28.04.2013

[Musik] Sonntagslieder #36

12:09 2 Comments
Nächste Woche kommen mich meine Eltern besuchen.
Aus diesem Grund befinde ich mich gerade in einer Großputzaktion. Und weil vor der endgültigen Besserung bekanntlich immer erst alles richtig schlimm werden muss (vgl. Genesungsverläufe von Pocken-Kranken), sieht es in meinem Zimmer und in der Küche und im Bad aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen. Die Devise lauetet: nur das vollkommene Chaos kann auch vollkommen beseitigt werden. Folglich habe ich heute noch viel zu tun. Aber Zeit, um euch meine Top-3-Lieder dieser Woche zu präsentieren, nehme ich mir natürlich gerne. Man nennt das auch Prokrastination ;)




Linkin Park - Irdescent
Kaum ein "alter" Fan mag dieses Album noch. Ich liebe es trotzdem. Und dieser Song ist meiner Meinung nach einer der stärksten.


Amy MacDonald - Slow It Down
Sie hat ja so eine seltsame Stimme - manchmal hör ich das so gerne :D Und wenn der Text auch noch grade zu meiner Tagesform passt, erst recht! :D


Ellie Goulding - Lights
Ein totaler Gute-Laune-Song und super zum Mitsingen :D


Ich schwinge jetzt wiederden Putzlappen und wünsche euch viel Spaß beim Hören und einen entspannten Sonntag!

24.04.2013

[Aktion] Brief in die Vergangenheit

16:13 12 Comments
Zu einer ganz tollen Aktion hat sich die liebe Sonja inspirieren lassen und ich konnte da natürlich nicht an mich halten und musste ebenfalls dringend mitmachen.
Worum es geht?
Wie die Überschrift schon sagt, soll ein Brief in die Vergangenheit geschrieben werden. Aber nicht in irgendeine Vergangenheit. Sondern in die eigene. Adressat ist das jüngere Selbst des Briefeschreibers. Genauer gesagt an das 16-jährige Selbst. In meinem Fall ist das doch schon ein Weilchen her - heutzutage geht es gefühlt mit 25 Jahren bergab, also kann ich mit meinen 22 Jahren Lebenserfahrung der 16-jährigen MelMel bestimmt einiges sagen.
Also, los geht's mit dem Brief von mir an mich:


Hey Kleine!

Ich weiß, diese Anrede kannst du überhaupt nicht leiden - abgesehen davon, dass du de facto alles andere als klein bist, hat es immer etwas Gönnerhaftes, wenn dich jemand so nennt. Woher ich weiß, dass du genau das denkst? Tjaha, ich kann in deinen Kopf gucken. Ganz echt. Denn ich bin du, nur ein bisschen älter, ein bisschen selbstständiger und deshalb vielleicht tatsächlich ein bisschen gönnerhaft.
Aber bevor du mich gleich total zum Kotzen findest (wie du es momentan bei so vielen Menschen tust), erzähle ich die lieber ein paar Sachen, die dich vielleicht aufmuntern werden. Wenn du es zulässt.
1. Dein diszipliniertes Training wird bald belohnt und du kannst einen fetten Pokal in dein Zimmer stellen. Aber nur kurz, denn dann schenkst du ihn der Person, die ihn wirklich verdient hat, weil sie dich gepusht und unterstützt hat, als du keinen anderen an dich herangelassen hast. Aber ein Foto von dem Pokal behälst du ;)
2. Alles wird gut. Das klingt lahm und abgedroschen und wir beide teilen die Abneigung gegenüber leeren Floskeln, aber es ist tatsächlich so. Dieses Gefühl der Leere, das du momentan mit verbissenem Training auszufüllen versuchst, lässt langsam aber sicher nach. Die Enttäuschung (das Wort kommt die wahrscheinlich viel zu schwach vor) sitzt noch eine Weile tief in dir drin, aber du lernst, damit umzugehen. Ein bisschen musst du noch durch den ganzen großen Mist durch, aber am Ende weißt du genau, welche Menschen ihren Platz in deinem Leben verdient haben und welche nicht. Auch wenn dieses Aussiebverfahren nicht freiwillig ist und das Ergebnis anders aussehen wird, als du dir im Moment wünschst, kannst du mir glauben, dass es langfristig auf jeden Fall lohnenswert ist, dich da durchzukämpfen.
Und bevor ich's vergesse: Iss was! Wenn sich Frustration, Wut und dein ganzer Kummer am besten durch viel viel Sport abreagieren lassen, ist das okay. Aber bei dem Pensum musst du eigentlich pausenlos am Essen sein, damit du nicht immer weiter abnimmst. Diese Predigt nervt dich, aber so geht das halt. Und wenn das vorlaute Mädchen aus deiner Klasse dir genau das sagt, hör ruhig auf sie. Ihr konntet euch von der 5. Klasse an zwar eigentlich überhaupt nicht leiden, aber sie macht sich Sorgen um dich und wird nach einer bekloppten, von der Polizei aufgelösten Party zu einer deiner besten Freundinnen. Finde dich am besten gleich damit ab, dass du sie nie wieder loswirst ;)
Sie wird dich auch ermuntern, Germanistik zu studieren. Seit der Grundschule stand das doch eigentlich fest, aber du hast dich von allem und jedem verunsichern lassen und nach dem Abi erstmal gar nichts studiert. Das war in diesem Falle gut, denn ein bisschen Arbeitsleben schnuppern schadet ja nie, aber allgemein kannst du ruhig ein bisschen mehr Selbstvertrauen haben. Nicht alles was du denkst, ist automatisch Blödsinn. Und die anderen sind auch nicht immer toll und schlau und cool. Die meisten tun nur so. Kein Grund, dich klein zu machen. Also lass dich von Lederjacken oder intelligent klingenden Fremdwörtern nicht gleich beeindrucken, denn gerade Spezialisten auf letzterem Gebiet habe ich mittlerlweile erfolgreich als Blender enttarnt :) Also chill. Oh ja, das Wort benutze ich mehrmals täglich, auch wenn du es hasst wie nichts sonst. Und Hiphop hör ich auch gerne. Ernsthaft. Also du hörst es später gerne. Aber das kommt ja aufs selbe raus ;)
Spätestens nach diesem Statement nimmst du mich sowieso nicht mehr ernst, also komme ich langsam mal zum Schluss. Lass mich dir noch sagen, dass man es nicht immer allen recht machen kann. Halt an den Menschen fest, die das gar nicht erst von dir erwarten, weil diese mit dir noch lange durch dick und dünn gehen werden, und vor allem weil du mit ihnen Spaß haben wirst. Du weißt genau, von welchen Menschen ich spreche, denn mit denen hast du jetzt schon Spaß. Sogar im Moment. Und das ist ein echt wertvolles Geschenk, also tu nicht immer so unsozial. Wenn du dich freust, zeig es ruhig. Nicht jeder nimmt das als Anlass, um dir einen reinzuwürgen. Und diese Leute auf jeden Fall schon mal gar nicht. Die nächsten Jahre geht's bergauf. Es gibt auch wieder ein paar Talfahrten, aber im Großen und Ganzen halten sie viele schöne Momente für dich bereit, auch wenn du dir das jetzt nur schwer vorstellen kannst.
Wahrscheinlich klinge ich wie eine verlebte Oma, die den Großteil ihres Lebens schon hinter sich hat. Das ist natürlich Quatsch. Es geht für mich auch weiter, nur weiß ich noch nicht, in welche Richtung. Du siehst, selbst dein 22-jähriges Ich plant sein Leben nur in Etappen und weiß immernoch nicht, wo es hingeht. Macht dir das Angst? Ja, tut es. Mir auch. Aber gleichzeitig ist es auch unheimlich aufregend, das musst du schon zugeben. Alles kann, nichts muss. Vielleicht schreibt uns unser 30-jähriges Ich von Marseille oder von den Bahamas aus. Und unser 50-jähriges Ich aus einem kleinen Dorf in Bayern. Oder umgekehrt. Oder ganz anders. Wir werden sehen. Lass uns einfach abwarten und Tee trinken. Tee magst du nicht? Geht mir auch so. Nehmen wir also Kakao und erwarten Post aus der Zukunft.

Alles Liebe
du... ich... naja, die Kleine halt ;)


Eigentlich würde ich das jetzt einfach ohne abschließende Worte so stehen lassen, aber ich muss noch was sagen :D Erstens: es war irgendwie bewegend, mich nach so langer Zeit wieder mit dem auseinanderzusetzten, was als 16-jährige mein Leben ausgemacht hat. Aber es hat auf jeden Fall Spaß gemacht, diesen Brief zu schreiben und weil ein bisschen Selbstreflexion ja nie schaden kann, man aber immer mal einen kleinen Anschubser braucht, ist diese Aktion perfekt dazu geeignet, mal ein bisschen in sie selbst einzutauchen (klingt das komisch?^^)
Jedenfalls: macht das auch! :D Ich hab lange überlegt, ob ich das hier wie bei einem Tag aufziehen soll, aber mich dann doch dagegen entschieden. Es gibt also keine Regeln an die man sich halten muss und es werden auch keine Fragen gestellt. Ihr setzt euch einfach hin und guckt, was am Ende rauskommt. Falls ihr also Lust habt, an der Aktion teilzunehmen, tut das ganz einfach. Und wenn ihr wollt, lasst mir den Link zu eurem Briefchen da :)
Damit das hier ein bisschen ins Rollen kommt, habe ich trotzdem eine kleine Liste an Leuten, die mit Sicherheit ganz tolle Briefe schreiben würden:
Miyann
Hannah
Mila
Steffi
Krys

Ich würde mich super freuen, wenn ihr mitmacht - und natürlich über jeden anderen auch. Also bloß keine falsche Scheu ;) Solltet ihr noch unter 16 oder gerade erst 16 sein, schreibt doch einfach an euer 13-jähriges Ich. Dem habt ihr doch bestimmt auch was zu sagen :D

22.04.2013

[Rezi] Bettina Belitz - Linna singt

21:29 2 Comments
Erscheinungsjahr: 2012
Genre: Jugendroman
Seitenzahl: 508



Teaser:
Jetzt gibt es nichts mehr, womit ich mich noch wärmen könnte, denn die einzige Erinnerung, die mich das Frieren für eine Weile vergessen lassen konnte, ist vergangen wie die Hitze eines langen Sommers in der ersten kalten Herbstnacht. Sie wird nicht wiederkehren.




Handlung
Linna hat die ehemaligen Bandmitglieder von "Linna singt" seit fünf Jahren nicht mehr gesehen. Zusammen mit Maggie, Jules, Simon und Falk war sie in ganz Speyer bekannt als die beste Schülerband weit und breit. Denn jeder von ihnen hat sein ganz persönliches Talent auf seine Weise in das musikalische Gesamtwerk einfließen lassen, sodass alle Lieder zu etwas ganz besonderem wurden, auch wenn die Band an sich "nur" gecovert hat. Doch dann hat Linna die Band aufgelöst. Urplötzlich und ohne Vorwarnung hat sie das zerstört, was lange Zeit der Lebensinhalt von ihr und fünf weiteren Menschen war. Sie hat den anderen keinen Grund dafür genannt und die anderen mussten gezwungenermaßen ihre Entscheidung aktzeptieren. Denn auf Linnas Stimme waren sie angewiesen. Nich umsonst hieß die Band "Linna singt"; eine nicht nur rein pragmatische Entscheidung, denn zu Anfangszeiten wechselte die Besetzung ständig und nur Linna blieb als Leadsängerin fest.

Und jetzt trommelt Maggie nach fünf Jahren ohne Kontakt die Mitglieder von "Linna singt" zusammen, weil ein letztes Konzert ansteht, an dem sie unbedingt auftreten will. Zum Proben fahren die 6 zuammen mit Tobi, einem ehemaligen Rowdie, in die Berge zur Hütte von Tobis Onkel, um dort zu proben. Linna hat eigentlich keine große Lust und mit dem Singen hat sie sowieso vollkommen aufgehört, aber trotzdem fährt sie mit. Zu groß ist die Neugier, weshalb Maggies Herz so sehr an dem Konzert hängt und warum sich die anderen so verändert haben. Und zu sehr nagt die Vergangenheit trotz allen Verdrängens an ihr.
Nach einem Schneesturm steckt das Grüppchen in der Hütte fest und es gibt kein Entkommen von dem zunächst latenten, doch dann immer brutaleren Psychospiel, das einer - oder alle - gegen Linna veranstalten.

Meine Meinung
Selten kommt es vor, dass ich für ein Buch eine Lesenachtschicht einlege, weil ich nicht aufhören kann zu lesen. Noch seltener kommt es vor, dass ich am Ende eines Buches weine - nicht, weil es so traurig oder bewegend ist (was in diesem Fall natürlich auch eine Rolle gespielt und zur Tränanflut beigetragen hat), sondern aus echtem Bedauern darüber, dass es vorbei ist und ich mich von den liebgewonnenen Personen verabschieden muss.
Beides zusammen kommt so gut wie nie vor. Aber dieses Buch hat es tatsächlich geschafft, mich so dermaßen in seinen Bann zu ziehen, dass ich mit den Gedanken eigentlich ständig bei der Geschichte war, selbst wenn ich grade gar nicht gelesen habe.

Allein Linna ist als Protagonistin so vielschichtig und fesselnd, dass es kaum auszuhalten ist. Am Anfang hat man als Leser noch keine Ahnung, warum sie die Band aufgelöst hat oder was der Grund bzw die Gründe für diese unterschwellige feindseelige Stimmung, die innerhalb der Gruppe herrscht, sind. Aber man spürt, dass tief vergraben des Rätsels Lösung liegt. Jeder einzelne der Bandmitglieder verbirgt irgendetwas und so schwelen die Konflikte schon am Anfang, weil niemand aufspringt und Klartext redet. Jeder möchte verstanden werden, aber keiner erklärt sich. Allen voran Linna, die wohl die Verschlossenste von allen ist. Von diesem Ausgangspunkt aus entwickelt sich die Geschichte und der Leser bekommt immer kleine Einblicke in die Lebenswelten der anderen und so lüften sich langsam die Geheimnisse. Allem voran steht natürlich die Frage, was Linna erlebt haben muss, damit sie nicht nur die Band auflöst, sondern auch das Singen komplett aufgibt.

Die Situation in der Hütte spitzt sich dramatisch zu, als morgens plötzlich Botschaften an die Wände geschmiert werden, die augenscheinlich zunächst die Funktion haben, Linnas Außenseiterposition noch weiter zu verstärken. Da wird zum Beispiel ihr kurzer Aufenthalt in einer Psychatire erwähnt und Linna steht vor den anderen mehr denn je wie eine Verrückte dar. Was in der Geschichte ganz deutlich wird, ist dabei allerdings die Tatsache, dass nicht nur die anderen Linna aktiv in diese Rolle drängen, sondern dass Linna sich dorthin drängen lässt. Ihr gelingt es nicht, aus ihren alten Handlungsmustern auszubrechen und verliert deshalb mehr und mehr an Glaubwürdigkeit. Sie kommt immer wieder in Sitautionen, in denen sie zu viel sagt, und umgekehrt sagt sie in manchen wichtigen Momenten zu wenig oder gar nichts. Die Verzweiflung, die sie mit sich herumträgt und die sie schon beim Singen früher zu überschwemmen drohte, wächst mit jedem Tag in dieser Hütte.
Doch auch die anderen haben ihr Päckchen zu tragen und gemeinsam geben sie - überspitzt ausgedrückt und höchstens ein bisschen lächerlich gemeint - einen ganzen Haufen Psychos ab, sodass die Geschichte unvorhersehbar und undurchdringlich ist.

Ganz besonders auffällig ist das allgegenwärtige Thema Musik. Nicht nur, dass diese gemeinsame Leidenschaft die Bandmitglieder immer auf eine gewisse Weise verbindet, transportiert Musik in diesem Roman - obwohl ein Buch eigentlich ja nicht ganz das Medium ist, mit dem Musik agiert - unheimlich viele Emotionen. Man kann mitfühlen, auch wenn man die genannten Titel gar nicht kennt, denn die Autorin vermag nicht nur die Landschaft detailiert zu beschreiben, sondern auch die Musik und ihre Wirkung auf das Innenleben ihres Personal.
Allgemein ist der Schreibstil so eindringlich, dass ich fast überwältigt worden wäre, gäbe es da nicht diese kleinen, zynischen Bemerkungen, die hin und wieder eingestreut sind und trotz allem Chaos und all dem Schmerz für ein paar Schmunzler sorgen.

Ach, ich bin einfach verliebt in dieses Buch. Obwohl es für mich normalerweise in absolutes No-Go ist, wenn die Figuren nicht miteinander kommunizieren und Dinge dadurch unnötig kompliziert machen. Aber dadurch, dass man sich mit dem Innenleben der Charaktere so intensiv auseinandersetzt, lernt man ihre Beweggründe vielleicht nicht verstehen, aber zumindest nachzuvollziehen und vor allem habe ich so mit Linna mitgefühlt, die einfach nicht rauskann aus ihrer Haut. Aber Hoffnung gibt es immer. Auch in dieser Geschichte.
Alles in allem kann ich ja nach dieser Lobeshymne eigentlich nur noch die allervollste Punktzahl vergeben. Folglich erhält dieses Buch von mir 5 rosa Wölkchen, Liebelingsbuchstatus und eine uneingeschränkte Leseempfehlung.


21.04.2013

[Musik] Sonntagslieder #35

11:43 3 Comments
Gestern wurde ich das Opfer eines heimtückischen Spinnenangriffs.
Endlich hatte ich mich dazu aufgerafft, die auf dem Balkon befindlichen Gartenmöbel zu säubern und den Balkon allgemein für den Sommer nutzbar zu machen, als mich eine rieisge Spinne in tödlicher Absicht ansprang. Ich bin in der Beziehung eigentlich nicht zimperlich und es ist keine Übertreibung, wenn ich sage, dass dieses Tier ungefähr so lang war wie meine Handfläche. Zum Glück nur halb so breit, aber das ist trotzdem wirklich wirklich groß. Offensichtlich habe ich ihre Wohnung zerstört, indem ich den Klapptisch von der Wand weggeholt habe und dabei eine ganze Siedlung an Spinnennetzen niedergerissen habe. So gesehen wurde die Spinne vielleicht eher Opfer eines heimtückischen Menschenangriffs.
Egal, wir haben beide überlegt, denn dankenswerterweise schlug die Spinne auf halbem Weg zu mir einen Haken und flüchtete vom Balkon. Glück gehabt. Also die Spinne. Und ich auch ;)
Für euch gibt's nach dieser Gruselgeschichte einen Ausschnitt aus meiner Balkonputzaktions-Motivationsplaylist.




Bosse - Schönste Zeit
Eigentlich steh ich nicht so auf diese Musik, aber als Kind der 90er holt mich der Text irgendwie ab :)


Coldplay - Clocks
Wer kennt dieses Lied nicht? Trotz seiner leichten Melancholie passt es meiner Meinung nach perfekt zum Frühling, weil es so schön unaufdringlich ist. Oder so :D


Michael Bubé - Beautiful Day
Der Typ ist ja so knuffig :D Und das Lied ist ein wahrer Gute-Laune-Song, zu dem es mir nicht im Traum einfallen würde mit einem Besen über den Balkon zu tanzen... quatsch ;D


Wie immer wünsche ich euch viel Spaß beim Hören und einen wunderschönen Sonntag Drückt mir die Daumen, dass die Spinne (ich nenne sie übrigens Helga) schon eine neue Wohnung gefunden hat und nicht wieder zu mir zurück kommt ;)

18.04.2013

[Gerede] Aus dem Leben einer Absolventin

18:15 5 Comments
Sehr verehrte Lesende,
(politisch korrekte Wendungen können, wie uns jüngst die Justiz eindrucksvoll demonstrierte, gar nicht überbewertet werden und finden daher in Zukunft auch hier ihren rechtmäßigen Platz. Die gender gap ist tot!)

eine arbeitssame und ereignisreiche Zeit ist für mich angebrochen. Von einer normalen, kleinen Studentin wurde ich nun offiziell und amtlich zur Absolventin befördert. 10 Wochen universitäre Veranstaltungen und 40 Seiten geballte, von mir verschriftlichte Wissenschaft trennen mich noch vom akademischen Titel (damit meine ich nicht, dass ich in 10 Wochen durch bin mit dem Wahnsinn. Da geht's erst richtig los ;) ). Aus diesem Grund könnte es hier in nächster Zeit ein wenig ruhiger werden, auch wenn ich natürlich versuche, in meiner Freizeit weiterhin schöne Bücher zu lesen, andere komische Dinge zu tun und dann darüber zu berichten.

Aber das soll jetzt auch gar nicht das Thema sein. Ich wollte eigentlich darauf hinaus, dass sich mir als offensichtlich versierter Geisteswissenschaftlerin natürlich die essentiellen Fragen des Lebens stellen. Und die kann ich meiner liebsten Leserschaft keinesfalls vorenthalten und präsentiere hier diverse Gedanken, die am heutigen Tag durch mein Hirn waberten:

Wieso klingen dumme Sachen so viel beeindruckender, wenn man sie in Fremdwörtern und komplizierten Sätzen ausdrückt?

Was habt ihr mit 10 Jahren gemacht und warum hörte ich heute im Bus zwei Mädchen in diesem Alter das Für und Wider verschiedener Arten zu sterben erörtern? Ist das normal? Man stelle sich vor, zwei kleine Schnuckis mit Zöpfen und rosa Röckchen haben folgendes Gespräch:
Schnucki 1: Würdest du lieber verbluten oder ertrinken?
Schnucki 2: Ertrinken.
Schnucki 1: Ich würde lieber verbluten. Guck mal, dann läuft alles aus dir raus, das ist doch viel besser.
Schnucki 2: Man kann ja auch beim Ertrinken verbluten.
Bitte WAS?! Mal abgesehen davon, dass beides tendenziell eher suboptimal ist - was ist das denn für eine Frage? Die tiefgründigsten Gespräche, die ich mit 10 Jahren geführt habe waren Diskussionen darüber, ob man Evoli lieber zu Aquana, Blitza oder Flamara entwickeln sollte. Die Jugend von heute...

A propos Jugend: Wie kann es sein, dass ich dreimal in der Woche zum Training gehe und mir dann eine Zerrung beim Schuhezubinden hole? Keine coole Sportverletzung. Nein. Eine Omma-Panne. Ich mache auch passende Omma-Geräusche dazu. Kein Hinsetzen oder Aufstehen ohne "Uuuuf"s und "Öööäää"s. Das verringert spürbar den Schmerz. Wirklich. Müsst ihr auch mal ausprobieren.

Und natürlich eins der größten Mysterien der modernen Welt: was ist genau der Unterschied zwischen einer bb-creme und einer getönten Tagescreme? Letzteres fand just Eingang in mein Kosmetik-Sortiment, damit ich von nun an einen "ebenmäßigen, strahlenden und natürlichen Teint" habe. Nun ja. Die natürliche Reaktion meines Gesichtes auf neue Produkte ist eine Explosion und die unmittelbar darauffolgende Errichtung eines Mehrfamilienhauses für eine Horde dicker Pickel. Aber da steht "ebenmäßig". Und ich glaub ja alles, was in rosafarbenen Buchstaben geschrieben ist, deshalb wird das Zeug gleich morgen ausprobiert.


Ich bin nunmal kein weiblicher Foucault, deshalb bitte ich die eventuelle Banalität dieses Textes zu entschuldigen. Aber das beschäftigt mich alles :D
Falls ihr ebenfalls wichtige Fragen ans Leben habt, stellt sie gerne in den Kommentaren. Vielleicht finden wir ja eine Antwort darauf ;D

15.04.2013

[Rezi] Jennifer McVeigh - Das Leuchten des Fieberbaums

23:02 1 Comments
Erscheinungsjahr: 2013
Originaltitel: The Fever Tree
Genre: Historischer Roman
Seitenzahl: 493



Teaser:
Frances hatte gehofft, ihre Reise nach Südafrika würde sich als Neuanfang erweisen, als Fluchtmöglichkeit vor der englischen Gesellschaft, für die sie nach dem Tod ihres Vaters eine Ausgestoßene war.




Handlung
Nach einem hefitgen Aktiensturz verliert Frances' Vater sein gesamtes Vermögen und lässt seine Tochter alleine vor einem Schuldenberg zurück. Wirklich etabliert war die kleine Familie in der gehobenen englischen Gesellschaft nie. Als eingewandertem Iren brachten die Menschen der High Society Frances' Vater immer Misstrauen entgegen und auch ihr erging es nicht viel besser. Die Verwandtschaft ihrer verstobenen Mutter akzeptierte sie zwar, doch wahrt immer eine gewisse Distanz. Nachdem sie mit dem Tod des Vaters nun zur Vollwaise geworden ist und sie in London niemand aufnehmen kann, soll sie zu ihrer Tante väterlicherseits nach Manchester ziehen, um dort als Kindermädchen für diese zu arbeiten. In ihrer Verzweiflung - die Tante ist mehr oder weniger ein unsympathischer Tyrann - nimmt sie die zweite Option wahr, die sich ihr bietet; Edwin, ihr Cousin macht ihr nämlich einen Heiratsantrag. Dieser praktiziert als Arzt in Afrika und so beginnt für Frances die lange Überfahrt mit dem Schiff. Sie liebt ihren Verlobten nicht und erliegt sie gleich dem selbstbewussten Chamre des William Westbrook, der im Gegensatz zu Edwin gut aussieht und steinreich ist.

Meine Meinung
Lange habe ich kein so vorhersehbares Buch mehr gelesen. Im Grunde kann man sich jeweils die ersten und die letzten fünf Kapitel durchlesen und sich dann den Rest der Geschichte ohne großen Aufwand selbst erschließen.
Stereotype Figuren und eher plumpe Metaphern und Bilder dominieren hier. Frances ist das verzogene, verwöhnte Kind der gehobenen Klasse. Nach einem fehlgeschlagenen Aktiengeschäft geht ihr Vater pleite, ihre restliche Familie verstößt sie und obwohl sie Edwin jämmerlich und widerwärtig findet, nimmt sie seinen Antrag an und reist ihm nach. Auf dem Schiff, dass sie nach Südafrika bringen soll, trifft sie dann auf Bekannte der englischen Gesellschaft und lernt so auch William kennen, der in den besten Kreisen verkehrt. Am Anfang kann man ihn noch nicht zu 100% einordnen, allerdings ändert sich das schnell. Meiner Meinung nach ist er von der Konzeption her eine der unglaubhaftesten Charaktere, die mir seit langem in einem Buch begegnet sind. Dargestellt wird er als Charmeur, der selbst aus armen Verhältnissen kommt aber durch das Wohlwollen seines reichen und einflussreichen Cousins die soziale Leiter heraufgeklettert ist. Er nimmt sich Frances an, wickelt sie um den Finger und kommt einem doch schon auf Grund seines zwielichtigen Freundes von Anfang an seltsam vor. Diese Merkwürdigkeit steigert sich dann im Laufe des Romans immer weiter und seine Handlungsweisen - scheinbar gegen Ende aufgelöst - sind und bleiben für mich nicht nachvollziehbar.
Edwin ist von Anfang bis Ende das komplette Gegenstück zu William - auch nach der radikalen Entwicklung von Frances Charakter/Weltbild/Einstellung - was auch immer. Es lebe die Schwarz-Weiß-Malerei!
Das einzige, was mir positiv aufgefallen ist, ist die durchaus als schonungslos zu bezeichnende Beschreibung der Lebensumstände in Südafrika. Die Arbeiter in den Diamantminen führten ein Leben in menschenunwürdigen Zuständen, hatten keine Rechte und wurden von den Minenbesitzern absolut ausgebeutet. Hier gibt es keine Beschönigung und einige Passagen sind relativ hefitg zu lesen. Die Verflechtungen mit der Politik durch die Reichweite des Einflusses der reichen Minenbetreiber sind anschaulich und dadurch ziemlich erschütternd dargestellt, sodass immerhin Edwins Lage und seine Handlungsweisen nachvollziehbar illustriert sind.
Ansonsten konnte mich auch der Schreibstil nicht wirklich begeistern. Ganz nett an sich und für leichte Lektüre absolut geeignet. Aber eben nichts besonderes. So gibts mit einigem Wohlwollen noch 2 Wölkchen.






Mein Dank für dieses Rezensionsexemplar geht an vorablesen.de und den ullstein-Verlag.

14.04.2013

[Musik] Sonntagslieder # 34

13:05 5 Comments
Schon wieder ist eine Woche vorbei und aus mir kleinem Puddingstückchen ist nach 6 Wochen Sportabstinenz nun ein wandelnder Schmerz geworden. Aber hauptsache gleich wieder voll ins Training eingestiegen.
Und hier gibt es jetzt 3 super Motivations-Songs:




Wyclief Jean feat. Claudette Ortiz - Dance Like This
Das Original des bekannteren Shakira-Covers. Der Film Dirty Dancing 2 aus dem der Song stammt, läuft übrigens heute auf Pro 7. Und ich werde ihn auf jeeeeeeden Fall gucken ;D


Pink - Are We All We Are
Ich liebe ihr neues Album :)


The Passenger - Let Her Go
Ein schönes Cool-Down-Lied. Und mein momentander Lieblingssong.


Heute gibt's bei mir wegen Bewegungsunfähigkeit mal keinen Sport. Trotzdem höre ich die Lieder meiner Trainings-Playlist gern und wünsche euch ebenfalls viel Spaß

11.04.2013

[Challenge] Tatsächlich mal ein Fortschritt!

21:31 2 Comments
Angesichts der Semesterferien im März ist es nicht verwunderlich, dass ich endlich einmal Zeit und Muse hatte, einige Challenge-Aufgaben abzuarbeiten.
Deshalb hat dieser Post unglaublicherweise auch einmal Inhalt. Man glaubt es kaum! :D


Für die Regenbogen-Challenge auf Kastanies Bücher Blog habe ich das Märzbuch und mittlerweile sogar schon das April-Buch erfolgreich beendet.Somit sind die Farben Bunt und Gelb erledigt. Folgende Bücher habe ich dafür gelesen:
Sarah Dessen - Someone like you
Ein relativ buntes Cover (buntere hab ich nicht :D ) mit einer wunderschönen Geschichte dahinter. Mein zweites Buch dieser Autorin und ich muss sagen, dass sie einfach in einem für jugendliche perfekten Ton schreibt. Da erkenn ich mich rückblickend immer genau wieder :)


Khaled Hosseini - Tausend strahlende Sonnen
Eindeutig als gelb zu erkennen ist das Cover dieses Buches. Eine berührende Geschichte über Freiheit, innere Stärke, die Schrecken des Krieges und Unterdrückung.




Richtig reingehauen habe ich im März für die 'Oldie but Goldie'-Challenge von der lieben Kaugummiqueen. Im ersten Monat hab ich absolut nichts dafür gelesen und jetzt ganze drei Bücher. Irgendwie hatte ich da 'nen Lauf. Jetzt fehlt nur noch eins, um die Challenge erfolgreich zu beschließen. Diesmal waren dran:

William Shakespeare - MacBeth
Dieses Buch stand schon lange auf meiner To-Read-Liste und weil es nur sehr wenige Seiten hat, ist es trotz der eher schweren Kost ziemlich gut geeignet, um mal dazwischengeschoben zu werden. Es geht darin um einen eigentlich ehrenwerten Mann, der von Machtgier geleitet wird und sich immer schlimmerer Taten schuldig macht. Gleichzeitig wird er von seinem Gewissen verfolgt. Eine spannende Geschichte vom guten William!


Stephen King - Brennen muss Salem
Mein erste King hat mich zwar nicht komplett aus den Socken gehauen, aber die Geschichte war ja im Prinzip auch 'nur' eine Adaption des bekannten Dracula-Stoffes von Stroker. Nichts desto trotz werde ich bestimmt noch weitere Bücher dieses Autoren lesen, sobald mir wieder der Sinn nach Grusel steht :)



G. E. Lessing - Emilia Galotti
Noch ein Klassiker, der in meinem Repertoire nicht fehlen darf. Passenderweise belege ich dieses Semester eine Vorlesung, in der zu einem kleinen Teil auch Schiller behandelt wird, sodasss ich mit der Kenntniss von immerhin einem Werk dieses Autoren jetzt nicht völlig unwissend bin :) Auch wenn Emilia keine wirklich sympathische Protagonistin ist, war die Gegenüberstellung der Wert- und Moralkonzepte von Adel und Bürgertum im ausgehenden 18. Jahrhundert in diesem Drama sehr interessant :D



Und zum Abschluss noch ein Fortschritt in eigener Sache. Wie vielleicht einige wissen, verfolge ich nun schon im zweiten Jahr eine ganz eigene Vorsatz-Liste. Zwecks Realisierbarkeit ist die diesjährige im Vergleich zu ihrem Vorgänger ein wenig geschrumpft und ich habe noch nicht wirklich konsequent die Punkte abgehakt, aber das kommt noch. Eine Sache ist auf jeden Fall erledigt, und zwar das Einparken. Yeahi! :D

Fertig! :D War doch schon einiges. Immer aktuell seid ihr mit einem Blick auf diese Seite - falls es jemanden interessiert ;)

10.04.2013

[TAG] Die Top 3

16:17 5 Comments
Heute kommt mal wieder ein kleiner Zwischenpost mit einem TAG, zu dem die liebe Patricia mich eingeladen hat. Viele andere Blogs haben bei diesem TAG schon mitgemacht und ich habe mir sehr gerne alle Antworten durchgelesen. Dabei habe ich immer überlegt, welche Antworten ich wohl geben würde, denn ein kleines Problem für mich ist, dass es bei zwei der Top 3... um Filme geht. Nicht ganz mein Metier, aber ich gebe mein Bestes bei der Beantwortung der Fragen :D






 1. Top 3... der faszinierendsten Gegenspieler
  • Bob Gray aus Der Menschenmacher von Cody McFadyen. Auch wenn sich am Ende des Buches sein Charakter erklärt, war er für mich im Verlauf der Geschichte wirklich faszinierend (wenn auch nicht im positivien Sinn). So viele Psychosen, die sich in Gewalthandlungen entladen, gepaart mit anti-religiösem Fanatismus... wirklich eine richtig kranke Mischung.
  • Phoebus aus Der Glöckner von Notre Dame von Victor Hugo. Arroganz zieht mich (leider) immer ein bisschen an. Und auch, wenn er sich als rückratloser Dreckskerl erweist, kann ich verstehen, warum sich Esmeralda von seinem Glanz hat blenden lassen. 
  • Lady Mar aus Faunblut von Nina Blazon. Wie vielschichtig diese Gegenspielerin ist, erfährt man vor allem in Ascheherz, aber auch schon in Faunblut ist sie eine geheimnisvolle Gestalt, von der man ahnt, dass sie nicht duch und durch böse sein kann.

2. Top 3... der Nebencharaktere, die sympathischer sind als die Protagonisten (oder einfach allgemein sympathisch)
  •  Marv aus Der Joker von Markus Zusak. Ein richtiger Großkotz, aber er bringt Schwung in die Bude :D
  • Jane aus Stolz und Vorurteil von Jane Austen. Auch wenn sie mir oft mit ihrer zurückhaltenden und demütigen Art auf die Nerven geht, ist sie doch eine verständnisvolle und liebenswerte Person in dem Buch.
  • Sirius Black aus Harry Potter von Joanne K. Rowling. Mein allzeit-Lieblingscharakter aus dieser Buch-Reihe. Ich liebe ihn. Er ist trotz seiner Familie (oder vielleicht gerade wegen diese Familie) nicht in dem Machtrausch rund um Voldemort verfallen, sondern riskiert im Gegenteil alles was er hat, um gegen ihn zu kämpfen. Außerdem ist er sarkastisch und irgendwie verbittert und einfach toll :D

3. Top 3... der Bücher mit toller Idee und furchtbarer Umsetzung
  • Meridian. Dunkle Umarmung von Amber Kizer. Eigentlich fand ich die Story der Fenestra ganz nett, aber die Inszenierung war einfach nur klischeebehaftet und kitschig. Deshlab habe ich den restlichen Teilen der Reihe auch keine Chance mehr gegeben.
  • Der fünfte Berg von Paulo Coelho. Was ich von diesem Autoren halten soll, weiß ich nicht. Dieses Buch auf jeden Fall war extrem religiös - was ja nicht zwingend etwas schlechtes ist, aber in diesem Fall total langweilig, weil es sich nur auf olle Kamellen beschränkt hat.
  • Unverstanden von Karin Slaughter. Das Konzept eines nur 160 Seiten langen Thrillers finde ich ziemlich genial. Grade in diesem Genre geht es oft ja so rasant zu und Spannung und Psychotricks auf so wenigen Seiten auf- und auszubauen ist schon toll. Das hat die Autorin auch geschafft, allerdings konnte ich mich trotzdem kein bisschen mit der Geschichte identifizieren und hatte keinen wirklich Zugang zu den Charakteren.

4. Top 3... der besten Film-Soundtracks
  •  Der allertollste Soundtrack für mich ist der von Fluch der Karibik. Wer kennt ihn nicht? :D
  • Auch wirklich toll finde ich den Soundtrack zu Die fabelhafte Welt der Amélie. So schön :)
  • Und last but not least finde ich den Soundtrack zu Rocky auch richtig cool. Ich mag Belchgeblase eigentlich ja nicht so, aber da passt es irgendwie :D

5. Top 3... der vorhersehbarsten Bücher
  • Bis zum letzten Tag von Nicholas Sparks. Das einzige Buch von diesem Autor, das ich gelesen habe. Und es war absolut schrecklich in seiner Vorhersehbarkeit. Wirklich. Hübsche Singlefrau, die von ihrer Wirkung auf Männer nichts weiß, zieht neben gutaussehenden, sportlichen Tierarzt ein. Ihre Hunde verknallen sich und so finden die beiden zueinander. Herzallerliebst. Nicht.
  • Dezembersturm von Iny Lorenz. Nicht nur, dass viele historische Fakten nicht gestimmt haben, war die Story auch noch alles andere als innovativ, spannend oder abwechslungsreich.
  • Das verbotene Eden. David und Juna von Thomas Thiemeyer. Diese Buch fand ich (im Gegensatz zu den anderen beiden) nicht schlimm, sondern sehr schön zu lesen. Trotzdem gab es keine wirklichen Überraschungen.

6. Top 3... der nervigsten Schauspieler
  • Charlie Sheen. Dieses Drogenopfer geht mir mit seinem aufgeplusterten Ego sowas von auf den Keks.
  • Til Schweiger. Warum hat dieser Mensch eigentlich so einen Erfolg? Seine Stimme ist furchtbar, seine Schauspielerei vielleicht noch ganz nett, aber zumindest bei seinen eigenen Produktionen macht er immer nur das selbe - selber Plot, selbe Rolle - wo bleibt da bitte die Wandelbarkeit?
  • Keira Knightley verschandelt immer alle Klassiker-Verfilmungen, ist viel zu dürr und außerdem geht mir ihre Mimik total auf die Nerven.

7. Top 3... der Webseiten, die du am häufigsten besuchst
  • Facebook - das ist immer mein erster Klick, wenn der Rechner hochgefahren wird. Immer :D
  • Blogger - logischerweise.
  • Youtube - eine der besten Erfindungen des Internets :D


Das war also mein Top 3 - Gelaber. Natürlich gibt es bei fast allen Punkten noch viel mehr aufzuzählen, aber ich hab jetzt mal nach Tagesform entschieden.
Taggen werde ich diesmal keinen, aber natürlich darf sich jeder den Tag mitnehmen, der Lust darauf hat :)

07.04.2013

[Musik] Sonntagslieder # 33

10:00 3 Comments
Wenn dieser Post hier online geht, sitze ich gerade frisch im Zug und habe mich wahrscheinlich schon häuslich eingerichtet, um die nächsten 5 Stunden dort zu verbirngen. Für mich geht es nämlich wieder Richtung Universität. Auf zum letzten Bachelor-Semester!
Vor drei Jahren war ich ja immer der Meinung, dass man weiser wird, je höher die Anzahl der absolvierten Semester ist. Und Absolventen müssen ja sowieso total weise sein, denn sie sind schließlich Absolventen. Ha! Davon merke ich nach fünf Semestern Studium zwar immernoch nichts, aber vielleicht wird man ja auch nur unterbewusst weise ;D
Jedenfalls hier ein kleiner Ausschnitt aus meiner soeben erstellten Zugfahrt-Playlist:



The Baseballs - Bitch
Ich lieeeebe einfach diese Versionen vieler Lieder. Und dieser Song gehört dabei definitiv zu meinen Favoriten :D


Bruno Mars - When I Was Your Man
Wieder ein wunderschönes Lied vom lieben Bruno :) Das höre ich grade rauf und runter.


Berlin Mitte - Battlefield
Am Dienstag läuft der Film zum Song irgendwo im TV. Die 16-jährige in meinem Herzen liebt sowohl Film als auch Song ;D


Et voilà. Ich grüße euch aus dem Zug, wünsche ganz viel Spaß beim Hören und einen schönen Sonntag

06.04.2013

[Rezi] Khaled Hosseini - Tausend strahlende Sonnen

07:00 3 Comments
Erscheinungsjahr: 2009
Originaltitel: A Thousand Splendid Suns
Genre: Roman
Seitenzahl: 381


Teaser:
Ihr ist klar, dass unzählig viele afghanische Biografien von Verlust und Trauer gekennzeichnet sind. Und doch schaffen es diese Menschen weiterzumachen. Laila denkt an ihr eigenes Leben, an das, was ihr widerfahren ist, und staunt darüber, immernoch am Leben zu sein, hier im Taxi zu sitzen und der Geschichte dieses Mannes zuzuhören.



Handlung
Mariam kommt 1959 als uneheliches Kind einer Hausangestellten in Herat, einer Stadt in Afghanistan, zur Welt. Sie und ihre Mutter werden verstoßen und müssen außerhalb der Stadt in einer winzigen Hütte, einer kolba, leben, damit der reiche Vater seine Ehre wahren kann. Als Mariam 15 Jahre alt ist, erhängt sich ihre Mutter und sie wird von der Familie ihres Vaters mit einem Mann verheiratet, der 30 Jahre älter ist als sie. Mit diesem zieht sie nach Kabul und ist damit auch räumlich vom Leben ihres Vaters so ausgeschlossen, wie sie es emotional schon immer war.
Es scheint so, als hätte es Mariam mit Raschid gar nicht so schlecht getroffen. Jedenfalls, wenn man seine Ansprüche sehr weit unten ansetzt. Aber immerhin ist sie in der fremden Stadt nicht mehr die wertlose, uneheliche Tochter eines reichen Mannes, sondern die respektierte, wenn auch scheue Ehefrau eines ehrenwerten Arbeiters. Doch die Tatsache, dass sie anscheinend keine Kinder mehr bekommen kann, frustriert ihren Mann so sehr, dass er ihren Anblick irgendwann kaum noch ertragen kann.
Nach 20 unglücklichen Ehejahren rettet Raschid das Nachbarsmädchen Laila aus den Trümmern ihres Elternhauses. Krieg herrscht in Afghanistan und auch Kabul bleibt davon nicht verschont. Laila wird Raschids Zweitfrau und ihr steht ein ähnlich entbehrungsreiches Leben bevor wie Mariam. Durch ihre gegenseitige Unterstützung versuchen die beiden, ihr Leben so gut es geht zu meistern.

Meine Meinung
Dieses Buch versetzt den Leser mitten hinein in eine ganz andere Welt. Es erzählt die Geschichte von zwei Frauen, deren Lebensläufe durch gemeinsam ertragene Qualen und gemeinsam erlebte, kleine Momente der Freude miteinander verknüpft werden und die in einer Gesellschaft, in der Frauen keine Rechte haben und kaum etwas wert sind, trotzdem ihre Würde und ihre Stärke bewahren.

Das Buch besteht aus 4 Teilen. Teil 1 und 2 führen jeweils Mariam und dann Laila ein. Beide wachsen unter vollkommen verschiedenen Umständne auf. Mariam lernt schon früh, dass sie keinen Respekt zu erwarten hat, dass sie immer an allem Schuld trägt und nichts wert ist. Als uneheliches Kind wird sie von ihrem Vater zwar enmal pro Woche besucht, doch in der Öffentlichkeit will er nicht mit ihr gesehen werden. Als ihre Mutter stirbt und ihre Welt zusammenbricht, kennt man sie und ihre Vergangenheit so gut, dass all ihre Handlungen im Verlauf der Geschichte nachvollziehbar sind. Laila dagegen ist die jüngste Tochter eines liberal eingestellten Lehrers und seiner Frau. Obwohl sie viel jünger ist als Mariam, ist sie dank ihrer Schulausbildung schon früher erwachsener und nicht so naiv. Ihr Vater hat für Laila eine berufliche Karriere geplant; er möchte, dass sie studiert, arbeitet und nicht als Ehefrau versauert, wie so viele andere Frauen in ihrem Land. Doch der Krieg zerstört diese Hoffnung und Laila findet sich als Zweitfrau von Raschid wieder.
Ich muss zugeben, dass ich über Afghanistan und die die Hintergründe des Bürgerkriegs dort eigentlich überhaupt nichts weiß. Die Geschichte dieses Landes ist mir fast völligt fremd. Dieses Buch hat mir einiges darüber näher gebracht. Vor dem Hintergrund tatsächlich stattgefundener Kriege nimmt der Autor aus der Masse der Opfer zwei Einzelschicksale heraus und verdeutlicht daran, welche schrecklichen Verluste diese Menschen ertragen mussten und immernoch müssen. Es kristallisiert sich die Maxime heraus, die mittlerweile eigentlich wirklich jedem noch so blindem Menschen klar sein müsste: Frieden erreicht man niemals, indem man Krieg führt.

Dieses Paradox zieht sich durch das ganze Buch und doch bleibt den Personen darin nichts anderes übrig, als daran zu glauben, dass nach den Kämpfen der Frieden kommt. Hoffnung ist das einzige, was sie noch haben.
Der Einblick in die Lebenswirklichkeit der Menschen - ich unterstelle dem Autoren jetzt einfach Mal gute Arbeit; auch wenn die Geschichte natürlich fikitv ist, gibt es sicher viele Menschen, die ein ähnliches Schicksal hatten wie die Personen im Buch - hat mich sehr beeindruckt. Für die Rezipienten der Berichterstattung hier im Westen sind die Taliban spätestens sei 9/11 das Feindbild schlechthin. Doch für die Menschen direkt in Afghanistan sind sie noch viel schlimmer. Unterdrückung und Gewalt stehen selbst bei "ihren eigenen" Leuten an der Tagesordnung.
Trotz aller Verluste ist es kein komplett düsterer Roman. Es gibt immer wieder kleine Momente der Hoffnung, die, wegen ihrer Seltenheit, noch viel wertvoller sind.

Doch trotz allen Lobes muss ich sagen, dass mich der Schreibstil nicht zu 100% packen konnte. Es war eine für mich irritierende Mischung aus distanzierter Beschreibung und emotionaler Innensicht. Den Einstieg habe ich relativ schwer gefunden, obwohl mich die Erzählung nie gelangweilt hat. Deshalb gibt es ein bisschen Punktabzug. Trotzdem ein tolles Buch, das unbedingt lesenswert ist.


05.04.2013

[Let's rock 2013] Einparken... like a lady

15:05 1 Comments
Wie dem geneigten Leser mittlerweise bekannt sein dürfte, lautet mein Lebensmotto "Besser spät als nie". Ganz unter diesem Leistsatz steht auch die Verfolgung meiner auf dieser Liste (ganz unten ;) )einzusehenden Vorsätze für das Jahr 2013.
Dennoch kann ich nun mit Stolz verkünden, dass der erste Punkt der Liste abgehakt werden konnte. Und dann auch noch der, vor dessen Realisierung mir mit am meisten graute und der unter anderem dazu führte, dass meine Vorsatzliste von letztem Jahr nicht vollständig erledigt werden konnte. Damals stand dieser Punkt nämlich auch schon drauf.
Natürlich geht es um das leidige Einparken. Man sollte nicht fü möglich halten, dass das meine Königsdisziplin in der Fahrschule war. Glaubt mir auch kein Mensch. Nur mein Fahrlehrer und ich (und der Fahrprüfer! Der hat es auch bemerkt! In der Prüfung!) waren Zeugen dieses Wunders; ich, total entspannt, das Auto rückwärts in alle noch so winzigen Lücken reindirigierend. Damit war es aus mir nicht nachvollziehbaren Gründen vorbei, als ich plötzlich am Steuer der Familienkutsche saß. Zweifel, Panik und klaustrophobische Anwandlungen dominierten seit dem mein Parkverhalten.
Doch diese Woche habe ich es geschafft. Nach eingehender, selbst durchgeführter Konfrontationstheraphie ist es mir gelungen, in zwei Zügen und ohne in Panik auszubrechen rückwärts einzuparken. Mit der Familienkutsche. Und mit dem Schwesterlein als Zeugin. Sieg!

Damit wäre also der Punkt "ordentlich rückwärts einparken" abgehakt. Sehr gut :D Für mich habe ich den Punkt jetzt insofern erweitert, dass ich möglichst immer rückwärts einparken werde und nicht mehr vorwärts. Auch wenn das gemütlicher wäre. Sonst verfliegt diese wieder erweckte Fähigkeit schnell wieder :D


Noch kurz am Rande
Weil ich finde, ein gesonderter Post zu Folgendem es sieht ein bisschen geltungssüchtig aus, integriere ich das Thema einfach geschickt in diesen Post hier. Denn ein paar Worte muss ich darüber schon verlieren. Vorgestern war es nämlich soweit: die 100-Lesermarke bei GFC wurde geknackt! :D Yeahi! :D :D
Eigentlich achte ich nicht auf die Leserzahlen, denn ich bin überglücklich, das überhaupt jemand hier mitliest. Aber die 100 ist so eine magische Grenze, die fällt sogar mir auf.
Also möchte ich die Gelegenheit ergreifen und mich hiermit bei allen meinen lieben Lesern (egal ob über GFC, Bloglovin', Blogconnect oder einfach so) von ganzem Herzen bedanken. Respekt dafür, dass ihr euch das Geschreibsel hier freiwillig antut und Danke für eure lieben Kommentare, Klicks und für eure Existenz ;)

02.04.2013

Leserückblick März 2013

13:13 1 Comments
April April!
Endlich hat meine Lieblingszeit des Jahres begonnen: April und Mai sind für mich die tollsten Monate. Das Licht der Sonne ist - ohne, dass ich es genauer beschreiben kann - am angenehmsten, die Temperaturen steigen langsam (hoffentlich!), es wird überall bunt und die Stimmung ist einfach allgemein viel positiver! :D
Aber wir reden jetzt hier nicht über den April, sondern werfen noch einen letzten und abschließenden Blick un den März. Nämlich in Form meiner Lesestatistik für diesen Monat. Voilà:


Gelesen
Rob Stevensen - Das Amulett des Kartenmachers
Wiliam Shakespeare - MacBeth (*Rezi*)
Sarah Dessen - Someone like you (*Rezi*)
Stephen King - Brennen muss Salem (*Rezi*)
Nina Blazon - Ascheherz (*Rezi*)
G. E. Lessing - Emilia Galotti (*Rezi*)
Cody McFadyen - Der Menschenmacher (*Rezi*)

In Seiten
2302

Durchschnittsbewertung
3,4 Wölkchen

Highlight des Monats
Ganz eindeutig Der Menschenmacher von Cody McFadyen. Das habe ich immernoch nicht fertig verarbeitet ;D

Enttäuschung des Monats
So richtig enttäuscht hat mich eigentlich kein Buch. Das Amulett des Kartenmachers von Rob Stevensen hat mich nicht so wirklich überzeugt, aber das liegt wohl eher daran, dass ich einfach altersmäßig überhaupt nicht mehr zur Zielgruppe gehöre. Für Kinder ist das Buch, soweit ich das beurteilen kann, auf jeden Fall geeignet.

In Bildern


Der März war für mich auf jeden Fall ein guter Lesemonat. Übrigens ging die 100. Rezension online. Jubel! :D
Die geschaffte Seitenzahl liegt definitiv über meinem Durchschnitt und ich hatte ein glückliches Händchen bei der Buchauswahl. Im April geht das hoffentlich ao weiter. Und vielleicht kann man schon bald wieder draußen in der Sonne liegen und lesen :)

01.04.2013

[Rezi] G. E. Lessing - Emilia Galotti

14:55 1 Comments
Erscheinungsjahr: 2001 (Erstausgabe: 1772)
Genre: Drama
Seitenzahl: 87



Teaser:
Gleichgültigkeit an die Stelle der Liebe? - Das heißt Nichts an die Stelle von Etwas. Dann lernen sie, nachplauderndes Hofmännchen, lernen sie von einem Weibe, dass Gleichgültigkeit ein leere Wort, ein bloßer Schall ist, dem gsr nichts, gar nichts entspricht!




Handlung
Emilia Galotti steht kurz vor ihrer Hochzeit mit dem Grafen Appiani. Diese Hochzeit entspricht nicht den gesellschaftlichen Regeln, denn Emilia ist von zu niederem Stand, um eine passende Ehefrau für den Grafen zu sein. Trotzdem will er sie zur Frau nehmen und damit sein Ansehen in der gehobenen Gesellschaft aufs Speil setzten. Der Prinz von Guastella hingegen ist ebenfalls der Schönheit und dem Liebreiz von Emilia erlegen - allerdings will dieser sie nicht heiraten, sondern nur die Hochzeit mit dem Grafen verhindern, um Emilia dann ungehindert zu seiner Geliebten machen zu können. Deshalb beauftragt er seinen Vertrauten Marinelli, die Heirat zu sabotieren und Emilia zu seinem Lustschloss zu bringen. Emilias Eltern ahnen die Intrige, wohingegen Emilia selbst zu naiv und unwissend scheint, um das Spiel um sie herum zu durchschauen.

Meine Meinung
Der Prinz hat es schon nicht leicht. Neben dem ganzen Politikergedöns, mit dem er sich herumschlagen muss, langweilt ihn auch noch seine Geliebte, die Gräfin Orsina. Dann lernt er Emilia Galotti auf einer Abendgesellschaft kennen und sieht in ihr die Lösung für all seinen Unmut. Bei einem zweiten Treffen in der Kirche flüstert er ihr ein paar Dinge ins Ohr, die sie vor Scham erröten lassen - aber gleichzeitig auch irgendwie beeindrucken. Emilia als die Unschlud in Person ist ganz verwirrt von den Schmeicheleien des Prinzen und weiß gar nicht, was sie denken soll. Am liebsten würde sie schnell ihren Grafen heiraten, damit alles geklärt ist, aber das weiß der Prinz zu verhindern. Gleichzeitig muss er noch Emilias Eltern besänftigen und Gräfin Orsina loswerden. Mit Unterstützung seines treuen Dieners Marinelli scheinen seine Bemühungen tatsächlich Früchte zu tragen, bis der Zufall? das Schicksal? oder was auch immer der Geschichte eine tragische Wendung gibt, Emilia zu verstehen beginnt und mit ihrem Vater alles dafür tut, um ihre Reinheit und die Familienehre zu bewahren.
In diesem Drama stehen nicht nur die adeligen Weetvorstellungen auf dme Prüfstand, sondern genauso die gutbürgerliche Weltanschauung. Diese beiden Lager stehen sich gegenüber und mitten drin befindet sich Emilia, die weder einen eigenen Willen entwickelt hat, noch eignverantwortliche Entscheidungen treffen kann. Mir ging sie ja ein bisschen auf die Nerven, die Kleine, mit ihrer Art, sich von jedem bevormunden zu lassen, der gerade vor ihr auftaucht. Ihre Mutter ist im Prinzip die einzige Person, die von Anfang an die Zusammenhänge durchschaut. Emilia versucht auch, ihre Ratschläge anzunehmen, lässt sich aber nur allzuleicht von den süßen Worten des Prinzen bequatschen. Als dann Graf Appiani ermordet wird, sieht ihre Mutter sofort klar und versucht, ihre Tochter dem Prinzen zu entreißen. Natürlich ist das nicht so einfach, denn immerhin ist er der Prinz.
Für heutige Wertvorstellungen wirken die Handlungsweisen der Charaktere absolut nicht nachvollziehbar. Man kann sich kaum vorstellen, wie ein so unmündiges Wesen wie Emilia ihr Leben meistern soll. Zur Entstehungszeit des Stückes, als Kant und viele weitere Philosophen der Aufklärung gerade immer größeren Anklang bei breiten Schichten der Bevölkerung fand, war diese zugespitzte Geschichte wahrscheinlich ein mehr oder weniger großer Skandal, weil sie alle die bis dato beiden etablierten Normsysteme kritisierte.
Vom Stil her kann man denke ich, die meisten Worte intuitiv gut verstehen, auch wenn sie in einer altertümlichen Sprache verfasst wurden. Wenn nicht, sind ja in alter Reclam-Manier viele Anmerkungen im Anhang, sodass kaum Fragen offen bleiben sollten. 3 Wölkchen bekommt dieser Klassiker von mir.