09.05.2013

[Rezi] Simon Beckett - Die Chemie dies Todes

Erscheinungsjahr: 2006
Originaltitel: The Chemestry of Death
Genre: Thriller
Reihe: David-Hunter-Reihe, Teil I
Seitenzahl: 429


Teaser:
Am Abend wollte ich noch einmal nach ihm sehen und seiner Mutter sagen, dass sie ihn noch ein paar Tage aus der Schule nehmen sollte, bis die unmittelbare Erinnerung an das, was er gesehen hatte, ausreichend vernarbt war, um die bohrenden Fragen seiner Mitschüler auszuhalten.



Handlung
Die beiden Brüder Neil und Sam stoßen beim Spielen im Wald eine Spur aus fetten Maden. Aus Neugier, und um sich gegenseitig auf die Probe zu stellen, verfolgen die Kinder diese Spur und entdecken dabei die Leiche einer Frau aus ihrem Dorf.
Sally Palmers Verschwinden wurde in dem kleinen Manham noch nicht entdeckt, weil dort zwar jeder jeden kennt, aber Zugezogenen wie Sally eine war immer mit ein wenig Distanz gegenübergetreten wird. David Hunter, einer der beiden Ärzte im Dorf, behandelt die Jungs in ihrem Schockzustand und führt dann die Polizei zum Fundort der Leiche. Einst war er einer der führenden Experten auf dem Gebiet der forensischen Anthropologie und das Auftrauchen einer Leiche scheint wie ein Rückblick in die Vergangenheit, die er mit aller Macht abzustreifen versucht. Deshalb möchte er auch gar nicht in die Ermittlungen hineingezogen werden, doch der Zusatnd des Körpers macht es für die Pathologen der Polizei unmöglich, Spuren zu finden, die konkret zu dem Täter führen können. So lässt sich David, der seit dem schweren Schicksalsschlag, den ihn dazu veranlasst hat, von London nach Manham zu ziehen, keine Leiche mehr untersucht hat, die Polizei als Berater zu unterstützen. Doch trotz aller Bemühungen kann niemand verhindern, dass weitere Frauen aus dem Dorf verschwinden.

Meine Meinung
Thriller sind einfach nichts für mich. Und gute Thriller sind schonmal gleich gar nichts für mich. So furchtbar wie ich da emotional immer mitgehen muss, kann das nicht gut für mein Herz sein. Wenn ich jemals einen Herzinfarkt bekomme, dann garantiert bei der Lektüre eines ähnlich guten Thrillers wie diesem hier.
Er beginnt gleich einmal ganz dem Titel getreu zu erläutern, welche biologischen Prozesse in einem toten, sich zersetztenden Körper stattfinden. Und in diese sachlichen Informationen eingeflochten wird die Geschichte um den Fund der Leiche. Diese Dualität aus medizinischer Terminologie und spannender Erzählweise zeiht sich durch das gesamte Buch, sodass es weder zu trocken noch zu anspruchslos wird.
David Hunter ist seit ein paar Jahren Teil der ärztlichen Praxis in Manham. Gerade als er beginnt, sich als Teil der kleinen Gemeinde zu sehen, taucht die Leiche Sally Palmers auf und plötzlich herrscht eine angespannte Stimmung im Dorf. Jeder ist jedem verdächtig und als erstes knöpft man sich da natürlich die "Neuen" vor.
Allein dieses Setting machte die Story für mich schon sehr spannend. Eine kleine, verschworene Gemeinschaft, die scheon seit Generationen zusammengewachsen ist und in der jeder seinen bestimmten Platz hat. Dazu versteht Beckett es wirklich, eine sich stetig weiter ausbauende, drohende Stimmung zu schaffen, das steigende Misstrauen der Menschen untereinander zu illustrieren, sodass die Konflikte sprichwörtlich greifbar in der Luft liegen.
Auch ist David ein sehr sympatischer Protagonist und vor allem - das möchte ich betonen - ist er ein denkender Mensch! Das ist gar nicht selbstverständlich. Gerade in diesem Genre weiß man als Leser ja ganz oft, dass etwas ganz schlimmes passiert, wenn der Protagonist jetzt das macht, was er vorhat. Und David ist tatsächlich in der Lage, sich zu sammeln und eine rationale Entscheidung zu treffen, sodass ich erstens hochzufrieden von dieser Handlungsweise war und zweitens der Spannungsbogen immer weiter nach oben führt, bis er schließlich ins große Finale mündet.
Durch das medizinische Wissen hat man einen eher distanzierten Blick auf die Morde, aber durch David als Protagonisten und Abstecher in sein Privatleben wird man auch auf der Gefühlsebene abgeholt. Ein tolles Buch, das 5 verdiente Wölkchen von mir erhält.



1 Kommentar:

  1. Hallo,

    eine tolle Rezension - die Reihe von David Hunter gehören neben den Büchern von Tess Gerritsen zu meinen Favoriten. Besonders empfehlen kann ich dir den nächsten Band "Kalte Asche" - mein persönlicher Favorit! Ich bin schon sehr auf "Alles muss versteckt sein", ein Thriller von Wiebke Lorenz, gespannt. Ich bin da auch eher immer vorsichtig, wenn ich Thriller auswähle, weil mir manche Thriller dann doch zu 'heftig' sind. Ich habe zum Beispiel an Fitzek bisher noch nicht angetraut ^^

    Liebe Grüße,
    Patricia

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