08.02.2012

[Mini-Rezi] Cornelia Funke - Tintenherz

Erscheinungsjahr: 2003
Genre: Jugend/Fantasy
Seitenzahl: 566


Teaser:
Welche Geschichten sollte sie diesmal mitnehmen? Welche Geschichten halfen gegen die Angst, die gestern Nacht ins Haus geschlichen war? Wie wäre es mit einer Lügengeschichte?, dachte Meggie. Mo log sie an.





Meggie ist 12 Jahre alt und ihr Vater hat eibeb ganz besonderen Beruf: er restauriert alte Bücher, verpasst ihnen neue Einände, heftet die Seiten neu zusammen und tut, was eben getan werden muss, um sie noch für viele Jahre zu erhalten. Ihre kleine Familie besteht nur aus ihnen beiden, Meggie und Mo. Meggies Mutter ist verschwunden, als das Mädchen gerade drei Jahre alt war. Wohin weiß sie nicht, aber die Erinnerung verblast sowieso allmählich. Seine Liebe zu Büchern hat Mo an Meggie weitergegeben und so strotz ihr ganzes Haus nur so von Büchern aller Art. Lesen bedeutet für Meggie, sich in eine andere Welt zu begeben, dem Alltag un der Realität zu enfliehen und sich in Abenteuer oder andere Geschichten hineinzuträumen. Schon ganz früh hat sie von ihrem Vater das lesen gelernt, denn niemals liest er ihr aus einem Buch etwas vor.
Als eines nachts ein seltsamer Mann namens Staubfinger vor ihrer Tür steht, der von Mo als alten Bekannten begrüßt wird und seltsame Dinge über ein Buch erzählt und Mo, den er aus welchen Gründen auch immer Zauberzunge nennt, vor einem grausamen Mann namens Capricorn warnt, fliehen Mo und Meggie überstürzt aus ihrem Haus. Sie werden aber trotz aller Vorsicht von Capricorn geschnappt und erst Stück für Stück entblättert sich für Meggie das Geheimnis um das Buch "Tintenherz", welche Rolle ihr Vater in dem Stück spielt und was mit ihrer Mutter geschehen ist.

Zugegeben, diese Inhaltsangabe ist ein bisschen schwammig, aber ich wollte nicht zu viel verraten, um nichts von der Geschichte vorwegzunehmen. Viele werden es ja schon kennen, und für alle, die das Buch noch lesen werden/wollen/sich überlegen, dies zu tun, sei gesagt: es geht darin um den Zauber, der Worten und Büchern innewohnt und was geschieht, wenn diese Macht unkontrolliert entfesselt wird. Ähnlich wie bei einem großen Feuer (das auch eine nicht unwichtige Rolle in der Geschichte spielt), breitet sich die Wirkung der Worte aus und durchdringt das Leben vieler Menschen. So geschieht es auch mit dieser Geschichte. Man wird entführt ine eine fantastische Welt voller Wunder, und alles dreht sich um Bücher und die Magie der Worte. Das lässt ein Bücherwurmherz doch höher schlagen. Das Buch wird zwar oft in das Genre der Jungendliteratur eingeordnet, doch ich finde, vom recht blumigen Schreibstil her und der oftmals sehr düsteren Atmosphäre kann man es auch als Erwachsener noch gut lesen. Ich hatte allerdings teilweise den Eindruck, dass die Autorin sich sehr um einen fast schon poetischen Schreibstil bemüht hat und es dadurch zu teilweise überzogenen Metaphern kam. Das stört den Lesefluss zwar nicht unbedingt, ist mir aber negativ aufgefallen. Die Charaktere bleiben relativ eindimensional gezeichnet und erfüllen die meiste Zeit nur ihren Zweck als Handlungsträger. Bei Meggie fiel mir das nicht so deutlich auf, weil sie ja noch ein Kind ist, aber bei ihrem Vater Mo und vor allem später bei ihrer Mutter hat mich das ein wenig gestört.
Was mir total gut gefallen hat, waren die Zitate aus anderen Büchern jeweils am Anfang jedes Kapitels, die jeweils immer auf dessen Inhalt abgestimmt waren. Zum Beispiel aus Tolkiens "Herr der Ringe" gab es das mehrere Zitate oder auch aus "Peter Pan" und noch vielen anderen. Die Idee ist wirklich toll.
Also, ein schönes Buch, aus dem ich mir viele wundervolle Zitate herausgeschrieben habe, das mich gefesselt hat. 4 Wölkchen von mir.


Kommentare:

  1. Hi,
    ein sehr schöner Blog, den ich gerade entdeckt habe ^^ und eine tolle Rezi. Ich habe auch schon viel positives über die Tinten-Reihe gehört und denke, dass ich mir demnächst vielleicht den ersten Band zulegen und selbst einen Versuch damit wagen werde.
    Sehr gut gefällt mir übrigens dein momentaner Lesestatus: "Wühle im SuB"!
    LG und einen schönen Nachmittag

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    1. Danke schön ! :D
      Einen Blick hinein hat die Tintenreihe auf jeden Fall verdient. Zwar hat mich das erste Buch nicht so sehr gefesselt, dass ich unbedingt dringend mit dem zweiten Teil weitermachen werde, aber irgendwann folgt das sicher noch. Zumal der zweite Band auch noch mal besser sein soll ;)
      Hihi, das schreibe ich immer hin, wenn ich mich gerade nicht entscheiden kann, was als nächstes gelesen werden muss; nachdem ich ein Buch beendet habe, muss ich das immer erst ein bisschen sacken lassen :D

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  2. Hi,
    vielen lieben Dank für dein wirklich nettes Kommentar. Ich kenne das auch, bei manchen Reihen kann ich die Fortsetzung kaum erwarten, bei anderen lege ich immer wieder eine Pause ein. Was aber leider meinem SuB-Abbau eher kontraproduktiv entgegenwirkt.
    Wie gefällt dir denn "Der Augensammler" bisher? Ich bin mir nicht sicher, ob Fitzek so mein Ding wäre.
    LG und ein schönes Wochenende

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  3. Den ersten Teil habe ich vor etwa 10 Jahren gelesen und fand ihn spannend und die Idee an sich finde ich immer noch schön. Damals war ich 17. Den zweiten Teil wollte ich vor etwa einem Jahr lesen, war aber leider ziemlich gelangweilt und so musste ich das Buch verkaufen. :(
    Was mich auch stört und damals schon gestört hat, ist, dass Meggie ihren Vater "Mo" nennt. Ich finde das absolut unglaubwürdig und mir ist sowieso aufgefallen, dass in deutschen Filmen, Büchern, Serien in den seltensten Fällen "Mama" und "Papa" gesagt wird, was ich komisch finde, da es in der Realität der Normalfall ist.
    Stattdessen sagen die Figuren "Ma", "Pa", "Mum", oder eben Vornamen oder besondere Spitznamen, die cool klingen sollen.

    Was ich auch vermisst habe, und wo ich vielleicht durch Harry Potter ein wenig verwöhnt bin, sind tiefgründige Charaktere und Charakterentwicklung. Deshalb würde ich die Tintenreihe doch eher für die jüngeren Leser (11-15 Jahre) einstufen.

    Liebe Grüße
    http://lesenundgrossetaten.blogspot.de/

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    1. Da gebe ich dir Recht - auch ich würde die Reihe eher für ein jüngeres Publikum empfehlen. Mir fehlt zumindest mittlerweile auch das gewisse Etwas, das der Reihe Pfeffer verleiht. Deshalb habe ich den zweiten Teil auch abgebrochen und bin der Meinung, dieser erste Teil käme heute bei einer Rezi nicht mehr sooooo gut weg :D Aber so ist das dann eben.

      Das mit dem Vornamen hat mich gar nicht gestört und mir ist auch noch nicht aufgefallen, dass das vor allem in deutschsprachigen Produktionen so eklatant oft der Fall ist. Hin und wieder hat man es schon mal und gerade so Ende der 90er war es meinem Empfinden nach auch wirklich in Mode, aber mittlerweile hat sich das eigentlich wieder gelegt. Ist mir zumindest schon wirklich lange nicht mehr untergekommen :P

      Liebe Grüße
      MelMel

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