15.09.2012

[Marathon] Lang lebe Harry Potter!

Hiermit verkünde ich feierlich, dass mein insgesamt sechswöchiger Harry-Potter-Marathon vor zwei Tagen mit einem fulminanten Sprint auf der Zielgeraden beendet wurde. Hier nun die Abschluss-Evaluation.
Bevor ihr weiterlest, beachtet wie immer den Hinweis: Nur lesen, wenn ihr die Bücher schon kennt oder es euch nichts ausmacht, wenn ihr eventuell ein paar Details im Voraus wisst ;)



Harry Potter und der Halbblutprinz
Ron erklärt gegen Ende des ersten Buches, als sie auf dem Weg zum Stein der Weisen an dem Schachspiel vorbeimüssen, dass man beim Schach nur gewinnen kann, wenn man bereit ist, seine eigenen Figuren zu opfern. Und dann lässt er sich bewusstlos schlagen, damit Harry und Hermine weitermachen können. Mir scheint, dass dies so eine Art Leitgedanke ist, der sich ab dem sechsten Band abzeichnet. Dumbledore, der immer einen Ausweg aus jeder noch so schwierigen Situation wusste, stirbt. Einfach so und erstaunlich unspektakulär. Ich weiß noch ganz genau, dass ich, als ich das Buch zum ersten Mal gelesen hab, einfach nicht geglaubt hab, dass er wirklich tot ist. Erst, als Fawkes verschwindet - mein Gott, was bin ich da immer am Heulen - wird das endgültig. Und ich war so dermaßen enttäuscht von Snape, den ich zwar nie mochte, aber an dessen guten Kern ich trotzdem irgendwie geglaubt habe.
Bevor der zweitgrößte Worst-Case der Anti-Voldemort-Bewegung eintritt, ist der Sonder-Unterricht von Dumbledore sehr aufschlussreich für Harry und auch für den Leser, denn man erfährt eine Menge interessanter Sachen über Voldi und warum er - von seiner soliden aggressiven Veranlagung und seiner Arroganz mal abgesehen - es auch den äußeren Umständen seiner Kindheit zu verdanken hat, dass aus ihm ein großer Vollidiot geworden ist.
Daneben gibt es natürlich auch wieder einige Liebes- und Freunschaftsdramen, wie das halt mit 16 so ist. Ron und Hermine scharwänzeln immer wieder umeinander herum, ohne dass was dabei rauskommt. Doch obwohl das einiges an Konflikten mit sich bringt, ist klar, dass am Ende, wenn der große Kampf kurz bevor steht, das unzertrennliche Trio genau das ist: unzertrennlich und bereit, sich in den Kampf gegen Voldemort zu stürtzen.


Harry Potter und die Heiligtümer des Todes
Soooo viel hätte ich zu diesem, meinem aller-aller-aller-aller-liebsten Lieblingsteil (und das, obwohl er der letzte Teil und somit das Ende ist, was eigentlich enorm viele Wertungspunkte abzieht) der Reihe, zu erzählen. Wo fang ich denn am besten an? Vielleicht damit, dass man schon gleich zu Anfang die Bedrohung, quasi den Ernst der Situation, in der sich die Zauberergemeinschaft befindet, zu spüren bekommt. An seinem 17. Geburtstag brechen die Schutzzauber, die Dumbledore über Harry gelegt hat, in sich zusammen und deshalb ist er ab diesem Moment verwundbar. Das wollen sich Voldi und seine Spielkameraden natürlich zu Nutze machen und greifen Harry und seine Leibgarde an, die angerückt ist, um ihn in Sicherheit zu bringen. Dabei fallen Hedwig und der beständige Mad-Eye Moody im Kampf, womit zwei weitere feste und verlässliche Figuren von der Bildfläche verschwinden. Sowieso sind enorm viele Opfer zu beklagen. Nicht so viele von den liebgewonnenen Nebenfiguren, wie man vielleicht erwartet und gar keine Hauptfigur (zum Glück!), und wenn ich ehrlich bin, hätte ich um jeden Tränen vergossen, aber echt mal: der arme, kleine, mutige, liebe Dobby?! Voll traurig das. Sowieso ist es mega erschreckend, wie bedrohliche die ehemalige Friede-Freude-Eierkuchen-Welt aus dem ersten Band plötzlich wirkt. Es ist der Autorin wirklich gelungen, eine Atmosphäre der Verzweiflung und des Grauens zu schaffen, in der aber trotzdem immer wieder kleine Lichtblicke aufkommen, sodass man als Leser nicht in einen dauer-depressiven Zustand versetzt wird. Zum Beispiel die verhältnismäßig nette Verabschiedung von Dudley, der sich ehrlich um Harrys Wohlergehen sorgt; diese Entwicklungen betonen beständig die Wichtigkeit des (in Ermangelung eines treffenderen Ausdrucks) Guten und deuten schon auf den Ausgang der Geschichte hin. Ganz wichtig zu erwähnen ist uuuunbedingt Snape - nachdem man ihn ja nach dem sechsten Buch und im Verlauf des siebten nur hassen kann, stellt sich am Ende heraus, dass er Harry trotz aller Verachtung für ihn und seinen Vater immer beschützt hat. Wie viel Rückrat er immer bewiesen und wie viel Hass er von Seiten des Phönixordens zu Unrecht ertragen hat, wird erst klar, als er Harry seine Erinnerungen zeigt, die er bei den Okklumentik-Stunden sorgfältig verschlossen hat.
Der Epilog nach dem fulminanten Showdown nimmt vor dem endgültigen Schlusswort nochmal ein bisschen Anspannung beim Leser, was ich gut finde. Auch, wenn mir die Beziehungskonstellationen ein bisschen zu vorhersehbar waren. Aber trotzdem ein absolut würdiges Ende für eine wundervolle Buchreihe.


Abschließend möchte ich nochmal sagen, dass es mir viel Spaß gemacht hat, die ganze Reihe nochmal zu lesen und ich mich über jeden eurer Kommentare dazu sehr gefreut habe. Eins meiner Lieblingszitate passt aus dem Kontext gerissen sehr gut zu diesem bei mir regelmäßig wiederkehrenden Re-read-Ereignis. Meine Mutter hat mich nämlich letztens gefragt: "Bist du etwa noch im Harry-Potter-Wahn?" Nach all dieser Zeit? - "Immer".
:)

1 Kommentar:

  1. Hach, ich habe deinen Marathon sehr genossen. Deine Berichte waren immer äußerst amüsant :)
    Ich bin momentan noch beim 6. (Hör)Buch. Aber noch relativ in der Mitte. Es gab aber auch wieder da mal Stellen, an denen mich Harry genervt hat :D Im 5. Band hatte er die ganze Zeit Unrecht und hat sich nie entschuldigt und die anderen haben es ihm nie auf die Nase gebunden und im 6. Band hat Harry ausnahmsweise mal mit Malfoy recht und er nervt die ganze Zeit die anderen in dem er ihnen sagt: na, ich hatte doch recht...^^ Mannomann :D
    Den 7. Band mag ich auch sehr gerne. Ich habe schon mehrmals gelesen, dass viele den am schlechtesten fanden, da er zu brutal war und die Szenen mit der Horkrux Suche zu langatmig waren. Ich fand den Band aber super.

    Deinen Hinweis auf das, was Ron im ersten Band gesagt hat, fand ich wirklich toll und hat mich irgendwie bewegt :D

    Und ja, man ist IMMER im Harry Potter Fieber. Das wird nicht aufhören. Wenn ich irgendwann mal Kinder haben sollte, dann ist es für sie Pflicht, die Bücher zu lesen!!!

    Liebe Grüße, KQ

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