02.10.2013

# L(i)ebenswert

[Gerede] Ab zum Joggen!

Bekanntermaßen trennt eine ziemlich hohe Kilometerzahl meinen Studienort vom elterlichen Heim. Diese lege ich in regelmäßigen Abständen mit der äußerst zuverlässigen Deutschen Bahn zurück (Übrigens danke Bahn, erhöh ruhig nochmal die Preise für den absolut einwandfrei laufenden Fernverkehr! Da weiß man wenigstens, wofür man bezahlt!) und als erfahrende Zug-Reisende decke ich mich vor Reiseantritt immer mit diversen Notwendigkeiten ein: eine Decke muss mit, denn im Winter funktionieren die Heizungen nicht, aber dafür im Sommer ja doch meistens die Klimaanlagen, weshalb eine konstante Temperatur von 12°C im Zugabteil Normalfall ist. Außerdem natürlich genug Verpflegung für diverse außerplanmäßige Stopps in der deutschen Einöde und - ganz wichtig - Lesestoff! Bei mir handelt es sich dabei meistens um einen dicken Wälzer oder sonstige Literatur.
Für die letzte Zugfahrt allerdings habe ich mir zusätzlich tatsächlich eins dieser Gossip-Klatsch-Mode-Blabla-Magzine geholt, weil ich Lust auf Bilder hatte und meine Bücher ja leider nur selten Illustrationen aufweisen. Und es war ein schöner Lidschatten als Extra dabei. Aber das war natürlich nur ein sekundärer Kaufgrund. Aber jetzt kommt's: ich hatte am Tag vorher beschlossen, in den vier Wochen Urlaub bei Mama und Papa meinen momentanen Trainingsstand zu halten und zum ersten Mal in meinem Leben ernsthaft Joggen zu gehen. Ich hasse Joggen wie die Pest, aber mein Trainer ist der Meinung Wer rastet der rostet und hat mir deshalb eindringlich ans Herz gelegt, nicht zu faulenzen, wenn ich bei meiner Rückkehr gleich wieder richtig einsteigen will. Jedenfalls war dieser Vorsatz so mehr oder weniger vage in meinem Kopf. Mit einer deutlichen Tendenz dazu, in Vergessenheit zu geraten. Aber was befindet sich dann in diesem Style-Stars-Gedöns-Heftchen, das ich mir normalerweise niemals nie kaufen würde? Neben diversen Fotos von Fashion-Shows mit Kleidern, die kein Mensch in der Öffentlichkeit tragen sollte, gibt es dadrin tatsächlich eine Doppelseite zum Thema Joggen. Mir ist bewusst, dass es der klassische Aufbau eines solchen Magazins fordert, etwas zum Thema ...nennen wir es mal Figuroptimierung zu bringen. Aber es hätte ja auch eine Doppelseite zur Kohlsuppen-Diät sein können, oder? Aber nein, das Thema war Joggen; mit der richtigen Lauftechnik, dem richtigen Schuh (allgemein mit dem richtigen Outfit - laut diesem Ding müsste ich vor Trainingsbeginn erstmal noch ordentlich shoppen. Hoffentlich ist es nicht verboten, mit einer normalen Jogging-Hose und einem ausgeleierten T-Shirt rumzurennen - nachher kommt noch die Mode-Polizei!) dem richtigen Pensum und so weiter. Ein Zufall? Ich glaube nicht!

Heute gibt's von mir mal ein kleines Outing: ich bin total abergläubisch. Aber prinzipiell nur bei positiven Sachen. Soll heißen, dass ich unter Leitern durchrenne, wenn das der kürzeste Weg ist und mich freue, wenn eine schwarze Katze an mir vorbei läuft, weil ich Katzen halt mag. Aber ich habe trotzdem einen Glückspfennig (jaaa, Pfennig) im Geldbeutel - auch wenn ich weiß, dass dadurch kein Reichtum bei mir einzieht, ist mein Geldbeutel damit trotzdem nie leer ;) Jedenfalls glaube ich auch irgendwie an das Karma. Jetzt nicht unbedingt an das hinduistische Kastensystem-Karma (obwohl mir die Vorstelleung, dass manche Menschen als Kakerlake wiedergeboren werden, durchaus gefällt), sondern mehr so an ein Positiv-wiegt-Negativ-auf-Karma. Das klingt vielleicht ein bisschen naiv, aber ich glaube tatsächlich daran, dass wenn man versucht, die bestmögliche Version seiner selbst zu sein, etwas zurückkommt. Was mich zu dieser pseudo-philosophischen Schwafelei führt? Mein Glückskonto. Ich hatte nämlich einen Deal mit dem Karma: einen Tag ertrage ich alles Pech der Welt ohne zu jammern und dafür kommt die Post pünktlich (was bei uns das Kuriosum schlechthin ist). Es war nämlich ein so wichtiger und dringender Brief drin und wäre der nicht an dem Tag in der Post gewesen, hätte ich ernsthafte Probleme bekommen, weil es für vier Wochen mein letzter Tag in der Studienstadt war. Die Folge jedenfalls war: Platzregen ohne Schirm, Halsschmerzen, Bus verpasst (im Platzregen), zwei dicke Blasen an den Füßen und verschimmeltes Brot im Schrank und deshalb nichts mehr zu Essen da. Ein richtig mieser Tag also. Aber am nächsten Morgen war ...tadaaa! Der Brief im Postkasten und mein Leben gerettet :D Zufall? Ich glaube nicht an Zufälle ;D

Ohne zu diesen merkwürigen Esoterikern gehören zu wollen, die überall Zeichen sehen, glaube ich deshalb, dass ich diese vier Wochen Joggen gehen werde. Zumindest werde ich mal diese Woche damit anfangen. Und wenn dieser (zufällige?) Artikel in meiner ominösen Zeitschrift der Anstoß dazu ist, warum nicht?
Ich bin jetzt auf jeden Fall draußen - weil ich nicht shoppen war, habe ich jetzt natürlich auch keine funtkionsfähige, wasserabweisende Jogging-Jacke und muss die semi-stabile Trockenheit draußen ausnutzen. Obwohl es von mir aus auch einen Platzregen geben könnte, während ich Jogge. Man kann ja nie zu doll im Plus auf seinem Glückskonto sein, oder? ;)

1 Kommentar:

  1. ^^ Bei diesem Post konnte ich wirklich nur Schmunzeln. Ich wünsche dir weiterhin viel "Pfennig"-Glück und Durchhaltevermögen beim Joggen. Aktuell ist das Wetter noch ganz annehmbar, wenn auch kalt. Ob du dich für dein Vorhaben jedoch noch einmal komplett neu einkleiden musst, damit du stylisch joggen kannst - da stimme ich dir zu ;)

    Liebe Grüße,
    Patricia

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