29.10.2013

[Rezi] Juli Zeh - Nullzeit

Erscheinungsjahr: 2012
Genre: Roman
Seitenzahl: 255



Teaser:
Mit den Jahren hatte ich einen Automatismus entwickelt: Je hektischer sich ein Tauchder zeigte, desto ruhiger wurde ich. Meine Bewegungen verlangsamten sich, bis ich kaum noch wusste, ob ich etwas tat oder einfach nur vorhanden war.




Handlung
Eine verschlafene kleine Insel im Atlantik hat sich der Tauchlehrer Sven Fiedler ausgesucht, um mit seiner Freundin Antje Deutschland den Rücken zu kehren. Die beiden haben sich eine kleine Tauchschule aufgebaut und vor allem Sven genießt dieses Austeigerleben, das es ihm ermäglicht, seine Lebensphilosophie, sich nicht in die Angelegenheiten anderer einzumischen, konsequent zu verfolgen. Seine nächsten Kunden haben ihn und sein gesamtes Programm für 14 Tage gebucht und bezahlen eine große Summe dafür, in dieser Zeit die einzigen Gäste der Tauchschule zu sein. Die Schauspielerin Jola benötigt einen Intensiv-Tauchkurs, um sich auf ihre nächste Rolle vorzubereiten und wird von ihrem Lebensgefährten Theo begleitet.
Zunächst erscheint alles ganz normal; das Verhalten seiner beiden Schüler kommt Sven zwar von Anfang an merkwürdig vor, aber schließlich sind beides Künstlerseelen - Theo ist Schriftsteller - und die sind ja bekanntlich immer ein bisschen egozentrisch. Doch aus einem kleinen Flirt zwischen ihm und Jola entwickelt sich schnell eine für Sven undurchsichtige Dreiecksbeziehung; zwar denkt er noch lange, er habe alles unter Kontrolle, doch diese hat er schon von Anfang an abgegeben. Als er die feinen Linien des Spinnennetzes, in dem er gefangen is, endlich erkennt, ist es schon zu spät, sich daraus zu befreien.

Meine Meinung
Nullzeit ist mein erstes Buch von Juli Zeh, aber es wird sicher nicht mein letztes sein. Nicht nur ist der Plot absolut spannend zu verfolgen, die Handlung baut sich außerdem auf einer gut durchdachten Gesellschaftsreflexion auf, die sowohl die - um es auf Neudeutsch auszudrücken - FirstWorldProblems thematisiert, als auch die Tendenz vieler Menschen dazu, sich zwanghaft aus allem heraushalten zu wollen, was den eigenen Seelenfrieden stört.

Der Leser nähert sich der Geschichte durch zwei Handlungsstränge: einmal erzählt Sven, was aus seiner Sicht passiert ist und zum anderen lesen wir die Tagebucheinträge Jolas. Obwohl in beiden Darstellungen die Rahmenhandlung die selbe ist, gibt es zwischen den beiden Versionen gravierende Unterschiede.
Dass sich zwischen Jola und ihrem Tauchleherer ein kleiner Flirt eintwickelt, liest man aus beiden Berichten heraus und auch das schwierige und zum Teil gewaltvolle Verhältnis zwischen Theo und Jola beschreiben beide auf ihre Weise zwar unterschiedlich, aber dennoch treffend. Wenn es allerdings um die Frage geht, wer die Eskalation des Flirts zwischen Sven und Jola provoziert, divergieren beide Versionen; laut Sven geht Jola sehr offensiv auf ihn zu, während in Jolas Darstellung die Anziehung eher beidseitig und im Zweifel mehr auf Svens Seite herrscht. Das führt dazu, dass in Jolas Tagebüchern die Geschehnisse genau gegenteilig zu Svens Meinung beurteilt werden und man früher oder später auch als Leser nicht meht weiß, wem man jetzt eigentlich glauben soll.

Die Sympathien liegen eindeutig bei Sven, der zwar nicht der charmante Sunnyboy ist, als der er sich selbst sieht, aber vor allem im Vergleich zu Jola und Theo doch immerhin ein paar Pluspunkte bekommt. Zuerst hat mich seine Einstellung fasziniert: wandert der einfach aus, macht sein eigenes kleines Unternehmen auf und muss sich nicht mehr mit den Anzugträgern in Deutschland herumschlagen. Doch früher oder später beginnt diese passive Weglauf-Taktik nicht mehr aufzugehen und die permanente Konfliktscheuheit geht einem als Leser dann doch auf die Nerven. Wobei dieses Verhaltensmuster ausschließlich für den privaten Sven gilt; der Tauchlehrer Sven kann durchaus einmal Klartext sprechen. Er ist, wie er sich selbst treffend charakterisiert, besser unter Wasser aufgehoben als an Land. Weil er beim Tauchen ganz genau weiß, wann er wie zu reagieren hat und in der Lage ist, aufkommende Probleme zu lösen. An Land funktioniert das nicht so gut, weshalb er es lieber gar nicht zu Problemen kommen lassen würde. Doch gegen Jola und Theo, die wie eine Naturgewalt in sein Leben treten, kann Sven einfach nicht ankommen.
Das liegt vor allem daran, dass er bis zuletzt nicht merkt, in was für ein seltsames Beziehungsspielchen er da gezogen wird. Jola und Theo sind zwar offiziell ein Paar, doch werden sie eher von einer gegenseitigen, fast krankhaften Abhängigkeit voneinander zusammengehalten als von Liebe. Jola quält Theo wo sie nur kann und bringt ihn gerade beim Tauchen öfter mal in lebensgefährliche Situationen und Theo wiederum verprügelt sie mit routinierter Regelmäßigkeit. Trotzdem kommen die beiden nicht voneinander los und ziehen ausgerechnet Sven in dieses Beziehungsdrama hinein.
Schön wird es dann bei den Szenen, in denen entweder Svens Aussteigertum oder Jolas dekadentes Leben als Schauspielerin auf den Prüfstand kommen und von jeweils anderen Figuren im Roman kritisiert weden.

Es fällt mir relativ schwer, noch mehr zu diesem Buch zu schreiben, ohne zu viel vom Inhalt zu verraten und somit die Spannung beim Lesen deutlich zu schmälern. Deshalb lasse ich das jetzt einfach, sage nur noch schnell, dass ich mir das Ende ein wenig fulminanter gewünscht hätte und vergebe 4 Wölkchen.



27.10.2013

[Musik] Sonntagslieder #60

Heute Morgen erwachte ich aus mehr oder weniger verstörenden Träumen, warf einen Blick auf mein Handy und war schlagartig hellwach. Denn dieses verkündete mir: Winterzeit! Heute hast du eine Stunde länger Zeit als gestern bevor es wieder ins Bett geht! Und dann wurde ich mir der Helligkeit in meinem Zimmer bewusst, zog die Vorhänge zurück und wurde von der Sonne geblendet. Sonne! Und blauer Himmel! Und Zeit!
Dreimal dürft ihr raten, was ich gleich (um halb 10! Es ist halb 10 und ich bin ausgeschlafen! Ich liebe die Zeitumstellung!) tun werde: raus gehen, in Laubhaufen springen, die schönsten Blätter mitnehmen, pressen und meine Herbstdeko damit ergänzen.
Vorher gibt es aber noch ein leckeres Frühstück und natürlich die dieswöchigen Sonntagslieder. Damit wäre meine To-Do-Liste für heute dann nämlich auch schon zur Häfte abgehakt. Das schreit doch förmlich nach einem Lesetag! :D



Sunrise Avenue - Damn Silence
Momentan läuft ja mal wieder The Voice of Germany und diese Tatsache habe ich zum Anlass genommen, mal wieder ein bisschen Sunrise Avenue zu hören. Eine gute Entscheidung wie ich finde :)


Lily Allen - Not Fair
Trotz dem Country-Einschlag mag ich das Lied super gern :D


Breaking Benjamin - Anthem of the Angels
Weil ich im Herbst immer dazu tendiere, meine Emo-Lieder wieder rauszukramen, kann natürlich Breaking Benjamin nicht fehlen. Wenn ein Lied schon mit Violinen anfängt, ist es eh gleich um mich geschehen.


Mein Magen fordert grade sehr nachdrücklich sein Frühstück ein; also wünsche ich euch wie immer viel Spaß beim Hören, einen ebenfalls sonnigen Herbsttag und ein schönes Rest-Wochenende! ♥

25.10.2013

[Mini-Rezi] Ron Winkler (Hg.) - Neubuch. Neue junge Lyrik

Erscheinungsjahr: 2008
Genre: Lyrik
Seitenzahl: 232


wartungsversuch (Tom Bresemann)

hundertausend arten scheiße
auszusehen. jede einzelne
das hingegen
sollte der phantasie überlassen
sein. als geste
ein gesicht optimieren.
klammer auf und atem-
züge vom äußersten rand der zimmer-
lautstärke her erklimmen klammer zu.


Heute stelle ich mal kurz ein Büchlein vor, dessen Genre hier im Haus des Wahnsinns bisher gar nicht vertreten ist. Was hauptsächlich daran liegt, dass ich eigentlich nicht so der Lyrik-Fan bin und es mir bis vor kurzem eher ermüdend als spaßig erschienen ist, einen ganzen Gedicht-Band in meiner Freizeit zu lesen. Schon alleine, weil man nach maximal drei Gedichten nicht mehr aufnahmefähig für weitere künstlerische Kniffe ist. Zumindest geht es mir so. Deshalb hat es auch fast 6 Wochen gedauert, bis ich diese guten 200 Seiten komplett ausgelesen hatte. Aber ich muss sagen, dass es sich gelohnt hat. Ganz zufälllig ist mir das Buch beim Stöbern in der Bücherrei in die Hände gefallen und aus einer spontanen Eingebung heraus hab ich es mitgenommen.
Werke von insgesamt 25 jungen deutschsprachigen Lyrikern sind in hier veröffentlicht und dadurch entsteht eine riesige Spannbreite an Stilistik, Themenwahl, Wortspielen und Perspektiven. Das ist gleichzeitig das Vergnügen und die Herausforderung, die mit diesem Buch einhergehen. Vergnügen, weil trotz dem Oberbegriff Lyrik viel Abwechslung herrscht und Herausforderung, weil man sich nicht auf eine bestimmte Lesart einschießen kann. Was man natürlich sowieso nicht sollte.
Gemeinsam haben alle Gedichte, dass es unverkennbar "moderne" (brr, darf man das so eigentlich sagen?) Arbeiten sind: keine gängigen Reimschemata, dafür viele Neologismen, feine Spiele mit Metrik und Lesefluss. Das ist ja einer der Gründe, warum ich neue Lyrik noch weniger mag, als beispielsweise Barock-Gedichte. Es reimt sich nix, um es mal salopp zu formulieren. Dennoch haben es ein paar Gedichte aus diesem Buch geschafft, mich sehr zu berühren. Obiges sei da mal als Beispiel genannt. Von dem bin ich fasziniert, seit ich es das erste Mal gelesen habe und immernoch entdecke ich bei jedem erneuten Lesen einen Aspekt,  der mir bisher entgangen ist. Fast jedes Gedicht hat auf jeden Fall meine Bewunderung für die jeweils einzigartige und geniale Art, mit der Sprache umzugehen, verdient. Man kann nicht immer gleich verstehen, wo eigentlich der Kernpunkt der Gedichte ist, wenn sie so kryptisch daherkommen. Aber so ist die Lyrik halt - einfach kann jeder.
Sollte sich also jemand für neue Lyrik interessieren, ist dieses Buch defintiv einen Blick wert. 3 gute Wölkchen erhält es von mir.



24.10.2013

[Gerede] Pro/Contra-Liste Herbstedition

Immer wieder wird mir bewusst, dass ich es liebe, in unserer Klimazone zu leben. Weil wir wettertechnisch ein sehr abwechslungsreiches Jahr haben und selten wirklich in ein Extrem abdriften. Meistens gelange ich zu dieser Erkenntnis in den Monaten September und Oktober; das ist so die Zeit, in der ich dem Sommer doch so ein bisschen nachtrauere und eine Weile brauche, um auch Herbst und Winter wieder schön finden zu können.
Deshalb erfolgt hier und jetzt eine kleine Zusammenstellung von Yeahi's und Buh's, die den Herbst betreffen. Ich weiß, sowas gibt es in der ein oder anderen TAG-Form schon, aber ich mach daraus einfach spontan mein eigenes Ding. Weil mir das grade so eingefallen ist :D Außerdem fehlen bei den TAGs meistens die negativen Aspekte des Herbstes. Und die braucht man doch, damit die positiven Seiten in Abgrenzung dazu erst ihren vollen Wert entfalten können. Weil Licht im Dunkeln immer heller ist als im Hellen. ...oder so. Denkt euch die Metapher einfach sinnvoll; euch fällt da schon was ein ;D

Los geht's also mit den Buh's:
  • Heizungsluft: wenn es kälter wird, muss man logischerweise die Heizungen wieder aufdrehen. Das kann ganz gemütlich werden, führt aber mit der Zeit dazu, dass meine Haut furchtbar trocken wird. Vor allem an den Händen merke ich das jetzt schon. Uncool.
  • Regen + Laub = rutschig: diese Gleichung führt nicht nur zu vermehrten Autounfällen, sondern sorgt auch dafür, dass sich Menschen, die eh schon über einen sehr kleinen Gleichgewichtssinn verfügen (so wie ich) öfter mal auf die Nase fliegen. Autsch!
  • Dunkelheit: da es mittlerweile ja schon um 19 Uhr dunkel wird, mein Biorhythmus aber noch nicht umgestellt ist, bin ich um 20 Uhr schon so müde wie eigentlich erst um 23 Uhr. Gähn!
  • Busse: wenn es regnet und kalt ist, fahren die ganzen Studenten nicht mehr wie im Sommer vorbildhaft mit dem Fahrrad zur Uni, sondern verstopfen die Busse. Mal abgesehen davon, dass ich auch zu einem solchen Verstopfer gehöre, finde ich das ganz undiszipliniert von diesen Pseudo-Sportlern ;) Eng.

Aber ganz YingYang-mäßig gibt's auch unbestreitbar schöne Seiten am Herbst. Also weiter mit den Yeahi's:
  • Licht: Auch wenn ich es jetzt nicht an eigenen Bildern beweisen kann (ich schiebe diesen Post schon seit 4 Tagen vor mir her, weil ich die ganze Zeit gehofft habe, noch Gelegenheit zu einem Spaziergang mit Fotoapparat zu haben. Aber Pustekuchen), könnt ihr ja einfach aus dem Fenster schauen. Im Herbst ist das Sonnenlicht viel weicher und wirkt trotz der eigentlichen Temperaturen satt und warm. Schön.
  • Stiefel: Oder auch allgemein Klamotten. Es ist so schööön, endlich wieder alle Pullis, Schals und Schuhe anziehen zu können, die seit April im Schrank liegen geblieben sind. Dieses Jahr haben es mir vor allem grobe Stricksachen angetan - ja, auch ich bin endlich mal bei diesem "Trend" (ist es noch einer?) angekommen :D Kuschlig.
  • Farben: Zusätzlich zu dem tollen Licht ist erstrahlt Welt in meinen absoluten Lieblingsfarben; Rot-, Orange-, und Goldtönen. Bunt.
  • Essen: Leckere Suppen - obwohl ich ansonsten definitiv kein Suppen-Mensch bin - und warme Getränke zaubern eine wundervoll gemütliche Atmosphäre. Noch ein paar Kerzen und ein bisschen Herbstdeko, eine Kuscheldecke und ein Buch und ab gehts auf Entspannungsreise :) Yummi.

Und seien wir mal ehrlich: wer kann bei einem Laubhaufen schon an sich halten und nicht hineinspringen? Oder muss nicht zumindest ganz Linus-mäßig einmal alles fliegen lassen? Außer natürlich, man ist zu cool dazu. Aber selbst coole Leute wünschen sich, mit vollem Anlauf in einen Laubhaufen zu hüpfen. Ich bin mir ganz sicher! :D

In diesem Sinn: genießt die noch verbleibenden schönen Herbsttage, lasst euch nicht von ein bisschen Regen die Laune verderben und erzählt mir, was euch am Herbst am meisten gefällt/stört/freut/etc ;) ♥

20.10.2013

[Musik] Sonntagslieder #59

"Besser spät als nie" lautet das Motto der heutigen Sonntagslieder. Weil ich den ganzen Tag in diversen Zügen verbacht habe, um von quasi ganz unten nach quasi ganz oben auf der Deutschlandkarte zu gondeln, war ein früherer Lieder-Sammel-Post nicht möglich. Doch die Strapazen dieser Reise werden überdeckt von dem zukünftigen Stress, der mich erwartet; mein Master-Studium beginnt nämlich genau morgen und so paradox es nach dieser Vorankündigung klingt, freue ich mich riesig darauf :)
Aber gut, Strebermodus wieder aus. Hier kommen meine dieswöchigen Top-3-Lieblingslieder:


Simple Plan - I Can Wait Forever
Mal wieder ein kleines Simple Plan - Revival. Ich liebe dieses Lied. Liebe, Liebe, Liebe! When you come my heart stops beating, when you're gone it wont stop bleeding ♥♥♥


3 Doors Down - Be Like That
Und hier auch wieder ganz viel Liebe. So ein schönes Lied - und Violinen holen mich immer ab! :)


Simple Plan - Take My Hand
Bandwiederholungen vermeide ich ja eigentlich. Aber diese Woche geht es nicht anders. Das liegt am Revival ;)

Habe fertig! :) Ist alles ein bisschen ruhiger diese Woche. Anscheinden bin ich grade sensibel oder so ;P Nun gut, ich hoffe natürlich wie immer, dass ihr ganz viel Spaß beim Hören habt und morgen gut in die neue Woche reinkommt! ♥

19.10.2013

[Rezi] Jodi Picoult - Neunzehn Minuten

Erscheinungsjahr: 2009
Originaltitel: Nineteen Minutes
Genre: (Jugend-)Roman
Seitenzahl: 472


Teaser:
Es galten neue Vorschriften: Sämtliche Türen waren nach Schulbeginn abzuschließen, dabei könnte ein Amokläufer unter den Schülern doch längst im Gebäude drin sein. In den Klassenräumen waren keine Rücksäcke mehr erlaubt, dabei ließ sich eine Pistole doch ohne weiteres unter der Jacke hineinschmuggeln.



Handlung
Innerhalb von neunzehn Minuten wir die Welt einer gesamten Kleinstadt bis ins Mark erschüttert. Eines Morgens betritt der siebzehnjähirge Peter Houghton die Sterling Highschool in New Hampshire und fängt an, um sich zu schießen. Mitschüler und Lehrer werden schwer verletzt, tödlich getroffen oder versuchen panisch aus dem Gebäude zu fliehen. Polizei und Rettungskräfte sind ebenso schnell vor Ort wie besorgte und verängstigte Eltern. Vor und in der Schule ist ein großes, schreckliches Chaos und aus der Turnhalle erklingen noch immer Schüsse. Patrick Ducharme, dem Polizeichef, gelingt es schließlich, Peter in einer der Umkleidekabinen zu stellen und das Blutbad zu beendet; zusammen mit ihm im Raum befinden sich noch zwei weitere Schüler - Matt, der Eishockeyspieler war und der schon seinen zwei Schusswunden erlegen ist, und Josie, seine Freundin, die lediglich mit einer Platzwunde am Kopf auf dem Boden liegt. Patrick nimmt Peter in Gewahrsam und organisiert dann die Helferarbeiten.
Nach diesem Tag ist in der Stadt nichts mehr wie vorher: viele Familien haben jemanden verloren und alle Überlebenden tragen seelische Wunden mit sich, die so schnell nicht wieder verheilen. Die ganze Stadt projeziert diesen Hass auf Peter, an dessen uneingeschränkter Schuld niemand zweifelt.

Meine Meinung
Bewaffnet mit zwei Flinten und zwei Pistolen betritt Peter an einem eigentlich ganz gewöhnlichen Schultag im März seine Highschool mit dem konkreten Plan, gezielt Menschen zu töten. Menschen, mit denen er seit seiner Einschulung tagtäglich zusammen war und die ihm trotzdem alles andere als ein sicheres Umfeld gegeben haben. Das Blutbad, das Peter anrichtet, ist schrecklich und grausam; dennoch ist er in diesem Buch nicht das personifizierte Böse, sondern nimmt eine Hybridposition ein, in der er natürlich zwar als Täter, aber gleichzeitig auch als Opfer auftritt.

Die Handlung setzt sich aus zwei Erzählsträngen zusammen: einmal werden Episoden aus der Zeit vor dem Amoklauf und zum anderen Episoden aus der Zeit nach dem Amoklauf erzählt. Peters Tat ist dabei immer omnipräsent, denn auch die Leben der Beteiligten lassen sich nach diesem Schema aufdröseln: für sie ist es unterteilt in das Kapitel davor und in das danach.

Die Rückblicke zeichnen ein Bild von Peter, das sich nur schwer mit einem skrupellosen Massenmörder in Einklang bringen lässt. Immer im Schatten seines großen Bruders stehend, war er ein scchüchterner und sensibler Junge, der die meiste Zeit in seiner eigenen kleinen Welt gelebt hat. Schon im Kindergarten hatte er nur wenige Freunde, beziehungsweise nur eine einzige: Josie Cormier. Sie hat sich immer für ihn eingesetzt und Peter hat ihr das mit einer tiefen Verbundenheit gedankt. Doch nach der Einschulung wurde Peter immer mehr und immer krasser gehänselt und gemobbt und soagr Josie hat sich von ihm abgewendet. Und so zieht sich der Junge immer tiefer in sich selbst zurück, wird einsamer den je und die Schule wird für ihn zur Qual, weil er von den "coolen" Kids ständig aufs Übelste schikaniert wird; Kopf ins Klo oder im Spind eingesperrt werden sind da noch die harmloseren Dinge, die er über sich ergehen lassen muss, weil er sich allein nicht wehren kann und ihm niemand beisteht. Weder seinen Lehrern noch seinen Eltern kann er sich anvertrauen.

Wechselt die Perspektive dann in die Zeit nach dem Amoklauf arbeitet die Autorin die einzelnen Stadien ab, die es zu durchlaufen gilt, wenn man etwas traumatisches erlebt hat. Schüler, Eltern, Lehrer und alle anderen in der Stadt müssen das schreckliche Ereigniss verarbeiten und jeder geht anders damit um.
Peter dagegen sitzt im Untersuchungsgefängnis und wartet auf seinen Prozess - fast die gesamte Stadt will ihn für immer weggesperrt wissen.

Im Mittelpunkt steht die Tat selbst, auf deren Schilderung die gesamt Erzählung auf beiden zeitlichen Ebenen hinarbeitet. Schon früh ist klar, dass es einige Ungereimtheiten beim Tathergang gibt, die es nach und nach zu klären gilt.
Am besten gefällt mir an diesem Buch einfach, dass die Autorin keine Schwarz-Weiß-Malerei betreibt, sondern alle Seiten gleichermaßen beleuchtet werden. Natürlich ist der Amoklauf von Peter unverzeihlich und das wird definitiv deutlich gemacht; auch die Frage nach dem Warum kann auch am Ende selbst von Peter nicht beantwortet werden. Es wird aber deutlich, dass er keinen anderen Ausweg aus der Mobbingfalle gesehen hat, als all diejenigen umzubringen, die in täglich gedemütigt haben und das ist wohl der Punkt, an dem man ansetzten muss. Erst, wenn auch die Täter als Opfer - eben der gesellschaftlichen Strukturen - gesehen werden, kann das Problem von der Wurzel her bekämpft werden. Denn besonders erschreckend ist ja, dass sich diese Geschichte in der Realität schon viel zu oft abgespielt hat. Ohne eine solche Tat zu rechtfertigen, zeigt die Autorin mögliche Gründe dafür auf und sensibilisiert dadurch sehr für die Themen Mobbing und Schikane.

Mein einziger großer Kritikpunkt sind die Figuren, die zum großen Teil sehr schwach ausgearbeitet sind, sieht man mal von Peter und Josie ab. Die meisten Personen sind gerade einmal grob skizziert und entsprechen dabei dem typischen Highschool-Rollen-Klischee: entweder beliebter Sportler oder gemobter Nerd. Viele Handlungen waren für mich nicht nachvollziehbar und/oder unnötig, weil sie weder die Erzählung vorangebracht haben, noch dazu dienten, die Figuren zu charakterisieren.
Aber man kann nicht alles haben. Insgesamt ist das Buch definitiv sehr sehr lesenswert und bekommt deshalb gute drei Wölkchen und eine absolute Leseempfehlung von mir.


15.10.2013

[Rezi] Jo Nesbø - Die Larve

Erscheinungsjahr: 2011
Originaltitel: Gjenferd
Genre: Kriminalroman
Reihe: Harry-Hole-Reihe, Teil IX
Seitenzahl: 561


Teaser:
Vielleicht machen wir ha gerade deshalb Bilder. [...] Um falsche Beweise zu schaffen, mit denen wir dann die fehlerhafte Annahme belegen können, dass wir glücklich sind. Denn der Gedanke daran, nicht einmal in der Vergangenheit glücklich gewesen zu sein, ist unerträglich.


Handlung
Oslos Drogenszene ist eine der größten der Welt. Die Polizei kann die verschiedenen Drogenringe und sowohl Import als auch Export weder sprengen, noch eindämmen, sodass immer mehr Drogentote zu verzeichnen sind. Zu diesen zählt auch der junge Gusto Hanssen, der seine Karriere als Dealer selbst beendet hat, indem er sich sein Zeug selbst gespritzt hat. Und was er da für den obersten Boss, den kaum jemand zu Gesicht bekommt und den alle nur Dubai nennen, verkauft, ist die neue Hammerdroge. Violin macht zehnmal schneller abhängig als Herion, und das in geringeren Dosen, muss außerdem nicht teuer importiert werden, weil es im heimischen Keller hergestellt werden kann. Der Hauptvorteil für den "Konsumenten" ist aber, dass bei einer Überdosis nicht sofort die Atmung aussetzt und es dadurch weniger Tote gibt.
Gusto Hanssen stirbt auch nicht an einer Überdosis Drogen, sondern er wird erschossen. Und alles deutet darauf, dass es sein Freund und Kollege Oleg war.

Aus diesem Grund kehrt Harry Hole nach drei Jahren, die er in Hongkong verbracht hat, zurück in seine Heimat. Rakel - Harrys große Liebe - ist nämlich Olegs Mutter und Oleg war für Harry lange Zeit wie ein eigener Sohn. Deshalb versucht der Ex-Polizist Olegs Unschuld nachzuweisen. Dafür taucht er ab in die osloer Parallelgesellschaft der Drogengangs, Junkies, korrupten Politiker, Gewalt und Verzweiflung und bringt sich dabei wiederholt in Lebensgefahr.

Meine Meinung
Harry Hole ist der Protagonist dieses Romans und verkörpert ein bisschen den stereotypen, abgebrannten aber übermoralischen Ermittler, der trotz großer persönlicher Probleme seiner Berufung, gegen die organisierte Kriminalität vorzugehen, nicht den Rücken kehren kann.
Zusätzlich zu diesem Gerechtigkeitsdrang kommt bei diesem Fall natürlich die persönliche Komponente hinzu, ohne die er überhaupt nicht nach Oslo zurückgekehrt wäre.

Die Geschichte ist grob gesehen in zwei verschiedene Erzählebenen unterteilt: den aktuellen Geschehnissen, Ermittlungsfortschritten Harry und einigen Nebenhandlungssträngen auf der einen Seite und der rückblickenden Erzählung aus der Sicht Gustos, der die Zeit unmittelbar vor seinem Tod Revue passieren lässt.
Ein bisschen verwirrend sind diese verschiedenen Handlunsebenen und -stränge am Anfang, sodass der Einstieg in den Roman etwas schleppend vonstatten gin. Wenn man dann aber erstmal alles sortiert hat und jede Person ihren - eventuell vorläufigen - Platz im Gefüge eingenommen hat, geht die Action los und ab der zweiten Hälfte konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Die Erzählung wird ab diesem Zeitpunkt dichter und der Leser versteht die Zusammenhänge durch die erhaltenen Informationen immer besser.

Wie gesagt, die Figur des Protagonisten lässt sich gut in das typische Ermittler-Schema einpassen und es ist meiner Meinung nach auch ein bisschen überzogen, zu welchen Leistungen er trotz schwerster Verletzungen fähig ist. Aber gut, es ist praktisch, einen Übermenschen auf der guten Seite zu haben. Und noch besser ist es, wenn im Gegesatz dazu auf der bösen Seite hauptsächlich Weicheier sitzen, die quasi sofort tot umfallen, wenn Harry sie schief ansieht.
Nichtsdesto trotz ist es interessant zu Verfolgen, die sich die Ermittlungen entwickeln, Spuren verwischt werden und plötzlich wieder auftauchen und nach vielen vom Autor hervorragend gelegten falschen Spuren der Fall aufgeklärt wird. Die Arme der Drogenbosse reichen bis zu den höchsten politischen Ämtern und es ist sehr spannend, wie sich diese Arme gegenseitig unterstützen oder aus Macht- und Geldgier torpedieren.

Es hat mir - schätz ich mal - auch nicht geschadet, dass ich hier mit dem nenten Teil angefangen habe. Es kann natürlich sein, dass ich jetzt ein bisschen gespoilert bin, wenn ich die Vorgänger-Bände lesen möchte, aber bei diesem packenden Schreibstil wird mir das sicher nicht das Leseerlebnis vergällen.
Von mir erhält dieser Kriminalroman gute 3 Wölkchen - ein bisschen Abzug musste es wegen dem Superman-Klischee-Ermittler dann doch geben. Aber trotzem ist es ein sehr gutes Buch für ein paar kurzweilige Stunden.


13.10.2013

[Musik] Sonntagslieder #58

Hallöchen an alle FBM-Besucher, an alle Daheimgebliebenen, an alle Stock-Car-Challenge-Gucker, an alle Leseratten und an alle, die sich keiner dieser Gruppen zuordnen möchten :)
Wusstet ihr, dass Essen glücklich machen kann? Einmal im Jahr gibt es bei uns, die wir quasi an der Mosel leben, Zwiebelkuchen mit Federweißer. Ich bin eigentlich keine Weintrinkerin, aber da Federweiße ja eigentlich auch noch kein Wein ist, mache ich da immer eine kleine Ausnahme - Zwiebelkuchen schmeckt in dieser Kombination auch einfach am allerbesten. Und gestern war der Abend, um dieses traditionelle Festessen zu zelibrieren. Was soll ich sagen - das Glücksgefühl hält bis heute an :)
Die dieswöchigen Top-3-Lieder der Woche verbreiten größtenteils dazu passende fröhliche Stimmung. :)



Trey Songz - 2 Reasons
Okay, fangen wir doch mit guter Stimmung an :D Es gibt weniger Lieder, bei denen ich die "saubere" Version bevorzuge, aber bei diesem ist das auf jeden Fall so ;)


Cro - Bye Bye
Ich mag das Video dazu sooo gerne; richtig süß ist das :)


Olly Murs - Dear Darling
Wenn er das so singt, will ich ihn immer knuddeln :D Armer Olly! Aber das Lied ist schön :)

Et voilà. Wie immer wünsche ich euch einen schönen Rest-Sonntag und ganz viel Spaß beim Hören ♥

11.10.2013

[TAG] 100 Dinge an denen du erkennst, dass du zu viel liest

Trotz aller guten Vorsätze und einer vielversprechenden letzten Woche hat mich gleich schon wieder das RealLife gepackt und vom Bloggen abgelenkt. Ich brauche dringend mal wieder einen geregelten Tagesablauf, sonst vergräbt mich das Chaos komplett :D Aber Ferien sind toll ;D
Ein bisschen zum Stöbern bin ich natürlich trotzdem gekommen und habe hier bei der lieben Binzi diesen tollen (grade umgehenden) Lese-Ratten-TAG gefunden; eine Liste mit Merkmalen, an denen man erkennt, dass man zu viel liest. Und muss natürlich pflichtschuldig gleich ausprobieren, wie "schlimm" es um mich steht ;) Also los geht's mit der Diagnose.

Alle lilafarbenen Sätze treffen auf mich zu und alle blauen Sätze sind dumme Kommentare von mir.

  1. Du hast mehr Bücher als Schuhe.
  2. In allen Buchhandlungen der Umgebung bist du mit den Buchhändlern per "Du". Nicht in allen. Nur in meiner Stammbuchhandlung :D
  3. In deinem Kalender sind die Erscheinungsdaten neuer Bücher rot markiert.
  4. Leipziger und Frankfurter Buchmesse kommen für dich Nationalfeiertagen gleich.
  5. Wenn du dich vor der Schule entscheiden muss ob du dein Mathebuch oder deinen neuen Roman mit nimmst, nimmst du den Roman. Ist auch bei der Wahl zwischen Uni-Lektüre und Roman nicht anders ;)
  6. Du kennst dich in der Bücherei besser aus, als die Bibliothekarinnen.
  7. Deine Eltern hören oft die Worte "Ich lese gerade, also lasst mich!!!"
  8. Du bist ständig geistesabwesend und weißt nicht was dein Gegenüber gerade noch zu dir gesagt hat, weil du mit den Gedanken noch in deinem neuen Lieblingsbuch steckst.
  9. Wenn du durch eine Buchhandlung wanderst, murmelst du vor dich hin: "Das hab´ ich schon. Und das hab´ ich schon. Das auch..." ...zumindest gelesen; ich leihe mir ja auch viel aus Bibliotheken aus :)
  10. Du weißt genau, wo alle deine Bücher hingehören und merkst sofort, wenn eines fehlt.
  11. Du besuchst mehr als nur eine Buchhandlung, denn wenn du nur in eine gehen würdest, währst du jeden Tag dort - und das ist ja peinlich! pff...also in der Beziehung kenne ich kein Schamgefühl xD
  12. Namen merkst du dir so: "Meggie, wie das Mädchen aus Tintenherz", "Harry, wie Harry Potter." oder "Gideon, wie die männliche Hauptperson aus Rubinrot."
  13. Viele Leute fragen dich verwirrt, woher du soviel verrücktes Zeug weißt.
  14. Wenn 13. eintritt, murmelst du ein "Das habe ich irgendwo gelesen", obwohl du genau weißt wie das Buch heißt in dem du es gelesen hast.
  15. Wenn du dich zwischen einem Bett und einem neuen Bücherregal entscheiden musst, nimmst du das Regal. Wo sollen denn sonst deine Bücher stehen?!
  16. Wenn du alle deine Bücher aufeinander stapelst, kannst du problemlos deine Decke abstützen.
  17. Du kannst überall lesen: Im Zug; im Bus, auch stehend, wenn es sein muss; auf der Straße; in der Schule; im Café um die Ecke; auf dem Laufband;...
  18. Du kannst immer lesen: Morgens, vor der Schule; während dem Essen; während dem Gehen; im Dunkeln; in der Kirche; mitten in der Nacht; ...
  19. Wenn du umziehst, brauchst du mindestens 3 starke Männer, die deine Bücherkisten tragen - und selbst die sind danach fix und fertig!
  20. Dein Leben ist nicht in Jahre, sondern in Kapitel unterteilt.
  21. Du hast immer mindestens ein Buch unter dem Kopfkissen. Wer kann denn da schlafen? Auja!
  22. Deine Eltern/ dein Partner murren ständig: "Mach das Licht aus und schlaf endlich." und du ignorierst es.
  23. Du hast immer ein Buch in deiner Tasche.
  24. Wenn dich jemand fragt, was du dir zum Geburtstag/ zu Weihnachten/ zum Jahrestag wünschst, antwortest du: "Ein Buch!"
  25. Es ist schon mal vorgekommen, dass du ein Buch zweimal besessen hast. Dafür bin ich viel zu neurotisch :D
  26. Es gibt Bücher, die du eigentlich auswendig kannst, sie aber dennoch immer wieder lesen musst. Allen voran: Harry Potter! *potterheads4thewin*
  27. Du kennst die aktuelle Bestsellerliste auswendig.
  28. Du hast mindestens die Top 10 aus der aktuellen Bestsellerliste in deinem Regal stehen.
  29. Wenn dich jemand nach deinen Hobbies fragt, antwortest du: "Lesen". Andere Hobbies hast du nicht, denn lesen ist dein Leben! Alsoooo...ich lese ja gerne. Aber ein bisschen Abwechslung in der Freizeitgestaltung brauch ich dann schon ;)
  30. Du fragst dich gerade erschrocken, wann in dieser Liste endlich mal etwas kommt, das nicht auf dich zutrifft.
  31. Deine Mutter drohte dir mindestens ein Mal alle deine Bücher aus dem Zimmer zu räumen, wenn du nicht endlich das Licht ausmachst und schläfst - und du erwiderst, dass du sehen willst, wie sie 500 Romane aus deinem Zimmer schleppt. Auf die Idee ist sie nie gekommen *puh!* :D
  32. Deine Bücher liegen überall herum, weil einfach nicht genug Platz für alle da ist. Selbst wenn du das Regal bis zum Limit voll stopfst.
  33. Dein Bücherregal ist nach einem ganz bestimmten System geordnet, welches dir ermöglicht alle Bücher sofort zu finden. Und keiner sonst versteht das System. Es ist eine augeklügelte Mischung aus persönlicher Favoritenliste, Farbkonzeption der Buchrücken und alphabetischer Reihenfolge der Autorennamen :D
  34. Du hast mindestens drei Lieblingsgenre.
  35. In deinem Bücherregal ist jedes nur erdenkliche Genre vertreten.
  36. Wenn du auf einen Geburtstag/ eine Hochzeit eingeladen bist, schenkst du ein Buch. Zumindest, wenn keine absolute Aversion gegen Bücher besteht, oder etwas anderes dringend gewünscht ist.
  37. Du würdest gern mal ein Buch veröffentlichen. Lesen kann ich. Schreiben nicht so. Deshalb lieber nicht :)
  38. Der jenige, der dich beim Lesen stört, ist Staatsfeind Nummer eins.
  39. Wer eins deiner Bücher bekleckst, verknickt, verdreckt, einreist oder sonst irgenwie beschädigt, gehört deiner Meinung nach exekutiert.
  40. Du kannst gleichzeitig Lesen und Gehen. Mittlerweile schaffe ich es sogar, NICHT gegen Laternenmaste zu laufen :D
  41. In der Schule wirst du nie erwischt, wenn du unter dem Tisch heimlich liest. Beim Spicken aber fliegst du sofort auf. Ich hab in der Schule zwar gespickt, aber nicht gelesen :D In der Uni lese ich während der Vorlesungen, aber spicke nicht bei Klausuren :D
  42. Du liebst jede Jahreszeit, denn im Frühling und im Sommer kann man draußen lesen und im Herbst und im Winter kann man es sich drinnen bequem machen und lesen.
  43. Du kaufst dir mindestens 3 Bücher im Monat. Nur, wenn mein Überleben gesichert ist - Nahrung vor Bücher. Man muss Prioritäten setzen ;)
  44. Du brauchst nie länger als eine Woche für ein gutes Buch - NIE!
  45. Dein Geld geht für folgende Dinge drauf: Bücher, Strom (für die Leselampe), Essen (kleine Lesesnacks). Und zwar in dieser Reihenfolge.
  46. Wenn du Wörter hörst wie "das Einzigste" und "zwei Fensters" bekommst du Schüttelfrost.
  47. Du weißt, dass die Vergangenheitsform von "backen" "buk" lautet. Und ich weiß auch, dass "backte" mittlerweile trotzdem ebenfalls eine anerkannte Form ist ;)
  48. Du kannst problemlos Synonyme für alles finden.
  49. Wenn jemand ein Wort nicht kennt, kannst du es auf jeden Fall erklären.
  50. Du weißt: Bücher sind immer besser als ihre Verfilmungen. Nooooooo. Nicht immer ;)
  51. Büchern, die alle anderen toll finden, stehst du kritisch gegenüber. Denn dein Geschmack ist exquisit. Exquisit vielleicht nicht. Aber ein bisschen eigen ist er ja schon :P
  52. Trotz 51. liest du alles, was du in die Finger kriegst.
  53. Du bist schon des Öfteren auf einem Buch aufgewacht.
  54. Du besitzt ein Buch, das du noch nicht gelesen hast. Aber du hebst es auf - falls du mal nichts mehr zum Lesen im Haus hast.
  55. Bücher sind deiner Meinung nach 100x besser als E-Books.
  56. Du besitz trotzdem ein E-Book - aus Platzgründen. (oder du weißt, dass du dir eins zulegen musst - aus Platzgründen) ...letzteres...ich bin aber noch nicht 100%ig überzeugt.
  57. Du hast eine Liste im Kopf, welche Figuren du gern aus ihren Büchern lesen würdest.
  58. Es ist für dich kein Problem, Zitate bestimmten Autoren oder Büchern zuzuordnen.
  59. 57. erinnert dich an die Tintenreihe - du hast soeben beschlossen, sie mal wieder zu lesen.
  60. Bei folgendem Satz willst du am Liebsten eine Schlägerei anzetteln: "Du kannst das Harry Potter Buch noch nicht gelesen haben, denn der Film ist noch gar nicht draußen." Oh mein Gott! Hätte sich jemals irgendwer getraut, das zu mir zu sagen, hätte es definitiv Tote gegeben! oO
  61. Lesezeichen gehen bei dir grundsätzlich immer in den Büchern verloren.
  62. Du kannst nächtelang durchlesen. Zu schnell zu müde im kuscheligen Bett ;)
  63. Für Notfälle hast du immer eine Taschenlampe parat. So kannst du auch lesen, wenn der Strom ausfällt.
  64. Du besitzt noch dein liebstes Kinderbuch und hütest es wie einen Schatz.
  65. Der Duft von frischer Druckerschwärze ist einer deiner Lieblingsgerüche.
  66. Ein Tag, an dem du nicht gelesen hast, ist ein verlorener Tag.
  67. Wenn du ein Buch bestellst, wirst du nicht mehr nach deinem Namen gefragt, den kennt der Verkäufer nämlich schon. Genau wie deine Nummer und dein halbes Bücherregal. Ist so! :D
  68. Selbstverständlich hast du schon mal beim Lesen geweint.
  69. Du hast keine Probleme damit, 68. zu zugeben.
  70. Menschen, die nicht lesen, findest du blöd. Nur ein bissche suspekt. Aber jeder hat halt andere Interessen, oder? Ich will schließlich auch nicht gemieden werden, weil ich fast keine Filme und/oder Serien kenne ;)
  71. Du weinst manchmal an besonders schönen Stellen in Büchern, weil du dich so für die Figur freust.
  72. Es gibt Namen, die für immer in deinem Kopf verknüpft sind: Bella & Edward, Cassia & Ky, Clary & Jace, Harry & Ginny, ...
  73. Die oben genannten Namen kommen dir alle bekannt vor.
  74. Du fragst dich immer noch, wann endlich etwas kommt, das nicht auf dich zutrifft.
  75. Einer deiner größten Wünsche ist es, mal in einer riesigen Buchhandlung eingesperrt zu werden.
  76. Wenn du am Bahnhof "Kings Cross" in London bist, versuchst du heimlich, ob es Gleis 9 3/4 nicht doch gibt. Habe ich getan - aber nicht heimlich. Eher laut xD
  77. Du behandelst deine Bücher besser, als manche Menschen - denn die Bücher haben deine Zuneigung verdient. Menschen doch auch!? oO
  78. Es gibt mindestens ein Buch, das du abgrundtief hasst.
  79. Du hast, als du noch klein warst so getan als könntest du lesen. Es gibt sogar Videobeweise! :D
  80. Du misshandelst alles als Lesezeichen: Briefumschläge, Kassenzettel, Papierschnipsel, Finger, Verpackungen aller Art, Kuscheltiere, ...
  81. Du hast mindestens 2 Verlage/ Autoren bei Facebook mit "Gefällt mir" markiert.
  82. Dein Motto: "Ich kann alles lesen, aber nicht alles essen!"
  83. Es gibt Bücher, die du schon auf Englisch gelesen hast, weil du die deutsche Übersetzung nicht abwarten konntest. ...and again: Harry Potter :D
  84. Von deinen Büchern sprichst du wie von guten Freunden.
  85. Du könntest deine Freunde stundenlang über deinen aktuellen Lesestoff bequatschen.
  86. Ab und zu geht deine Fantasie mit dir durch.
  87. Für dich gibt es das nicht: "Keine Zeit zum Lesen" Leider doch -.-'
  88. Neue Bücher versetzen dich in Hochstimmung.
  89. Gern würdest du mal die Orte bereisen, an denen deine Romanhelden waren.
  90. Autoren sind für dich mit Gottheiten gleich zu setzen.
  91. Du kannst ein paar Brocken elbisch.
  92. Bei jedem Spiegel fragst du dich, ob er vielleicht ein Portal in eine andere Welt ist. Vor allem Morgens hoffe ich eher, dass mich da mein böser, hässlicher Zwilling anschaut xD
  93. Du besitzt eine überdurchschnittliche Allgemeinbildung, und weißt über alles irgendwas. Kann ich nicht beurteilen. Wie ist denn so die durchschnittliche Allgemeinbildung?
  94. Beim Lesen hast du dich schon mal verletzt. (Am Papier geschnitten, Buch ins Gesicht oder auf den Fuß gefallen, Finger eingeklemmt, beim gehen/lesen irgendwo gegen gelaufen...) Man führt halt ein gefährliches Leben. Aber no risk, no fun ;)
  95. Du brauchst keinen Yoga-Kurs, denn beim Lesen probierst du die abenteuerlichsten Positionen aus um es bequem zu haben.
  96. Leute, die keine Bücher besitzen sind dir unheimlich. Du hast richtig Angst vor ihnen. So gar keine Bücher? Gaaaaar kein einziges? Ich geben zu, so eine Person kenne ich. Und ein bisschen gruselig ist das doch schon.
  97. Ständig erlebst du Momente in deinem Leben, die dich an Szenen aus Büchern erinnern.
  98. Bücher sind dein Statussymbol.
  99. Die Bakerstreet in London & Orte wie Forks sind für dich Pilgerstädte.
  100. Auf dieser Liste trifft erschreckend viel auf dich zu. Aber es stört dich nicht im geringsten, nein - du bist stolz darauf!

Kurz durchgezählt und festgestell: 68 Dinge treffen auf mich zu. Nun ja, das ist ja noch totaaal im Bereich des Normalen, würde ich sagen. Oder sieht das hier jemand anders? ;D
Wer möchte, kann sich den TAG sehr gerne mitnehmen; es ist doch immer beruhigend zu sehen, dass man mit seiner psychischen Störung nicht alleine dasteht ;)
Einen schönen Start ins Wochenende wünsche ich allerseits ♥

06.10.2013

[Musik] Sonntagslieder #57

Aloha hey :)
Heute ist mal wieder ein perfekter Gammel-Sonntag: nachts spät nach Hause gekommen, lange geschlafen, Aussicht auf ein leckeres "Frühstück" und graue Wolken vor dem Fenster. Ergo: ich werde nur aus dem Bett aufstehen, wenn ich Hunger habe. Ansonsten verkrümele ich mich unter der Bettdecke und lese. Oder schlafe. Oder durchstöbere Blogs :)
Dabei kann ein bisschen Musik nicht schaden und deshalb kommen hier wie immer für euch die Top-3-Lieder meiner Woche:



Rise Against - Architects
Im Herbst und Winter höre ich ja grundsätzlich etwas härtere Musik als in der warmen Zeit des Jahres. Da ist das doch ein guter Einstieg :)


The Subways - Young for Eternity
Und das auch :D


Naughty Boy feat. Sam Smith - La La La
Aber naja, ein bisschen Geträller muss dann doch auch sein. Also hier wieder ein Lala-Song :D

Und das waren auch schon wieder die Sonntagslieder für heute. Bevor ich euch jetzt in den Sonntag entlasse habe ich noch eine kleine Info: Mir war langweilig. Und aus dieser Langeweile heraus entstand eine kleine Facebook-Seite. Für das Haus des Wahnsinns. Falls ihr also wollt --> liken! Momentan ist es noch ein bisschen leer und so, weil es langweilig ist, Sachen zu posten, die eh keiner sieht. Aber ab zwei Likes (einen habe ich schon. Aber ehrlicherweise muss ich zugeben, dass der von mir ist ^.^), gehts da rund :D Postet mir auch gerne mit euere eigenen Fanpage an die Chronik; ich bin noch nicht dazu gekommen zu checken, ob ihr auch alle eine Seite habt. Ich bin nämlich noch nicht in der SocialMedia-Blogger-Gemeinschaft angekommen. Aber ich arbeite daran.
Jedenfalls: hier gehts directement zur Facebook-Seite :)
Jetzt ist dann aber auch gut mit der Eigenwerbung. Ich wünsche euch einen entspannten Sonntag und viel Spaß bei allem, was ihr heute so vorhabt ♥

04.10.2013

[Gerede] Ein Lächeln kostet nichts ;)

Klickt auf das Bild, um zur offiziellen Website zu kommen :)
Packt die Grinsekekse aus und verteilt sie in der Menge! Denn heute iiiiist *trommelwirbel*  
World Smile Day

Also einmal tief durchatmen, die Gesichtsmuskulatur mit Hilfe dieser Übungen lockern

und dann hinaus in die Welt! Verteilt Umarmungen, klebt bunte Zettel in Busse, Telefonzellen oder Bankautomaten, ruft mal wieder eure Oma an, erzählt blöde Witze und zaubert euren Mitmenschen ein Lächeln isn Gesicht. Denn wie ein zwar ausgelutschter, aber dennoch wahrer Spruch uns lehrt, ist jeder Tag ohne Lächeln ein verlorener Tag.

Warum das so ist? Zum einen gibt es da natürlich die typischen biologischen Erklärungen: Lächeln senkt den Blutdruck und ist damit gut fürs Herz, kurbelt das Immunsystem an und lockert verpsannte Muskulatur. Und so weiter. Dann gibt es noch die sozialkommunikativen Vorteile, die ein Lächeln mit sich bringen. Wenn es ehrlich gemeint ist, natürlich. Erstens wirkt es - sofern es nicht von einer besonders muffeligen Schutzschicht abprallt, was leider hin und wieder vorkommt - ansteckend. Geht man also lächelnd durch die Welt, bekommt man Lächeln zurück; das wirkt sich wiederum positiv auf die eigene Stimmung aus und das eigene Lächeln wird noch breiter. Es ist ein kleiner Kreislauf des Grinsens und alle sind fröhlich. In meiner Welt hüpfen alle Menschen glücklich und Hand in Hand über Blumenwiesen, rutschen Regenbögen runter und im Hintergrund läuf Vivaldis "Vier Jahreszeiten - Frühling".
Nein, ich bin nicht verrückt. Nur naiv ;)
Mir ist aber bewusst, dass sich meine kleine Welt ziemlich stark von der Realität unterscheidet. Aber hey! My name ist Pinkie Pie *sing*



Jedenfalls lade ich euch ein, heute Teil meiner Zuckerwatte-Welt zu sein und überall ein bisschen Frohsinn zu verbreiten. Ganz egal an wen und wo und wie. Hauptsache, am Ende gibt es dank euch ein paar Menschen mehr, die mit einem Lächeln durch die Gegend laufen.
Und weil eigentlich jeder Tag World Smile Day sein sollte, gibt es hier noch einen kleinen Link zu einer zuckersüßen Aktion von der Youtuberin Carry Hope Fletcher (den Youtube-Junkies unter euch ist sie bestimmt ein Begriff ;) ), die sich "The Hopeful Notes" nennt und deren Sinn es ist, wo man grade ist, Zettelchen mit netten, motivierenden oder lustigen Botschaften zu hinterlassen und damit Menschen aufzumuntern oder einfach zum lächeln zu bringen. Ich selbst habe bei meiner London-Reise in diesem Jahr einen Zettel dieser Aktion gefunden und mich wirklich erstaunlich doll darüber gefreut. Ich meine, es ist im Grunde ja nur ein Stückchen Papier, aber man sollte die Wirkung definitiv nicht unterschätzen. Und wer freut sich nicht über einen Ratschlag wie diesen:

Die Aufgabe für heute (speziell für heute auf jeden Fall - eigentlich ist das Endziel doch aber, glücklich durch das Leben zu spazieren und das klappt mit einer positiven Grundeinstellung halt einfach am besten :) ) ist also, ganz viel Liebe und Freude zu versprühen, damit ganz viele Menschen am Welttag des Lächelns auch mit dem passenden Accesoire herumlaufen - einem Smileyface :D
Und falls es euch grade selbst nicht so gut geht, sucht nach Katzenbildern bei tumblr. Nichts muntert so sehr auf, wie Bilder von flauschigen Pelzkugeln mit blöden Sprüchen ;)

Einen wunderschönen Tag wünsche ich allerseits. Happy World Smile Day ♥♥♥

03.10.2013

[Rezi] Ian McEwan - Der Tagträumer

Erscheinungsjahr: 1994
Originaltitel: The Daydreamer
Genre: (Kinder-) Erzählung
Seitenzahl: 154


Teaser:
Er war immer froher, eine Katze zu sein, das Herz schwoll ihm in der Brust, und ein kribbelndes Gefühl in den Tiefen seiner Kehle wurde so stark, dass er sich selbst hören konnte. Peter schnurrte vir Behagen.





Handlung
Peters liebste Beschäftigung ist, sich in Tagträumen zu verlieren. Deshalb empfinden viele Erwachsene den 11-jährigen Jungen als etwas schwierig, denn er ist die meiste Zeit still und in seiner eigenen Welt. Deshalb weiß niemand, welche Geschichten sich in seinem Kopf abspielen und warum er sich manchmal aus der Sicht eines Außenstehenden etwas merkwürdig verhält.
Nach einem einleitenden Kapitel werden sieben dieser Abenteuer seiner Fantasiewelt geschildert; da wird Peter von einer wütenden Puppenarmee angegriffen, tauscht den Körper mit dem Familienkater und bestreitet aufregende Katzenkämpfe oder er lässt mit einer Entfernungscreme seine gesamte Familie verschwinden.

Meine Meinung
Diese kurze Erzählung von dem kleinen Peter mit der großen Fantasie lässt den Leser in wundersame Welten abtauchen, die einem ein bisschen die Träume aus der eigenen Kindheit in Erinnerung rufen. Zumindest war das bei mir so.
Die Rahmenhandlung besteht aus dem Familienleben - Peters Eltern, seine Schwester und der Kater gehen nach Außen hin einem ganz normalen Leben nach. Auch Peter ist eigentlich nicht großartig auffällig - nur eben sehr still. Und manchmal tut er plötzlich Dinge, die niemand nachvollziehen kann. Stundenlang im Gras liegen und in die Wolken starren ist da noch das Harmlosteste. Es kommt schonmal vor, dass er in der Küche vor einer offenen Schublade steht und sich nicht rührt. Was natürlich niemand weiß: in seinem Kopf gehen in diesen Momenten die spannendsten Geschichten vor, die Peters gesamte Konzentration einfordern.

Ein paar Bücher von McEwan habe ich bereits gelesen und was im Vergleich dazu auffällt ist, dass hier alle Geschichten immer gut ausgehen; die gewohnte (ich nenne es mal) "dunkle" Seite blendet er in diesem Buch total aus. Aber das ist für ein Kinderbuch wahrscheinlich auch angemessen und ein paar morbide Gedanken finden durchaus ihre Verwendung, zum Beispiel in Form von einer zum Leben erwachten Puppenarmee - für mich persönlich eine wirklich wirklich wirklich gruselige Vorstellung. Puppen machen mir einfach Angst xD
McEwans Talent, sich außerordentlich gut in die menschliche Gedankenwelt einzufühlen und das dann auch mit einer Sensibilität und Nachvollziehbarkeit niederzuschreiben, ist dagegen auch in diesem Büchlein enthalten.

Auch, wenn das Buch schon ein paar Jährchen auf dem Buckel hat und eigentlich für Kinder gedacht ist - für mich war es ein sehr schönes und gemütliches Leseerlebnis für Zwischendurch und ich vergebe sehr gute 4 Wölkchen.


02.10.2013

[Gerede] Ab zum Joggen!

Bekanntermaßen trennt eine ziemlich hohe Kilometerzahl meinen Studienort vom elterlichen Heim. Diese lege ich in regelmäßigen Abständen mit der äußerst zuverlässigen Deutschen Bahn zurück (Übrigens danke Bahn, erhöh ruhig nochmal die Preise für den absolut einwandfrei laufenden Fernverkehr! Da weiß man wenigstens, wofür man bezahlt!) und als erfahrende Zug-Reisende decke ich mich vor Reiseantritt immer mit diversen Notwendigkeiten ein: eine Decke muss mit, denn im Winter funktionieren die Heizungen nicht, aber dafür im Sommer ja doch meistens die Klimaanlagen, weshalb eine konstante Temperatur von 12°C im Zugabteil Normalfall ist. Außerdem natürlich genug Verpflegung für diverse außerplanmäßige Stopps in der deutschen Einöde und - ganz wichtig - Lesestoff! Bei mir handelt es sich dabei meistens um einen dicken Wälzer oder sonstige Literatur.
Für die letzte Zugfahrt allerdings habe ich mir zusätzlich tatsächlich eins dieser Gossip-Klatsch-Mode-Blabla-Magzine geholt, weil ich Lust auf Bilder hatte und meine Bücher ja leider nur selten Illustrationen aufweisen. Und es war ein schöner Lidschatten als Extra dabei. Aber das war natürlich nur ein sekundärer Kaufgrund. Aber jetzt kommt's: ich hatte am Tag vorher beschlossen, in den vier Wochen Urlaub bei Mama und Papa meinen momentanen Trainingsstand zu halten und zum ersten Mal in meinem Leben ernsthaft Joggen zu gehen. Ich hasse Joggen wie die Pest, aber mein Trainer ist der Meinung Wer rastet der rostet und hat mir deshalb eindringlich ans Herz gelegt, nicht zu faulenzen, wenn ich bei meiner Rückkehr gleich wieder richtig einsteigen will. Jedenfalls war dieser Vorsatz so mehr oder weniger vage in meinem Kopf. Mit einer deutlichen Tendenz dazu, in Vergessenheit zu geraten. Aber was befindet sich dann in diesem Style-Stars-Gedöns-Heftchen, das ich mir normalerweise niemals nie kaufen würde? Neben diversen Fotos von Fashion-Shows mit Kleidern, die kein Mensch in der Öffentlichkeit tragen sollte, gibt es dadrin tatsächlich eine Doppelseite zum Thema Joggen. Mir ist bewusst, dass es der klassische Aufbau eines solchen Magazins fordert, etwas zum Thema ...nennen wir es mal Figuroptimierung zu bringen. Aber es hätte ja auch eine Doppelseite zur Kohlsuppen-Diät sein können, oder? Aber nein, das Thema war Joggen; mit der richtigen Lauftechnik, dem richtigen Schuh (allgemein mit dem richtigen Outfit - laut diesem Ding müsste ich vor Trainingsbeginn erstmal noch ordentlich shoppen. Hoffentlich ist es nicht verboten, mit einer normalen Jogging-Hose und einem ausgeleierten T-Shirt rumzurennen - nachher kommt noch die Mode-Polizei!) dem richtigen Pensum und so weiter. Ein Zufall? Ich glaube nicht!

Heute gibt's von mir mal ein kleines Outing: ich bin total abergläubisch. Aber prinzipiell nur bei positiven Sachen. Soll heißen, dass ich unter Leitern durchrenne, wenn das der kürzeste Weg ist und mich freue, wenn eine schwarze Katze an mir vorbei läuft, weil ich Katzen halt mag. Aber ich habe trotzdem einen Glückspfennig (jaaa, Pfennig) im Geldbeutel - auch wenn ich weiß, dass dadurch kein Reichtum bei mir einzieht, ist mein Geldbeutel damit trotzdem nie leer ;) Jedenfalls glaube ich auch irgendwie an das Karma. Jetzt nicht unbedingt an das hinduistische Kastensystem-Karma (obwohl mir die Vorstelleung, dass manche Menschen als Kakerlake wiedergeboren werden, durchaus gefällt), sondern mehr so an ein Positiv-wiegt-Negativ-auf-Karma. Das klingt vielleicht ein bisschen naiv, aber ich glaube tatsächlich daran, dass wenn man versucht, die bestmögliche Version seiner selbst zu sein, etwas zurückkommt. Was mich zu dieser pseudo-philosophischen Schwafelei führt? Mein Glückskonto. Ich hatte nämlich einen Deal mit dem Karma: einen Tag ertrage ich alles Pech der Welt ohne zu jammern und dafür kommt die Post pünktlich (was bei uns das Kuriosum schlechthin ist). Es war nämlich ein so wichtiger und dringender Brief drin und wäre der nicht an dem Tag in der Post gewesen, hätte ich ernsthafte Probleme bekommen, weil es für vier Wochen mein letzter Tag in der Studienstadt war. Die Folge jedenfalls war: Platzregen ohne Schirm, Halsschmerzen, Bus verpasst (im Platzregen), zwei dicke Blasen an den Füßen und verschimmeltes Brot im Schrank und deshalb nichts mehr zu Essen da. Ein richtig mieser Tag also. Aber am nächsten Morgen war ...tadaaa! Der Brief im Postkasten und mein Leben gerettet :D Zufall? Ich glaube nicht an Zufälle ;D

Ohne zu diesen merkwürigen Esoterikern gehören zu wollen, die überall Zeichen sehen, glaube ich deshalb, dass ich diese vier Wochen Joggen gehen werde. Zumindest werde ich mal diese Woche damit anfangen. Und wenn dieser (zufällige?) Artikel in meiner ominösen Zeitschrift der Anstoß dazu ist, warum nicht?
Ich bin jetzt auf jeden Fall draußen - weil ich nicht shoppen war, habe ich jetzt natürlich auch keine funtkionsfähige, wasserabweisende Jogging-Jacke und muss die semi-stabile Trockenheit draußen ausnutzen. Obwohl es von mir aus auch einen Platzregen geben könnte, während ich Jogge. Man kann ja nie zu doll im Plus auf seinem Glückskonto sein, oder? ;)

01.10.2013

Leserückblick September 2013

Gänzlich dem Mainstream folgend reihe ich mich heute sowohl in die Schlange der Monatszusammenfassungen als auch in die der Hoffnungsbekundungen für einen besseren Oktober ein. Denn auch im Haus des Wahnsinns war im September nicht allzuviel los. Was hauptsächlich daran lag, dass um mich herum schon so viel Wahnsinn herrschte, dass es zum Bloggen einfach nicht mehr gereicht hat. Oder zum Lesen. Oder Essen. Oder Schlafen.
Vor allem letztere zwei Punkte wurden die letzten paar Tage wieder ins richtige Lot gebracht und jetzt habe ich vor, die restlichen Ferien im Oktober damit zu verbringen, auch alles andere wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Und stolz kann ich verkünden, dass der erste Schritt dafür mit dieser pünktlich erscheinenden Statistik schonmal gelegt ist! :D

Gelesen
Jackson Pearce - Drei Wünsche hast du frei (*Rezi*)
Carlos Ruiz Zafón - Das Spiel des Engels
Marie-Sabine Roger - Das Labyrinth der Wörter (*Rezi*)

In Seiten
1244

Durchschnittsbewertung
4,3

Highlight des Monats
Eigentlich mochte ich alle drei Bücher sehr gerne, aber unangefochten das beste war Das Labyrinth der Wörter von Marie-Sabine Roger. Einfach wunderschön ♥

Enttäuschung des Monats
Abgesehen von der Leseflaute gab es keine Enttäuschung ;)

In Bildern


Hach ja, ein kleines Trauerspiel ist diese Statistik ja schon. Aber dafür waren es immerhin wirklich nur gute Bücher. Positiv denken und auf in den Oktober! :D