30.11.2012

[Rezi] Umberto Eco - Der Name der Rose

Erscheinungsjahr: 1986 (Original: 1980)
Originaltitel: Il nome della rosa
Genre: Historischer Kriminalroman
Seitenzahl: 674



Teaser:
Ich weiß nicht, ob Adelmus wirklich all diese Dinge gesagt hat oder ob Berengar sie nur hörte, weil er sie hören wollte. Tatsache ist, dass diese Gespenstergeschichte viele meiner Vermutungen bestätigt.




Handlung
Im Jahr 1327 tragen sich seltsame und angsteinflößende Dinge in einer Abtei in Italien zu. Einer der Mönche - der junge Miniator Adelmus - wird tot aufgefunden und niemand sieht sich im Stande, diesen Tod aufzuklären. Zu diesem Zeitpunkt reist der Franziskanermönch William von Bakersville mit seinem Novizen Adson an, weil er einer wichtigen Veranstaltung beiwohnen soll, die in den nächsten Tagen in der Abtei stattfinden soll. Dabei treffen Vertreter des Franziskaner-Ordens und Vertreter des aktuellen Papstes aufeinander, um theologische Gurndsatzfragen zu diskutieren. Da diese theologische Diskussion allerdings weite Kreise ziehen kann und die Macht des Kaisers und/oder des Papstes in Frage stellen könnte, wurde William, dessen scharfer Verstand weit bekannt ist, dazu bestellt. Zusätzlich zu dieser Aufgabe wird er vom Abt der Abtei nun gebeten, die Umstände von Ademus' Tod zu klären. So machen sich William und Adson an die Arbeit, und decken Schritt für Schritt tief verwurzelte Konflikte auf und scheinen trotzdem an der Lösung des Rätsels, das in der Zwischenzeit weitere Todesopfer fordert, immer knapp vorbei zu schrammen.

Meine Meinung
Die Geschichte beruht - so das Vorwort von Eco - auf der tatsächlichen Lebensgeschichte von Adson, der diese in seinen alten Tagen als Mönch im Kloster zu Melk aufgeschrieben hat. Allein diese Tatsache macht das Buch sehr spannend für mich - auch wenn vieles durch mehrfache Übersetzung des Originaltextes und natürlich der dichterischen Freiheit vieler Generationen einschließlich Umberto Ecos nicht so in der Handschrift von Adson zu finden ist. Aber die Verwendung echter historischer Stoffe trägt sehr zur Authentizität solcher Romane bei und hier merkt man das in besonderem Maße.
Die Aufklärung des Mordes beziehungsweise der Mordserie ist die Haupthandlung der Geschichte, welche aber durch enorm viele Nebenhandlungen zu einem etwas verworrenen Knotengebilde wird, bei der einem der rote Faden zwar ständig vor Augen geführt wird, man sich jedoch leicht ein wenig verloren fühlt in den Disputen über Gotteslästerung, Bibelauslegung und weiteren theologischen Vorträgen. Deutlich wird allerdings, wie sich das Leben in den Klöstern der damaligen Zeit abgespielt hat, dass es keineswegs nur um gottesfürchtiges Leben ging, sondern um Machtkämpfe und Intrigen innerhalb des Klosters, sowie auf höherer Ebene vom Papst und vom Kaiser ausgehend. Wer, so wie ich, keine Lateinkenntnisse hat, wird sich mehr als einmal ein bisschen schwer tun, alles genau nachvollziehen zu können, vor allem, weil nicht nur die Sprache, sondern auch die damaligen Gedankengänge und Legitimationswege eher schwer nachzuvollziehen sind. Im Anhang befinden sich aber nützliche Erläuterungen und Übersetzungen, sodass es durchaus möglich ist, einen Zugang zur Geschichte zu finden.
Den Charakter des William von Bakersville fand ich sehr faszinierend. Er wird mit modernen Denkansätzen ausgestattet und durch sein rhetorisches Geschick weiß er diese auch darzustellen, ohne sich unmittelbar des Vorwurfs der Gotteslästerung auszusetzen. Seine Kombinationsgabe beruht auch zum Teil darauf, dass er sich nicht allein mit religösen und mystifizierenden Erklärungen zufrieden gibt, sondern hinter diesen Fassaden menschliches Handeln durchschaut und so schwer zu manipulieren ist. Diese Einstellung versucht er an seinen Gehilfen Adson weiterzugeben, der seinen Lehrer zutiefst bewundert und eifrig dabei ist, von ihm zu lernen. Adsons jugendliche Naivität schließlich, gepaart natürlich mit Williams Verstand, führt auch zur Auflösung des Knotengebildes, welches sich durch eine sehr dezente Spannungskurve seinem Ende nähert.
Der Spannungsverlauf ist deshalb dezent - beziehungsweise nur schwer wahrzunehmen - weil die spannungserzeugenden Elemente, wie weitere Leichen und Schritt-für-Schritt-Lösungen, Erkenntnisse und so weiter, vorhanden sind, aber eben durch eher langatmige Passagen der Nebenhandlungen unterbrochen werden. So kommt es nicht zu dieser rasanten Entwicklung, die man von Kriminalromanen gewohnt ist, sondern alles wird entzerrt. Aber auch das wiederum ist - so anstrengend es auch zu lesen ist - für mich ein Authentizitätsbeweis gewesen, eine möglichst realgetreue Abbildung der Zustände in der Abtei, wo zumindest vordergründig auch alles langsam und eher bedächtig von statten geht und die Frage, um Gott immer viel Platz einnehmen.
Ein weiteres Mal verfluche ich ein bisschen den begrenzten Raum, der mir in meinen Rezis zur Verfügung steht, weil mir noch soooo viele Sachen auf dem Herzen liegen, die ich zu diesem Buch gerne schreiben möchte. Aaaaber dann liest das hier wahrscheinlich gar keiner mehr, deshalb möchte ich nur noch schnell auf den Titel hinweisen, der augenscheinlich nicht so viel mit der Geschichte zu tun hat, aber zu einigen Interpretations- und Spekulationsmöglichkeiten einlädt. Ich persönlich glaube nicht, dass Eco damit schlicht den Namen eines bestimmten Mädchens meint, wie er im Vorwort sagt, sondern auch die Abtei und alles, womit diese im Laufe der Geschichte symbolisch aufgeladen wird. Was eine Menge ist.
Schlussendlich gebe ich diesem Buch 4 Wölkchen - es hat mich zwar fast 3 Wochen gekostet, es zu lesen, aber das war es auf jeden Fall wert.



29.11.2012

[Rezept] Tomaten-Zwiebel-Muffins

Muffins sind für mich das kulinarische Pendant zum Mini-Regenschirm: handlich, gut transportabel und sie passen fast überall rein. Außerdem kann man sie ohne peinliche Zwischenfälle essen; sogar, wenn man so grobmotorisch veranlagt ist, wie ich.
Aber weil man nicht immer Lust auf süße Muffins hat, oder vielleicht einfach mal was anderes ausprobieren will, habe ich hier ein super leckeres Rezept für herzhafte Muffins, die man gut als kleinen Snack zwischendurch verspeisen kann, und die sich auch wunderbar dazu eignen, als Beitrag zum Buffet auf eine Party mitgenommen zu werden.


Was ihr braucht:
4 Stängel Basilikum (frisches schmeckt natürlich am besten)
350g reife Cocktailtomaten
75g Parmesan
1 Zwiebel
etwas Butter
80 ml Olivenöl (schmeckt aber auch mit Sonnenblumenkernöl :) )
250g Magerquark
75ml Milch
2 Eier
300g Mehl
2TL Backpulver

Außerdem:
ein Schneidebrettchen
ein scharfes Messer
eine Pfanne
eine Schüssel
einen Schneebesen
Messbecher/Waage
Muffinförmchen
Herd und Backofen

Und so geht's:
Den Backofen auf 200°C vorheizen.
Basilikum unter kaltem Wasser abspülen, trocken tupfen, die Blätter von den Stängeln zupfen und in dünne Streifen schneiden.
Tomaten waschen, trocknen und halbieren. Den Parmesan reiben (falls am Stück gekauft - ich nehme immer schon geriebenen ;) ). Zwiebel schälen, in kleine Würfel hacken und mit etwas Öl oder zerlassener Butter in der Pfanne glasig anschwitzen.
Olivenöl, Quark, Milch, Eier und den geriebenen Parmesan zu einem glatten Teig verrühren. Das Mehl mit dem Backpulver und dem Basilikum vermischen und in die Qaurkmasse einrühren. Dann die Tomaten und die abgekühlten Zwiebeln vorsichtig unter den Teig heben. Den Teig in Papierförmchen füllen und die Muffins im Backofen ungefähr 25 Minuten lang backen.

Bei mir sah das Ganze dann so aus:



Ich habe es zwar noch nicht ausprobiert, bin aber sicher, dass man die Füllung beliebig variieren kann. Mit Feta-Käse zum Beispiel würde es bestimmt auch extrem lecker schmecken. Oder Pizza-Muffins mit Salami und Champignons. Das wird auf jeden Fall noch ausprobiert. Euch viel Spaß beim eventuellen nachbacken! :D

25.11.2012

[Musik] Sonntagslieder #14

Hallo ihr Lieben! :D
Eine anstrengende Woche liegt hinter mir. Nicht nur, dass ich unimäßig extrem eingespannt bin, ich habe auch fast eine Weltreise hinter mit. Anlässlich eines Geburtstages habe ich nämlich die runden 700 Kilometern, die meinen Studienort von meiner Heimat trennen, mit der Bahn in der Rekordzeit von 12 Stunden zurückgelegt und verbringe nun ein schönes verlängertes Wochenende in familiärer Umgebung. Schön ist das. Getrübt wird die Freude nur durch die Aussicht auf die baldige Rückfahrt, bei der ich mich wieder der essentiellen Frage widemen werde: was ist schlimmer: Züge, die bei jedem Bremsen, in jeder Kurve und ab und zu zwischendrin unerträglich laut quietschen? Oder kleine Kinder, die nach dem Essen, vor dem Essen und während dem Essen unerträglich laut jammern? Denn das ist die Geschichte meiner Reise.
Ein wenig Linderung von der Quietscherei kann zum Glück der schicke MP3-Player mit der nicht minder schicken Musik darauf verschaffen. Und das hier übertönte unter anderem die Züge und die Kinder:





Bullet for my Valentine - Hit the floor
Super, um Aggressionen abzubauen! :D



Die Ärzte - Unrockbar
Hab ich lange nicht mehr gehört und deshalb wurde es mal wieder Zeit :)



Tim Bendzko - Auf den ersten Blick
Und das Herzchen zum Schluss :)



Sooo, wie immer viel Spaß beim Hören und einen schönen Rest-Sonntag wünsche ich euch :D

23.11.2012

[Gerede] Wer suchet...#2

...der findet.
Und weil dieser Spruch so schön und unter Umständen sogar wahr sein kann, wird es mal wieder Zeit für einen Blick auf die Suchanfragen, die an Google (oder vergleichbare Suchmaschinen - ohne jetzt den Öko raushängen lassen zu wollen, verweise ich einfach mal auf Ecosia. Nur so als Tipp ;) ) gerichtet werden und dann zu diesem kleinen Blog hier führen.
Das erste Mal habe ich einen solchen Post im August verfasst - wen es interessiert, kann hier gerne klicken - also wird es mal wieder Zeit dafür :)


Erstmal die Top-3 der Begriffe, die in unterschiedlichsten Variationen die meisten Leute hierher lenken, und dann noch ein paar witzige/merkwürdige/irritierende Suchanfragen:

Harry Potter (in allen Kombinationen von Band 1 bis Band 7) (Natürlich. Alle gelesen. Aber nicht rezensiert. Trotzdem überraschend oft hier zu finden :D )

Gregs Tagebuch (ebenfalls in mehreren Varianten) (Irgendwie hab ich den Hype um diese Reihe voll verpasst xD Die ersten beiden Bände sind mir zufällig in die Hände gefallen. Aber cool, wenn Leute danach suchen. Die Rezis findet ihr im Index)

Friedrich Schiller Die Räuber Ende (Lies! Das! Buch! Ernsthaft. Auch, wenn Schule doof und das Buch langweilig ist. So dick ist es ja nicht. Und Allgemeinbildung schadet auch nicht. Zumal das Ende echt fetzt. Wirklich! :D )

rohrstock (Hm...verwirrenderweise wird man mit diesem Begriff tatsächlich hierher gelotst. Genauer zu dieser Rezi, in der das Wort aber gar nicht vorkommt. Mysteriös.)

foto roa wölkchen (Da sich mein Fotografie-Talent bisher noch nicht gemeldet hat, habe ich in mühevoller Kleinarbeit diese rosa Wölkchen erschaffen :D )

wunderschöne 15jährige Mädchen (Vielleicht bin ich durch die 'rohrstock'-Frage ein bisschen sensibilisiert, aber irgendwie kommt mir diese Suchanfrage nicht ganz ...mit Moral und Gesetz vereinbar vor? Bähää! Geh weg!)

na ihr schwuchteln, habt ihr kein zuhause? (Da zitiert man einmal 'Die Simpsons' und schon erhöht sich die Klickzahl. Ob sich das beliebig erweitern lässt? :D )


Und mit welchen Suchanfragen kommt man zu euch? xD

21.11.2012

[Rezi] George Orwell - Animal Farm

Erscheinungsjahr: 2004 (Original: 1945)
Genre: Erzählung
Seitenzahl: 113


Teaser:
By the autumn the animals were tired but happy. They had had a hard year, and after the sale of the hay and the corn, the stores of food for the winter were none too plentiful, but the windmill compensated for everything.





Handlung
Der Beitzer der Manor Farm und aller dort lebenden Tiere, Mr. Jones, macht sich seit einiger Zeit sehr unbeliebt bei seinem Vieh. Er betrinkt sich exzessiv, sodass die Tiere tagelang ohne Futter bleiben, weil ihr Verorger verkatert in seinem Bett liegt, und allgemein fühlen sich die Tiere unterdrückt, weil alles, was sie mühsam erarbeiten, an Mr. Jones geht und sie nichts vom Lohn haben. In einer Nacht versammeln sich alle Tiere in der Scheune und lauschen Old Major, einem alten Keiler, der in ihren Köpfen Bilder einer Revolution zeichnet, nach der die Farm von Mr. Jones befreit ist und alle Tiere frei und gleichberechtigt leben. Danach stirbt Old Major, doch seine Gedanken überleben. Ein paar Monate später findet die Revolution tatsächlich statt, alle Menschen werden von der Farm vertrieben und unter der Leitung der Schweine wird ein gänzlich neues System aufgebaut, das auf der neu gegründeten Ideologie des Animalismus gründet und alle Tiere gleichstellt. Doch nach und nach kristallisiert sich heraus, dass einige Tiere - konkret: die Schweine - viele Privilegien genießen und vielleicht doch nicht alle Tiere auf der selben Stufe stehen.

Meine Meinung
George Orwell's 'Farm der Tiere' gehört wohl zu den Büchern, die man ziemlich unbedingt lesen sollte. Wie ihr an der Ausgabe und am Teaser erkennt, habe ich mich an die (leicht gekürzte) englische Ausgabe gewagt, weshalb ihr mir verzeihen müsst, wenn ich ein paar Namen, die in deutschen Ausgaben übersetzt sind, nicht mit übersetze. Ist aber für den Kern der Handlung eigentlich irrelevant.
Die Geschichte an sich kommt ziemlich surreal und absurd daher. Die Tiere übernehmen nach einem Putsch eine Farm und vertreiben alle menschlichen Bewohner. Unter der Leitung der Schweine, die die klügsten Tiere sind und sich lesen und schreiben beigebracht haben, bauen sie eine eigene Gesellschaftsstruktur auf, führen die Farm und erledigen alle Arbeiten, die eben getan werden müssen. Gerade druch dieses absurde Bild erkennt man gleich, dass es sich hier nur um Metaphern beziehungsweise Allegorien handeln kann. Natürlich stehen die Tiere für Menschen, die sich angestachelt durch das Versprechen einer besseren Zukunft zusammentun und die sie unterdrückende Macht beseitigen. In der ultimativ darauf folgenden Zukunft muss ein neues Machtgefüge ausgehandelt werden, in dem sich jeder einen Platz in der Gesellschaft suchen muss. Hier übernehmen die Schweine von Anfang an die Leitungsfunktion, die Pferde und die Ziegen als auch noch recht intelligent, zunächst eine Unterstützungsfunktion und die Schafe sind die dumme Masse, die einfach nachrennt. Es gibt natürlich noch mehr Tiere, aber das alles im Einzelnen auseinanderzupflücken würde - obwohl es mir extrem viel Spaß machen würde - den Rahmen hier sprengen. Jedenfalls wird aus dem Funken, den Old Major angezündet hat, eine richige ideologische Bewegung mit Regeln, die fixiert und von allen befolgt werden, einer festen Arbeitsteilung und gemeinschaftsstiftenden Aktionen. Alles scheint gegen alle Widrigkeiten gut zu laufen, bis ein paar Schweine immer machtgeiler werden. Plötzlich werden die Regeln extrem gedehnt oder falsche Tatsachen verbal so geschickt verkauft, dass die anderen Tiere plötzlich eher den Worten der Schweine, als ihrem eigenen Gedächtnis glauben. Dieses kleine Substytem, das auf der Farm entsteht, ist natürlich sinnbildlich für ein totalitäres Regime, wie sie es in der Geschichte (und grade natürlich in der deutschen Geschichte) immer wieder gab.
Sehr deutlich wird die Manipulation derjenigen, die auf die Führungsqualitäten der 'Regierung' vertrauen müssen. Einfach mit Worten und der nachträglichen Veränderung der Geschichte - indem zum Beispiel die Geschichten und Legenden, die für die komplette Gemeinschaft motivierend und irgendwie identitätsstiftend sind, verändert und sogar komplett umgekehrt werden - kann die Masse fast schon spielerisch gelenkt werden. Um einen funktionierenden Gemeinschaftskörper zu bekommen, braucht es natürlich einer überblickenden Kraft. Wenn diese allerdings der Machtgier anheim fällt und nur noch persönliche Interessen verfolgt, dies allerdings mit der gegründeten Ideologie rechtfertigt, wird es schlecht. Dann heißt es nämlich schnell

All animals are equal.
But some animals are more equal.

 Die, die unnütz sind, oder Kritik äußern, werden gnadenlos eliminiert. Und am Ende weiß man gar nicht mehr, was der Unterschied ist zwischen den alten Unterdrückern und den neuen Unterdrückern.
Da ich das Buch auf Englisch gelesen habe, kann ich den Schreibstil nicht so analysieren, wie bei einem deutschen Buch und deshalb gibts hier nur meine Eindrücke, ohne fundierte Begründung. Man fühlt sich auf  jeden Fall sehr involviert und ist mittendrin in der Geschichte, bewahrt aber gleichzeitig eine gewisse Distanz. Man weiß natürlich, was die Schweine abziehen und ein gewisser ironischer Grundton verdeutlicht die kritische Einstellung des Autors zu dem Thema. Ansonsten gibt es nicht viele verschachtelte Satzkonstruktionen und auch das Vokabluar ist nicht allzu hochgestochen. Durch die sehr überschaubare Länge kann ich das Buch also für Englisch-Lese-Einsteiger nur empfehlen.
Somit entlasse ich euch endlich mal wieder mit 5 rosa Wölkchen und einem kleinen traurigen Auge, weil mir leider das Hintergrundwissen fehlt, um das Interpretationspotential dieses genialen Buches ausschöpfen zu können. Aber selbt wenn ich es hätte, könnte ich es hier doch nicht schreiben. Weil das ungefähr den Umfang einer Bachelor-Arbeit (das sind so ungefähr 30 - 40 Seiten ;) ) hätte :P

18.11.2012

[Musik] Sonntagslieder #13

Hallo da draußen! :)
Ich hoffe, ihr hattet ein schönes Wochenende und konntet ein bisschen euere Seele baumeln lassen. Jeder hat da ja so seine eigenen Mittel und Wege; ich zum Beispiel brauche eine gesunde Mischung aus Isolation und Sozialisation, weshalb ich mich meistens den einen Tag zu Hause verbarrikadiere und einfach mal gaaar nichts tue (oder wahlweise etwas, was schon lange auf der To-Do-Liste steht, aber aus Zeitmangel nicht erledigt werden konnte) und den anderen Tag coole Sachen mit den Lieblingsmenschen unternehme. In dieser Hinsicht war dieses Wochenende bei mir sehr gelungen und hat außerdem für ein paar mehr oder weniger schöne Ohrwürmer bei mir gesorgt. Die ihr gleich vielleicht auch haben werdet. Aber geteiltes Leid ist halbes Leid. Und so. Ne?! ;D





Justin Bieber - Boyfriend
Fangen wir gleich mal mit dem Oberhammer an. Ehrlich gesagt wäre ich mit 12 Jahren mega auf Justin Bieber geflogen. Aber dieser Phase bin ich entwachsen. Weil ich so reif (*räusper*) bin, kann ich ihn jetzt niedlich finden. Und sein Liedchen auch xD



Rihanna - Diamonds in the sky
Naja, die Quali des Liedes ist mies und es ist außerdem gespeedet. Aber ich denke, ihr kennt den Song. Auch ein totaler Ohrwurm. Und dieser ist mir nicht peinlich zu posten (was bei oberem Video schon ein bisschen der Fall ist).




Rammstein - Sonne
Und jetzt noch ein bisschen Kontrast-Programm und Klassiker-Vermittlung ;D




Ihr wisst gar nicht, wie schizophren ich mir manchmal vorkomme, wenn ich solche Songlisten poste. Aber so sieht meine Playlist nunmal aus. Kann ich auch nix für ;D Ich wünsche euch einen schönen Sonntag-Abend und viel Spaß beim Hören♥

17.11.2012

[Rezept] Schoko-Bananen-Muffins

Ich habe es ja schon angedroht angekündigt. Ab jetzt wird es hier hin und wieder ein paar kleine Rezepte für euch geben. Los geht's heute mit einer leckeren Kleinigkeit für Zwischendurch: Muffins :)
Ich bin der totale Muffin-Fan, weil sie unkomplizert zu machen, zu teilen und zu essen sind. Einfach ein paar in meine Uni-Tasche gestopft, in der Vorlesung rausgeholt und verteilt und schwupp! ist man der Held der Uni. Zumindest kurz. Und auch nur, wenn man so bestechliche und verfressene Freunde hat, wie ich ;D


Was ihr braucht, um leckere Schoko-Bananen-Muffins zu machen:
100g Zartbitter-Schokolade
125g Butter
2 feste (sprich nicht gaanz reife) Bananen
250g Weizenmehl
2 TL Backpulver
130g Zucker
1 Pk. Vanillin-Zucker
etwas Milch (laut Rezept: Bananennektar. Keine Ahnung, was das ist und wo man sowas herbekommt. Milch geht auch und schmeckt ebenfalls lecker.)
2-3 Riegel Vollmilchschokolade

Außerdem
einen kleinen Topf
eine Schüssel
einen Schneebesen (alternativ und für die verwöhnten unter uns: ein Handrührgerät)
mehrere Löffel (Teelöffel, Esslöffel, Schaufel, etc.)
ein kleines Messer
ein Schneidebrettchen
einen Messbecher
eine Waage
Muffin-Förmchen
einen Backofen ;)

Und so geht's
Für den Teig Zartbitter-Schokolade in Stücke brechen und mit der Butter in den Topf geben. Das ganze bei schwacher Hitze unter Rühren zerlassen. Anschließend die Masse abkühlen lassen. Bananen schälen und in feine Würfel schneiden.
Den Backofen auf 180°C (Ober-/Unterhitze) vorheizen.
Mehl mit Backpulver in eine Schüssel geben und mit Zucker und Vanillin-Zucker vermischen. Eier, Milch (oder Bananen-Nektar. Wie ihr wollt/könnt) und Butter-Schoko-Masse hinzufügen und alles mit einem Schneebesen kräftig verrühren. Die Bananenwürfel unterheben.
Den Teig in die Muffinförmchen füllen und auf einem Backblech im unteren Drittel des Backofens ca. 25 Minuten backen.
Vollmilchschokolade fein hacken. Die Muffins nach etwa 5 Minuten Backzeit kurz aus dem Ofen holen und mit den Stücken bestreuen. Dann wieder zurück in den Ofen stellen und fertig backen lassen.


Am Ende könnte das bei euch dann auch so aussehen (im Idealfall zumindest so ähnlich ;D )



Das Rezept habe ich in meinem heiß und innig geliebten Studentenfutter-Kochbuch vom Dr.Oetker-Verlag. Ein bisschen abgewandelt ist es, um es an meine Mittel hier anzupassen, aber im Großen und Ganzen kann man das Rezept diesem Buch so entnehmen.
Und jetzt viel Spaß beim eventuellen Nachbacken :)

16.11.2012

[TAG] Schande über mich! - und TAG TAG

Hallöchen! Einen wunderschönen Freitag-Abend wünsche ich euch :)
Heute erreichte mich mal wieder ein kleiner, schöner TAG und nach der anfänglichen Freude darüber - denn ich freue mich ernsthaft jedes Mal wieder wie ein Schnitzel, wenn jemand bei sowas an mich denkt - lief es mir eiskalt den Rücken runter. TAG?! Da war doch was! Tatsächlich habe ich angesichts des mit brutaler Gnadenlosigkeit auf mich niederprasselnden RealLife totaaaal vergessen, dass ich letzte Woche schonmal getaggt wurde und bei nächster Gelegenheit den Post dazu schreiben wollte. *räusper*
Das kommt davon, wenn man sich eigentlich nur am Wochenende richtig mit seinem Blog beschäftigen kann.
Doch bevor ich mich jetzt in eine Ecke verkrümele, um mich zu schämen (und nachher die Taggerei vergessen - schon wieder), hör ich auf mit dem Gelaber und hau euch jetzt die beiden TAGs um die Ohren :)

Fangen wir gleich mal damit an versäumtes nachzuholen. Juana Herbst hat mir den schon seit einiger Zeit hier herumgeisternden 11-Fragen-TAG zugeworfen. Folgende Regeln wurden gleich mitgeliefert:
  1. Verlinke den Tagger
  2. Beantworte die 11 Fragen
  3. Denk dir selber 11 neue Fragen aus
  4. Gib den TAG an 11 Blogs weiter, die weniger als 200 Leser haben
  5. Der TAG darf nicht an den Tagger zurückgegeben werden
Ersteres wurde bereits erledigt - danke nochmal, Juana! :D - uuuund Nummer zwei folgt auf dem Fuß:
  1. Amerikanische oder europäische Serien?   Beides :) Ich gucke fast jede Serie, die im Fernsehn läuft xD
  2. Was ist deine Lieblings-Musikrichtung? Absolut unbeantwortbar. Ich höre wirklich extrem queerbeet. Was ich nicht mag, ist Schlager und sehr elektrolastiges Zeug. Ansonsten bin ich offen :)
  3. Dein Lieblingstier? Hm... Tiger find ich ganz super. Aber eigentlich mag ich alles, was vier Beine, Fell und runde Kugelaugen hat.
  4. Machst du dir schon Gedanken über Weihnachten? Jap. Habe eine Geschenkeliste, eine Kekse-Liste und überlege schon, welche Deko ich aufstelle.
  5. Familie oder Freunde? Familie. Nix geht über meine Familie!
  6. Lange schlafen oder früh aufstehen? Je nachdem, wie ich ins Bett komme. Allgemein habe ich gerne was vom Tag, aber wenn ich nicht meine 8 Stunden Schlaf kriege, werd ich miesepetrig.
  7. Dein Lieblingszitat? Hab ich eigentlich nicht. Aber letztens habe ich was gelesen, das fand ich sehr schön und irgendwie aufbauend: "Durchschnitt heißt nicht normal. Durchschnitt heißt, dass du die Gesamtheit von etwas durch die darin enthaltenen teilst. Der Durchschnitt kann also durchaus einzigartig sein."
  8. Das Schlimmste, was dir je passiert ist? Mir ist noch nie was wirklichs Schlimmes passiert *auf Holz klopf*, weshalb ich banalerweise sagen kann: mir fällt bis auf ein paar fiesen Sportverletzungen nix ein.
  9. Dein Traumberuf? Da hab ich keinen konkreten Beruf. Er soll abwechslungsreich sein, irgendeinen Wert für die Gesellschaft haben und mich mit vielen tollen Menschen zusammenbringen. Wenn ich ihn gefunden habe, geb ich Bescheid!
  10. Zeitung oder Tagesschau? Eeehm ... Die Zeit online? xD
  11. Gefällt dir der Ausgang der US-Wahlen? Ehrlich gesagt fand ich den Hype darum dieses Mal echt ziemlich übertrieben. Ja, Obama war meiner Meinung nach die bessere Wahl, weil er wenigstens ein Konzept hat und nicht einfach nur am Schlechtmachen war, aber ob man mit ihm zufrieden sein kann, wird sich in den nächsten 4 Jahren noch zeigen.
  12.  
Soo, Regel 3 bis 5 werde ich gekonnt ignorieren, weil dieser TAG ja wie gesagt schon seit einiger Zeit und in mehreren Variationen die Runde macht. Wer ihn noch nicht hatte, aber gerne machen möchte, ist herzlich eingeladen, ihn hier mitzunehmen :)

Kommen wir dann zu TAG numéro dos - die liebe Kaugummiqueen hat - genau wie die liebe Patricia und die liebe Steffi - an mich gedacht und mir den Fill-in-TAG überreicht. Dieser wurde von den Bookjunkies kreiert und hat sogar ein schickes Banner:

Also, los geht's (das fett geschriebene Zeug ist mein fill-in-Geschreibsel)
  • Könnte ich mir eine Fantasy-Welt aussuchen, würde ich am liebsten in wo wohl - Hogwarts leben.
  • Von den Menschen umgeben zu sein, die mal liebt, ist mehr wert als alles Geld der Welt.
  • Würde ich ein Buch schreiben, hätte es das Genre Psychoooodrama.
  • Liebe auf den ersten Blick ist ein Märchen...oder?!
  • Mein liebstes Urlaubsziel ist Balkonien bei meinen Eltern - besser als jedes Hotel ;)
  • Müsste ich zwischen Weihnachten und meinem Geburtstag wählen, würde ich mich definitiv für Weihnachten entscheiden.
  • Edward und Bella finde ich ausgelutscht.
  • Mein liebstes blaues Buch ist Herr Leben, die Rechnung bitte!
  • Meine Eltern halten meine Leidenschaft für Bücher für ...normal? Da seit ungefähr 10 Jahren existent, hatten sie auch genug Zeit, um sich daran zu gewöhnen ;)
  • Adventskalender gehören einfach zu Weihnachten, weil sie die Vorfreude immer weiter steigern. Deshalb kriege ich auch mit Anfang 20 noch jedes Jahr einen von meinen Eltern :D
  • Gilmore Girls ist die beste Serie, die jemals gedreht wurde.
  • Wenn ich ein Buch lese, dann habe ich am liebsten meine Kuscheldecke neben mir.
  • Mich stört psychologisch unlogische Konzeption der Charaktere am meisten an Büchern.
  • Sobald ich ein Vampierbuch sehe, fange ich an zu glitzern? Ich sehe die schon gar nicht mehr ;P
  • Würde ich auf einer verlassenen Insel stranden, würde ich [füge hier einen Buchcharakter ein] Grim aus der Grim-Trilogie von Gesa Schwartz mitnehmen. Weil der uns wieder zurückbringen kann, wenns langweilig wird.
Einen ähnlichen TAG hatte ich noch nie und es hat wirklich Spaß gemacht, ihn auszufüllen. Wieder möchte ich ihn aber an niemand bestimmtes weitergeben, weil momentan eine wahre TAG-Welle herrscht und sich bitte keiner genervt fühlen soll. Also gilt auch hier: wer will, nimmt ihn sich einfach mit. Tut euch keinen Zwang an :D

Das wars auch schon für heute. Euch einen gelungenen Start ins Wochenende und viel Spaß bei was auch immer ihr vorhabt - ich setze mich dann mal an meinen Uni-Kram ... yeahi! :D

12.11.2012

[Rezi] Dr. Oetker - Studentenfutter. Best of

Erscheinungsjahr: 2011
Genre: Sachbuch
Seitenzahl: 191



Teaser:
Jetzt steht Leckeres auf dem Stundenplan: Fanta Schnitten, Schoko-Chili-Muffins und Partybrötchen mit Frischkäse machen Spaß beim Zubereiten und Vernaschen.





Inhalt
Wie der Teaser ja schon ziemlich gut ausdrückt, gibt es in diesem Buch viele Rezeptideen. Sowohl deftige Hausmannskost, ausländische Küche oder vegetarische Gerichte finden hier Platz und sind mit vielen Bildern und detailgenauen Rezepten dargestellt.

Meine Meinung
Wer es noch nicht mitbekommen  hat: ich bin im Moment voll im Küchen-Fieber! Angefeuert durch dieses Buch, habe ich tatsächlich vor (und es teilweise auch schon in die Realität umgesetzt), meine kulinarischen Fähigkeiten ein bisschen auszubauen. Was auch nötig ist, denn bis auf Rührei und Tiefkühlpizza gibt's da nicht viel vorzuweisen. Doch selbst für totale Koch-Deppen wie mich sind die Rezepte absolut gut verständlich und sofort umsetzbar. Es gibt natürlich verschiedene Schwierigkeitsstufen und ich denke, man kann sich ganz gut "hochkochen" ;) Wobei ich anmerken möchte, dass das Rezept für Spiegelei wirklich ein bisschen ironisch rüber kommt. Hey, auch als Student hat man schonmal eine Pfanne gesehen!
Jedenfalls gibt es mehrere thematische Kapitel, in denen dann passende Gerichte präsentiert werden. Die Optik sticht wirklich hervor, alles ist wunderbar ansprechend illustriert. Was auch nur angemessen ist, denn das Auge isst bekanntlich mit. Man hat Rezepte zum Grilen, zum Backen, Suppen, coole Sandwiches, Cocktails, Nachtische und was man sich alles vorstellen kann. Wie der Untertitel "Best of" schon sagt, ist dieses Buch Teil einer Reihe mit gefühlten 1.000.000 Bänden. In die anderen habe ich nicht reingeschaut, werde das aber bei Gelegenheit - beziehungsweise, wenn ich dieses Buch durchgekocht hab - mal nachholen, denn die genauen Schritt-für-Schritt-Anleitungen sind wirklich einfach zu befolgen und die Gerichte bringen eindeutig Abwechslung in mein aus ungefähr 5 Rezepten bestehendes Repertoire. Super finde ich auch, dass bei manchen Rezepten zusätzlich noch eine oder zwei weiter mögliche Varianten vorgeschlagen werden, sodass man vieles auch noch zum Beispiel vegetarisch zubereiten kann.
Also, ich bin begeistert von dem Buch und ihr werdet in naher Zukunft sicher noch einige Rezepte daraus hier finden.
(Wobei ich mich grade frage, ob ich die überhaupt hier so "zitieren" darf, wo doch alle grade ein bisschen am Rad drehen mit dieser Urheberrechtsgeschichte *grübel* Naja, wir werden sehen! :D)

11.11.2012

[Musik] Sonntagslieder #12

Guten Morgen! :)
Aus gegebenem Anlass muss heute leider alles Vorgelaber ausfallen und ich komme außnahmsweise gleich zur Sache. Hier die Top-3-Lieder meiner Woche:





Mia - Bad girls




The Subways - Rock'n'Roll Queen




Red Hot Chilli Peppers - Californication



Wie immer wünsche ich euch viel Spaß beim Hören und einen angenehmeren Sonntag als er mir bevorsteht :)

10.11.2012

[Gerede] Esseeeeen! :D

Letzte Woche war ich in der örtlichen Stadtbibliothek und habe dort - wer hätte das gedacht! - Bücher ausgeliehen. Neben dem üblichen Nachschub an Romanen, haben auch 3 Kochbücher bei mir temporären Einzug gehalten. Und jetzt bin ich total begeistert von den ganzen Sachen, die man so machen kann und habe beschlossen, das alles mit euch zu teilen. Natürlich auf jeden Fall mit einer Rezi vor allem zu diesem Buch:



Weil da wirklich viele tolle Rezepte und Ideen drin sind, die auch für ungeübte Menschen machbar sind. Zumindest dem Anschein nach. Ausprobiert habe ich nämlich noch nix. Dies wird sich morgen allerdings ändern und deshalb habe ich gerade eine neue Seite angelegt, auf der ich ab jetzt hin und wieder ein paar der von mir ausprobierten Rezepte veröffentlichen möchte (die natürlich nicht alle aus diesem Buch stammen). Einschließlich Ergebnis :)

Was haltet ihr davon?

Natürlich werdet ihr hier nicht mit Rezepten überschwemmt. Ich stehe maximal zweimal pro Woche in der Küche - wenn überhaupt. Und das dort entstandene Zeug muss erstmal durch meine sehr strenge Qualitätskontrolle, bevor ihm ein Post gewidmet wird.
Also, hoffentlich gefällt euch die neue "Rubrik" (oh, ich muss mir noch 'nen Namen ausdenken :) )!
Einen schönen Samstag-Abend wünsche ich :D

EDIT:
Kommentarlosigkeit werte ich übrigens als "ist mir vollkommen latte, was du machst" und somit als Zustimmung :D

08.11.2012

[Rezi] Aly Cha - Schnee im April

Erscheinungsjahr: 2011
Originaltitel: Sweet red bean rice cake
Genre: Roman
Seitenzahl: 426



Teaser:
Yuki strahlte, Sie stellte sich vor, wie sie mit einem Schirm nach Amerika flog. Vielleichtt könnte sie ihre Großmutte mitnehmen, wenn der Schirm groß genug war.





Handlung
An einem eisig-kalten Wintertag reist Miho mit ihrer sechsjährigen Tochter Yuki die weite Strecke von Tokio nach Osaka. Dort wohnt Mihos Mutter, die sie seit 20 Jahren nicht mehr gesehen hat. Miho setzt keinen Fuß in das Haus, sondern gibt lediglich die schlafende Yuki ab und geht wieder davon. Asako, Mihos Mutter, ist verwirrt und über die Maßen besorgt, arrangiert sich aber gezwungenerweise und genau wie das kleine Mädchen mit der neuen Situation.
In einem Rückblick, der bei Asakos Großmutter einsetzt, wird dann die Familiengeschichte von Yukis Vorfahren erzählt, bei denen sich in jeder Generation ein bestimmtes Muster abzeichnet, welches sich immer wiederholt und auch Yuki vorbestimmt zu sein scheint.

Meine Meinung
Das Buch hat mich ein bisschen verwirrt zurück gelassen, weil einige für mich essentiell wichtige Dinge nicht geklärt werden.
Die Geschichte ist in drei Teile gegliedert und in jedem Teil wird ein bisschen klarer, warum Miho ihre kleine Tochter bei Asako abgeliefert hat und ohne Erklärung verschwunden ist. Zumindest wird der Rahmen, in dem man über ihre Gründe spekulieren kann, immer enger; richtig konkret wird die Geschichte in dieser Beziehung nicht.
Die traurige Biografie der Familie zieht sich durch jede Generation. Angefangen bei Michiko - Asakos Mutter - die aus einer einfachen Fischersfamilie stammt, von ihrer Mutter mehr oder weniger verkauft wird und dann bei einer tyrannischen Herrin in deren Pension als Dienstmädchen arbeiten muss. Was hier besonders auffällt, ist die absolute Wertungslosigkeit gegenüber Michikos Mutter. Sie wird nicht als die Böse dargestellt, die ihr Kind vertickt, sondern als ungebildete, abergläubige Frau aus armen Verhältnissen, die nach einem Schicksalsschlag ihre Kinder alleine durchbringen muss, denn nach einem Unfall ist kein Mann mehr an ihrer Seite. Sie hatte zu Michiko sowieso kein gutes Verhältnis, aber dennoch zeichnet sich schon unmittelbar nach Michikos Abreise das schlechte Gewissen bei ihr ab. Doch dafür ist es zu spät und das junge Mädchen erlebt eine schlimme Zeit. Ohne jetzt weiter ins Detail gehen zu wollen, halte ich fest, das auch Michikos Tochter Asako und wiederum deren Tochter Miho wirklich keine behütete Kindheit haben und jede einzelne von ihnen ihr bestmöglichstes tun, damit es ihren Töchtern jeweils besser geht. Yuki ist gegenwärtig erstmal der letzte Sproß. Sie hat keinen Vater und ihre Mutter arbeitet im Rotlichtviertel in Tokio, um die beiden über Wasser zu halten. Sie erzählt er Kleinen, dass sie in Amerika für sie beide ein neues Leben aufbauen will und sie bei ihrer Großmutter solange auf sie warten soll. Voller gutmütiger Naivität, wie sie bei Kindern üblich ist, lebt sich Yuki schnell bei ihrer Oma ein und träum davon, fliegen zu lernen wie Mary Poppins, um schneller nach Amerika zu ihrer Mutter zu kommen.
Yukis kindliche Denk- und Verhaltensart ist wirklich ausgesprochen authentisch dargestellt und vor allem auch so, dass man sie als mehr oder weniger erwachsener Mensch absolut nachvollziehen kann. Die Persönlichkeiten der anderen Protagonistinnen waren für mich dagegen nicht unbedingt so konzipiert. Die Frauen in dem Buch haben sich fast alle bis zur kompletten Selbstaufgabe erniedrigen lassen, ohne ein Wort zu sagen. Das fand ich extrem erschreckend und ich konnte es nicht wirklich nachvollziehen. Wobei ich hier aber nicht weiß, ob das mit dem Mentalitätsunterschied zu tun hat. Wahrscheinlich. Schließlich ist die Handlung erstens ab dem Ende des 20. Jahrhunderts angesetzt und zweitens halt in Japan, wo Höflichkeit, Ehre und Zurückhaltung ja bekanntermaßen hochwichtige Werte sind. Ich muss auch sagen, dass ich immer den Eindruck hatte, dass die Frauen zwar nach Außen hin total am Boden waren, sich allerdings innerlich ihren Stolz nicht nehmen liesen. Sie versuchen, das beste aus ihrem Leben zu machen. Leider standen ihnen, die sie aus einfachen Verhältnissen stammten, keine großen Möglichkeiten zur Verfügung.
Allgemein bekommt man mit der Geschichte auf jeden Fall einen großen Einblick in die japanische Lebensweise im 21. Jahrhundert, was wirklich sehr interessant ist. Der Schreibstil ist ganz in Ordnung; nicht besonders langweilig, aber auch nicht besonders ausergewöhnlich. Cha arbeitet viel mit bildlichen Beschreibungen und emotionalem Vokabular, was die allgemeine Stimmung der Szenen gut transportiert. Hinten im Buch gibt es einen Glossar, in dem die japanischen Worte erklärt werden, die im Buch vorkommen.
Ich muss allerdings sagen, dass ab ungefähr der Mitte die Handlung relativ voraussehbar war und alles ein bisschen merkwürdig wurde. Was vielleicht an der doch etwas schrulligen Asako gelegen hat. Oder an den teilweise wirklich unnötigen Nebenhandlungssträngen, die kurz eingeflochten und dann aprupt wieder aufgelöst werden. Das Ende hält noch einmal eine ansteigende Spannungskurve parat, ist aber für mich mehr als unbefriedigend gewesen.
Insgesamt gibt's wirklich extrem knappe 3 Wölkchen - wäre der Abriss über die japanische Kultur nicht so spannend, wären es wohl nur 2.


06.11.2012

[Happy 2012] Elefant, Tiger und Würstchen mit Senf

Es ist mal wieder Zeit gewesen, einen weiteren Punkt meiner liebevoll erstellten Vorsatz-Liste 2012 abzuhaken. Vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass sich 2012 langsam aber sicher dem Ende hin neigt und ein nicht unerheblicher Teil der Dinge auf eben erwähnter Liste noch nicht erledigt ist.
Nun ja. So ist das halt mit Vorsätzen.
Aber ein bisschen von meiner überschäumenden Motivation vom Januar ist dennoch übrige geblieben und so habe ich - als bekennendes Spielkind - den gestrigen Abend damit verbracht, Tiere aus Luftballons zu basteln. Also gilt:

Luftballontiere basteln  → check!


Nicht vorenthalten werde ich euch die Ergebnisse dieses Abends, die eindeutig und unzweifelhaft auf großes Talent meinerseits schließen lassen. Jawohl.


Los ging's natürlich erstmal damit, Modellierballons und eine qualitativ hochwertige Luftpumpe zu erwerben. Diesen Schritt habe ich nahezu perfekt gemeistert.
Darauf folgte schon die erste komplexe Herausforderung: eine dieser Ballonteile aufzupusten UND! mit einem luftundurchlässigen Knoten zu versehen. Ich kann ohne übertriebene Superlative behaupten, dass dies für ungeübte Menschen keine leicht zu bewältigende Aufgabe ist.
Aber hat man das geschafft, liegt schon das erste Ballon-Tier vor einem: ein Wurm. Hach, welch Begabung!

Doch ein Wurm allein ist natürlich kein Grund, in Begeisterungsstürme zu verfallen. Deshalb folgte gleich darauf ein lila Hund (der in einer unnachahmlichen Metamorphose aus dem Wurm entstand). Zum besseren Verständnis habe ich die Körperteile des Hundes - die übrigens nur gaaaaanz leicht deformiert und unproportional sind, was aber kein Grund zur Diskreminierung ist - auf dem Bild beschriftet.

 Hier nochmal die Anatomie des Hundes verdeutlicht. Man erkennt es am blauen Kollegen besser, weil sich der Kopf aus mir unerfindlichen Gründen ein bisschen aufgelöst hat. Vielleicht ist der blaue Hund zu einer blauen Giraffe ...digitiert? Für mich sieht es ein bisschen nach einer Kreuzung zwischen Okapi und Schnabeltier aus. Komisch, wenn der erste Versuch besser funktioniert, als der zweite, wenn man doch schon so viel Übung hat :D
Da ich kleine Tiere ja nach meinen beiden Hündchen ganz eindeutig beherrsche, habe ich mich dann an einen rosa Elefanten gewagt. Leider habe ich den Rüssel ein wenig zu lang modelliert, sodass für die Hinterbeine kein Platz mehr war. Immerhin große Ohren hat er bekommen, sodass er zwar nicht laufen, sich aber immerhin Luft zufächeln kann, wenn ihm warm ist.

Als angehende Luftballon-Tier-Modellier-Expertin und weil allein mit einem Elefanten und zwei Hunden der Zoo natürlich nicht vollständig ist, kam danach ein Tiger an die Reihe. Dieser ist zugegebendermaßen nicht gut zu erkennen, was aber allein und ausschließlich an der Qualität der Kamera und an dem aufgenommenen Winkel liegt. Das kleine Knubbelchen rechts am Kopf, an dem der Strich ist (zwischen den zwei großen Würsten), ist übrigens tatsächlich ein Ohr. Ist leider etwas eingelaufen. Also passt der Tiger wunderbar zum Invaliden-Zirkus.

Hier nochmal aus einer anderen Perpektive. Ähnlichkeiten mit Pluto, dem Hund von Mickey Mouse, weise ich strikt zurück.


Daaaann kam die Königsdisziplin: 2 Luftballons zu einem... okay, kein Tier. Ich wollte ein Blümchen machen.
Um die Geschichte kurz zu halten: es ist kein Blümchen geworden, sondern eine rote Bratwurst mit Senf. Sieht aus diesem Winkel doch fast so aus, oder? ;)

Hier die gesammelten Were des Abends: Hündchen, Giraffen-Schnabeltier, Elefant, Tiger und das Würstchen.
Die Anleitungen zu alldem habe ich von dieser Seite - falls ihr sehen wollt, wie das eigentlich aussehen sollte.



Aber warum bin ich überhaupt auf die Luftballon-Tiere-Basteln-Schnapps-Idee gekommen?
Tatsächlich nicht im Vollrausch. Als ich ein Kind war, habe ich irgendwann einmal einen Ballonkünstler gesehen und alle Kinder, einschließlich mir, waren total begeistert von seinen Figuren. Da habe ich mir geschworen, dass ich an den Geburtstagen meiner Kinder auch Ballontiere machen kann. Und weil man Schwüre, die man sich selbst im Alter von 4 bis 6 Jahren (ich weiß leider nicht mehr genau, wiel alt ich war) nicht brechen darf, arbeite ich mich langsam in die Materie. Nicht, dass in naher Zukunft Kinder geplant sind (um Gottes Willen! xD ), aber so ein kleiner Exkurs ist doch schonmal ganz nett :)

Und jetzt noch ein kleines Youtube-Video, das ich beim Stöbern nach Modellier-Anleitungen gefunden habe und welches mich zu diesem Ende inspiriert hat:




Bei mir sah das ganze übrigens ähnlich aus :) Nur das Hundchen konnte ich nicht kaputt machen - das steht jetzt als Andenken auf einem Brett in meinem Bücherregal :)

04.11.2012

[Musik] Sonntagslieder #11

Guuuten Morgen zusammen! :)
Heute geht ein mehr oder weniger besonderer Lieder-Post an den Start. Vielleicht eigentlich eher weniger besonders. Aber ich finde es trotzdem irgendwie erwähnenswert, dass ich nach den heutigen Top-3 genau 100 Lieder für euch rausgesucht hab! :D
Als neurotisch veranlagter Mensch führe ich nämlich eine formvollendete Tabelle, dank der ich jedes Lied und jeden Künstler nachvollziehen kann, der jemals durch das Haus des Wahnsinns gewandelt ist. Um auch eine ausgewogene Mischung zu gewährleisten. Und weil ich Excel mag ;D
Jedenfalls steht der heutige Tag ein bisschen unter dem Motto "nostalgisches Kinderfernsehen". Ihr werdet sehen, wie ich das meine.





Phil Collins - You'll be in my heart
Fangen wir mal mit dem bekanntesten an. Ich habe Tarzan geliebt *.* Und ich finde es immer wieder totaaaal faszinierend, dass Phil Collins seine Lieder in ungefähr 5000 Sprachen einsingt. Wobei die englische Version aber schon am besten ist :)



Jordan Hill - Remember me this way
Na? Welches Kind aus den 90ern (f****, bin ich alt xD ) erkennt diesen Song? Casper! - sag ich da nur. Das kleine niedliche Gespenstchen mochte ich sooo gerne... und wie ich zugeben muss, auch den Backstreetboy-Klon, zu dem es wird. Naja, ich war halt noch klein xD



Merryl Cassie - The dream must stay alive
Und wer diesen Song und die dazugehörige Serie kennt, ist mein Held! The Tribe fand ich am Anfang mega blöd, aber irgendwann bin ich der Serie dann doch verfallen :D Drama, Drama!



Wie immer viel Spaß beim Hören (und vielleicht auch beim Erinnern :) ) und einen schönen Sonntag! ♥

03.11.2012

[Rezi] Nina Puri - Queening and Spleening?! Wie die Engländer ticken

Erscheinungsjahr: 2012
Genre: Humor
Seitenzahl: 192



Teaser:
Auch Zebrastreifen haben in England keinerlei Funktion - sollten sie als Fußgänger frecherweise versuchen, einen Zabrastreifen vor einem heranfahrenden Auto zu überqueren, werden sie vom Fahrer wahrscheinlich mindestens aufs Gröbste beschimpft werden.




Inhalt
In diesem Buch erläutert Nina Puri durch amüsante Anekdoten und unter Auffahren der schwersten Klischees die groben und die feinen Unterschieden zwischen Deutschen und Engländern. Was ist typisch englisch und was finden die Engländer an Deutschen besonders befremdlich? Diesen zentralen Fragen geht Puri nach. Das Buch ist in Kapitel aufgeteilt, die jeweils von einem bestimmten Lebensbereich der Engländer handeln. Wie zum Beispiel "Höflichkeit" oder "Schulsystem".

Meine Meinung
In naher Zukunft werde ich einen kleinen Trip nach London unternehmen und was passt da besser, als sich schonmal mit den typischen Eigenheiten der Engländer auseinanderzusetzten und einige Fauxpas' im Vorraus vermeiden zu lernen? Genau. Das Buch setzt sich mit der Mentalität der Briten außeinander und bringt die Eigentümlichkeiten des Volkes der Insel nach Außen. Viele Aussagen, die Puri in diesem Buch trifft, sind nicht gerade politisch korrekt, aber genau das macht ihre Komik aus. Mit einer Mischung aus überspitzten Aussagen, Ironie und einem lockeren, aber dennoch nicht völlig anspruchslosen Schreibstil bringt sie den geneigten Leser des Öfteren zum Schmunzeln oder sogar richtig zum Lachen. Denn natürlich wird ein Klischee nach dem anderen bedient und sei es jetzt der trockene englische Humor oder das so oft erwähnte understatement - Kulutclash macht mit einem zwinkernden Auge einfach am meisten Spaß. Und Puri darf sich auch erlauben, über beide Nationen herzuziehen; als gebürtige Engländerin ist sie schon im Kindesalter nach Deutschland gezogen und hat beide sozio-kulturellen Strukturen aus erster Hand erfahren.
Das Buch ist angenehm dünn und eignet sich deshalb nicht nur von der leichten Thematik her perfekt als Busbuch oder als kleine Lektüre für Zwischendurch. Die knapp 200 Seiten sind schnell durch und schon hat man einen Überblick über die verrückten Engländer.
Naja. Ganz so ist es natürlich nicht. Wie bei einem solchen Buch üblich, wird extrem viel generalisiert und das mag ich im Allgemeinen ja überhaupt nicht. Und obwohl ich weiß, dass man auch das in diesem Fall nicht zu ernst nehmen sollte - es werden halt alle in dem Buch aufs Korn genommen und nichts davon sind allgemeingültige Aussagen - muss ich es dennoch als kleinen Kritikpunkt erwähnen.
Aber alles in allem war es ein richtig schönes Leseerlebnis, das mir viel Spaß gemacht hat. Nina Puri schreibt in einem wirklich angehnem zu lesenden Stil und lockt mit diesem Büchlein den Leser, wirklich bald nach England zu reisen und ihre Geschichten zu überprüfen. 4 Wölkchen gibt's von mir dafür.




Mein Dank für dieses Rezensionsexemplar geht an BloggDeinBuch und den Langenscheidt-Verlag.


02.11.2012

[Rezi] Ursula Poznanski - Erebos

Erscheinungsjahr: 2010
Genre: (Jugend-)Thriller
Seitenzahl: 485


Teaser:
Es war sein eigenes Wimmern, das Nick weckte. Sein Herz punpte so schnell, als wäre er gelaufen. Die Dunkelheit seines Traums war immernoch um ihn, vielleicht war er gar nicht aufgewacht.




Handlung
Nicks Freund Colin benimmt sich seit einigen Tagen sehr merkwürdig. Er geht nicht an sein Handy, ruft auch nicht zurück, schwänzt das heißgeliebte Basketballtraining und sogar die Schule. Wenn der dann doch mal auftaucht, sieht er übernächtigt und blass aus und ist sehr abweisend Nick und auch seinen anderen Freunden gegenüber. Dagegen verbringt er immer mehr Zeit mit Typen, über die sich ihre Clique eigentlich immer lustig gemacht hat, und die den selben abgekämpften Eindruck machen. Für Nick ist klar, dass da etwas merkwürdiges und möglicherweise gefährliches im Gang ist. Als er dann von Brynne, einer Mitschülerin, eine CD und mysteriöse Anweisungen bekommt, findet Nick heraus, was die anderen so stark beschäftigt: Ereobos ist ein interaktives Computerspiel, das durch seine Aufgaben und Quests, die alle in die reale Welt hineinreichen, Nicks ganzes Leben kontrolliert, weil dieser sich dem Sog des Spiels nicht mehr entziehen kann.

Meine Meinung
Das Computerspiel 'Erebos', das von seinen Spielern absolute Geheimhaltung und totalen Gehorsam verlangt, verbreitet sich mit rasanter Geschwindigkeit an Nicks Schule. Außenstehende bemerken die beunruhigenden Veränderungen am Verhalten der Schüler zwar, können allerdings nichts tun. Denn niemand traut sich, über das Spiel zu reden. So ergeht es auch Nick, nachdem er das Spiel bekommen und ausprobiert hat. Es macht ihn absolut süchtig. Von Anfang an wird den Spielern klar gemacht, dass sie nur eine einzige Chance haben, das Spiel zu spielen. Wenn ihr Charakter stirbt, ist es vorbei. Und wenn sie die Regeln brechen - siehe Verschwiegenheit - ist es auch vorbei. Also wagt niemand, sich zu offenbaren. Nick wird Teil dieser Gemeinschaft, obwohl er Anfangs skeptisch und misstrauisch ist und Colins Verhalten auf etwas möglicherweise Gefährliches zurückführt. Doch trotzdem wird auch er in den Bann von 'Erebos' gezogen. In dem Spiel geht es vor allem darum, durch Kämpfe gegen Orks oder auch in Arenakämpfen gegen andere Spieler, ein immer höhreres Kampflevel zu erreichen. Dies geschieht durch ein Ritual, bei dem der Spieler eine Aufgabe in der realen Welt erledigen muss. Erst, als immer mehr Schüler dem Druck nicht mehr standhalten und wirklich gefährliche Dinge passieren, beginnt Nick zusammen mit einer Gruppe Computer-Nerds (im allerpositivsten Sinn ;) ), Nachforschungen anzustellen und das Konzept hinter dem Spiel auseinander zu dröseln.
Jeder, der schon mal ansatzweise einem Computerspiel verfallen war, kann nachvollziehen, was mit Nick und den anderen Spielern passiert. Aber selbst, wenn man sich in keiner Weise für Computer interessiert, wird man von dem Schreibstil der Autorin gefesselt und kann das Suchtpotential von 'Erebos' nachvollziehen. Die Welt des Spiel wird genauso detailreich geschildert, wie die Geschehnisse in der Realität, sodass beide Welten nicht nur in der Geschichte, sondern auch für den Leser verschmelzen. Jede der Welten hat eigene Charaktere und Spannungsverläufe, auf die man sich einlässt.
Zwei große Themen hat Poznanski hier in ihrem Buch verarbeitet: die unheimliche Sogwirkung, die Computerspiele haben können zum einen. Und das soziologische Phänomen vom System, das sich selbst kontrolliert zum anderen. Letzters fand ich fast schon fast am spannendsten, vielleicht, weil es der Angelpunkt der Geschichte ist, an dem die Handlung aufgehängt ist. Das Prinzip ist: keiner verrät etwas von dem Spiel, weil sich die Spieler gegenseitig beobachten und anschwärzen. So tun alle, was das Spiel verlangt, selbst wenn es um Gewaltanwendungen geht, aus Angst davor, die anderen würden Versagen oder eine Weigerung weiterleiten. Auch das Gruppengefüge innerhalb der Schule verändert sich durch das Spiel. Es gibt jetzt die Eingeweihten und die Uneingeweihten, der soziale Status, den die Leute vor dem Spiel hatten, ist unwichtig geworden.
Die Hauptcharaktere sind alle nachvollziehbar aufgebaut, auch wenn ich mich dem Protagonisten Nick nicht unbedingt viel anfangen konnte. Er war mir ein bisschen zu durchschnittlich und bekam erst gegen Ende ein richtiges Profil. Meine absoluten Lieblinge Victor, und Mr. Watson (der viel zu wenig vorkam), aber vor allem Emily, die mit ihrer gefestigten Perönlichkeit (an der aber auch mal Zweifel aufkommen) und ihrer gesamten tiefgründigen Art die ganze Gegenbewegung erst anzettelt, sind mir dagegen fast schon ans Herz gewachsen.
Es gab durchaus ein paar logische Ungereimtheiten, aber trotzdem kann ich nicht anders und muss diesem Buch glatte 5 Wölkchen und eine uneingeschränkte Leseempfehlung geben. Es ist keine Anti-Computerspiel-Geschichte, sondern beschreibt einfach was passieren kann, wenn man zwischen Fiktion und Realität nicht mehr unterscheiden kann. Mein absolutes Monatshighlight.

01.11.2012

Leserückblick Oktober 2012

Guten Morgen Allerseits! :)
Diese Woche war mega stressig und das erste Mal seit meiner Blogger-Existenz habe ich tatsächlich zwei Rezis ausstehen. Das ist irgendwie nervig und eine große Schranke in meinem Kopf verhindert es momentan, dass ich ein neues Buch anfange, bevor die Rezis nicht geschrieben sind. Mist.
Wie schon angekündigt, habe ich diesen Monat meinen wundervollen Rekord vom September (3473 Seiten!) weder getoppt noch erreicht. Dafür waren wieder einige Schätze dabei, also los geht's mit der Statistik:


Gelesen
Jilliane Hoffman - Morpheus (*Rezi*)
Paulo Coelho - Der fünfte Berg (*Rezi*)
Thomas Thiermeyer - Das verbotene Eden. David und Juna (*Rezi*)
Carlos Ruiz Zafón - Marina (*Rezi*)
Gesa Schwartz - Grim I. Das Siegel des Feuers (*Rezi*)
Ursula Poznanzki - Erebos (Rezi folgt EDIT: *hier*)
Nina Puri - Qeening and spleening (Rezi folgt)

In Seiten
2784

Durchschnittsbewertung
3,3

Highlight des Monats
Ursula Poznanzki - Erebos *.*

Enttäuschung des Monats
Paulo Coelho - Der fünfte Berg -.-'

In Bildern