27.02.2013

# Rezensionen

[Rezi] Jill Smolinski - Die Wunschliste

Erscheinungsjahr: 2007
Originaltitel: The Next Thing On My List
Genre: Frauenroman
Seitenzahl: 408



Teaser:
Susan versprach, mit Chase und den Jungen zu kommen, um mich anzufeuern, und dann wandten wir uns dem Punkt auf der Liste zu, der mir wesentlich mehr Kopfzerbrechen bereitete: Nr. 7, Buddy Fitch zahlen lassen.



Handlung
Ein Laster verliert mitten bei der Fahrt seine Ladung. Und die kracht dann in das Auto, das gerade hinter dem Laster fährt. In dem Auto sitzen zwei Frauen: Melissa und June. June sitzt am Steuer, die beiden unterhalten sich nett und Melissa beugt sich grade zur Rückbank, um aus ihrer Tasche ein Rezept zu holen, das sie June geben möchte. Dann der Aufprall. Das Auto gerät außer Kontrolle, überschlägt sich, Melissa wird durch die Windschutzscheibe geschleudert und unter dem Auto begraben, während June in in ihrem Airbag mehr oder weniger bewegungsunfähig ist. June überlebt. Melissa nicht. Unter ihren persönlichen Dingen findet June, die sich wegen des Unfalls schuldig fühlt, eine Liste mit Dingen, die Melissa vor ihrem 25. Geburtstag noch erleben möchte. von 20 Vorsätzen sind gerade mal zwei abgehakt. Und spontan beschließt June, dass sie an Melissas Stelle die Liste abarbeiten wird.

Meine Meinung
"Die Badezimmerwaage wegwerfen", "Jemandes Leben verändern" oder "Einen 5-km-Lauf schaffen". Alles Dinge, die Melissa eigentliich tun wollte. Doch wegen eines tragischen Unfalls stirbt sie, bevor die Liste auch nur ansatzweise erfüllt werden konnte. Dabei hatte ihr Leben gerade eine wirklich tolle Wendung genommen. Ihr Leben lang war sie stark übergewichtig und hatte nun mit eiserner Disziplin 50 kg abgenommen. In ihrer Weight-Watchers-Gruppe haben June und sie sich auch kennengelernt. Und weil June von Gewissensbissen geplagt wird, weil sie den Unfall überlebt hat und Melissa nicht, setzt sie nun alles daran, für Melissa diese Liste abzuarbeiten. Und das ist es wirklich für June: Arbeit. Eigentlich gehört sie eher zu den passiven Menschen, die nie die Initiative für irgendwas ergreifen. Tief im Inneren unzufrieden mit ihrem Leben hofft sie, dass sie es auch ein bisschen umkrempeln kann, indem sie diese Liste durchgeht.
Wer eine locker vor sich hinplätschernde, genretypische Geschichte sucht, ist mit diesem Buch bestens bedient. Es wird gerade so tief in die Klischee-Kiste gegriffen, dass man sofort Handlung, Charaktere und die Entwicklung der Geschichte einordnen kann, aber nicht so sehr, dass komplett alles abgedroschen und langweilig daher kommt. Ab und an kommt auch mal eine überraschend witzige Stelle, sodass sich das Buch super zu einem entspannten, humorvollen Leseabend eignet.
Was passiert und wie alles ausgeht, ist eigentlich schon nach den ersten paar Kapiteln zu erahnen. Es gibt selten mehr als zwei Möglichkeiten, wie Autoren dieses Genres ihre Geschichten gestalten und die Herausforderung ist daher weniger die Abwechslung beim Plot selbst, sondern die Art und Weise wie er dargestellt wird. Hier findet diese Variation vor allem in der charakterlichen Entwicklung der Protagonistin statt, die der Leser gut verfolgen kann, weil sie sehr glaubhaft und anschaulich beschrieben wird. Die charakteristischen kleinen Fehler, mit denen sich wohl jedes weibliche Wesen dieser Welt identifizieren kann, machen June zu einer zwar typischen, aber trotzdem liebenswerten Hauptfigur, die mit ihrem Witz und ihrer zu Anfang leicht anti-sozialen Art besticht.
Eine kleine Liebesgeschichte darf natürlich bei allen Gewissensbissen auch nicht fehlen, genauso wenig wie das ein oder andere Drama, in das June durch die Liste rutscht. Insgesamt also eine runde Erzählung, die sich flüssig lesen lässt. Für Fans solcher Literatur denke ich, absolut passend, aber auch für alle, die sich einfach mal mit einer Geschichte treiben lassen wollen. Nette 3 Wölkchen gibts von mir.


1 Kommentar:

  1. Ich hatte das Buch mal in einem Sommerurlaub gelesen. Dafür war es genau das Richtige :)

    Viele Grüße,
    Enni

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