28.11.2013

[Gerede] Traumbedingte Irritationen

Schlafen gehört ja meistens zu meinen absoluten Lieblingsbeschäftigungen. Wenn man den ganzen Tag durch die Gegend gerannt ist, gibt es doch nichts schöneres, als in ein kuschelig weiches Bett zu fallen, sich zu entspannen und dann gemütlich wegzuschlummern.
Glücklicherweise habe ich im Regelfall keine Schlafprobleme und bin ungefähr nach zehn Minuten im Bett eingeschlafen und wache auch bis zum nächsten Morgen nicht mehr auf. Das ist auch gut so, denn wenn mich etwas wirklich zu einer kleinen Kratzbürste macht, dann ist es Schlafmangel.
Allerdings muss ich gestehen, dass die Menschen, die mit mir im selben Raum schlafen (oder noch gravierender: im selben Bett) durchaus ein klitzekleines bisschen unter Schlafstörungen leiden könnten. Und diese Störung bin ich. Selbst bekomme ich davon wirklich nichts mit und am nächsten Morgen wache ich frisch und ausgeruht auf. Im Gegensatz zu der armen Person bei mir, denn ich schlafe wohl etwas unruhig. Das fängt mit gelegentlichem Umherwälzen an und geht mitunder zu regelrechten Monologen und Selbstgesprächen über, die die armen gequälten Seelen neben mir am Schlafen hindern.

Ich vermute, meine nächtlichen Aktivitäten hängen direkt mit meinen sehr lebhaften Täumen zusammen. Alle Menschen träumen ja bekanntermaßen jede Nacht. Dabei gibt es dann diejenigen, die sich an überhaupt nichts erinnern können, diejenigen, die zwar wissen, dass sie etwas geträumt haben, den Traum aber nicht mehr zu fassen kriegen. Und es gibt Menschen, die am nächsten Morgen noch genau wissen, wovon sie geträumt haben.
Ich schätze, bei den meisten Menschen liegt eine Mischform aus diesen drei Varianten vor - zumindest ist es bei mir so. Allerdings dominieren Fall zwei und drei ganz deutlich. Normalerweise überwiegt dabei dann noch Fall zwei; ich werde also morgens mit dem Gedanken wach, den totalen Irrsinn geträumt zu haben, weiß aber nicht mehr, was das für ein Irsinn war. Oder ich habe beim Aufwachen einen dicken Kloß im Hals und bin zu Tode deprimiert, ohne zu wissen warum. Das war dann wohl auch ein sehr lebhafter Traum, an den ich mich nicht erinnern kann. Was im Moment allerdings so gruselig ist, dass ich mich jeden Morgen ziemlich genau an alles erinnern kann, was ich geträumt habe. Und das verstört mich. Meine Träume sind nämlich meistens genau das: verstörend. Ich bin sicher, jeder Psychoanalytiker hätte seine schiere Freude an mir. Vor allem, wenn man kein Klaträumer ist und deshalb nicht weiß, dass man gerade träumt, ist es wirklich schwierig, zwischen Traum und Realität zu unterscheiden. Jeder, der schonmal einen richtig schlimmen Albtraum erlebt hat, wird wissen, wovon ich rede. Das Szenario muss dabei ja nicht einmal schrecklich, gruselig oder beängstigend sein. Schon wenn einfach etwas total Surreales passiert und ich mich eine ganze Nacht auf diese neuen Umstände einstelle, sie akzeptieren lerne und mich einfach damit beschäftige, überfordert mich der profane und tatsächliche Alltag nach dem Aufwachen mehr, als ohnehin schon.

Ein paar (harmlose) Beispiele gefällig? Hier sind sie:
Vor einiger Zeit habe ich geträumt, dass ich mein Zimmer von oben bis unten sauber machen wollte. Und natürlich gehört zu so einer Grundreinigung auch, das Bett frisch zu beziehen. Aber hier gilt das Motto: keine halben Sachen! Und deshalb musste die komplette Matratze in eine Waschmaschine gestopft werden, die so groß war, wie ein kleines Gartenhäuschen. Eine gute Freundin von mir stand daneben, als ich gerade dabei war, das Ding in die Maschine zu wuchten und hielt mir einen Vortrag über mutierte Hausstaubmilben, zu deren Bekämpung es sich empfehlen würde, nicht nur die Matratze, sondern das komplette Bett einschließlich Lattenrost und Rahmen in die Maschine zu stellen. Damit alles schön gesäubert würde. Gesagt, getan. Und am Ende kam aus der Maschine kein frisch desinfiziertes Bett, sondern eine pinkfarbene Zuckerwattenwolke... so groß wie mein Bett. Bevor ich allerdings ausprobieren konnte, ob man das Ding transportieren konnte, bin ich aufgewacht. Glücklicher- und verwirrenderweise in meinem Bett.
Und noch ein kleiner Albtraum für Bücherwürmer: ich habe von einer Buchreihe Teil 1 gelesen und Teil 3 liegt auf meinem SUB. Was fehlt also? Teil 2, damit ich endlich weiterlesen kann. Soviel als Hintergrundinfo aus der realen Welt ;) Geträumt habe ich dann, dass ich mit meiner Patentante, die mir das Bch schenken wollte, in die Buchhandlung meines Vertrauens gewandert bin, um eben diese Mission zu erfüllen. Teil 1 und Teil 3 lagen da schon friedlich auf dem Tisch. Nur Teil 2 lag etwas abseits. Und es war nur noch ein Exemplar da. Freudig stürzte ich darauf zu, mein Glück, noch das letzte Buch erwischt zu haben, kaum fassend. Doch dann winkte mir das Preisschild entgegen: dieser zweite Teil der Reihe kostete ernsthaft 9666,98 €! Drama! Die Verkäuferin unterhielt sich mit meiner Patentante über Verlage und irgendwelche Rechte, die ver- und gekauft würden und deshalb dieses Buch - sonst keins - leider etwas teurer verkauft werden konnte. Meine Patentante erklärte mir dann, dass sie gerne die 98 Cent übernehmen würde, wenn ich den Rest des Preises dazu zahlen würde. Jetzt mal zur allgemeinen Info: Ich will dieses Buch wirklich haben. Sowohl im Traum als auch im wachen Zustand. Ich verdaute also den Schock und fand mich mit dem Unausweichlichen ab. Was will man auch sonst machen? Also habe ich geplant, wo ich mich für einen oder zwei Nebenjobs bewerben kann und ausgerechnet, wie lange ich sparen muss, um mir dieses Buch leisten zu können. Und dann klingelte der Wecker und ich wurde mit dem Vorsatz wach, mir dringend einen Job suchen zu müssen. Ich hatte schon fast den Laptop hochgefahren, um nach Stellenanzeigen zu schauen, als mir die Absurdität der Situation bewusst wurde. Und nach einem schnellen Blick auf Amazon war ich dann beruhigt. Ich werde mir dieses Buch defintiv ohne schlechtes Gewissen zu Weihnachten wünschen können, weil es nicht so viel kostet wie ein Kleinwagen. Puh!

Ihr seht also: auch für mich kann Schlafen sehr anstrengend sein. Zumindest im Nachhinein. Aber immerhin komme ich überhaupt dazu ;)

1 Kommentar:

  1. Wie immer habe ich mich sehr amüsiert, auch wenn deine Träume eher von der Sorte "Pinkfarbenes-überdimensional großes Pony" sind und zumindest in wachem Zustand weniger schrecklich wirken. Allerdings bin ich auch kein Psychologe ;)
    Sollte aber tatsächlich mal so jemand auf die Idee kommen dich wegzusperren oder zu therapieren kann er mich (und sicherlich ein paar wirklich Verrückte) mitnehmen!

    LG Anni

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