21.11.2012

[Rezi] George Orwell - Animal Farm

Erscheinungsjahr: 2004 (Original: 1945)
Genre: Erzählung
Seitenzahl: 113


Teaser:
By the autumn the animals were tired but happy. They had had a hard year, and after the sale of the hay and the corn, the stores of food for the winter were none too plentiful, but the windmill compensated for everything.





Handlung
Der Beitzer der Manor Farm und aller dort lebenden Tiere, Mr. Jones, macht sich seit einiger Zeit sehr unbeliebt bei seinem Vieh. Er betrinkt sich exzessiv, sodass die Tiere tagelang ohne Futter bleiben, weil ihr Verorger verkatert in seinem Bett liegt, und allgemein fühlen sich die Tiere unterdrückt, weil alles, was sie mühsam erarbeiten, an Mr. Jones geht und sie nichts vom Lohn haben. In einer Nacht versammeln sich alle Tiere in der Scheune und lauschen Old Major, einem alten Keiler, der in ihren Köpfen Bilder einer Revolution zeichnet, nach der die Farm von Mr. Jones befreit ist und alle Tiere frei und gleichberechtigt leben. Danach stirbt Old Major, doch seine Gedanken überleben. Ein paar Monate später findet die Revolution tatsächlich statt, alle Menschen werden von der Farm vertrieben und unter der Leitung der Schweine wird ein gänzlich neues System aufgebaut, das auf der neu gegründeten Ideologie des Animalismus gründet und alle Tiere gleichstellt. Doch nach und nach kristallisiert sich heraus, dass einige Tiere - konkret: die Schweine - viele Privilegien genießen und vielleicht doch nicht alle Tiere auf der selben Stufe stehen.

Meine Meinung
George Orwell's 'Farm der Tiere' gehört wohl zu den Büchern, die man ziemlich unbedingt lesen sollte. Wie ihr an der Ausgabe und am Teaser erkennt, habe ich mich an die (leicht gekürzte) englische Ausgabe gewagt, weshalb ihr mir verzeihen müsst, wenn ich ein paar Namen, die in deutschen Ausgaben übersetzt sind, nicht mit übersetze. Ist aber für den Kern der Handlung eigentlich irrelevant.
Die Geschichte an sich kommt ziemlich surreal und absurd daher. Die Tiere übernehmen nach einem Putsch eine Farm und vertreiben alle menschlichen Bewohner. Unter der Leitung der Schweine, die die klügsten Tiere sind und sich lesen und schreiben beigebracht haben, bauen sie eine eigene Gesellschaftsstruktur auf, führen die Farm und erledigen alle Arbeiten, die eben getan werden müssen. Gerade druch dieses absurde Bild erkennt man gleich, dass es sich hier nur um Metaphern beziehungsweise Allegorien handeln kann. Natürlich stehen die Tiere für Menschen, die sich angestachelt durch das Versprechen einer besseren Zukunft zusammentun und die sie unterdrückende Macht beseitigen. In der ultimativ darauf folgenden Zukunft muss ein neues Machtgefüge ausgehandelt werden, in dem sich jeder einen Platz in der Gesellschaft suchen muss. Hier übernehmen die Schweine von Anfang an die Leitungsfunktion, die Pferde und die Ziegen als auch noch recht intelligent, zunächst eine Unterstützungsfunktion und die Schafe sind die dumme Masse, die einfach nachrennt. Es gibt natürlich noch mehr Tiere, aber das alles im Einzelnen auseinanderzupflücken würde - obwohl es mir extrem viel Spaß machen würde - den Rahmen hier sprengen. Jedenfalls wird aus dem Funken, den Old Major angezündet hat, eine richige ideologische Bewegung mit Regeln, die fixiert und von allen befolgt werden, einer festen Arbeitsteilung und gemeinschaftsstiftenden Aktionen. Alles scheint gegen alle Widrigkeiten gut zu laufen, bis ein paar Schweine immer machtgeiler werden. Plötzlich werden die Regeln extrem gedehnt oder falsche Tatsachen verbal so geschickt verkauft, dass die anderen Tiere plötzlich eher den Worten der Schweine, als ihrem eigenen Gedächtnis glauben. Dieses kleine Substytem, das auf der Farm entsteht, ist natürlich sinnbildlich für ein totalitäres Regime, wie sie es in der Geschichte (und grade natürlich in der deutschen Geschichte) immer wieder gab.
Sehr deutlich wird die Manipulation derjenigen, die auf die Führungsqualitäten der 'Regierung' vertrauen müssen. Einfach mit Worten und der nachträglichen Veränderung der Geschichte - indem zum Beispiel die Geschichten und Legenden, die für die komplette Gemeinschaft motivierend und irgendwie identitätsstiftend sind, verändert und sogar komplett umgekehrt werden - kann die Masse fast schon spielerisch gelenkt werden. Um einen funktionierenden Gemeinschaftskörper zu bekommen, braucht es natürlich einer überblickenden Kraft. Wenn diese allerdings der Machtgier anheim fällt und nur noch persönliche Interessen verfolgt, dies allerdings mit der gegründeten Ideologie rechtfertigt, wird es schlecht. Dann heißt es nämlich schnell

All animals are equal.
But some animals are more equal.

 Die, die unnütz sind, oder Kritik äußern, werden gnadenlos eliminiert. Und am Ende weiß man gar nicht mehr, was der Unterschied ist zwischen den alten Unterdrückern und den neuen Unterdrückern.
Da ich das Buch auf Englisch gelesen habe, kann ich den Schreibstil nicht so analysieren, wie bei einem deutschen Buch und deshalb gibts hier nur meine Eindrücke, ohne fundierte Begründung. Man fühlt sich auf  jeden Fall sehr involviert und ist mittendrin in der Geschichte, bewahrt aber gleichzeitig eine gewisse Distanz. Man weiß natürlich, was die Schweine abziehen und ein gewisser ironischer Grundton verdeutlicht die kritische Einstellung des Autors zu dem Thema. Ansonsten gibt es nicht viele verschachtelte Satzkonstruktionen und auch das Vokabluar ist nicht allzu hochgestochen. Durch die sehr überschaubare Länge kann ich das Buch also für Englisch-Lese-Einsteiger nur empfehlen.
Somit entlasse ich euch endlich mal wieder mit 5 rosa Wölkchen und einem kleinen traurigen Auge, weil mir leider das Hintergrundwissen fehlt, um das Interpretationspotential dieses genialen Buches ausschöpfen zu können. Aber selbt wenn ich es hätte, könnte ich es hier doch nicht schreiben. Weil das ungefähr den Umfang einer Bachelor-Arbeit (das sind so ungefähr 30 - 40 Seiten ;) ) hätte :P

Kommentare:

  1. Hallo! :)

    Ich muss gestehen, dass ich Animal Farm noch nie gelesen habe und ich schäme mich ein wenig dafür. (Böse Miyann!)
    Ich denke, die Lektüre lohnt sich auf jeden Fall, besonders nach deiner begeisterten Rezension, auch wenn man den Inhalt ja durchaus schon vorher grob kennt.
    Wuuunschliste. (Echt, die ist seitdem ich angefangen habe zu bloggen so extrem gewachsen!)

    Viele Grüße
    Miyann

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  2. Liebe MeMel.
    Wie versprochen werde ich deinen Blog auf meinem vorstellen und deshalb habe ich ein paar Fragen an dich.
    1. Deine Lieblingsfarbe?
    2. Wer bist du?
    3. Wie würdest du dich selbst beschreiben?
    4. Welche Ideen und Wünsche hast du?
    5. Wieso bloggst du?
    6. Wie lange bloggst du schon?
    7. Was stellst du dir unter einem guten Blog vor?

    Vielen Dank jetzt schon mal, für deine Antworten.
    Deine Juana.

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