10.06.2012

[Rezi] J.R.R. Tolkien - Der Herr der Ringe III. Die Wiederkehr des Königs

Erscheinungsjahr: 2008
Originaltitel: The Return Of The King
Genre: Fantasy
Reihe: Herr-der-Ringe, Teil III
Seitenzahl: 482

Teaser:
Dann endlich sank die Sonne hinterm Mindolluin und entlammte den ganzen Himmel, sodass die Hügel und Berge wie blutgetränkt aussahen; und Feuer glühte auch auf dem Fluss, und das Gras auf dem Pelennor lag rot im Abendlicht.




Achtung! Spoilergefahr!*Achtung! Spoilergefahr!*Achtung! Spoilergefahr!

Handlung
Der Krieg in Mittelerde geht weiter. Der böse Herrscher Sauron hat überall seine Truppen stationiert und die nach wie vor in Teilgruppen zersplitterten Gefährten kämpfen an verschiedenen Fronten, um die Schreckensherrschaft zu beenden. Die große Aufgabe, um die es sich seit Teil 1 dreht - nämlich den Einen Ring zu zerstören - ist nach wie vor nicht erfüllt und wird für die beiden Hobbits Frodo und Sam zu ihrer größten Aufgabe. Während ihre Freunde auf dem Schalchfeld stehen und versuchen, die Aufmerksamkeit Saurons auf sich zu ziehen, schleichen sich Frodo und Sam mitten in dessen Festung hinein; denn nur dort kann der Ring zerstört werden.

Meine Meinung
Wer einen fulminanten Showdown erwartet, wird mit diesem abschließenden Teil der "Herr der Ringe"-Trilogie nicht wirklich glücklich werden. Zwar gibt es auch hier einige spannende Stellen mit guten, fesselnden Szenen, aber wie bei den beiden Vorgängern auch schon überwiegen am Ende doch die langatmigen Beschreibungen der Landschaften/Zustände/Probleme.
Die Geschichte wird grob in zwei Handlungssträngen erzählt, wie es auch schon in Band 2 der Fall war. Mich persönlich hat dabei schwer gestört, dass das nicht zeitlich chronologisch passiert, sondern man erst die Wochen des Kampfes erlebt (Handlungsstrang 1) und dann die selben Wochen nochmal erlebt, nur diesmal aus der Sicht von Frodo und Sam (Handlungsstrang 2). Ich finde es deutlich angenehmer, wenn die einzelnen Handlungstränge überkreuzt erzählt werden; dann habe ich sie jeweils nicht so schnell über und die Geschichte liest sich viel spannender. Die ewigen Landschaftsbeschreibungen, die sicher von einigem literarischen Wert sind, gingen mir leider auch immer mehr auf die Nerven.
Wie allerdings am Ende die Handlungen ineinander laufen und verknüpft werden, gefällt mir da schon viel besser. Das Buch steckt voller kleiner erzählpraktischer Feinheiten, die es zu einem schönen Leseerlebnis machen würden, wären nur ein paar zähe Beschreibungen weniger vorhanden.
Insgesamt fand ich das Ende auch ein wenig unbefriedigend. Es sind so viele Fragen offen geblieben und die Charaktere haben sich meiner Meinng nach auch nicht wirklich entwickelt (außer Aragorn und Sam vielleicht, aber auch nicht in dem zu erwartenden Maß) und handelten teilweise total unglaubwürdig für mich. Warum zum Beispiel arrangiert sich Saruman nicht mir der neuen Situation und passt sich an, nachdem Sauron gestürtzt ist? Schließlich war er mal der oberste aller Zauberer - da kann man ein bisschen Intelligenz und Anpassungsfähigkeit ja wohl erwarten. Und was war überhaupt los mit Sauron? Der tritt ja überhaupt und in keinster Weise direkt in Erscheinung, geschweige denn wird erklärt, warum er überhaupt so böse wurde. Alles auf den Ring zu schieben kommt mir zu einfach vor. Schließlich existierte der nicht von Anbeginn der Zeit.
Noch zu bemämgeln habe ich - wie schon in Band 1 und 2 - die fehlenden Emotionen. Dafür hatte Tolkien entweder keine Lust oder kein Talent. Nicht einmal bei Aragorns anscheinend lang ersehnten Hochzeit kommt ein Fünkchen Gefühl rüber.
Naja, allzu begeistert bin ich von dieser hochgelbten Trilogie nicht. Und der letzte Teil ist tatsächlich insgesamt betrachtet für mich der schwächste. Vielleicht aber auch nur, weil meine Toleranzgrenze mit jedem Band gesunken ist. 3 Wölkchen.


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