16.03.2013

# Rezensionen

[Rezi] Stephen King - Brennen muss Salem

Erscheinungsjahr: 1990 (Erstausgabe 1970)
Originaltitel: Salem's Lot
Genre: Horror
Seitenzahl: 374



Teaser:
Die Erde wieder wegschaufeln, das war es. Sie wegschaufeln, den Sarg mit der Schaufel aufbrechen und diese gräßlichen, starren Augen schließen. Mike hatte keinen Klebstoff, aber er hatte zwei Münzen in der Tasche. Silber. Ja, Silber war es, was der Junge brauchte.



Handlung
Jerusalem's Lot ist eine winzige Kleinstadt in den USA. Jeder kennt jeden, alles läuft seinen geregelten Gang und es passieren maximal zwei aufregende Dinge im Jahr. Dazu zählt ganz sicher die Ankunft des mehr oder weniger berühmten Schriftstellers Ben Mears, der einige Zeit seiner Kindheit in dem Städtchen verbracht hat und jetzt hier seinen neuen Roman schreiben will. Eingemietet hat er sich in einer kleinen Pension, obwohl er viel lieber das Marstenhaus gemietet hätte. Schon seit seiner Kindheit steht das Haus, das eine fruchtbare Geschichte hat, auf einem Hügel über der Stadt leer und eine geisterhafte Stimmung geht von ihm aus. Doch ausgerechnet kurz vor Ben hat sich noch ein Fremder in die Stadt verirrt und dieser hat das Haus zusammen mit seinem ominösen Geschäftspartner gekauft. Während dieser eine kühle Distanz zu den Bewohnern der Stadt aufrecht erhält, beginnt sich Ben in die Gesellschaft zu integrieren. Er verliebt sich in Susan Norton und ist immer hilfsbereit und zuvorkommend. Schnell bemerkt er, dass etwas schreckliches auf diesen Ort zukommt. Der kleine Ralphie Glick verschwindet spurlos, seine Leiche wird nie gefunden. Aber sein Bruder wird plötzlich immer blasser und kränker und stirbt eines Tages - ohne Anzeichen irgendwelche körperlicher Gebrechen. Und das ist nur der Anfang einer mysteriösen Todesserie, die bald zu einem unmöglich zu denkenden Schluss führt: Vampire in Salem's Lot!

Meine Meinung
Vor diesem Buch hatte ich mich mit Stephen King nicht wirklich beschäftig und wusste nur ganz allgemein, dass er gruselige und beängstigende Geschichten schreibt. Wie er diese Stimmungen erzeugt und welche Plots er verwendet, war mir bisher nicht bekannt. Wahrscheinlich habe ich deshalb auch nicht mit einer Vampirgeschichte gerechnet. Mittlerweile weiß ich, dass King sich gerne mit Übersinnlichem beschäftigt, aber irgendwie hatte ich mir einen ...realistischeren Roman erwartet. Vielleicht hat mich das ein bisschen auf dem falschen Fuß erwischt und seinen Teil dazu beigetragen, dass mich dieses Buch nicht richtig überzeugen konnte. Trotzdem vermittelt es einen guten Eindruck über die Arbeitsweise des Autors und hat auch mich teilweise ganz schön gegruselt.
Die Geschichte beginnt mit einer fast schon banalen Normalität in der Kleinstadt Jerusalem's Lot. Selbst bei der Erklärung zum Namensursprung der Stadt wird diese Banalität betont und beinahe schon überzeichnet; die Stadt ist nach einem Schwein benannt. Die ganz normalen Menschen in diesem verschlafenen Örtchen gehen ihrem ganz normalen Alltag nach. Dabei gibt es das typische Personal: die Klatschbase, die aufmüpfigen Teenager, die allgemeine Dorf-Mutti und nette Kleinfamilien. Diese Normalität wird nach und nach, erst ganz latent und dann immer offensichtlicher, von den übernatürlichen Geschehnissen infiltriert bis sie schließlich in ihrer Schlichtheit nicht mehr sicher, sondern regelrecht bedrohlich wirkt.
Obwohl ich diese Art des Spannungsaufbaus generell sehr gerne mag, fand ich es hier ein bisschen übertrieben, zu wirklich vielen Personen Name, Lebensgeschichte und Verwandtschaftsverhältnisse zu erfahren, die man eigentlich nie wieder gebraucht hat. Natürlich trägt das zur Stimmung bei, allerdings wäre die auch mit einer leichten Kürzung dieser Passagen noch wirkungsvoll gewesen, denn die Hauptcharaktere und ihre sehr anschaulich dargestellte wachsende Panik vor dem Unglaublichen holt den Leser schon ab.
Die Vampire sind in diesem Buch die traditionellen Gestalten, die kein Spiegelbild haben, die man mit Knoblauch, wilden Rosen und Kreuzen vertreiben kann und mit einem Pfahl durchs Herz erledigt. Sowieso ist die Geschichte stark an dem Klassiker 'Dracula' von Bram Stoker angelehnt, sozusagen eine Art Sampling beziehungsweise eine Adaption dieses Stoffes. Das Werk selbst findet auch immer wieder Erwähnung in der Geschichte. Die kleine Kämpfergruppe, die in Salem's Lot gegen die Vampiere agiert, ist zum Beispiel ähnlich zusammengesetzt wie die in Strokers Version - ein Arzt, der Vampir-Experte mit Durchblick - und das fällt den Charakteren selbst auf.
Der Schreibstil ist auf jeden Fall sehr fesselnd und baut, wie oben schon erwähnt, kontinuierlich den Grusel auf, der dann in einem großen Showdown gipfelt. Allerdings muss ich die Übersetzung meiner Ausgabe als großen Kritikpunkt anführen: sie ist voller Fehler und teilweise in einem super holprigen Deutsch. Wenn ich in einem Buch mehrmals "wurst" anstatt "warst" lese, kriege ich einfach zu viel.
Insgesamt vergebe ich für das Buch 3 Wölkchen: ganz nett, aber so richtig umgehauen hat es mich nicht. Die blutigen Szenen fand ich alle auch nicht zu eklig, sodass ich auf jeden Fall noch mehr King-Bücher lesen werde.


Kommentare:

  1. Na, das finde ich sehr gut, dass du dich noch an andere King- Romane heranwagst!!
    Versuchst du es gleich mit "Es" ;D?

    Ich dachte j auch zuerst, da geht es einfach "nur" um einen menschlichen Psychopathen, aber es gibt auch eine Science-Fiction-Seite an diesem Buch...

    Lg Clärchen :)

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    1. "Es" steht auf jeden Fall ganz oben auf meiner Liste :D Ich muss mal bei meinem Vater im Bücherregal schauen, was er so an Stephen King da stehen hat und dann geht's los :D
      King mischt anscheinend gerne ein bisschen Science-Fiction in seine Geschichten; hab ich jetzt schon öfter gelesen. Naja, ich werde berichten ;D

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  2. "Wenn ich in einem Buch mehrmals "wurst" anstatt "warst" lese, kriege ich einfach zu viel." LOOOOOL! :D

    geil.

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