27.02.2014

[Rezi] Gesa Schwartz - Grim II. Das Erbe des Lichts

Erscheinungsjahr: 2011
Genre: (Jugend-) Fantasy
Reihe: Grim-Bücherserie, Teil 2
Seitenzahl: 716


Teaser:
"Ihr seht den Zauber des ersten Lichts", sagte Theryon wie aus weiter Ferne, und Grim brauchte einen Augenblick, bis er den Feenkrieger und Milo im silbernen Schein des Mondes erkannte. "Die Poesie der Welt."





Achtung! Spoileralarm!*Achtung! Spoileralarm!*Achtung! Spoileralarm!

Handlung
Die Geschichte des Hybriden Grim und der Hartidin Mia geht in die zweite Runde. Nach den Abenteuern des ersten Bandes verfolgt Mia die Aufgabe, die Menschen langsam an die Geschöpfe und an die Magie der Anderwelt zu gewöhnen. Die Wesen der Anderwelt mussten vor langer Zeit, als die Menschen begannen, die Magie zu verleugnen und zu bekämpfen, in den Untergrund fliehen, um nicht ausgelöscht zu werden. Mittlerweile liegt der Zauber des Vergessens über den Menschen, sodass sie die Wesen der Anderwelt, die dennoch unter ihnen weilen, nicht erkennen können. Als Hartidin gehört Mia zu den wenigen Menschen, die diese Anderwesen sehen kann und ihr Wunsch ist es, die beiden voneinander getrennten Welten wieder zusammenzuführen. Dazu entwickelt sie eine Ausstellung magischer Artefakte im Louvre; ein kleiner Schritt auf dem Weg ihrer Mission.
Ihr Freund Grim ist währenddessen als Präsident der Gargoyle-Polizei damit beschäftigt, in einer grausamen Mordserie in der Menschenwelt zu ermitteln. Jedem der Opfer fehlen die Augen und am Tatort spüren die Ermittler einen Hauch fremder Magie, die sich nicht zuordnen können. Dennoch kommen sie den Tätern auf die Spur - Schattenalben, allen voran ihr Anführer Alvarash, sind für die Morde verantwortlich. Eigentlich sollten diese Wesen aus dieser Welt verbannt sein, denn sie verfügen über starke dunkle Magie und bringen Unheil überall dahin, wo sie auftauchen.
Doch die Alben sind nur ein kleiner Teil der Katastrophe, die auf die Menschheit zukommt. Die Königin der Feen, die ebenfalls einst von der Welt verbannt wurden, hat die sie fesselnde Magie gebrochen und ist nun gekommen, um die Menschheit zu vernichten. Die meisten Wesen der Anderwelt sind der Meinung, dass die Menschen genau dieses Schicksal verdient haben und weigern sich deshalb, für ihre Rettung einzutreten. Grim, sein Koboldfreund Remis, Mia und ihr Lehrmeister Theryon sind also auf sich alleine gestellt auf der Suche nach dem letzten Krieger des Lichts - dem einzigen Wesen, dessen Magie groß genug ist, um die Schattenalben und die mächtige Magie der Feen zu besiegen.

Meine Meinung
Nach dem sehr guten Trilogie-Auftakt habe ich schon lange dem Moment entgegengefiebert, in dem ich die Fortsetzung lesen konnte. Aber wie das manchmal leider so ist, wenn man mit zu hohen Erwartungen an ein Buch herangeht, werden alle Hoffnungen - BUM - enttäuscht.

Wobei das vielleicht auch ein bisschen dramatisch ausgedrückt ist. Aber ziemlich genau so habe ich während der ersten beiden Drittel des Buches gedacht. Erstmal habe ich sehr lange gebraucht, um überhaupt in die Geschichte reinzukommen - was beim ersten Teil auch schon so war. Das liegt schlicht und ergreifend daran, dass der Plot erstmal 150 Seiten lang vorbereitet wird, bevor es dann endlich mal zur Sache geht und mit der eigentlichen Geschichte losgeht.
Ich meine, die Ausstellung ist natürlich ganz spannend und Mias Familie, die ja irgendwie mit dem Tod ihres Bruders klarkommen muss und gleichzeitig als erste Menschen exklusiv in die Anderwelt eingeführt werden, ist ja ganz interessant und knüpft schön an den ersten Teil an. Aber warum muss das alles so lange vorbereitet werden? Diese Ausstellung ist der Grund zur besonderen Macht der Feenkönigin, denn sie sprengt die Eröffnungsfeier und stiehlt ein Artefakt, das ihre ohnehin unglaublich starke Magie so steigert, dass sie fast unbesiegbar wird. Hätte wirklich gekürzt werden können.

Genauso überflüssig und sogar noch viel frustrierender waren die gefühlt 1.000.000 Kämpfe mit dem Anführer der Schattenalben. Wirklich, jedes Mal, wenn ich dachte, dass es jetzt endlich mal ein bisschen weitergeht mit der Handlung, taucht dieser Penner auf und kämpft erstmal 5 Kapitel mit Mia oder Grim oder Mia und Grim und Theryon oder allen dreien oder noch anderen Freunden der Gruppe. Und am Ende? Ja am Ende dieser Kämpfe sind wir genauso weit wie vor dem Kampf, weil unsere Freunde einfach ein paar Heilungszauber durch ihre Körper schicken und gut ist. Weiter geht's als wäre nichts gewesen. Und mir hätte es auch wesentlich besser gefallen, wenn tatsächlich nichts gewesen wäre, weil diese Kämpfe das Fortkommen der Handlung einfach unnötig verzögert haben. Und die ging doch sowieso schon nur sehr schleppend in Gang.
Auch äußerst negativ aufgefallen sind mir so einige Floskeln, die die Autorin geradezu inflationär verwendet hat. Wirklich, wie ein eisiger Hauch streiften diese meine Wangen und ich bekam mit der Zeit wirklich überall Gänsehaut. Man hat bei fortschreitender Lektüre tatsächlich den Eindruck, die Gefühlssensoren aller Figuren befinden sich ausschließlich in den Wangen, denn sonst spüren sie eigentlich selten irgendwo was. Außer, sie haben mal ein Schwert im Rücken stecken, dann tut halt auch mal der Rücken weh. Und was passiert dann? Meistens werden dann die Augen schwarz. Oder sie werden hell. Oder es verschwindet ein Funken aus ihnen. Eine leichte Fixierung auf Augen ist jedenfalls nicht von der Hand zu weisen. Das beginnt schon mit den Leichen, denen die Augen fehlen (was ja noch in Ordnung ist, kennt man ja von psychopathischen Serienmördern, dass die die Augen als Trophäe mitnehmen), geht weiter bei den Augen Alvarashs und denen der Feen, die voller Dunkelheit stecken und endet bei den Mias oder Grims Augen, die je nach Gemütslage Funken sprühen oder Eisblicke absondern. Deutliche Bevorzugung der Gesichtspartie würde ich da mal sagen. Dabei gibt es wirklich genug andere Körperteile, die man auch mal erwähnen könnte.

Nach diesem Geschimpfe kann ich aber zum Glück auch ein paar positive Punkte vermelden: im letzten Drittel war steigert sich die Spannungskurve um 100% und ich habe endlich die besondere Sprache wiedergefunden, die mich im ersten Band so überzeugt hat. Beeindruckende Reden werden geschwungen, Loyalität und Mut bewiesen und die Figuren fangen endlich mal an, sich zu entwickeln und über sich selbst hinauszuwachsen.

Doch damit kommen wir leider schon zum nächsten Kritikpunkt: es gibt super viele Kampfszenen, super viele Exkurse in die Sagenwelt der Anderwesen (die wirklich sehr spannend sind!), aber die Figuren bleiben total auf der Strecke. Vor allem Mia entwickelt sich einfach mal gar nicht. Ihre Handlungsweisen sind vorhersehbar, sie lernt überhaupt nichts dazu und ist allegemein einfach total blass. Klar muss sie an ihrer Mission festhalten, sie ist ja der Inbegriff der Hoffnung dieser Welt, aber dennoch muss sie doch charakterlich nicht die ganze Zeit auf der Stelle treten. Und gefehlt hat mir auch das Knistern zwischen ihr und Grim. Und wenn ich das schon so empfunden habe, muss das echt was heißen. Aber die beiden wirken im Buch eigentlich selten wie ein Paar (außer der Gedanke an den jeweils anderen rettet einen der beiden vorm Aufgeben), sondern mehr wie ein Tagteam. Was der eine nicht hinbekommt, erledigt halt der andere.

Insgesamt eine spannende Basisgeschichte, die mit zu viel unnötigen Verzögerungen und zu wenig Figurenentwicklung aber leider sehr enttäuschend für mich war. Wären es statt der 700 Seiten nur 400, aber dafür mit griffigeren Figuren, gewesen, hätte mir das wesentlich besser gefallen. 2 Wölkchen gibt es von mir.


25.02.2014

[Rezi] Christian Morgenstern - Liebesgedichte

Quelle: http://www.urachhaus.de
Erscheinungjahr: 2014
Genre: Lyrik
Seitenzahl: 96



Teaser:
In meinen Tränen halt ich dich gefangen,
als wie in einem Spiegel, der zu Perlen
zerrann - doch jede Perle Spiegel noch.






Inhalt
Wer kennt nicht das Gefühl der herzzerreißenden Sehnsucht nach einem anderen Menschen oder das der überschwänglichen Zuneigung beim Gedanken an jemand ganz besonderen? Genauso beherrschend und allumfassend Liebe sich in den Gedanken festsetzen kann, genauso schwierig ist es auch, den verschiedenen Facetten dieses Gefühls Ausdruck zu verleihen.
Christian Morgenstern hat dennoch neben seiner komischen Lyrik auch den Versuch unternommen, seine Gefühle poetologisch zu verarbeiten und eine Reihe von Liebesgedichten verfasst. Diese künden von großen Gefühlen, bewundernder Zuneigung, staunendem Entzücken, von Trennungsschmerz und Sehnsucht und sucht immer wieder Antworten auf die Frage: War das die Liebe, die mich gestern streifte...?

Meine Meinung
Endlich einmal wieder gelangte ein Gedichtband in meine Hände. Pünktlich zum 100. Todestag Christian Morgensterns wurde es auch wirklich Zeit für mich, die ich mich bisher nur mit dessen komischer Lyrik beschäftigt habe, eine weitere Seite an diesem genialen Wortejongleur zu entdecken. Denn wer sollte es auch besser beherrschen, das große Wort Liebe adäquat in passende Worte zu fassen, als ein solcher Poet?
Dabei hatte ich natürlich immer die große Problematik vor Augen, die Liebesgedichte - oder allgemein die literarische Aufarbeitung dieses Themas - haben: das ganze läuft ständig Gefahr, ins Kitschige, Klischeehafte und Schmalzige abzudriften. Es ist da wirklich eine sehr enge Gratwanderung, die ein Text meistern muss, damit er für mich nicht ins schmerzhaft übertriebene abrutscht. Wobei ich aber durchaus bereit bin, anzuerkennen, dass im Überschwang der Gefühle auch ein bisschen Übertriebenheilt angemessen ist und deshalb nicht so streng bei der Bewertung bin, wie es sich vielleicht grade anhört.
Glücklicherweise kann ich aber auch berichten, dass es Christian Morgenstern meiner Meinung nach tatsächlich nur mit ganz wenigen Ausrutschern gelingt, diese Fülle an Eindrücken, die die Liebe so mit sich bringen, in wunderschöne und berührende Worte zu fassen.

Auf fast 100 Seiten befinden sich sowohl vor Glück strahlende als auch vor Verzweiflung leidende Gedichte, die Morgenstern für und/oder über seine Angebetenen geschrieben hat. Er reflektiert in den Gedichten über die Liebe an sich, wie sie sich äußert, was sie bewirkt und hat bezieht sich dabei immer wieder konkret auf die Frauen, die dieses Gefühl gerade in ihm hervorrufen.
Was an der äußeren Form der Gedichte auffällt, ist, dass viele einem ähnlichen Muster folgen. Kreuz- oder Paarreim dominieren genauso wie 3- oder 4-versige Strophen. Dennoch experimentiert Morgstenstern auch mit unkonventionelleren Anordnungen der Verse - allerdings gibt es kein Gedicht ohne klassisches Reimschema.
Sprachlich arbeitet er mit bekannten Bildern und Metaphern für die Liebe - versengende Küsse, zum Beispiel - aber auch Assoziationen, die ich so in diesem Kontext noch nicht gelesen habe, finden Verwendung - denVergleich seiner Angebeteten mit Tonarten beispielsweise. Auch sprachlich gibt es einige Besonderheiten; Wortspielerein, Wortkombinationen und -neuschöpfungen finden sich immer wieder, was die Gedichte zu etwas wirklich besonderem macht.

Hin und wieder, ich erwähnte es ja bereits, ist allerdings das ein oder andere Gedicht dazwischen, das für mich persönlich doch eher dem allgemeinen Klischee entsprungen scheint und etwas zu aufopfernd und schmachtend geraten ist. Frei nach dem Motto "wenn er damals so gefühlt hat, dann ist das schon in Ordnung" kann ich damit aber leben und verleihe diesem Büchlein dennoch 4 gute Wölkchen. Wem gerade nach Texten mit Herz zumute ist, dem sei dieses Gedichtband wärmstens ans Herz gelegt.



Mein bester dank geht an den Urachhaus-Verlag für die freundliche Bereitstellung dieses Rezensionsexemplares!

23.02.2014

[Musik] Sonntagslieder #77

Irgendwie bin ich so leicht schizophren. Am Anfang eines jeden Semesters (und immerhin steht jetzt bald mein achtes an) denke ich mir "Oooh, wie wundervoll ist doch das Studieren! Ich möchte niemals etwas anderes machen". Und dann kommt am Ende der Hausarbeitsstress und ich denke "Wie bescheuert ist das denn? Jetzt sitze ich schon das ganze Wochenende am Schreibstisch, habe 34 Aufsätze gelesen und weiß immernoch nicht genau, wie ich anfagen soll. Ich hasse alles."
Dabei mag ich eigentlich wirklich auch die Schreiberei. Nur bis ich endlich mal weiß, was ich schreiben will (was trotz Thema, These und Gliederung irgendwie immer erst nach ungefähr der Hälfte der Arbeit klar ist), macht das einfach keinen Spaß. Zu viel Input und zu wenig Output. Naja. Nächste Woche geht es dann mitsamt meinen Tonnen von Unterlagen zu meinen Eltern. Vielleicht überkommt mich ja dort die Inspiration. Ein bisschen inspiriert mich aber auch meine Schreib-Playlist, die ich erstellt habe - natürlich nicht als Prokrastinationsmittel, neeeiiiiin. Und hier habt ihr meine drei Lieblingssongs aus ebendieser:



Nico & Vinz - Am I Wrong
Offiziell mein Soundtrack zum Frühling. Habt ihr auch immer einen (oder mehrere) Jahreszeitspezifischen Song? Bei mir ist das auf jeden Fall so und dieser passt genau in meine Frühlingsstimmung :D


Imagine Dragons - On Top Of The World
Eine Band, die ich grade erst für mich entdeckt habe. Eher leichte musikalische Kost aber deshalb nicht weniger hörenswert :)


Ed Sheeran - Lego House
Hach. ...mehr fällt mir dazu nicht ein. Ein *Hach*-Lied. Wie die meisten vom lieben Eddy :D


Mein Sonntag wird gleich (nachdem ich mir meine sonntägliche im-Bett-Lesestunde gegönnt habe) weitergehen, wie der Samstag aufgehört hat: am Schreibtisch. Wildes Studentenleben, woohooo! Euch wünsche ich aber einen entspannten, wunderschönen und sonnigen Sonntag! Lasst euch nicht ärgern ;) ♥

20.02.2014

[Gerede] Wer suchet... #6

Eine von euch und mir gleichermaßen (so hoffe ich zumindest) beliebte Kategorie hier im Haus des Wahnsinns wird heute mal wieder auf die Bildfläche geholt - wer Überschriften liest, ahnt es natürlich bereits: es geht mal wieder um Suchbegriffe, die Internetnutzer bei Google eingeben und dadurch hierher gebracht werden.
Tatsächlich landen die meisten Leute hier, weil sie Informationen zu einem Buch suchen oder Ausschau nach einem bestimmten Rezept halten, das ich hier mal vorgestellt habe. Das ist natürlich großartig. Aber viel witziger sind die Suchbegriffe der Menschen, die hier defintiv nicht fündig geworden sind. Und obwohl diese deshalb wahrscheinlich ein bisschen frustriert waren, machen wir uns daraus doch jetzt ein paar unterhaltsame Minuten. Ladys and Gentleman, ich präsentiere die Top 5 der kuriostesten Suchbegriffe der letzten Monate:


oorlogswinter samenvatting 
Auch wenn ich daraus nicht so ganz schlau werde, klingt das für mich irgendwie nach einer merkwürdigen Begriffsvariation aus "Herr der Ringe". Kann natürlich sein, dass ich komplett falsch liege, aber das ist so die Assoziation, die mir als erstes in den Sinn kam :D

gruseliges mädchen
Hey!! >:O

gruseliges tagebuch für mädchen
Sieht es hier irgendwie gruselig aus? Lesen sich meine Texte gruselig?? WIRKT MEINE PERSÖNLICHKEIT ETWA GRUSELIG?!?
Ich denke nicht. Wenn ihr ein gruseliges Mädchentagebuch lesen wollt, empfehle ich euch "Twighligh. Damit seid ihr bedient und könnt euch sogar selbst aussuchen, auf welcher Ebene ihr euch gegruselt fühlt - sprachlich, inhaltlich, literarisch.... es gibt viele Möglichkeiten ;)

juli beinamputiert
Wenn man hier sowas finden würde, wäre es definitiv gruseliger :/ Da stellt sich doch die Frage: Wer ist bloß diese arme Juli?

cowboystiefel dream 
Keine Ahnung, wovon ihr so träumt, aber ich persönlich erinnere mich nicht daran, dass jemals Cowboystiefel in einem meiner Träume augetaucht sind. Und wenn, dann wäre das sicherlich ein Albtraum .


Es ist so schwierig, jedesmal nur 5 Begriffe rauszupicken. Denn ich sammele die Suchanfragen ja kontinuierlich und es hat sich schon eine Menge von diesem Kram zusammengefunden. Es ist einfach ein Fass ohne Boden :D
Was sind in letzter Zeit eure lustigsten Suchbegriffe gewesen?

18.02.2014

[TAG] 5 Things I hate about blogging

Ein TAG? Ein TAG! Jawohl, ein TAG! :D
Lange, lange ist es her, als ich das letzte Mal Lust hatte, bei einem TAG mitzumachen. Und weil mich irgendwie sonst nie jemand tagged (*schnüff*) und ich deshalb auch nicht "gezwungen" werde, einen zu machen, ist das hier ja alles auf rein freiwilliger Basis.
Diesen TAG habe ich bei der liebsten Ley entdeckt und dachte so bei mir "oh perfekt - wenn ich mal mies drauf bin und mich alles nervt, kann ich damit ein bisschen Blogger-Dampf ablassen". Und was soll ich sagen - heute ist es soweit. Ich präsentiere: die 5 nervigsten Dinge, die mich beim Bloggen echt auf die Palme bringen können.
Als kleine Randinfo sei noch gesagt, dass ich "Bloggen" hier im weitesten Sinne des Wortes auffasse und damit nicht nur das Schreiben und Veröffentlichen an sich mit in den TAG einbeziehen werde, sondern auch das ganze drumherum.

1. Das Zeitproblem
Ihr kennt das. Man möchte nur schnell einen Blogpost verfassen. Keine große Sache. Dauert vielleicht 20 Minuten mit Korrekturlesen. Schließlich hat man ja quasi alles schon im Kopf. PAH! Seit runden drei Jahren blogge ich nun regelmäßig und obige Aussage ist wohl die größte und meistgedachte Lüge meines Gehirns an mich! Als würde ich ernsthaft für einen Post jemals weniger als eine Stunde brauchen. Mindestens! Egal, wie viel Text, wie viele Bilder, wie viel was auch immer, unter 60 Minuten bin ich noch nie fertig geworden. Noch nie!
Und da fällt mir auf, dass ich diesem Irrglauben gerade schon wieder auf den Leim gegangen bin - in 30 Minuten muss ich nämlich weg und ich sehe schon kommen, dass ich dann hier noch nicht fertig bin. Obwohl das ja "nur schnell ein kurzer TAG" ist. Grrrr.

2. Das Kommentarproblem
Eng gekoppelt mit dem Zeitproblem bringt mich manchmal diese Kommentiererei um den Verstand. Also bei mir. Ich lese so viele Blogs und finde die meisten Posts wirklich kommentierwürdig, aber ich brauche immer so hammer lange, bis ich einen Kommentar geschrieben habe, weil ich eine alte Labertasche bin. Und dafür fehlt mir leider super oft die Zeit und es ärgert mich, weil ich natürlich weiß, wie sehr man sich über einen Kommentar freut.
Und genauso streng zu Gericht ziehe ich auch mit mir, wenn ich eure lieben Kommentare, die ihr mir hier hinterlasst und über die ich mich immer riesig freue, nicht oder erst Jahre später beantworte. Aber meistens muss ich mich entscheiden zwischen "Post schreiben" oder "Kommis beantworten" und dann ist oft ersters ganz oben auf der Prioritätenliste. Ich hätte gerne einfach einen Tag mit 25 Stunden - eine Stunde extra nur für Blogger, die Kommentare abgeben und beantworten wollen. Wohin muss ich mich da wenden?

3. Das Bilderproblem
Was ist ein Blog ohne schicke Fotos? Genau - ein Blog ohne schicke Fotos. Ich will jetzt nicht sagen, dass das langweilig ist - es kommt da auch immer auf die Inhalte an - aber ab und zu so ein buntes Bildchen (oder auch weniger bunt; man ist ja flexibel) macht schon was her. Aber was soll man denn tun, wenn man nicht nur grottenschlecht im Arrangieren von Bildmotiven ist (wer meine Rezept-Posts kennt, weiß, wovon ich spreche), sondern außerdem von Bildbearbeitung nur so semi Ahnung hat? Richtig - dilletantische Bilder veröffentlichen. Die geben dem Blog Persönlichkeit und wahrscheinlich will die auch niemand klauen, sodass das mit dem Urheberrecht auch erledigt ist. Yeahi - Unprofessionalität for the win!

4. Das Technikproblem
Man würde ganz gerne mal das Layout wechseln oder einen neuen Header haben oder die Sidebars vertauschen oder kurz: dem Haus einen neuen Anstrich verpassen. Und was passiert? Nichts. Zumindest nichts gutes. Denn HTML und CSS sind die größten Feinde der gepflegten Blog-Renovierung. Warum hört Google nicht einfach auf, an diesen dämlichen und unnötigen GoogleGlases zu arbeiten und stellt stattdessen lieber Computerfutzis mit telepathischen Kräften ein, denen ich durch Gedankenübertragung meine Vorstellungen schicken kann und die diese dann einfach umsetzen. Das wärs doch. Ich glaube, ich starte diesbezüglich mal eine Petition.

5. Das Dramaproblem
Zugegeben etwas, worin ich zum Glück noch nie persönlich verwickelt war. Aber hin und wieder kriegt man durch Facebook, andere Blogs oder ähnliche Informationskanäle doch von den größten Bloggerstreitereigeschichten der Welt mit. Alle bashen sich gegenseitig, es werden wutentbrannte Hasskommentare geschrieben, jeder fühlt sich bei dem kleinsten unachtsam gesetzten Smiley unendlich gekränkt und mein Feed sprudelt über von Berichten über Tränenausbrüche und Verzweiflung. Drama vom Feinsten. Dabei ist es grundsätzlich ziemlich egal, worum es anfangs eigentlich ging - ich bin sicher, 90% der Streitteilnehmer haben das ohnehin längst vergessen.
Und ich denke mir da nur so "äääh...chillt mal?" Man kann doch auch verschiedener Meinung sein, ohne sich gleich verbal zu zerfleischen. Und wenn, dann doch bitte nicht so öffentlich. Das kann hier doch jeder lesen. Und mal abgesehen davon: wir sind hier schließlich eine Community. Liebe und Frieden! ♥


Natürlich sind diese 5 Probleme nur kleine Kollateralschäden, die ich gerne in Kauf nehme, wenn ich im Gegenzug weiterhin Bloggen kann. Denn im Großen und Ganzen ist das eine absolut tolle Sache, eins meiner liebsten Hobbies und eine unerschöpfliche Quelle der Freude, des Spaßes und der Inspiration.
Selbstverständlich tagge ich niemanden (und jetzt wirkt die Jammerei darüber, dass mich auch nie jemand tagged irgendwie lächerlich xD ), aber ich fordere euch alle herzlich dazu auf, den TAG mitzunehmen, wenn er euch gefällt. Peace out! ;)

PS: Natürlich bin ich nicht in den 30 Minuten fertig geworden. Das Leben ist so hart!

16.02.2014

[Musik] Sonntagslieder #76

Manchmal hat man ja so dumme Tage.
Also ich hoffe zumindest, dass ich damit nicht alleine bin. Denn es gibt solche Tage, an denen kann ich mich nicht konzentrieren, kann keine logischen Gedanken verfolgen, kann nicht auf Redebeiträge anderer Menschen eingehen und, bin kurz gesagt, einfach dumm.
Besonders unschön ist es, wenn ich an einem solchen dummen Tag in die Sprechstunde eines Dozenten muss und sich in seinem Gesicht eine Mischung aus Mitleid und Unglauben darüber, dass dieses verwirrte Wesen vor ihn einen Bachelor-Abschluss bekommen hat, spiegelt.
Aber gut - nächste Woche habe ich die wundervolle Gelegenheit, erneut in die Sprechstunde zu gehen und dabei zu beweisen, dass sich tatsächlich ein funktionierendes Gehirn in meinem Kopf befindet.
Aber erstmal gibt es jetzt die allwöchentlichen - undummen - Sonntagslieder für euch. Woohoo! :D



Revolverheld - Spinner
Weil normal ja auch einfach jeder kann ;)


Queen - We Are The Champions
Die Woche hatte zum Glück nicht nur peinliche Momente. Im Gegenteil gab es auch diverse Erfolge zu verzeichnen. Bäm Bäm! #win :D


Fools Garden - Lemon Tree
Letzte Woche im Radio gehört. Seitdem als Ohrwurm. Viel Spaß damit! xD

Einen wunderschönen Rest-Sonntag allerseits! ♥

15.02.2014

[Rezept] Brotaufstrich mit Feta und Gurke

Im Moment habe ich so viel um die Ohren, dass gewisse Dinge auf der Strecke bleiben. Dazu zählt vor allem das regelmäßige Kochen - immer öfter esse ich eigentlich den ganzen Tag über nur Brot. Und weil mir da langsam die handelsüblichen Aufstriche ein wenig zu langweilig sind und alles in mir nach Abwechslung schreit, war ich überglücklich, hier ein sehr leckeres und schnelles Rezept zu einem selbstgemachten Brotaufstrich zu entdecken. Dieser ist super schnell gemacht und genauso lecker wie gesund. Das Originalrezept habe ich ein wenig abgewandelt und so gleichzeitig auch noch Resteverwertung betrieben. Also ein Sieg auf ganzer Linie.

Was ihr braucht:
250g Feta
5 EL Frischkäse
1 Salatgurke
etwas Pfeffer und Salz

Außerdem:
ein Schneidebrettchen und ein Messer
eine Schüssel
einen Esslöffel
einen verschließbaren Plastikbehälter

So wird's gemacht:
Die einfachste Sache der Welt: alles zusammen schmeißen! Die Gurke natürlich erst noch waschen und in ganz kleine Ministücke schneiden - ich habe sie ungefähr gesechzehntelt und das war eine gute Größe, fand ich. Dann den Feta zerdrücken, den Frischkäse dazugeben und alles vermischen. Dann die Gurkenstücke unterheben und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Alles in den Plastikbehälter füllen und im Kühlschrank aufbewahren.

So ähnlich könnte das bei euch dann auch aussehen:



Das ist ein locker-leichter und frischer Aufstrich, den ich sehr sehr gerne nach eine anstrengenden Training esse, weil er nicht schwer im Magen liegt.



Er ist natürlich nicht so lange haltbar und zieht auch relativ schnell Wasser, sodass er in den ersten drei Tagen aufgebraucht werden sollte. Aber das ist bei dem Geschmack auch eigentlich kein Problem ;)




Auch wenn ich langfristig gesehen wahrscheinlich wieder mehr "richtiges" Essen zu mir nehmen sollte - so in Form von gekocht und nahrhaft, ist dieser Aufstrich doch momentan meine erste Wahl. Guten Hunger allerseits! :)

11.02.2014

[Schatzkiste] Medien-Overkill

Heute habe ich mal wieder ganz hinten in den Regalen des Hauses des Wahnsinns die verborgene Schatzkiste Truhe rausgezogen und die 7 Schlösser, mit denen sie gesichert ist, aufgeschlossen, damit ich euch einen Blick ins Innere ermöglichen kann.
Und damit alles hübsch illustriert ist, gibt es für euch heute nicht nur was zu lesen, sondern auch was zum anschauen und zuhören und viele viele Videos - man muss die kostenlose Einbettungsfunktion nutzen, solange die GEMA das nicht unterbindet ;D (In dem Fall werde ich übrigens einfach nach Dänemark ziehen. Die nerven da nicht so rum xD )

Link des Tages
Los geht es gleich mal mit einem wundervollen Youtube-Video, bei dem automatisch alle Herzen der weiblichen Bücherwürmchen höher schlagen werden. Wetten? ;)



Getränk des Tages
Eigentlich bin ich ja überhaupt keine Teetrinkerin, aber in der Adventszeit diesen Jahres habe ich von einer Freundin diesen Tee-Adventskalender von dm bekommen und eine andere Freundin hat
mir einen Adventskalender selbst gebastelt - auch mit Unmengen an Tee drin. Das hat mich meine Abneigung revidieren lassen. Und auch wenn ich oft immernoch zu faul bin, um mir einen Tee aufzubrühen (denn das ist der wahre Grund, weshalb ich keinen trinke - das Zubereiten ist einfach mehr Arbeit als Wasser aus der Flasche neben meinem Schreibtisch zu trinken) bin ich in letzter Zeit immer öfter dazu bereit, diese Last auf mich zu nehmen. Vor allem eine Sorte hat es mir besonders angetan und ist mein heißer Favorit: Roiboos-Vanille-Tee. So lecker! ♥


Beschäftigung des Tages
Als Germanistikstudentin und Hobbyliterat küre ich hiermit wenig überraschend das Lesen zur am meisten praktizierten Tätigkeit der letzten Woche.
Man beachte dabei das Pensum anhand dieses beispielhaften Bildes: links sehr ihr meine Freizeitkeltüre und rechts ein Stapel Bücher für ein Seminar. Und da sind noch keine Kopien dabei. Ich habe mir zum Ziel gesetzt, dass in den Ferien (sobald ich meine Hausarbeiten geschrieben habe also) der rechte Stapel im Verhältnis zum linken Stapel umgekehrt proportional sinken soll.
...zumindest hoffe ich, dass diese Formulierung tatsächlich das ausdrückt, was ich mir vorgenommen habe. Wie gesagt - ich bin Germanistik. Keine Mathematikerin :D

 
Neuentdeckung des Tages 
Wisst ihr, was ein wirklich lustiges und gleichzeitig auf mehreren Ebenen verstörendes Bild ist? Laut einer guten Freundin von mir folgendes: ich eingekuschelt in meine Kissenburg (man ist nie zu alt, um eine Kissenburg zu haben!) schaue eine folge Game of Thrones mit viel Blut, viel Sex, viel Machtkampf, viel
Gemetzel und irgendwelchem Gedärm, das durch die Gegend fliegt und neben mir liegt ein hübsches, pastellgelebs Wollknäul, aus dem ich gerade einen Topflappen häkele.
Ich kann eure Irritation verstehen - ich finde das auch völlig normal! Vor allem mit meinem Endziel vor Augen: hübsche Schlüsselanhänger, die ich dieses Jahr zu den Weihnachstgeschenken mitverschenken kann. Wenn ich jetzt anfange zu üben, habe ich bis Dezember vielleicht fünf dieser tollen Herzen fertig gehäkelt. Aber dafür müssen natürlich erstmal die Grundlagen geschaffen werden, oder? Inspieriert beziehungsweise angefixt wurde ich - wie sollte es anders sein - von einem Youtube-Video. Bei ihr sieht das so mega einfach aus, aber ich kann euch sagen: so ein symmetrisches Herz hinzubekommen ist schon eine Kunst für sich :'D



Überlegung des Tages
In letzter Zeit manifestiert sich bei mir immer mehr und mehr der Wunsch, auch technisch im 21. Jahrhundert anzukommen. Deshalb bin ich zur Zeit wirklich am Überlegen, ob ich mir nicht tatsächlich ein Smartphone
zulegen soll. Ich weiß, es ist kaum zu glauben, aber ich benutze wirklich noch eins von diesen Dingern, deren Akku länger als 2 Tage hält und die aus dem 2. Stock auf Steinboden fallen können und trotzdem noch funktionieren. Aber genau da liegt das Probelm: ich sehe das Ende meines Handys in greifbare Nähe gerückt und es stellt sich die Frage: warum gibt es so viel Auswahl?! Brauch ich das wirklich? Und vor allem: welches Modell soll es nur werden?
An dieser Stelle bitte ich um eure Berichte - ich bin sicher, die allermeisten von euch sind mehr oder weniger stolze Smartphone-Besitzer. Also bitte einmal kurze Modellbeschreibung und Zufriedenheitseinschätzung in die Kommentare schreiben - danke! ;) ♥


Nachrichte des Tages
Der DisneChannel! Oh mein Gott! Disney! Filme! Serien! Im Fernsehen! Als ich das gesehen habe, hab ich mich soooo gefreut, es ist ungaublich :D



Bei der letzten Schatzkiste gab es so viel Text, dass ich dachte, heute sage ich das meiste mal mit Bildern und Filmen :) Was ist eure Nachricht des Tages? :D

09.02.2014

[Musik] Sonntagslieder #75

Es geht eine wundervolle Woche zu Ende, bei der irgendwie alles gut gelaufen ist.
Das Semester ist nun offiziell vorbei und abegsehen von einer großen Hausarbeit und einem kleinen Essay steht meinen Ferien nichts mehr im Wege.
Die Hausarbeit darf ich dankenswerterweise schreiben, obwohl ich genaugenommen nicht alle Zulassungsvoraussetzungen erfülle - dem nettesten Dozenten sei dank.
Es kam die Zusage für eine Hiwi-Stelle nächstes Semester ins Haus geflattert.
Und direkt im selben Schwung habe ich ein ganz tolles Rezensionsexemplar bekommen, von dem ihr ganz bald hören werdet :)
Und jetzt sitze ich frühstückend am Fenster in der Sonne und liebe mal kurz die Welt. Hier die passende Musik dazu:



Eddie Vedder - Guaranteed
Erschreckenderweise kenne ich den zugehörigen Film nicht. Aber das wird in den Ferien nachgeholt. Habe ich mir fest vorgenommen!


Simple Plan - Grow Up
Naja, vielleicht nicht für immer - aber ein bisschen Zeit hab ich zum Glück nich, bevor ich erwachsen sein muss :)


Flo Rida - How I Feel
Jop. Swingt. :D


Ich wünsche euch, dass ihr ebenfalls eine Woche voller toller Nachrichten hattet und nächste Woche haben werdet. Genießt den restlichen Sonntag! ♥

07.02.2014

[Rezi] Eugen Ruge - In Zeiten des abnehmenden Lichts

Erscheinungjahr: 2011
Genre: Roman
Seitenzahl: 425



Teaser:
Zeitmaße. Zwölf Jahre: die Wende. Unerreichbare Zeit. Trotzdem versuchte er nachzuspüren: Was wogen zwölf Jahre?






Handlung
Für Alexander Umnitzer gibt es nur noch ein Ziel: Mexiko. Das Land, in das seine Großeltern, beide bekennende Kommunisten, während des Nationalsozialismus flüchten mussten und lange Jahre im Exil gelebt haben. Seit Alexander weiß, dass sein Tumor inoperabel ist und sein Leben nicht mehr lange dauert, beginnt er darüber nachzudenken, wie das eigentlich war, sein Leben. Ruhelos wie er ist, lässt er seinen demenzkranken Vater Kurt genauso zurück wie seinen Sohn Markus - zu dem er sowieso keinen Kontakt mehr hat - und spürt seinen Wurzeln nach.
Die Geschichte auf diesen Grundstein aufgebaut und erzählt dann durch verschiedene Zeitsprünge und Perspektivwechsel die Lebensumstände von Charlotte und Wilhelm, Charlottes Sohn Kurt und dessen Frau Irina, beider Sohn Alexander und schließlich ausblickhaft wiederum von dessen Sohn Markus.
Parallel dazu läuft stetig die politische Ebene: während Charlotte und Wilhelm noch begeisterte Anhänger der kommunistischen Ideologie waren und die Idee eines solchen Staates tatkräftig unterstützten, ist Kurt schon von der diktatorisch erbauten DDR nicht mehr überzeugt und in Alexander manifestiert sich dann die radikale Ablehnung dieses Systems und der verlorene Glaube an einen realisierbaren Sozialismus. Für Markus dann, dessen Jugend schon in der Zeit nach dem Mauerfall stattfindet, ist die DDR nur noch eine blasse Erinnerung.

Meine Meinung
Wo liegen die Gründe dafür, dass in der Gegenwart alles so ist, wie es eben ist? Diese Frage stellt der Text am Beispiel der wachsenden Entfremdung einer Familie und dem gegenübergestellten Zerfall eines Staatssystems. 4 Generationen sind von den Gedanken des Kommunismus' und der DDR geprägt und entwickeln den veränderten Umständen entsprechend teilweise so extreme Positionen, dass eine Entfremdung unausweichlich wird.

Die Geschichte wird nicht chronologisch erzählt, sondern springt immer zwischen den einzelnen Generationen hin und her. Dabei ist der 90. Geburtstag von Wilhelm, der von jeder der agierenden Figuren besucht wird, Dreh- und Angelpunkt. Diese Szene wird deshalb wiederholt immer wieder aus der Sicht der einzelnen Charaktere geschildert. Dabei kommt trotz dieser Wiederholung in keiner Weise Langeweile auf - im Gegenteil hat jede Episode eine ganz eigene Note, weil zu jeder Person ein ausreflektierter Charakter und ein individuelles Bewusstsein entworfen wird und man sich in den einzelnen Momenten deshalb immer mit ihnen identifizieren kann. Selbst, wenn im vorhergehenden Kapitel die Sympathien nicht bei dieser Figur lagen. Vor allem wird jedes Mal deutlicher, wie tragisch banal manche Missverständnisse zwischen den einzelnen Figuren sind und wie dadurch trotzdem die Entfremdung der Familie weiter vorangetrieben wird.

Es finden sich viele Bezüge zur Realgeschichte; nicht nur politische Ereignisse spielen eine Rolle, sondern auch literarische Referenzen (zum Beispiel auf George Orwells Roman 1984 - und dieser Vergleich liegt bei der Staatsform der DDR ja auch nahe) liegen vor. Der Lebensalltag wird in jeder Zeit authentisch dargestellt und kritisch reflektiert.

Mit am meisten beeindruckt hat mich die Sprache, die Ruge verwendet hat. Sie ist zum einen in jedem Kapitel auf die handelnde Figur abgestimmt, behält aber den charakteristischen sachlichen und trotzdem erzählerischen Stil und vor allem einen angenehmen Wortwitz bei.
Eine Verbindung zum Titel lässt sich auf verschiedenen Ebenen herstellen: zum einen spielen die meisten Szenen im Herbst, wenn die Tage kürzer werden und der Sommer endet. Und auch auf das Ende der DDR läuft alles hinaus, ebenso wie auf das Ende der Familienverbundenheit. Auch wenn die Familie meiner Meinung nach nicht wirklich "verfällt" - also von einem eng verbunden Kollektiv her aufgelöst wird - sondern aus einer ohnehin schon lose angelegten Gemeinschaft endgültig getrennte Wege gehen.

Ein wirklich sehr sehr lesenswertes Buch, das mir nicht nur schöne Lesestunden beschert, sondern mich auch wirklich nachdenklich und vor allem beeindruckt zurückgelassen hat. 5 Wölkchen von mir.


04.02.2014

[Gerede] Lektionen aus dem Leben

Letzte Woche erhielt ich einen Einblick in die alltäglichen Probleme im Leben meiner Oma (♥) und sehe seitdem viele Dinge mit anderen Augen. Haupterkenntnis dieser Erfahrung:

Mit Rückenschmerzen bist du quasi bewegungsunfähig. 
Und das ist nicht lustig. 

Allerdings bin ich auch selbst Schuld – im Gegensatz zu meiner Oma, denn bei ihr ist es wohl einfach das Alter, das die Schmerzen verursacht. In meinem Fall stellen sich da schon eher ein paar Fragen. Oder zumindest doch die eine. Welcher geistig gesunde Mensch geht an 5 Tagen in der Woche zum Training, wenn er eigentlich nur 2 Tage gewohnt ist? Und dann auch noch einfach mal teilweise 4 Stunden lang?

Um das zu präzisieren:

Montag: Training
Dienstag: Training
Mittwoch: Training
Donnerstag: Training
Freitag: kaum in der Lage, die Haare zu bürsten
Samstag: Training
Sonntag: kaum in der Lage, zum Schokoladenschrank zu kriechen

Das war meine Woche. Da musste ja was kaputt gehen.
Denn falls ihr euch gerade schlapp lacht und denkt “öhöhö, das alte Weichei hatte Muskelkater“, so mag das für Freitag und Sonntag (und eigentlich alle anderen Tage der Woche ab Montagabend) gelten, war aber nicht die wahre Tragödie. Eigentlich hielt sich der Muskelkater sogar in sehr humanen Grenzen. Das Problem hatte trotzdem etwas mit den Muskeln zu tun. Offensichtlich haben sich nämlich die in der linken Schulter sitzenden Muskelpartien gedacht, dass Entspannung überbewertet wird und haben das deshalb einfach gelassen. Was zu einer richtig fiesen Muskelverhärtung in der Schulter geführt hat. Oh Gott. Ohne hier die Mimose raushängen lassen zu wollen: es war echt höllisch schmerzhaft. Und wenn ich, die ich seit ungefähr 15 Jahren Migräne-Patientin bin und mich quasi in stetiger Schmerztherapie befinde und deshalb eine sehr hohe Toleranzgrenze bei Schmerzen habe, das schon sage, dann will das schon was heißen. Ich sag mal so: Der Spaß hört auf, wo verschiedene Leiber und Leben gefährdet werden. In diesem Falle geht es primär um meinen Leib und mein Leben, aber im dümmsten Fall hätte ich andere, unbeteiligte mit ins Verderben gerissen. Etwa, weil ich absolut unfähig war, meinen Kopf in irgendeine Richtung zu drehen, ohne vor Schmerzen aufzuschreien und mein Sichtfeld damit erheblich eingeschränkt war. Was diverse Kollisionen mit meinen Mitmenschen stark begünstigt hat. Straßenkreuzungen habe ich in der Zeit wohlweislich gemieden. Ein weiteres, hochgefährliches und wirklich geschehenes Szenario war die regelmäßig wiederkehrende Mission des Jacken an- und ablegens. Dies lies sich nur durch eine weit ausholende Ruderbewegung der Arme relativ schmerzfrei bewältigen, sodass die Menschen in einem Radius von ca. 2 Metern um mich herum stark gefährdet waren, einen Arm in der Schnauze zu haben. Oder den heißen Kaffee aus der Hand geschlagen zu bekommen. So passiert. Deshalb habe ich mir nun folgendes vorgenommen:
  1. keine obsessiven Trainingswochen mehr. Nicht nur diverse Muskelpartien werden es mir danken, sondern auch die dann von Blutblasen verschonten Füße. 
  2. meiner Oma ordentlich Mitgefühl spenden, wenn sie dieses einfordernd über ihre Schmerzen klagt. Denn die können einem echt den Tag vermiesen. 
Die Muskelverhärtung hat sich nun mittels konsequenter Dehnerei und ärztlichen Beistand wieder gelegt. Auf ein schmerzfreies Leben!

02.02.2014

[Musik] Sonntagslieder #74

Aloha!
Morgen beginnt die letzte Uniwoche für dieses Semester und ich bin schon fleißig dabei, meine ToDo-Liste für die Semesterferien zu erstellen. Momentan wichtigstes Projekt: Häkeln lernen! :D
Das klingt merkwürdig, verfolgt aber ein höheres Ziel: Geschenke! Ich habe rausgefunden, dass man nicht nur Topflappen, sondern auch Mützen, Schlüsselanhänger-Herzchen und Fliegenkappen für Pferde häkeln kann. Alles Dinge, für die ich schon den passenden Kandidaten hätte. Aber natürlich nur, wenn das Endprodukt ordentlich aussieht. Also nutze ich die noch kalte Zeit aus und übe Häkeln. Damit an Weihnachten die Geschenke fertig sind :D
Begleitet werde ich dabei unter anderem von folgenden Liedern:



DJ Snake feat. Lil' Jon - Turn Down For What
Spielen wir heute einfach mal ein bisschen Ghetto-Hiphop-Gangster. Ich steh auf den Beat! :D


Linkin Park - Papercut
Die alten Linkin Park Songs rocken grade wieder durch meine Playlist :)


Antonio Vivaldi - Die 4 Jahreszeiten: Der Frühling
Ein bisschen früh vielleicht, aber als ich heute morgen aufgewacht bin, ertönte Vogelgezwitscher vor meinem Fenster. Zum ersten Mal in diesem Winter. Und die Sonne scheint. Also. Frühling, ich warte!


Wie immer wünsche ich euch einen wunderschönen, gemütlichen Sonntag und viel Spaß beim Hören! ♥

01.02.2014

Lesemonat Januar 2014

Der erste Monat des neuen Jahres ist schon wieder vorbei... so oder so ähnlich beginnen die meisten Rückblicks-Post dieser Tage. Dabei kann ich gar nicht sagen, ob dieses "schon wieder" auch für mich gilt. Auf der einen Seite ging es zwar schon ganz schön flott mit dem Monat, aber andererseits... ja andererseits ist er furchtbar zäh gewesen und ich hatte das Gefühl, nicht voran zu kommen. Weder mit der Zeit, noch mit meinem Studium, dem Haus des Wahnsinns oder mit meinem Leben überhaupt. Der Januar ist einfach prädestiniert dafür, in deprimierende Gedanken zu versinken, finde ich. Es dauert noch sooo lange, bis der Frühling kommt, es ist nass und kalt und dunkel und das einzig Schöne am Winter - Weihnachten - ist vorbei. Der Januar ist wirklich der blödeste Monat im ganzen Jahr und entsprechend bin ich total erleichtert darüber, dass er endlich vorbei ist. Um ihn vollständig abhaken zu können, präsentiere ich euch jetzt noch meine unglaublich beeindruckende Lesestatistik - ein weiteres Sinnbild für mein stagnierendes Vegetieren im Januar.

Gelesen
Margaret Mitchell - Vom Winde verweht (*Rezi*)
Thomas Mann - Der Erwählte (*Rezi*)

In Seiten
1391

Highlight des Monats
Zwischen diesen beiden grandiosen Werken kann ich mich definitiv nicht entscheiden, welches das beste war. Beide haben mir wahres Lesevergnügen bereitet ♥

Enttäuschung des Monats
Folglich keine :)

In Bildern



Immerhin sind es, trotz der sehr wenigen Bücher, mehr Seiten geworden als im Dezember. Aber der war ja auch so schwach, dass er außerhalb jeder Konkurrenz steht.
Dafür haben sich die beiden Werke wirklich wirklich gelohnt und vor allem "Vom Winde verweht" kann ich ausnahmslos jedem ans Herz legen. "Der Erwählte" eignet sich dagegen eher für wahre Literatur-Cracks, die sich auch ein bisschen in mittelhochdeutschen Stoffen auskennen.
Dann mache ich mich mal gleich dran, die Statistik für den Februar zufriedenstellender aussehen zu lassen ;)