04.01.2013

[Rezi] Sebastian Fitzek - Der Seelenbrecher

Erscheinungsjahr: 2008
Genre: Thriller
Seitenzahl: 360




Teaser:
Die Freude über den knapp gewonnen Wettlauf wich der Angst. Denn in dem Moment, als sich der Schlitz zwischen den beiden Aluminiumtüren vor seinen Augen mit Licht füllte, wurde ihm bewusst, dass er dem Seelenbrecher in wenigen Sekunden waffenlos gegenübertreten würde.



Handlung
Eine abgelegenen psychiatrischen Klinik in Berlin kurz vor Weihnachten. Noch sind nicht mehr Patienten als sonst anwesend, denn die Welle der Feiertagsdepressiven, die Weihnachten alleine verbringen müssen, wird erst in wenigen Tagen erwartet. Caspar dagegen kam schon vor ein paar Tagen in die Klinik. Wie oder warum weiß er genauswenig, wie seinen Namen oder seine Identität. Er leidet an Gedächtnisverlust; seinen hoffentlich temporären Namen hat er von den Klinikmitarbeitern bekommen.
Als er im Fernseher einer Mitpatientin zufällig einen Bericht über den sogannetn Seelenbrecher zu sehen bekommt, beginnt sich der Nebel um seine Vergangenheit langsam zu lichten, auch wenn Caspar mit den Bruchstücken der Erinnerung noch nicht viel anfangen kann.
Der Seelenbrecher ist ein von der Polizei gesuchter Serientäter, dem bisher drei Frauen zum Opfer gefallen sind. Äußerlich wurde allen dreien kein Haar gekrümmt, aber trotzdem wurde sie über die Schmerzgrenze hinaus gefoltert. Sie sind solchen psychischen Qualen ausgesetzt, dass ihre Seelen gebrochen und sie in ihren eigenen Köpfen eingesperrt sind, sodass niemand zu ihnen durchdringen kann.
Durch einen extrem starken Schneesturm wird die Klinik, die weit außerhalb Berlins liegt und in der kein Handynetz Empfang hat, völlig von der Außenwelt abgeschnitten. Aber voher wird noch ein Patient eingeliefert, welcher sich völlig wahnsinnig aufführt und der augenscheinlich die junge Ärztin Sophia Dorn der gleichen psychischen Folter aussetzt, die die ersten Opfer des Seelenbrechers erleiden mussten.
Und so beginnt eine wahre Horrornacht, ein Wettlauf um die Wahrheit und vor allem um Leben und Tod.

Meine Meinung
Schon nach der ersten Seite war ich mir sicher, dieses Buch nicht lesen zu können. Ich wollte es schon weglegen und nie nie wieder anrühren, weil es gleich mit einer wirklich grauenvollen Szene beginnt.
Aber es wegzulegen schien mir genauso unmöglich, wie weiterzulesen. Also habe ich den diplomatischen Mittelweg gewählt und eine Lesepause gemacht. Von ungefähr fünf Minuten. Dann musste ich das Buch einfach wieder aufschlagen, weil passiert ist, was bei guten Thrillern immer passiert: man verfällt der Sogwirkung der Worte und hört lieber mit dem atmen auf, als mit dem Lesen, weil man wissen muss, wie es weiter geht.
Es fällt mir wieder einmal schwer, etwas aussagekräftiges zu schreiben, ohne zu viel von dem Handlungsverlauf zu verraten und damit die Spannung wegzunehmen. Deshalb lasse ich die inhaltliche Zusammenfassung einfach unausgeführt so stehen und ergänze sie nur noch damit, dass es wie immer bei Büchern von Fitzek unvorhergesehene Wendungen und Überraschungen gibt. Ich liebe es, wenn man am Ende der Geschichte bemerkt, wie deutlich eigentlich alles auf der Hand liegt und man trotzdem die ganze Zeit falsch lag. Zumindest größtenteils. Denn das ein oder andere kann man auch vor der Auflösung ziemlich einfach erraten, muss aber trotzdem bis zum Ende mitfiebern, ob es auch wirklich stimmt.

Ein paar kleine Kritikpunkte habe ich zwar auch noch, aber die tun dem Ganzen nur einen minimalen Abbruch. Zum einen gibt es sehr viele Gewaltszenen. Und ich meine damit nicht Hau-drauf-Gewalt, sondern eine ganz verstörende Mischung aus psychischer und körperlicher Gewalt. In den Momenten, in der die körperliche Gewalt überwiegt, musste ich eine Lesepause einlegen, weil die Schilderungen und vor allem die absurde Art der Gewaltanwendungen zu viel für mich waren und mir das Ekel-/Grusel-/Panikgefühl keinen Spaß mehr gemacht hat. Das kam aber zum Glück nicht oft vor, weil die Folterszenen allgemein nicht so unglaublich breit beschrieben werden. Dankenswerterweise.

Wo wir grade beim Bedanken sind. Es gibt wirklich nicht viele Autoren, deren Danksagungen ich lese, aber die von Sebastian Fitzek sind es immer wieder wert. Die sind so originell und sympatisch, dass die Länge wirklich gerechtfertigt ist.

"Der Seelenbrecher" ist alles in allem ein wie immer gut recherchierter, spannender und kaum wegzulegender Thriller aus der Feser Herrn Fitzeks. 5 Wölkchen gibt's von mir dafür.


Kommentare:

  1. Eine Lesepause von fünf Minuten, darüber musste ich ja jetzt doch herzhaft lachen +g+ Ich finds schön, dass dir der Seelenbrecher auch so gut gefallen hat wie mir :) War mein erster Fitzek und hat mich richtiggehend angefixt.

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  2. Ich liebe seine Danksagungen auch ;) Momentan lese ich den Kurzgeschichtenband "P.S. Ich töte dich", welcher von S. Fitzek ins Leben gerufen wurde. Das Vorwort ist von ihm und wieder einmal großartig! Auch seine Facebook-Posts sind oft witzig und immer sympathisch.
    "Der Seelenbrecher" hatte mir aber nicht so gut gefallen. Ist schon länger her und daher weiß ich gar nicht mehr, warum eigentlich?! Am besten gefiel mir bislang "Splitter". Whoa... Der war toll :)

    LG,
    Enni

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