30.08.2013

[Rezi] Sebatian Fitzek - Der Augenjäger

Erscheinungsjahr: 2011
Genre: Thriller
Reihe: Alina-Gregoriev-Reihe, Teil 2
Seitenzahl: 418


Teaser:
Stoya will mir damit zu verstehen geben, selbst ein Familienmensch zu sein und nicht nur der Chef der Mordkommission. Dass er es nachvollziehen kann, wie ich mich fühle. Vielleicht kann er das sogar tatsächlich, wer weiß?

*Achtung!Spoileralarm!*Achtung!Spoileralarm!*Achtung!Spoileralarm!*

Handlung
Nach den traumatischen Erlebnissen der letzten Wochen ist der Albtraum, in dem sich Alexander Zorbach befindet, immernoch nicht vorbei. Zwar hat er die Zwillinge in letzter Sekunde retten können, doch wie sich herausgestellt hat, ist nicht einer seiner liebsten Kollegen der Serientäter, den die Polizei gesucht hat, sondern er hat auch noch Alexanders Sohn Julian in seiner Gewalt und droht damit, ihn zu töten, sollte Alexander sich nicht augenblicklich selbst erschießen. Und zögert keine Sekunde mit seiner Entscheidung.

Alina, die blinde Physiotherapeutin, die Alexander und die Polizei bei ihrem letzten Fall unterstützt hat, wird derweil wieder in die Ermittlungen zu einer Mordserie herbeigezogen. Wieder geht es um einen Menschen mit krankhafter Fixierung auf die Augen seiner Opfer - es handelt sich um Dr. Suker, einer Koryphäe im Bereich der Augenchirugie, der nach seinen Sprechzeiten Frauen entführt, vergewaltigt und ihnen mit geübter Präzision die Augenlider entfernt. Damit will er ihnen buchstäblich die Augen öffnen für eine Schuld, die die Opfer seiner Meinung nach auf sie geladen haben. Suker bringt die Frauen nicht um, sondern lässt sie nach der Folter frei - doch jede einzelne hat aufgrund der irreparabelenen körperlichen und vor allem seelischen Schäden Selbstmord begangen, bevor sie eine für die Polizei brauchbare Aussage machen konnten. So kommt es, dass Suker kurz davor steht, aus der Untersuchungshaft entlassen werden zu müssen, weil dem Ermittlungsteam die Beweise fehlen, um ihn weiter festzuhalten. Alina soll Suker nun behandeln in der Hoffnung, dabei wieder eine ihrer mysteriösen Visionen zu bekommen, die möglicherweise einen entscheidenden Hinweis liefern können, um Suker zu überführen.
Bei der Behandlung überkommt Alina auch eine Vision und in dieser wird deutlich, dass zwischen Suker - dem Augenjäger - und Frank Lahmann - dem Augensammler, der Alexanders Sohn getötet oder immernoch in seiner Gewalt hat - eine Verbindung besteht. Für Alexander möchte sie den Fall nicht gleich aufgeben, auch wenn es ihr widersteht, sich hineinziehen zu lassen.

Meine Meinung
Als bekennender Fitzek-Fan habe ich es tatsächlich relativ lange ausgehalten, um nach dem spannungsreichen und nervenaufreibenden Showdown am Ende von "Der Augensammler" die Fortsetzung zu lesen. Aber endlich hat es sich ergeben und ich darf nach zwei Tagen durchgehendem Nervenkitzel sagen, dass die Fortsetzung definitiv mit dem ersten Teil mithalten kann.
Die Elemente des Vorgängers werden so wiederaufgenommen, dass man sie zwar wiedererkennt und auch gleich einordnen kann, aber es nicht zur Vorraussetzung wird, den ersten Teil gelesen zu haben, um sich im zweiten Band zurechtzufinden. Der Handlungsstrang, der den Augensammler betrifft, wird fortgeführt auch wenn das Hauptgewicht natürlich auf dem neuen Fall liegt; das fand ich sehr gelungen, denn dadurch erhöht sich das Lesetempo, der Spannungsaufbau und der Thrill-Effekt, für den ich die Fitzek-Bücher so liebe, zusätzlich zum Schreibstil, der genau das sowieso schon auf einem höhen Niveau hervorruft, noch einmal enorm.

Alina und Alexander sind mir als Protagonisten schon im ersten Teil unheimlich ans Herz gewachsen und ich finde vor allem die Figur der Alina richtig toll. Sie ist im Alter von drei Jahren bei einem Unfall erblindet und boxt sich dennoch als toughe Frau durchs Leben, die sich nichts gefallen lässt. Ich schätze mal, ihr Charakter ist so angelegt, dass sie auch ohne diese Behinderung anecken würde, aber durch ihre Blindheit steht das auf einer ganz anderen Ebene. Hier fällt auch wieder auf, wie gründlich der Autor recherchiert hat, um die Situation eines blinden Menschen nachvollziehen zu können - sowohl im Alltag als auch in Extremsituationen.
Zu den anderen Figuren kann ich nicht so viel sagen, ohne gewisse spannungsgeladene Aspekte vorwegzunehmen. Zu Dr. Suker sei noch gesagt, dass ich auf unheimliche Art von der Figur fasziniert war, die als das personifizierte Grauen daherkommt und seine Taten auch wirklich zu reflektieren scheint. Die Problematik, auf logischer Ebene in ein vom Wahnsinn getänktes Hirn schauen zu wollen, um dessen Beweggründe und Handlungen zu verstehen, ist ein großes Thema im Buch und kommt gerade bei Dr. Suker natürlich zum Tragen. Jedenfalls scheint dieser wie der Prototyp eines Killers. Er ist intelligent, skrupellos, und absolut von seiner "Mission" überzeugt.

Außerdem positiv zu vermerken ist - auch hier wieder wie immer - das Fitzek gekonnt mit der Erwartungshaltung seiner Leser spielt und das dieses Mal auch gar nicht auf subtile Weise, sondern richtig mit dem Vorschlaghammer. Nicht nur, dass er den Leser tief in die Abgründe der menschlichen Psyche blicken lässt, er zeigt auch noch auf, wie genau er schon in die Psyche der Leser geschaut hat.
Ich muss allerdings sagen, dass mir dieses Rumgedrehe und Hakenschlagen bei der Erzählweise gerade am Ende etwas zu dick aufgetragen war und deshalb etwas konstruiert gewirkt hat. Beim hundertsten Turn denkt man sich da auch "Jetzt ist aber mal gut".
Insgesamt wieder ein überdurchschnittlich guter Thriller aus der Feder von Sebastian Fitzek, der auf die brutalen Gewaltdarstellungen des ersten Teils ein bisschen verzichtet und dahingehend erträglicher ist, insgesamt aber nicht ganz die Begeisterungsstürme in mir wecken konnte, wie der erste Teil. Trotzdem gibt es immernoch exzellente 4 Wölkchen von mir.


28.08.2013

[Rezi] Carlos Ruiz Zafón - Der Schatten des Windes

Erscheinungsjahr: 2003
Originaltitel: La sombra del viento
Genre: Roman
Reihe: Friedhof-der-vergessenen-Bücher-Reihe, Teil 1
Seitenzahl: 562


Teaser:
Ich konnte nicht einschlafen, bis der Morgen mein Fesnter mit hundert Grautönen übergoß, einer betrüblicher als der andere. Fermín, der vom Kirchenplatz aus Steinchen an meine Scheibe warf, weckte mich.



Handlung
Von seinem Vater, einem Buchhänder, wird Daniel Sempere mit 10 Jahren in die Geheimnisse des Friedhofs der vergessenen Bücher eingeweiht. Dort wird jedes Buch, das davon bedroht ist, in Vergessenheit zugeraten, aufbewahrt. Jeder, der den Friedhof zum ersten Mal betritt, darf sich ein Buch aussuchen, es mitnehmen und muss es dann wie seinen Augapfel bewachen. Das Buch, das Daniel aus den Unmengen von Regalen herauszieht, trägt den Titel "Der Schatten des Windes" und wurde von einem gewissen Julián Carax geschrieben. Innerhalb einer Nacht verschlingt der Junge das Buch, das ihm eine ungeahnte Welt eröffnet und macht sich gleich am nächsten Tag auf die Suche nach weiteren Werken des Autors. Dabei wendet er sich an einen Kollegen seines Vaters, der Experte für seltene Bücher ist und dessen blinde Nichte Clara sich gerade bei Carax gut auskennt. Trotzdem ist kein weiteres Werk des Autors aufzutreiben, denn irgendein Unbekannter scheint alle Bücher von ihm gesammelt und anschließend vernichtet zu haben. Und dieser Unbekannte hat jetzt auch ein Auge auf Daniel geworfen, der eines der wenigen noch existierenden Bücher von Carax besitzt und es unter keinen Umständen hergeben möchte.
Zeitgleich stürzt Daniel sich in eine hoffnungslose Verliebtheit zu Clara, die nicht nur 10 Jahre älter ist als er, sondern seine Naivität nur auszunutzen scheint. Doch auch diese Beziehung kann Daniel nicht langfristig von der einen Frage ablenken, die er erst 10 Jahre später wird aufklären können: was ist Julián Carax' Geschichte und warum versucht jemand diese ganze Existenz verschwinden zu lassen?

Meine Meinung
Dieses Buch war - um mich des englischen Begriffs zu bedienen - ein Re-Read. Schon vor einiger Zeit habe ich das erste Mal Bekanntschaft mit Daniel und dem Friedhof der vergessenen Bücher gemacht und wie damals auch hat mich das Buch wieder verzaubert.
Als Daniel den Friedhof der vergessenen Bücher betritt, ist er ein sensibeler Junge, dessen Mutter mit vier Jahren gestorben ist und über deren Verlust sein Vater nie wirklich hinweg gekommen ist. Trotzdem hat er eine unter diesen Umständen so geborgene Kindheit wie es eben möglich war und eine gute Beziehung zu seinem Vater. Die beiden teilen ihre Liebe zu Büchern und deshalb wird auch Daniel in diese Gruppe Eingeweihter eingeführt. Erst nach und nach wird ihm bewusst, dass die Entdeckung des Friedhofs seinem Leben eine entscheidende Wendung gegeben hat. Denn dadurch wird er in eine undurchsichtige Geschichte voll von Lügen, Missgunst und Intrigen hineingezogen, die zwar längst vergessen scheinen, aber ihre Spuren auch in der Gegenwart hinterlassen haben.

Ich liebe ja Bücher, in denen es um Bücher geht. Dass dieses Thema hier im Laufe der Geschichte eher eine untergeordnete Rolle spielt, tut meiner Begeisterung keinen Abbruch. Die durch und durch romantische (und das meine ich im elementarsten Sinn des Wortes) Erzählung steigert sich mit jeder Seite, die man umblättert und gerade das letzte Drittel überzeugt vollkommen. Die ersten 100-150 Seiten zogen sich ein bisschen, aber dann hat die Story Fahrt aufgenommen und als Leser sieht man sich zunehmend in die Geschichte verwickelt ohne sie schon durchschauen zu können.

Eine gute Geschichte steht und fällt bekanntlich mit den Figuren, die sie tragen. Und so gut wie der Plot ist (oder besser die verschiedenen Plots sind), so grandios sind auch die Charaktere. Daniel entwickelt sich vom kleinen Jungen, den ein geheimnisvolles Buch lockt, zu einem schlagfertigen, charakterstarken Menschen, der nicht immer die besten Entscheidungen trifft, aber dennoch zu seinem Handeln steht und der sich vor allem nicht so leicht abwimmeln lässt. Seine Naivität behält er die gesamte Story über bei, und zum Glück trifft er auf Leute, die ihm wohlgesinnt sind und ihn bei der Aufklärung der Geheimnisse rund um Carax helfen können. Allen voran sind da natürlich Fermín, der mir mit seiner Eloquenz und seiner Unverschämtheit wirklich unheimlich ans Herz gewachsen ist und ohne den der Roman nicht das selbe wäre. Dieser hat dank seiner bewegten Vergangenheit zwielichtige Kontakte zu diversen halb-kriminellen Etablissements und kann daher sehr wertvolle Informationen beschaffen.

Der Schreibstil dieses Buches ist sehr ausdrucksstark, blumig, verschnörkelt, kunstreich und voller Aphorismen. Zeitweise, muss ich gestehen, war es mir ein bisschen zu dick aufgetragen. Vor allem am Anfang, als Daniel als 11-jähriger Junge ständig irgendwelche Kalenderweisheiten von sich gibt, habe ich mich öfter gefragt, ob Zafón sich da nicht ein bisschen hätte zusammenreißen können. Aber rückblickend betrachtet geht es hier gar nicht so richtig um den Realitätsbezug und eine möglichst wirklichkeitsnahe Darstellung eines Kindes, sondern darum, Daniels Empfindsamkeit und seinen offenen Blick für die kleinen Dinge in seiner Umgebung darzustellen.

"Der Schatten des Windes" ist sicher kein Buch, das man so einfach runterlesen kann. Man muss aufpassen, dass man die Handlungsstränge, die sich in den Eckpunkten stark ähneln, nicht miteinander verwechselt oder vermischt. Und auch die gesamte Bedeutung der spielerisch verwendeten Worte ist nicht auf Anhieb erkennbar. Aber für mich ist dieses Buch ein wahrer Schatz und erhält ganz eindeutig 5 rosa Wölkchen und eine absolute Lesemepfehlung.


27.08.2013

[Gerede] Hirnleistung ...3%

Seit ich meine Bachelor-Arbeit abgegeben habe, werde ich das Gefühl nicht los, dieses Meisterwerk literaturwissenschaftlicher Arbeit (zumindest in meinen Träumen ist die das ;) ) war nicht das einzige, was ich im Prüfungsamt zurückgelassen habe. Offensichtlich sind wichtige Teile meines Gehirns ebenfalls dort geblieben; die Teile nämlich, die für logisches Denken und kongnitive Verknüpfen zuständig sind.

Das kann ja ganz witzig sein, aber nach einer Woche Selbstexperiment muss ich dennoch sagen: dumm sein ist furchtbar anstrengend. Vor allem, wenn man einfach nicht damit aufhören kann. Ein Beispiel:
Ich stehe auf dem alljährlichen Straßenfest rum und habe zwei 1-€-Stücke auf meiner Handfläche liegen. Starre darauf. Warum auch immer. Wahrscheinlich habe ich versucht, wie gewohnt irgendwas zu denken, aber weil es nicht funktioniert hat, führte mein Kopf gerade einen Neustart durch. Jedenfalls kam sogleich Oberflächlicher Bekannter Nummer 1 herbei, klapste mir aufmunternd auf die Schulter und sagte: "Das sind zusammen zwei Euro" - woraufhin ich mich artig für die Hilfe bedankte (äh?!), um gleich danach weiterhin auf meine Hand zu starren. Sekunden später erschien Oberflächlicher Bekannter Nummer 2, um mir die selbe bahnbrechende Mitteilung zu machen. "Du hast da zwei Euro". Danke für die Information! Endlich aus der Starre erwachend marschierte ich sogleich zum Getränkestand, um besagte zwei Euro loszuwerden.
Und nach wie vor bin ich mir nicht sicher, was an dieser Szenerie beunruhigender ist: dass mein Hirn ein paar Sekunden lang einfach nicht in der Lage war, herauszufinden, warum ich zwei Euro in der Hand hielt (für's Protokoll: ich wusste, wie viel Geld das war, ich wusste nur nicht, warum es da war), oder dass die Menschen in meinem Umfeld mittlerweile davon ausgehen, dass ich nicht in der Lage bin, eins + eins zusammenzuzählen.

Gehen wir gewohnt wissenschafltich an die Problematik heran. der BA-Schreibprozess lässt sich in mehrere Phasen unterteilen:

1. Brainstorming
Was interessiert mich? Was kann ich? Was hat Potential?
→ Motivationslevel: hoch
→ benötigte Hirnleistung: niedrig bis normal

2. Thema klären
Betreuer suchen und von Idee überzeugen, Gliederung erstellen, alles anmelden
→ Motivationslevel: immernoch hoch
→benötigte Hirnleistung: ebenfalls hoch (zumindest, wenn man einen intellektuell fordernden Betreuer hat. So wie ich.)

3. Literatursuche
lesen, lesen, lesen, kopieren, lesen und lesen
→ Motivationslevel: stetig sinkend
→ benötigte Hirnleistung: hoch (Informationen verarbeiten, filtern und kritisch reflektieren)

4. Schreiben
lesen, schreiben, schreiben, lesen, schreiben
→ Motivationslevel: mäh!
→ benötigte Hirnleistung: hoch. Weil aber die Motivation im Keller ist, kann auch das Gehirn nicht mehr so leicht angeheizt werden und muss mit Gewalt zum Denken gezwungen werden; wie der Putzlappen, nachdem sich das Hirn mittlerweile auch anfühlt, wird es ausgewrungen, damit wenigstens ansatzweise sinnvolle Sätze auf dem Papier landen.

5. Immernoch Schreiben
schreiben, hysterische Anfälle unterdrücken, Schokolade essen, schreiben, noch mehr Schokolade essen, weiterschreiben und Korrektur lesen
→ Motivationslevel: Moti...was?
→ benötigte Hirnleistung: kurz vor der Kernschmelze

6. Abgabe
Weg mit dem Ding! Die Freiheit ruft!
→ Motivationslevel: HOCH! Alles, was die letzten Wochen zu kurz gekommen ist, darf und muss nachgeholt werden!
→ benötigte Hirnleistung: sehr niedrig. Zumindest vergleichsweise. Und weil nach dieser ganzen Arbeit die Synapsverbindungen, die für Alltagsdinge zuständig sind, erstmal wieder neu hergestellt werden müssen, gibt's Hirn auf Sparflamme. Zur Regeneration. Weil die Motivation und damit die Aktivität aber so hoch ist und deshalb immernoch viel Information verarbeitet werden muss, klappt es ab und zu nichtmal mit dem Sparflammenhirn und es muss neu gestartet werden. Das führt dann zu merkwürdigen Situationen und unnötigen Missverständnissen.

Eindeutig bin ich in Phase 6. Logischerweise. Deshalb ist es völlig verständlich, warum ich verwirrt bin. Und nicht in der Lage, zu denken. Und deshalb irgendwie dumm. Es bleibt einzig die Hoffnung, dass sich diese Regenerationsphase nicht mehr so lange hinzieht. Spätestens in zwei Jahren zur Master-Arbeit muss ich wieder voll da sein. Und bis dahin helfen mir ja zum Glück sogar meine Oberflächlichen Bekannten dabei, die großen Probleme des Alltags zu lösen, indem sie für mich freundlich, selbstlos und vor allem ohne Schadenfreude schwierigste mathematische Probleme lösen. Prost!

25.08.2013

[Musik] Sonntagslieder #52

In dieser wundervollen ersten Ferienwochen habe ich es genossen, absolut gar nichts zu tun. Im Prinzip bestand mein Tag darin, morgens aufzustehen, mich aufs Sofa zu legen, dort zu bleiben und Abends dann wieder ins Bett zu gehen. Die Position blieb gleich, nur der Liegeort variierte.
Das war drei Tage auch wunderschön und genau richtig, aber jetzt habe ich wieder genug Energie, um mich mit etwas anderem zu beschäftigen. Etwas, was man nicht liegenderweise ausführt. Also war ich grade joggen. Mit Musik. Und drei Lieder von meiner Sport-Playlist gibt's jetzt:



Fall Out Boy - Young Volcanoes
Diese Band muss ich unbedingt auch noch mal live sehen. Zu meinem großen Bedauern touren die Pappnasen meistens nur in den USA rum, aber ich gebe die Hoffnung nicht auf :D


Simple Plan - I'd Do Anything
Meine Teenie-Lieblingsband erlebt grade ein Revival auf meinem MP3-Player *schwelg*


Die Ärzte - Waldspaziergang mit Folgen
Ein typisch blödsinniges Ärzte-Lied. Ich liebe es :D

So, ich geh jetzt frühstücken. Hab mir durch meinen sportlichen Ausflug schließlich ein richtig fettes Essen verdient ;) Euch wünsche ich wie immer einen schönen und entspannten Sonntag und einen stressfreien Start in die nächste Woche ♥

23.08.2013

[TAG] Kind der 90er

Gestern habe ich herausgefunden, dass meine kleinen Cousinen mittlerweile alles andere als klein, sondern zwischen 15 und 17 Jahre alt sind und neben der Schule diverse Kellnerjobs ausüben.
Keine Ahnung, warum mich diese Tatsache so verwirrt hat. Es könnte daran liegen, dass es eben meine kleinen Cousinen sind, die in meinem Kopf für immer und ewig 4 Jahre alt sein werden, egal, wie viel Zeit vergeht.
Ich bin ja so aaaalt!
Passend zu diesem Gedanken habe ich auf Youtube den folgenden TAG gefunden. Wer in den 1990ern aufgewachsen ist, hat einige Vorbelastungen mitbekommen und an manche darf man sich im Zuge dieses TAGs wieder erinnern. Egal ob Disney-Film (die alten sind eh die besten) oder Musik-Acts (man erinnere sich nur mal an Blümchen xD ), so eine kleine nostalgische Reise in die Vergangenheit ist hin und wieder einfach total lustig und da kommt dieser TAG, bei dem man genau solche Fragen beantworten kann, genau richtig. Und los geht's:

 1. Was war dein Lieblingsanimee?


 Ich muss mich hiermit ja mal ganz klar als Sailor-Moon-Fan outen. In jeder großen Pause haben wir auf dem Schulhof unsere Lieblingsfolgen nachgespielt - ich war übrigens Sailor Mars.
Aber später kamen dann auch Pokémon und natürlich Digimon ganz groß dazu.



2. Wer war dein Lieblingssänger/-in oder deine Lieblingsband?
Und jetzt kommt das wirklich peinliche Geständnis... DJ Bobo. Oh ja. Ich habe DJ Bobo geliebt. Heute denke ich, es war hauptsächlich der Name, der wohl jedem Kindergartenkind gefällt. Aber wahrscheinlich mochte ich doch auch ein bisschen die Musik. Oh je xD


3. Was war deine Lieblingssüßigkeit?
Das ist eine ziemlich schwierige Frage, weil ich schon immer alles geliebt habe, was süß ist. Aber ich stand früher ganz furchtbar (und das hat sich bis heute nicht geändert) auf diese Schneeball-Dinger. Keine Ahnung, wie die heißen, bei uns gabs die immer nur an Fasching. Jedenfalls sind das solche bunten Schaum-Schneebälle, die furchtbar süß und furchtbar nach Kokos schmecken. Lecker! :D

4. Welches war dein Lieblingsspiel (Brettspiel, Pausenspiel, etc.)?
Für Brettspiele war ich noch nie so zu begeistern. In den Pausen haben wir immer ein Ballspiel namens "heiße Ohren" gespielt. Leider erinnere ich mich nicht mehr genau an die Regeln (eine Schande!), aber es war so ähnlich wie Völkerball und hat tatsächlich jedem super viel Spaß gemacht.

5. Was war Lieblingsspielzeug in der Juniortüte?
Waren das noch Zeiten, als das Happy Meal noch Juniortüte hieß! :D
Meine Eltern waren und sind keine Fastfood-Esser und wir Kinder hatten auch nur in ganz großen Ausnahmefällen eine Juniortüte. Die Spielzeuge fand ich eigentlich immer cool, aber einen speziellen Favoriten hatte ich nicht.

6. Hast du etwas gesammelt?
 Schnecken? :D
Mit den Nachbarskindern habe ich jeden Tag unsere Schneckenfarm neu bestückt, weil die Tierchen immer wieder abgehauen sind.

Oh! Da fallen mir Diddl-Blätter ein! War das bei euch auch so ein mega Hype? Jeder hatte ordnerweise Diddl-Blätter und es gab einen regen Tauschhandel inklusive florierendem Schwarzmarkt auf dem Pausenhof :D

7. Wer war dein liebster Disneycharakter?


Keine leichte Frage. Heute sind es auf jeden Fall Mulan, Pochahontas und Belle aus "Die Schöne und das Biest", aber ich glaube, dass ich früher Arielle am allerallertollsten fand. Weil ich nämlich in Eric verknallt war. Oh ja ♥.♥



8. Was hast du nach der Schule immer geguckt?
 Wie oben schon erwähnt, waren das Sailor Moon, Pokémon und Digimon.
Und die Kickers. Und die Superkickers. Was halt so lief auf RTL II - das hab ich alles mitgenommen :D
Die Kickers hatten ja auch das weltbeste Intro-Lied; das muss ich jetzt erstmal 'ne Runde hören :D


9. Lego oder Playmobil?
Barbie? xD
Im Zweifel aber Lego - davon hatten wir mehr Zeug und das ist mir auch irgendwie in prägnanterer Erinnerung geblieben.

10. Was war dein Lieblingsbuch?

 Eine Frage für kleine Bücherwürmchen :) Also, unser Vater hat meiner Schwester und mir zum Einschlafen immer eine Geschichte aus den gesammelten Werken von Wilhelm Busch vorgelesen, das habe ich geliebt. Aber das erste Buch, das ich aktiv selbst gelesen und gemocht habe, war "Müffi, die Schmuddelhexe". Sehr empfehlenswert! :D



Für alle, die hiermit nix anfangen können, weil sie zu jung (oder zu alt xD ) sind hoffe ich, ihr habt euch nicht zu sehr gelangweilt. Ich reiche diesen TAG an alle Kinder der 90er weiter, die Lust darauf haben, mal wieder ein bisschen in die Kindheit abzutauchen :)

21.08.2013

[Gerede] Wer suchte #5

Die letzte Suchbegriffe-Sammlung ist schon eine Weile her und ganz im Sinne einer immer wiederkehrenden Rubrik präsentiere ich hier nun stolz die neusten Kuriositäten, durch die Internet-Benutzer auf meinem Blog gelandet sind. Es macht mir immer wieder Spaß, sich diese Begriffe durchzulesen - egal, ob bei einem selbst, oder bei anderen - und die folgenden Top-5 finde ich besonders lustig. Dankenswerterweise habe ich diesmal auch weniger merkwürdig und/oder beunruhigend anmutenden Suchbegriffe in meiner Liste, sondern wirklich nur ganz unschuldige Anfragen. Viel Spaß dabei! :)


zucchini gebogen Da landete der Sucher wahrscheinlich bei einem meiner ersten Posts. Den ich eigentlich mal löschen könnte, weil er nur mein unbändiges Erstaunen über Gemüse ausdrückt und ansonsten eigentlich wenig aussagt ;P

smiley irrenhaus Stimmt, hier fehlt irgendwie wirklich ein personal smiley. Sollte ich mich in eine Muse-Stunde mal dransetzten ;P

beobachtung, recherche, instinkt, intuition Alles grundlegende Dinge, die für die Inhalte dieses Blogs sorgen.

selbstmitleid ignorieren Leichter gesagt, als getan. Meine Strategie ist da: ein bis zwei Tage komplett im Selbstmitleid aufgehen und dann aber auch genauso konsequent den ganzen Mist ignorieren, raus gehen und Spaß haben :)

asterix+haus+des+wahnsinns Über diese Anfrage habe ich mich sehr gefreut :D Endlich mal wieder eine Gelegenehit, meine Lieblingsstelle aller Asterix-Filme zu schauen. Kennt jeder, oder? ;)


Und was habt ihr so für Suchanfragen? :D

18.08.2013

[Musik] Sonntagslieder #51

Wahrscheinlich könnt ihr es langsam nicht mehr lesen, aber ich muss es noch ein letztes Mal erwähnen: Die Bachelor-Arbeit ist fertig! Und gedruckt! Und abgegeben!
PARTY!
Das war ein wahrer Kraftakt und ich freue mich schon jetzt auf die Master-Arbeit in zwei Jahren... nicht wirklich. Aber was solls - seit Dienstag ist das Ding vom Tisch und ich hatte die ersten beiden Tage danach furchtbare Langeweile, weil mein Lebensinhalt - immerhin für fast 4 Monate insgesamt war sie das nämlich - plötzlich weg war. Mittlerweile bin ich aber im elterlichen Heim angekommen, habe Freitag und Samstag alle angestaute Energie abgetanzt und trete heute Abend zum Abschluss des Feier-Wochenendes an.
Und ab nächster Woche versuche ich dann auch wieder, hier ein bisschen mehr anwesend zu sein :)



James Arthur - Impossible
Naja, der Text passt eigentlich nicht wirklich. Aber irgendwie war das auf der Zielgeraden eins meiner liebsten Motivationslieder. Sehr merkwürdig :D


Die Toten Hosen - Altes Fieber
Endlich mal wieder ein Lied von ihnen, das ich richtig abfeiere. Liebe, Liebe, Liebe♥


Y-Titty - Halt dein Maul
Und natürlich darf jetzt endlich mal ein Party-Lied nicht fehlen :D Ich hab eine Woche gebraucht, bis ich dieses Lied mochte, aber es ist perfekt für Menschen wie mich, die die Tatsache, dass sie "Halt dein Maul" niemals, nie, nie zu irgendjemandem sagen, irgendwie kompensieren müssen :D


Et voilà :) Wie immer wünsche ich viel Spaß beim Hören und einen schönen Sonntag ♥

16.08.2013

[Rezi] Haruki Murakami - Kafka am Strand

Erscheinungsjahr: 2006
Originaltitel: Umibe Ni Kafuka
Genre: Roman
Seitenzahl: 640



Teaser:
Engstirnigkeit und Intoleranz sind wie Parasiten. Sie wechseln immer wieder ihen Wirt und ändern ihre Form.






Handlung
Der stärkste 15-jährige der Welt sein - das ist Kafka Tamuras Ziel. Und es sieht ziemlich gut aus, dass er dieses auch erreicht. Optisch geht er dank hartem körperlichem Training und der daraus resultierenden kräfigen Statur aus wie 18 und auch seine Denkweise ist sehr reif und entwickelt. Kafka entschließt sich dazu, sein Zuhause zu verlassen und macht sich von Tokio auf ins Ungewisse, um seine Mutter und seine Adoptivschwester zu suchen. Als er vier Jahre alt war, haben die beiden ihn und seinen Vater verlassen und er weiß weder, wie die beiden aussehen, noch kennt er überhaupt ihre Namen. Er landet in der Stadt Takamatsu, wo er in einer ganz besonderen Bibliothek
 Unterschlupf findet und nicht nur die Rätsel seiner verschollenen Rest-Familie lüftet, sondern vor allem auch zu sich selbst kommt.

Maßgeblich dazu bei trägt der alte Nakata, dessen Geschichte in einer Parallelhandlung dargestellt wird. Nakata hatte als Kind einen Unfall und kann seitdem weder lesen noch schreiben und hat allgemein keine Erinnerungen mehr an sein Leben vor dem Unfall. Als geistig Behinderter bekommt er Unterstützung vom Staat. Nebenbei verdient er sich ein bisschen Geld damit, entlaufene Katzen zu finden. Denn Nakata kann mit Katzen sprechen und findet die Ausreißer so relativ leicht wieder. Und das ist nicht die einzige merkwürdige Fähigkeit, die Nakata vorzuweisen hat.

Meine Meinung
Eine Premiere: mein erster Murakami. Endlich! Nachdem ich bereits so vielversprechende Statements zu seinen Werken gelesen habe, wurde es auch höchste Zeit dafür. Und ich muss sagen, ich bin nicht enttäuscht worden.

Und dabei habe ich mir alle Mühe gegeben, das Buch nicht zu mögen. Schon allein, weil ich prinzipiell gegen alles bin, was ansatzweise mit Kafka assoziiert werden kann. Und naja... der Titel sagt da ja schon alles und ließ mich schlimmstes befürchten. Doch im Gegensatz zu Kafkas Werken, zu denen mir einfach der Zugang verschlossen bleibt, habe ich mich in dieses Buch verliebt. Murakamis Geschichte hat er in einer ähnlich surrealen Welt platziert, die sich auch bei Kafka finden lässt, und handlungsbestimmende Dinge gehen auch hier vom Inneren der Figuren aus. Doch während Kafka alles dafür tut, vom Leser nicht verstanden zu werden, verweigert Murakami nicht die Kommunikation mit dem Rezipienten, sondern unterstützt diesen dabei. Er schafft das dadurch, dass er nicht vollständig im Surrealismus aufgeht, sondern mit einem Teil immer auf greifbarem Boden bleibt, sodass das Lesen der etwas schwierigeren Stellen trotzdem ein Genuss ist - auch wenn sie etwas merkwürdig anmuten.

Beim Lesen lernt man unterbewusst einiges über die japanische Kultur - logischerweise, denn die Handlung spielt ja auch teilweise in Tokio und teilweise in Takamatsu. Vor allem die Verwendung japanischer Märchen und Sagen und die Reflektion dieser Botschaften in der Geschichte haben mir sehr gut gefallen. Das ständige Wechseln zwischen Realität und Vorstellung, Äußerem und Innerem, Bewusstsein und Unterbewusstsein machen diese Geschichte aus.
So rennt Kafka zunächst eigentlich nur von seinem Vater weg, weil er es mit ihm nicht mehr aushätl, um dann festzustellen, dass er in Wahrheit dadurch seiner eigenen Identität hinterher gerannt ist. Für einen 15-jährigen spricht Kafka wahrscheinlich ein paar zu viele Kalenderweisheiten aus, aber weil es zur Geschichte und vor allem zu seiner Figur passt - die allgemein als überreif gezeichnet sein muss, um am Ende ihre Funktion erfüllen zu können - ist das absolut verzeihlich. Ein prägender Satz, der immer wieder im Buch auftaucht, alutet sinngemäß: "Alles ist eine Metapher" und geauso muss man die Geschichte auch lesen, um darin aufgehen zu können. Als Beispiel dafür geeignet, ohne zu viel der Geschichte zu verraten, ist wahrscheinlich der Mensch ohne Inhalt. Nakata hat nach seinem Unfall keine Erinnerungen mehr an sein früheres Ich und fühlt sich deshalb innerlich leer. Dagagen lebt Kafka mehr oder weniger in seiner Erinnerung und fühlt sich aus genau diesem Grund ebenfalls inhaltslos. Der eine hat keine Vergangenheit und der andere keine Perspektive für die Zukunft und deshalb empfinden sie sich beide als leere Hülle. Überhaupt kann man bei näherem Betrachten eine große Verbindung zwischen diesen beiden sich eigentlich entgegenstehenden Figuren erkennen. Und darin auch wieder eine Art Metapher sehen.
Man muss einfach jedes Detail, aber auch alles Grobe als Metapher für etwas verstehen. Und dieses "Etwas" zu entschlüsseln, darin besteht die Herausforderung, der sich sowohl der Leser aber auch der Autor stellen muss, ohne sie letztlich vollständig lösen zu können.

Zugegebenermaßen ist es keine leichte Lektüre, die man mit diesem Buch vor sich hat, und die ersten 100 Seiten sind mir relativ schwer gefallen. Aber sobald der Kern der Geschichte erfasst war, konnte ich das Buch nur schwer wieder aus der Hand legen. Dazu trug auch der Aufbau maßgeblich bei, denn immer, wenn eine Geschichte aus zwei Parallelhandlungen besteht, die abwechselnd voneinander erzählt werden, ist der Spannungsbogen durch die Unterbechungen von Haus aus ziemlich hoch. Und wenn die Kapitel dann auch noch immer so enden, dass man das Gefühl hat, kurz vor einer bahnbrechenden Erkenntnis zu stehen, muss man natürlich schnell weiterlesen.
Ich habe definitiv nicht das Gefühl, dieses Werk vollständig durchdrungen zu haben und hatte schon nach der Hälfte das Bedürfnis, es nochmal zu lesen. Werde ich auch in naher Zukunft. Jetzt bekommt es von mir auf jeden Fall 4 Wölkchen.


11.08.2013

[Musik] Sonntagslieder #50

Heute ist Endspurt angesagt. Morgen überreiche ich mehr oder wenige feierlich einen USB-Stick mit meiner fertigen, endkorrigierten Bachelor-Arbeit an den netten Menschen vom Copy-Shop, damit dieser sie ordnungsgemäß druckt und bindet und was man sonst noch so damit machen muss, damit alles hübsch pseudo-professionell aussieht.
Was bedeutet, es ist der letzte Tag, an dem ich deshalb an den Schreibtisch gefesselt bin. Einerseits ist das ein Grund zur Freude, weil das Ende jetzt wirklich grefibar ist. Andererseits ist mein Nacken mittlerweile so steif, dass es echt keinen Spaß mehr macht, stundenlang in ähnlicher Position rumzusitzen. Wahrscheinlich sollte ich vorher noch ein paar Lockerungsübngen machen oder so...
Naja, jedenfalls bin ich so mittelprächtig motiviert und habe deshalb eine Arbeitsmoral-steigernde Playlist zusammengestellt. Und hier kommt ein Ausschnitt daraus :)



The Lumieers - Ho Hey
Ein richtig ...putziges Lied :D Und weil ich den Text nicht kann, kann ich auch nicht dadurch abgelenkt werden, dass ich mitsingen muss. Also super zum Arbeiten :)


Madcon feat. Kelly Rowland - One Life
Ich mag Lieder mit viel "lalalala" :D


Fall Out Boy - Alone Together
Diese Reunion ist ja SO toll. Ich liebe diese Band und bin total glücklich über das neue Album ♥

Dann wünsche ich euch jetzt wie immer viel Spaß beim Hören - falls mich jemand sucht: ich bin am Schreibtisch ;) Einen schönen und entspannten Sonntag euch! ♥

09.08.2013

[Gebastel] Wie zaubere ich ein schickes Clipboard?

Es gibt ja Leute, die können mit ein paar kleinen Hilfsmitteln und einfachen Handgriffen die allertollsten Dinge zustande bringen.
Leider gehöre ich dieser Kategegorie nicht an. Ich bin mehr so der Typ "fackelt an Weihnachten die ganze Wohnung ab, weil ihr selbstgemachter (nicht im klassischen Sinne schöner aber dennoch interessant zu betrachtender) Adventskranz nicht feuersicher ist". Dennoch habe ich vor kurzen etwas ganz tolles zum Basteln entdeckt und fühlte mich spontan tatsächlich dazu in der Lage, die Anleitung auch umzusetzen. Und das kam auch wie gerufen, denn meine Mitbewohnerin und ich haben uns schon länger überlegt, ein hübsches Clipboard in unserer Küche aufzuhängen - für den Müllabfuhrplan, wichtige Nachrichten oder sonst irgendwas. Denn so ein Clipboard ist schon extrem praktisch. Und wenn es dann auch noch gut aussieht vereint es Funktionalität und Dekorationswert und hat einen rundum-haben-will-Effekt. Zumindest bei mir ;)

Material:
ein Bilderrahmen (meiner ist zum Beispiel von NanuNana, da gibt es sie günstig und in vielen Größen)
Wäscheklammern aus Holz in verschiedenen Größen (kleine Holzwäscheklammern gibts im Bastelladen)
Hintergrundvorlage (bei mir links im Bild - eine Rolle gemustertes Papier ebenfalls aus dem Bastelladen)
Bänder und/oder Schnüre
Deko
der berühmte und ominöse weiße Bastelkleber und eine Schere

Und dann könnt ihr auch schon loslegen:
  • Ihr baut als erstes den Bilderrahmen auseinander - Rückenplatte (oder wie auch immer das Ding heißt) und Glasscheibe vom Rahmen lösen. Das Beispielbild im Bilderrahmen gehört nicht zum Clipboard, genausowenig wie die Glasscheibe - richtig gelesen, ihr habt jetzt eine Glasscheibe übrig. Ich weiß auch noch nicht genau, was man damit so anstellen kann, aber wenn man mal eine braucht, hat man jetz auf jeden Fall eine ;D - nicht zum Clipboard. Also zur Seite damit.
  • Dann schneidet ihr euer Motivpapier oder was auch immer ihr als Hintergrund möchtet, zurecht und "bespannt" damit die Rückenplatte (ich weiß echt kein besseres Wort dafür) schön straff damit. Sicher ist sicher, deshalb habe ich dafür Paketband genommen :D
  • Dann fügt ihr das ganze wieder in den Rahmen ein und befestigt alles schön sicher mit diesen Metalldingern. Das ist dann eurer Grundmodell, das ihr nach Belieben dekorieren und verschönern könnt.
  • Los geht's also mit der Anrichtung der Bänder, Klammern und was euch noch so einfällt. Ich habe zuerst zwei verschiedenfarbige Bänder über den Rahmen gespannt und auf der Rückseite wieder mit massig Paketband befestigt.
  • Die Holzklammern kleben mit einem guten Schuss von dem weißen Bastelkleber wirklich bombenfest an dem Holzrahmen. Das war so mein kleiner Angstpunkt bei dieser Bastelaktion, weil ich leider keine Heißklebepistole besitze. Aber die ist auch gar nicht nötig. Klappt auch so wunderbar.
  • Ein paar Klammern an den Bändern befästigt, einen Stift rangehangen und fast fertig ist dieses Wunderwerk der Bastelkunst. Zu guter letzt fehlen noch die rein dekorativen Elemente. Ich habe dafür ganz einfach 3-D-Sticker in Obstform genommen - schließlich hängt das Clipboard ja in der Küche. Und die Dinger haben diese Wackelaugen!! :D Da freut sich doch gleich das Kind in mir :D

Et voilà- ein ganz individuell gestaltetes Clipboard. Das in meinem Fall einen schöneren Kulli verdient hätte. Aber leider besitze ich nur ähnlich hässliche Exemplare und diese hier haben zumindest eine ziemlich lange Lebensdauer.
Das Brettchen hängt jetzt seit ein paar Tagen in unserer Küche und kam schon für ein paar Spielereien zum Einsatz:
Demnächst wird es aber sicher auch für wichtige Botschaften verwendet ;)

Die Idee dazu habe ich aus diesem Youtube-Video - falls ihr eine Schritt-für-Schritt-Video-Anleitung möchtet oder einfach noch ein paar Anregungen für die Gestaltung eures Clipboards braucht, dann schaut euch das Video gerne mal an. Der Stil dieser Youtuberin geht - meiner Definition nach - mehr so in die Vintage-Richtung und kann auf jeden Fall auch sehr schön aussehen :)

Dieses einfache aber effektive Do-It-Yourself hat mir so viel Spaß gemacht (Erfolgserlebnisse und so), dass ich kurz davor bin, eine Clipboard-Massenproduktion zu starten. Ich weiß schon, was die gesamte ferne Verwandtschaft in diesem Jahr zu Weihnachten bekommt :D

Euch jedenfalls gutes Gelingen beim Nachmachen :)

07.08.2013

[Rezi] Marc Deckert - Die Kometenjäger

Erscheinungsjahr: 2012
Genre: Entwicklungsroman
Seitenzahl: 413



Teaser:
Dank Tom kannte ich alle Phasen und Metamorphosen dieser Stunden zwischen Tag und Nacht. Ich konnte sie beinahe so klar unterscheiden wie Tag und Nacht selbst: die „rechtliche“ Dämmerung, die nautische Dämmerung, die astronomische Dämmerung.




Handlung
Seit jeher sind die Menschen von den Sternen und dem Weltall fasziniert. In den 60er Jahren gab es einen regelrechten Boom von selbsternannten Astronomen, die zu jeder freien Minute den Sternenhimmel beobachteten, um als erster einen neuen Kometen zu entdecken und damit unsterblich zu werden. Heute, 60 Jahre später, wird diese Suche von Super-Computer-Teleskopen übernommen, die viel präziser und systematischer Arbeiten können, als das menschliche Auge – egal durch welches Okkular es verstärkt wird. Doch Tom träumt trotzdem davon, eines Tages selbst einen Kometen zu entdecken. Sein Observatorium hat er von seinem Großvater geerbt und sein Herzstück ist das alte Clark-Teleskop, mit dem schon dieser den Nachthimmel abgesucht hat. Die romantische Vorstellung von echtem Forschergeist ohne die kalte Technik treibt Tom dazu an, immer weiter den Nachthimmel zu studieren.

Er und Philipp lernen sich in einem bayrischen Observatorium kennen; Tom installiert gerade ein neues Teleskop und Philipp recherchiert für einen Zeichenauftrag, den er vor kurzem erhalten hat. Er soll für ein wissenschaftliches Buch die Illustrationen anfertigen und für ihn ist das eine richtige Chance, weil er ansonsten keinen Job hat und auch nicht so richtig weiß, was er mit seinem Leben anstellen soll. Er wird von Tom und seiner Sehnsucht nach den Sternen angesteckt, lernt einiges über Planeten, den Nachthimmel und obwohl er und Tom zwei grundverschiedene Menschen sind, freunden sich die beiden an. Als Tom sein geliebtes Teleskop verkaufen muss, weil sein Vater schwerkrank ist und die Behandlung nicht bezahlen kann, machen sich die beiden auf nach Amerika, um den Käufer persönlich kennen zu lernen und entdecken dabei die dunkelsten Stellen Arizonas und lernen einiges mehr über die Sterne und über sich selbst.

Meine Meinung
Auch wenn die Geschichte aus der Perspektive Philipps erzählt wird, ist doch Tom der eigentliche Protagonist. Um ihn zentriert sich die Erzählung und auch irgendwie Philipps Leben. Zumindest ab dem Moment, an dem Tom ihn anfixt und ihn zwar nicht zu einem Sucher macht, aber ihn dennoch mit der Faszination für die Sterne ansteckt.
Obwohl die beiden charakterlich ganz unterschiedlich gepolt sind, entsteht dadurch eine ziemlich enge Freundschaft. Allerdings ist die Liebe zu den Sternen auch nicht das einzige, was die beiden verbindet. Außerdem sind sich nämlich beides ziemliche Versager, die mit ihrem Leben noch nichts angefangen haben.

Zumindest meiner Meinung nach. Tom ist Anfang 20, hat keinen richtigen Job, keine Ausbildung oder sonst irgendeine Perspektive und sitzt immer entweder in seinem privatem Observatorium herum oder fährt nachts durch die Gegend, um die dunkelsten Stellen zu finden. Das ist in Deutschland gar nicht so leicht, denn durch die vielen Städte ist es eigentlich nie richtig dunkel und man kann nur einen Bruchteil der Sterne erkennen. Tom hält sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser, aber da sein Vater keine Krankenversicherung hat und an Darmkrebs erkrankt, reicht das Geld nicht aus, um eine Behandlung zu bezahlen. Deshalb entschließt er sich nach einigem Widerstreben dazu, das wertvolle Teleskop zu verkaufen.
Philipp ist noch eine Spur schlimmer. Er ist nämlich Ende 20 und hat ebenfalls keinen Job, keine Ausbildung, kein Studium oder irgendwas, was man effektive Lebensgestaltung nennen kann. Seine Freundin promoviert grade und er fühlt sich immer mehr wie das fünfte Rad am Wagen, weil er selbst merkt, wie wenig er im Vergleich erreicht hat. Es ist aber auch wirklich schlimm mit ihm: er verrichtet Jobs, bei denen er sein Potential verschenkt und zeichnet in seiner Freizeit leidenschaftlich vor sich hin. Dass er das gar nicht mal schlecht macht, beweist der Verlagsauftrag für das wissenschaftliche Buch, aber auch das verläuft sich wieder. Doch bei seinen Recherchen lernt er Tom kennen und startet damit in ein kleines Abenteuer.

Tom weiß, was er will und tut alles dafür, um es zu erreichen, auch wenn der Plan extrem unrealistisch ist. Philipp hat keine Ahnung, was er will und sieht überall unüberwindbare Hindernisse. Beziehungsweise ist zu bequem, um sie zu nehmen. In gewisser Weise tun sich die beiden gut, weil sie fast jeweils wie ausgleichende Pole aufeinander wirken. Aber Tom ist immer der dominante, der Philipp mitzieht, was mehr oder weniger dazu führt, dass die beiden von einer skurrilen Situation in die nächste schlittern. Der Trip nach Amerika ist eine Entdeckungsreise: Tom entdeckt weiter die Sterne und Philipp entdeckt langsam mal seine Persönlichkeit. Darüber kann man als Leser sehr froh sein, denn gegen Ende wird er dadurch ein bisschen plastischer.
Ansonsten allerdings wird die Geschichte zum Ende hin schwächer – die Ereignisse wirken zu konstruiert, die meisten Figuren zu platt und überhaupt wird man der ewigen Landschaftsbeschreibung überdrüssig. Davon gibt es nämlich im gesamten Buch sehr viel: Tag und Nacht wird detailliert jede Landschaft beschrieben, durch die unsere Entdecker kommen und das ist gepaart mit den wissenschaftlichen Exkursen zu Astronomie teilweise ein wenig ermüdend. Dennoch fand ich gerade die Einschübe, in denen man einiges über Kometen und vor allem auch die Forschungsgeschichte der Astronomie lernen konnte, meistens sehr interessant; auch handlungslogisch hatten diese Passagen die Funktion, Toms Begeisterung zu illustieren und eine wirklich dichte Atmosphäre zu schaffen, in die man sich fallen lassen konnte.

Durch die Geschichte bin ich in den letzten Nächten, in denen ich draußen war, immer mit nach oben gerichtetem Blick und viel aufmerksameren Augen durch die Gegend marschiert, weil sie mir doch nachgehangen hat. Deshalb bin ich auch bei der Bewertung ein wenig unschlüssig. Auf der einen Seite hatte das Buch wirkliche Längen und einen sehr geradlinigen Spannungsverlauf. Auf der anderen Seite ist der Schreibstil wirklich einnehmend und die Entwicklung, die Philipp durchmacht, sehr interessant zu verfolgen, sodass ich mir einfach nicht sicher bin, wie die kurz-knackige Gesamtwertung aussehen soll. Ich denke, mit 3 Wölkchen bin ich in der diplomatischen Mitte; die Geschichte hat so viele Schlagseiten in die verschiedensten Extreme, dass mir nichts anderes übrig bleibt ;D

05.08.2013

[Gerede] Von Internetproblematiken und dem Kreuz des Erwachsen-Seins

Dem aufmerksamem Leser könnte unter Umständen aufgefallen sein, dass gestern der sonntägliche Musik-Post ausgefallen ist. Das lag nicht etwa daran, dass ich seit neustem meine Vorliebe für die Stille entdeckt habe und keine Musik mehr höre, sondern schlicht und ergreifend daran, dass im ganzen Haus das Internet ausgefallen ist. Das ganze Wochenende! Eine einzige Qual war das, wo doch ca. 80% meiner Kommunikation und der zwischenmenschlichen Interaktion allgemein im Internet abspielen. Quelle catastrophe! Nun ja. Heute morgen habe ich dann alle wichtigen Sachen im Uni-Internet erledigt, in das man sich dankenswerterweise kostenlos einwählen darf, aber dazu hatte ich nur ein altersschwaches Netbook, sodass ich wirklich nur das nötigste gemacht habe, weil mit jeder Minute, die ich mit diesem Ding verbringe, die Wahrscheinlichkeit steigt, dass ich es gegen die Wand pfeffere.
Jedenfalls nur Stress. Und warum? Keine Ahnung. Jetzt läuft alles wieder und ich kann glücklich und zufrieden meine Zeit wie gewohnt im Internet verschwenden. Herrlich! :D

Doch dank der unfreiwilligen Freizeit bin ich am Wochenende vermehrt dazu gekommen, nachzudenken. Das passiert mir nicht oft und jedes Mal bin ich davon völlig irritiert, aber es war mal wieder soweit. Und dabei ist mir aufgefallen, dass man an dem einen Tag panisch seine Mama anruft, weil man nicht weiß, wie Grasflecken aus der Lieblingsjeans kommen und einen Augenblick später sitzt man mit quasi abgeschlossenem Grundstudium da und ist voll der Profi was Fleckenentfernung und Salatdressings angeht. Einfach so. Also habe ich eine kleine Checkliste erstellt. Diese trägt den Titel: Woran man erkennt, dass man aus Versehen erwachsen geworden ist. Und hier kommt sie:
  • Spinnen kann man selbst erschlagen und muss nicht mehr verzweifelt nach Papa oder einem adäquaten Ersatz rufen
  • einen vollen Korb mit Bügelwäsche hat man in 30 Minuten erledigt - nicht mehr in 2 Stunden
  • "schnell was kochen" bedeutet nicht mehr, 'ne Tütensuppe aufzuwärmen, sondern Putenbrust mit Knusperkruste an Currysoße mit Basmati-Reis zu fabrizieren
  • Glasreiniger ist nicht mehr das einzige Putzmittel im Schrank, sondern wird von Scheuermilch, Entkalker, Essigreiniger, Allzweckreiniger, etc. ergänzt
  • Sonnencreme ist kein schimpfwortähnlicher Ausdruck mehr, sondern wird tatsächlich angewendet - jetzt wo Mama keinen kühlenden Quark mehr auf den verbrannten Rücken schmiert
Ergänzend dazu habe ich noch eine zweite Liste mit dem Titel: Woran man außerdem merkt, dass es bis zum richtigen Erwachsensein doch noch nicht ganz reicht:
  •  man gibt im Monat mehr Geld für Schuhe und Kosmetik aus als für Nahrungsmittel
  • BAFöG-Anträge sind nach wie vor ein mittelgroßes Mysterium
  • Jeden Sonn- oder Feiertag wird man davon überrascht, dass die Läden geschlossen haben und man den leeren Kühlschrank nicht spontan auffüllen kann
  • Telefonanrufe sind trotz stetiger Routine immernoch der totale Horror. Einen Arzttermin telefonisch abmachen? Vergiss es! ;)
  • Ein großer Frozen Yoghurt ist ein vollwertiges Mittagessen

Wer sich in einem oder mehreren Punkt wiedererkennt, schreit einmal "JAAAA"! Und wer noch weitere Punkte hinzufügen möchte, tut sich keinen Zwang an und schreibt das fleißig in die Kommis. Ich werde jetzt meinen Internetzugang ausnutzen und Youtube-Videos gucken - wer weiß, wie lange das noch so reibungslos funktioniert? :D

Einen schönen Start in die Woche wünsche ich euch :)

03.08.2013

[Gerede] Totally fell in love with London PART II

Wir ihr hier jüngst erfahren konntet, haben mein Schwesterherz und ich uns einen lang gehegten Traum erfüllt: ein paar Tage lang eine der größten, buntesten, vielfältigsten und nicht zuletzt geschichtlich interessantesten Städte der Welt zu erkunden - London! :D Heute folgt endlich der versprochene zweite Teil meines Reiseberichts - und meiner Reiseempfehlung, die, wie ich hoffe, in jedem Satz mitschwingt. Ich hätte nie gedacht, jemals so begeistert von einer Stadt zu sein (Berlin, Hamburg und selbst Barcelona haben mich nicht so sehr ins Schwärmen gebracht, obwohl auch das tolle Städte sind), aber Himmel, London ist ja so großartig :D


Tag 3: Quadratisch, praktisch, gut
Unser letzter voller Tag brach wettermäßig nicht so wundervoll an, wie die beiden vorhergehenden Tage. Aber so bekamen wir auch den echten londoner Regen ab. Man kann ja nicht mit einem Sonnenbrand aus Großbritannien nach Hause kommen (kein Scherz ;) ), ohne wenigstens ein paar kleine Regentröpfchen gesehen zu haben. Zusätzlich war die Innenstadt schön dekoriert mit festlichen Girlanden zu Ehren des 60-jährigen Thronjubiläums der Queen. Deren Zug durch die Stadt haben wir leider um einen Tag knapp verpasst. Was aber vielleicht gar nicht so tragisch ist, wenn man unsere Menschenmassen-Aversion betrachtet ;)

The Red-Hat-Lady
Woran denkt man mit als erstes, wenn das Stichwort 'London' fällt? An die Bärenfellmützen vorm Buckingham Palace natürlich! Jeden Tag findet dort die berühmte Wachablösung mit einer mehr oder weniger spektakulären Parade der Wachtposten statt und genau dieses Change of the Guard war unser Programmpunkt Nummer 1 an diesem Tag. Dank dem wundervollen Zeit- & Routenplan des Schwesterleins (♥) hatten wir die perfekten Plätze, um ungefähr drei Stunden lang das in der Summe vielleicht 30 Minuten (wenn überhaupt) andauernde Spektakel beobachten zu können. Yeahi :D Ehrlich gesagt... nochmal muss ich mir das wirklich nicht geben, weil man die meiste Zeit doch nur damit beschäftigt ist, die Bobbys dabei zu betrachten, wie sie etwas übermotivierte Zuschauer von dem Gitterzaun des Palastes zu pflücken versuchen. Eine besonders hartnäckige Lady mit rotem Hut wurde dabei mehrmals sowohl von den Polizisten mit, als auch von denen ohne Pferd persönlich ermahnt: "Excuse me, red hat lady, you can't stand here". Selbst angeschnauzt wird man mit ausgesuchter Höflichkeit :D

Mitte: Wenn man cooler London-Insider ist, fängt man übrigens an, ganz souverän die kostenlose Zeitung zu lesen und dann schick im Waggon liegen zu lassen - für den nächsten coolen London-Insider ;)
Nachdem dann unter royalem TamTam die Wachablösung vorbei war gings zu einem schnellen Snack weiter zu Trafalgar Square, Leicester Square und dort folgte ein weiteres Highlight: eine Fahrt im roten Doppeldecker-Bus: ganz oben, ganz vorne! Nicht jeder Linienbus ist rot, aber wir waren vorbereitet und
wussten Bescheid. Was wir nicht wussten: man muss Busse rauswinken, sonst halten die trotz Haltestelle nicht an!

English Breakfast - here we go
Tatort: Picadilly Circus (übrigens auch total toll mit dem Asia-Viertel).
Tatzeit: 16.00h - zum Glück! In einer kleinen - Beschreibung des Schwesterleins: gammeligen - Seitenstraße haben wir ein schnuckeliges kleines Lokal gefunden. Bar Bruno hieß sie und dort bekam ich eeeeendlich mein englisches Frühstück.
So genau weiß ich immernoch nicht nicht, was ich da eigentlich gegessen habe, aber ich muss sagen: es war alles sehr lecker. Sogar dieses bohnige Geglibber. Und das sage ich, obwohl ich durchaus sehr skeptisch war :) Nur wäre mir das für die erste Mahlzeit des Tages doch ein bisschen zu viel, zu deftig und zu fettig. Aber als Mittagessen ist das Frühstück durchaus zu empfehlen :D
Das Schwesterlein hatte übrigens Pasta - dieser Banause ;)
Kleiner Wehmutstropfen des Tages: ich war krank. Halsschmerzen dank U-Bahn-Zugluft. Deshalb sind wir in eine ganz normale Drogerie spaziert und haben mir kleine blaue Pillen besorgt. Zum Lutschen. Die hauen SO rein. In Deutschland gibts die
definitiv nicht einfach mal so im Drogeriemarkt. Noch ein Grund, warum London toll ist :D
Ebenfalls großartig: Covent Garden. Bunt, laut und lustig geht es da zu. Überall sind richtig gute Straßenkünstler und im Gegensatz zu meiner Ausgangshypothese hat das ganze ziemlich wenig mit einer Grünanlage zu tun, sondern ist eine riesige Markthalle, wo man vom Apfel bis hin zu einer kostenlosen Opernshow alles bekommen kann.
Als Tagesabschluss sind wir trotz schmerzender Füße noch an zwei literaturhistorisch wichtigen Orten vorbeigekommen: Kings Cross (was wäre London ohne einen Hauch Harry Potter?) und die Baker Street (Grüße von Sherlock).
Wisst ihr, wie unglaublich dankbar man für solch profane Dinge wie Blasenpflaster sein kann?!


Tag 4: Time to say Goodbye
Nach einem letzten abendlichen Besuch im Hyde Park, unser täglicher Fixpunkt quasi, hieß es am nächsten Tag leider viel zu früh schon: Koffer packen - was sich als mittelschwere Herausforderung entpuppt hat, weil zwei chaotische Mädels auch in drei Tagen ein schönes Hotelzimmer in eine kleine Messihöhle verwandeln können. Dabei muss ich zugeben, dass für den größten Müllberg wohl doch irgendwie ich verantwortlich war *hüstel* *räusper*. Naja, wir haben es aber geschafft, alles
ordnungsgemäß zu verstauen, konnten dann zum auschecken und langsam Richtung Flughafen gondeln.

Royal Residence
Zuerst gabs aber noch einen kleinen Abstecher in die Kensington Gardens, wo wir uns weitere tolle Parkanlagen, und - viel wichtiger! - den Kensington Palace angeschaut haben. Genau! Den Ort, wo die königliche Familie wohnt und momentan angeblich das Royal Baby vor sich pupst. Mir persönlich wäre es ja viel zu stressig, irgendwo zu wohnen, wo jeder einfach so in
meinem Vorgarten spazieren geht, wie es ihm passt, aber gut - man hat ja Verpflichtungen als repräsentativer Monarch ;)
Auf dem Weg zu den Kensington Gardens sind wir noch eine Straße entlang flaniert, die mein kleines Bücherherz höher schlagen ließ: eine Buchhandlung reihte sich an die nächste - es war ja sooo schön :D
Ich muss wohl kaum erwähnen, dass auch mein Souvenir ein Buch geworden ist; George Orwells '1984', das ich schonmal auf deutsch
gelesen habe, absolut genial fand und vom Original sicher nicht enttäuscht werde. Irgendwann, wenn ich Zeit habe, es zu lesen. Und bis dahin erfreue ich mich einfach seiner bloßen Existenz.


Ready for Take-Off
Nach diesem wundervoll erfolgreichen Shopping-Tag wurde es aber endgültig Zeit, die allmächtige TravelCard ein letztes Mal zu benutzen und zum Flughafen zu fahren. Weil wir nicht von Heathrow, sondern von Stansted aus geflogen sind und schlauerweise den Stansted-Express dazu gebucht hatten, konnten wir dort einen Blick auf die abgefahrensten Cyper-Zug-Toiletten machen, die ich jemals gesehen hab o.Ô Aber die Klos im Zug waren ja nichts im Vergleich zum Flughafen! Der ist so dermaßen riesig und quasi eine
Kleine Lebensweisheit :D
richtige Mini-Stadt. Willkommen in der großen weiten Welt. Beziehungsweise Danke für den Besuch. Entspannen konnten wir uns erst, als endlich unser Gate geöffnet war und wir die richtige Schlange zum Anstellen gefunden hatten. Wenn wir uns verlaufen hätten - wir wären nie wieder aus diesem Labyrinth entkommen.
Im Flugzeug herrschte dann eine Mischung aus Wehmut über die Abreise aus dieser tollen Stadt und natürlich trotzdem Freude auf Zuhause. Bei mir mischte sich noch ein gutes Maß Lethargie hinzu: unterdrückt ihr mal eine fette Grippe mit Tonnen von Ibuprofen und ihr wisst, was ich meine :D

Jedenfalls haben wir jetzt schon eine To-Do-Liste für unseren nächsten Besuch: Madame Toussauds und die Harry-Potter-Studio-Tour sind nur zwei Punkte davon. Es war also definitiv kein Abschied für immer :D

Was würde euch am meisten an London reizen? Und habt ihr noch andere Traumstädte, die ihr unbedingt mal besuchen wollt?

01.08.2013

Leserückblick Juli 2013

Wie immer reihe ich mich in die lange Liste der Statistik-Liebhaber ein und präsentiere pünktlich wie die Eisenbahn meine Leseliste des vergangenen Monats, die - überraschenderweise - sogar ziemlich gut ausgefallen ist. Trotz, oder vielleicht wegen, dem ganzen Bachelor-Stress konnte ich doch einiges lesen und bin sehr froh darüber, meine Zeit nicht nur für Uni-Kram verschwendet zu haben. Und hier kommen die Zahlen:

Gelesen
Philipp Andersen/Miriam Bach - Warte auf mich (*Rezi*)
Walter Moers - Rumo (*Rezi*)
Jane Austen - Stolz und Vorurteil
John Green - Das Schicksal ist ein mieser Verräter (*Rezi*)
Ursula Poznanski - Fünf (*Rezi*)

In Seiten
2125

Durchschnittsbewertung
4,4 Wölkchen

Highlight des Monats
Diese Entscheidung fällt mir trotz der durchgehend guten Bücher dieses Mal sehr leicht: ganz eindeutig ist es Das Schicksal ist ein mieser Verräter von John Green - es hängt mir einfach immernoch nach. Ein großartiges Buch.

Enttäuschung des Monats
Gab's keine :D

In Bildern



Sogar fast doppelt so viele Seiten wie letzten Monat sind es geworden. Das ist doch mal eine schöne Zukunftsprognose für den kommenden Monat, in dem ich nämlich bald auch endlich mal Ferien haben werde. Zwei Wochen noch ranklotzen und ich bin frei! :D