26.12.2012

# Rezensionen

[Rezi] Nina Blazon - Totenbraut

Erscheinungsjahr: 2009
Genre: Jugenbuch
Seitenzahl: 432



Teaser:
Die Öffnung war nur zwei Handbreit groß, und ich fragte mich, wie Vater das Gesicht des Reisenden in der Dunkelheit erkennen wollte, aber in diesem Augenblick erhellte ein Blitz den Himmel und sandte einen gleißenden Schein durch die Luke.




Handlung
Die Hütte, in der Jasna mit ihrem Vater und ihren Schwestern lebt, liegt ein wenig abseits des Dorfes und ist umgeben von den Feldern, die die kleine Familie bewirtschaftet, um zu überleben. Eigentlich besteht ein großer Teil ihres Einkommens darin, Reisende zu bewirten und zu beherbergen, aber seit eine gefürchtete Diebesbande in der Gegend ihr Unwesen treibt, kommen nur noch selten welche vorbei.
Eines Nachts klopft ein etwas merkwürdiger Mann an die Tür und bittet um ein Nachtlager. Im Gespräch mit ihm kristallisiert sich heraus, dass er außerdem eine Braut für seinen Sohn sucht und Jasnas geldgieriger Vater zeigt sich nicht abgeneigt, eine seiner Töchter diesem reich wirkenden Jovan als Schwiegertochter mitzugeben. Eigentlich soll es Bella sein, die wunderschön ist, aber in einer anderen Welt zu leben scheint. Jasna, die den Gedanken, ihre wehrlose Schwester in die Hände eines Unbekannten zu geben, nicht erträgt, lässt Bella vor Jovan als unzurechnungsfähige Irre erscheinen, sodass dieser sie nicht mehr als angemessen für seinen Sohn erachtet. Ganz im Gegensatz zu Jasna, die schon von Anfang an Jovans Aufmerksamkeit auf sich gezogen hatte. So wird kurzerhand sie an Jovan verkauft und muss sich auf den weiten Weg zu ihrem neuen Ehemann machen. Bald nach der Hochzeit fallen ihr immer mehr Merkwürdigkeiten in der Familie auf und sie versucht Stück für Stück dem gruseligen und beängstigenden Geheimniss, das die Familie umgibt, auf die Spur zu kommen.

Meine Meinung
Die Geschichte spielt in Serbien im Jahr 1731. Jasna wird gegen ihren Willen von Jovan zu seinem Gut in der Nähe des osmanischen Reichs gebracht und mit seinem Sohn Danilo verheiratet. Dieser ist von seiner neuen Ehefrau genauso wenig angetan wie sie von ihm und das zeigen sich die beiden auch gegenseitig. Trotz aller Wut, Trauer und Angst, versucht Jasna in ihrem neuen Leben Fuß zu fassen. Doch das erweist sich als fast unmöglich, das sie als Frau von Danilo Vucovic und somit Angehörige dieser Familie absolut unwillkommen in der Dorfgemeinschaft ist. Die abergläubigen Bewohneer sind davon überzeugt, dass böse Geister und ein Vampier auf dem Gut der Vucovics ihr Unwesen treiben und mit der verfluchten Familie will niemand etwas zu tun haben.
Da Jasna von ihrer neuen "Familie" nicht in die Geheimnisse eingeweiht wird, die drohende Gefahr aber spürt, versucht sie es auf eigene Faust zu ergründen. Bei ihren Nachforschungen behilflich sind ihr nur diejenigen, die ebenfalls keinen Platz un der Dorfgemeinschaft finden können, wie der Holzfäller Ducan, und ein paar Klatschweiber, die für den neusten Tratsch sogar mit dem Vampier persönlich Tee trinken würden.
Dieses Buch ist ohne Zweifel eins der genialsten, die ich dieses Jahr gelesen habe. Vielleicht sogar mein Jahreshighlight. Auf jeden Fall ist es extrem toll. Allein die Vermischung von typischen Elementen aus verschiedenen Genren machen es zu einem besonderen Leseerlebnis. Zuordnen würde ich es auf jeden Fall der historischen Sparte, aber auch und vor allem Fantasy-Fans kann ich dieses Buch nur wämrstens empfehlen. Es befasst sich mit der Entstehung des Aberglaubens an Vampiere, beziehungsweise einer möglichen wissenschaftlichen Erklärung dafür, ohne das faszinierende und mystische aus der Geschichte zu nehmen.
Die Charaktere sind wunderbar gestaltet; man hat nicht nur meherere Identifikationsfiguren - allen voran natürlich Jasna - sondern kann auch die Handlungen und Denkweisen einer jeden einzelnen Person nachvollziehen, weil sie jeweils schlüssig und individuell konzipiert sind. Klar wird auch ein wenig mit Stereotypen gearbeitet, aber nicht in einem störenden Maße. So hat man relativ schnelle in Bild von den wichtigen Personen, kann aber trotzdem noch von ihnen überrascht werden, nimmt ihnen aber jede Handlung ab.
Nina Blazons Schreibstil ist gewohnt flüssig und fesselnd. Sie schreibt leicht verständlich und kombiniert einfühlsame aber nicht kitschige Beschreibungen von Gefühlen, mit rasanten Handlungsverläufen und detalliertem Hintergrundwissen über die damalige Ereignisse und Mentalität in Serbien. Ich liebe es ja, wenn Bücher auf einer gut recherchierten Basis aufgebaut werden, und das ist bei diesem definitiv der Fall. So hat man nicht nur eine geniale Geschichte, sondern lernt auch ein bisschen was dazu.
Also zusammenfassend gesagt hat das Buch rundum alles, was ein gutes Buch haben muss: Spannung, Grusel, Geheimnis, liebenswerte Charaktere, ein super Setting und natürlich kommt auch die Liebe nicht zu kurz. Nicht nervig und kitschig, aber schon einen relativ großen Raum einnehmend. Von mir gibt es 5 rosa Wölkchen dafür.



1 Kommentar:

  1. Hey Mel,

    ich habe Totenbraut auch gerade gelesen und war total positiv überrascht. Irgendwie habe ich es immer unter 0815-Vampirbuch abgespeichert und das Lesen vor mir hergeschoben, aber nun bin ich froh, dass ich es mir doch mal vorgenommen habe.

    Ich werde zwar keine 5 Sterne vergeben, weil ich es jetzt auch nicht als gaaanz toll empfunden habe, aber ich fand es wirklich unterhaltsam und toll aufgebaut. Definitiv kein 0815-Vampirbuch. ;)

    Viele Grüße
    Miyann

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