30.07.2013

[Rezi] Ursula Poznanski - Fünf

Erscheinungsjahr: 2012
Reihe: Beatrice-Kaspary-Reihe, Teil 1
Genre: Thriller
Seitenzahl: 380



Teaser
Sie kannte diese Phasen aus früheren Fällen, dieses lähmende Fischen im Trüben. Am falschen Platz, mit dem falschen Köder. Da war Geduld gefragt, etwas, womit sie schon unter normalen Umständen Probleme hatte.




Handlung
Ein Einsatzteam der Kriminalpolizei Salzburg wird zu einer Frauenleiche gerufen. Beatrice und Florin gehören eben diesem Team an und sind mit der Spurensicherung mit die ersten am Tatort. Die tote Frau wurde von einem Bauern auf einer Kuhwiese gefunden und es ist keine Autopsie nötig, um zu sehen, dass es sich bei diesem Fall um keinen gewöhnlichen Mord handelt. Auf ihren Fußsohlen eintätowiert ist eine Botschaft bestehend aus zwei Koordinaten, die die Ermittler zu einem weiteren Toten führen. Oder zumindest zu dem Teil eines toten Körpers, denn an der bezeichneten Stelle befindet sich in einer Plastikdose eine abgetrennte Hand. Zwei Zettel sind ebenfalls dabei; auf einem davon befindet sich ein Rätsel, aus dessen Lösung sich weitere Koordinaten ergeben.
Stefan, ein Kollege von Beatrice und Florin, erkennt ziemlich schnell, was es mit dieser Schnitzeljagd auf sich hat: der Täter schickt die Ermittler zum Geochachen - und am Ende stellt sich der Cache als ein weiteres Teil einer Leiche heraus. Alle Spuren führen im besten Fall ins Nichst - im schlimmsten Fall verschwinden die Zeugen, die die beiden befragt haben und tauchen kurz darauf später tot wieder auf.
Zusätzlich nimmt der Mörder persönlichen Kontakt zu Beatrice auf; schreibt ihr SMS, mit denen er sie verhöhnt, indem er auf ein schreckliches Ereignis aus ihrer eigenen Vergangenheit anspielt, von dem kaum jemand sonst weiß. Sie geht auf die Spielchen ein und scheint die Lage damit eher zu verschlimmern als zu verbessern. Wer ist für die Morde verantwortlich und welche Rolle hat der Täter Beatrice in seinem makaberen Spiel zugedacht?

Meine Meinung
Menschliche Körperteile, die wie ein Schinken in Plastikfolie eingeschweißt und dann irgendwo in der Pampa versteckt werden, ein nicht aufzufindender Mörder, der einen perfiden Plan verfolgt und ein sympatisches Ermittlerteam, das diesem Schritt für Schritt auf die Spur kommt. Dazu die ziemlich geniale Grundidee, die Jagd nach dem Mörder als moderne Schnitzeljagd zu konzipieren. Eigentlich sollte man meinen, dieses Buch hat alles, was das Thriller-Herz erfreuen kann. Allerdings konnte es mich irgendwie trotzdem nicht zu 100% überzeugen.

Die Protagonistin des Buches ist Beatrice Kaspary, grade frisch geschieden und ein bisschen damit überfordert, ihre beiden kleinen Kinder und ihren sehr fordernden Job unter einen Hut zu bringen. Außerdem beschäftigt sie ihr Ex-Mann, indem er sie mit nächtlichen Anrufen terrorisiert und die Kinder gegen sie aufhetzt. Dazu kommt dann zum normalen Druck, den so eine Mordermittlung mit sich bringt, noch zusätzliche Belastung durch die Psychospielchen des Mörders, der ein altes Trauma in Beatrice wieder aufleben lässt und sie damit quält. Schritt für Schritt tastet sie sich an diesen Täter heran, der dem Team immer wieder kleine Puzzelstücke hinwirft. Diese lassen sich aber auch im Verlauf der Ermittlung nicht sinnvoll zusammenfügen, sodass die gesamte Komission am Rande der Erschöpfungsgrenze agiert. Die Darstellung dieser schleppend voranschreitend - beziehungsweise zum Teil auch eher stagnierenden - Ermittlungen gelingt Poznanski sehr gut. Frustration und Verbissenheit werden nachfühlbar vermittelt. Allerdings ist hier auch ein kleiner Minuspunkt für mich gewesen, denn genau dieser Effekt hat die Kehrseite, dass es ein paar Längen in dem Buch gibt, die, vielleicht auch wegen der negativen Grundstimmung, eher schwierig zu überwinden waren. Ob man das jetzt positiv oder negativ bewertet, bleibt natürlich jedem selbst überlassen; ich persönlich sehe darin einen Nachteil, weil es das Tempo aus der an sich rasanten Geschichte genommen hat.

Im Gesamten hat mir einfach der Thrill-Effekt gefehlt, der bei diesem Genre natürlich maßgeblich ist. Meiner Meinung nach ist das Buch eher ein Kriminalroman mit Hauptaugenmerk auf den einzelnen Ermittlungsschritten. Es gibt keine Psychotricks für den Leser, denn trotz aller Empathie reicht Beas Psychterror nicht aus, um auch im Hirn des Rezipienten einen Adrenalin-Ausstoß hervorzurufen, wie ich ihn von einem Thriller erwarte. Nicht mal die eigentlich brutal angelegten Gewaltszenen konnten mir dieses Gefühl entlocken - und dabei ging es teilweise schon blutiger zu als ich eigentlich mag.

Trotzdem richtig gut gefallen hat mir der Plot - ich habe einiges über Geocaching gelernt und sogar kurz überlegt, ob ich es nicht mal selbst ausprobieren soll. Nach der Auflösung der Geschichte habe ich mir das wider anders überlegt; die ist aber auf jeden Fall ein großer Pluspunkt. Genauso wie die Charaktere. Vor allem Bea und Florin sind vielschichtig angelegt und gut ausgestaltet; bei den Nebenfiguren fehlte es in dieser Hinsicht an der ein oder anderen Stelle, aber trotzdem habe sie genug Identifikationsfläche angeboten.

Es ist wirklich schade, dass für mich bei diesem Buch das gewisse Etwas gefehlt hat. Trotz allem war es ein lockerer Zeitvertreib und allein der Plot macht es schon lesenswert genug, auch wenn die Umsetzung meiner Meinung nach definitiv mehr Spannung vertragen hätte und da einiges an Potential verschenkt wurde. Von mir gibt es dafür gute 3 Wölkchen.


28.07.2013

[Musik] Sonntagslieder #49

Blabla blablablabla bla blabla blabla.

...so ungefähr klingt in meinem Kopf grade jeder Text, den ich schreibe. Einfach wie inhaltsloses Gelaber. Und anstatt zu versuchen, euch über diesen fehlenden Gehalt mit noch mehr Blabla hinwegzutäuschen, lasse ich die Schreiberei heute einfach bleiben und kommuniziere durch die ausgewählten Top-3-Lieder der Woche mit euch.



The Rolling Stones - Jumpin' Jack Flash
Happy 70. Birthday Mick Jagger - still rockin' ;D


Katrina And The Waves - Walking On Sunshine
Wenn wir schon bei Oldies sind - ein Evergreen der guten Laune :D


Antilopengang - Fick die Uni
Ein bisschen kann sich wohl jeder Student mit diesem Lied identifizieren - wenn auch nicht so richtig ernstnehmenderweise ;)


Einen wunderschönen Sonntag wünsche ich allerseits ♥

26.07.2013

[Rezi] John Green - Das Schicksal ist ein mieser Verräter

Erscheinungsjahr: 2012
Originaltitel: The Fault In Our Stars
Genre: Jugendbuch
Seitenzahl: 283



Teaser:
Aber ich machte mir trotzdem Sorgen. Ich war gerne ein Mensch. Ich wollte es noch eine Weile bleiben. Sorgen sind eben eine weitere Nebenwirkung des Sterbens.





Handlung
Krebskinder sind eine unfaire Mutation und eine Nebenwirkung der Evolution. So zumindest sieht Hazel die ganze Sache - ihres Zeichen selbst Krebspatientin im Kinderkrankenhaus. Ihre Lunge ist voller Tumore, die dank eines speziellen Medikament momentan nicht weiter wachsen. Nachteil ist, dass sich auf Grund dieses Medikaments ihre Lunge ständig mit Wasser füllt. Und dabei ist die sowieso schon angeschlagen und nicht wirklich funtkionsfähig. Deshalb hat Hazel ihr mobiles Sauerstoffgerät auch immer dabei und in der Nase, weil sie sonst nichtmal eine Treppe hochsteigen kann. Und meistens kann sie nicht einmal mit dem Ding eine Treppe bewältigen.

Weil ihe Mutter meint, dass sie sich mehr wie eine normale 16-jährige benehmen soll, zwingt sie Hazel zu einer Selbsthilfegruppe für krebskranke Kinder zu gehen. Damit sie aus ihrer klinischen Depression herausfindet. Allerdings ist diese Gruppe - natürlich - in diesem Zusammenhang eigentlich eher kontraproduktiv, weil die Besetzung ständig wechselt. Eine Nebenwirkung davon, wenn man Beziehungen zu anderen Krebspatienten aufbaut. Doch genau in dieser Gruppe lernt sie Augustus kennen. Er hat Knochenkrebs, aber obwohl ihm deshalb ein Bein amputiert wurde, ist er wesentlich fitter als Hazel. Seine Krebsart hat ja auch eine Heilungschance von 80 Prozent. Hazels nicht. Trotzdem verlieben sich die beiden ineinander, diskutieren über Bücher, Musik und teilen einfach ihre Zeit miteinander. Hazel erzählt Gus auch, dass ihr größter Wunsch es ist, ihren Lieblingsautoren zu treffen; der hat ihrer Meinung nach das beste Buch über ein krebskrankes Mädchen geschrieben, dass es gibt. Gus setzt alles daran, ihr diesen Wunsch zu erfüllen, und gemeinsam fliegen sie nach Amsterdam - weil sich das Leben lohnt, auch wenn das Ende absehbar ist.

Meine Meinung
Wann lese ich schonmal ein Buch quasi in einem Rutsch durch und sitze nach dem Ende noch ungefähr 10 Minuten in Tränen aufgelöst im Bett? Eigentlich nie. Aber nie ist relativ und eigentlich in Kombination mit nie eigentlich sehr unsinnig. Bei diesem Buch spielte sich oben genanntes Szenario jedenfalls ab und ich bin immer noch nicht so richtig in der Lage, etwas dazu zu schreiben. Aber trotzdem starte ich den Versuch, damit ich nichts vergesse, wenn ich nicht mehr unmittelbar unter dem Eindruck dessen stehe, was ich grade gelesen habe.

Ich meine, man kennt ja den Krebsbuch-Plot, weshalb Verlauf und Ende einer solchen Geschichte doch relativ absehbar sind. Die Kunst besteht also darin, diesen Handlungrahmen so zu füllen, dass es a) nicht zu vorhersehbar wird, b) nicht zu abgedroschen und c) nicht zu unaushaltbar ist.
Und bei allem was mir heilig ist, kann ich sagen, dass John Green diese Kriterien mit Bravour erfüllt. Abgesehen von Punkt c) vielleicht. Aber es liegt nicht in der Natur der Sache, erträglich zu sein und eine gute Geschichte davon sollte das definitiv widerspiegeln.

Hazel ist eine ganz besondere Protagonistin, die sich auf so eine erwachsene Art mit ihrer Krankheit und dem Leben allgemein auseinander setzt, dass ich mir super oft in Erinnerung rufen musste, dass sie erst 16 Jahre alt ist. Eine Aussage zum Beispiel ist bei mir besonders hängen geblieben, für die ich sie (ob fiktiv oder nicht) einfach nur bewundert habe. Sinngemäß sagt sie da, dass es ätzend ist, an Krebs zu sterben. Und das einzige, was noch ätzender ist, ist ein Kind zu haben, das an Krebs stirbt. Dieses eine Statement ist perfekt, um sie zu charakterisieren: sie hat keine Lust darauf, die Floskeln über kämpferische und starke Krebskinder zu hören und doch ist sie genau das: sie ist stark. Sie kämpft vielleicht nicht im klassischen Sinn, denn wie sollte sie auch etwas bekämpfen, was wie der Krebs nunmal ein Teil von ihr ist, aber sie erkämpft sich das Stückchen Lebenserfüllung, das ihr vom Schicksal so vehemment verwehrt wird. Dabei hat sie natürlich gute und schlimme Tage und ihr treuster Begleiter ist durch alle Zeit - neben Gus später - ihr absolutes Lieblingsbuch "Ein herrschaftliches Leiden" von Peter van Houten. Dieses Buch handelt von einem krebskranken Mädchen und spricht Hazel förmlich aus der Seele. Allerdings ist sie sehr unzufrieden mit dem Ende, weil die Geschichte irgendwann einfach mitten im Satz aufhört. Dabei möchte sie so gerne wissen, wie es weitergeht mit den Nebencharakteren, die ja irgendwie weitermachen müssen, wenn das Mädchen tot ist. Denn so läuft es nunmal.

In Augustus findet sie einen witzigen, schlagfertigen und intelligenten Freund, der an die Krankheit mit genau dem selben sarkastischen Humor herangeht, wie Hazel selbst. Die beiden verstehen sich auf Anhieb und sind bald nach ihrem Kennelernen ein Paar. Wenn man keine Zeit zu verlieren hat, sollte man diese schließlich mit den Menschen verbringen, die einem am wichtigsten sind. Gus ist direkt und großherzig und erfüllt Hazels sehnlichsten Wunsch: die Reise nach Amsterdam, um van Houten die Fragen zu stellen - wie es weitergeht, wenn die Protagonisten seines Romans tot ist. Und auch, wenn dieser Besuch ganz anders verläuft, als geplant, wird doch einiges klar. Keiner kann wissen, was danach kommt. Hazel nicht. Van Houten nicht. Und wir, als Leser dieses Buches, schonmal gar nicht

Ich kann nicht sagen, dass mir die Geschichte gefallen hat. Natürlich nicht. Sie ist furchtbar tragisch, unfair und unbefriedigend. Aber die Worte, mit der sie erzählt werden, mag ich sehr. Auf manche Fragen gibt es einfach keine Antwort. Diese Erfahrung macht Hazel am Beispiel ihres Lieblingsbuches greifbar, aber natürlich steht das metaphorisch (nicht nur Gus kann Metaphern entdecken ;) ) für so ziemlich alle Fragen, die das Leben betreffen. Am Ende der Geschichte stand ich ähnlich da, wie Hazel am Ende ihres Lieblingsbuchs. Mir ist klar, warum es so endet, aber ich will wissen, wie es weitergeht. Mit den anderen. Mit allem. Obwohl es letztendlich eigentlich nicht wichtig ist. Alles wichtige diese Geschichte betreffend ist gesagt.
Ich vergebe 5 Wölkchen.

24.07.2013

[TAG] Buchopfer

Vor einer gefühlten Ewigkeit hat mir die liebe Charlie einen tollen TAG überreicht und endlich habe ich wieder ein bisschen Zeit für einen etwas aufwendigeren Post, sodass ich diesen - vielleicht ein wenig destruktiven - TAG mitmachen kann. Man stelle sich also eine vom Stress geplagte und frustrierte Kratzbürste vor, die jetzt ihre miese Laune imaginär an den Büchern auslassen wird, die ihrer Meinung nach sowieso reine Papierverschwendung sind.
Gebt dazu noch eine Prise Spongebob Schwammkopf und ihr habt ein ziemlich genaus Bild von mir :)
Es geht bei dem TAG nämlich darum, bei fünf verschiednene Szenarien jeweils ein Buch zu opfern, das einem überhaut nicht gefallen hat. Hehe. Sehr schön. Im Allgemeinen bin ich ja nicht rachsüchtig, aber es gibt Momente, da braucht man das; und gerade ist so ein Moment *händereib* Los geht's!

1.) Du spazierst gerade gemütlich durch einen Buchladen, als die Zombies angreifen. Verständlicherweise geraten die anderen Kunden in Panik, doch du weißt, wie man die Zombies besiegen kann: Man muss sie mit einem zu Unrecht gehypten Buch erschlagen. Welche Wahl triffst du?
Hier geht es weniger um ein spezielles Buch, sondern mehr um den unverständlicherweise total gefeierten Autor. Exemplarisch führe ich mal dieses Buch an: Bis zum letzten Tag von Nicholas Sparks - eine unglaublich schmalzige und klischeebehaftete Geschichte, die immer noch einen drauf setzt, wenn man denkt, dass es nicht mehr schlimmer geht. Genau das richtige, um es bei der Bekämpfung gegen Zombies einzusetzten. Wenigstens für etwas nützliches wäre es dann da.


2.) Du warst gerade beim Friseur und freust dich über deine wunderbare neue Frisur, da fängt es plötzlich an zu regnen. Welche Fortsetzung benutzt du als Regenschirm?
Auch wenn dieser Fall sehr unwahrscheinlich ist, denn am Ende eines jeden Friseur-Besuchs trauere ich mehr meinen abgeschnittenen Haaren nach, als das ich mich über eine Frisur freue. Aber ein entstellter Haarschnitt steht in der Hierachie meiner Prioritäten noch weit über Bis(s) zur Mittagsstunde von Stephanie Meyer und ist somit wesentlich schützenswerter. Ich gehöre nicht zu den Leuten, die Twilight komplett verabscheuen - im Gegenteil, fand ich Teil 1 und Teil 4 ziemlich gut und lesenswert - aber dieses Buch strotzt nur so von selbstfixierter Dummheit, dass es echt schon eine Beleidigung für jedes funktionsfähige Gehirn ist.

3.) Du sitzt im Deutschunterricht und dein Lehrer schwafelt mal wieder davon, wie toll dieser eine Klassiker doch ist. Das Problem: Du hasst dieses Buch und schließlich kannst du nicht anders, als aufzustehen und deinem Lehrer mal so richtig die Meinung darüber zu sagen. Um welchen Klassiker handelt es sich?
Das ist witzigerweise kein fiktives Szenario für mich; tatsächlich gab mal so einen Fall, bei dem ich mich mit meinem Deutsch-LK-Lehrer über einen Klassiker gestritten habe, weil ich die Lobeshymne darauf einfach nicht mehr ertragen konnte. Rückblickend war ich damals vielleicht leicht extremistisch, denn mittlerweile habe ich die literaturgeschichtliche Bedeutung von Franz Kafkas Die Verwandlung verstanden...trotzdem hat sich meine Kafka-Aversion bis heute erhalten; mir reicht aber auch die tolerante Co-Existenz, zu der ich mittlerweile gekommen bin, völlig aus.

4.) Du schlenderst gerade durch die Reihen deiner Stammbuchhandlung, als plötzlich eine neue Eiszeit ausbricht. Die ganze Stadt verwandelt sich in eine Schneewüste und deine einzige Chance ist, im Laden zu bleiben und deine absoluten Hassbücher zu verbrennen, um dich warmzuhalten. Mit welchem Buch beginnst du?
Wow, um mich zu so einer radikalen Aktion zu bewegen, müssten schon ganz besondere Umstände herrschen. Aber gut, in diesem Szenario wäre das ja der Fall, weshalb ich mich wohl für Der fünfte Berg von Paulo Coelho entscheiden würde. Ich war so dermaßen entäuscht von diesem pseudo-philosophischen Buch, das im Grunde die Botschaft vermittelt, dass das Christentum die einzig wahre Religion ist und alle Ungläubigen in der Hölle schmoren werden, dass ich immernoch richtig wütend werde, wenn ich dran denke.

5.) Du bist Backstage, kurz vor deinem großen Auftritt, als dir siedendheiß einfällt, dass du noch deinen Kaugummi ausspucken musst. Doch unglücklicherweise hat du weder Mülleimer, noch irgendeine Art von Papier bei dir - bis auf deine absolute Lieblingsbuchreihe, die du mitgenommen hast, um zur Beruhigung noch etwas zu lesen. Du hast also keine Wahl: Du musst den Kaugummi auf die letzte Seite kleben. Von welcher Reihe findest du das Ende so furchtbar, dass du kein Problem damit hättest, deinen Kaugummi auf die letzte Seite zu kleben?
Eindeutig Die Tribute von Panem III. Ist zwar nicht meine absolute Lieblingsbuchreihe - was hauptsächlich daran liegt, dass ich keine Lieblingsbuchreihe habe, weil ich meistens Einzlbände lese - aber ich möchte sie sehr gerne und fand das Ende ziemlich, ziemlich ... doof. Diese erwachsene Beurteilung ist die Zusammenfassung einer durchaus differenzierten Meinung, die ich hier nicht weiter ausführen werde (Spoiler und so), die man sich aber erklären kann, wenn man die Reihe gelesen hat.

Bevor ich jetzt irgendjemanden tagge, möchte ich noch betonen, dass die obigen Kurzzusammenfassungen in keiner Weise irgendjemanden beleidigen sollen und auch nicht repräsentativ für eine richtige Rezi stehen. Sie formulieren bloß zugespitzt meine subjektive Meinung und wollen keinem auf den Schlips treten. Nur, damit das klargestellt ist :)

Und jetzt kommen wir zum Weiterreichen. Hiermit tagge ich ganz offiziell:
Patricia
Annie
und Hannah (der ich die Daumen für die letzten Prüfungen drücke ;) )

Ich bin gespannt, welche Bücher so auf eurer Hass-Liste stehen! :D

21.07.2013

[Musik] Sonntagslieder #48

Manchmal habe ich so kleine Anfälle, bei denen mir plötzlich ohne Grund auffällt, wie extrem toll und wundervoll das Leben so im Allgemeinen sein kann.
Heute ist wieder einer dieser Anfall-Tage und ohne jetzt ausgelutschte, pseudophilosophische Phrasen von mir geben zu wollen, sind es doch einfach mal wirklich die kleinen Dinge, die einen glücklich machen. Eine Postkarte mit Motivationssprüchen zur BA von meiner Familie zum Beispiel. Oder eine liebe SMS. Zeit zu haben, einen Nachmittag in der Sonne zu liegen. Das momentane Lieblingslied zufällig im Radio hören.

Keine große Sache, aber wichtig. Große Sachen sind oft nur kleine Sachen, die auffallen.
(aus: Markus Zusak "Der Joker")



Cro - Whatever
Dieses Lied meinte ich ;) Keine Ahnung, wie er das macht, aber schon im letzten Sommer haben mir ein paar seiner Lieder irgendwie aus der Seele gesprochen. Und dieses tut es schon wieder! Faszinierend :D


Avicii - Wake Me Up
Ebenfalls perfekt meine momentane Stimmung spiegelt dieses Lied wider. Vor allem die erste Strophe :D

Ein drittes Lied dürft ihr euch heute selbst aussuchen. Meine Playlist beschränkt sich gerade auf diese beiden Songs und ich kann mir nix anderes anhören, weil sie so gut passen, dass alles andere diese Perfektion trüben würde. Oder so.
Ich wünsche euch einen ganz wundervollen Sonntag - fühlt euch virtuell geknuddelt. Denn natürlich gehört auch jeder noch so kleine (oder große ;) ) Kommentar hier auf meinem Blog zu den kleinen Dingen, die mich glücklich machen; danke schöööön dafür :D
Und jetzt macht euch einen schönen Tag ihr Lieben ♥

20.07.2013

[Gerede] Hysterie und Strandidylle - Gegensätze ziehen sich an

Weil es in nächster Zeit wahrscheinlich keine Rezi geben wird und ich trotzdem das Bedürfnis verspüre, neben meinem fachsimpeligem Geschreibsel zu mittelhochdeutscher Erzähltheorie ein bisschen Hirn-Entspannung in Form von nicht ganz so reflektierter Aneinanderreihung diverser Wörter zu betreiben, dachte ich, es wäre eine gut Idee, euch mit einem kleinen Geplapper zu beglücken/belästigen/erfreuen/nerven.

Warum keine Rezi kommt? Dank einem Post der lieben LEY musste ich mir die letzten Tage die LizzieBennet-Diaries auf Youtube anschauen. Wie hätte ich bei solch einer Lobeshymne auch verzichten können, schließlich liiieebe ich "Stolz und Vorurteil". Allerdings sind diese Videos sehr zeitintensiv - es ist ja so irreführend, wenn die Videos alle nur 3 oder 4 Minuten lang sind. Da denkt man sich: "Ach komm, noch eins mehr ist nicht schlimm - frisst ja nicht so viel Zeit" und plötzlich sind 2 Stunden vorbei! Naja, jetzt bin ich glücklicherweise und leider fast am Ende dieser genialen Videoreihe angelangt und musste deshalb einfach zur Vorlage in Buchform greifen. Also lese ich jetzt zum gefühlt 1000. Mal "Stolz und Vorurteil" von Jane Austen, zu dem es hier schon eine Rezi gibt (keine gute, weil eine meiner ersten) und ich deshalb keine mehr schreiben werde. Ich bin sowieso nicht mehr distanziert-objektiv in meiner Subjektivität, um das adäquat umsetzen zu können, denn (erwähnte ich es bereits?) ich liebe dieses Buch ♥


Übrigens habe ich mich nach 3 Jahren an der Küste endlich vollständig mit der Wettersituation hier angefreundet, die so ganz anders ist, als ich es vom Süden her gewohnt war. Aber momentan ist es einfach zu bezaubernd, um auch nur einen Hauch negative Empfindungen darüber zu haben. Milde 25°C, immer eine warme Brise und Strand und Meer quasi direkt vor der Haustür. Wie genial ist das denn bitte?!
Mein Glück wird einzig und allein von meiner neuen Mitbewohnerin getrübt - sie heißt Cruella und hat mir innerhalb einer Nacht 5 (!) Mal in den Arm gestochen und ist dann zum Oberschenkel gewandert, wo zum Glück nur ein einziger Stich ist. Das war trotzdem eine offene Kriegserklärung, die ich mit Vergnügen akzeptiert habe. Es geht also auf die Jagd. Blöd nur, dass die Viecher am liebsten im Dunkeln rauskommen und ich leider sofort einschlafe, sobald das Licht aus ist. Strategiepläne, die dabei helfen, dieses elende Mistvieh zu eliminieren sind also sehr willkommen.
Wahrscheinlich könnte man es Affektverlagerung nennen, weil ich meine gesamte angestaute Hysterie von der BA auf den Kampf gegen die Mücke konzentriere, aber jeder geht halt anders mit Stress um. Fällt auch auf, wenn man meine Mädel und mich (die wir ja alle gerade im BA-Wahn sind) zusammenwürfelt und unseren Gesprächen lauscht. Je länger wir an dieser Arbeit sitzen, desto primitiver wird unser Humor. Und der war vorher schon nicht sehr niveuvoll.
Aber für mich ist das Ende des Wahnsinns schon in greifbare Nähe gerückt - gestern passierte ich die Halbzeit meiner Bearbeitungszeit und habe ab jetzt noch vier Wochen Zeit, die Arbeit fertigzustellen. 4 Wochen und ich habe Urlaub. Ganz lange. Bis das nächste Semester startet.

Wie ist es bei euch? Habt ihr Ferien oder Urlaub? Oder müsst ihr noch eine Zeit lang pflichtbewusst absitzen und lechzt förmlich nach ein wenig Erholung?

18.07.2013

[Challenge] Sommerloch?

Das Sommerloch ist ja eigentlich die Bezeichnung für die Zeit im Jahr, in der die Nachrichtenredaktionen der Zeitungen, Radio- und Fernsehsender kein Füllmaterial bekommen, weil sowohl die Bundesliga als auch der Bundestag geschlossen im Urlaub ist.
Dass dies mittlerweile nicht mehr zutrifft, weil die Weltpolitik niemals schläft und auch Sportler gerne mal ihre aufmerksamkeitssüchtige Visage abseits des Sportplatzes in die Kamera halten, macht es für die Definition nicht einfacher. Mein persönliches Sommerloch momentan ist zumindest keiner mangelnden Aktivität geschuldet, sondern im Gegenteil der Konzentration aller Aktivitäten auf eine einzige Aufgabe: die Uni. Deshalb gibt es leider bis auf eine Außnahme keinen nenneswerten Fortschritt bei den Buchchallenges. Aber der folgt dafür jetzt umso stolzer:


Für die Regenbogenchallenge auf Kastanies Bücherblog habe ich tatsächlich das Juni-Buch grade so noch geschafft und auch das Juli-Buch konnte ich schon abhaken. Wobei 'schon' vielleicht in anbetracht des fortgeschrittenen Monats auch nicht die wirklich ideale Wortwahl ist. Egal.
Im Juni war die Farbe rosa dran und folgendes Buch war - wie angekündigt - auf meinem Leseplan:



 "Das außergewöhnliche Leben der Eliza Rose" ist ein zuckersüßer Roman (wer hätte das bei dem Cover gedacht?!), der im England des 17. Jahrhunderts spielt. Hier kommt ihr zu meiner Rezi dazu, falls euch der Inhalt oder meine Einschätzung näher interessieren.



Für den Juli gelesen habe ich ein Buch mit einem (mehr oder weniger) roten Cover, womit diese Farbe ebenfalls erledigt wäre. Langsam gehen mir die Cover-Farben aus. Mir ist noch nie aufgefallen, dass die meisten Bücher, die ich lese, hellblaue oder weiße Cover haben. Ist aber irgendwie so xD Jedenfalls war dieses Buch im Juli dran:
"Rumo & die Wunder im Dunklen" ist ein ganz besonderer Roman in einer originellen Welt, die trotzdem von bekannten Einflüssen durchzogen ist, sodass man einiges wiedererkennt, obwohl es ganz einzigartig aufbereitet ist. Ein ganz schöner Schinken war das, der mir bestimmt den ein oder anderen Rückenschaden bereitet hat, weil ich meine Bücher ja bekanntermaßen immer überallhin mitschleppe. Hier jedenfalls auch dazu meine Rezi.


Und damit das hier nicht weiterhin so leer bleibt, habe ich beschlossen, meine nicht minder erbärmlichen Fortschritte meiner "Let's rock 2013"-Challenge ebenfalls hier aufzuführen. Wie? Die kennt ihr nicht? Das überrascht mich jetzt aber, wo ich die doch mit solch einer disziplinierten Konsequenz durchziehe und regelmäßig davon berichte.
Haha :D
Mir persönlich ist sie zwar nicht entfallen, aber entgegen meinen Prognosen ist das Jahr 2013 doch nicht so langweilig, wie ich vermutet habe und deshalb konnte ich mir für einiges leider noch keine Zeit nehmen. Vieles ist aber trotzdem in Arbeit und ein bisschen auch mittlerweile abgehakt.
Der Punkt: "reisen" zum Beispiel ist zwar nicht in dem Maße abgeschlossen, wie ich mir gewünscht hätte, aber ein weiterer Urlaub ist leider nicht drin. Doch ich will mich nicht beschweren, weil der Trip nach London schon so ziemlich alle Erwartungen übertroffen und mich für eine ganze Zeit erstmal glücklich gemacht hat. Nachzulesen hier.
Dann konnte ich außerdem immerhin eine Buchchallenge für dieses Jahr erfolgreich abschließen;
die "Oldie but Goldie" Challenge der lieben Kaugummiqueen nämlich. Sehr viel Spaß hatte ich dabei und glücklicherweise fand sie in einem Zeitraum vor dem Sommerloch statt.
4 Bücher habe ich dafür gelesen, die allesamt älter sein mussten, als ich. Das war gleichzeitig deprimierend (wann hört der Spaß im Leben auf? Mit 25?) und spannend, weil ich mich nicht auf Klassiker beschränken wollte. Deshalb durfte auch ein Stephen King auf meiner Liste stehen. Wobei man einiges von ihm theoretisch auch als Klassiker bezeichnen könnte.

Und nicht zuletzt habe ich den Punkt "öfter die Bibliothek besuchen" ebenfalls erledigt. Beziehungsweise werde das natrürlich beibehalten, denn ausleihen schont den Geldbeutel doch erheblich. Aber  ich war dieses Jahr mindestens doppelt so oft in der Bibliothek wie letztes Jahr - und das, obwohl erst die Hälfte vorbei ist. Bei dieser Steigerung kann ich also definitiv den Punkt als erledigt betrachten.

Falls ihr bis hierher durchgehalten habt: Respekt! :D Ihr habt euch ein Eis verdient. Also ab in die Sonne, holt euch eins und genießt die warmen Tage. Stolpert aber nicht ins Sommerloch, ihr werdet noch gebraucht! ;D

16.07.2013

[Rezi] Walter Moers - Rumo & die Wunder im Dunkeln

Erscheinungsjahr: 2003
Reihe: Zamonien-Reihe, Teil III
Genre: Fantasy
Seitenzahl: 693



Teaser:
Du bist einer von diesen Eierköpfen, die lesen können? Kein Wunder, dass du nicht mehr alle Tassen im Schrank hast.





Handlung
Sein Leben bei den Fhernhachen hätte für Rumo nicht angenehmer verlaufen können. Zu jeder Zeit ist eins der freundlichen Wesen da, um sich mit ihm zu beschäftigen, mit ihm zu spielen oder ihn zu füttern. Doch eines Tages wird die Harmonie brutal zerstört und der Wolpertinger-Welpe wird mitsamt seinen Besitzern von den gefürchteten Teufelszyklopen entfürt. Sie werden auf deren Insel gefangengenommen und als lebender Nahrungsvorrat bangen sie zusammen mit Unmengen anderer Gefangener um ihr Leben. Die Fhernhachen werden auch nach und nach gefressen - nur Rumo scheint den Appettit der Zyklopen zunächst nicht zu wecken. Mehr Interesse an ihm dagegen zeigt Smeik die Haifischmade, die ihm viele spannende und informative Geschichten über Zamonien oder das Volk der Wolpertinger erzählt. Rumo selbst befindet sich gerade in einer Wachstumsphase, bildet Gebiss, Sprache und Verstand aus, lernt auf zwei Beinen zu gehen und kann am Ende dafür sorgen, dass der Schrecken, den die Teifelszyklopen überall verbreiten, ein Ende findet. doch das ist nur der Anfang von Rumos Reise, die ihn nicht nur in eine Stadt voller anderer Wolpertinger führt, wo er das Problem mit der Liebe kennen lernt, sondern ihn auch nötigt, in die gefürchtete Untenwelt zu gehen, wo er Wesen trifft, die noch viel schlimmer sind als die Teufelszyklopen.

Meine Meinung
Sehr viel Input bekommt man bei diesem nicht gerade dünnen Buch. Es ist der dritte Teil der bakannten Zamonien-Reihe von Walter Moers und für mich das erste von ihm, was ich gelesen habe. Diese Reihe muss man nämlich nicht zwingend chronologisch lesen, weil sich die Geschichten zwar immer in der selben Welt abspielen, aber die Protagonisten zum Teil wechseln. Wenn ich das richtig verstanden habe.
Jedenfalls wird Walter Moers in meinem Freundeskreis voll gefeiert und da musste ich diese Wissenslücke, noch nie ein Buch von ihm in der Hand gehabt zu haben, natürlich endlich einmal schließen. Und ich muss sagen, das war eine gute Entscheidung.
Die Welt, in die der Leser geschickt wird, ist zwar ziemlich brutal, aber gleichzeitig voller faszinierender phantastischer Elemente, dass das Lesen einfach Spaß macht. Man merkt, wie unglaublich gebildet der Autor sein muss und wie gut er mit Worten umgehen kann, ohne dass man als kleiner dummer Mensch überfordert damit ist. Es gibt so unendlich viele Anspielungen auf verschiedenste Themenbereiche zu entdecken, dass es auch neben der an sich spannenden Handlung noch spannender ist, dieses Buch zu lesen. Mir persönlich hat die Nähe zum mittelalterlichen Heldenepos sehr gefallen; vor allem der Plot im zweiten Teil ist eindeutig davon inspiriert: der Held zieht aus, um durch mutige Taten die Liebe seiner Angebeteten zu gewinnen.
Jetzt ist der Held in diesem Falle natürlich kein Ritter, sondern ein Hund mit zwei kleinen Hörnern vorne am Kopf, der gehen, reden, schreiben und vor allem kämpfen kann. Durch letztere Fähigkeit zeichnet sich das gesamte Volk der Wolpertinger aus und Rumo ist ein Exemplar, der sich selbst aus dieser Reihe exzellenter Kämpfer noch positiv hervorhebt. Dabei hilft ihm wahrscheinlich, dass er nicht allzuviel Zeit mit Nachdenken verschwendet, sondern gerne gleich losstürmt und dabei auf seine Instinkte hört. Damit fährt er auch ziemlich gut, wenn man seine Erfolgsbilanz betrachtet. Und wenn man dann noch vergleichend heranzieht, dass er bei dem Mädchen seines Herzen nicht ansatzweise so souverän ist und entsprechend große Schwierigkeiten dabei hat, sie für sich zu gewinnen, eben weil er in diesem Fall plötzlich anfängt mit dem Nachdenken, ist doch schon alles klar. Der Teil, in dem ihm klar wird, was Mädchen sind, gehört mit zu meinen Lieblingsstellen, weil sie Rumo so schonungslos unbedarft und naiv darstellt, wie er ja auch ist, als er in Wolperting - der Stadt der Wolpertinger (sie sind alle unheimlich kreativ da ;) ) - ankommt. Er ist auf jeden Fall ein äußerst sympatischer Protagonist, aber auch die Nebencharaktere sind sorgfältig ausgearbeitet, haben ein griffiges Profil aber stecken nicht in einer festgeschriebenen Rollenstruktur fest. Mein Liebling ist ja Urs. Erstens hat er den ulkigsten Namen der Welt, zweitens sieht er genau so aus wie er heißt und drittens ist er immer nur am essen. Ich liebe ihn.
Und da kommen wir auch schon zu einem weiteren, genialen Aspekt des Buches: es ist nicht nur gefüllt mit Buchstaben, sondern hat auch eine ganze Reihe, von Walter Moers selbst gemalter, Bilder. Bilder von der Landschaft, von den Leuten, die man so trifft, von irgendwelchen Machienen und so weiter. Total genial ist das. Eigentlich war ich vorher skeptisch, weil ich mir gerne selbst ausmale, wie alles aussieht, aber in diesem Fall passen die Zeichnungen einfach perfekt zu dem Geschriebenen - sie überdecken es nicht, sondern ergänzen es unterstützend.
Abzug bei der Bewertung gibt es nur ganz leicht: erstens wird die Haupterzählung ständig von Nebenerzählungen unterbrochen. Diese sind oft interessant und meistens auch irgendwie von Nutzen für das Verständnis des weiteren Handlungsverlaufs, aber manchmal weist dadurch die Geschichte einfach Längen auf, durch die ich mich ein bisschen durchkämpfen musst. Und zweitens gibt es Punktabzug für diese beständige und detailiert beschriebene Gewalt. Klar, ein bisschen blutrünstig kann es schon sein, aber es gibt einfach so viele Figuren, die quälen und töten einfach weil es ihnen Spaß macht. Das wird zwar durchaus auch problematisiert, gefällt mir persönlich aber einfach nicht. Ich lese nicht gerne etwas über herumspritzende Gehirne.
Aber ansonsten bietet Rumos Geschichte alles, was das Herz begehrt: Action, Spannung, Liebe, Humor, toll gestaltete Figuren, die sich im Verlauf alle mal schmerzhaften Weiterentwicklungen stellen müssen. Das Setting ist in einer für mich bisher nicht gekannten Welt und die Geschichte ist rundum einzigartig. Ich habe das Lesen sehr genossen und vergebe 4 super Wölkchen.

14.07.2013

[Musik] Sonntagslieder #47

Ich melde mich heute aus der Chaos-Zentrale des Wahnsinns: nach einer nächtlichen Schreiborgie erwachte ich heute Morgen mit großen Erinnerungslücken inmitten von kreuz und quer herumliegenden Bücherstapeln, Papierlawinen und Zettelwirtschaft. Wie kommt es, dass man vor lauter Papier meinen Fußboden nicht mehr sieht? Geschweige denn, den Schreibtisch?
Ein kleiner pseudo-wissenschaftlicher Hangover hat mich ganz offensichtlich heimgesucht - ich bin sehr gespannt, wie die letzten Absätze meiner Arbeit aussehen; wenn meiner Vermutungen zutreffen, endet auf jeden Fall jeder Satz grammatikalisch anders, als er anfängt. Wenn ich trotzdem Glück habe, sind die Inhalte aber nicht ganz so verworren wie die äußere Struktur und ich muss nur einmal alles kurz überarbeiten. Wir werden sehen. Zur Motivation habe ich jetzt aber erstmal eine Playlist erstellt. Und hier die Top-3 meines musikalischen Katerfrühstücks:



Pink - Where Did The Beat Go
Falls es euch noch nicht aufgefallen ist: ich liebe dieses neuste Album von ihr! Deshalb war auch schon fast jedes Lied davon Teil des sonntäglichen Liederladens. Dieses hier ist besonders gut zum Arbeiten, finde ich. Sie sucht den Beat und ich suche die Erleutung. Passt doch! ;D


Simple Plan - Take My Hand
Der Post-Abi-Song meiner Mädels und mir. Manchmal ist es schön, ein bisschen in Erinnerungen zu schwelgen :)


The Offspring - Slim Pickens Does The Right Thing And Rides The Bomb To Hell
Langer Titel, puh! :D Bei dem Video geht das Lied erst bei 2:41 los; dank der GEMA gibts nur die Live-Version. Aber die ist auch cool :D


Ich geh dann jetzt mal die Spuren der Nacht beseitigen - irgendwie traurig, dass es sich dabei nur um Papier, Textmarker und geistigen Müll handelt. Aber was solls. Viel Spaß beim Hören allerseits und einen unverkaterten (wovon auch immer ;) ) Sonntag ♥

12.07.2013

[Rezept] Super-Special-Muffins

Wer wünscht sich nicht, bei diesen sommerlichen Temperaturen in der Küche zu stehen und zusätzlich zur Steigerung der Zimmertemperatur den Backofen anzuschmeißen?
Naja, was soll ich sagen? Wenn mich die Backlust trifft, nehme ich darauf keine Rücksicht. Deshalb habe ich heute mal wieder ein Muffin-Rezept für euch, das eigentlich ganz normal und unspektakulär ist, aber durch das Verwenden der noch von der Weihnachtsbäckerei übrig gebliebenen Lebensmittelfarbe einen besonderen Touch bekommt.


Was ihr braucht
100g Zartbitter-Schokolade
125g Butter
250g Weizenmehl
2 TL Backpulver
130g Zucker
1 Pk. Vanillin-Zucker
etwas Milch und natürlich Lebensmittelfarbe - ich habe Pulver genommen

Außerdem
einen kleinen Topf
eine Schüssel
einen Schneebesen
mehrere Löffel
ein kleines Messer
ein Schneidebrettchen
einen Messbecher
eine Waage
Muffin-Förmchen

Und so geht's
Für den Teig Zartbitter-Schokolade in Stücke brechen und mit der Butter in den Topf geben. Das ganze bei schwacher Hitze unter Rühren zerlassen. Anschließend die Masse abkühlen lassen.
Den Backofen auf 180°C (Ober-/Unterhitze) vorheizen.
Mehl mit Backpulver in eine Schüssel geben und mit Zucker und Vanillin-Zucker vermischen. Eier, Milch und Butter-Schoko-Masse hinzufügen und alles mit einem Schneebesen kräftig verrühren. Abschließend das Farbpulver unterrühren. Dabei lieber nicht alles auf einmal reinschütten, denn zumindest beim Pulver zeigt sich die Intensität der Farbe erst, wenn es vollständig aufgelöst ist und das kann ein bisschen dauern bzw. rühren erfordern. Meine Farbe war übrigens Blau :)
Den Teig in die Muffinförmchen füllen und auf einem Backblech im unteren Drittel des Backofens ca. 25 Minuten backen.

Das Ganze sieht dann am Ende etwa so aus





 Vorm Backen


Und danch. Ich habe den Teig zweigeteilt und die eine Hälfte nicht gefärbt. Dann hat man normale Schokomuffins - falls jemandem blaues Essen so total widersteht, muss der dann nicht leer ausgehen.




Mir gefallen diese etwas abgespaceten Muffins super gut. Und wenn man sie in der Runde auspackt, erntet man erstmal verwirrte und irritierte Blicke - das macht Spaß! :D

09.07.2013

[Gerede] Totally fell in love with London PART I

Das liebste Schwesterherz & ich haben uns vor ein paar Wochen einen großen Wunsch erfüllt: einen Kurz-Tripp in die Stadt der Städte - London! :D
4 Tage waren wir da uns das ist natürlich viel zu kurz, um mehr als einen Bruchteil dieser grandiosen Stadt zu erkunden. Viele obligatorische Touri-Aktionen konnten wir aber natürlich abhaken; eine kleine Zusammenfassung kriegt ihr jetzt - zumindest die erste Dosis. Denn über 2 Tage in London gibt es schon so viel zu berichten, dass ein 4-Tages-Bericht deutlich zu lang wäre. Irgendwann wenn ich wieder Zeit hab, folgt dann der zweite Teil mit dem großen Finale :D


Tag 1: Wenn eine Reise um 2 Uhr nachts losgeht...
...freut man sich ab ca. 17 Uhr unendlich darauf, demnächst ins Bett zu dürfen. Aber erstmal war an Schlaf natürlich nicht zu denken. Schließlich sind wir extra mitten in der Nacht losgegondelt, um selbst den Anreisetag komplett ausnutzen zu können: erstmal natürlich die Gegend um unser Hotel erkunden - die hatte nämlich einiges zu bieten. Allein schon der Hyde Park, der einfach mal vor der Haustür war und in den man quasi hineingefallen ist, wenn man das Hotel verlassen hat, ist ja schon so wundervoll :)
Falls ihr mal eine semi-günstige (London ist ja vieles, aber eins sicher nicht: billig) aber auf jeden Fall saubere Absteige sucht: das Hotel Alexandra kann ich wirklich weiterempfehlen. Lebenserhaltende Konsumgüter sind ebenso leicht zu finden, wie diverse Pubs, U-Bahn-Stationen und das Hilton-Hotel ist übrigens auch in der direkten Nachbarschaft ;)

Look right - look left
Was natürlich als erstes auffällt und zu diversen Nahtoderfahrungen führen kann, ist der auf britischen Straßen herrschende Linksverkehr. Wenn nicht vor jeder Fußgängerampel die Richtung, aus der die Autos kommen, in riesigen Buchstaben auf dem Boden stehen würde... wären wahrscheinlich 80% der Touris nach dem ersten Urlaubstag tot. Tzz...diese dummen Festland-Europäer.
Wozu allerdings die Ampeln montiert wurden, ist mir ein Rätsel, denn die Autofahrer zumindest ignorieren diese doch mehr oder weniger konsequent. Allgemein halte ich Autofahren in London (oder in anderen Großstädten) ja für eine wahre Kamikaze-Aktion und jeder, der das ohne Kratzer am Auto durchsteht, hat meine größte Ehrerbietung.


Don't worry girls!
Briten sind unglaublich coole Menschen. Alles perlt an dieser typischen Attitude ab, die man aus Monty-Pytons-Filmen kennt :D Durch diese waren wir auf den britischen Humor schon ein bisschen eingestimmt, aber das dann live und in Farbe zu erleben, ist nochmal was ganz anderes. Außerdem musste ich öfter meine mangelnde Sprachkompetenz verfluchen, die mich die ein oder andere schlagfertige Antwort bedauernd runterschlucken ließ. Whatever, die Kommunikation gestaltete sich allgemein doch als reibungsloser als erwartet und hat sehr viel Spaß gemacht. Das Schwesterlein und ich sind adorable ladies - nur, dass das mal klar ist.
Erstes Ausflugsziel war dann logischerweise die berühmte tube (man muss ja irgendwie von A nach B kommen), durch deren Streckennetz wir auch tatsächlich ohne Probleme durchgestiegen sind. Und das als Kinder vom Land! (Merkt mans - wir rechnen grundsätzlich immer mit mehr Schwierigkeiten, als wir letztendlich haben. So werden wir immer positiv überrascht :D ). Besichtigt wurden dann uns vorher eher unbekannte Gebäude und andere architektonisch anspruchsvolle Konstrukte - war schließlich eine Bildungsreise! ;)


Allerdings waren wir dann doch beide sehr erleichtert, als wir abends nach fast 30 Stunden ohne Schlaf endlich ins Bett fallen konnten :)


Tag 2: Auf Touri-Tour
Nach einem typisch deutschen Frühstück (keine Ironie, es gab Toast und Marmelade) waren wir gestärkt, ausgeschlafen und motiviert für unser zum Platzen volles Sight-Seeing-Programm. Auch wenn man in London im Prinzip eigentlich nur geradeaus laufen muss, um früher oder später auf irgendeine Attraktion zu stoßen, hatten wir einen extrem ausgeklügelten und ökonomisch praktischen Plan.

Mind the gap!
Los ging's natürlich wieder per U-Bahn, wo uns die überall präsente Stimme aus dem Off wie am vorherigen Tag vor der höchst gefährlichen Spalte zwischen Zug und Bahnsteig warnte. Soll sich ja keiner ein Bein brechen ;)
Der körperlichen Unversehrtheit also versichert, gab dafür die lebenswichtige TravelCard meiner Schwester den Geist auf und konnte von den Lesegeräten an den Schranken nicht mehr erkannt werden. Um trotzdem rein und raus aus der U-Bahn zu kommen, war das die Gelegenheit für sie, bei jedem Ein-, Aus- und Umstieg ein nettes Gespräch mit dem jeweiligen Sicherheitstypen zu führen, der sie dann durchließ.

Erwähnte ich eigentlich schon, dass ich den britischen Akzent liebe? Liebe, liebe, liebe ♥ Übrigens ganz auffällig ist die ausschließllich junge und hübsche Stadtbevölkerung in London. Ernsthaft. Es gibt keine dicken, hässlichen, alten oder schlecht gekleideten Menschen da. Zumindest nicht viele. Und Barney von HIMYM hat schon irgendwie recht wenn er sagt, dass Männer im Anzug immer besser aussehen als ohne. Sieht man schon an den Schuluniformen. Die machen (bis auf wenige unmodische Ausnahmen) echt was her. Alles hat so einen royalen Touch! :D

Last orders please!
Dieser zweite Tag war auf jedenfall unser laufintensivster. Wir hatten aber auch so ein Glück mit dem Wetter: die ganze Zeit schön warm und sonnig. Jedenfalls haben wir folgende Sachen besichtigt/besucht/sind dort rumgerannt: Tower Hill und Tower Of England natürlich, einschließlich des Millenium Pier und dann einmal queerbeet durch London - das Monument (hab leider schon wieder vergessen, wofür das steht ich Banause!), die Tower Bridge, die Tower Bridge von der London Bridge aus, Palace of Westminster einschließlich des Turmes mit dem Big Ben drin und den Houses of Parliament, Bank of England, die Fleet Street, das London Eye, St. Paul's Cathedral und die Westminster Abbey. Abgesehen davon noch einige Statuen und andere richtig coole Verzierungen. So eine schmucke Stadt!


Die Tower Bridge, St. Paul's und Westminster Abbey haben mich dabei am meisten begeistert. Ich glaub, da wurde mir zum ersten Mal richtig bewusst, wo wir waren :D

So anstrengend dieser Tag auch war, liesen wir es uns natürlich nicht nehmen, den Tag gemütlich in einem Pub ausklingen zu lasen und typisch englisches Bier zu trinken. Schmeckt gar nicht so schlimm ;D Dort haben wir auch ein paar Österreicher getroffen - Österreicher sind die Briten des deutschsprachigen Raums; ich hör sie auch so gerne reden :D
Ein bisschen schockiert war ich, als um 23 Uhr eine Glocke bimmelte und die letzte Runde eingeläutet wurde. Krass! Ab dann gibt es
nirgendwo mehr Alkohol zu kaufen (zumindest unter der Woche). Das sollte man mal in Deutschland einzuführen versuchen xD


So, wie gesagt, es gibt viel zu berichten :D Ich hoffe, ihr hattet ein bisschen Spaß beim Lesen :) Wart ihr schon in London? Wollt ihr irgendwann noch hin?

07.07.2013

[Musik] Sonntagslieder #46

Gestern habe ich wieder festgestellt, wie sehr ich den Geruch von Sonnencreme liebe! :D
Darin manifestieren sich irgendwie alle schönen Dinge im Sommer und diese Empfindungen werden in meinem Hirn freigeschaltet, sobald ich Sonnencreme erschnüffele. Und am allertollsten ist, wenn man von einem Tag am Strand, See oder im Freibad nach Hause kommt und so komplett nach Sommer riecht - diese Mischung aus Sonne, Sonnencreme, Wasser und frischer Luft. Herrlich. Diese Erinnerung hält mich grade aufrecht am Schreibtisch, wohin ich mich heute in Anbetracht der anstehnden Klausuren selbst verbannt hab. Mit dieser Musik als zusätzliche Motivation:



Gustavo Lima - Balada
Jaja, es ist vom letzten Jahr. Aber ehrlich, wer kann bei dem Lied still sitzen bleiben? Also passt es immernoch :D


Capital Cities - Safe and Sound
Um meiner momentanen Elektro-Affinität (oh jee...^^) treu zu bleiben :D


Bastille - Pompeii
Und jetzt noch wenigstens ein bisschen gehaltvolle(re) Musik :) Ich mag die Stimmen im Hintergrund; ich freu mich immer, wenn man in Liedern ganz viel textlos mitträllern kann. Das ist dann meinem musikalischen Niveau angepasst :)

Und jetzt verabschiede ich mich wieder und tauche in meinen Klausurstoff ein. Euch einen entspannten Sonntag mit viel Sommer ♥

04.07.2013

[Rezi] Philipp Andersen, Miriam Bach - Warte auf mich

Erscheinungsjahr: 2013
Genre: Roman
Seitenzahl: 317



Teaser:
Ich blätterte zur nächsten Seite, dann zögerte ich einen Moment, bevor ich weiterlas. Vielleicht war ihr Roman ja großer Mist - mehr Paillettenkleid, weniger Chucks. Und dann? Egal! Eine Enttäuschung wäre vielleicht genau die Medizin, die ich jetzt brauchte.




Handlung
Auf einer Verlagsparty trifft sie ihn schon wieder: Philip Andersen, diesen arroganten Schnösel, diesen gehypten Autor, dessen Verkaufszahlen genauso geleckt sind, wie er selbst. Doch dieses Mal passiert etwas völlig unerwartetes. Sie, Miriam Bach (na, wer merkts? ;) ) sitzt plötzlich an seinem Tisch und ist völlig verzaubert von seiner direkten Art, die sich fast sofort einen Platz in ihrem Herz erobert hat. Und auch Philipp ist hingerissen von dieser Frau, die 17 Jahre jünger ist als er und ihn trotzdem in ihren Bann gezogen hat. Und ehe sie sich versehen, sind beide mittendrin im Gefühlschaos. Er, der nach wie vor glücklich verheiratet ist und seine Frau nach über 30 Jahren Ehe auch nicht verlassen kann und will und sie, die mit fast vierzig Jahren auf eine gescheiterte Ehe und viele verletzte Gefühle zurückblicken kann, erkennen sich jeweils in dem anderen wieder und helfen sich gegenseitig dabei, mit dem Leben klarzukommen, in dem sie es manchmal beide nicht aushalten. Doch natürlich kann das nicht von Dauer sein. Eine Affäre? Dazu ist Miriam nicht der Typ. Und Philipp auch nicht. Aber voneinander lassen können die beiden einfach nicht. Ihren Kampf um sich, um umeinander und um die Liebe haben die beiden unabhängig voneinander aufgeschrieben und zu diesem Dialogroman zusammengefasst.

Meine Meinung
Oh. mein. Gott. Wenn ich irgendwo so eine Inhaltsangabe wie die obige lesen würde, wäre dieses Buch wahrscheinlich für immer und ewig für mich gestorben. Aber was wäre mir damit entgangen?!
Eine berührende Liebesgeschichte, wie sie lebensnaher nicht sein könnte - und das, ohne kitschig, romantisch verklärend oder in irgendeiner Weise schmalzig zu sein.
Okay, schmalzig wird es vielleicht schon phasenweise. Vielleicht sogar sehr. Aber das passt einfach zur Geschichte, ist für jeden nachvollziehbar, der schonmal mit Haut und Haaren verliebt war und stört deshalb nicht im Geringsten, ist es doch in diesem Fall Audruck der Emotionen der beiden Protagonisten, die eine wahre Achterbahn der Gefühle durchleben - fast wie bei einer ersten großen Teenie-Liebe, und das, obwohl beide gestandene Erwachsene sind! Wahrscheinlich ist es genau diese Tatsache, die den Zugang zu diesem Buch für mich evoziert hat: man kann sich so krass gut in die beiden hineinversetzten, mitfühlen und vor allem mitleiden.
Denn dieser Beziehung wohnt eine große Schwere bei, die man deutlich in jeder Zeile spürt. Es ist ein ewigs Hind und Her mit den beiden. Ja, nein, aber dann wieder ein dickes Ja.
Ich muss ja sagen, dass mir Philipp rein vom moralischen Standpunkt aus voll auf die Nerven geht. Immerhin ist er verheiratet, glücklich verheiratet wie er immer wieder betont, und legt sich eine Geliebte zu. Sowas geht einfach gar nicht, jetzt mal große Liebe hin oder her. Er hat ein bisschen das Problem, dass er sich in einer leichten Midlife-Crisis zu befinden scheint und Miriam ihn sich wieder "lebendig" fühlen lässt. Er wird um Jahre jünger, wenn die beiden zusammen sind, weil Miriam selbst so eine kindliche Ausstrahlung hat. Trotzdem will er seine Frau nicht verlassen; seine optimale Lösung ist, einfach beide zu haben: Miriam und seine Ehefrau. Natürlich reflektiert er dieses Problem auch, denn ihm ist das Unfaire daran schon bewusst. Aber Gefühl siegt über Verstand. Und zugute halten muss man ihm, dass es immerhin nicht nur um Sex geht - auch wenn die Beziehung der beiden durchaus Schlagseite in diese Richtung hat.
Aber warum er mir einfach nicht unsympathisch sein kann: seine Passagen sind ja so unglaublich schön geschrieben! Kunstvoll, ehrlich und direkt beschreibt er seine Situation und zieht den Leser (oder zumindest doch mich) schon ein bisschen auf seine Seite. Er ist ja auch kein schlechter Kerl an sich. Und von der Situation genauso überfordert wie Miriam.
Die Sequenzen aus ihrer Sicht sind ein bisschen distanzierter geschrieben als die Philipps und auch nicht so poetisch; trotzdem vermitteln auch sie die Emotionen und das Gefühlschaos, indem Miriam sich befindet. Ein bisschen zu sensibel und definitiv zu lebenshungrig hat sie schon so manche schlimme Zeit durchgemacht und wehrt sich am Anfang sehr, sich auf diese offensichtlich zum Scheitern verurteilte Beziehung einzulassen. Anfangs sieht sie das ganze auch eher als ein Spiel an und bemerkt zu spät, dass sie sich schon viel zu sehr darauf eingelassen hat, um auf die Bremse treten zu können, als es ernster wird.
So führen die beiden über ein paar Monate hinweg ihre glücklich-unglückliche Beziehung fort und ich hatte teilweise ein leichtes Voyeur-Gefühl: als wäre ich Zeuge von etwas, was mich eigentlich nichts angeht. Denn es ist schon alles sehr privat, was da so ohne Hemmungen oder Beschönigungen geschildert wird.
Was mich dann aber endgültig für diese Geschichte eingenommen hat, war das Ende - auch wenn das ein bisschen konstruiert wirkt.

Warte auf mich ist die Geschichte einer bedinungslosen Liebe, die mir wirklich ans Herz gegangen ist und die ich noch lange mit mir herumtragen werde. Das Buch steckt voller wunderschöner, bittersüßer Worte, die die Gefühle der Protagonisten fast so intensiv wiedergeben, wie sie tatsächlich gefühlt wurden. Liebesgeschichten sind eigentlich nicht mein Ding, aber dieses Buch bekommt definitiv 5 rosa Wölkchen von mir. Und Herzchen. Viele, viele Herzchen ♥♥♥♥♥♥♥♥




Mein allerherzlichster Dank für dieses Rezensionsexemplar geht an den Piper-Verlag und Blogg dein Buch (und *hier* könnt ihr das Buch kaufen, falls ihr euch nach meiner Rezi nicht übergeben müsst ;D )

03.07.2013

[TAG] Schnitzeljadg durch mein Bücherregal

Da sich langsam aber sicher die TAGs, die ich noch machen möchte/muss/soll/darf/etc, zu einem mehr oder weniger unübersichtlichen Haufen an Linksammlungen summieren, habe ich beschlossen, dass es an der Zeit ist, mal endlich etwas davon abzuarbeiten.
Entschieden habe ich mich heute für den "Schnitzeljagd durchs Bücherregal"-TAG, der schon vor einiger Zeit die Runde gemacht hat und zu dem ich vor gefühlten 20.000 Jahren von der lieben Ley eingeladen worden bin.
Da der TAG eigentlich von Youtube stammt, kann man ihn sowohl in Schriftform als natürlich auch als Videoantwort mitmachen - und weil ich weder eine geeignete Kamera noch filmerisches Talent besitze (und sich meine Stimme auch nicht gut als Sprecherin aus dem Off eignet), gibt's bei mir klassischerweise einfach ein paar hübsche Bildchen. Und los geht's!

1. Ein Autor oder ein Buchtitel, in dem der Buchstabe "Z" vorkommt


Zu dieser Frage hätte ich erstaunlich viel Auswahl - entschieden haben ich mich dann aber für Marina von Carlos Ruiz Zafón, der vor noch nicht allzulanger Zeit zu meinen absoluten Lieblingsautoren gehört hat. Mittlerweile bin ich dieser Phase ein wenig entwachsen, mag seine Bücher aber immernoch sehr, sehr gerne :)





2. Ein Klassiker

Ebenfalls relativ reiche Auswahl in meinem Regal gibt es für diese Kategorie. Deshalb liste ich hier mal Der Glöckner von Notre-Dame von Victor Hugo auf, weil ich dieses Buch a) ganz furchtbar liebe und b) noch in keinem anderen Schnitzeljagd-TAG gesehen habe. Variation olé :D



3. Ein Buch mit einem Schlüssel auf dem Cover
Im Gegensatz zu den ersten beiden Aufgaben konnte ich hierzu leider überhaupt nichts finden - tatsächlich habe ich einmal alle meine Bücher ausgeräumt, umgeschichtete, genau betrachtet und überall nach einem Schlüssel Ausschau gehalten - und dann gleich mein Regal neu sortiert ;D - aber bin leider nicht fündig geworden. Interessant. Schlösser habe ich sehr oft gesehen, aber leider wurde kein passender Schlüssel mitgeliefert.

4. Etwas im Regal, das kein Buch ist

Ein riesengroßer Marshmallow-Lolli! :D
Tatsache ist, dass meine Bücherregale elementarer Bestandteil meiner Raumdekoration sind, und sich deshalb ziemlich viel Zeug darin befindet, was nichts mit Büchern zu tun hat. Seit meinem diesjährigen Geburtstag gehört dieser Lolli ebenfalls dazu; er gehörte zu einem super tollen Geschenk und ist mir irgendwie zu schade zum Essen.



5. Das älteste Buch im Regal

Mein ältestes Buch hat gleichzeitig auch den längsten Titel: Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke von niemand geringerem als dem guten Rainer Maria Rilke habe ich vor kurzem (okay, es ist doch schon ein halbes Jahr her - wie die Zeit vergeht! :D ) auf dem Flohmarkt erstanden und erfreue mich seitem dieser wundervollen Ausgabe von 1950.


6. Ein Buch mit einem Mädchen auf dem Cover


Ein beliebtes Motiv für Jugendbücher - deshalb habe ich mich hier mal für ein untypischeres Genre entschieden und mit Der Übergang von Justin Cronin eine Art furturistischen Sci-Fi-Roman mit einem wirklich, wirklich gruseligen Cover entschieden. Auf dem Bild kommt das nicht so doll rüber, aber diese Augen starren einen in Grund und Boden. Als ich das Buch gelesen habe, musste ich es immer mit dem Cover nach unten auf meinen Nachtisch legen, damit ich mich beim Schlagen nicht beobachtete gefühlt hab :D


7. Ein Buch, in dem ein Tier vorkommt



 Sogar mehrere Tiere spielen hier eine wichtige Rolle. Wer kennt nicht das rennende Kaninchen oder die weise Raupe oder natürlich meine geliebte, weil total bekloppte, Grinsekatze aus Lewis Carrolls wundervoller Geschichte Alice im Wunderland?





8. Ein Buch mit einem männlichen Protagonisten
Als ich selbst noch ein missverstandener, kleiner Teenie war, konnte ich mich trotz der Geschlechterdifferenz total gut mit dem Protagonisten des Buches Ihr kennt mich nicht von David Klaas identifizieren. Mittlerweile erinnere ich mich nicht mehr so richtig an den Inhalt und will das Buch auch lieber nicht mehr lesen, sondern in guter Erinnerung behalten. Mein Regal darf es aber weiterhin zieren :)


9. Ein Buch nur mit Schrift auf dem Cover



Hier schummele ich zugegebenermaßen ein bisschen, denn dieses Buch stammt aus meinem Uni-Bücher-Regal (deshalb rechts auch die Reclam-Heftchen). Aber Der gebrauchte Jude von Maxim Biller passt so perfekt in die Kategorie und hat mir ausgesprochen gut gefallen. Deshalb ist der Platz hier doch verdient.




10. Ein Buch mit Illustrationen



Kochtechnisch gesehen ist Studentenfutter meiner Bibel - es stehen super viele tolle und leckere Rezepte drin und die sind standesgemäß für Dr. Oetker fotografisch wunderschön illustriert.






11. Ein Buch mit goldener Schrift



Hierfür habe ich den ersten Teil der Grim-Reihe von Gesa Schwartz ausgesucht. Der dritte liegt noch schön in Folie verpackt auf meinem SUB und wartet darauf, dass auch endlich der zweite Teil bei mir einzieht, damit ich endlich lesen kann, wie es weitergeht.





12. Ein Tagebuch (echt oder fiktional)
Fühlt euch geehrt, denn ihr seht jetzt etwas, das normalerweise kein Mensch je zu Gesicht bekommt.
...okay, so ganz stimmt das nicht, denn dieses Büchlein kommt einem Tagebuch zwar am nächsten, wird aber nicht mit meinen Geheimnissen, Gedanken oder sonstigen höchst privaten Sachen gefüttert, sondern (wie ihr im unteren Bild seht), enthält es eine Sammlung an Eintrittskarten, Fotos von Veranstaltungen, die ich besucht hab, und so lustigen Dingen wie dem silbernen Flitterband, das bei der Bülent-Ceylan-Show von der Decke gefallen ist. Es ist so schön, es hin und wieder durchzublättern :)



13. Ein Buch eines Autors mit einem häufigen Namen (z.B. Schmitz)



Holger Karsten Schmidt ist wohl der gewöhnlichste Name der Welt - zum Glück ist Name nicht Programm, denn Isenhart gehört zu den besten historischen Romanen, die ich je gelesen habe.





14. Ein Buch mit einem Close-Up auf dem Cover


Viel näher als bei Faunblut von Nina Blazon geht es wohl kaum - Nasenloch und Auge sind das einzige, was man von dem Gesicht sieht. Ich steh aber total auf das Cover - sowohl die Farben als auch die Idee mit den Federn als Wimpern und die schöne Schrift und alles irgendwie harmonisch abgestimmt mit dem Inhalt des Buches. Perfekte Konzeption, wenn ihr mich fragt! :D





15. Ein Buch in deinem Regal, das in der frühsten Zeit spielt




Entschuldigt das verwackelte Bild, aber ich bin sicher, ihr erkennt, dass es sich bei dem Buch um Der Name der Rose von Umberto Eco handelt. Es spielt 1360 oder so (ganz sicher bin ich mir nicht, aber ich würde definitiv auf Ende des 14. Jahrhunderts wetten). Etwas früheres besitze ich nicht, aber Mittelalter ist ja auch schon lange her ;)




16. Ein Hardcover ohne Schutzumschlag



Die meisten meiner Hardcover sehen ohne Schutzumschlag total langweilig aus. Nicht so Der Joker von Markus Zusak, denn der wird gleich ohne Schutzumschlag mitgeliefert und hat deshalb seine schöne Gestaltung direkt auf dem Deckel.






17. Ein türkisfarbenes Buch


Türkis ist ja so eine Farbe, die gerne mal diskutiert werden kann. Auf dem Bild hier kommt das Cover von Das Leben ist ein Kitschroman von Sophie Benning auch in keinster Weise türkisfarben rüber. In der Realität ist es zwar auch eher blaustichig, allerdings würde ich trotzdem behaupten, dass man es mit ein bisschen gutem Willen nich als türkis bezeichnen kann ;P




18. Ein Buch mit Sternen auf dem Cover


Gleich in mehrfacher Ausführung finden sich Sterne auf dem Cover von Der Nachtzirkus von Erin Morgenstern ;) 
Von diesem Buch habe ich ungefähr 500 Aufnahmen gemacht, weil die Farben des Geschörkels um den Titel je nach Lichteinfall variieren und das wunderschön aussieht. Wäre mir ohne den TAG gar nicht aufgefallen :)







19. Ein Buch, das kein Jugendbuch ist




Uuuuund last but not least gibt's dieses hübsche Büchlein. Eis und Wasser, Wasser und Eis von Majgull Axelsson ist in einem für schwedische Autoren typisch skurrilen Stil gehalten und ist mir doch leicht merkwürdig vorgekommen. Und ein bisschen zäh. Trotzdem habe ich es insgesamt in positiver Erinnerung. Und das Cover ist so schön *.*





Nachdem ich nun gute 2,5 Stunden an diesem TAG gesessen habe, weiß ich wieder, warum ich mich so lange davor gedrückt habe. Trotzdem hat es mir viel Spaß gemacht und ich hoffe auch euch konnte ich ein bisschen unterhalten :)
Speziell weitergeben werde ich den TAG nicht, aber sollte sich jemand bemüsigt fühlen, mitzumachen: tut euch keinen Zwang an und nehmt ihn gerne mit ;)