30.05.2012

[Rezi] Jan Weiler - Maria, ihm schmeckt's nicht!

Erscheinungsjahr: 2003
Genre: Humor
Seitenzahl: 255


Teaser:
Mittags geht es zurück ins Haus, denn keiner ist hier so blöd, sich zwischen zwölf und drei am Strand aufzuhalten. Viel zu heß. Die Sachen bleiben zurück, es besteht keine Gefahr, dass sie geklaut werden, denn nach der Logik meiner Leute sind ja alle Italiener in der Mittagszeit zu Hause, also kann niemand etwas stehlen. Es ist tatsächlich nichts geklaut worden.



Handlung
Man trifft beim Bäcker die Frau seines Lebens. Man verliebt sich und heiratet sie - und ihre gesamte italienische Verwandtschaft. So ergeht es dem Ich-Erzähler (dessen Namen wir nie erfahren, aber höchstwahrscheinlich lautet er "Jan" ;D ) und davon handelt auch dieses Buch. Es werden viele schwankhafte Geschichten über den egozentrischen Familienvater, die bunte neue Familie und die italienische Lebensweise präsentiert. Vom gemeinsamen Sommerurlaub am Meer oder dem italienischen Weihnachtsfest und vor allem den unterschiedlichen Lebensauffassungen. Nach seiner vollständigen Integration in seine italienische Familie, entführt ihn sein Schwiegervater in dessen Heimatdorf und erzählt ihm seine Lebensgeschichte, die der Protagonist trotz anfänglichen Widerstrebens schließlich sehr spannend und rührend findet.

Meine Meinung
Ein zuckersüßes Buch! Humorvoll, leicht und spaßig zu lesen.
Der Protagonist verliebt sich in Sara, eine Halbitalienerin und lernt dadurch zunächst ihre Eltern kennen: die gutmütige Ursula und den Lebenskünstler Antonio Marcipane. Genial illustriert der Autor von Anfang an Antonios italienischen Akztent, sodass ich mir beim Lesen wirklich so vorkam, als stünde ein wild gestikulierender Italiener vor mir. Natürlich spielt die Geschichte mit Klischées und lebt regelrecht davon. Aber das tut dem Vergnügen keinen Abbruch. Richtig witzig wird es dann, als das frisch verheiratete Paar nach Italien fährt, um die gesamte große Familie kennenzulernen. Aus eigener leidvoller Erfahrung kann ich bestätigen, dass es nicht einfach ist, sich im Ausland verständlich zu machen, selbst, wenn man sich vorher mit der Sprach beschäftig hat. Versteht man aber kein Wort von dem, was man sagt, führt das oftmals zu herrlich witzigen Missverständnissen und Jan Weiler hat eine eigene Art, von diesen zu berichten. Mit seinem trockenen Humor macht er an sich komische Situationen noch mal lustiger.
Im zweiten Teil des Buches wird es dann auch ein bisschen nachdenklicher- nämlich als Antonio von seiner Kindheit in ärmlichen Verhältnissen erzählt und seinen ersten Jahren als Gastarbeiter in Deutschland. Dort erklärt sich für den Leser (und auch für den Protagonisten der Geschichte) einiges an Antonios gesamter Art, die er sich zugelegt hat, um in einer Welt voller Ablehnung zu bestehen. Allerdings wird es niemals schwermütig, denn Antonio ist einfach ein Original und weiß, eine Geschichte - und sei es seine eigene - gut zu erzählen.
Alles in allem ein perfektes Buch für den Sommer oder für Zwischendurch. 5 Wölkchen von mir.


Kommentare:

  1. Schöne Rezi! Mir haben auch beide Bücher sehr gut gefallen. :)
    Lg Steffi

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  2. Der zweite Teil heißt "Antonio im Wunderland". :) Und dann gibt es noch "Mein Leben als Mensch". Davon gibt es auch zwei Bücher und da geht es auch um die Familie. Aber die habe ich noch nicht gelesen.
    Lg Steffi

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