17.05.2012

[Rezi] J.R.R. Tolkien - Der Herr der Ringe. Die Gefährten

Erscheinungsjahr: 2001 (Erstveröffentlichung: 1954)
Originaltitel: Fellowship of the Rings
Genre: Fantasy
Reihe: Herr-der-Ringe-Reihe, Teil I
Seitenzahl: 526


Teaser:
Die Sonne ging unter. Beutelsend sah trüb, düster und verlassen aus. Frodo machte noch eine Runde durch die vertrauten Zimmer. Die letzten Sonnenstrahlen erblassten an den Wänden, und aus den Ecken krochen die Schatten hervor.



Handlung
Die Hobbits aus dem Auenland führen ein glückliches Leben - sie beschäftigen sich mit ihrem Vieh, ihren Gärten und erfreuen sich gegenseitig mit Klatsch und Tratsch von den einzelnen Hobbitfamilien. Auch Frodo und sein Onkel Bilbo gehören diesem idyllischen Leben an. Bis der weise Zauberer Gandalf ins Auenland kommt und Bilbo eine Geschichte über dessen ganz besonderen Schatz erzählt. Dieser Schatz ist ein äußerst mächtiger Ring, der von Sauron, dem Herrscher über Mordor, mehr als alles andere gesucht wird, damit dieser damit seine Macht noch weiter ausbauen kann. Gandalf enthüllt den Hobbits Frodo und Bilbo den wahren Charakter des Rings: "Ein Ring, sie zu knechten, sie alle zu finden, ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden". Mit allen Mitteln muss nun verhindert werden, dass dieser Ring Sauron in die Hände fällt, denn das würde das Ende von Mittelerde bedeuten und alle Bewohner zu ewigen Dienern eines grausamen Herrschers machen. Damit beginnt für Frodo und acht auserwählte Gefährten eine lange Reise zum Schicksalsberg in Mordor, um den Ring zu zerstören und zu verhindern, dass Sauron ihn bekommt.

Meine Meinung
Kaum jemandem wird diese Geschichte völlig fremd sein. Selbst wenn man wie ich weder die Bücher gelesen, noch die Filme gesehen hat (Schande über mein Haupt), kennt man doch den groben Handlungsverlauf. Um dennoch die Lücke in meiner Allgemeinbildung zu schließen, habe ich mir vorgenommen, alle drei Bände dieser Reihe zu lesen.
In Band eins wird man erst einmal in die Umstände eingeführt. Mittelerde, das Auenland und seine Bewohner, sowie die Beziehungen der einzelnen Völker zueinander werden erklärt und die Problematik des Ringes wird eingeführt. So ist die Geschichte weniger geprägt von Handlung, sondern mehr von Beschreibungen; selbst, als Frodo und seine Gefährten auf Wanderschaft sind, legt der Autor viel wert auf eine detailierte Beschreibung der Umgebung und weniger auf actiongeladene Szenen. Teilweise macht das den Text ein bisschen zäh und langatmig, aber nicht so stark, dass ich mich durch die Kapitel durchquälen musste. Nur mit den Liedtexten, die gefühlt alle zwei Seiten einen großen Teil der Geschichte einnehmen, wurde mir hin und wieder etwas langweilig. Ich mag ja Gedichte sehr gerne, aber so gerne wie die Hobbits und Elben im Buch dann offensichtlich doch nicht. So ziemlich alles wird mal kurz in ein Lied reingedichtet und sich dann beim Lagerfeuer vorgesungen. Eine ganz nette Unterbrechung eigentlich, allerdings meiner Meinung nach ein bisschen zu häufig eingesetzt.
Dennoch ist die Geschichte gut zu lesen, sobald man mit den vielen Namen, die am Anfang auf einen einprasseln, klarkommt. Die Geheimnisse um den Ring, seine Macht und auch um Sauron werden Stück für Stück enthüllt und im Verlauf der Geschichte immer deutlicher - wenn auch noch nicht ganz gelüftet - sodass eine unterschwellige Spannung immer mitschwingt. Die Orte, zu denen der Leser geführt wird, sind großartig dargestellt; hier ist der Detailreichtum des Schreibstils wirklich von Vorteil. Auch wenn man manchmal das Gefühl hat, dass die gesamte Geschichte nur aus Wanderungen von einem Ort zum nächsten besteht, reißen einen doch die wundervollen Orte, sowie auch die immer größeren Gefahren und Verluste aus diesem Trott heraus.
4 Wölkchen bekommt der erste Teil der Herr der Ringe-Trilogie.


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