16.02.2012

[Mini-Rezi] Sophie Benning - Das Leben ist ein Kitschroman

Erscheinungsjahr: 2011
Genre: Frauenroman
Seitenzahl: 228


Teaser:
Wir schafften es, wie zwei zivilisierte Menschen Tee zu trinken: Sie machte mir keine Vorschläge, wie ich mein Leben zu leben hatte und ich machte keine provozierenden Bemerkungen, sondern hörte mit Engelsgeduld zu, welche Probleme überraschend bei einer Wohltätigkeitsveranstaltung aufgetaucht waren.





Charlotte ist eine richtige Vorzeigetochter. Ihre Familie – allesamt erfolgreiche Geschäftsmenschen – ist stolz: sie hat einen wirklich guten Studienabschluss in BWL und Marketing geschafft und wird in sechs Wochen in der Kanzlei eines befreundeten Anwalts anfangen erste Berufserfahrung zu sammeln. Ihr Leben wurde von ihren Eltern, und vor allem von ihrer herrischen Mutter, komplett durchgeplant und bisher hat sie sich immer brav an diesen Plan gehalten. Doch jetzt, wo es ernst wird und die Aussicht auf einen staubigen Bürojob, dem sie für den Rest ihres Lebens nachgehen muss, setzt Charlotte ganz schön zu. Denn eigentlich würde sie am liebsten etwas ganz anderes machen. Romanautorin ist ihr Traum, doch bevor sie bereit ist, ihren Eltern mit dieser für sie unakzeptablen Zukunftsgestaltung unter die Augen zu treten, muss sie sich ihrer selbst erst noch richtig sicher werden.

Oben genanntes ist eigentlich der Stoff zu einer richtig tollen Geschichte. In diesem Buch wird das allerdings eher als Nebenhandlung dargestellt. Viel wichtiger ist nämlich Charlottes Liebesleben beziehungsweise das der anderen Personen im Buch. Darauf wird größten wert gelegt. Dabei erfüllt die detailgenaue Beschreibung beispielsweise des „Mister Sex-Pur“ oder der wilden Nacht von Charlottes Nachbarin eher einen Selbstzweck, als eine Bedeutung für die Handlung zu haben.
Witz und Charme hat der Schreibstil der Autorin aber durchaus. Die ganze Geschichte ist ähnlich wie eine Kolumne in Frauenzeitschriften gehalten; es ist also kurzweilig und humorvoll zu lesen. Ich hatte wohl einfach die falschen Erwartungen an das Buch. Für mich klang der Titel nach Selbstironie und ich dachte, dass der Roman eher mit ein paar Klischees abrechnet. Dass der Titel tatsächlich Programm ist und die Geschichte quasi ein einziges Klischee darstellt war mir leider nicht bewusst. Naja, für Fans dieses Genres ist das Buch sicher sehr ansprechend, doch für mich war es zwar ganz nette Unterhaltung für zwischendurch und die Rezepte am Ende des Buches werde ich sicher mal nachkochen. Doch richtig warm konnte ich mit der Geschichte leider nicht werden; zu vorhersehbare Handlungen, zu klischeehafte Figuren und das konnten auch die witzigen Stellen nicht ausgleichen. Also von mir gibt’s 2 gutgemeinte Wölkchen dafür.


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