Shaw - Das Mädchen mit den gläsernen Füßen (Rezi)
Friedrich Schiller - Die Räuber (Rezi)
Simon Beckett - Voyeur (Rezi)

In Seiten:
1913

Durchschnittsbewertung:
3,7 Wölkchen

Highlight des Monats:
Kerstin Gier - Smaragdgrün

Enttäuschung des Monats:
Nicht existent :D

In Bildern:

Joa, normalerweise kommentiere ich das ganze ja noch ein bisschen, aber ich glaube, das Elend spricht für sich. Nicht, dass ich es prinzipiell als negativ ansehe, wenige Bücher zu lesen. Immerhin waren die obigen alle ziemlich gut. Aber trotzdem hätten ein paar mehr Seiten definitiv zu einem größeren Erfolgserlebnis geführt. Aber was soll's. Nächsten Monat wirds wahrscheinlich noch schlimmer. Yeahi :P

29.01.2012

[Gerede] Pimp it up!

Jaaaa, zu was man nicht alles kommt, wenn die Klausurenphase freundlich aber bestimmt an die Tür klopft. Denn plötzlich ist alles viel viel wichtiger als lernen. Denn lernen ist böse.
Nicht böse dagegen ist die Rumbastelei am Blog-Design. Was ich deshalb auch wesentlich lieber tue als ersteres. Hauptsächlich, damit ich eben ersteres nicht tun muss. Und tadaaaa! Das Ergebnis meiner Drückebergerei könnt ihr nun hier bewundern/bestaunen/belächeln/ignorieren - je nachdem, wie es euch gefällt ;)
Eigentlich wollte ich die Fassade vom Haus des Wahnisnns (krasses Wortspiel, ich weiß) ja erstmal nicht ändern und quasi so lassen wie es war. Aber es hat mir nicht mehr gefallen. Und ich brauchte Ablenkung, wie ja bereits erwähnt.
Außer dem Augenscheinlichen ist auch eigentlich noch alles wie immer; keine neue Navigation, keine neue Anordnung, alles beim Alten.
Aaaaaber: das erste Mal ist eigentlich alles höchstselbst von meiner Wenigkeit gebastelt: Header, Hintergrund - haahaaa, ich kann doch mehr, als ich für möglich gehalten habe ;) In diesem Sinne habe ich also heute Abend sehr wohl was gelernt. Ob mir mein neu erworbenes Wissen über HTML-Codes und Fotobearbeitung in den Prüfungen hilft, wage ich allerdings zu bezweifeln. Leider. Naja, man kann nicht alles haben. Morgen setzte ich mich auch brav hin und pumpe geballte Informationen in mein Hirn hinein. Obwohl... ich muss ja eigentlich noch die Monats-Statistik posten... ;)

28.01.2012

Music Day Saturday N°11

Besser spät als nie - so lautet das Motto des heutigen Tages. Und ganz in diesem Sinne gibt es jetzt noch schnell von mir den Music Day Saturday für euch :)
Die Idee dazu stammt von Jessi, die natürlich schon längst ihren Post verfasst hat, wovon ihr euch *hier* überzeugen könnt.

Diese Woche war aber auch eine einzige Hetzerei. So viel stand auf meiner To-Do-Liste und fast noch mehr musste ich wieder streichen, weil mich böse böse Kopfschmerzen ziemlich ausgenockt haben. Trotzdem ich dadurch unheimlich geräuschempfindlich war, habe ich natürlich in ein paar schmerzfreien Momenten ein wenig Musik gehört, wovon ich euch nun drei Songs präsentieren möchte. Logischerweise alles ein bisschen ruhiger und langsamer. Aber hört selbst :)

1. Frida Gold - Wovon sollen wir träumen


2. Adele - Someone like you


3. Katy Perry - The one that got away

Viel Spaß beim Hören! ♥

24.01.2012

[Rezi] Simon Beckett - Voyeur

Originaltitel: Fine Lines
Erscheinungsjahr: 2010 (Erstausgabe 1994)
Genre: Krimi/Thriller
Seitenzahl: 380


Teaser:
Ich verfluchte sie und schaute auf meine Uhr. Es war genug Zeit verstrichen, um meine Rückkehr zu rechtfertigen, und da Anna und Zeppo nicht mehr allein waren, gab es auch keinen Grund mehr, fernzubleiben.





Handlung
Donald Ramsey ist ein erfolgreicher Geschäftsmann aus London. Da sein künstlerisches Talent nicht ausgereicht hat, um als Maler eine erfolgreiche Karriere zu starten, hat er sich eine Alternative gesucht und handelt nun mit Kunstobjekten. Seine Galerie ist sehr erfolgreich und mehr oder weniger der Mittelpunkt seines Lebens. Er hat keine Frau, keine Familie und interessiert sich auch allgemein nicht dafür, daran etwas zu ändern, denn er hat eine krankhafte Abneigung gegen jede Art körperlicher - oder konkret sexueller - Beziehung. Das einzige, was ihm in dieser Hinsicht nicht widersteht, ist seine Sammlung erotischer Kunstwerke - subtile oder auch offene Darstellungen erotischer Handlungen sind die einzige Leidenschaft, die Ramsey in seiner eigenen kleinen Welt zulässt.
Doch dann stellt er eine neue Assistentin ein. Zunächst ist alles wie immer, doch dann beginnt Anna eine unwiderstehliche Anziehung auf ihn auszuüben. Eine sexuelle Beziehung mit er kann und will er sich zwar trotzdem nicht vorstellen, aber er wird besessen davon, sie in seiner Nähe zu haben und beobachten zu können. Als Anna dann beschließt, mit ihrem Freund Marty nach Amerika auszuwandern, fängt der Boden unter Ramseys Füßen gewaltig an zu schwanken.

Meine Meinung
Dieses Buch war mein erster Beckett. Bewusst habe ich nicht mit der fast schon legendären Hunter-Reihe angefangen, weil ich erstmal einen Eindruck von seinem Schreibstil bekommen wollte. Und auch, wenn ich das Buch hier "nur"  als durchschnittlich gut einstufen würde, hat es mir dennoch gut gefallen. Es gab kaum einen Moment, an dem ich es freiwillig aus der Hand gelegt hätte.
Die Geschichte wird aus der Sicht des Protagonisten erzählt; sie ist aus der Ich-Perspektive geschrieben und man weiß deshalb genau, was in Ramseys Kopf vorgeht. Und das ist ein ganhz bewusst eingesetztes Mittel, denn von außen betrachtet, ist er ein charmanter, zuvorkommender Mann in den Vierzigern. Das wissen die anderen Personen im Buch. Doch wir als Leser wissen von seinem absolut gestörten Verhältnis zur Sexuallität und den daraus resultierenden Aktionen. Denn es wird schon zu Beginn des Romans ziemlich deutlich, dass Marty, Annas Freund, irgendwie aus dem Weg geräumt werden muss, damit Ramsey seinem Voyeurismus fröhnen kann. Ein Komplize, Zeppo, ist schnell gefunden. Zunächst versuchen es die beiden noch auf die harmlose Tour: Zeppo soll Anna verführen und so dazu bringen, sich von Marty zu trennen. Doch da sie ihrem Freund absolut treu ist, kommen die beiden schnell zu einem rabiateren und brutaleren Plan, der sehr schnell durchgeführt wird. Die weitere Handlung beschränkt sich dann im Großen und Ganzen auf einen Wechsel aus Panik und Beruhigung, seitens Ramseys und Zeppos, je nach Ermittlungsstand der Polizei, die sich natürlich nach Martys Verschwinden auf die Suche nach ihm macht. Gegen Ende werden dann die ganzen eher mäßg spannenden Psychospielchen aufgelöst, was zwar noch mal zu einem kleinen Spannungsschub führt, aber keineswegs einen typischen Thriller-Effekt hat, auch wenn der Roman als solcher gekennzeichnet ist. Außerdem blieb mir auch irgendwie verschlossen, was genau der Autor mit dem Buch eigentlich sagen wollte; das Ende ist in dieser Hinsicht nicht sehr erhellend. Der Schreibstil ist aber trotzdem wirklich einnehmend; zwar waren für mich manche sexuelle Beschreibungen ein wenig zu detalliert, aber in seinem Vorwort schreibt der Autor, dass er gerade diese genaue Darstellung braucht. Da sie auch keineswegs obszön sind, hat es mich auch nicht sonderlich gestört und ich kann den Autor in diesem Punkt auch verstehen, zeigt die kühle, fast schon klinsche und wissenschaftliche Beschreibung doch Ramseys distanziertes Verhältnis zur Sexualität.
Was mir auch noch auffiel, war die unglaubliche Entwicklung der Technik. Das hat jetzt nur sekundär etwas mit dem Buch zu tun, aber mir wurde bei der Lektüre ziemlich deutlich bewusst, dass die ganze Geschichte so heutzutage, wo ziemlich jeder zumindest ein Handy besitzt, nicht mehr funktionieren würde. Also nicht wundern, wenn ihr das Buch auch lest - 1993 gab es noch keine IPhones ;)
Es gibt insgesamt 3 Wölkchen von mir.


21.01.2012

Music Day Saturday N°10

Eine weitere Woche ist vorbei und das bedeutet, es ist wieder Zeit für den Music Day Saturday! :) Eingeführt wurde dieser musikalische Samstag von Jessi, und wie der Name indirekt schon sagt, geht es an diesem Tag darum, seine Lieblingslieder zu posten und damit mit der (Blogger-)Welt zu teilen.
Meine Woche war erstens ziemlich stressig und zweitens von sehr übelen Kopfschmerzen begleitet, weshalb ich leider nur wenig Musik gehört habe. Denn Geräusche jedweder Art sind bei meinen Kopfschmerzen unerträglich, weshalb ich dazu verdammt war, abgeschottet in einem dunkeln und stillen Kämmerchen vor mich ihn zu vegitieren. Naja, aber ich will ja nicht jammern, heute geht es mir schon wieder viel besser und ein wenig Musik hört man ja irgendwie immer :P
Also die Top-3 dieser Woche:


1. Pink - Bridge of light
Soooo schön *seufz*



2. Simple Plan - Astronaut
Ganz toll für Depri-Phasen ;)



3. Gotye - Somebody that I used to know
Keine Ahnung warum, aber das läuft im Moment überall und ich kriege es nicht mehr aus meinem Kopf^^



Feeeertiiiiig :) Wünsch euch viel Spaß beim Hören!

20.01.2012

[Rezi] Ali Shaw - Das Mädchen mit den gläsernen Füßen

Originaltitel: The Girl With Glass Feet
Erscheinungsjahr: 2012
Genre: Jugend/Fantays
Seitenzahl: 397

Teaser:
Früher hatte es sie stets an Orte gezogen, wo sie beim Tanzen die Hüften, Schultern und Rücken unzähliger anderen Menschen an ihrem Körper spürte, inmitten kunterbunter Strudel aus Kleidern und Hemden. Sie hatte aus schierer Freude an Geselligkeit dem Schlaf getrotzt, sei es zusammengekauert in dicke Pullover gehüllt in einem eiskalten Zelt oder beim Plaudern und Karten spielen mit Freunden bis der Morgen graute. Auf dieser Insel gab es nichts von alldem.

Handlung
Lebhaft war Ida gewesen, ständig auf Tour, liebte Partys, Action und Abenteuer. Vor allem für das Tauchen hatte sie eine Leidenschaft; sie reiste  in der halben Welt herum, um an den unterschiedlichsten Orten abtauchen zu können. Doch seit einem Einsiedlerurlaub auf St. Hauda's Land – sie hatte sich kurz vorher von ihrem Freund getrennt und sehnte sich ausnahmsweise mal nicht nach Gesellschaft, sondern Ruhe – geschieht etwas seltsames mit ihr. An ihren Fußballen beginnen sich Haut und Knochen langsam in Glas zu verwandeln bis schließlich ihre kompletten Füße aus Glas bestehen. Nach Hilfe suchend, kehrt sie auf die Insel und zu ihren merkwürdig abweisenden Bewohnern zurück. Sie muss Henry Fuwa ausfindig machen, der wie alle anderen Menschen auf der Insel total in sie gekehrt ist und soziale Kontakte meidet. Bei ihrem ersten Aufenthalt sind die beiden sich zufällig begegnet und er erzählte Ida damals von Menschen aus Glas, die auf dem Grund eines Moores liegen. Deshalb hofft Ida, dass er eine Möglichkeit kennt, das Glas, das sich nämlich immer weiter ausbreitet, zu stoppen. Zunächst tritt dann aber der Fotograf Midas in ihr Leben – oder umgekehrt sie in seins, denn beide brauchen sie gerade in diesem Moment jemanden, der für sie da ist. So entsteht eine ganz besondere Beziehung zwischen den beiden, und gemeinsam versuchen sie, die Ausbreitung des Glases zu stoppen, damit ihre gemeinsame Zeit nicht so plötzlich wieder vorbei ist, wie sie begonnen hat.

Meine Meinung
Die Erzählweise des Autors hat etwas ganz eigenes, was auch das Buch zu etwas einzigartigem macht. Die Atmosphäre, die Stimmung der Geschichte wird unheimlich gut transportiert; eine kalte Schwere liegt über der ganzen Erzählweise, sodass Inhalt und Form in einer ständigen Austauschbeziehung stehen, denn natürlich ist die Kälte, die Gefühllosigkeit der gläsernen Füße Idas ein zentraler Aspekt des Buches. Dass die Story im Winter und bei starkem Schneetreiben spielt, passt in diesen Gesamtzusammenhang auch genau hinein.
Die Insel St. Hauda's Land, zu der Ida gezwungen war, zurückzukehren, weil nur hier Hoffnung auf Heilung besteht, ist ebenfalls von unterkühlten, zurückgezogenen Menschen bewohnt, die es Ida schwer machen, einen Zugang zu ihnen zu finden. Vor allem Midas ist geprägt durch diese Abgeschottetheit, er möchte am liebsten gar keine Menschen um sich haben und sich immer nur mit seiner Kamera und seiner Fotografie beschäftigen. Doch nachdem er Ida getroffen hat, wird alles anders. Sie versucht ihn mal einfühlsam und dann wieder ziemlich brutal aus seiner selbstauferlegten Lethargie zu befreien und im Gegenzug hilft er ihr bei der Such nach Henry Fuwa. Dieser ist ebenfalls ein Mensch ohne das Bedürfnis, soziale Beziehungen einzugehen. Er lebt absolut zurückgezogen in einer kleinen Hütte im Moor und züchtet dort Ochsenmotten – Kühe, die etwa daumennagelgroß sind und Flügel haben. Man sieht, die gläsernen Füße sind nicht die einzigen fantastischen Elemente, die in dieser Geschichte verarbeitet sind. Es gibt mehrere Geschöpfe, deren Existenz sagenumwoben ist und die man sich nicht erklären kann. Da wäre zum Beispiel noch das Geschöpf, das alles um sich herum in weißes Licht taucht – und das sich in der Umgebung befindliche bleibt dann auch weiß, egal ob Vogel, Baum oder Eichhörnchen.
Hier setzt dann allerdings auch meine Kritik ein. Genaugenommen hat der Autor selbst in seinem Buch dazu eine (ich nenne es jetzt einfach mal so, auch wenn es vielleicht nicht als solche gedacht war) Rechtfertigung eingebaut, indem er Henry Fuwa an einer Stelle sinngemäß sagen lässt, dass man sich im Leben nicht alles erklären kann, sondern manche Dinge akzeptieren und versuchen muss, damit so gut wie möglich umzugehen. Was hier so weise klingen mag, hat mich aber höchst unbefriedigt zurückgelassen, denn ich habe die ganze Zeit darauf gewartet, dass zumindest das Phänomen der gläsernen Füße erklärt wird. Wieso tritt es bei manchen Menschen auf und bei anderen nicht? Und wieso gerade bei Ida? Woher kommt es überhaupt? Kurz: mir fehlte die Auflösung dieses Rätsels. Nach dem ich eine Zeit darüber nachgedacht haben, muss ich zwar sagen, dass es schon irgendwie Sinn macht, das alles nicht aufzuklären, weil so natürlich eine ganz andere Botschaft vermittelt wird (die ich jetzt nicht dazuschreibe, denn dann würde ich das Ende verraten ;) ), aber mir hat es trotzdem gefehlt. Ansonsten aber ist das Buch auf jeden Fall mal einen Blick hinein wert; allein schon, um herauszufinden, was Midas oder Henry Fuwa eigentlich zu den Menschen gemacht hat, die sie nun sind und wie Ida sie ihr Leben von Grund auf überdenken lässt.
Oh, übrigens muss ich noch kurz was zur Namenswahl des Autors sagen, denn mir ist nicht klar geworden, warum Midas ausgerechnet Midas heißt. Denn was mir als erstes aufgefallen ist, als ich das Buch angefangen habe, ist, dass Idas Name quasi ein Teil davon ist. MIDAs. Naja, falls das eine metaphorische Verbindung symbolisieren soll, finde ich die ziemlich platt, aber vielleicht gibt es ja noch eine andere Erklärung, auf die ich nur nicht gekommen bin. Falls jemand einen Tipp hat, immer her damit! ;)
Jedenfalls kriegt das Buch gute 3 Wölkchen von mir.



An dieser Stelle noch ein herzliches Danke schön an vorablesen.de für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplares.

18.01.2012

[Gerede] Es gibt Tage

...die sollte man einfach rigoros aus dem Gedächtnis/dem Kalender/ der Zeitgeschichte streichen.
Heute war ein solcher Tag.
Eine berechtigte Frage würde nun lauten: "Wieso schreibst du darüber, wenn du ihn eigentlich doch vergessen möchtest?" Das weiß ich leider auch nicht so genau. Aber nachdem heute eigentlich alles schief gelaufen ist, was schief laufen kann (okay, wollen wir es nicht übertreiben - schließlich habe ich keinen einzigen Bus verpasst und hatte, als es anfing zu regnen, unglaublicherweise sogar einen Schirm dabei. Aber das waren auch schon alle positiven Highlights heute), überkam mich eben das unabschüttelbare Bedürfnis, alles niederzuschreiben. Als Verarbeitung? Wer weiß das schon.
Jedenfalls fing der Tag schonmal mies an, weil ich Mittwochs um acht Uhr morgens - also für Klischeestudenten quasi mitten in der Nacht - zur Uni muss, was alleine ein Grund ist, schlechte Laune zu haben. Doch wenn sich die besagte Univeranstaltung dann als so sinnlos und unnötig heruasstellt, wie meine es heute war, dann fängt man schon an, sich zu fragen ob man nicht vielleicht lieber im Bett geblieben wäre. Als potenzieller Stimmungsaufputscher stand dann irgendwann nach einer gefühlten Ewigkeit das Mensa-Mittagessen auf dem Plan. Eigentlich kann man an unserer Mensa wirklich wenig meckern. Das Essen ist fast immer ...genießbar. Manchmal sogar total lecker. Aber nicht heute. Heute nämlich war neben dem obligatorisch undefinierbaren Matsch-Zeug für unsere Vegetarier noch mehr undefinierbares Matsch-Zeug für den Rest in der Auslage. Selbst nach eingehender Geschmacks- Geruchs- und Gefühlsanalyse konnten wir nicht sagen, inwiefern dieses Etwas auf unseren Tellern die Berechtigung für sich beanspruchte, "Hacksteak" genannt zu werden. Was auch immer ein Hacksteak ist, das war es ganz sicher nicht. Und für mich hieß das ein weiterer Tiefschlag. Lacht jetzt nicht, aber meine Gefühlswelt hängt tatsächlich oftmals maßgeblich von meinem Essen ab. Gutes Essen --> glücklich / mieses Essen --> motzig. Sooo. Um mir dann den Rest zu geben, wurde dann auch noch meine wundervoll ausgeklügelte Argumentationsstrategie für ein Referat, das ich morgen halten muss, in seiner Einzelteile zerrissen (ich werde Referate nie wieder vor kritischem Publikum üben) und jetzt weiß ich gar nicht mehr, was ich denken, geschweige denn, was ich morgen erzählen soll. Was im Gesamtzusammenhang betrachtet wohl momentan mein größtes Problem ist. Aber das war noch nicht alles. Denn zwei wirtschaftlichen Unternehmen ist es gelungen, diesen Tag noch nerviger zu machen: 1. Die Bahn. 2. Die Drogeriemärkte. Zu 1. muss ich vielleicht erwähnen, dass die eigentlich nichts dafür können. Es war ja nett gemeint, mir einen 10 - Euro - Fernreisegutschein zu schenken. Aber doch bitte nicht heute mittag, wo ich mir doch heute morgen erst mein Ticket für die nächste lange Bahnreise gekauft habe, nicht zurückbuchen kann und das die einzige sein wird, die ich im Geltungszeitraum des Gutscheines antreten kann/möchte/werde. 10 Euro hätte ich da schon gemerkt. Umgerechnet sind das ungefähr 3 mal Mensa-Essen. Davon kann ich eine Woche leben. Davon, und von einer Menge Toastbrot, aber das schlägt ja nicht so auf den Geldbeutel. Naja, zu 2. gibt es eigentlich nichts mehr großartiges zu erwähnen. Aber es gesellt sich in die Reihe der unglücklichen Ereignisse des heutigen Tages. Nämlich: die hatten mein Deo nicht. Dabei brauche ich es. Und zwar genau das. Und nur das. Nichts sonst. Und sie hatten es einfach nicht mehr. Alle waren weg. Gemeinheit. Und um das festzustellen, hab ich extra nen Bus früher genommen.

Gesamtfazit des Tages: siehe erster Satz. Jetzt werde ich es halten wie mein heimliches Idol Charlie Brown und mich in meinem Selbstmitleid baden und morgen sieht die Welt hoffentlich wieder besser aus.
Falls ihr es ganz schrecklich grausam fandet, diesen Post zu lesen, dann müsst ihr es damit so halten, wie ich die ganzen unnötigen Facebook-Statusmeldungen von einigen aus meiner Liste (übrigens noch etwas, worüber ich mich gerne aufregen würde): gekonnt überlesen ;)

14.01.2012

Music Day Saturday N°9

Es ist Wochenende, die Sonne lacht vom strahlendblauen Himmel und bringt den Raureif überall zum Glitzern. Außerdem war ich heute schon unheimlich produktiv und konnte schon einen großen Teil meiner To-Do-Liste abarbeiten. So gute Laune, wie ich sie gerade habe, schreit nach musikalischer Untermalung. Wie passend, dass heute Samstag und somit wieder Zeit für den Music Day Saturday ist :D Die Idee dazu stammt von Jessi und bietet die Möglichkeit, jeden Samstag seine Lieblingslieder mit der Welt zu teilen.
Und hier sind sie auch schon - meine Top-3-Lieblingslieder der Woche:


1. Beatsteaks - Let me in
Einfach voll der Power-Song. Ich liebe ihn :D


2. Simple Plan - Freaking me out
Noch ein Power-Lied. Pure Motivation für mich ;)


3. David Guetta feat. Rhianna - Woh's that chick?
Ein bisschen Club-Musik muss auch mal sein :D



Et voilà. Das wars :) Ich hoffe, ein bisschen gute Laune konnte auf euch abfärben (falls dies nötig war) und wünsche euch noch ein tolles Wochenende ♥

13.01.2012

[Rezi] Friedrich Schiller - Die Räuber

Erscheinungsjahr: 2001 (Erstausgabe 1781)
Genre: Drama
Seitenzahl: 149



Teaser:
Weg, weg von mir! Ist dein Name nicht Mensch? Hat dich das Weib nicht geboren? - Aus meinen Augen du mit dem Menschengesicht! - Ich habe ihn so unaussprechlich geliebt! so liebte kein Sohn, ich hätte tausend Leben für ihn - Ha!




Handlung
Dem Grafen von Moor sind zwei Söhne gegeben: Karl und Franz. Beide sind in etwa gleich alt, doch als Erstgeborenem steht Karl natürlich das Erbe des Vaters zu. Deshalb wird dieser auch schon von früher Kindheit an bevorzugt behandelt und zur Universität geschickt, während Franz auf dem Anwesen der Familie bleiben muss.
Karl und seine Freunde stellen in der Stadt einige üble Sachen an, sodass sein Vater schon ganz verzweifelt ist. Mit einem Brief an seinen Vater möchte Karls sich für die Unannehmlichkeiten, die durch sein Verhalten entstanden sind, entschuldigen und hier sieht Franz, der schon immer neidisch auf Karl war, seine Chance, das Erbe an sich zu reißen. Er enthält dem Grafen Moor den Originalbrief vor und gibt ihm dafür eine gefälschte Version, die von noch mehr Untaten berichtet und seinen Vater dazu zu veranlassen, Karl zu enterben und als Sohn zu verstoßen. Als ihm das Erbe sicher ist, beschließt Franz, seinem Vater zu erzählen, dass Karl tot sei, damit er aus Kummer darüber einen Herzinfarkt bekommt und stirbt. Dies geschieht auch und somit ist Franz nun der rechtmäßige Graf von Moor.
Karl dagegen wartet ungeduldig auf eine Antwort von seinem Vater. Doch er erhält nur einen Brief von Franz, in dem dieser ihm erklärt, dass Karl nicht auf eine Versöhnung hoffen kann und mit sofortiger Wirkung aus der Familie verstoßen ist. Vor lauter Verzweiflung gründet er mit seinen Freunden eine Räuberbande, die eine Spur der Verwüstung auf ihrem Weg hinterlassen. Nach vielen begangenen Verbrechen, bei denen einige seiner besten Freunde und viele unschuldige Menschen sterben, kommt Karl wieder zu sich und beschließt, nach Hause zurückzukehren.

Meine Meinung
Dieser Klassiker aus der Sturm und Drang Zeit ist formal gesehen ein Drama; allerdings als Lesedrama konzipiert war es nicht für die Realisierung auf der Theaterbühne vorgesehen. Das merkt man vor allem an den vielen Szenewechseln und der hohen Anzahl an Rollen, mit denen man vielleicht am Anfang ein wenig durcheinander kommt. Lesenswert ist es aber auf alle Fälle, denn obwohl ich normalerweise Bücher in Dramenform nicht gerne lese, weil mir die geschriebene Geschichte zwischen den Dialogen fehlt, hatte ich hier keine Probleme, die Szenen beim Lesen in einen Gesamtkontext einzufügen.
Der spannende Verlauf der Geschichte, sowie die Handlungsweisen der Charaktere sind unheimlich fesselnd. Oben in der Inhaltsangabe klingt es zwar an, dass es hier die beiden Brüder Karl und Franz gibt und der eine gut und der andere böse ist. Aber so schwarz-weiß sind die Figuren natürlich nicht gezeichnet. Vor allem Karl, der vom Unsinn-treibenden Studenten zum gemeinen Verbrecher wird, aber das auch nur, weil er sich vor lauter Verzweiflung über den Ausstoß aus der Familie nicht anders zu helfen weiß, ist eine faszinierende Person. Teilweise ging er mir zwar auch auf die Nerven, weil er wie viele Charaktere der Sturm und Drang – Zeit eine solche emotionale Überbetonung an den Tag legt, dass es für mich schon schwierig war, seine Handlungen überhaupt nachzuvollziehen. Aber er rechtfertigt sein Räuberleben vor sich selbst und anderen damit, dass er gegen Ungerechtigkeiten angeht und nur Leute bestraft, die es verdient haben. Das mag zu einem gewissen Grade stimmen, aber am Ende stellt er fest, dass auch die besten Absichten keine Erleichterungen für das Gewissen sind, wenn sie mit moralisch unvertretbaren Mitteln durchgesetzt werden. Auch Franz, der bis fast zum Schluss der hinterhältige und kaltblütige Fiesling ist, beginnt am Ende die Strafe Gottes zu fürchten, weil er an das denkt, was ihm alles auf dem Gewissen lastet. Insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen; die Sprache ist ziemlich gut zu verstehen, wenn man von einigen Ausdrücken absieht, die man hinten in den Anmerkungen nachschlagen muss, um alles verstehen zu können. Ich würde gerne noch viel viel mehr zu den einzelnen Charakteren schreiben, vor allem über Spiegelberg, der die Idee zur Räuberbande hatte, über Schweizer oder Roller, Gründungsmitglieder der Räuberbande und die loyalsten Freunde, die Karl hat. Oder über das Motiv der Freiheit, dessentwegen sich Karl erst dazu überreden lässt, über sein friedfertiges Naturell hinaus eine gewaltsame Karriere als Räuberhauptmann zu starten. Oder über Amalia, Karls große Liebe, die ihm bis zum Ende die Treue hält, auch wenn Franz als Herr des Herr des Hauses um sie wirbt und sie ziemlich fies unter Druck setzt, seine Frau zu werden. Aber das würde alles den Rahmen meiner Rezi sprengen, fürchte ich. Was ich damit sagen will ist, dass dieses Werk enorm viele Facetten hat, spannend zu lesen ist und es eigentlich wert wäre, eine mindestens zehnseitige Interpretation zu bekommen. Aber leider nicht hier. Deshalb kriegt es einfach eine große Leseempfehlung von mir – mit der Einschränkung, dass man sich Zeit dafür nehmen muss und nicht nur oberflächlich drüber ließt, sondern auch tiefer gräbt, liest, was zwischen den Zeilen steht und sich vorher ein wenig mit der Zeitgeschichte des Sturm und Drang auseinandersetzt. Sonst kann man das volle Potential dieses Dramas nicht ausschöpfen. 4 Wölkchen gibt es von mir!


12.01.2012

[Rezi] Kerstin Gier - Smaragdgrün

Erscheinungsjahr: 2010
Genre: Jugendbuch
Reihe: Edelstein-Trilogie, Teil III
Seitenzahl: 482



Teaser:
"Na klar. Eines Tages wirst du in Kalendern auf der ganzen Welt zitiert werden", sagte ich. "Herzen können gar nicht brechen, weil sie nämlich aus Marzipan sind. Metapher der weisen Leslie Hay."




Achtung! Spoilergefahr! * Achtung! Spoilergefahr! * Achtung! Spoilergefahr!

Handlung
Gwendolyns Leben steht auf dem Kopf. Daran, dass sie in der Zeit zurückspringen kann und es ihr möglich ist, in längst vergangenen Zeiten herumzuspazieren, hat sie sich mittlerweile zwar so gut wie möglich gewohnt. Aber dann gesteht Gideon – der zweite Zeitreisende von der Partie – ihr seine Liebe, nur um dies kurz darauf wieder zurückzunehmen. Gwen ist am Boden zerstört und es fällt ihr schwer, sich auf die geheime Mission zu konzentrieren, die sie verfolgen muss. Dabei geht es darum, hinter den wahren Plan des Grafen von Saint Germain zu kommen, der sich der Loge der Wächter zwar immer als Heilsbringer verkauft und diese so dazu bringt, ihm zu gehorchen; aber  Gwen hat berechtigte Zweifel an diesem Bild. Ihre beste Freundin Leslie baut sie so gut wie möglich wieder auf, denn obwohl Gwen alles versucht, um es so lange wie möglich herauszuzögern, muss sie zusammen mit Gideon zum Grafen  ins 18. Jahrhundert springen und dort an einem Ball teilnehmen. Da sie nicht weiß, wem der Wächter sie ihren Verdacht anvertrauen kann, hat sie zunächst nur Leslie und den Wasserspeierdämonen Xemerius als Verbündete. Und natürlich das frühere Selbst ihres Großvaters, das sie häufig in der Vergangenheit besucht, um des Rätsels Lösung zu finden.

Meine Meinung
So kryptisch meine Inhaltsangabe oben ist, so verworren und verstrickt ist die Geschichte am Anfang des Buches. In den ersten beiden Bänden sind so viele Fragen aufgekommen, die alle am Ende dieses letzten Teils beantwortet werden. Vorher bekommt man als Leser, genau wie Gwen, bröckchenweise Informationen zugespielt, die erst am Schluss ein sinnvolles Ganzes ergeben. Dadurch wird der Lesefluss aber nicht im Geringsten negativ beeinflusst. Man hat also wirklich keine Probleme, dem Handlungsverlauf zu folgen und kommt immer gut mit.
Womit ich am Anfang noch gut klar kam, im weiteren Verlauf der Geschichte aber dann so meine Schwierigkeiten hatte, war die Tatsache, dass dieses Buch wirklich getränkt ist mit kitschigen und schnulzigen Szenen. Es fängt ja alles damit an, dass Gwen vor Liebeskummer und Selbstmitleid zerfließt; doch tatsächlich wird das durch die witzigen Kommentare von Xemerius und auch Leslie ein bisschen parodiert und ist deshalb sehr schön zu lesen, weil man zwar mit Gwen mitfühlen kann, doch die Darstellung ihrer Qualen nicht übertrieben ist. Schlimm wird es erst, als sie sich dann mit Gideon versöhnt und die beiden natürlich doch zusammenkommen (was ja von Anfang an klar war, aber ein bisschen Drama gehört natürlich dazu). Da gibt es dann die ein oder andere Szene, in der wirklich eindeutig viel zu dick aufgetragen wird und die vor Kitsch geradezu treifen. Ja, ich bekam eine Gänsehaut. Aber nicht im positiven Sinn.
Bis auf diesen für mich nicht so gelungenen Aspekt, war auch der letzte Teil der Trilogie ein unterhaltsames Leseerlebnis. Es gibt viele spannende Stellen und überraschende Entwicklungen, während gleichzeitig einige lange gehegte Vermutungen von mir bestätigt wurden. In der ersten Hälfte passiert noch nicht so arg viel, denn es müssen erst einmal die Fronten zwischen Gwen und Gideon geklärt werden. Aber durch Giers besonderen Humor, den sie vor allem durch Xemerius einfließen lässt, tut das der Geschichte keinen Abbruch. Der inhaltliche Schwerpunkt ist bei diesem Buch wie schon erwähnt auf der Aufklärung aller Fragen gesetzt, weshalb Gwens chaotisches Familien- und Sozialleben keinen so großen Raum mehr einnimmt wie in den Vorgängerbänden. Auch Charlotte spielt keine so große Rolle mehr, doch ein paar giftige Dialoge zwischen ihr und Gwen gibt es natürlich immer noch. In der zweiten Häfte spielt dann alles auf den großen Showdown und ein für mich sehr überraschendes Ende hin. Leslie blüht richtig auf und wird zu einer der tragenden Rollen im Vorantreiben der Handlung. Sie gehört ja neben Xemerius zu meinen Lieblingsfiguren im ganzen Roman.
Mein Fazit für den Abschluss der Edelstein-Trilogie fällt somit ein bisschen schwächer aus, als für Band eins und zwei. Dennoch ist das Buch ein würdiger Abschluss der Trilogie, spannend, humorvoll, (ein bisschen zu) gefühlvoll und dramatisch. 4 Wölkchen gibt es von mir.


08.01.2012

[Rezi] Laura Hertel - Hilfe! Meine Jeans hat ein Loch

Auf Blogg dein Buch habe ich vor kurzem ein wundervolles Buch vom frechverlag bekommen, das ich euch jetzt endlich präsentieren möchte.

Erscheinungsjahr: 2011
Genre: Sachbuch
Seitenzahl: 93


Hier könnt ihr es euch kaufen :)

Teaser:
Wenn die allerliebsten Lieblingsklamotten kaputt gehen, ist das immer ärgerlich. Aber es gibt gute Neuigkeiten: Du brauchst deine beste Jeans nicht zu entsorgen, bloß weil sie ein Loch hat.




Inhalt
Was tun, wenn die liebsten Kleidungsstücke einen vermeintlich irreparablen Schaden – sei es ein Loch in der Jeans oder eine aufgetrennte Naht - erlitten haben? Für viele wird die erste Antwort auf diese Frage wahrscheinlich Shopping! lauten. Doch wer mal Lust zu einer originelleren Alternative hat, kann auch ruhig mal einen Blick in dieses Buch werfen. Hier drin stehen nämlich viele Anleitungen, wie man ganz fix kleine und größere Schäden an seinen Klamotten beheben kann. Daneben gibt es ein paar kleine Exkurse in Themenbereiche wie Stoffe, Garne und weiter Utensilien, die unerlässlich für jeden angehenden Schneider sind.

Meine Meinung
Heute möchte ich euch mal eine ganz andere Art von Buch vorstellen als normalerweise. Es handelt sich quasi um ein Sachbuch, aber so staubtrocken, wie das gerade klingt, ist es nicht. Im Gegenteil. Auf 93 Seiten werden in einem lockeren, jugendlichen und vor allem für Anfänger absolut verständlichen Stil verschiedene Ideen vorgestellt, wie man seine Lieblingsklamotten reparieren und gleichzeitig individuell aufpeppen kann.
Erstmal erzählt uns die Autorin ganz grundlegende Fakten über die Materialien, die man verwenden kann. So wird schonmal ein Grundwissen geschaffen und man bekommt einen Eindruck von der Vielfältigkeit der Stoffe, Garne, Nadeln und so weiter.
Was dann folgt ist eine Serie von Anleitungen zu den verschiedensten Katastrophen, die so über einen hereinbrechen können: der Saum der Lieblingshose franst aus oder die Strickjacke zieht Fäden. Der ordentliche und übersichtliche Aufbau des Buches sorgt dafür, dass man bei akutem Problem sofort zu der Seite findet, auf der die Lösung des Problem steht. Und die vielen Bilder – Bilder sind eindeutig dominant bei diesem Buch; ich würde sagen, das Verhältnis zur Schrift liegt bei 70:30 (für die Bilder – aber das ist nur grob geschätzt ;) ) veranschaulichen die Erklärungen sehr schön. Ich habe auch schon einen Tipp nachgenäht (falls es interessiert: eine aufgegangene Naht gerettet) und muss sagen, das hat wunderbar geklappt. Obwohl ich fand, dass der erklärende Text doch arg kurz gehalten war und im Grunde nicht alle Schritte ausgeführt hat. Die Quintessenz musste ich mir aus den Bildern erschließen. Zugegebenermaßen bin ich auch keine „totale“ Anfängerin, was das Nähen angeht. Ich hatte also auch schon vor diesem Buch die Fähigkeit, Knöpfe anzunähen und meine losen Enden ordentlich zu fixieren. Ansonsten wäre es mir wahrscheinlich schwerer gefallen, dem ganzen zu folgen. Aber mit ein wenig gutem Willen schafft das jeder, da bin ich sicher.
Neben einigen Handstichtechniken gibt es auch ein paar Kapitel für die Nähmaschine, die ich aus Ermangelung einer solchen vorerst nicht ausprobieren werde. Aber ähnlich wie bei den Handstichen gibt es auch hier anschauliches Bildmaterial und ergänzende Texte.
Darüber hinaus werden nach den Reparaturanleitungen noch ein paar kreative Anstöße zum individuellen Gestalten der Kleidung über das bloße Heile-Machen hinaus geliefert. Diese nehmen zwar nur einen relativ geringen Platz ein, aber es ist ja auch ein Reparierbuch und kein Designhandwerkbuch. Ich jedenfalls finde die Ideen sehr niedlich und werde ganz sicher auch einige davon ausprobieren.
Insgesamt ein liebevoll gestaltetes Buch, das mit seinem spritzigen Schreibstil wirklich Lust macht, seinen Klamotten einen ganz eigenen Touch zu verleihen. 4 Wölkchen von mir.


[Award] Yeahi - ein neuer Award! :)

Gestern Abend erreichte mich die freudige Kunde, dass dem Haus des Wahnsinns ein wunderschöner neuer Award verliehen wurde. Natürlich habe ich mich sehr darüber gefreut; vor allem, weil es sich um folgenden Award handelt:




Denn was ist die oberste Priorität, die ein jeder Blogger hat? Natürlich, dass sich die Leser bei uns wohlfühlen! :D
Ganz ganz ganz lieb danken möchte ich Jana :) von Books, Movies and other drugs, die mir den Award verliehen hat. Ich freu mich immernoch wie ein Schneekönig darüber ;D

Sooo, auch dieser Award ist mit Regeln verbunden, die ich hier mal schnell aufzählen werde:
1. Verlinke die Person, die dir den Award verliehen hat. - erledigt
2. Schreibe 3 deiner Lieblingsbücher auf.
3. Gebe den Award (an 8 Blogger) weiter.

Zu 2.:
Zum Glück darf ich mir drei Lieblingsbücher aussuchen und muss mich nicht auf ein einziges beschränken - das wäre nämlich so gut wie unmöglich ;)
Unter anderem total gerne lese ich:
  • Katharina Hagena - Der Geschmack von Apfelkernen
  • Carlos Ruiz Zafón - Der Schatten des Windes
  • Melina Gerosa Bellows - Wunschgeflüster
Alle unbedingt lesenswert :D

Zu 3.:
Hm... einen Award an acht Blogger zu verleihen, ist eindeutig zu viel. Zwar nicht unbedingt, weil er dann an Wert verliert (zumindest für mich nicht, denn schließlich sind alles Blogs in meiner Liste absolute Wohlfühl-Zonen, sonst wären sie ja schließlich nicht in meiner Liste^^ und das mit einem Award anzuerkennen ist nie verkehrt), aber er machts sonst so schnell die Runde und das fände ich ein bisschen schade. Also beschränke ich mich bei der Weiterverteilung auf folgende tolle Blogs:

Lene von Mein Lesesofa
Annabell von Annabells Leseecke
Linda von Die Büchertante

Ich hoffe, ihr freut euch darüber! ♥

07.01.2012

Music Day Saturday N°8


So, da hätten wir dann den ersten MDS im Jahr 2012! :D Für alle, die es nicht wissen: am Music Day Saturday kann man als mitteilsamer Blogger (und sind wir das nicht alle? ;D ) der Welt seine liebsten Lieder präsentieren und gleichzeitig bei anderen Bloggern reinhören, was bei diesen so durch die Lautsprecher schwingt.
Initiiert wurde das ganze von der lieben Jessi, worüber ich sehr froh bin, denn ich mache jede Woche begeistert mit. Vielleicht mit ein bisschen zu viel Elan, denn mein MDS wird jedes Mal von einem Song auf drei Stück erweitert. Ich kann mich halt so schwer entscheiden ;)
Hier also die Lieder dieser Woche:

1. Taio Cruz feat. Flo Rida - Hangover
Silvester lässt grüßen ;D

2. Don Omar - Danza kuduro
Gute-Laune-Rumhüpf-Lied :D

3. Simple Plan - Can't keep my hands off you
Kaum zu glauben, aber es ging tatsächlich völlig an mir vorbei, dass die ein neues Album haben... schlimm schlimm. Dabei ist es sooooo toll :D

Das wäre es dann gewesen Herrschaften; meine Favos der Woche :D Es war schon wieder ganz schrecklich für mich, nur drei Lieder auszuwählen, weil gerade wirklich viele Lieder in einer Dauerschleife bei mir laufen. Aber okay, spare ich mir das einfach für die nächsten Wochen auf. Dann habt ihr auch mehr davon. Zu viel Input führt schließlich auch bei ständig unter Reizüberflutung stehenden Menschen schnell mal zu Synapsfehlzündungen ;D
Also, ein schönes Wochenende euch!

[Rezi] Jane Austen - Verstand und Gefühl

Erscheinungsjahr: 2010 (Erstausgabe 1811)
Originaltitel: Sense and Sensibility
Genre: Klassiker
Seitenzahl: 413



Teaser:
Sie sahen Marianne erst wieder zum Dinner, als sie ins Zimmer kam und, ohne ein Wort zu sagen, ihren Platz am Tisch einnahm. Ihre Augen waren rot und geschwollen; und es schien, als hielte sie ihre Tränen selbst jetzt nur mit Mühre zurück.



Handlung
Nach dem Tod ihres Vaters müssen Mrs. Dashwood und ihre drei Töchter, deren Einkommen sich dadurch sehr dezimiert hat, für die damalige Zeit weit entfernt von ihrer Heimat Norland eine günstigere Bleibe suchen. So landen sie in Barton Cottage, einem kleinen Landhaus in der Nähe von Barton Park, das zwar bescheiden ist, den Ansprüchen der Familie und vor allem auch ihrem Vermögen durchaus gerecht wird. Die beiden älteren Töchter von Mrs. Dashwood, Elinor und Marianne werden nun sehr oft von den Besitzern des Barton Cottage, die entfernt mit ihnen verwandt sind, zu Gesellschaften eingeladen. Dort verliert Marianne, die jüngere der beiden, ihr Herz unwiderruflich an den charmanten Willoughby und durch ihren Übermut und ihr überschäumendes Temperament bewegt sie sich mit ihrer ersten Liebe beständig am Rande der gesellschaftlichen Etikette, und  Elinor, die einen wesentlich besonneneren Charakter als ihre Schwester missbilligt dieses Verhalten vollkommen, wird aber von ihrem eigenen Liebesleben ein wenig abgelenkt. Beziehungsweise von dessen nicht-vorhanden-sein, denn sie musste den jungen Mann, für den sie zärtliche Gefühle hegt, in ihrem alten zu Hause zurücklassen. Da eine Hochzeit auf Grund ihres geringen Vermögens – eine Ehe muss schließlich finanzielle rentabel sein! - von vorneherein sehr unwahrscheinlich war, und Elinor nicht zu unkontrollierten Gefühlsausbrüchen, sondern im Gegenteil zu Rationalität neigt, ist sie trotz ihres Liebeskummers die ganze Zeit über sehr gefasst, trotzdem er verständlicherweise an ihr nagt.
Dann stellt sich heraus, dass Mariannes Schwarm in einen ziemlichen Skandal verwickelt ist und deswegen in großen finanziellen Schwierigkeiten steckt. Als er daraufhin plötzlich eine Ehe mit einer sehr reichen jungen Frau eingeht, bricht für das Mädchen eine Welt zusammen und so sehen sich die beiden Schwestern noch im hohen Alter bei ihrer Mutter wohnend.

Meine Meinung
Naja, der Inhalt ist ziemlich grob und einseitig zusammengefasst. Es dreht sich in diesem Roman von Jane Austen schon hauptsächlich alles um das ungleiche Geschwisterpaar Elinor und Marianne und deren Liebesleben. Elinor ist die Vernünftige, die alles immer genau plant und sich strikt an die gesellschaftlichen Konventionen zu halten weiß. Marianne dagegen ist wild und ungestüm und pfeift auf die Meinung anderer. Und ihrem Charakter entsprechend verhalten sich die beiden auch in der Liebe: Elinor zurückhaltend und fast kühl, Marianne dagegen impulsiv. Nun ja, beide Extreme führen erstmal nicht zu dem gewünschten Erfolg und so beschäftigt sich ein großer Teil des Romans mit der Bewältigung des Liebeskummers. Dabei wird es aber niemals eintönig, denn die Darstellung der damaligen Gesellschaft, den weit gewobenen Beziehungsnetzen und den Sitten der damaligen Zeit – wir reden hier übrigens über das 18./19.. Jahrhundert, also noch gar nicht so lange her - sind sehr interessant zu lesen. Es ist schon ganz schön krass, wie viel Wert bei Eheschließungen auf so genannte „gute Partien“ gelegt wurde – und vor allem, dass es ganz offen ausgesprochen wurde, wenn eine Verbindung auf Grund finanzieller Nachteile halt nicht eingegangen werden kann. Vielleicht ist das in der modernen Welt auch bis zu einem gewissen Grade so, aber es wird zumindest nicht so an die große Glocke gehängt im Normalfall. Jedenfalls hat mich dieser Umstand sehr schockiert. Dann ist es für mich als aufgeklärter und emanzipierter Mensch natürlich auch nicht so ganz einfach, mit der absoluten Abhängigkeit der Frauen von ihren Männern umzugehen. Der Wohlstand der Frauen hing quasi einzig und allein von der Willkür oder dem Wohlwollen oder was auch immer des Mannes ab. Deshalb fällt es mir bei der Lektüre zeitgenössischer Autoren nicht immer leicht, bestimmte Handlungen und Entscheidungen nachzuvollziehen. Moderne historische Romane sind dann doch oft zumindest leicht romantisiert und auf die Ideale der heutigen Gesellschaft zurechtgebogen. Dagegen ist dieses Buch ein ungeschöntes und authentisches Werk seiner Zeit, was mich ungemein für die Geschichte einnimmt.
Austens Schreibstil ist auch etwas ganz besonderes für mich. Ich habe bisher leider erst zwei ihrer Werke lesen können, aber diese haben mich mehr als einmal gefesselt. Anfangs muss man sich sicher erst daran gewöhnen und er ist auch nicht leicht zu verfolgen; man muss sich schon konzentrieren, wenn man diesen Stil vollkommen auskosten möchte. Aber trotz oder gerade wegen seiner Komplexität, den fast schon blumigen Wendungen und der ganzen Gewähltheit der Worte stechen Austens Geschichten einfach aus der Welt der Literatur hervor.
Von mir gibt es 4 Wölkchen für dieses tolle Buch.


06.01.2012

[Gerede] Warum bin ich nachts nur so unglaublich produktiv...

...und tagsüber so gar nicht.
Da kann ich mir stundenlang den Kopf über etwas zerbrechen, ohne der Lösung des zu bewältigenden Problems auch nur einen Schritt näher zu kommen. Es ist, als sei mein Gehirn ein schwarzes Loch in dem alle guten Ideen verschwinden.
Jetzt gerade zum Beispiel ist es 1:24 Uhr. Bis vor zwei Stunden saß ich vor meinem Computer und hatte die Absicht einen Post zu schreiben. Aber es herrschte gähnende Leere auf dem Bildschirm vor mir, denn die Muse wollte mich einfach nicht küssen. Zwar habe ich immer ein paar Ideen im Kopf, aber was bringt das, wenn man nicht in der Lage ist, selbige anständig formuliert in einen  gut lesbaren Text zu transponieren?  Also bin ich ins Bett gegangen und habe dort auch bis vor 5 Minuten seelig geschlummert. Aber eben bin ich plötzlich aufgewacht und dachte nur: „Wie wär’s mit einem Blog über nächtliche Kreativitätsschübe?“
Die habe ich nämlich öfter.
Neulich zum Beispiel, als meine Schwester und ich unser gemeinsames Zimmer renoviert haben und uns einfach nicht für eine Wandfarbe entscheiden konnten. Um halb vier Uhr nachts riss ich die Augen auf und hatte nur einen einzigen Gedanken: CREMEFARBEN! Das war die ultimative Idee. Sieht super aus Noch ein paar Bahnen passende Mustertapete und schwupp, war die Sache gegessen. 
Manchmal passiert es auch, dass ich wach werde und aufrecht in meinem Bett stehe. Einfach so. Gut, besonders kreativ ist das nicht gerade. Aber was dann folgt ist ein beängstigender Motivationsschub, denn wenn ich ja dann schonmal wach bin, kann ich mich auch gleich an irgendwelche Uni-Arbeiten setzten. Und das mit einem unglaublichen Erfolg! Kaum auszudenken, wie ich mein Studium schaffen sollte, wenn ich nicht manchmal ungeplante Nachtschichten einlegen würde. 
Vielleicht sollte ich mal versuchen, ob sich dieser Trick auch in den Klausuren anwenden lässt...Das sähe dann wohl ungefähr so aus:
Ein düsterer, enger Raum. Literaturwissenschaftsklausur. Alle Studenten schreiben konzentriert. Die Kulis fliegen über das Papier und die Augen über den zu benutzenden Roman. Nur eine Studentin rührt sich nicht. Der verbitterte, hinterhältige und missgünstige Dozent  pirscht sich an sie heran, schubst sie unsanft und donnert mit einem bösartigen Blitzen in den abwaschwasserfarbenen Augen: „Was tust du da?! Wir schreiben hier gerade eine Klausur!!“ Verschlafen blickt die intelligente, talentierte und hübsche Studdentin(^.^) zu ihrem Peiniger auf und antwortet verunsichert: „Natürlich, das ist mit klar. Ich komme nur bei der Aufgabe 4c) nicht weiter und dachte, ich schlaf einfach mal drüber...“
Was danach mit der Studentin geschieht, darf hier auf Grund des Jugendschutzgesetzes nicht veröffentlicht werden.

Gut, ist also vielleicht keine so gute Idee.
Jedenfalls löse ich meine Probleme im Schlaf und zwar wörtlich. Super, oder?
Nicht ganz, denn nach einem dieser nächtlichen Geistesblitze bin ich halt wach und werde das auch noch die komplette Nacht durch und den nächsten Tag über bleiben, denn schlafen kann ich danach einfach nicht mehr. Was ein massives Müdigkeitsgefühl und chronische Unzurechnungsfähigkeit zur Folge hat.
Na ja, zum Glück gibt es ja das Internet mit seinen vielen zeitfüllenden Blog-Beiträgen, die mir die Zeit bis zum nächsten Morgen verkürzen ;)