12.01.2012

# Rezensionen

[Rezi] Kerstin Gier - Smaragdgrün

Erscheinungsjahr: 2010
Genre: Jugendbuch
Reihe: Edelstein-Trilogie, Teil III
Seitenzahl: 482



Teaser:
"Na klar. Eines Tages wirst du in Kalendern auf der ganzen Welt zitiert werden", sagte ich. "Herzen können gar nicht brechen, weil sie nämlich aus Marzipan sind. Metapher der weisen Leslie Hay."




Achtung! Spoilergefahr! * Achtung! Spoilergefahr! * Achtung! Spoilergefahr!

Handlung
Gwendolyns Leben steht auf dem Kopf. Daran, dass sie in der Zeit zurückspringen kann und es ihr möglich ist, in längst vergangenen Zeiten herumzuspazieren, hat sie sich mittlerweile zwar so gut wie möglich gewohnt. Aber dann gesteht Gideon – der zweite Zeitreisende von der Partie – ihr seine Liebe, nur um dies kurz darauf wieder zurückzunehmen. Gwen ist am Boden zerstört und es fällt ihr schwer, sich auf die geheime Mission zu konzentrieren, die sie verfolgen muss. Dabei geht es darum, hinter den wahren Plan des Grafen von Saint Germain zu kommen, der sich der Loge der Wächter zwar immer als Heilsbringer verkauft und diese so dazu bringt, ihm zu gehorchen; aber  Gwen hat berechtigte Zweifel an diesem Bild. Ihre beste Freundin Leslie baut sie so gut wie möglich wieder auf, denn obwohl Gwen alles versucht, um es so lange wie möglich herauszuzögern, muss sie zusammen mit Gideon zum Grafen  ins 18. Jahrhundert springen und dort an einem Ball teilnehmen. Da sie nicht weiß, wem der Wächter sie ihren Verdacht anvertrauen kann, hat sie zunächst nur Leslie und den Wasserspeierdämonen Xemerius als Verbündete. Und natürlich das frühere Selbst ihres Großvaters, das sie häufig in der Vergangenheit besucht, um des Rätsels Lösung zu finden.

Meine Meinung
So kryptisch meine Inhaltsangabe oben ist, so verworren und verstrickt ist die Geschichte am Anfang des Buches. In den ersten beiden Bänden sind so viele Fragen aufgekommen, die alle am Ende dieses letzten Teils beantwortet werden. Vorher bekommt man als Leser, genau wie Gwen, bröckchenweise Informationen zugespielt, die erst am Schluss ein sinnvolles Ganzes ergeben. Dadurch wird der Lesefluss aber nicht im Geringsten negativ beeinflusst. Man hat also wirklich keine Probleme, dem Handlungsverlauf zu folgen und kommt immer gut mit.
Womit ich am Anfang noch gut klar kam, im weiteren Verlauf der Geschichte aber dann so meine Schwierigkeiten hatte, war die Tatsache, dass dieses Buch wirklich getränkt ist mit kitschigen und schnulzigen Szenen. Es fängt ja alles damit an, dass Gwen vor Liebeskummer und Selbstmitleid zerfließt; doch tatsächlich wird das durch die witzigen Kommentare von Xemerius und auch Leslie ein bisschen parodiert und ist deshalb sehr schön zu lesen, weil man zwar mit Gwen mitfühlen kann, doch die Darstellung ihrer Qualen nicht übertrieben ist. Schlimm wird es erst, als sie sich dann mit Gideon versöhnt und die beiden natürlich doch zusammenkommen (was ja von Anfang an klar war, aber ein bisschen Drama gehört natürlich dazu). Da gibt es dann die ein oder andere Szene, in der wirklich eindeutig viel zu dick aufgetragen wird und die vor Kitsch geradezu treifen. Ja, ich bekam eine Gänsehaut. Aber nicht im positiven Sinn.
Bis auf diesen für mich nicht so gelungenen Aspekt, war auch der letzte Teil der Trilogie ein unterhaltsames Leseerlebnis. Es gibt viele spannende Stellen und überraschende Entwicklungen, während gleichzeitig einige lange gehegte Vermutungen von mir bestätigt wurden. In der ersten Hälfte passiert noch nicht so arg viel, denn es müssen erst einmal die Fronten zwischen Gwen und Gideon geklärt werden. Aber durch Giers besonderen Humor, den sie vor allem durch Xemerius einfließen lässt, tut das der Geschichte keinen Abbruch. Der inhaltliche Schwerpunkt ist bei diesem Buch wie schon erwähnt auf der Aufklärung aller Fragen gesetzt, weshalb Gwens chaotisches Familien- und Sozialleben keinen so großen Raum mehr einnimmt wie in den Vorgängerbänden. Auch Charlotte spielt keine so große Rolle mehr, doch ein paar giftige Dialoge zwischen ihr und Gwen gibt es natürlich immer noch. In der zweiten Häfte spielt dann alles auf den großen Showdown und ein für mich sehr überraschendes Ende hin. Leslie blüht richtig auf und wird zu einer der tragenden Rollen im Vorantreiben der Handlung. Sie gehört ja neben Xemerius zu meinen Lieblingsfiguren im ganzen Roman.
Mein Fazit für den Abschluss der Edelstein-Trilogie fällt somit ein bisschen schwächer aus, als für Band eins und zwei. Dennoch ist das Buch ein würdiger Abschluss der Trilogie, spannend, humorvoll, (ein bisschen zu) gefühlvoll und dramatisch. 4 Wölkchen gibt es von mir.


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