04.02.2014

[Gerede] Lektionen aus dem Leben

Letzte Woche erhielt ich einen Einblick in die alltäglichen Probleme im Leben meiner Oma (♥) und sehe seitdem viele Dinge mit anderen Augen. Haupterkenntnis dieser Erfahrung:

Mit Rückenschmerzen bist du quasi bewegungsunfähig. 
Und das ist nicht lustig. 

Allerdings bin ich auch selbst Schuld – im Gegensatz zu meiner Oma, denn bei ihr ist es wohl einfach das Alter, das die Schmerzen verursacht. In meinem Fall stellen sich da schon eher ein paar Fragen. Oder zumindest doch die eine. Welcher geistig gesunde Mensch geht an 5 Tagen in der Woche zum Training, wenn er eigentlich nur 2 Tage gewohnt ist? Und dann auch noch einfach mal teilweise 4 Stunden lang?

Um das zu präzisieren:

Montag: Training
Dienstag: Training
Mittwoch: Training
Donnerstag: Training
Freitag: kaum in der Lage, die Haare zu bürsten
Samstag: Training
Sonntag: kaum in der Lage, zum Schokoladenschrank zu kriechen

Das war meine Woche. Da musste ja was kaputt gehen.
Denn falls ihr euch gerade schlapp lacht und denkt “öhöhö, das alte Weichei hatte Muskelkater“, so mag das für Freitag und Sonntag (und eigentlich alle anderen Tage der Woche ab Montagabend) gelten, war aber nicht die wahre Tragödie. Eigentlich hielt sich der Muskelkater sogar in sehr humanen Grenzen. Das Problem hatte trotzdem etwas mit den Muskeln zu tun. Offensichtlich haben sich nämlich die in der linken Schulter sitzenden Muskelpartien gedacht, dass Entspannung überbewertet wird und haben das deshalb einfach gelassen. Was zu einer richtig fiesen Muskelverhärtung in der Schulter geführt hat. Oh Gott. Ohne hier die Mimose raushängen lassen zu wollen: es war echt höllisch schmerzhaft. Und wenn ich, die ich seit ungefähr 15 Jahren Migräne-Patientin bin und mich quasi in stetiger Schmerztherapie befinde und deshalb eine sehr hohe Toleranzgrenze bei Schmerzen habe, das schon sage, dann will das schon was heißen. Ich sag mal so: Der Spaß hört auf, wo verschiedene Leiber und Leben gefährdet werden. In diesem Falle geht es primär um meinen Leib und mein Leben, aber im dümmsten Fall hätte ich andere, unbeteiligte mit ins Verderben gerissen. Etwa, weil ich absolut unfähig war, meinen Kopf in irgendeine Richtung zu drehen, ohne vor Schmerzen aufzuschreien und mein Sichtfeld damit erheblich eingeschränkt war. Was diverse Kollisionen mit meinen Mitmenschen stark begünstigt hat. Straßenkreuzungen habe ich in der Zeit wohlweislich gemieden. Ein weiteres, hochgefährliches und wirklich geschehenes Szenario war die regelmäßig wiederkehrende Mission des Jacken an- und ablegens. Dies lies sich nur durch eine weit ausholende Ruderbewegung der Arme relativ schmerzfrei bewältigen, sodass die Menschen in einem Radius von ca. 2 Metern um mich herum stark gefährdet waren, einen Arm in der Schnauze zu haben. Oder den heißen Kaffee aus der Hand geschlagen zu bekommen. So passiert. Deshalb habe ich mir nun folgendes vorgenommen:
  1. keine obsessiven Trainingswochen mehr. Nicht nur diverse Muskelpartien werden es mir danken, sondern auch die dann von Blutblasen verschonten Füße. 
  2. meiner Oma ordentlich Mitgefühl spenden, wenn sie dieses einfordernd über ihre Schmerzen klagt. Denn die können einem echt den Tag vermiesen. 
Die Muskelverhärtung hat sich nun mittels konsequenter Dehnerei und ärztlichen Beistand wieder gelegt. Auf ein schmerzfreies Leben!

Kommentare:

  1. Hört sich wirklich schmerzhaft an! Dein armer Oma-Rücken ô.O
    Was trainierst du denn? Im Fitness-Center? ;) Oder ein bestimmter Sport? So oder so, ist echt ziemlich blöd, das kann ich mir denken! Hoffe, das passiert dir nicht nochmal!! =D
    Und überhaupt: 15 Jahre Migräne? Oh oh! Du bist ein echtes Lieblingsziel des Schmerzes, was?

    Liebste Grüße ♥
    L E Y

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Fitness-Center finde ich immer so langweilig :D Ich mach Taekwon-Do und tanze ab und zu in einer HipHop-Crew mit - also schon "richtiger" Sport :D In der Woche war halt alles dabei - normales Training, ein bisschen mehr tanzen als normal und am Wochenende ein tkd-Lehrgang über 4 Stunden. Da konnte ich gar nichts für :D
      Danke, ich hoffe mit! :D
      Jaaa, da bin ich ein bisschen Opfer^^ Aber es gibt schlimmeres :D

      Liebste Grüße
      MelMel

      Löschen
  2. Das war wohl tatsächlich eine ziemlich anstrengende Woche, die wohl genau das Gegenteil in Deinen Muskeln bewirkt hat: Verhärtung statt Entspannung :-(. Das war bestimmt schmerzhaft, aber zum Glück geht es jetzt wieder aufwärts - und die Menschen in Deiner Umwelt können wieder näher an Dich heranrücken ;-). LG und gute Besserung

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ein gewisser Sicherheitsabstand wurde auch Tage danach noch gehalten. Aber mittlerweile ist das Vertrauen tatsächlich wieder da :D

      Löschen
  3. Es ist wirklich klasse, wie du sogar so etwas unterhaltsam beschreiben kannst :D. Ich kann dich gar nicht richtig bemitleiden, weil ich unwillkürlich kichern musste ;).

    Aber doch: Mein Mitleid hast du. Ich hasse es, Verspannungen zu haben, sodass man den Kopf nicht mehr drehen kann.
    Ich hatte ein ähnliches Muskelkatererlebnis nach meinem letzten Sportunterricht. Da hat sich unser Lehrer ein paar gaaanz tolle Aufwärmübungen ausgedacht (sein Motto: Aller guten Dinge sind zehn.) und blöderweise war das am Freitag, sodass ich mich das ganze Wochenende nicht mehr bewegen konnte. Wirklich. Jede. Bewegung hat wehgetan. Selbst das Auf-die-Seite-rollen im Bett. Grausam.

    Mitleidige Grüße ;)
    Charlie

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Haha, danke schön :D
      Sowohl für das Lob als auch für das Mitleid als Leidensgenossin ;D
      Klingt ja nach einem sehr.... motivierten Sportlehrer^^ Das mit dem Auf-die-Seite-rollen ging mir auch so! Und alle haben mich deshalb ausgelacht! Aber ich bin nicht die einzige! Sehr beruhigend :) Auch, wenn es wirklich furchtbar ist, wenn man nichtmal in Ruhe rumgammeln kann, weil ALLES weh tut. Sport ist Mord.

      Liebste Grüße
      MelMel

      Löschen