30.06.2013

[Musik] Sonntagslieder #45

Heute bin ich das erste Mal seit drei Wochen wieder dazu gekommen, mir die Fingernägel zu lackieren.
Warum erzähle ich das?
Weil es bedeutet, dass es zeitmanage-mäßig bergauf geht. Eigentlich wegrationalisierte Tätigkeiten werden so langsam wieder aufgenommen, und ich hoffe, dass das beim Bloggen ebenfalls der Fall sein wird :)
So richtig aus dem Gröbsten raus bin ich zwar noch nicht und das wird auch noch ungefähr vier Wochen dauern, aber die schlimmste Durststrecke scheint zumindest überstanden zu sein. Mit ein bisschen Glück müsst ihr euch also nicht mehr jeden Sonntag meine Jammerei anhören, sondern nur noch die allwöchentlichen Top-3-Lieblingslieder. Und die gibt es heute natürlich auch - frisch getippt mit wunderschönen türkisfarbenen Fingernägeln ;)



Flo Rida - I Cry
Für immer und immer wird das in meiner Sommerplaylist sein :D Diese einzigartige Mischung aus nervigem Gepiepse und maskulinem Gerappe zaubert mir immer ein Lächeln ins Gesicht ... oder provoziert einen Lachanfall - je nach Tagesform ;)


The Offspring - Cruising California
Wo wir grade beim Sommer sind - unseren kann man dieses Jahr ja wohl ziemlich vergessen. Zumindest bisher. Aber dieses Lied lässt immerhin ein bisschen Sommerfeeling entstehen.


Jason Derulo - The Other Side
Diese Woche eigentlich nicht so sehr, aber dafür heute extrem präsent in meiner Playlist ist dieses totaaaal tolle Lied. Hab ich bestimmt 30 Mal gehört heut. Ich finds ja so schön :)


Und schon wieder vorbei, die Musikschau :) Ich hoffe, es war ein bisschen was für euch dabei und ihr könnt das Hören genießen. Einen schönen Sonntag-Abend wünsch ich und einen sommerlichen Start in die kommende Woche allerseits!

29.06.2013

[Rezi] Mary Hooper - Das außergewöhnliche Leben der Eliza Rose

Erscheinungsjahr: 2006
Originaltitel: The Remarkable Life and Times of Eliza Rose
Genre: (historischer) Jugendroman
Seitenzahl: 432


Teaser:
Jedes Mal, wenn sie sang, kehrte Ruhe im Zelt ein, egal, wie viele Leute gerade anwesend und wie laut sie vorher waren. Eliza dachte sich eine Weise über "das wilde stürmische Meer" aus und wandelte das Gefängnislied leicht ab, in dem sie davon sang, dass sie "weit weit weg von daheim" war, womit sie großen Beifall erntete.



Handlung
Das Leben im London des 17. Jahrhunderts war für ein 15-jähriges Mädchen nicht leicht. Schon gar nicht, wenn es auf eigene Faust dorthin gereist war, um ihren Vater ausfindig zu machen.
In dieser Situation befindet sich Eliza, deren Existenz davon abhängt, dass sie so schnell wie möglich ihrn Vater findet, der als Zimmermann irgendwo in dr Stadt beim Wiederaufbau von einigen durch einen großen Brand zerstörten Gebäuden hilft. Er ist extra aus Elizas Heimat Sormetshire nach London gewandert, weil er dort mir seinen Fähigkeiten gutes Geld verdienen kann. Doch kurz nachdem er abgereist ist, hat Elizas Stiefmutter - ihre Mutter, die erste Frau ihres Vaters, ist schon vor einigen Jahren gestorben - Eliza aus dem Haus wirft, sie enterbt und ihr erklärt, dass sie sich nie wieder blicken lassen soll. Verzweifelt und ihrer Heimat beraubt, macht Eliza sich also auf den Weg, um ihrem Vater davon zu erzählen und ihn zu bitten, dass er seiner Frau befehlen soll, Eliza wieder aufzunehmen.
In London angekommen hat sie kein Geld und kennt keinen Menschen. Sie findet ihren Vater nicht gleich und als sie dann schon halb krnak vor Hunger bei einem Bäcker etwas kleines zu Essen stibitzt, wird sie sofort verhaftet und ins Gefängnis gebracht. Durch einen glücklichen Zufall wird sie von einer korpulenten und herrischen Frau freigekauft, um von da an für diese zu arbeiten. Doch was genau soll sie für sie tun? Und wo ist ihr Vater?

Meine Meinung
Bei historischen Romanen bin ich ja immer ein bisschen überkritisch, weil ich diese Romantisierung der Vergangenheit, wie sie oftmals in diesem Genre betrieben wird, ganz furchtbar finde.
Dieses Buch schrammt da nochmal knapp an der Grenze vorbei - zwar sind einige Darstellungen ein bisschen verklärt, doch gibt es auch durchaus Schilderungen der unappettitlichen Seiten des Lebens zu besagter Zeit. Vor allem die Situation im Gefängnis kommt vergleichsweise drastisch daher, sodass mir der ein oder andere Ekelschauer über den Rücken lief.

Allerdings finde ich trotzdem, dass einiges an Potential verschenkt wurde.
Eliza wird von der sehr geschäftstüchtigen Ma Gwyn aus dem Gefängnis befreit und ziemlich schnell word klar, dass eben diese mit so ziemlich allem Geld verdient, was illegal ist. Prostitution, Zuhälterei, Bettelei ist da wohl nur die Spitze des Eisbergs. Trotzdem gelingt es Eliza, mehr oder weniger ihre Ehre und Würde zu bewahren und darf in erster Linie mit ihrer Gesangsstimme ihren Beitrag zu Ma Gwyns Haushaltskasse leisten, anstatt ihren Körper zu verkaufen. Doch früher oder später soll das natürlich auch passieren und schon wieder hat Eliza Glück und die Tochter Ma Gwyns - Nelly - rettet sie rechtzeitig. Eliza wird die Gesalschafterin der Frau, die wahrscheinlich die nächste Lieblings-Geliebte des Königs von England wird und ist weiter auf der Suche nach ihrem Vater.
Ohne jetzt weiter auf die Handlung einzugehen - man will ja nicht spoilern - kann ich nur sagen, dass mehrere Problemhandlungen angefangen werden, aber meiner Meinung nach zu keinem ausreflektierten Ende kommen. Im Gefängnis zum Beispiel gibt es eine Reihe von Menschen, die als Strafe für ihre Verbrechen nach Amerika verschifft werden. Das wird so in einem Nebensatz erwähnt und dann nie wieder.
Auch ein heikles Thema: uneheliche Schwangerschaften und der Umgang damit oder auch wie naiven, verliebten Mädchen die große Liebe einschließlich Eheschließung vorgespielt wird und was dann weiter mit diesen Mädchen passiert ist. Meiner Meinung nach interessante Sachen, für die durchaus Raum gewesen wäre. Aber Hooper erschafft doch eine kleine Friede-Freude-Eierkuchen-Welt, in der immer irgendwann ein rettender Mensch auftaucht, der ohne große Nachfragen seine helfende Hand ausstreckt und sich alles zum Guten wendet.
Ab ungefähr der Hälfte ist das Ende der Geschichte und die durchaus gut angesetzte Verwicklungsgeschichte leider sehr vorhersehbar und auch hier fehlt am Schluss das doch ziemlich nötige Infragestellen, das im gesamten Buch ziemlich unauffindbar ist.
Dann hätten wir noch die kleine Liebesgeschichte, die ja niemals fehlen darf. Die hätte meiner Meinung nach (und wenn ich als bekennde Anti-Kitsch-Vertreterin das schon sage) viel mehr Entfaltungsmöglichkeiten gebraucht und wesentlich mehr Platz beanspruchen sollen, um die nötigen Emotionen übertragen zu können. so ist für mich der Funke einfach nicht übergesprungen, und das fand ich sehr schade.

Wenn ich jetzt aber bedenke, dass dieser Roman als Jungendbuch konzipiert ist, der vielleicht junge Leser an dieses Genre heranführen möchte, muss ich doch positiv anmerken, dass er diesen Zweck wahrscheinlich gut erfüllen kann. Wie schon gesagt werden viele relevante Dinge angeschnitten, aber nicht so ausgesaltet, dass es langweilig werden könnte und auch Sprache und Schreibstil sind zwar leicht altertümlich angehaucht, allerdings trotzdem sehr gut verständlich. Die Geschichte basiert im Grunde auf einem interessanten Plot und Eliza ist eine zuckersüße, vielleicht etwas naive Protagonistin. Allgemein sind die Charaktere alles andere als komplex, sondern erfüllen nur brav ihre jeweiligen Rollen, allerdings sind sie in eben diesen liebevoll gestaltet.
Alles in allem ist dieses Buch nichts für den anspruchsvollen Leser, sondern eher eine putzige Geschichte für zwischendurch. 3 Wölkchen von mir.


23.06.2013

[Musik] Sonntagslieder #44

Der Plan, Sonntags gemütlich zwischen zwei und drei Posts vorzubereiten, sie dann die Woche über online gehen, damit keiner merkt, dass ich gestresst und nie da bin, ist hiermit als gescheitert zu betrachten.
Aber ich habe sowieso das Gefühl, dass einigen in der Blogger-Welt gerade das Real-Life ein bisschen in die Beziehung zur virtuellen Welt reinfunkt. Dieses Miststück! ;D
Wahrscheinlich sind wir alle ins berühmt-berüchtigte Sommerloch gefallen und müssen uns erst wieder mühevoll herauskämpfen. Betonung auf kämpfen. So zumindest kommt es mir vor. Aus der Liste mit den vier Dingen, die normalerweise meinen Alltag füllen (Uni, Freunde, Blog, Schlafen) kann ich momentan nur maximal zwei auswählen, weil der Tag einfach nicht genug Stunden hat. Und da steht, ich muss es leider eiskalt so sagen, das Haus des Wahnsinns auf der niedrigsten Prioriätsstufe. Gleich danach kommt übrigens Schlafen.
Aber das allseits bekannte Licht am Ende des Tunnels ist in Sicht, denn das Semester biegt langsam aber sicher auf die Zielgerade ein und ich hoffe sehr, dass sich dann mein Rhythmus hier wieder ein bisschen enpendelt. Bis dahin versüßt euch hoffentlich meine kleine Liedersammlung den Sonntag-Abend ein bisschen:



Jennifer Lopez feat. Lil Wayne - I'm Into You
Auch, wenn ich das Video sehr befremdlich finde und mir der Song nach den ersten 2 Minuten tierisch auf den Geist geht, muss ich doch immer wieder eben diese beiden Minuten hören :D


Blur - Song 2
Dafür hier ein echter Klassiker, der mich wohl niemals nerven wird und der mir immer ein Lächeln ins Gesicht zauert :)


Duft Punk - Get Lucky (Chonologic Cover)
Das Lied mag ich eigentlich ja so gar nicht. Aber dieses Cover ist unglaublich genail! :D Meine Favoriten sind die 50er (natürlich) und die 90er (da ich im Kindergarten DJ Bobo-Fan war, muss ich das ja auch sagen xD )


Ich wünsche euch einen entspannten restlichen Sonntag, morgen einen guten Start in die neue Woche und natürlich jetzt viel Spaß beim Hören! ♥

19.06.2013

[Challenges] Update Mai & Juni

Eigentlich hätte ich das Update diesen Monat verschoben, weil wirklich erschreckend wenig dabei rumgekommen ist. Aber weil das bisschen, was sich challenge-mäßig bei mir getan hat, natürlich waaaaahnsinnig interessant für alle ist und dringend er Welt mitgeteilt werden muss, verfasse ich diesen Post natürlich trotzdem.


Ich fürchte aber, ich muss mich wirklich anstrengen, um zumindest die Jahreschallenge bei Kastanies Bücherblog, nicht komplett schleifen zu lassen. Die Uni wird mich die nächsten zwei Monate ganz schön in Anspruch nehmen und ein bisschen Sozialleben und ein noch mehr bisschen Schlaf muss ich dann lästigerweise auch noch in meinen Tagesablauf integrieren. Kann sein, dass da sowohl Lesen als auch Bloggen ein bisschen auf der Strecke bleiben muss. Aber einen Lesevorstz für die Regenbogenchallenge habe ich immerhin diesen Monat. Dran ist dieses mal nämlich die Farbe rosa *.* und folgendes Buch habe ich dazu auf meinem SUB:
Für alle, die es noch nicht gelesen haben und die der Inhalt interessiert, hier mal schnell der Klappentext:
England im Jahr 1655. Die 15-jährige Eliza wird von ihrer Stiefmutter aus dem Haus geworfen und macht sich auf den Weg nach London - nur um dort wegen einer Lappalie sofort im Gefängnis zu landen. Eine Frau, die sich als ihre Tante ausgibt, kauft sie frei - doch warum eigentlich? Kurz darauf trifft sie auf die Schauspielerin Nell Gwyn, die Eliza einführt in die glitzernde Welt des Theaters und der höfischen Intrigen. Und dann lüftet Eliza nach und nach das Geheimnis ihrer wahren Herkunft...

Klingt spannend. Und ein bisschen sehr girly. Aber ich bin trotzdem gespannt.


 Dann aber jetzt endlich mal zum einzigen richtig berichtenswerten Ereignis:
für die 'Oldie but Goldie'-Challenge der lieben Kaugummiqueen habe ich hier mein viertes Buch vorgestellt und die Challenge damit erfolgreich abgeschlossen - yeahi! :D
Zugegebenermaßen musste ich mich für das letzte Werk extrem aufraffen und hatte Glück, so ein kleines Büchlein auf dem SUB zu haben. Nichtsdesto trotz ist es sehr lesenswert für alle, die sich für besondere Sprache und/oder Kriegsliteratur interessieren.


Hier kommt ihr zu meiner Rezi und hier nochmal zu einer Gesamtübersicht meiner Challenges und den dazugehörenden Fortschritten. Zumindest hypothetisch zu den Fortschritten, da diese momentan eher non-existent sind, leider.
Auf bessere Zeiten! ;D

17.06.2013

[Rezi] Rainer Maria Rilke - Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke

Erscheinungsjahr: 1950 (Erstauflage 1912)
Genre: Erzählung
Seitenzahl: 34


Teaser:
Kommen bunte Buben gelaufen. Raufen und Rufen. Kommen Dirnen mit purpurnen Hüten im flutenden Haar. Winken.




Handlung
Im Jahr 1663 unterzeichnet Otto von Rilke ein Dokument, das ihm das Eigentüm seines Bruders überträgt. Dieser ist in Ungarn im Krieg gegen die Türkei gefallen.
Vor diesen Hintergrund entfaltet sich die Geschichte eben jenen Bruders Christoph, wie er als junger und unerfahrener Soldat die Geschehnisse des Krieges aufnimmt. Er erlebt Kameradschaft und Solidarität und steigt in den Rang des Fahnenträgers auf. Und genau dieser Status wird ihm am Ende zum Verhängnis.

Meine Meinung
Als ich dieses kleine Büchlein vor einigen Wochen auf dem Flohmarkt entdeckt habe, war ich sofort verliebt. Erstens natürlich von der süßen Aufmachung und der wunderschönen (wenn auch anfangs anstrengend zu lesenden) deutschen Schreibschrift. Und zum zweiten, weil ich mit diesem unscheinbaren Heftchen einen fast vergessenen Schatz in den Händen hielt. Kaum ein Normalsterblicher kann mit dem Titel dieser Erzählung etwas anfangen und selbst Freunde von mir, die dieses Semester ein Rilke-Seminar in Literaturwissenschaft belgen, konnten mir etwas darüber sagen. Ziemlich krass, wenn man bedenkt, welcher Beliebtheit sich die Geschichte in den beiden Weltkriegen erfreute (ich habe nämlich recherchiert ;) )
Die wenigen Seiten hat man natürlich schnell durch, aber die Nachwirkung war bei mir doch deutlich länger. Da wäre als offensichtlichstes Merkmal natürlich der besondere Schreibstil, der sich als eine Mischung aus Prosa und Lyrik charakterisieren lässt - die Sätze haben unzweifelhaft eine genau durchdachte Rhythmik und weisen einige Reime auf, sind aber weder in Strophen- noch in Versform geschrieben. Eine Mischform, die dadurch sehr interessant zu lesen ist, weil sich Form und Stil im Laufe der Geschichte deutlich verändern. Außerdem beginnt mit jeder Szene auch eine neue Seite; sobald es spannend wird, endet die Szene und eine neue setzt zu einem weiter fortgeschrittenen Zeitpunkt ein.
Protagonist ist der Soldat Christoph Rilke - ob die Geschichte auf einer wahren Begebenheit beruht und irgendwie zur Familienbiografie Rilkes gehört, oder ob es sich hier einfach um ein ähnliches Figurenkonzept handelt, wie Kafaka sie gerne verwendet hat, und bei dem sich der Autor einfach nur durch den Namen sehr stark mit seiner Hauptfigur identifiziert, konnte ich leider nicht rausfinden. Jedenfalls zieht dieser junge Mensch in den Krieg. Sein noch recht kindliches Wesen wird schnell sehr deutlich, auch wenn es kaum ausgeführt wird. Aber an dem Briefchen, dass Christoph an seine Mutter schreibt, erkennt man klar seine Unreife und vor allem auch seine Deplatziertheit im Kriegsgeschehen. Zunächst geschieht nicht sonderlich viel: Soldaten kauern am Lagerfeuer, reiten durch öde Landschaften dem Feind entgegen und wachsen als Gemeinschaft zusammen. So erhält Christoph auch das Blütenblatt einer Rose, die eigentlich ein Talisman eines Kameraden ist.
Doch bald schon kommt der Titel zum Tragen: die Kompagnie rastet in einer Burg, wo Christoph eine Liebesnacht mit der Gräfin verbringt. Deshalb überhört er am nächsten Morgen das Signal zum Aufbruch und wird erst wach, als die Burg vom Feind unter Beschuss genommen wird. Todesmutig will er seine Aufgabe als Fahnenträger ausführen, stürzt sich blindlings ins Feuer und stirbt einen heroisch dargestellten Heldentod.
Dass ich in diesem Punkt anderer Meinung bin, als Rilke es zu sein scheint, muss ich wahrscheinlich nicht weiter ausführen. Meiner Meinung nach ist Christophs Pflichtbewusstsein einfach nur Dummheit. Oder ist es gerade das, was Rilke sagen wollte? Wohin das bis zur Selbstaufgabe führende "Gemeinschaftsgefühl" einer Soldatenkompagnie pervertiert werden kann? Man weiß es nicht, aber diese Lesart gefällt mir deutlich besser als die der zeitgenössischen Rezipienten. Christophs Geschichte scheint nämlich zur Zeit des ersten und zweiten Weltkriegs durchaus ein Motivationsmittel für die Soldaten damals gewesen zu sein: ein leuchtendes Vorbild für alle Fahnenträger?
Wie auch immer man die Geschichte also auslegen möchte - ich fand sie absolut lesenswert. Hauptsächlich allerdings wegen der wirklich besonderen Sprache und doch weniger wegen des Inhalts. Deshalb gibt es auch ein paar Punkte Abzug, aber immernoch 3 wohlwollende und gutgemeinte Wölkchen.


16.06.2013

[Musik] Sonntagslieder #43

Himmel, was war das nur für eine Woche?! Wenn man das Stresslevel eines Menschen mit panischer Flugangst während eines Langstreckenflugs durch ein Gewitter mit dem Blutdruck eines Sprinters bei einem olympischen 400-Meter-Lauf addiert, hat man ungefähr eine Vorstellung davon, welch hysterisches Nervenbündel ich in den letzten Tagen war.
Kann ja keiner ahnen, dass das mit der Bachelor-Arbeit tatsächlich wörtlich zu nehmen ist und in Arbeit ausartet! Und damit meine ich nichtmal das Schreiben an sich, denn diesem Prozess stehe ich immernoch äußerst optimistisch gegenüber. Das Problem ist eher diese nervenaufreibende Bürokratie, die vor dem Schreiben erledigt werden muss. Ich frage mich so langsam, ob es an der Uni überhaupt einen einzigen Menschen gibt, bei dem das locker und ohne Komplikationen abläuft.
Aber genug gejammert. Wie so oft hat mir auch in diese Situation ein wenig Musik immerhin geholfen, etwas runterzukommen. Und hier meine Top 3:



System Of A Down - Old School Hollywood
Schonmal gut zum Aggressionsabbau :)


Stone Sour - 30/30-150
Ebenfalls gut zum Aggressabbau. Hatte ich wirklich wirklich nötig.


Queen (aber eine Version ohne Freddie) - The Show Must Go On
Aus so mancher Selbstbemitleidungsphase hat mir dieses Lied schon geholfen. Allein die erste Strophe sagt eigentlich alles. Also: Kopf hoch, Brust raus und weiter geht's!


Wie immer wünsche ich euch viel Spaß beim Hören und einen wunderschönen Sonntag

15.06.2013

[Rezi] Nick Hornby - Slam

Erscheinungsjahr: 2008
Originaltitel: Slam
Genre: Roman
Seitenzahl: 300



Teaser:
Ich wusste, woher das kam. Es kam davon, eine Mum zu haben, die bei meiner Geburt sechzehn gewesen war. Wenn jemand meine Familiengeschichte kennt, kann er nichts anderes mehr sehen und nichts anderes mehr hören.




Handlung
Wie jeder weiß, ist Tony Hawk der absolut weltbeste Skater der Welt und für seinen wohl größten Fan - den 15-jährigen Sam - ist er außerdem so etwas ähnliches wie eine Gottheit. Nicht nur als Skateboarder ist Hawk Sams größtes Vorbild, sondern auch in allen anderen Lebenslagen greift der Junge immer wieder auf Passagen der Biographie des Skate-Stars zurück und wendet die Sätze, die er dort findet, als Ratschläge für sein eigenes Leben an. Dieses Buch hat er auch ungefähr 1000 Mal gelesen und kennt es deshalb praktisch auswendig. Hawk ist sozusagen Sams Vaterersatz, denn seine Eltern sind geschieden und seinen richtigen Dad sieht er nicht so oft. Deshalb spricht er mit seinem Poster von tony Hawk, wenn er Probleme hat. Aber im Moment läuft eigentlich alles soweit ganz gut. Von seiner Lehrerin wurde Sam vorgeschlagen, soch Kunst und Design zu studieren, weil sie seine Begabung im künstlerischen Bereich erkannt hat. Damit wäre Sam der erste seiner Familie überhaupt, der jemals ein College von Innen gesehen hat und das macht ihn unglaublich stolz. Außerdem hat er seit kurzem eine richtige Beziehung mit einem hübschen und lustigen Mädchen. Doch dann wendet sich das Schicksal - Alicia, seine Freundin, ist vielleicht schwanger und Sams Träume scheinen zu zerplatzen.

Meine Meinung
Von Nick Hornby habe ich schon viel Gutes gehört und nach der Lektüre dieses Buches, kann ich mich den vielen Lobeshymnen nur anschließen.
Das (für mich leidige, weil 100 Mal in der Schule durchgekaute) Thema Teenagerschwangerschaften wurde in diesem Buch meiner Meinung nach extrem gut aufgearbeitet, weil Hornby mit dem Protagonisten Sam eine absolut authentische Figur geschaffen hat, die weder klischeebehaftet, noch übermäßig emotional, aber trotzdem sensibel ist. Und auch die Nebenfiguren sind nicht einfach bloß stereotype Statisten, die sinnbildlich für die verschiedenen Konflikte, die eine solche Schwangerschaft mit sich bringen kann stehen, sondern haben tatsächlich auch ein Profil und sind sowohl zu eigenständigem Denken als auch zu Entwicklungen fähig.
Aber das Hauptaugenmerk liegt natürlich ganz klar auf Sam. Er kommt aus einer nicht gerade klassischen Familie: seine Eltern waren beide 16, als er auf die Welt kam und er ist sich seines Status' als Unfall-Kind durchaus bewusst. Allerdings betrachtet er seine Position sehr erwachsen, denn er weiß, dass seine Eltern ihn trotzdem lieben und es nicht seine Schuld ist, dass beide nie zum College gehen konnten, weil sie wegen der Schwangerschaft und der anschließenden Kindeserziehung schon Probleme genug hatten. Aber weil sich auch schon die Generationen vor seinen Eltern nicht selbst verwirklichen konnten und ihr Leben nicht dem Idealfall gemäß verlaufen ist, möchte er versuchen, alles besser zu machen. Er hat die Chance aufs College zu gehen und ist sich durchaus bewusst, dass er seinen Lebensunterhalt nicht wie Tony Hawk mit dem Skaten verdienen kann. Trotzdem geht er voll in seinem Hobby auf und braucht es als Ausgleich zu seinem Alltag.
Dann lernt er Alicia kennen, die einen komplett anderen familiären Hintergrund hat als er. Ihre Eltern sind beide Akademiker und haben einen eher gehobenen Lebensstil. Und natürlich viele große Pläne für Alicias Zukunft. Sam behandeln sie mehr oder weniger subtil - meistens eher weniger - von oben herab, geben sich aber zufrieden mit der Beziehung zwischen den beiden, weil sie sie nur als kleine Irrphase ihrer Tochter betrachten.
Und dann ist Alicia plötzlich mit ihrer Periode drei Wochen überfällig und für Sam beginnt eine Zeit des bangen Wartens, die er nicht aushält und die sein noch sehr kindliches Wesen zum Vorschein bringt. Natürlich hat er Panik vor der Verantwortung, die möglicherweise auf ihn zukommt, er hat angst vor der Reaktion seiner Eltern und sieht seine Zukunft den Bach runtergehen. Um nicht mit der Tatsache konfrontiert zu werden, wie Alicias Schwangerschaftstest ausgefallen ist, setzt er sich in den Zug und wandert nach Hastings aus, um sich dort eine neue Existenz aufzubauen. Nach einem Tag kommt er aber wieder nach Hause zurück, kann sich aber immernoch nicht überwinden, mit irgendjemandem zu reden.
Das ist überhaupt sein größtes Problem: er hat niemanden zum Reden. Deshalb nimmt er als Ersatz ein Poster seines Idols Tony Hawk, muss dann aber öfter feststellen, dass die Ratschläge, die es ihm gibt, nicht wirklich nützlich sind. Zumindest nicht auf den ersten Blick.
Obwohl die Thematik ja recht ernst ist und viele Autoren dazu neigen, sie sehr dramatisch zu gestalten, findet hier eine Aufarbeitung damti statt, die auch durchaus Raum für ein paar Lacher gibt, ohne den Ernst der Lage zu verkennen. Der Schreibstil ist sehr locker und ein bisschen auf Teenie-Sprache angelegt. Was mich die ganze Zeit ein bisschen gestört hat, waren die vielen Skater-Tricks, die Sam immer mal wieder macht, sieht oder einfach nur aufzählt. Die werden nämlich nicht erklärt, und ich musste ziemlich viel googlen. Dafür bin ich aber jetzt Expertin, was Stalefishs, Gymnast Plants oder 900°s angeht.
Insgesamt also ein richtig schönes Buch mit einem absolut überzeugenden Protagonisten und einer wichtigen Botschaft am Ende. 4 Wölkchen von mir.


13.06.2013

[Rezi] Simon Beckett - Leichenblässe

Erscheinungsjahr: 2009
Originaltitel: Whispers Of The Dead
Genre: Thriller
Reihe: David-Hunter-Reihe, Teil III
Seitenzahl: 416



Teaser:
Ich überließ den Zahnarzt seiner langsamen Verwesung, ging an einer dunkel verfärbten und aufgeblähten Leiche vorbei, die teilweise von Sträuchern verdeckt war, und folgte dem schmalen Pfad, der sich durch die Bäume nach unten schlängelte.



Achtung!*Spoileralarm!*Achtung!Spoileralarm!*Achtung!Spoileralarm!

Handlung
Um sein Leben wieder in geregelte Bahnen zu lenken und mit den Geschehnissen der jüngsten Vergangenheit abzuschließen, ist David Hunter nach dem überlebten Mordanschlag wieder zurück zu seiner Ausbildungsstätte nach Knoxville gereist, um dort über seinen emotionalen und beruflichen Balast hinwegzukommen und herauszufinden, was er eigentlich von der Zukunft erwartet.
Die Body Farm ist ein Ort, an dem der Verwesungsprozess menschlicher Körper unter verschiedenen Umständen untersucht wird, um so die forensische Anthropologie zu einer noch genaueren Wissenschaft zu machen. Menschen stellen sich freiwillig nach ihrem Tod dieser Farm zur Verfügung und werden dort dann untersucht.
Der Leiter dieser Einrichtung - Tom Lieberman - war früher Davids Lehrer und steht aus gesundheitlichen Gründen kurz vor der Pensionierung. Doch zu einem letzten Mordfall bittet ihn das TBI - das Tenessee Bureau of Investigation - um seine fachmännische Unterstützung, bei der ihm seinerseits David helfen soll. In einem völlig überheizten Raum wurde eine Leiche gefunden, die augenscheinlich viel stärker verwest ist, als bei der ermitteltet Todesdauer üblich. Und das ist nicht die einzige Unstimmigkeit, die die Aufklärung dieses Falls zu einem verwirrenden Fadengeflecht werden lassen, dem David - der nebenbei als Brite, der an Ermittlungen zu einem amerikanischen Mordfall beteiligt ist, auch noch mit unheimlich viel Bürokratie und Rechtsverdrehung zu kämpfen hat und sich auch eigentlich lieber raushalten möchte - auf den Grund zu gehen versucht.

Meine Meinung
Auch dieser dritte Teil der David-Hunter-Bücherreihe hat mich wieder restlos überzeugt. Es ist ein bisschen so, als hätte ich einen alten Bekannten wiedergetroffen. Den ich immerhin 4 Wochen nicht gesehen habe - solange habe ich mich nämlich an meine selbstauferlegte Beckett-Abstinenz halten können (wenn man Thriller direkt hintereinander liest, hat man einfach die Muster im Kopf und ich komm dann nicht so richtig rein. Deshalb die Abstinenz ;) ).
Man ist also sofort wieder in der Geschichte drin, auch wenn diese unbefriedigenderweise nach einem Zeitsprung einsetzt. Also nicht direkt dort anschließt, wo der zweite Teil geendet hat, sondern einige Zeit später, als David gerade versucht, mit allem, was ihm in letzter Zeit passiert ist, klarzukommen. Aber das konnte ich Beckett verzeihen, denn die sehnsüchtig erwarteten Informationen fließen nach und nach in die Handlung mit ein und stillen so die gröbste Neugier.
David kehrt also zurück zu seiner alten Ausbildungsstätte, der Body Farm. Das ist eine ganz schön skurrile Einrichtung, denn überall gammeln Leichen vor sich hin, die dann in ihren unterschiedlichen Verwesungszuständen von forensischen Anthropologen untersucht werden und ich bin mir immernoch nicht sicher, was ich davon halten soll. Aber weil David ganz der Wissenschaftler ist, den wir kennen, betrachten wir auch die Body Farm aus seiner Perspektive und betrachten das alles ziemlich nüchtern. Schließlich haben die Toten ihren Körper ja auch freiwillig der forensischen Forshcung zur Verfügung gestellt. David jedenfalls braucht abstand von London und vor allem zu seinem Beruf als Forensiker bei Mordermittlungen. Er ist sich nicht mehr sicher, ob er diesen Job weiterhin ausüben kann und kehrt deshalb erstmal zur wissenschaftlichen Arbeit zurück.
Aber wie das immer so ist, wird David durch seinen alten Mentor Tom doch in einen komplizierten Mordfall verwickelt und findet so bald wieder zu seiner alten Form.
Und das ist auch gut so, denn ein bisschen anstrengend ist der Gute ja mit seiner Selbstbemitleidungsorgie, die er da abhält. An sich wäre das gar nicht so schlimm, weil er ja auch traumatische Dinge erlebt hat. Aber gerade die thematisiert er nie. Seine Methode ist die Verdrängung, aber das das nicht der ultimative Weg ist, wird dem Leser schon ziemlich früh klar. David leider nicht so schnell, weshalb er noch ein bisschen in seiner Depri-Welle badet. Das hat mich aber auch nur leicht genervt und ist wirklich Kritik auf höchstem Niveau. Ansonsten ist die Figur des David Sympathieträger wie immer und auch die meisten anderen Charaktere sind gut und nachvollziehbar ausgearbeitet. Einige Überraschungen natürlich inklusive.
Total super dieses Mal fand ich die Aufteilung der Geschichte: es gibt hin und wieder kleine Passagen, in denen alles aus der Sicht des Täters erzählt wird. Das macht alles noch viel spannender, weil man natürlich nach Hinweisen auf dessen Identität sucht und deshalb noch mehr mitfiebert.
Auch der Schreibstil ist wie in den Vorgänger-Bänden: spannende Abschnitte wechseln sich mit interessanten, forensischen Fakten ab. Allerdings muss ich doch sagen, dass ich ein bisschen den Eindruck habe, Beckett baut seine Thriller alle nach dem gleichen Schema auf. Im Nachhinein bin ich deshalb froh darüber, eine Pause mit der Reihe gemacht zu haben, denn sonst hätten mich einige Wendungen sicher nicht überrascht.
Trotzden hatte ich unheimlich viel Spaß beim Lesen und fand dieses Buch sogar wieder ein bisschen stärker als den zweiten Teil "Kalte Asche". Deshalb erhält es von mir auch grade so noch 5 Wölkchen und natürlich eine Leseempfehlung :)


09.06.2013

Sonntagslieder #42

Herzlich willkommen zu einer weiteren Runde der fröhlichen Sonntagslieder :D
Diese Woche sind sie ein bisschen special-mäßig, denn ich liste hier nicht rückblickend meine Top-3 der vergangenen Woche auf, sondern ich prognostiziere. Weil das hier ein automatisch online-gehender (ein Hoch auf mittelmäßige Ausdrucksweise!) Post sein wird, muss ich ein bisschen in die Musikkiste greifen, und gucken, was eventuell rauskommen kann.
Ob das dann im Endeffekt alles so stimmt...? Ich werde berichten. Und berichtigen. Wenn nötig ;D




ASDF-Movie-Song - Mine Turtle
Damit kann ich auf jeden Fall nix falsch machen; mein momentaner Klingelton. Ich muss immer lachen, wenn das Lied läuft :D


Nelly - Hey Porsche
Ebenfalls eine sichere Nummer. Das wird mein Sommer-Hit 2013. Ganz sicher! :D


Will. I. Am feat. Justin Bieber - #That Power
Jaaaa, es ist ein bisschen peinlich. Aber ich mag das Lied. Mit dem Bass. Und ein bisschen auch mit Justin xD


Einen wunderschönen Sonntag und ganz viel Spaß beim Hören

06.06.2013

[Gerede] Echt jetzt?!

Menschen sind anstrengende Wesen.
Und es ist völlig irrelevant, ob es sich um bekannte oder unbekannte, geliebte oder gehasste Menschen handelt; manchmal tun oder sagen sie alle Dinge, bei denen in meinem Kopf ein riesiges "Echt jetzt?!" ertönt und ich am liebsten kopfschüttelnd weggehen würde.
Mache ich aber natürlich nicht. Dann wäre ich ja ein Misantroph ;)

Besonders prägnant sind solche "Echt jetzt?!"-Momente übrigens im Straßenverkehr. Nehmen wir zum Beispiel den sogenannten Kreisel, der vor Kurzem neu bei uns um die Ecke errichtet wurde. Vorher war an dieser Stelle eine Kreuzung mit 4 Richtungen, was hin und wieder zu Verständnisschwierigkeiten geführt hat, wer denn Vorfahrt hat. Um diese zu vermeiden, wurde ein Kreisverkehr hingemalt (!), um den herum nicht mal ein großer PKW, geschweige denn ein Bus fahren könnte. Tun sie aber auch sowieso nicht, weil Striche auf der Straße verständlicherweise eher als Dekoration und somit für das Fahrverhalten irrelevant gehalten werden. Da auch kein blaues Schild darauf hinweist, dass hier jetzt ein Kreisverkehr kommen müsste, sind vor allem Ortsunkundige natürlich geneigt, dieses architektonische Meisterwerk zu übersehen. Diese unzweifelhaft vertrackte Situation führte nun heute morgen zu folgendem Bild:
Zwei Autos hatten sich im Kreisverkehr eingeordnet. Ein Transporter ist links in den Kreisel gefahren, weil er ja auch links abbiegen wollte und es völlig unnötig für ihn wäre, diese Runde zu fahren und musste dann natürlich für die richtig eingeordneten Kreiselfanatiker stehen bleiben. Was er gar nicht gut fand. Ein Smart hatte sich ebenfalls noch mit zu dem Abbiegenden gequetscht und genau in der Mitte (also quasi auf dem Kreisel) stand ein Traktor - fragt mich nicht, wie der dahin gekommen ist! - dessen Fahrer wild gestikulierend und sichtlich erbost darüber, weder vor noch zurück zu können, ein Tirade an den erlesensten Schimpfwörtertn von sich gab. Ich stand daneben und war froh, nicht zu diesem bekloppten Haufen hupender Schreihälse zu gehören, die tatsächlich ohne polizeiliche Unterstützung nicht in der Lage waren, die Situation zu lösen.
Ein Glück nur, dass mein Bus nicht in dieses Chaos involviert wurde - sonst hätte ich mich wahrscheinlich doch noch zu den Schreihälsen gestellt und wir hätten einen mini-a-capella Motzkopf-Chor bilden können.

Übrigens ist Busfahren meinem Zweifel am Menschenverstand auch nicht wirklich  abträglich. Busfahren und Studenten. Böse Kombination. Allein schon das ewige Problem mit der Lichtschranke. Steht da ein Mensch drin, geht die Tür nicht zu. Geht die Tür nicht zu, fährt der Bus nicht los. Und das ist bei jedem Bus so. Gerade bei Studenten, die ja angeblich zur Bildungselite gehören - was an sich schon traurig genug ist - sollte man doch annehmen, diese Assoziationskette erscheint vor dem geistigen Auges eines jeden, der den Bus betritt. Ist aber nicht so. Neulich war der Bus mal wieder gerammelt voll und einer dieser Genies von morgen weigerte sich standhaft, aus der Lichtschranke auszutreten. Er habe schließlich genauso viel Recht, jetzt diesem Bus zu benutzen wie alle anderen auch. Ich bin sicher, er war Jurist. Jedenfalls meinte dann unser Busfahrer (und ich kann ihn wirklich verstehen), es wäre Zeit für ein Kaffeepäuschen. Wenn man eh nicht vom Fleck kommt, kann man schließlich auch gleich die Thermoskanne auspacken. Und während ich ihm dabei zusah, wie er sein zweites Frühstück auspackte. formte sich ein lautloses "Echt jetzt?!" in meinem Kopf. Mal ehrlich. Wäre ich nicht zwischen insgesamt bestimmt 6 Menschen zu einer unförmigen Masse eingequetscht gewesen und hätte meine Beine noch bewegen können (der Bus war halt echt voll), wäre einfach ICH ausgestiegen. Aber in der Nähe der Tür standen offensichtlich ausschließlich dickköpfige und unsoziale Menschen herum. 10 Minuten auf den nächsten Bus zu warten ist ja auch unzumutbar. Also bequemte sich einfach keiner nach draußen. Tatsächlich hat der Busfahrer (und das macht ihm bei allem Ärger extrem cool) die Thermoskannenaktion aber knallhart durchgezogen, bis der nächste Bus kam und die, die es besonders eilig hatten, umgestiegen sind. Dann ist er ganz gemütlich losgefahren. Bewundernswert.

Zwar könnte ich noch stundenlang so weitermotzen, aber im Nachhinein betrachtet sind die meisten "Echt jetzt?!"-Momente doch ganz schön witzig :D Habt ihr auch solche immer wiederkehrenden Situationen, in denen ihr euerm Gegenüber einfach nur ein "echt jetzt?!" entgegenbrüllen wollt? Schreibts in die Kommentare! :D

03.06.2013

[Rezi] Jenny Downham - Bevor ich sterbe

Erscheinungsjahr: 2009
Originaltitel: Before I Die
Genre: Jugendbuch
Seitenzahl: 315


Teaser:
Ich glaube so ziemlich an das Chaos. Wenn Wünsche wahr würden, täten meine Knochen nicht so weh, als ob jedes Fitzelchen in ihnen verbraucht wäre. Da wäre kein Dunstschleier vor meinen Augen, den ich nicht wegwischen könnte.



Handlung
Vor 4 Jahren wurde bei der damals 12-jährigen Tessa die Diagnose Leukämie gestellt. Seitdem quälte sie sich durch unzählige Chemptherapien und andere Behandlungen, die ihren Körper immer weiter gescwächt haben. Und jetzt, mit 16 Jahren, können die Ärzte ihr und ihrer Familie nur noch wenig bis gar keine Hoffnung mehr geben: der Krebs streut immer wieder aus und zerstört Tessa von innen.
Deshalb versucht sie in ihre letzten Monate ein ganzes Leben zu quetschen - mit Hilfe einer Liste arbeitet sie alle möglichen und unmöglich scheinenden Dinge ab, die sie noch tun möchte. Drogen nehmen. Sex haben. Berühmt sein; um nur einige zu nennen. Ihre Familie und ihre beste Freundin Zoey leiden und leben dabei mit ihr, so gut es eben geht. Aus dem Loch der Resignation aber hilft ihr ganz besonders Adam, ein Typ aus der Nachbarschaft, mit dem sich Tessa anfreundet. Sie genießt seine Gegenwart sehr und vergisst dabei sogar für ein paar Stunden ihre Krankheit. Doch gleichzeitig wehrt sie sich gegen die immer tiefere Bindung, die ihr in dieser hoffnungslosen Zeit aber genau das gibt: Hoffnung. Nur, lohnt es sich zu hoffen, wenn man am Ende nur verlieren kann?

Meine Meinung
Ich weiß schon, warum gewisse Plots nicht oft auf meiner Leseliste stehen. Da lese ich einmal ein Buch über ein krebskrankes Mädchen, finde es nicht mal besonders gut und bin danach trotzdem gleich doppelt geschädigt.
Erstens, weil ich als paranoid und hypochondritisch (ist das ein Wort?^^) veranlagter Mensch die nächsten Wochen hinter jedem blauen Fleck bei mir Leukämie vermuten werde.
Und zweitens, weil das doch alles kein Mensch aushalten kann. Denn was ist der schlimmste aller Zustände? Resignation. Wenn der Tod viel zu früh an die Tür klopft, werden alle metaphysischen Fragen, über die nachzudenken man viel zu faul ist und außerdem lebt man ja noch ewig und kann sich später mit dem (jetzt mal platt gesagt) "Sinn des Lebens" beschäftigen, plötzlich greifbar. Und wenn keine Zeit mehr bleibt, um alle Fragen zu klären und einfach keine Hoffnung auf Besserung da ist, kann man nur resignieren. Oder eben auch nicht, aber das hilft im Endeffekt ja auch nicht weiter. Da weiß ich gar nicht wohin mit der ganzen Tragik. Tragik ist ja ein Wort, das dramatisch inflationär gebraucht wird und deshalb der eigentliche Wortsinn mehr und mehr an Bedeutung verliert und einen ironischen Unterton bekommt. In diesem Zusammenhang meine ich aber das ganze Ausmaß des Wortes, ohne Ironie und ohne Pathos.
Einfach tragisch ist Tessas Geschichte. Man muss kein Genie sein, um sich die Handlung so weit vorstellen zu können. Um das Buch besonders werden zu lassen, braucht es einen sensiblen Zugang und einen passenden Schreibstil. Und genau daran hat es meiner Meinung nach gehapert. Vor allem am letzten Punkt. Sensibilität möchte ich der Autorin in keinem Fall absprechen, denn Tessa und ihre Familie sind gut und nachvollziehbar ausgearbeitete Figuren. Allerdings machen sie kaum eine sichtbare Entwicklung durch - von Tessa und Zoey vielleicht mal abgesehen - und agieren nur in der konstruierten Rollenfunktion. Das fand ich schade, denn da hätte es sicher mehr Potential gegeben.
Tessa als Protagonistin ist sehr schwierig, weil sie nicht richtig greifbar wird. Das wäre eigentlich auch super, weil sie ja als krebskranker Teenie einfach schwer zu fassen sein darf - wegen ihren Ängsten, ihren Schmerzen, ihrer Trauer. Aber auch sie ist so plump in dieser Rolle festgeschrieben, dass es wirklich anstrengend war, ihrer Geschichte zu folgen. Erst auf den letzten 70 Seiten bekommt sie etwas Tiefe und für mich wird das Buch ab diesem Zeitpunkt auch erst ansatzweise lesenswert. Mit dem Schreibstil konnte ich mich trotzdem nicht anfreunden. Eine teilweise wirklich merkwürdige Pseudo-Jugendsprache ist halt einfach nicht so das Gelbe vom Ei.
Die Thematik an sich hat mich aber sehr berührt und die letzten Seiten - am Ende hat sich die Geschichte meiner Meinung nach um 100% gesteigert - waren auch ergreifend. Nur machen ein paar gute Momente nicht den schwachen Anfang wett, weshalb ich für dieses Buch nur 2 kleine Wölkchen vergeben kann.


02.06.2013

[Musik] Sonntagslieder #41

Immer wieder stelle ich fest, dass ich zu Hause bei meinen Eltern viel länger und sorgloser schlafe, als zu Hause in meiner WG. Weil es nichts entspannenderes gibt, als im Hotel Mama einzuchecken und den all-inclusive-Service in Anspruch zu nehmen :D
Nur meine Musik kann ich hier nicht so laut aufdrehen, weil sich diverse Familienmitglieder dann sofort gestört fühlen. Aber das ist ein Preis, den ich gern bereit bin, zu zahlen :D Und die Top-3-Lieder dieser Woche kann man auch leise genießen :)



Macklemore - Can't Hold Us
Lieder mit viel Text find ich meistens voll toll - da ist man die ganze Zeit beschäftigit mit Mitsingen :D


Fall Out Boy - Light Em Up
In letzter Zeit bin ich mehr so auf der Elektro-Schiene (und kann es selbst kaum glauben), aber Fall Out Boy geht trotzdem immer :D


Arash feat. Sean Paul - She Makes Me Go
Sinnlose Texte mag ich aber auch gern: Rababadamdam Damdiggydiggy xD


Wie immer wünsche ich euch viel Spaß beim Hören und noch einen traumhaften Rest-Sonntag!

01.06.2013

Leserückblick Mai 2013

Feierlich melde ich mich hier aus der vergessenen Heimat - seit ewig und 4 Tagen war ich nicht mehr bei meiner lieben Familie zu Besuch und freue mich deshalb um so mehr über diese kleine Urlaubswoche mitten im Semester :D
Der Nachteil daran ist allerdings, dass mir hier nur begrenzte technische Mittel zur Verfügung stehen. Beziehungsweise kann ich theoretisch alles machen, aber es ist schwer kompliziert und aufwendig, weil ich meinem altersschwachen Laptop die Reise ersparen wollte und jetzt alle Programme, die man so braucht, nicht schön kompakt an einem Rechner sind, sondern ich mit USB-Stick immer von PC zu PC rennen muss. Zum Beispiel, um Bilder zu bearbeiten. Deshalb gibt es die Statistik jetzt auch erstmal ohne visuelle Unterstützung, denn PC II (der mit dem Bildbarbeitungsprogramm) wird gerade blockiert und ich darf auf PC I (der ohne Bildbearbeitungsprogramm) leider nichts installieren), wenn die innerfamiliäre Harmonie nicht schon an meinem ersten Besuchstag kippen soll. Aber sie werden auf jeden Fall nachgeliefert :)

Gelesen
Simon Beckett - Die Chemie des Todes (*Rezi*)
Simon Beckett - Kalte Asche (*Rezi*)
Anna Gavalda - Zusammen ist man weniger allein (*Rezi*)
Sarah Eder - Herr Leben, die Rechnung bitte (lese ich immer wieder gern - hier die Rezi nach dem ersten Mal ;) )
Jenny Downham - Bevor ich sterbe (*Rezi*)

In Seiten
2000 (Wow, eine komplett runde Seitenzahl - cool :D )

Durchschnittsbewertung
4,2 Wölkchen

Highlight des Monats
Dieses Mal war es echt nicht so einfach, aber ich entscheide mich dann ganz knapp für Zusammen ist man weniger allein von Anna Gavalda, weil es einfach sooo ein schönes Buch ist :)

Enttäuschung des Monats
Bevor ich sterbe von Jenny Downham. Nicht gut.

In Bildern



Auf jeden Fall bin ich zufrieden mit dem Monat. Er hatte Höhen und Tiefen und war quantitativ sogar ein bisschen über meinem persönlichen Durchschnitt :)