28.10.2012

[Musik] Sonntagslieder #11

20:00 2 Comments
Heute gibt's - ein bisschen später als normalerweise - den allwöchentlichen Musik-Post.
Warum er erst jetzt kommt, ist ganz leicht erklärt: ich habe den halben Morgen und fast den ganzen Mittag damit verbracht, das neue Design richtig anzupassen und daran rumzuschrauben. Als ich dann endlich zufrieden war, musste ich alle (!) Posts bearbeiten und neu formatieren, damit das ganze nicht wie Kraut und Rüben aussieht. Und zu guter letzt wollte ich alle Verlagsseiten verlinken, von denen ich Cover- und/oder Autorenbilder und Zitate bei meinen Rezis veröffentlich habe. Weil ich aber gefühlt doppelt so viele Verlage verlinken muss, wie ich Bücher rezensiert hab, würde das Eeewigkeiten dauern und ich hab es erstmal aufgeschoben. Genau wie diesen Post, weil ich nach diesen anstrengenden Stunden der Optimierung wirklich nicht mehr die geringste Lust hatte, meinen Laptop überhaupt auch nur anzusehen. Wobei es schon lustig war, einige der alten Posts nach so langer Zeit nochmal zu lesen :D
Wie auch immer, hier sind sie endlich: meine Top-3 der Woche:





Jessi J - Nobody's perfect
Als bekennende Voice-of-Germany-Zuschauerin ist mir dieser Song nach dieser Woche im Ohr geblieben. Und ich fand die Version vom Auftritt fast besser als das Original :D



Midnight Oil - Beds are burning
Ein absoooluuuter Klassiker! Ich liebe diesen Song ungefähr seit 10 Jahren und muss spätestens beim Refrain immer irgendwie mitwippen :)



Jason Derulo - Watcha say
Als das Lied rauskam, war ich noch voll auf Rockmusik eingeschossen... und habs trotzdem gehört. Ich mags immernoch :D



Ich hoffe wie immer, ihr habt beim Hören ein bisschen Spaß und wünsche euch einen gemütlichen Sonntag-Abend

27.10.2012

[Rezi] Gesa Schwartz - Grim I. Das Siegel des Feuers

17:37 1 Comments
Erscheinungsjahr: 2010
Genre: Fantasy
Reihe: Grim-Reihe, Teil I
Seitenzahl: 677


Teaser:
Gerade wollte sie sich abwenden, als sie ein Lachen vernahm, kristallen und hell wie Lichter auf den Wellen des Meeres. Mia verstand die Sprache nicht, in der die Nymphe im Brunnen sprach, aber sie konnte ihre Worte hören.




Handlung
Auf vielen Gebäuden in Paris sitzen sie: die Gargoyles. Diese steineren Figuren prägen seit Jahrhunderten das Stadtblid. Doch was die meisten Menschen nicht wissen ist, dass diese Figuren keineswegs aus totem Stein besetehen, sondern sehr lebendig zusammen mit anderen Wesen wie Gnomen tief unter Paris eine eigene Gemeinschaft haben, in der sie fernab der Menschen leben. Grim ist einer von diesen Gargoyles, und als strafversetzter Schattenflügler ist er seit einiger Zeit damit beschäftigt, die Menschen an der Oberfläche vor Dämonen, die sich in ihnen einnisten, zu beschützen. Bei einem seiner nächtlichen Kontrollgänge trifft er Moira, eine alte Gargoyle-Frau, die er sehr gerne mag. Diese Begegnung bringt Grims bisheriges Weltbild stark ins Wanken. Denn Moira spricht mit einem Menschen - und das, obwohl es strengstens verboten ist, sich einem von ihnen zu zeigen - und gibt ihm überdies auch noch ein geheimnisvolles Pergament.
Jakob - so heißt der junge Mann, dem Moira das Pergament anvertraut hat - gehört mit seiner Schwester Mia und beider Vater Lucas zu den wenigen Menschen, die in der Lage sind, die Wesen der Anderwelt zu sehen. Moira hat ihm aufgetragen, das Pergament zu beschützen und diesen Auftrag gibt er an Mia weiter, die bis dahin nichts von ihren Fähigkeiten wusste. Mias Welt stürzt daraufhin in sich zusammen, denn nicht nur das Eintauchen in die neue Welt, die von den Gargoyles regiert wird und alle anderen Wesen als minderwertig betrachtet, macht ihr Angst. Auch und vor allem die Gruppe Schwarzmagier, die hinter dem Pergament her sind und vor keiner Gewalt zurückschrecken, um es an sich zu bringen.

Meine Meinung
Dieser Auftakt einer Trilogie wirft den Leser gleich in eine ganz neue Welt. Zusammen mit Mia, für die das alles bisher auch völlig unbekannt war, entdeckt man die Anderwelt und ihre Bewohner.
Die Handlung ist aufgeteilt in zwei Stränge: Grims und Mias. Beide Stränge werden geschickt zusammen geführt und dann auch wieder getrennt, ohne dass der Verlauf der Geschichte künstlich in die Länge gezogen wird.
Mia ist ein junges Mädchen, das in Paris aufgewachsen ist und nach dme Tod ihres Vaters und dem Auszug ihres Bruders zusammen mit Mutter und der verrückten Tante Josie in einer Wohnung lebt. Sie besitzt wie ihr Vater großes Talent zum Zeichnen und ist allgemein sehr sensibel. Irgendwie kommt sie einfach mit der Welt, wie sie sich ihr darstellt nicht klar, und das ändert sich auch erstmal nicht, als Jakob ihr von der Anderwelt berichtet, die parallel zur 'unserer' Welt existiert. Zusätzlich zu ihren neu entdeckten magischen Fähigkeiten als Hartidin, die es erstmal kennenzulernen und zu beherrschen gilt, muss sie außerdem dafür Sorge tragen, dass diese schwarzen Gargoyle-Gestalten nicht an das Pergament rankommen, das Mia zwar öffnen, aber nicht lesen kann. So trifft sie auf Grim, der seiner Freundin Moira versprochen hat, auf Jakob achtzugeben und sich deshalb ebenfalls für das Pergament verantwortlich fühlt. Also versucht er, Mia und Jakob sowohl vor den fremden Schwarzmagiern, als auch vor den Gargoyles aus den eigenen Reihen zu beschützen. Denn die Reaktionen auf Menschen, die in ihrer Stadt auftauchen, sind nicht gerade gesund für diese Menschen.
Mir hat der Schreibstil der Autorin außerordentlich gut gefallen. Er ist sehr blumig und verschnörkelt und man wird von ihm regelrecht in die Geschichte hineingezogen. Jeder Satz wirkt magisch, genau wie das bei einer guten Fantasy-Geschichte sein muss. Die Welt, die sie da erschaffen hat, ist voller bekannter Fantasy-Gestalten wie Drachen, Kobolden und Dämonen und auch einige Exkurse in Sagengeschichten - zum Beispiel in die nordische Sagenwelt - fehlen nicht. Hier muss ich allerdings einlenken, dass mir speziell dieser Abschnitt ein bisschen too much war. Es hat einfach so gewirkt, als hätte die Autorin eine Liste an Sagengestalten und -geschichten, die sie abhaken wollte. Dadurch entstehen im Verlauf auch immer wieder einige langgezogene Passagen.
Diese nehemen allerdings nicht Überhand und die meiste Zeit hält Schwartz den Leser durch den Spannungsbogen der Handlung in ihrer Geschichte gefangen. Die Charaktere sind wirklich schön ausgearbeitet - man könnte sogar von den Nebenfiguren längere Charakterisierungen schreiben (was ich grade auch irgendwie gerne machen würde, aber dann wäre der Text hier ein bisschen lang xD ). Die Elemente aus Fantasy, Liebesgeschichte und Drama sind aabsolut ausgewogen. Insgesamt vergebe ich vier sehr gute Wölkchen.

26.10.2012

[TAG] 10 reasons to fall in love with autumn

20:15 6 Comments
Von der lieben Kaugummiqueen wurde ich heute mit zwei total schönen TAGs 'beworfen' (auch wenn mittlweile solche Sachen halt neudeutsch TAG heißen, bin ich immernoch bei der Stöckchen-Metaphorik :D) und weil ich nix anderes zu tun habe, was ähnlich viel Spaß macht wie diesen Post zu schreiben (andere Sachen dagegen schon, aber ich bin bekennende Anhängerin der Prokrastination) (kommt es mir nur so vor, oder lenke ich heute ungewöhnlich oft ab?) (nein, tut es nicht; der Text in den Klammern ist deutlich länger, als der eigentlich Text... eeehm da muss ich mein Konzept wohl nochmal überdenken xD ), werde ich euch nun erzählen, was am Herbst alles toll ist und was mir so allgemein zu Büchern einfällt :)


  1. Was natürlich jedem zuerst einfällt: die Bäume werden bunt! Die Blätter habe dann meine Lieblingsfarben rot und gelb und allen Nuancen dazwischen. Vor allem, wenn die Bäume von der Sonne angestrahlt werden und man die einzelnen Schattierungen sieht, ist das wunderschön *.*
  2. Überhaupt ist das Licht im Herbst etwas ganz besonderes - warm, obwohl die Temperaturen immer kälter werden und kräftig, obwohl sich die Natur langsam zurückzieht.
  3. Auch die Luft ist unverkennbar herbstlich. Eine Mischung aus Erde, kaltem Wind und ich weiß auch nicht genau macht diesen charakteristischen Duft aus.
  4. Die Uhr wird im Herbst umgestellt (dieses Wochenende! ;) ) und wir können eine Stunde länger schlafen! :D
  5. Kleidungstechnsich kann man schon mal so langsam seine Wintersachen wieder ausgraben. Ich steh total auf Strick-Klamotten, werde mir dieses Jahr endlich auch ein Strick-Kleid zulegen - und freue mich auf meine kuscheligen Pullis.
  6. Überhaupt ist das der Beginn einer sehr gemütlichen Zeit. Mit einer warmen Tasse Kakao oder Tee eingemummelt im Sessel zu sitzen, während draußen Herbststürme toben, ist einfach herrlich entspannend.
  7. Bei den Klamotten waren wir zwar schon, aber ich muss das Thema nochmal anschneiden: Stiefel! Zum Sommer passen die ja mal überhaupt nicht, aber ich liebe liebe liebe meine Stiefel und kann sie jetzt endlich wieder tragen.
  8. Das natürlich nur mit passendem Make-up. Brauntöne auf den Augenliedern passen sowohl zu meinem Typ als auch zur Jahreszeit --> yeah! :D
  9. Bevor es jetzt heißt, ich sei mega oberflächlich und beschäftige mich nur mit meinem Aussehen: Nein! Natürlich beschäftigt mich auch das Aussehen meiner Wohnung, deshalb wird diese passend dekoriert. Kerzen, gepresste Blätter (wofür hat man schließlich so viel dicke Bücher?) und hübsches Weidenfelchtzeug ist ein absolutes Muss!
  10. Zu guter letzt möchte ich betonen, dass es extrem leckeres Obst im Herbst gibt. Ich versuche ja, hauptsächlich Obst und Gemüse der Sasion zu essen, und im Herbst klappt das dank Birnen, Aprikosen und Kürbissen ausgesprochen gut :)

Dieser TAG liegt mir fast schon echt am Herzen, weil ich das Gefühl habe, der Herbst ist so die meist gehasste Jahreszeit. Das finde ich sehr schade, denn mit der richtigen Einstellung kann man auch dem Regenwetter, der kürzeren Tage und der kälteren Temperaturen was gutes abgewinnen. Deshalb tagge ich

Charlie
und
Steffi


Ihr könnt natürlich auch gerne den nächsten Tag auch noch mitnehmen, wenn ihr möchtet :)
In diesem geht es um 8 Dinge.... über Bücher und das passt hier natürlich immer rein! :D

  1. Ich mag Bücher.
  2. Deshalb studiere ich "Bücher angucken"... zumindest scheint das das allgemein gültige Verständnis von meinem Studiengang zu sein. Bei manchen zumindest.
  3. Was ich nicht mag, sind Flecken in Büchern. Oder muffiger Geruch. Kennt ihr das, wenn Bücher Jahrzehnte in einem Haushalt waren, in dem stark bis sehr stark geraucht wurde? Das finde ich furchtbar!
  4. Bücher sind Hauptbestandeteil meiner Zimmerdekoration. Unter anderem deshalb kann ich mir kaum vorstellen, jemals einen E-Book-Reader zu besitzen. Außer für wissenschaftliche Bücher - da überwiegt der Vorteil und die Ästhetik darf sich hinten anstellen.
  5. Wenn Bücher, die ich kenne, verfilmt werden, habe ich früher extrem gerne über die Filme gelästert. Mittlerweile sehe ich das alles ein bisschen lockerer und lobe auch des öfteren geglückte Mediumswechsel.
  6. Bücher, die vom Inhalt her eigentlich Papierverschwendung sind, eignen sich hervorragend dazu, wackelige Tische zu stabilisieren.
  7. Pro Jahr erscheinen allein in Deutschland über 100.000 neue Bücher. Mal abgesehen von den alten Klassikern - wie soll man das als Normalsterblicher denn bitte alles lesen?!
  8. Wenn ich ein dickes Buch lese, bleibt das meistens zu Hause und ich habe ein Bus-Buch für unterwegs. Lese ich ein nicht so dickes Buch, schleppe ich das überall hin mit. Parallel lese ich nämlich nicht so gerne mehrere Bücher.


Sooo, das wärs. Jeder, der möchte, kann sich diesen TAG selbstverständlich gerne mitnehmen. Über einen kleinen Kommi würde ich mich in dem Fall freuen, damit ich eure 8 Dinge auch auf jeden Fall lesen kann.
Einen schönen Start ins Wochenende wünsche ich euch

22.10.2012

[Gerede] Vom berüchtigten 'Rabbel' und großer Inkompetenz

21:39 4 Comments
Deutsch ist ja tatsächlich die erste Fremdsprache, die ich gelernt habe. In der Grundschule. Denn da, wo ich herkomme, spricht wirklich niemand hochdeutsch. Also mittlerweile schon, und es werden auch viele Kinder so 'erzogen', aber meine Generation gehört noch zu den Leuten, die nicht mal in der Schule wirklich hochdeutsch reden mussten - außer im Deutsch-Unterricht. Das finde ich total klasse, denn ich liebe Dialekte und meinen ganz besonders. Und um euch daran teilhaben zu lassen (und damit ihr die Überschrift versteht), bringe ich euch jetzt einen wunderbaren Ausdruck bei, den es in einigen anderen Dialekten auch gibt und deshalb vielleicht gar nicht so unbekannt ist.
Der Ausdruck lautet (und ich schreibe das jetzt orthographisch bewusst falsch, damit ihr euch die Aussprache vorstellen könnt): Isch hann de Rabbel kriet.
Heißt so viel wie: Mich hat's überkommen. Je nach Kontext variabel einsetzbar, passt der Ausdruck sowohl auf einen neuen Haarschnitt, auf eine Schoko-Fressattacke oder - und jetzt sind wir beim Knackpunkt angelangt - auf ein neues Blog - Design.
Wie euch vielleicht auffällt, hat sich hier grade einiges getan. Seit ungefähr einer Woche bastele ich am HTML-Code rum und wollte eigentlich erst alles perfekt eingestellt haben, bevor ich das neue Layout hochlade, aber dann kam eben halt der berüchtigte Rabbel, ich wollte das alte Design einfach nicht mehr sehen und hab das halbfertige neue hochgeladen. Es ist viel heller jetzt und das war der Hauptgrund für die Änderung: alles ein bisschen freundlicher zu machen.
Für heute lasse ich das jetzt auch so, weil ich morgen sehr früh aufstehen muss und wenn ich jetzt richtig anfange zu basteln, sitze ich wahrscheinlich bis nachts um 2 dran, aber im Laufe der Woche und spätestens am Wochenende werde ich die Grob- und Feinjustierung machen. Womit wir beim zweiten Teil der Überschrift sind: meiner Inkompetenz. Ich hasse HTML-Zeug. Echt. Ich versteh es nicht, ich blicke nicht durch und überhaupt ist alles doof. Dafür ists bisher aber ganz gut geworden, find ich.
Hierhin kommt jetzt eine kleine To-Do-Liste mit Kram, den ich noch machen will. Diese könnt ihr überlesen, wenns euch nicht interessiert, oder erweitern, wenn ihr konstruktive Kritik habt, oder *lieb gugg* ihr lest sie euch durch, bemerkt, dass sie in zwei Gruppen aufgeteilt ist (kann ich/kann ich nicht) und gebt mir Tipps, wie ich die Dinge bei 'kann ich nicht' doch hinkriege. Wenn ihr es wisst. Und ihr euch meine ewige Dankbarkeit sichern wollt. Und einen virtuellen Keks ;) Also, aufgepasst (oder weggeklickt - je nachdem):

To do

Kann ich:
  • Seiten und Lables anpassen
  • Schriftfarbe/ - größe usw jeweils anpassen
  • Post-Formate überarbeiten
  • Posts allgemein überarbeiten (Urheberrechttechnisch und so weiter, blabla)
  • Header basteln (kann ich zwar auch nicht wirklich, aber einen Versuch ist es wert :D )

Kann ich nicht:
  • 'Ich-lese-gerade'-Buch in die Mitte rücken (versuch ich schon ewig. grrr)
  • Ganz unten rechts ist ein weißer Strich. Das war mal so ne Spalte, weil das eigentlich ein 3-column-Template ist. Aber da war mir die Mitte zu klein, deshalb wollte ich das wegmachen. Hat nicht geklappt, weil der Strich ist halt noch da. Aber die Mitte ist breiter, worauf ich sehr stolz bin. Jedenfalls muss das Ding weg.
  • Getrichelte Linie unter den Überschriften und unter der dicken Linie zwischen den Posts wegmachen
  • Die Felder für die einzelnen Seiten ganz oben ('Home', 'Über mich', etc.) kleiner machen und in eine Reihe kriegen

Tja also, es gibt noch einiges zu tun. Ihr merkt an meiner professionellen Ausdrucksweise vielleicht, dass ich voll den Durchblick hab... höhö. Wie gefällt euch das Design so grundsätzlich?
Falls ihr bis hierhin durchgehalten habt: Ihr seid super :D Falls ihr mir helfen könnt: Ihr seid mega super! :D Falls mir keiner hilft: GIDF --> Google ist dein Freund. In dem Fall meiner... hoffentlich :)

21.10.2012

[Musik] Sonntagslieder #10

12:08 1 Comments
Halloooo Realität.
So könnte man die letzte Woche betiteln. Wenn man wollte. Will ich auch.
Fern dem heimischen Nest bin ich wieder in meiner liebsten Studentenbude (voll das Oldschool-Wort, oder? Aber mir fällt kein besseres ein) angekommen, die dann sogleich einer Gerenalreinigung unterzogen wurde. Es ist unglaublich, wie viel Staub sich nach drei Monaten Abwesenheit ansammeln kann. Aber das habe ich letztes Jahr um diese Zeit schon festgestellt. Jedenfalls. Verhungert bin ich noch nicht, obwohl ich einige elementare Dinge des Kochens - und der Haushaltsführung allgemein - erfolgreich verdrängt habe und entsprechend dilettantisch vor mich hin werkele. Aber was solls!
Eigentlich höre ich beim Saubermachen gerne laute, aggressive Musik, weil mich das irgendwie motiviert. Aber ich bin deprimiert, weil ich ganz weit weg von zu Hause bin. Also ist nur ein klitzekleines bisschen aggressive Musik in meiner momentanen Playlist. Und viel Gedudel. Und hier die Top-3 :)





Anreas Bourani - Nur in meinem Kopf
Obwohl ich im Großen und Ganzen (abgesehen von ein paar Phasen) nicht so sehr auf deutschsprachige Texte stehe, mag ich das Lied gerade wegen seinem Text total gerne.




Pink! - Blow me
Pink ist einfach cool. Das benötigt keine weiteren Ausführungen ;)




Rise Against - Make it stop
Ein bisschen laut muss es halt doch sein. Aber aggressiv ist das Lied auch nicht wirklich. Wenn man sich mal den Text genauer anhört, ist es eigentlich alles, aber nicht aggressiv ;)




Morgen geht die Uni wieder los und ich bin endlich wieder beschäftigt. Dann hat sich der kleine Heimweh-Anflug auch erledigt. Ein schönes Rest-Wochenende euch♥

18.10.2012

[Rezi] Carlos Ruiz Zafón - Marina

10:25 1 Comments
Erscheinungsjahr: 2011 (Erstausgabe 1999)
Originaltitel: Marina
Genre: Roman
Seitenzahl: 349



Teaser:
Der Nieselregen hatte die Straßen in Silber gekleidet, als wir wieder hinauskamen. Es war ein Uhr mittags. Wortlos legten wir den Heimweg zurück.





Handlung
Óscar besucht ein Internat in Barcelona. Seine Eltern sieht er höchst selten; nicht einmal zu Weihnachten wird er nach Hause geholt. Auch fühlt er sich mit den anderen Schülern nicht verbunden, außer mit seinem Freund JF, und so streift er nach Schulschluss oder an seinen freien Tagen durch die Stadt und kundschaftet sie aus. Auf einem seiner Spaziergänge entdeckt er ein altes Haus, das durch seinen voranschreitenden Zerfall unbewohnt aussieht. Trotzdem klingt wunderschöne Musik aus dem geheimnisvollen Häuschen und Óscar geht, davon wie magisch angezogen, hinein. So lernt er die Bewohner des Hauses, die ihm sein Eindringen nicht wirklich übel nehmen, kennen. Marina und ihren Vater Germán, die von Geheimnissen umgeben scheinen. Zusammen mit Marina rutscht Óscar in ein gruseliges Abenteuer, das auf einem Friedhof beginnt und immer surrealere Züge annimmt.

Meine Meinung
Bevor die Geschichte beginnt, wendet sich der Autor in einem Vorwort an den Leser. In dem erklärt er, dass Marina für ihn selbst eines der bedeutensten Bücher ist, das er geschrieben hat. Er hat beim Schreiben quasi eine Entwicklung vollführt und zu seinem eigenen Erzählstil gefunden.
Wer also neuere Bücher des Autors kennt (zum Beispiel "Schatten des Windes"), wird den unverwechselbatren Schreibstil, der Zafóns Geschichten auszeichnet, nicht vermissen, allerdings merkt man schon - oder man bildet es sich mit dem Vorwort im Hinterkopf zumindest ein ;) - dass noch nicht das volle Potential des Autors ausgeschöpft ist. Es stellt einen wahren Genremischmasch zwischen Liebes- und Fanatsygeschichte garniert mit ein paar Horror-Elementen dar, der definitiv nicht schelcht zu lesen ist (im Gegenteil!) aber doch ein bisschen verworren wirkt.
Nachdem Óscar und Marina einer geheimnisvollen, schwarz gewandeten Dame vom Friedhof aus nachlaufen, sehen sie sich plötzlich verstrickt in Geschehnisse, die im Moment ihren Horizont übersteigen, aber ihre Neugier wecken. Die Dame führt die beiden nämlich zu einem Gewächshaus außerhalb Barcelonas, wo sie nicht nur ein verstaubtes Fotoalbum mit Bildern von schwer missgebildeten Menschen finden, sondern auch eine Sammlung von halbfertigen Marionetten, die ihnen mehr als nur einen Schrecken einjagen.
Je weiter man in dem Buch liest, desto tiefer wird man in den Irrsinn, von dem das Geheimnis genährt wird, hineingezogen. Die Grenze zwischen Genie und Wahnsinn ist ja bekanntlich hauchdünn und wird in diesem Buch mehr als nur überschritten. Eine zentrale Frage wird in dem Buch gestellt und am Ende fast beantwortet: ist es möglich, durch wissenschaftliche Erkenntnisse und technisch ausgefeilte Methoden die Menschen, die von Natur aus von irgendwelchen Missbildungen gezeichnet sind, zu heilen und ihnen zu 'vollwertigen' Körpern zu verhelfen? Und wenn ja: ist das überhaupt erstrebenswert oder nicht mit noch mehr Leid verbunden?
Neben diesem leicht philosophisch angehauchten Thema geht es natürlich auch um Marina und Óscar, die sich unwissentlich gesucht und zufällig gefunden haben. Die Geschichte der beiden ist kein bisschen kitschig, sondern sehr reduziert geschrieben und in ihrer Klarheit wirklich berührend.
Herauszuheben an Zafóns Schreibstil ist unbedingt noch seine Fähigkeit, Atmosphäre und Stimmung in Worte zu fassen. Er fängt den Eindruck einer verborgenen Gasse in Barcelona, eines Gebäudes, oder eines Lichtstrahls ein und lässt diesen durch seine Sprache auf den Leser wirken, sodass man sich wie bezaubert fühlt und wirklich eine atmosphärische Dichte entsteht, wie ich sie nur selten gelesen habe.
Alles in allem ein sehr lesenswertes Buch, das von mir 4 Wölkchen erhält.


14.10.2012

[Musik] Sonntagslieder #9

12:28 0 Comments
Einen wunderschönen guten Morgen :)
Nächste Woche beginnt für mich die Uni wieder, weshalb ich mich in naher Zukunft (sprich Anfang der Woche) auf eine achtstündige Zugfahrt begeben werden. Aus diesem Grund wird heute mein MP3-Player end-aktualisiert - normalerweise zieh ich immer nur die Lieder drauf, die ich gerade in dem Moment hören möchte - und dabei habe ich ein paar tolle Songs ausgegraben, die ich schon länger nicht mehr gehört hab und die perfekt zu meiner Stimmung passen: irgendwie freu ich mich auf das neue Semester, aber andererseits bin ich dann wieder so weit weg von zu Hause und das gefällt mir üüüüberhaupt nicht. Irgendwie krieg ich den endgültigen Absprung da nicht so hin ;P
Also, los geht's!





Jennifer Lopez feat. Pitbull - Dance Again
Auch wenn der Text unglaublich bescheuert ist und ich auch eigentlich nur den Refrain mag, ist es trotzdem ein mega Ohrwurm :)



FM Static - Tonight
Eine Lieblingsband meines Schwesterherzchens, die ich mittlerweile auch sehr gerne mag :)



Aerosmith - I Don't Wanna Miss A Thing
Alles, was einen guten Song ausmacht, ist in diesem Lied enthalten. Ich liebe es♥



Das wäre dann der zwar schizophrene, wenn auch mit erkennbarer Tendenz zu Herzschmerz aufweisende, Sonntag. Viel Spaß beim Hören :D

12.10.2012

[Mini-Rezi] Paulo Coelho - Der fünfte Berg

12:20 0 Comments
Erscheinungsjahr: 2007 (Erstausgabe 1996)
Originaltitel: O Monte Cinco
Genre: Roman
Seitenzahl: 222


Teaser:
Der Gedanke an den Tod schreckte ihn nicht mehr. Er wandte sich an den jungen Propheten an seiner Seite und versuchte, ihn zu beruhigen: "Frage Gott, denn an Seinen Entschlüssen zweifelst du", sagte er. "Ich füge mich in mein Schicksal".




Das war das zweite Buch, das ich von diesem Autor gelesen habe und nach meiner schweren Begeisterung für 'Der Alchimist' wollte ich unbedingt mehr von Coelho. Keine Ahnung, warum, aber diese Geschichte konnte mich nicht mal ansatzweise fesseln, bewegen, mitreißen oder mir sonst in irgendeiner Weise einen Denkanstoß geben. Bis auf 'Hoffentlich ist das bald vorbei'.
Dabei kann man rein vom Erzählstil definitiv Parallelen ziehen. Coelho schreibt sehr geradeaus, einfach Sätze ohne Verschachtelungen und zusätzliche Schnörkel. Das erinnert sehr an Gleichnisse aus der Bibel, die einen ähnlichen Stil aufweisen. Und irgendwie ist das wohl auch so gedacht.
Die Geschichte spielt im Jahr 870 v. Chr. und Protagonist ist der junge Elia, der von Kindesbeinen an Stimmen der Engel hört. Durch sie erhält er Botschaften von Gott, was die Königin Israels gar nicht gut findet, denn sie glaubt an die Götter von Baal und will ihren Glauben rücksichtslos durchsetzten. Also flüchtet Elia, nachdem er eine Dürre prohezeit hat, um nicht getötet zu werden. Er landet in Akbar, einer Stadt in der Nähe des fünften Berges, deren Bewohner ebenfalls nicht an den christlichen Gott glauben, Elia aber aufnehmen. Bei einer Witwe und ihrem Sohn kommt er unter und versucht nun von Gott gelenkt, sein Leben zu führen.
Und genau das nervte mich so. Wozu selbstbestimmt leben, wenn man von oben Anweisungen bekommt und somit jede Verantwortung von sich weisen kann. Elia belastet sein Gewissen trotzdem schwer und ist auch an sich kein uninteressanter Charakter. Aber trotzdem ist der Dreh- und Angelpunkt der Geschichte, den christlichen Glauben zu rechtfertigen und zu beweisen, dass alle anderen Glaubensrichtungen falsch und unsinnig sind. Wie kann man heutzutage sowas nur schreiben? Ich weiß nicht, ob die Geschichte um Elia irgendeine historische Grundlage hat, aber wenn, wäre die Darstellung ohne dieses göttliche Gelaber definitiv schöner zu lesen.
Ich konnte bis zum letzten Drittel keinen Zugang zu der Geschichte finden. Alles zu esotherisch, zu unglaubwürdig und ein in diesem Zusammenhang einschläfernd wirkender Schreibstil - keine gute Mischung. Gegen Ende entwickelte sich dann sowas wie ein Spannungsverlauf und auch der bis dahin unmündige Mensch bekommt eine eigenverantwortlichere Rolle. Aber alles in allem habe ich mich wirklich sehr gequält und kann nun ein einziges, sehr entäuschtes, Wölkchen vergeben.


11.10.2012

[Gerede] Ankurblung der lokalen Wirtschaft

07:30 2 Comments
Vor ein paar Tagen habe ich mich dazu durchgerungen, mir einen MP3-Player zuzulegen. Voll retro, ich weiß. Schließlich gibt es IPhones. Ein IPod zumindest sollte doch schon drin sein in der von einem angebissenen Apfel regierten Welt der Technik.
Tjaaaa nun... bei mir nicht. Die ganze Zeit über habe ich Musik von meinem (übrigens sechs Jahre alten Handy *tätschel*) gehört. Das klappt auch super, aber dennoch wird in naher Zukunft ein neues Handy bei mir einziehen müssen, denn die treue Seele fällt mittlerweile quasi auseinander. Und weil meine alte Speicherkarte für so ziemlich jedes neuwertige Handy zu groß ist und ich deshalb sowieso die ganze Musik hätte neu aufspielen müssen, habe ich beschlossen, dass es Zeit für einen MP3-Player ist.
So weit, so gut. Jetzt versucht mal, in irgendeinem Elekto-Geschäft einen simplen MP3-Player zu finden, der einfach nur Musik abspielt (nein, er soll keine Videos abspielen – wer schaut bitte Videos auf einem 1,5 Zoll kleinen Display?!), eine Ordnerfunktion hat und nicht mehr als 30 Euro kostet. Ich bin schließlich Studentin und keine Hotelerbin. Um es kurz zu machen: es ist sehr schwierig. Zumal ich mich des Verdachtes nicht erwehren kann, dass für Käufer der Produkte aus dem Low-Preis-Sortiment kein wirklicher Aufwand betrieben wird, um ihnen zu helfen. Und der nächste, der mich lächelnd auf den IPod Nano hinweist, kriegt selbigen an den Kopf geworfen.

Jedenfalls dachte ich mir dann, dass nicht umsonst das Internet einschließlich einiger Verkaufsplattformen à la Amazon erfunden worden ist, und habe mich dort einmal umgesehen. Und um es wieder kurz zu machen: ich kaufe furchtbar ungern Sachen ein, die ich nicht vorher angefasst hab. Ich bin halt eine Tatscherin und muss immer alles in die Finger nehmen. Und die Bewertungen sind meiner Meinung nach auch nicht gerade aussagekräftig. Vor allem, wenn man ebenso leicht beeinflussbar wie anspruchslos ist. Wenn sich also jemand darüber beschwert, dass die Bedienung eines MP3-Players total unintuitiv und kompliziert ist, denke ich gleich 'Hm, dann lass ich das wohl lieber'. Doch wenn derselbe MP3-Player im Laden liegt und ich mit ihm rumspielen kann, wird sehr schnell klar, dass eine unintuitive Bedienung keine wirkliche Herausforderung für einen Menschen darstellt, dessen IQ über Zimmertemperatur liegt.
Woher ich das so genau weiß? Jüngst passiert. Deshalb bestelle ich nur sehr selten irgendwas. Weder Klamotten, noch Handys oder Schuhe. Nur bei Pizza mache ich eine Ausnahme.
Ich will erstens die Sachen, die ich kaufe, vorher in der Hand halten können (Rücksendemöglichkeit hin oder her; das ist doch viel zu viel Aufwand) und zweitens bin ich voll pro Mensch (zumindest zeitweise)! Ich rede gerne mit Menschen und ich habe vor allem gerne einen realen Ansprechpartner, falls irgendwas unklar ist. Denn was würde ich nur ohne den Buchhändler meines Vertrauens machen?!
Und deshalb hab ich auch 5 Euro mehr für das selbe Gerät springen lassen. 5 Euro ist mir Kontakt mit echten Menschen allemal wert. Und die Wirtschaft kurbelt es auch noch an.

Und jetzt interessiert mich wirklich: Wie ist das bei euch? Kauft ihr eure Sachen lieber online oder im Katalog, oder geht ihr auch lieber in die Läden rein, guckt euch alles genau an und quatscht mit den Verkäufern?
Ich bin gespannt auf eure Antworten! :)

09.10.2012

[Rezi] Thomas Thiemeyer - Das verbotene Eden I. David und Juna

22:50 1 Comments
Erscheinungsjahr: 2011
Genre: (Jugend-)Dystopie
Reihe: Das verbotene Eden, Teil I
Seitenzahl: 459



Teaser:
Noch immer hatten die Teufel nichts von ihrer Anwesenheit bemerkt. Sie waren viel zu sehr damit beschäftigt, den Bewohnerinnen Angst und Schrecken einzujagen. Brandgeruch strömte Juna in die Nase.




Handlung
Im Jahr 2015 kommt ein neues Grippemittel auf den Markt, das längerfristig die Menschheit in zwei Lager spalten wird. Denn dieses Medikament lässt die Viren mutieren, sodass sie eine Störung im Gehirn bewirken. Diese Störung lässt Männer und Frauen einander bis auf den Tod verabscheuen und das Gesellschaftssystem, wie es bis dahin herrschte, bricht auseinander.
65 Jahre später haben sich die Strukturen geändert. Die Menschen leben in den Überresten der früheren Welt, in denen viel Wissen und Technik verloren gegangen ist. Einzig die Distanz zwischen Männern und Frauen ist geblieben - die Geschlechter leben absolut voneinander getrennt in einem Scheinfrieden, der durch den tiefsitzenden Hass auf beiden Seiten jede Minute zu kippen droht.
Vor diesem Hintergrund spielt die Liebesgeschichte zwischen David und Juna - einem jungen Bibliothekar im Kloster der Männer und einer Kriegerin der Frauen. Die Wirkung des Virus' scheint nachzulassen - können die beiden helfen, die verhärteten Fronten zu versöhnen?


Meine Meinung
Mein Eindruck von dem Buch ist ein wenig durchwachsen. Die Menschheit hat sich quasi selbst ins Aus katapultiert, was ja nicht nur mehr oder weniger wahrscheinlich ist, sondern auch die Grundlage für eine spannende Story ist. Die meiste Technik ist verloren und droht, in Vergessenheit zu geraten. Wer kann sich schon ein Leben ohne Strom vorstellen? Kein Intenet, kein Fernsehn, kein Licht! Die Hinweise auf eben diese Dinge, die es in der Story ja nicht mehr gibt, aber für uns selbstverständlich sind, fand ich sehr gut. Kleine runde Dinger mit einem Loch in der Mitte? Wozu sind die bitte gut? Naja, ohne CD-Player (und ohne Strom!) halt zu nix.

Dass das Leben nach den dunklen Jahren, in denen sich Männer und Frauen bekriegt haben, ganz einfach und eher primitiv dargestellt wird, ist auch sehr nett. Da verzeihe ich doch glatt die schlampige Ausarbeitung der Vorgeschichte. Ein Virus, das Mann und Frau zu Totfeinden macht? Also bitte. Die offensichtliche Problematik an der Situation - wo kommen nochmal die Baby her? Genau! - wird zwar auch angesprochen und ist sogar ein relativ zentrales Thema, aber ehrlich gesagt wurde mir die ganze Zeit einfach nicht klar, was dieses Virus im Hirn anstellen muss, damit sowas passiert. Es war definitiv nicht glaubwürdig genug dargestellt.
Als Hintergrund für die Geschichte mag es ja einen Sinn haben, die Menschheit so zu spalten, aber nur für eine Liebesstory à la 'Romeo und Julia', auf die auch oft genug verwiesen wird, braucht man doch nicht zu solch grundlegend existenzbedrohenden Geschichten zu greifen. Hätten gemischte Gruppen diesen Zweck nicht genauso gut erfüllt? So drängten sich mir nämlich einige Gedanken auf. Zum Beispiel, ob ich es als schwulen- und lesbenfeindlich deuten muss, dass die 'natürliche' Ordnung wieder hergestellt werden soll, in der Mann und Frau zusammen leben und die gleichgeschlechtliche Liebe mit Vorurteilen zu kämpfen hat. Anfangs war ich zwar noch der Meinung, dass eine Story, in der es eigentlich nur gleichgeschlechtliche Partnerschaften - Juna lebt ja selbst mit einer Frau zusammen - gibt, doch eine ganz nette Art ist, sich damit auseinander zu setzten, dass Homosexuelle immernoch mit Ausgrenzungen zu kämpfen haben und es in dem geschaffenen Gesellschaftsbild ganz normal ist. Aber je mehr Verschmähungen und Hasstiraden über Beziehungen zwischen Mann und Frau aufkamen, je mehr Sprüche fielen, die in der Realität oft Schwulen gelten, desto mehr kam ich von diesem Gedanken weg. Die Verhältnisse ins genaue Gegenteil umzukehren ist ja schön und gut. Aber letztendlich ist doch das Ziel, die ursprünglichen Strukturen wieder aufzubauen. Der Zustand, der also (von den Radikalen und letztendlich bösartig dargestellten Personen) verteidigt wird, ist durch eben diese Personen negativ konnotiert. Nennt das Überinterpretation, aber ich persönlich finde es ein bisschen bedenklich, dass heutzutage indirekt vermittelt wird, dass nur Verbindungen von Männern mit Frauen als natürliche Ordnung gelten.

Davon aber mal abgesehen: die gesellschaftskritischen Ansätze bezüglich der Pharmaindustrie finde ich trotz aller Kritik an der Virus-Geschichte sehr passend platziert und auch die kleinen Exkurse in Shakespears Werk 'Romeo und Julia' haben mir gefallen. Der Schreibstil des Autors ist eher simpel und macht das Buch zu einem guten Einschub für Zwischendurch. Die Geschichte ist nachvollziegbar aufgebaut - 3 große Teile bilden den Rahmen und diese sind wiederum jeweils in mehrere Kapitel gegliedert. Man weiß im Prinzip von Anfang an, dass Juna und David sich irgendwann zwingend begegnen müssen und fiebert die ganze Zeit diesem Moment entgegen. Der wird ein bisschen zu lange rausgezögert finde ich, aber das ist nicht weiter tragisch. Durch die Rahmenhandlung des schwelenden Konflikts kommt immer wieder genug Action auf, sodass es nicht langweilig wird. Auch der Entwicklung der Charaktere - vor allem David, der zu Beginn das genaue Gegenteil von der souveränen und selbstbewussten Juna ist und sich im Laufe der Handlung zu einer eigenständigen Persönlichkeit entwickelt - kann man gut folgen.

Insgesamt also eine Lektüre, deren Ansätze interessant sind; diese hätten aber besser ausgebaut werden können. Der Virus und das Spalten der Menschheit in Frauen auf der einen und Männer auf der anderen Seite sind meiner Meinung nach einfach sehr wackelige Säulen, auf der eine Story platziert wird. Diese ist von den Verwicklungen, dem Spannungsverlauf und der Auflösung her aber trotzdem ganz schön zu lesen und somit bekommt das Buch von mir summa sumarum 3 Wölkchen.


08.10.2012

[Challenge] Da war doch noch was...

16:43 0 Comments
Am Anfang des Jahres startete ich hochmotiviert in die READ...the classics! - Challenge auf Lynesque. Und entgegen eingefahrener Gewohnheit bin ich drangeblieben und habe einen schönen Vorsprung herausgelesen, wie hier ersichtlich. Zum Glück kann ich da nur sagen, denn in letzter Zeit habe ich die Klassiker-Geschichte dann doch ein bisschen schleifen lassen. Oder kopmlett vergessen. Je nachdem, wie man es auslegen möchte.


Doch ein bisschen scheint die Mission 'Klassiker lesen' in meinem Unterbewusstsein verankert zu sein - der Challenge oder meinem unersättlichen Wissensdurcht *hüstel* geschuldet, lassen wir mal dahin gestellt - und deshalb habe ich ganz unabhängig von der Liste ein Buch gelesen, das tatsächlich darauf steht, nämlich 'Der kleine Prinz' von Antoine de Saint-Exupéry --> hier die Rezi dazu :)
Somit habe ich das Pflichtpensum der Challenge erfüllt - 6 Klassiker in 12 Monaten war aber auch kein allzu hoch gestecktes Ziel. Man braucht schließlich seine Erfolgserlebnisse ;)
Da aber noch ein, zwei Bücherlein auf der Liste stehen, die ich schon länger gerne lesen würde, werde ich auf jeden Fall noch weitermachen. Mal sehen, wie viel ich zum Ende der Challenge tatsächlich gelesen haben werden :)

07.10.2012

[Musik] Sonntagslieder #8

13:24 0 Comments
Ein herzliches Hallöchen meine Lieben! :D
Auf SuperRTL läuft grade Aladin, und ich bin ein bisschen abgelenkt, weil das einer der wenigen Disney-Filme ist, die wir leider nicht mehr besitzen, seit die Videokassette den Geist aufgegeben hat. Und ich liebe diesen Film doch so ♥ 
Jedenfalls kommt gleich der Showdown und vorher soll der allsonntägliche Musik-Post fertig sein, also geht's jetzt ohne langes Vorgeplapper los mit den Top-3-Liedern dieser Woche:





Owl City feat. Carly Rae Jepsen - Good Time



The Offspring - Days go by



Simple Plan - Last one standing



Natürlich war der Post nicht vorm Ende des Films fertig. Egal. Jetzt ist er es. Und Dschinni ist frei und Aladin mit Yasmin vereint. Rundum ein Happy End ;)

06.10.2012

[Rezi] Jilliane Hoffman - Morpheus

11:58 0 Comments
Erscheinungsjahr: 2005
Originaltitel: Last Witness
Genre: Thriller
Seitenzahl: 399



Teaser:
C.J. saß in ihrem Büro in dem weinroten Sessel mit der hohen Lehne - wo sie nie wieder hatte sitzen wollen - und starrte auf Bantlings Berufungsantrag , der schwarz auf weiß vor ihr lag.




*Achtung! Spoilergefahr! * Achtung! Spoilergefahr! * Achtung! Spoilergefahr! *

Handlung
Eine der besten Staatsanwältinnen des Bundesstaates Florida lässt jeden Tag die brutalsten Verbrecher verurteilen und kämpft dabei ständig mit ihrer Vergangenheit. J.C. Townsed wurde vor Jahren grausam vergewaltigt und den Täter hat sie durch geschicktes Auslegen und Zurückhalten von Beweismitteln selbst hinter Gittern gebracht. Allerdings für die Verbrechen eines anderen. Dort wartet er jetzt auf die Vollstreckung der Todesstrafe. Dennoch ist Bill Bantling nicht unschuldig. Auch wenn er die Cupido-Morde nicht selbst begangen hat, so herrscht doch kein Zweifel, dass er eine gestörte Persönlichkeit ist und überall auf der Welt Frauen vergewaltigt und umgebracht hat. Und er hat geschworen, sich an C.J. zu rächen.
Neben seinem Berufungsantrag muss sich die Staatsanwältin mit einer weiteren Mordserie beschäftigen, die das gesamte Polizeiorgan in Atem hält: Cops werden im Dienst überfallen, verstümmelt und dann sterben gelassen.

Meine Meinung
Dieses Buch ist die Fortsetzung des Thrillers 'Cupido', welcher dieser Bezeichnung mehr als gerecht wird und mich wirklich gefesselt hat. Entsprechend hoch waren meine Erwartungen an den Folgeband. Die leider nicht erfüllt worden sind.
Wie auch bei 'Cupido' erhält man im Roman Einblick in das hochkomplizierte Rechtssystem der USA, durch das ein vermeintlich wasserdichter Fall zu einer bürokratischen Herausforderung wird. Das ist nach wie vor sehr interessant, auch wenn ich bei den vielen verwendeten Abkürzungen wie FDLE, MPD etc. ein bisschen den Überblick verloren habe.
Der Anfang des Buches verspricht eigentlich auch eine gute Geschichte. Ein Polizistenmörder, der irgendwie mit dem eigentlich abgeschlossenen Fall 'Cupido' zu tun hat, geht in Miami um und irgendjemand scheint im Hintergrund die Fäden so zu ziehen, dass C.J. an den Ermittlungen beteiligt ist. Doch anstatt die Ermittlungen in den Vordergrund zu stellen und langsam einen Spannungsbogen aufzubauen, tröpfelt die Geschichte nur vor sich hin. C.J.'s ethnische Krise, dafür gesorgt zu haben, dass Bantling als Cupido verurteilt wird, obwohl sie weiß, dass er zumindest diese Verbrechen nicht begangen hat, nehmen einen großen Teil des Buches ein. Und nicht nur C.J. hat Gewissensbisse; auch Bantlings ehemalige Anwältin scheint dies mit ihrem Gewissen nicht vereinbaren zu können, weshalb sie mit einer eidesstattlichen Erklärung den Berufungsprozess in Gang bringt. Währenddessen verschließt C.J. sich immer mehr vor ihrem Verlobten Dom - dabei sind die beiden eigentlich ein super Paar und ihr Rumgenerve ist echt nicht zu ertragen - der ebenfalls bei den Ermittlungen in diesem Fall dabei ist.
Wir haben also viele verschiedene Baustellen, die das Buch bedienen soll: Der aktuelle Fall 'Morpheus', der Fall 'Cupido', der im Begriff ist, wieder aufgerollt zu werden, C.J.'s Beziehungskiste und die moralischen Probleme für die Beteiligten am Urteil von Bantling. Dabei rutscht der 'Morpheus' des öfteren in den Hintergrund und wird hauptsächlich von C.J.'s Traumata überdeckt. Vielleicht ist das der Grund dafür, dass der erwartete "Thrill"-Effekt ausblieb. Lediglich in den letzten 30 Seiten legt die Erzählweise an Tempo und Action zu, sodass es immerhin am Ende doch noch ein wenig spannend wird.
Alles in allem kein Vergleich zu dem wunderbaren Vorgänger 'Cupido' und für mich lediglich 2 Wölkchen wert.


02.10.2012

Leserückblick September 2012

08:00 3 Comments
Wahnsinn, schon wieder ist ein Monat vorbei. Und was für einer! Nicht nur lesetechnisch war einiges los bei mir, aber auch in Bezug auf Bücher hat der September gerockt :)
Seit meiner Statistikerfassung (also seit etwas über einem Jahr) habe ich nicht so viel gelesen. Und schon gar nicht so viele gute Bücher. Ob das an meinem Praktikum in der örtlichen Stadtbibliothek gelegen hat, kann ich nicht sagen, aber der uneingeschränkte Zugang zu über 100.000 Büchern hat sicher geholfen :D
Leider beginnt in zwei Wochen die Uni wieder (was heißt leider - ich freu mich eigentlich drauf) und deshalb wird mein Bücherkonsum dann  wieder ein wenig eingestellt sein.
Aber genug gelabert, hier kommt die Statistik des Monats.


Gelesen
Joanne K. Rowling - Harry Potter und der Halbblutprinz
Joanne K. Rowling - Harry Potter und die Heiligtümer des Todes
Jeff Kinney - Gregs Tagebuch 2. Gibt's Probleme?
Antoine de Saint-Exupéry - Der kleine Prinz (*Rezi*)
Alex Flinn - Beastly (*Rezi*)
Jennifer Brown - Die Hassliste (*Rezi*)
Sara Gruen - Wasser für die Elefanten (*Rezi*)
Antoine de Saint-Exupéry - Le petit prince
Lauren Oliver - Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie (*Rezi*)

In Seiten
3473

Durchschnittsbewertung
4,0 Wölkchen

Highlight des Monats
Jennifer Brown - Die Hassliste

Enttäuschung des Monats
Gab's mal wieder nicht *yeahi* :D

In Bildern





Es ist übrigens kein Fehler, dass 'Der kleine Prinz' vermeintlich doppelt in der Liste auftaucht. Tatsächlich habe ich mich an die französische Version gewagt (nachdem ich die deutsche Übersetzung gelesen hatte *huuust*) Dank dieser Vorarbeit war es aber zumindest ein erfolgreiches Erlebnis :)

01.10.2012

[Rezi] Lauren Oliver - Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie

10:04 0 Comments
Erscheinungsjahr: 2010
Originaltitel: Before I Fall
Genre: Jugendroman
Seitenzahl: 445


Teaser:
Dann blitzt plötzlich etwas Weißes vor dem Auot auf. Lindesey schreit etwas - Wörter, die ich nicht verstehen kann, irgend so was wie Sitz oder Sicht oder Scheiß - und plötzlich...
Nun.
Ihr wisst, was dann passiert.



Handlung
Sam und ihre drei besten Freundinnen Lindsey, Elody und Ally gehören zu den angesagtesten und beliebtesten Mädchen ihrer Highschool. Warum? Weil sie die Spielchen, die einen an die Spitze der Beliebtheitsskala bringen, perfekt beherrschen. Regeln überstrapazieren, Gerüchte verbreiten und bloß nicht zu nett zu den anderen sein.
Am Freitag dem 12. Februar ist für Sam dann Schluss mit lustig. Sie und ihre Freundinnen sind gerade auf dem Heimweg von einer Party, als das Auto - von der nicht mehr ganz nüchternen Lindsey gefahren - von der Straße abkommt. Bei dem Unfall stirbt Sam. Eigentlich. Allerdings wird sie am nächsten Morgen ganz normal wach und denkt, dass alles nur ein schlimmer Traum war. Bis sie auf die Datumsanzeige ihres Handys blickt und nach und nach merkt, dass immernoch, oder besser schon wieder, der 12. Februar ist und sie diesen Tag immer und immer wieder erlebt.

Meine Meinung
Die Idee, nach dem Tod den selben Tag wieder und wieder zu durchleben, ist nicht neu. Trotzdem war die Lektüre des Buches, entgegen meiner vorhergehenden Befürchtung, nicht langweilig.
Sam ist ein typisches Teenie-Mädchen, dass seine eigenen Grenzen testet und versucht, von den anderen akzeptiert zu werden. Dazu passt sie sich möglichst an und tut, was ihre Freundinnen von ihr erwarten. Am 12. Februar ist die ganze Oberstufe der Schule zu einer Party bei Kent, der eigentlich nicht zu den Coolen gehört, aber eine Menge Bier springen lässt, eingeladen und auch Sam und ihre Freundinnen gehen selbstverständlich dorthin. Nachdem Juliet Sykes, der schuleigene Freak, einmal mehr von allen gedemütigt worden ist, zerstreuen sich die Partygäste langsam und auch die vier Mädels machen sich auf den Rückweg. Doch sie kommen nicht zu Hause an.
Am nächsten Morgen geht der ganze Tag wieder von vorne los. Erst ist Sam verwirrt und irritiert, doch langsam aber sicher kommt die Gewissheit, dass sie tatsächlich den gleichen Tag wieder erlebt. Natürlich versucht sie, den Unfall zu verhindern, was ihr auch gelingt. Und trotzdem geht ihr Leben am nächsten Tag nicht weiter, sondern sie wird wieder zurück zum Freitagmorgen gebeamt. Das muss sie solange durchmachen, bis sie versteht, wie sie ihr Leben wirklich retten kann.
Die Charaktere der Geschichte sind zunächst eher sterotypisch konzipiert. Man hat die beliebten und hübschen Mädchen, die heißen Sportler, und die Freaks, die keiner mag. Im weiteren Verlauf, als Sam ihr Leben nach und nach in Frage stellt und mit einer guten Portion Selbstreflexion auf ihr Verhalten blickt, dringt man auch bei den anderen Personen unter die Oberfläche, was mich sehr erleichtert hat. Sobald Sam anfängt richtig hinzusehen und ihr Umfeld bewusster wahrzunehmen, verändert sich auch die einseitige Darstellung der Charaktere. Richtig tiefgründig wird die Autorin natürlich trotzdem nicht. Es geht in dem Buch schließlich um Selbstfindungsprobleme und Identitätskonflikte, also wird alles gespikt mit ein paar kleinen, (Pseudo-)Weisheiten, die sicherlich zum Nachdenken anregen, allerdings nichts neues sind.
Die Protagonistin Sam war mir von Anfang an extrem unsympathisch. Nicht, weil sie die anderen von oben herab behandelt, sondern weil sie es tut, obwohl sie weiß, wie schlimm das für die anderen ist. Früher gehörte sie nämlich selbst zu den Freaks und hat es eigentlich einer glücklichen Fügung zu verdanken, dass sie die Beliebtheitsskala aufgestiegen ist. Aus Angst vor einem Fall, ist sie jetzt doppelt gemein zu den anderen, um ihre Position zu halten. Sie ist also nicht nur keine liebenswürdige Person, sondern sie ist auch noch rückratlos. Nicht, dass ich nicht verstehe, wie es dazu kommen konnte. Aber trotzdem.
Alles in allem ein putziger Jugendroman. 3 Wölkchen von mir.