29.12.2013

[Musik] Sonntagslieder #69

16:56 0 Comments
Langsam erhole ich mich von der Weihnachtsfeierei. Und zwar auf meine ganz spezielle Weise, die hauptsächlich beinhaltet, mich nicht mehr als nötig zu bewegen (der Weg zwischen Bett, Sofa und Kühlschrank ist in Ordnung), den ganzen Tag Tee zu schlürfen, Kekse zu essen und lesend oder computer-spielend quasi der unproduktivste Mensch der Welt zu sein. Wunderschööööön ist das! :D Etwas Musik begleitet mich dabei natürlich - also kommen jetzt die Top-3-Lieder meiner Woche:



Coldplay - Atlas
Schon bei den ersten Tönen krieg ich Gänsehaut. Hach *.*


Band Aid - Do They Know It's Christmas
Diese Woche ist ja noch ein bisschen Weihnachten, also passt mein absolutes Lieblingsweihnachtslied aller Zeiten und für immer auch noch wunderbar hier rein ;) ...die Frisuren sind sooo 1980! :D


Pitbull feat. Kesha - Timber
Und jetzt noch ein bisschen Feier-Laune-Musik. Silvester und so :D


Und das waren auch schon die letzten Sonntagslieder für dieses Jahr! Ich weiß nicht genau, ob das hier damit auch gleichzeitig der letzte Post für 2013 ist - einer ist eigentlich noch geplant, aber ab morgen ist die Faulenzerzeit vorbei und ich muss schauen, ob/wie ich Zeit zum Bloggen habe. Sollten wir uns nicht mehr lesen, wünsche ich euch einen guten Rutsch ins neue Jahr, viel Erfolg, Glück, Gesundheit und Spaß für 2014! ♥♥♥

25.12.2013

[Rezept] Lebkuchen-Rentiere

12:47 0 Comments
HoHoHo!
Wie mir gerade bewusst geworden ist, gab es dieses Jahr im Haus des Wahnsinns gar keinen so wirklich weihnachtlichen Post - Dezemberstress und temporäre Anti-Mainstream-Haltung haben es verhindert. Aber weil der zweite Weihnachtsfeiertag in meiner Familie traditionell sehr gemütlich verbracht wird und ich mich tatsächlich noch einmal in die Küche zum Backen gestellt hab, lasse ich euch an meinem weihnachtlichen Küchenchaos teilhaben! :D (Die Idee hab ich übrigens hier her ;) )

Was ihr braucht:
200g Honig
100g Zucker
50g Butter
300g Mehl
200g gemahlene Mandeln
2 Tl Lebkuchengewürz + 1 Tl Zimt
5g Pottasche oder 1 Tl Natron
Schokoglasur
Zuckerperlen oder alternativ bunte Zuckerschrift

Außerdem:
einen Topf
eine Schüssel
ein Nudelholz (oder eine umfunktionierte Wasserflasche)
einen Holzlöffel
eine Waage

Dann geht's schon los:
Den Honig zusammen mit der Butter und dem Zucker in den Topf geben, auf den Herd stellen und bei niedriger (!!) Hitze das ganze unter ständigem Rühren (!!) zu einer homogenen Masse verschmelzen lassen. Vom Herd nehmen und etwas abkühlen lassen.
Mehl, Mandeln, Gewürze und Pottasche vermischen, unter die Honigmasse heben und das ganze am besten mit den Händen zu einem glatten Teig verkneten.
 Die Teigkugel in Frischhaltefolie wickeln und ruhen lassen. Mindestens 3 Stunden - ich habe mal wegen schlechtem Zeitmanagement den Teig 2 Tage im Kühlschrank liegen lassen müssen und das war super lecker, weil die Gewürze richtig durchziehen konnten. Schmeckt aber auch mit kürzerer Ruhezeit.
Nach dem Ruhen den Teig nochmals gut durchkneten und dann auf der Arbeitsfläche ausrollen und Lebkuchenmänner ausstechen. Die werden dann nämlich umgedreht zum Rentier ;)
Auf mit Backpapier ausgelegte Backbleche legen und bei 175°C ungefähr 20 Minuten lang backen - nicht zu dunkel werden lassen, sonst schmecken die Dinger bitter.
Nach dem Abkühlen Rentiergesichter draufmalen.

Und so kann das dann aussehen:



Leider habe ich nur meinen ersten Versuch dokumentiert - da sind die Gesichter noch ein bisschen verunglückt - es gilt: Übung macht den Meister ;)





Nach dem Abkühlen werden die Lebkuchen ziemlich hart - nach 2 Wochen in einer verschlossenen Blechdose werden sie aber richtig weich. Ist mir auch ein bisschen zu lange, aber was soll man machen? :D



Und damit wünsche ich euch schöne Weihnachtsfeiertage, hoffe, dass euer Weihnachten zauberhaft war, ist und noch sein wird und verabschiede mich wegen einer neuerlichen anstehenden Fressorgie ;) Peace out ♥♥

22.12.2013

[Musik] Sonntagslieder #68

20:42 2 Comments
Dem Weihnachtsreise-Banhverkehr glücklich entkommen - und sogar pünktlich den Zielbahnhof in der Heimat erreicht - gibt es jetzt noch schnell die allsonntäglichen Lieder zum Sonntag. Besser spät als nie lautet das Motto.
Ich für meinen Teil freue mich riesig auf Heiligabend übermorgen. Endlich ist mal wieder die komplette Familie versammelt, es gibt leckeres Essen und wahrscheinlich auch viel zu lachen!
Aber jetzt gibts erstmal für euch meine Top-3-Lieder dieser Woche; was nicht sonderlich nach Weihnachten klingt, wie ich zugeben muss. Aber ich brauchte viel Abreagier-Musik, weil in dieser letzten Woche für mich uni-technisch nochmal der Stresspegel auf 200 stand. Hört selbst! ;)




Linkin Park - Given Up
Die alten Lieder gehen einfach immer, wenn man ein Ventil für Aggressivität braucht :D


Bullet For My Valentine - Eye Of The Storm
Ebenfalls. Geht immer :)


Die Ärzte - Schrei nach Liebe
Kennt jeder und kann wahrscheinlich auch fast jeder mitsingen. Hilft auch extrem bei Aggressionen :D


Dass das alles hier grade wenig besinnlich ist, tut mir Leid :D Ich wünsche euch natürlich trotzdem einen wunderschönen 4. Advent, hoffe, dass ihr alle Weihnachtsgeschenke geshoppt habt und den kommenden Heiligabend genießen könnt! ♥

20.12.2013

[Rezi] Monika Feth - Der Bilderwächter. Jette-und-Merle-Buchserie, Teil VI

08:53 3 Comments
Erscheinungsjahr: 2013
Genre: (Jugend-)Thriller
Reihe: Jette-und-Merle-Buchserie, Teil VI
Seitenzahl: 478



Teaser:
Ob sie das wollte? Was fragte er da? Glaubte er allen Ernstes, es ginge hier um das, was sie wollte oder nicht wollte? Es ging um so viel mehr. Es ging um alles. Aber wie sollte sie das erklären?



Achtung!*Spoileralarm!*Achtung!*Spoileralarm!*Achtung!*Spoileralarm!*

Handlung
Zwei einsame, frustrierte Schwestern, die zusammen mehr Geld haben, als sie ausgeben können und deren Herz an einem einzigen Künstler hängt. Ein Künstler, der unglaublich produktiv war. Für dessen Werke sie extra ein Haus auf ihrem Grundstück errichtet haben, damit sie dort sicher verwahrt werden können, bis geklärt ist, was mit ihnen geschehen soll. Und vor allem ein Künstler, der vor seinem Tod seine eigene Schwester entführt und gequält hat.
Ilka kommt nach wie vor nicht mit den traumatischen Ereignissen zurecht. Und als bei der Testamentseröffnung klar wird, dass sie zusammen mit Thorsten Uhland - einem Freund ihres Bruders Ruben - für die Vermarktung der Bilder sorgen soll, die sie schmerzlich an ihre Entführung erinnern, kochen alle Gefühle und Ängste, die sie zu vergessen versucht hat, wieder hoch.
Ihre WG-Mitbewohner - allen voran ihr Freund Mike, aber auch die altbekannten Gesichter Jette und Merle - die für Ilka eine Art Familienersatz sind, versuchen das verstörte Mädchen so gut es geht aufzufangen. Als dann aber ein Angestellter Thorsten Uhlands, der Rubens Bilder katalogisieren sollte, ermordet aufgefunden wird, beginnt sich die Geschichte langsam zuzuspitzen. Neben der Aufarbeitung ihres Traumas kommt nun auch die Gefahr auf neue, schlimme Erlebnisse dazu und Ilka droht in einer Art Strudel zu versinken.

Meine Meinung
Zugegebendermaßen habe ich seit Teil I nichts mehr aus dieser Reihe gelesen, weshalb mir verschiedene Personen und ihre psychischen Probleme erstmal etwas fremd waren. Trotzdem konnte ich mich dank des leicht zugänglichen Schreibstils schnell in die Geschichte einfinden.

Es gibt mehrere, parallel laufende Handlungsstränge, die jeweils aus der Sicht verschiedener Figuren geschildert werden und die von Anfang an von dem selben roten Faden durchzogen sind, sodass man gleich alles in einen Kontext einordnen kann.
So positiv das auch klingt - für mich hat gerade zu Beginn der Geschichte einiges an Spannung gefehlt. Viele Charaktere mussten vorgestellt und eingeführt werden, es gab viel Gequatsche und weil jeder Charakter diverse psychische Störungen hat, auf die natürlich mindestens am Rande eingegangen werden muss, gestaltete sich der Einstieg für mich relativ zäh.
Sowieso ein großer Störfaktor für mich sind diese labilen Persönlichkeiten, die sich alle in der Geschichte zusammenrotten und eine Art Therapie-WG bilden. Sie alle haben mit verschiedenen Problemen zu kämpfen - unter anderem, dass in ihrem Umfeld offensichtlich ständig Menschen ermordet werden und der ermittelnde Kommissar dann darüber besorgt ein muss, dass sich die Clique nicht in die Ermittlungen einmischt. Denn das tun sie gerne und verlassen sich dabei nicht zwingend auf Beweise oder Indizien, sondern auf ihr Gefühl und auf irgendwelche Vorahnungen. Jetzt versteht mich nicht falsch: ich habe kein Problem mit Ermittlern, die sich hin und wieder auf ihr Bauchgefühl verlassen. Aber wenn der gesamte Fortschritt eines Mordfalls darauf basiert und nur dadurch neue Erkenntnisse erzielt werden können, ist mir das einfach ein bisschen zu abgehoben.

Auf der anderen Seite ist der Zusammenhalt der WG-Bewohner wirklich toll vermittelt und macht die Hauptfiguren sehr sympathisch. Dabei hat auch jeder seine eigene Rolle, in der er funktioniert: die aufbrausende Merle, die sanftmütige Jette, die sensible Ilka, Claudio der Macho (der nicht wirklich in der WG wohnt, aber doch sehr präsent ist) und der loyale Mike. Die Tatsache, dass es das perfekt passende Adjektiv für die einzelnen Charaktere gibt ist aber auch gleichzeitig wieder ein Negativpunkt, auf den ich hinweisen möchte. Jeder hat so sein Handlungskonzept und bewegt sich nur darin. Man kann Figuren entweder sympathisch oder unsympathisch finden - es gibt keine Hybriden, es gibt keine Ecken und Kanten und das ist etwas schade.Dennoch - oder gerade deshalb - hat man einiges an Identifikationsfläche und hat einen angenehmen Lesefluss.

Neben den Ermittlungen und den psychischen Problemen der Figuren ist die Malerei ein thematischer Schwerpunkt, der einen zumindest ein bisschen interessieren sollte, wenn man das Buch nicht todlangweilig finden möchte. Es gibt regelrechte Exkurse über Maltechniken und Kunst allgemein, und speziell Rubens Bilder werden detailiert beschrieben, was ich als sehr spannend und lesenswert empfunden habe, obwohl ich zur Malerei eigentlich keinen wirklichen Zugang habe.

Mein Gesamtfazit lautet also, dass dieses Buch für Fans der Reihe wahrscheinlich keine Enttäuschung sein wird, denn ich habe typische Merkmale aus dem ersten Teil definitiv wiedergefunden. Ich persönlich habe das Buch auch gerne gelesen; es ist lockere Lektüre für Zwischendurch. Für einen Thriller fehlte mir der Nervenkitzel, aber insgesamt kann ich noch 3 Wölkchen vergeben.






Vielen lieben Dank an bloggdeinbuch.de und den randomhouse-Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars!

17.12.2013

[Gebastel] Wundermittel gegen spröde Lippen

07:00 1 Comments
...das sich eventuell auch als Last-Minute-Geschenk-Idee eignet.
Entdeckt habe ich die Anleitung, um einen wirklich mega pflegenden Lippenbalsam selbst zusammenzurühren schon in der letzten Weihnachtszeit - allerdings fehlte mir da Gelegenheit und Muse, um die Idee auch umzusetzen. Zum Glück gibt es aber Bookmarks, sodass ich dieses Jahr wieder darauf gestoßen bin. Hier kommt ihr zur Original-Anleitung von Sari, das ich im Grunde auch nur sehr sehr sehr wenig abgewandelt habe. Wozu auch etwas super tolles verändern? ;)

Material:
Sheabutter
Körperbutter (als Pröbchengröße)
Granatapfelöl (ebenfalls als Pröbchengröße)
Vaseline
kleine Töpfchen
eine Schüssel und einen Teelöffel


Das alles gibt es gesammelt im dm, aber wahrscheinlich auch in allen anderen Drogerie-Märkten. Die Töpfchen habe ich ebenfalls aus dem dm, wobei ich dazu noch 6 Flaschen kaufen musste, weil es die Dinger halt nur zusammen als Reise-Kosmetik-Umfüll-Set gibt. Uuuund ich hatte noch zwei kleine Pöttchen, in denen man im LUSH immer Pröbchen mitbekommt. Die könnt ihr natürlich auch einfach sammeln, so wie ich ;)

Und los geht's:
  • 6 TL der Sheabutter mit den 50ml Körperbutter und einem Schuss Granatapfelöl gut vermischen.
  • So lange Vaseline hinzugeben, bis die Mischung eine angemessen feste Konsistenz hat.
  • Alles in die Pöttchen füllen.
Und fertig. Man fühlt sich ein bisschen wie eine Mischung aus Bäcker, Apotheker und Alchimist beim Zusammenrühren, aber das mindert den Spaß keinesfalls - im Gegenteil! :D

Meine Mischung war am Ende vielleicht noch einen Tick zu wenig fest, aber ich habe es ausprobiert und kann sagen: man kann sich das Zeug trotzdem auf die Lippen schmieren. Und der Pflegeeffekt ist echt der absolute Hammer! Ich habe im Winter sehr spröde Lippen, aber das Zeug ist die totale Wunderwaffe dagegen. Am Schluss hatte ich als 8 Pöttchen voll, habe die leere und ausgespülte Körperbutter-Dose mit den Resten gefüllt und auch noch eine der Plastikflaschen aus dem Reiseset ein wenig (etwas unappettitlich) befüllen können - man schmeißt ja nix weg als arme Studentin. Also, es kommt wirklich viel dabei raus und dieses Jahr dürfen sich meine Lieben alle über ein kleines zusätzliches Geschenk freuen :)

15.12.2013

[Musik] Sonntagslieder #67

18:16 0 Comments
Puh! Was ein Stress!
Weihnachtsfeiern, Geschenke shoppen, Referate vorbereiten, noch mehr Referate vorbereiten und den allgemeinen Uni-Alltag meisten und dazu noch hübsche kleine Weihnachtszusatzgeschenke basteln - langsam krieg ich hier Burn-Out.
Und außerdem fehlt mir Schnee. Wirklich. Weihnachtszeit ohne eine kleine Schneeflocke ist doch wie Kekse ohne Schokolade: ganz nett, aber das gewisse Etwas fehlt.
Zur Kompensation des fehlenden Schnees und damit trotzdem etwas Weihnachtsstimmung aufkommt, gibt es heute folgende Lieder für euch:



Michael Bublé - Let It Snow
Ich weiß, dieses Lied gab es letzte Woche schon in einer anderen Version. Aber vielleicht werde ich ja bald erhört und muss keine weiteren Versionen auskramen :D


Wham! - Last Christmas
DAS Weihnachtslied schlechthin. Nervig, aber ohne würde etwas fehlen. Außerdem: die Landschaft im Video ist verschneit und passt damit zum heutigen Motto.


Bing Crosby - White Christmas
Ein absoluter Klassiker, der mir aus der Seele spricht. Hach!


Und damit hör ich jetzt aber auf, mir den Schnee so öffentlich herbeizuwünschen, denn ich weiß, dass es unter euch viele Schnee-Hasser gibt. Und die will ich ja nicht verärgern ;) Also viel Spaß beim Hören und einen wunderschönen 3. Advent euch allen ♥

14.12.2013

[Rezi] Marie-Sabine Roger - Der Poet der kleinen Dinge

11:02 1 Comments
Erscheinungsjahr: 2011
Originaltitel: Vivement l'avenir
Genre: Roman
Seitenzahl: 238



Teaser:
Die Welt ist nicht für Menschen wie Rosewell gemacht. Sein Körper ist in sich zusammengefallen, er sieht aus, als würde er seiner Zeit als Fötus hinterhertrauern. Er ist mager, verkrümmt.




Handlung
Alex lebt zur untermiete in einem kleinen Dörfchen in der Normandie, wo es nicht gibts, außer ein paar Häusern, dem Kanal und der Hühnerfabrik, in der sie arbeitet. Warum sie hierhergekommen ist, weiß sie selbst nicht so recht, aber da sie sowieso nie lange an einem Ort bleibt, ist der Grund auch egal. Der Job ist mies, aber er bringt ihr die Miete für ihre Unterkunft ein - einem Zimmer bei dem Ehepaar Marlène und Bertrand und Bertrands spastisch behindertem Bruder Gérard. Letzteren schließt Alex fast sofort in ihr Herz - hilflos und von seiner Familie, die ihn nur als Belastung empfindet, nicht gut behandelt, empfindet sie eine merkwürdige Zuneigung zu diesem Menschen, dem sie den Spitznamen Rosewell gibt.
Während Marlène Gérard am liebsten irgendwo aussetzen will, um ihn los zu sein, lebt Bertrand in einer phlegmatischen Passivität vor sich hin und nur Alex durchbricht die frustrierte Routine und nimmt sich Zeit für Gérard. Sie hört ihm zu, versucht, seine Sätze zu entschlüsseln und nimmt ihn mit nach draußen zum Kanal. Bei einem dieser Spaziergänge treffen die beiden auf ein weiteres ungleiches Paar: Olivier, der seine Tage damit verbringt, Bierdosen in den Kanal zu werfen, und Cédric, der lieber in seinem Selbstmitleid vor sich hin suppt. Schnell ist klar: jeder der vier hat nicht das vom Leben, was er haben könnte. Und daran kann man doch etwas ändern.

Meine Meinung
Geholt habe ich mir dieses Buch, weil ich von "Das Labyrinth der Wörter" von dieser Autorin so schwer begeistert war. "Der Poet der kleinen Dinge" musste also in große Fußstapfen treten und hat das für mich nicht ganz geschafft.

Die Geschichte ist aufgegliedert in zwei Erzählstränge - einmal wird die Handlung aus Alex' Perspektive geschildert und einmal aus Cedrics. Dabei gibt es einiges Überschneidungen und Wiederholungen, aber das habe ich nicht als störende Dopplung empfunden, weil zur ähnlichen Beschreibung der äußeren Handlung ja immernoch die einzelnen Gedanknengänge der jeweiligen Person geschildert werden, die Aufschluss über ihre Denkmuster und Charakterkonzeption kommen.

An sich finde ich die Geschichte auch sehr süß - die verschlossene Alex, deren sarkastische Bemerkungen mich öfter schmunzeln ließen, weicht jedem engen sozialen Kontakt so weit aus wie möglich und kann trotzdem nichts dagegen tun, dass sie für Gérard eine Zuneigung entwickelt. Harte Schale, weicher Kern - dieser Spruch passt zu ihr ziemlich perfekt. Denn ihr Aussehen lädt auch nicht gerade dazu ein, sich mit ihr anzufreunden. Sie kleidet sich ersteinmal bewusst androgyn, weil man als Mann nicht so oft dumm angelabert
 wird und versprüht eine Wolke der Abwesenheit durch ihre gesamte Körperhaltung.
Wo Alex sehr gefestig in ihrem Charakter und ihren Ansichten ist, kommt Cédric etwas schwammig daher. Seit seine Freundin ihn verlassen hat, wohnt er wieder bei seinen Eltern, hat mit Ende 20 keine Ausbildung, keinen Job und keinen Plan für die Zukunft. Aber er kümmert sich auch nicht darum, abgesehen von gelegentlichem Lamentieren, und suhlt sich in seinem Liebeskummer.
Auch die übrigen Charaktere sind so ausgearbeitet, dass man eine Vorstellung von ihnen bekommt - allerdings abgesehen von Cédrics Kumpel Oliver und eben Gérard sehr eindimensional gehalten und nur in ihrer beschränkten Funktion agierend. Das zumindest dachte ich die ganze Zeit über, bevor ich dann am Ende von Marlène tatsächlich noch überrascht wurde, die plötzlich etwas mehr Leben eingehaucht bekommt. Was mich zu der Vermutung führt, dass die einseitige Ausarbeitung der Charaktere - speziell rede ich hier von Bertrand und Marlène - als eine Art Stilmittel zu sehen sein kann, das die Tristesse und den frustrierenden Alltagstrott im Leben dieser Familie aufzeigt, der auch nur mechanisch funktioniert, bevor Alex mit imer kleineren Veränderungen Schwung in die Bude bringt.

Der Schreibstil hat mich dagegen genauso begeistert wie in "Das Labyrinth der Wörter" - ähnlich poetisch und genaus detailreich und irgendwie... typisch französisch.
Insgesamt erhält dieses kleine Büchlein von mir 3 gute Wölkchen. Man kann es dank der kurzen Kapitel und des geringen Seitenumfangs sehr gut zwischendurch lesen und erhält eine zauberhafte Geschichte darüber, dass es manchmal nur einen kleinen Anstoß braucht, um aus einem grauen ein buntes Leben zu machen.


12.12.2013

[TAG] Büchergewohnheiten

07:00 1 Comments
Manchmal überkommt mich das Bedürfnis nach einem TAG. Und wenn dann zufällig ein passender solcher um die Ecke schwirrt, stürtze ich mich natürlich sofort hochmotiviert in seine Flugbahn, fange ihn ein ein und arbeite ihn ab.
Die liebe Eli von Lesbar hat da vor kurzem einen hübschen, interessanten und informativen TAG mitgemacht und dies werde ich nun ebenfalls tun. Allerdings habe ich ihn etwas umbenannt und werde auch die Fragen nicht wörtlich übernehmen, weil sowohl der Name als auch die Fragen im Original auf Englisch sind und ich ja offiziell gegen zu viele fremdsprachliche Worte im Haus des Wahnsinns bin. So als Germanistin immerhin ;)
- Was übrigens keine verdeckte Kritik an der Art deiner TAG-Darstellung sein soll, Eli. Nicht, dass das hier falsch rüberkommt, weil du ja genau diese Frage im Post gestellt hast. Behalt das ruhig bei. Alles cool! :D

Los geht's also mit den Fragen:

1. Wo holst du dir Büchertipps?
Hauptsächlich aus dem Internet. Blogs, mein liebstes Bücherforum und zeitweise auch Youtube sorgen dafür, dass meine Wunschliste stetig wächst :D Aber auch wenn das meine Hauptquellen sind, habe ich doch zwei, drei lesebegeisterte Freundinnen (merkwürdigerweise gibt es in meinem Freundeskreis tatsächlich keinen lesenden Typen... naja. Girlpower! ;D ), mit denen ich mich gerne über Bücher austausche. Und bei aller Liebe zum Internet und der Blogger-Kommunikation geht doch nichts darüber, jemandem ins Gesicht zu schauen, wenn er richtig begeistert von einem Buch berichtet. Da bekommt man einfach gleich Lust, es selbst zu lesen :)

 
2. Wie bist du zum Lesen gekommen?
Ganz klassisch durch die Gute-Nacht-Geschichten, die mir als Kind vorgelesen wurden. Meine Mama hat meiner Schwester und mir immer Märchen vorgelesen und Papa war eher auf der Wilhelm-Busch-Schiene. Aber bei uns zu Hause gab es schon immer viele Bücher und ich schätze, das hat einfach auf mich abgefärbt :)





3. Wie hat sich dein Buchgeschmack mit der Zeit verändert?
Naja, ich würde sagen, er ist (teilweise) erwachsener geworden. Ich habe eigentlich schon immer sehr genre-übergreifend gelesen aber halt der Altersgruppe angepasst. Soll heißen von Janosch zu den Millie-Büchern, über Gänsehaut zu Freche-Mädchen, alles mögliche von Enid Blyton und Astrid Lindgreen bis hin zu Kai Meyer und natürlich Harry Potter. Und mittlerweile ist ja auch alles dabei: Jugendbücher - da dann auch meistens im Fantasy-Bereich, aber auch nicht immer - Thriller, historische Romane und ganz viele Entwicklungsromane. Am wichtigsten ist mir immer, dass nicht zu viel mit Klischees und Stereotypen gearbeitet wird. Da bin ich mittlerweile natürlich wesentlich strenger als früher, einfach weil ich mehr Klischees kenne :D


4. Wie oft kaufst du neue Bücher?
Leider nicht so oft wie ich das gerne würde. Aber sowohl mein Platz als auch meine finanziellen Mittel sind begrenzt. Ich würde sagen, so alle drei bis vier Monate kaufe ich mir eine Ladung Bücher. Ansonsten bekomme ich zu Weihnachten und meinem Geburtstag meistens welche geschenkt und bin aber allgemein nicht so der Konsumjunkie. Mir reicht es, Bücher auszuleihen und nach dem Lesen wieder zurückzugeben. Die Geschichten darin behalte ich ja ;)



5. Wie reagierst du, wenn dir das Ende eines Buches nicht gefällt?
Ich schlage das Buch zu, schmeiße es von mir weg (meistens dann ans andere Ende meines Bettes) und schmolle erstmal.
 Dann nehme ich das Buch in die Hand, gucke mehr oder weniger entsetzt auf das Cover, schüttele den Kopf und schreibe - wenn ich Zeit habe - sofort eine Rezi dazu. Quasi als Aufarbeitung dieses Traumas xD

6. Wie oft hast du schon auf die letzte Seite eines Buches gespitzt, um herauszufinden, ob die Geschichte gut ausgeht?
*hüstel* Tjoa...das mache ich ab und zu mal :D Also, wenn mir die Geschichte zu langweilig ist und ich wissen will, ob sich die Quälerei am Ende wenigstens lohnt, schaue ich schonmal vorher auf die letzte Seite. Oder im genau gegenteiligen Fall, nämlich wenn alles schrecklich und fruchtbar und unerträglich ist. In dem Fall habe ich mich früher auch ein bisschen gespoilert; mittlerweile mache ich das aber dann nicht mehr. Ich steigere mich lieber in die Emotion rein und löse sie am Ende, anstatt sie durch Mogeln zu unterbrechen.


Und das war es auch schon :)
Wie sieht es bei euch aus? Was sind eure Büchergewohnheiten? Jeder der möchte, darf sich diesen TAG natürlich gerne mitnehmen, aber ich freue mich genauso über Antworten in den Kommentaren! ♥

10.12.2013

[Rezi] Antonia Michaelis - Der Märchenerzähler

07:30 2 Comments
Erscheinungsjahr: 2011
Genre: Jugendroman
Seitenzahl: 446



Teaser:
Sie erwog nicht, so zu tun, als hätte sie wirklich nicht zugehört und wüsste nicht, dass Micha mit ihr sprach. Sie erwog es nicht einmal eine Sekunde lang. Es war nicht möglich.





Handlung
Er wird von allen nur der polnische Kurzwarenhändler genannt. Isoliert und von den ürbrigen Schülern des Gymnasiums, das auch Anna besucht, nur wahrgenommen, wenn sie von ihm Tabletten, Gras oder sonstige Drogen laufen wollen.
Eine ganz normale Schule mit ganz normalen Schülern. Kurz vor dem Abi stehend, haben die jungen Leute aber eigentlich ganz andere Dinge im Kopf als den Unterrichtsstoff. Partys und Beziehungen sind auf der Prioritäten-Liste ganz oben. Nur Anna gehört nicht so richtig dazu. Nicht, dass sie eine Außenseiterin wäre - sie hat Gitta, ihre beste Freundin, die mit dem Oberstufenschwarm zusammen ist, und geht auch hin und wieder mit den anderen feiern. Aber sie macht sich nicht viel daraus und lebt in ihrer eigenen Welt bestehend aus ihrer Leidenschaft, der Musik, und ihren Träumen für die Zukunft.
Dann trifft sie auf Abel, der ebenfalls in seiner eigenen Welt lebt. Nur, dass die nicht so rosig aussieht, wie die von Anna. Seine Mutter ist seit ein paar Wochen unauffindabr und deshalb kümmert er sich ganz alleine um seine kleine Schwester Micha. Nicht, dass es anders gewesen wäre, als seine Mutter noch da war, aber so geht den beiden erstens das Geld aus und zweitens steht das Sozialamt auf der Matte, um zu prüfen, ob Micha nicht in eine Pflegefamilie gebracht werden muss.
All das erfährt Anna, weil sie merkwürdig fasziniert ist von diesem stillen Typen, der auf alle möglichen zwielichtigen Arten Geld beschafft und trotz dieser rauen Schale ein so liebevoller großer Bruder für Micha ist. Er versucht ihr mit seinen sehr eingeschränkten Mitteln eine schöne Kindheit zu bereiten und schafft das vor allem mit seinem Talent, Geschichten zu erzählen. So erfindet er ein Märchen für Micha, das gleich auf den ersten Blick schon nicht wirklich nur fiktiv ist, das er Stück für Stück weiterspinnt und dessen Ende auch für ihn ungewiss ist. Aber mit seiner Erzählung fesselt er nicht nur Micha, sondern auch Anna, die bald alles tut, um den beiden zu helfen.

Meine Meinung
Es will schon viel heißen, wenn ich ein Buch dieser Dicke in einem Rutsch durchlese. Dafür habe ich eigentlich keine Zeit. Ich hatte auch keine Zeit. Trotzdem konnte ich es einfach nicht aus der Hand legen.Und ich musste ungewöhnlich lange über dieses Buch nachdenken, bevor ich in der Lage war, eine einigermaßen ordentliche Rezension dazu zu schreiben.

Der Inhalt dieses Buches ist gleichermaßen ernsthaft, tragisch, poetisch, herzzerreißend, wundervoll und zauberhaft - mir würden noch mehr Adjektive einfallen, aber ich bin nicht sicher, ob das hier so zielführend wäre.
Der Grundstein für diese emotionsgeladene Geschichte wird schon im Prolog gelegt, aus dem deutlich hervorgeht, dass in dieser Geschichte nichts mit märchenhafter Happy-End-Thematik und Love Peace and Harmony ist. Das Gedicht "Ballade of the young" führt den Leser in die Motivmuster der Geschichte ein und lädt gleich zu der ein oder anderen Spekulation über den Verlauf der Handlung ein. Dass jedes Wort eine Bedeutung und jeder einzelne Satz eine Botschaft hat, wird im Prolog gleich deutlich. Und das zieht sich durch das gesamte Buch. Man kann nicht einfach mal schnell ein Kaptiel lesen, sondern muss sich Zeit lassen, um der Geschichte gerecht zu werden und die ambivalente Textstruktur zu druchdringen.

Die Handlung lebt von den Figuren - das ist in jeder Geschichte so und wird in diesem Buch besonders deutlich. Sowohl die Protagonisten als auch die Nebenfiguren zeichnen sich durch detailiert ausgearbeitete Charaktere aus; sie sind absolut logisch und glaubwürdig konzipiert, sodass es wirklich ein Erlebnis ist, die Geschichte mit ihnen zu erleben.
Anna, die sich gerade auf ihr Abitur, einen anschließenden Auslandsaufenthalt und ihr folgendes Musikstudium konzentriert wird plötzlich aus ihrer kleinen Welt gerissen, indem sie in Abels Leben hineinplatzt. Durch einen Zufall kommen die beiden ins Gespräch und Anna beginnt sich für den verschlossenen Junge, der die ganze Oberstufe mit Drogen versorgt, zu interessieren. Sie kommt aus einem intakten, stabilen familären Umfeld und sieht sich plötzlich mit Abels Situation konfrontiert: eine viel zu kleine Wohnung in einem Wohnblock, eine unauffindbare Mutter, einen unbekannten Vater und eine kleine Schwester, um die Abel sich kümmert. Plötzlich wird Anna Teil dieses Gespanns und aus Abel und Micha wird Abel, Micha und Anna.
Während Micha - die ich übrigens sooo sehr ins Herz geschlossen habe, die Kleine - Anna dank ihrer kindlichen Naivität und ihrerm bedingungslosen Grundvertrauen in die Menschen, sofort akzeptiert, muss Abel erst dazu gezwungen werden, sich zu öffnen. Denn das fällt ihm gar nicht so leicht. Allerdings trägt er auch eine ziemlich große Last auf den Schultern, die es ihm schwer macht, jemandem zu vertrauen. Am besten kann er sich ausdrücken, indem er Märchen erzählt; darin verarbeitet er seine Gefühle, Dinge die passiert sind oder passieren könnten und verpackt all das in so wunderschöne Worte, Bilder und Metaphern, dass nicht nur Anna und Micha gebannt lauschen, sondern auch der Leser gefesselt an dem Buch klebt.

Verarbeitet werden in dem Buch aber wie gesagt nicht nur schöne Märchenmotive. Im Gegenteil sind diese nur Verkleidung für wirklich ernste und schreckliche Themen wie Missbrauch, Gewalt, Drogen und Vernachlässigung, und diese Kombination aus poetischer Sprache und schrecklichen Szenarien (die vielleicht passiert sind, passieren können oder passieren würden) evoziert eine solche Geballtheit an Emotionen, dass es fast nicht zum Aushalten ist. Es gibt Stellen in dem Buch, die mich ungläubig zurück ließen und noch immer bin ich damit nicht einverstanden. Irgendwie kann ich die Reaktionen der Protagonisten zwar erklären, aber weder entschuldigen noch richtig verstehen.

Ganz großes Thema in dem Buch ist auch noch der Musiker Leonard Cohen. Viele seiner Songtexte werden zitiert und wenn man sich die Lieder mal anhört, spiegeln sie perfekt die Atmosphäre des gesamten Buches wieder. So eine schwere Melancholie, die zwar durchzogen ist von einzelnen strahlenden Momenten, aber niemals wirklich verschwinden kann. Die Texte passen so umwerfend gut zu den Gedanken der Protagonisten und vor allem das Lied am Ende... dazu fehlen mir ein bisschen die Worte.

Ich. habe. Rotz. und. Wasser. geheult. bei diesem Buch. Und es wiegt immernoch schwer in meinem Kopf. Wahrscheinlich brauche ich noch ziemlich lange, um es zu verdauen. Wegen dieser Eindringlichkeit, die es schwer macht, das Buch aus der Hand zu legen, der wunderschönen Sprache, die die Wichtigkeit einzelner Kleinigkeiten hervorhebt, und der tollen Charaktere gibt es von mir die selten verliehenen 5 rosa Wölkchen und eine absolute Leseempfehlung! Und Herzchen. Viele viele Herzchen! ♥♥♥♥



08.12.2013

[Musik] Sonntagslieder #66

10:43 3 Comments
Xaver ist vorbeigezogen und weil ich Gott sei dank an der Ostsee wohne und dann auch nicht direkt an der Küste, hat der Sturm auch nur wenig Schaden angerichtet. Und die Uni war zwei Tage lang komplett geschlossen - wenn das mal nicht ein unverhofft langes Wochenende mit quasi amtlicher Legitimation zum zu Hause gammeln war! :D
Den gestrigen Abend habe ich genutzt, um endlich alle Weihnachtsgeschenk-Idee auszuformulieren und jetzt geht es ab morgen los, Geschenke besorgen. Ich mache das lieber portionsweise und nicht in einem Rutsch, damit meine Shopping-Motivation nicht sinkt. Freuen können sich meine Lieben aber auf jeden Fall auf etwas ganz besonders leckeres aus meiner Küchenwerkstatt. Ich freu mich schon auf die Gesichter!
Und weil ich jetzt endlich ein bisschen in Weihnachtsstimmung bin, gibt es natürlich heute mal ein bisschen Weihnachtsmusik :)



The Baseballs - Let It Snow
Ich liiieeebe das Weihnachtsalbum der Baseballs. Habe ich schon letztes Jahr. Und die Begeisterung ist geblieben :D


Frank Sinatra - The Christmas Song
Kennt wahrscheinlich jeder von euch. Ein großartiges Lied von einem großartigen Sänger!


Dean Martin - It's Beginning To Look A Lot Like Christmas
Recht hat Dean Martin. Langsam sieht alles wirklich ganz doll nach Weihnachten aus. Schööön! :)


Ihr Lieben, ich wünsche euch einen wundervollen 2. Adventssonntag und eine schöne - und vor allem stressfreie ;) - Vorweihnachtszeit. Und natürlich jetzt erstmal viel Spaß beim Hören! ♥

05.12.2013

[Rezi] Martin Walser - Das dreizehnte Kapitel

17:40 0 Comments
Erscheinungsjahr: 2012
Genre: Briefroman
Seitenzahl: 270



Teaser:
Anrufen, wenn es zu spät ist, das ist alles, was man muss.
Welt reimt sich auf Sinn, wie sich Blüte auf Liebe reimt.






Handlung
Die Bundespräsidentin lädt ein. Zu einer Preisverleihung für Hirnforscher. Die Größen des aktuellen Wissenschaftsbetriebs und allgemein die Crème de la Crème der Inellektualität sind anwesend. Unter den Gästen befinden sich auch Basil Schlupp und Maja Schneilin. Er ist der gefeierte Autor des Erfolgsromans "Strandhafer" und sie ist Professorin fpr evangelische Theologie. Beide sind sie glücklich verheiratet und trotzdem kann zumindest Basil Schlupp die Augen den ganzen Abend nicht von Maja abwenden. Alles an ihr, von dem abrupt endenden Lachen bis hin zu ihrer Frisur faszinieren ihn unheimlich. Sie ihrerseits scheint ihn dagegen gar nicht zu bemerken.
Nach dem Abend schreibt Basil einen Brief an Maja, traut sich aber erst nicht, ihn auch abzuschicken. Irgendwann schafft er es aber, seinen inneren Schweinehund zu überwinden und erhält - völlig unerwartet - briefwendend eine Antwort von ihr. So entsteht nach und nach eine vertrauensvolle Brieffreundschaft zwischen den beiden. Das Spiel mit der moralischen Grenze - dem möglichen Verrat an ihren jeweiligen Ehepartnern, wenn sie dem anderen zu viele Geheimnisse von sich preisgeben - und die Möglichkeit, sich auszutauschen, lässt beide sich immer weiter emotional an den anderen gebunden fühlen.
Dann wird Majas Mann schwer krank und die beiden brechen zu einer großen Radtour quer durch Kanada auf - dem Lebenstraum ihres Mannes, den sie ihm unbedingt erfüllen möchte, solange beide körperlich noch dazu in der Lage sind. Von dieser Zeit berichtet Maja Basil via EMail - allerdings bleibt der Briefverkehr in diesem Fall auf Majas Wunsch einseitig.

Meine Meinung
Ein Briefroman sollte es mal sein. Bisher habe ich wenig Erfahrung mit dieser Art von Strukturaufbau, aber gerade deswegen war ich sehr neugierig auf dieses Buch. Und dann wurde es natürlich gleich ein Briefromanüber die Liebe - irgendwie passt diese Kombination meinem Empfinden nach sehr gut. Und dieses Gefühl hat mich nicht getäuscht.

Die Geschichte von Maja und Basil ist in zwei grobe Abschnitte einteilbar. Im ersten Teil lernen sich die beiden kennen und auf Basils Initiative hin entsteht dann diese besondere Brieffreundschaft. Am Anfang ist Basil dabei immer noch im Rechtfertigungsmodus und versucht zu erklären, warum er es nicht lassen kann, diesen Brief zu schreiben. Er versucht zu erklären, was er eigentlich nicht erklären kann und seine Gedanken fasst er in sehr schöne Worte, die es wert sind, auseinander gedröselt zu werden.
Dabei geschieht an sich sehr wenig; der Fokus liegt ganz klar auf dem Innenleben der Figuren, die diese selbst in ihren Briefen ausbreiten. Großes Thema ist natürlich der Verrat am jeweiligen Ehepartner, der vielleicht bei Basil noch ein wenig krasser ausfällt, als bei Maja. Beiden ist klar, dass es sich niemals um eine körperliche Beziehung zwischen den beiden handeln wird, und dennoch steht eine Art von Betrug im Raum. Dadurch, dass sich die beiden gegeseitig Gedanken offenbaren, die sie bewusst vor ihren Partnern verschließen. Und Basil geht sogar noch einen Schritt weiter. Er zitiert in seinen Briefen Passagen aus dem Buchmanuskript seiner Frau - mit dem Titel "Das dreizehnte Kapitel" - und ist sich dieses Vertrauensbruches auch sehr bewusst. Für mich war das ein wirkliches Unding und viel schwerwiegender als alles, was Maja schreibt.
Beide Figuren kommen in diesem ersten Teil als etwas suspekte Mischung aus Egozentrismus und Fixierung auf den anderen daher, was ich für gestandene Erwachsene irgendwie etwas merkwürdig fand. Gleichzeitig illustriert diese Tatsache aber auch, dass vor der Liebe keiner sicher ist ;)

Der zweite Teil weicht dann ab von der Beschreibung der jeweiligen Seelenlsage und legt mehr Fokus auf tatsächliche Handlung. Maja berichtet von ihren Erlebnissen in Kanada und Basil darf nicht antworten, weil diese Korrespondenz ihr Gewissen zu sehr belastet.

Eine künstlerische, nicht einfach zu verstehende Sprache versetzt einen in die Welt dieser beiden Protagonisten. Die Stilistik der Briefe ist an den jeweiligen Schreiber angepasst - überschwänglich Basil und philosophisch Maja. Insgesamt keine leichte aber eine lohnenswerte Lektüre. 4 Wölkchen von mir.


03.12.2013

Leserückblick November 2013

22:22 0 Comments
Eigentlich ist der Rückblick deshalb zwei Tage zu spät (Himmel, meine Neurosen schlagen sowas von Alarm hier!), weil ich ihn nicht einfach so hinrotzen wollte. Ich war nämlich das ganze Wochenende quer durch Deutschland unterwegs und bin deshalb nicht zum resümieren gekommen.
Aber nun hat sich herausgestellt, dass ich mindestens noch bis einschließlich Freitag eigentlich keine Zeit habe, also wird jetzt doch gerotzt. ...entschuldigt die vulgäre Wortwahl. Manchmal muss man unbequeme Wahrheiten einfach aussprechen. Außerdem bin ich aggressiv. Seit zwei Wochen schlucke ich Antibiotika und bin immernoch krank. Das nervt. Ich bin selten genervt, aber das nervt. Es nervt. Wirklich nervig! :D
Nicht genervt hat dankenswerterweise mein Lesemonat November. Im Gegenteil! Und der Dezember ging gleich so weiter. Aber dazu mehr in der nächsten Statistik ;D

Gelesen
Jennifer L. Holm - Boston Jane II. Der unheimliche Fremde (*Rezi*)
Jennifer L. Holm - Boston Jane III. Das Haus auf der Klippe (*Rezi*)
Thomas Thiemeyer - Das verbotene Eden II. Logan und Gwen (*Rezi*)
Kristin Cashore - Die Beschenkte (*Rezi*)
Martin Walser - Das dreizehnte Kapitel (*Rezi*)

In Seiten
1718

Durchschnittsbewertung
4,2 Wölkchen

Highlight des Monats
Die Bücher waren alle total gut. Ernsthaft. Ich kann mich nciht entscheiden.
Wenn ich wirklich wählen muss, rangieren die Boston Jane-Bücher zusammen mit "Die Beschenkte" auf Platz 1. Aber Boston Jane hat bei mir einen Heimvorteil, also ist das unfair. Ich küre deshalb schweren Herzens "Die Beschenkte" zum besten Buch des Monats :D

Enttäuschung des Monats
Keine *lalala* :D

In Bildern


Jou, ich bin zufrieden. Sowohl quantitativ als auch qualitativ :) Cheerio! :D

01.12.2013

[Musik] Sonntagslieder # 65

12:53 2 Comments
Advent, Adevent, ein Lichtlein brennt...
Trotzdem ist die Weihnachtsstimmung bei mir immernoch nicht angekommen. Wahrscheinlich, weil dieses Wochenende so vollgepackt mit allen möglichen und unmöglichen, geplanten und ungeplanten Stressfaktoren war, dass der Aspekt der Besinnlichkeit, der für mich Weihnachten ausmacht, auf der Strecke geblieben ist. Aber das erste Türchen vom Adventskalender ist schon geöffnet und ein bisschen Weihnachtsflair hat micht doch erreicht. Nicht genug, um euch hier jetzt mit Weihnachtsliedern vollzuschwalladrönen, aber ausreichend, um Plätzchen zu backen. Ich bin auf einem guten Weg ;D



Adel Tawil - Lieder
Nach gefühlten 100 Mal hören hab ich endlich alles verarbeiteten Songs erkannt :D So eine coole Idee muss gewürdigt werden :)


Avicii - Hey Brother
Es beruhigt mich irgendwie immer. Sehr praktisch :D


Sunrise Avenue - Lifesaver
Jaja, ich bin ein Opfer der allgemeinen TVoG-Hysterie. Okay, nein. Eigentlich nicht. Aber ich mag das Lied trotzdem :D

Weihnachtsmusikgibt es dann bestimmt ab nächstem Sonntag ;)
Trotzdem wünsche ich euch einen schönen ersten Advent mit vielen Plätzchen ;) ♥

PS: Auch ich darf heute eeeendlich mal der Masse folgend in den momentan wohl meist gefeierten Film der Welt gehen. Na? Naaaaa? Nicht so schwierig, oder? Catching Fire, ich kooomme! :D