30.04.2014

[Rezi] Jodi Picoult - Beim Leben meiner Schwester

Erscheinungsjahr: 2006
Originaltitel: My Sister's Keeper
Genre: Roman
Seitenzahl: 475


Teaser:
Eins kann ich ihnen sagen: Kein Mensch wird zum Einzelgänger, weil er die Einsamkeit genießt, auch wenn er so tut. Er wird es, weil er vergeblich versucht hat, mit der Welt klarzukommen und immer wieder von den Menschen enttäuscht wurde.




Handlung
Anna ist 13 Jahre alt, spielt gerne Eishockey, hat Probleme mit Jungs - und eine todkranke Schwester. Kate hat eine sehr seltene Form der Leukämie und Anna ist als Kates genetischer Zwilling zur Welt gekommen, um die für Kate lebenswichtigen Blut- und Knochenmarkspenden zu leisten. Doch jetzt versagen auf Grund der jahrelangen harten Behandlungen im Kampf gegen den Krebs Kates Nieren und sie steht wieder einmal kurz davor, zu sterben. Die Eltern der beiden Schwestern möchten, dass Anna Kate eine ihrer Nieren spendet, doch zum ersten Mal wehrt sich diese gegen einen solchen medizinischen Eingriff. Ihre Eltern setzen sie so unter Druck, dass sich Anna an Campell Alexander, einen Anwalt wendet, um ihr Recht auf ihren eigenen Körper einzuklagen. Damit beginnt sowohl für Anna als auch für ihre gesamte Familie, ihren Anwalt, die Verfahrenspflegerin und den Richter ein Prozess voller ethischer Konflikte und moralisch zweischneidiger Schwerter.

Meine Meinung
Kaum einem wird die Geschichte um Kate und Anna kein Begriff sein - die Verfilmung des Buches ist ja schon seit einiger Zeit auf dem Markt. Endlich bin ich dazu gekommen, die zugehörige Buchvorlage zu lesen. Aber diese hat mich nicht so ergriffen zurückgelassen, wie ich das erwartet habe. Sondern eher wütend. Aber nicht in einem positiven "Ich bin wütend auf das Schicksal, das in dieser Geschichte so unfair ist" - Sinn. Sondern in einem "Wie kann die Autorin nur?" -Sinn.

Dabei fängt eigentlich alles gut an. Oder auch nicht, je nachdem. Schließlich verklagt Anna ihre Eltern, die beide mit der Situation doch auch total überfordert sind und sich nebenbei noch um Jesse kümmern müssen - oder müssTen - und natürlich um Kate, der es wirklich wirklich schlecht geht.
Die Geschichte ist immer abwechselnd aus verschiedenen Perspektiven erzählt, sodass alle Figuren eine bestimmte Charakteristik bekommen, die vielschichtig und wirklich authentisch ist.
Da sind zum einen Brian und Sara, die seit 14 Jahren ihre todkranke Tochter pflegen. Brian ist Feuerwehrmann und für die Familie ein Fels in der Brandung. Genauso ein Fels, aber irgendwie doch weicher, ist auch Sara, die verbissen darum kämpft, dass Kate noch eine Weile länger am Leben bleibt. Jesse, der älteste Sohn der Familie bleibt dabei ziemlich auf der Strecke und wird mehr oder weniger ignoriert. Wegen diese mangelnden Zuwendung und natürlich, weil er seit seinem vierten Lebensjahr um das Leben seiner kleinen Schwester bangen muss, rutscht er langsam aber sicher in die Kriminalität. Brian und Sara versuchen ihr Bestes, um die Familie zusammenzuhalten, aber Annay Klage legt plötzlich alle maroden Stellen in dieser Fassade offen, sodass es immer schwieriger wird, als Familie für den anderen da zu sein.
Auch den wichtigen Nebenfiguren Campell und Julia, dem Anwalt und der Verfahrenspflegerin, widmet sich die Autorin in einem Maße, das absolut angemessen ist und beiden Charakteren eine gewisse Tiefe verleiht und wichtige Denkanstöße für die Reflexion dieser heiklen Thematik ist.

Das Hauptproblem des Romans auf den Punkt gebracht lautet: Der Gencocktail, aus dem Anna besteht wurde extra so zusammengemischt, dass sie als Spenderin für Kate in Frage kommt. Deshalb haben ihre Eltern sie bekommen. Ihr ganzes Leben hat sie als Ersatzteillager für Kate hergehalten und dabei zum Teil schwere Eingriffe über sich ergehen lassen. Nun braucht Kate eine Niere, aber die Chance, dass sie diese Operation besteht, ist minimal. Die zentralen Fragen sind also: war es moralisch vertretbar von den Eltern, Anna so auszunutzen? Oder mussten sie sogar alles mögliche versuchen, um Kate zu retten? Ist es unfair Anna gegenüber, ihr eine Niere entfernen zu lassen, obwohl es wahrscheinlich gar nichts bringt? Und vor allem: ist Anna mit ihren 13 Jahren in der Lage, die Schwere einer Verweigerung abzuschätzen?

Können alle diese Fragen geklärt werden? Natürlich nicht. Es gibt Fragen, auf die hat einfach niemand eine Antwort. Und genau das wird durch die einzelnen Perspektiven, bei denen jede Meinung ihren Raum bekommt, sehr gut reflektiert und dargestellt. Vor allem die Beziehung zwischen Anna und ihrem Anwalt illustriert die gesamte Problematik und die furchtbare Zwickmühle, in der Anna sich befindet. Schließlich liebt sie Kate; sie ist quasi ihre beste Freundin. Es gibt nur leider bei jedem dieser Aussagen immer ein "aber...", egal von welcher Seite man es betrachtet.

Und genau so ein "aber" habe ich auch jetzt in Bezug zum Buch anzubringen. Zwar sind die Figuren gut ausgearbeitet, die Konflikte nachvollziehbar und mehrdimensional illustriert, die medizinischen Recherchen offensichtlich sehr sorgfältig erfolgt und auch der Schreibstil ist angenehm flüssig zu lesen. ABER: es gibt ein paar unverzeihliche Punkte. Fangen wir mal bei dem weniger schlimmen an: die Beziehung zwischen Campell und Julia. So unglaublich klischeemäßig, unnötig und fehl am Platz, dass es mir bei den Passagen aus der Sicht eines der beiden schon gleich kalt den Rücken runtergelaufen ist. Aber das hätte ich verziehen. Ich hätte alles verziehen, aber nicht dieses Ende. Ich werde hier natürlich nicht spoilern, aber das Ende dieses Buches hat mich so aufgeregt wie schon lange keins mehr. Es entwertet nicht nur gesamte Handlung und führt alle Konflikte, Kämpfe, Anschuldigungen und Verteidigungen ad absurdum, es ist außerdem absolut keine angemessene Auflösung der eigentlich so guten Geschichte, sondern eine feige "Ich ziehe meinen Kopf aus der Schlinge"-Aktion. Ich hätte schreien können, so sauer war ich. Und bin es immernoch.
Weil der Rest aber so gut war, bekommt das Buch trotzdem noch 3 Wölkchen von mir. Aber auch nur, weil ich mich mittlerweile wieder abreagiert habe.

27.04.2014

[Musik] Sonntagslieder #86

Wisst ihr, wisst ihr, wisst ihr, was ich gestern gemacht habe?
Wahrscheinlich nicht.
Deshalb verrate ich es euch: Endlich bin ich mal dazu gekommen, mir den neuen (naja, mittlerweile nicht mehr ganz so neuen) Disney-Film anzuschauen. "Die Eiskönigin - Völlig unverfroren" und ich bin soooooo verknallt in diesen Film! :D Ich muss zwar sagen, dass der Fokus eher auf beeindruckenden Animationen als auf einer raffinierten Story liegt, aber was soll's? Der Soundtrack ist total schön, die Heldinnen Elsa und Anna super cool und vor allem die Sidekicks sind bezaubernd. "Ich bin Olaf und ich liiiiieeebe Umarmungen" ♥
Und jetzt ratet, welches Lied heute auf Platz 1 steht! ;)


Idina Menzel - Let It Go
Jeder, der dieses Lied nicht mag, hat ein Herz aus Eis! ;) ...Es ist aber noch toller, wenn man es aus dem Film heraus hört und weiß, worum es geht :D


Imagine Dragons - Bleeding Out
Bald haben wir das ganze Album durch. Aber dieses Lied ist immer perfekt, wenn mich ein anderes Lied grade emotional destabilisiert hat, weil es mich wieder aufrichtet irgendwie. Was nach obigem Song nötig ist :D


Mademoiselle K - Ca me vexe
Dafür hier mal was ganz neues. Die Band habe ich letzte Woche entdeckt und je nach Stimmung mag ich sie sehr gerne. Außerdem lerne ich mit Songtexten gut eine Sprache. Das hat mir beim Abi schon geholfen ;)

Et voilà. Habt ihr "Die Eiskönigin" schon gesehen oder wollt ihr das noch tun?
Wie immer wünsche ich euch ganz viel Spaß beim Hören und einen entspannten Sonntag! ♥

25.04.2014

[Rezi] David Gilbert - Was aus uns wird

Erscheinungsjahr: 2014
Originaltitel: &Sons
Genre: Roman
Seitenzahl: 640


Teaser:
Väter beginnen als Götter und enden als Mythen, und dazwischen kann die Gestalt, die sie annehmen, verhängnisvoll für ihre Söhne sein.






Handlung
Der berühmte Buchautor aus New York, A.N. Dyer, befindet sich auf der Beerdigung seines besten Freundes Charlie Topping, als die Geschichte beginnt. Er soll dort die Trauerrede halten - schließlich waren er und Charlie runde 50 Jahre befreundet und von berufswegen muss Andrew Dyer ja gut mit Worten umgehen können. Doch als er vor den Gästen der Beerdigung steht und in die Gesichter der Familie schaut, bringt er nicht einen sinnvollen Satz heraus. Seine einzige Sorge ist es, seinen jüngsten Sohn Andy zu finden, der sich heimlich von der Beerdigung weg gestohlen hat. Andrew bricht zusammen und muss von der Witwe wieder auf seinen Platz begleitet werden.
Gesehen und beschrieben wird diese ganze Szenerie von dem Sohn des Verstobenen. Phillip Topping ist in diesem Roman die Erzählinstanz und schildert die verschiedenen Dinge, die die einzelnen Personen erleben, aus erster Hand.
Während der 17-jährige Andy draußen vor der Kirche ein Date mit der älteren Assistentin seines Vaters ausmacht, sind seine beiden Halbbrüder Richard und Jamie schon so gut wie auf dem Weg nach New York. Andrew war nie der Vatertyp und deshalb sind seine beiden anderen Söhne relativ weit weg gezogen, um sich woanders ein neues Leben aufzubauen. In Richards Fall hat das auch funktioniert; nach einer beeindruckenden Drogenkarriere ist er endlich clean, hat eine Frau und zwei Kinder im Teenageralter. Jamie dagegen ist der rastlose, kreative Filmemacher, dessen nicht zu befriedigender künstlerischer Anspruch verhindert, dass er einen Sinn im Leben findet. Und beide kommen nun auf Geheiß ihres Vaters nach New York, um endlich nach 17 Jahren ihren Halbbruder kennenzulernen - dieser war damals als Produkt einer Affäre der Grund für die Scheidung ihrer Eltern und einer relativ konsequenten Kontaktlosigkeit zu ihrem Vater. Weil es ihm aber offenkundig schlecht geht, raffen sich die Brüder auf und kehren in das Haus ihrer Kindheit zurück. Um dort eine unglaublich klingende Nachricht von ihrem Vater zu erhalten.

Meine Meinung
Auf den Punkt zu bringen, worum es in diesem Buch geht, und vor allem, wie ich dazu stehe, ist gar nicht so einfach. Dazu ist es zu vielschichtig, verworren und seine Figuren sind alle ziemlich verloren und orientierungslos, sodass auch mir ein bisschen der rote Faden zur Beschreibung fehlt.

Beginnen wir mal mit der besonderen Erzählersituation. Der Leser erfährt die Geschichte von einem in der Handlung agierenden Charakter, Phillip Topping, der zwar nicht konstant überall anwesend ist, aber dennoch als allwissender Erzähler erscheint, der stets bei jedem Erlebnis der (wenn meine Zählung stimmt) 4 Haupterzählstränge und natürlich auch bei seinem eigenen Erzählstrang teilnimmt. Dabei nimmer er auch wirklich die Position einer internen Fokalisierung ein und kennt die Gedanken der Figuren so gut wie seine eigenen. In der Form ist mir das noch nicht oft untergekommen und ich finde das sehr bemerkenswert. Um nicht zu spoilern, gebe ich hier mal kein weiteres Urteil dazu ab, aber ich finde, das Ende lässt offen, ob Phillip sich die Geschichte nur ausgedacht hat, oder ob sie "wirklich" so passiert ist.

Die beiden Hauptfiguren sind auf jeden Fall Andrew Dyer, der berühmte Autor, und sein 17-jähriger Sohn Andy. Im Gegensatz zu Andrews erwachsenen beiden Söhnen, denen er immer mit einer gewissen Distanz begegnet ist, ist er von Andy schon beinahe besessen und möchte immer wissen, wo er ist, was er tut und ob es ihm gut geht. Richtig kümmern tut er sich aber dennoch nicht um ihn; dafür gibt es Gerd, das schwedische Kindermädchen. Andrew selbst schließt sich tagelang in seinem Arbeitszimmer ein und ist für niemanden zu sprechen.

Die Handlung ist hauptsächlich in der NewYorker-Literaturszene, in der Kunstwelt und allgemein bei der Elite angesiedelt. Das ist natürlich ein schwerer Brocken, vor allem, wenn die verschiedenen Figuren alle verlorene Künstlerseelen sind. Bis auf Andy, der zwar auch sehr sensibel ist, aber mir als der einzige normale Mensch in diesem Roman vorkam. Ansonsten sind die Mitglieder der Familien Dyer und Topping alle sehr von der Frage besessen, wie sie sie am besten ausdrücken können. Phillip wollte schon immer einen Roman schreiben und giert geradezu nach der Anerkennung Andrews. Richard, Andrews ältester Sohn, wollte als Kind immer die Zuneigung seines Vaters, die dieser ihm immer verwehrt hat, und jetzt möchte er als Drehbuchautor ohne die Hilfe seines Vaters berühmt werden. Das allerdings ist schwierig, weil alle Produktionsfirmen unbedingt die Rechte an A.N. Dyers berühmtestem Werk haben möchten und Richard als den perfekten Vermittler ansehen. Jamie, Richards Bruder, widmet sich neben seinem Dozentenberuf für Filmwissenschaft, diversen schrägen und düsteren Filmprojekten, mit denen er grundsätzlich nicht zufrieden ist. Alle diese Figuren sind gekennzeichnet von einer zeitweise anstrengenden Rastlosigkeit. Auch die Sprache ist nicht ganz einfach. Beziehungsweise ist die Komplexität der Gedankengänge nicht das Problem - gestört hat mich eher dieses angestrengt poetische, dieses "der Satz muss mindestens eine tiefere Bedeutung haben. Besser wären aber fünft tiefere Bedeutungen. Und er muss weise klingen" ging mir ein bisschen auf die Nerven. Auch gibt es relativ lange Strecken in dem Buch, wo sehr wenig bis gar nichts passiert, außer, dass eine Figur mit ihrer Vergangenheit hadert. Ein bisschen komprimierter wäre in dem Fall für meinen Geschmack besser gewesen.

Auch noch auffällig sind die verschiedenen Referenzen auf große und bekannte Werke der Literaturgeschichte. Neben Goethe und Poe gibt es noch verschiedene andere Literaten, auf die in der ein oder anderen Weise - auch einmal ganz subtil und klammheimlich - Bezug genommen wird. Ich bin sicher, dass ich nicht alls Verweise entdeckt habe, aber dieses collage-artige Verweben bekannter Sätze ist auf jeden Fall ein Pluspunkt für den Roman.

Neben den angestrengt künstlerischen Passagen hat der Roman aber auch wirklich viele Highlights. Insgesamt stellt er die Frage, die schon der Titel formuliert "Was wurde aus den Figuren? Und aus welchem Grund sind sie so geworden". Dabei werden die einzelnen Schwächen und Charakterzüge der Figuren Richard, Jamie, Philipp, Charlie und Andrew mit ihrer Kindheit und Jugend in Verbindung gebracht. Mit Erlbenissen, die sie geprägt haben und die vielleicht dazu geführt haben können, dass sie so geworden sind, wie sie jetzt eben auftreten. Aber Phillip erkennt schon ganz richtig, dass es schwer ist, das Ende vom Anfang zu finden und das "Warum"? niemals endgültig geklärt werden kann.
Ich vergebe 3 Wölkchen für dieses Buch.


Lieben Dank an BloggDeinBuch und den Eichborn-Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplares.

24.04.2014

[Rezi] Eric-Emmanuel Schmitt - Monsiuer Ibrahim et les fleurs du Coran

Erscheinungsjahr: 2001
Sprache: Französisch
Genre: Erzählung
Seitenzahl: 49



Teaser:
La beauté, Momo, elle est partout. Où que tu donnes les yuex. Ça, c'est dans mon Coran.
Après, nous avons marché le long de la mer.





Handlung
Eine ganz besondere Freundschaft verbindet Momo, einen Jungen aus Paris, und Monsieur Ibrahim, einem Kramladenbesitzer aus Momos Viertel, den jedermann kennt.
Momos Eltern leben getrennt voneinander und seiner Mutter ist der Junge nie begegnet. Aufgezogen wird er von seinem Vater, einem Rechtsanwalt, der die meiste Zeit des Tages am Arbeiten ist und die restliche Zeit deprimierende Stimmung verbreitet. Momo hat ständig das Gefühl, seinen Vater einfach nicht zufrieden stellen zu können, obwohl er kocht, die Einkäufe erledigt und sich in der Schule mehr oder weniger Mühe gibt. Dennoch hält ihm sein Vater immer das Beispiel seines großen Bruders Popol vor Augen; Popol, der perfekt ist und der damals mit Momos und seiner Mutter weggegangen ist. Aus Wut, Trotz und Frustration beginnt Momo, im Laden von Monsieur Ibrahim Kleinigkeiten nicht mehr zu bezahlen, sondern sie einfach so mitzunehmen. Natürlich bemerkt der Ladenbesitzer die Diebereien, aber anstatt Momo eine Standpauke zu halten und ihn aus dem Laden zu werfen, wird er zu einem Anker in Momos Leben, der ihm aufzeigt, mit welchen kleinen Mitteln man trotz aller Widerstände sein Glück im Leben finden kann.

Meine Meinung
Vielleicht kennt der ein oder andere das Buch aus dem Französisch-Unterricht in der Schule. Ich zumindest habe es damals in der 10. Klasse gelesen und hielt es deshalb jetzt für eine gute Lektüre, um meine Französisch-Kenntnisse wieder ein bisschen aufzufrischen. Das Büchlein ist ziemlich dünn, hat ein recht nettes Vokabular und die Geschichte ist so zuckersüß, dass es für diese Mission geradezu prädestiniert war.

Momo, beziehungsweise Moïse, ist der verzweifelte Sohn eines ziemlich kaltschnäuzigen Anwaltes, dem es an Zuneigung und Orientierung fehlt. Ein Glück für ihn, dass er sich dazu entschließt, bei Monsieur Ibrahim zum Dieb zu werden, denn so entsteht eine tiefe Freundschaft zwischen diesen beiden Menschen. Der alte Mann füttert Moïse, dem er den Spitznamen Momo gegeben hat, mit Lektionen aus dem Koran - allerdings nicht als religiöse Richtlinien, sondern eher als allgemeine Ratschläge, mit denen man leichter durchs Leben kommt. Was er Momo anbietet ist kein Religionsunterricht, sondern Weisheiten, die nicht glaubens-, sondern lebensbezogen sind und deren Botschaften sich in allen (zumindest mir bekannten) Religionen finden: begegne den Leuten freundlich, dann sind sie auch freundlich zu dir. Jeder hat sein Päckchen zu tragen, darum verurteile niemanden vorschnell. Versuche die beste Version deiner Selbst zu sein - für andere und für dich.
Solche Dinge muss Moïse erst lernen, bevor er mit den Schicksalsschlägen, die er schon erlebt hat und die noch für ihn bereit stehen, zurechtkommen kann.

Der jüdische Junge und der muslimische Ladenbesitzer werden ein Herz und eine Seele. Und das, obwohl die Religion eine große Rolle spielt. Das funktioniert aus dem einfachen Grund, weil für beide "ihre" Religionen kein Mittel der Exklusion sind, sondern im Gegenteil, einen Weg der Orientierung durch das Leben bieten, das auf den Grundsätzen des menschlichen Miteinander beruht: der Nächstenliebe. Für Monsieur Ibrahim sind alle Menschen gleich. Für Momo sind alles Menschen gleich. Eine schöne und wichtige Botschaft, wie ich finde.

Der Schreibstil ist ziemlich geradeheraus und deshalb für ungeübte Leser sehr gut zu verstehen. Dennoch entbehrt er nicht einer poetischen Seite, die vor allem durch Zweideutigkeiten hervorgerufen wird. Definitiv eines meiner liebsten Bücher aus der Schulzeit. 5 rosa Wölkchen dafür.


20.04.2014

[Musik] Sonntagslieder #85

Seid gegrüßt an diesem wundervollen Ostersonntag meine Lieben!
Wie letzte Woche groß und freudig angekündigt, hat die Vorlesungszeit wieder begonnen. Und wie ich spätestens am letzten Dienstag leidvoll erfahren musste, wird dieses Semester ziemlich anstrengend.
(Übrigens tut es mir leid, dass ich hier immer über die Uni jammere. Aber irgendwo muss ich das schließlich abladen ;) )
Deshalb konnte ich mich in der letzten Woche leider nur sehr sporadisch in der Bloggerwelt aufhalten und bin froh, endlich das meiste nachgelesen zu haben. Es ist unfassbar: schon nach einer Woche brauche ich Urlaub. Was für ein Glück, dass Jesus und diese 4 freien Tage geliefert hat, was? ;)
(Anmerkung der Redaktion: natürlich ist sich die Verfasserin darüber im Klaren, dass es nicht Jesus' Intention war, der Christenheit ein langes Wochenende zu bescheren. Aber es ist doch eine nette Beigabe)
Lieder gab es trotzdem eine Menge. 3 davon hört ihr jetzt.



Elton John - Circle Of Life
Weil ich grade mega auf dem Disney-Trip bin und Elton John mit die tollsten Lieder dafür geschrieben hat, gehört er heute auf Platz Eins :)


Phil Collins - You'll Be In My Heart
Selbiges gilt natürlich auch für den kleinen glatzköpfigen Drummer, der über das Vorurteil, dass Drummer nicht singen sollten, erhaben ist.


Christina Aguilera
Und natürlich nicht fehlen darf die liebe X-Tina, deren Stimme ich sowieso liebe und die außerdem ein wichtiges Lied aus einem meiner Lieblings-Disney-Filme wunderschön gesungen hat :)


Und jetzt seid ihr alle glücklich. Glücklich und entspannt. Denn das ist die Wirkung, die diese Lieder auf Menschen mit Herz haben ;D
Ich wünsche euch frohe Ostern, viel Erfolg bei der Eiersuche und ein schönes langes Wochenende! ♥

13.04.2014

[Musik] Sonntagslieder #84

Heute ist mein letzter Tag Schonfrist, bevor morgen die Vorlesungen wieder losgehen. Und ich muss sagen: ich freue mich ziemlich auf das Semester. Meine Seminare sind fast alle thematisch absolut toll und die Sommersemester habe ich sowieso immer am liebsten irgendwie. Außerdem befinde ich mich ja fast schon am Ende meines Studiums - das muss man sich mal geben: in einem Jahr sitze ich jetzt idealerweise an meiner Masterarbeit. Wo ist nur die Zeit geblieben? - und habe beschlossen, die letzten Monate nochmal richtig zu genießen. Also, so neben all der Arbeit, die ich als strebsamer Mensch natürlich weiterhin in die ganze Angelegenheit stecken werde :D
Da ich in dieser Woche wieder in meine Studentenstadt gewandert bin und in der Wohnung ein bisschen (beziehungsweise eigentlich sehr viel) Frühjahrsputz gehalten habe, steckt meine Playlist dieses Mal voller motivierender und schwungvoller Songs. Nicht ausschließlich, aber hauptsächlich. Seht selbst:



Simple Plan - In
Schmeißen diese Pappnasen doch tatsächlich einfach die B-Seite ihres letzten Albums auf den Markt und ich bekomme das nicht mit! Pah! Aber besser spät als nie habe ich die Songs dann auch mal entdeckt. Und liebe sie ♥


Imagine Dragons - Underdog
Seit Wochen läuft ja das ganze Album bei mir rauf und runter. Jede Woche steht dabei an anderes Lied im Fokus; je nach Stimmungslage. In den letzten Tagen war es eindeutig dieses Lied :D


Edwina Hayes - Feels Like Home
Und zum Schluss noch ein bisschen Herzschmerz. Weil ich gestern "Beim Leben meiner Schwester" gesehen habe und wegen diesem Film einfach jedesmal spontan in Tränen ausbreche, wenn ich das Lied höre. Aber es ist schöön. Aber schrecklich. Aber schön. Hach.

Übrigens ist das einer der wenigen Filme, die ich nur im Fernsehen anschauen kann, weil ich die Werbeunterbrechungen brauche. Ansonsten würde ich durchdrehen. Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn ich den Film im Kino gesehen hätte.
Als Trost werde ich heute hoffentlich Unmengen leckere Rhabarber-Muffins backen und mich dann damit vollstopfen. Weil ich Rhabarber liebe liebe liebe und die Sasion dafür einfach viel zu kurz ist. Euch wünsche ich wie immer einen wunderschönen Sonntag und viel Spaß beim Hören ♥

11.04.2014

[Rezi] Jane Austen - Emma

Erscheinungsjahr: 2009 (Erstausgabe: 1816)
Originaltitel: Emma
Genre: Klassiker
Seitenzahl: 494

Teaser:
Während ihrer Abwesenheit kam Mr. Knightley und saß eine Weile bei Mr. Woodhouse und Emma, bis ihr Vater, der einen Spaziergang vorgehabt hatte, sich von ihr überreden ließ, ihn nicht aufzuschieben, und auf die Bitten beider - freilich gegen seine Höflichkeitsbedenken - schließlich Anstalten machte, sich von Mr. Knightley zu verabschieden.



Handlung
Emma Woodhouse ist vom Schicksal eindeutig gesegnet: nicht nur gehört sie zur wohlhabendsten Familie im Umkreis und ist deshalb in der gehobenen Gesellschaft tonangebend, sie ist auch noch süße 21 Jahre jung, von blendendem Äußeren und unverheiratet. Wenn es nach ihr und ihrem Vater Mr. Woodhouse geht, sollte sich auch an letzterem nichts ändern. Mrs. Woodhouse ist schon lange nicht mehr unter ihnen und seit Emmas Schwester Isabella gut verheiratet ist, ist sie mit ihrem Vater alleine in Hartfield, ihrem Anwesen. Ihr Vater hasst Veränderungen wie nichts sonst und ist noch lange nicht darüber hinweg, dass Isabella nicht mehr mit ihnen allen zusammen wohnt und verheiratet ist, sodass Emma sich dazu entschließt, selbst immer an der Seite ihres Vaters zu bleiben und sich nicht an einen Mann zu binden. Überhaupt ist auch gar nicht der richtige Kandidat im näheren Umfeld. Stattdessen spielt sie lieber Ehestifterin und versucht, zwischen den Menschen in ihrem Bekanntenkreis Beziehungen heraufzubeschwören und gute Partien einzufädeln. Für ihre Freundin Harriet Smith, einer unehelichen Tochter eines Kaufmanns, etwa hat sich Emma Mr. Elton, den Geistlichen der Gemeinde, als perfekten Ehemann ausgesucht und manipuliert nun Harriert und ihrer Meinung nach auch Mr. Elton so, dass sie ebenfalls in diese Richtung denken. Es gibt nur einen Menschen, von dem Emma jemals Tadel für ihre Aktionen erhält - Mr. Knightley, ein alter Freund der Familie. Dieser scheut sich nicht, Emma darauf hinzuweisen, dass Mr. Elton mit Harriet keine ihm vom Stande her angemessene Frau hätte und er auch nicht vorhat, sich unter Wert zu verheiraten. Dennoch spielt Emma weiterhin Kupplerin - und belässt es auch nicht bei diesem einen Paar.

Meine Meinung
Irgendwie sind Jane-Austen-Bücher doch alle ein bisschen ähnlich. Es wird eine bestimmte Zeitspanne in einer englischen Grafschaft des 19. Jahrhunderts erzählt. Diese Erzählung spielt sich ausschließlich in dem kleinen Mikrokosmos der höheren Gesellschaft dieser Grafschaft ab, die aus sieben, acht Familien besteht und deren Beziehungsgeflecht im Roman ausgebreitet und entwickelt wird.

Auch bei "Emma" greift dieses Grundkonzept. Und gleich zu Anfang  muss ich sagen, dass mich Beziehungskonstellationen und vertretene Wertvorstellungen ein bisschen an GZSZ erinnert haben. Nur ein vornehmer. Wir sind schließlich in England, Sir.
Die Handlung kann man deshalb auf jeden Fall sehr leicht und sehr knapp zusammenfassen: auf der einen Seite sind die heiratsfähigen jungen Damen und die etwas älteren heiratsfähigen Herren und auf der anderen Seite die ehrenwerten verheirateten Paare oder alleinstehenden Erwachsenen, die sich zwar nicht für sich selbst, aber doch für ihre jungen Freunde fleißig an der Heiratsvermittlerei beteiligen. Zumindest abgesehen von Mr. Woodhouse, der vehement gegen Hochzeiten ist, weil diese immer Veränderungen in seinen gewohnten Sozialstrukturen bedeuten.

Wenn also die Handlung eher ein bisschen vorhersehbar ist, was macht dann dieses Buch zu etwas besonderem? Die Charaktere. Für mich haben diese der stereotypen Rahmenhandlung das Leben eingehaucht, das ich von Jane Austens Romanen gewohnt bin.
Emma, die Protagonistin, ist eindeutig ein reiches und verwöhntes Mädchen, das sich mit einer gewissen Arroganz über die Schicksale ihrer Mitmenschen verfügen möchte und lernen muss, dass sie im Ehestiften vielleicht doch kein so gutes Händchen hat, wie sie glaubt. Dennoch kann man ihr zugute halten, dass sämtliche ihrer Manipulationen dazu führen sollen, den Mensch in ihrem Umfeld zum größtmöglichen Glück zu verhelfen. Oder zumindest was Emma dafür hält. Es braucht verschiedene Lektionen, die nicht eines feinen Humors und ironischer Wendungen entbehren, damit Emma damit aufhört, sich auf Gedeih und Verderb in die Liebesangelegenheiten anderer Leute zu mischen. Da sie natürlich von Anfang an die vollkommenen Anlagen einer perfekten Dame besitzt und im Grunde ihres Herzens gutartig, respektvoll, höflich und freundlich gegen jedermann ist, entwickelt sich ihr Charakter im Laufe des Romans in genau diese Richtung und wird ein Paradebeispiel an englischer Vornehmheit.
Aus ihrem Vater Mr. Woodhouse bin ich den gesamten Roman über nicht wirklich schlau geworden - er stellt sich gegen jede Veränderung und ist immer sorgsam um die Gesundheit seider Freunde und Familie bemüht. Warum er allerdings - bei allem Hang zum Gewohnten - seine Tochter unverheiratet sehen möchte, ist mir bei den Grundsätzen dieser Gesellschaft ein Rätsel. Zwar ist er reich genug, um Emma auch nach seinem Tod ein angemessenes Leben zu ermöglichen, aber dieses Leben wäre wohl wenig erfüllt für die offene Emma, die sich gerne an der Spitze einer jeden Gemeinschaft sieht und der diese Rolle als ältere unverheiratete Dame wohl kaum weiterhin zukommen würde. Ich interpretiere Mr. Woodhouse deshalb, und weil er nie eine nachvollziehbare Begründung für sein Anit-Haltung liefert, als personifizierte Kritik an dem sich ewig wiederholenden Modell der Heiratswirtschaft: dass es jungen Leuten augenscheinlich nur darauf ankommt, eine gute Partie zu machen und sich möglichst vorteilhaft zu verheiraten.
Es gibt noch ein paar andere Figuren, die der Geschichte Leben verleihen, weil man entweder die ganze Zeit darauf wartet, dass ein schockierendes Geheimnis um diese Figur gelüftet wird (irgendwo ist immer ein Skandal - ich sag ja: GZSZ), weil man so sehr mit ihnen mitfühlt oder sie auch leidenschaftlich unsympathsich finden kann.

Im Übrigen wird natürlich sehr viel wert auf Manieren, Höflichkeit und das soziale Reglement gelegt; da werden kleinste Haltungsveränderungen groß gedeutet, die Wortwahl wird genaustens analysiert und zu den 1.000 Arten, jemandem auf die Füße zu treten, kommen mindestens genauso viele Möglichkeiten, jemandem ganz subtil seine Zuneigung zu gestehen. Da die Figuren deshalb oft in ihrer Rede an vornehme Zurückhaltung und höfliche Vorsicht gebunden sind, redet niemand mal Klartext redet und deshalb kann immer nur über die Gefühle und Gedanken der anderen spekuliert werden. Dies führt zu diversen Missverständnissen, deren Auflösung Ewigkeiten dauern. Teilweise zog sich die Geschichte wirklich unnötig hin; dabei ist aber wenigstens der Schreibstil sehr schön. Geprägt von den typischen Kettensätzen und dem sehr ausgewählten Vokabular, das dem Leser die Stimmungen dieser Zeit deutlich vor Augen führt, kann man sich in das England des 19. Jahrhunderts fallen lassen.

Zusammenfassend betrachtet war dieses Buch wohl der schwächste Roman, den ich von Jane Austen gelesen habe. Aber das ist Meckern auf sehr hohem Niveau, weshalb es nur einen leichten Punktabzug und immernoch 4 sehr gute Wölkchen von mir gibt.


08.04.2014

[Rezept] Glückskekse

Auf der Suche nach schönen und originellen Geschenkideen bin ich schon vor einiger Zeit auf die Idee gestoßen, Glückskekse selbst zu machen. Die kann man nämlich sowohl mit persönlichen Botschaften als auch mit etwas gängigeren Sprüchen füllen und somit engen Freunden oder Verwandten, aber auch eher oberflächlichen Bekannten schenken. Einfach in ein hübsches Glas gefüllt, dieses mit Masking Tape verziert und schwupp ist das Ganze erledigt.
Naja, so einfach ist es dann leider doch nicht, denn diese Backerei ist in dem Fall ziemlich zeitaufwendig. Aber ich würde sagen, das lohnt sich!

Ihr braucht:
3 Eier
45 g Margarine
60 g Puderzucker
60g Mehl

Außerdem:
einen Backofen mit passendem Backblech
Backpapier, einen Bleistift und einen Teller/ein Glas mit einem Durchmesser von ca. 8 cm
einen Schneebesen
ein Sieb
einen Esslöffel
eine Schüssel
Papier und Stift

So geht's:
Zu allererst schnippselt ihr euch kleine Zettel zurecht und schreibt dort eure Botschaften drauf.
Der Teig ist ziemlich simpel herzustellen. Margarine schmelzen, Eier trennen, Puderzucker und Mehl sieben. Dann dass Eiweiß aufschlagen, aber nicht so sehr, dass es ganz fest wird. Die Konsistenz sollte zwar schaumig und die Farbe undurchsichtig weiß sein, aber noch eher flüssig. Dann Butter und Puderzucker einrühren und am Schluss das Mehl unterheben. Damit ist der Teig auch schon fertig.
Jetzt den Backofen auf 170°C Umluft vorheizen. Das Backblech mit Backpapier auslegen und darauf mit Hilfe des Tellers und des Bleistiftes 2-3 Kreise zeichnen. Diese dann mit dem Teig ausfüllen - ziemlich dünn und so gleichmäßig wie es geht und dann das Ganze für 3-5 Minuten in den Ofen schieben. Die Kekse sollen goldgelb werden, dürfen aber auf keinen Fall braue Ränder bekommen. Sollten sie am Rand schon so leicht gebräunt sein, sofort rausnehmen, vom Backpapier lösen, einen eurer klein gefalteten Zettel in die Mitte legen und den Keks zu einem Halbkreis zuklappen. Um die typische Glückskeksform zu erhalten nehmt ihr jetzt den Halbkreis und drückt ihn mit der geschlossenen Seite nach unten in der Mitte über eine Kante - eine Tasse eignet sich zum Beispiel sehr gut. Solange die Kekse noch warm sind, kann man sie formen - sobald sie abgekühlt sind, geht das nicht mehr. Also kann man immer nur höchstens 3 Kekse auf einmal in den Ofen schieben - zumindest ich konnte mit mehr Keksen nicht mehr umgehen.
Die fertigen Kekse auf einem Kuchengitter richtig abkühlen lassen und fertig!

Und so könnte das am Ende aussehen:


 Erstmal meine Botschaften auf einem Haufen. Ich habe zwischen unnötig-lustigen Sprüchen und allgemeinen Lebensweisheiten abgewechselt. Ich wusste ja noch nicht, wer diese Probelauf-Kekse essen würde und habe mich deshalb relativ neutral gehalten.




Wenn der Teig braun wird, ist er zu knusprig, um sich noch formen zu lassen. Deshalb sind manche Ränder meiner Kekse ein bisschen ausgefranst. Aber das geht alles noch. Der Charme dieser Kekse ist schließlich ihre Individualität.




Insgesamt hatte ich am Ende knappe 20 Kekse raus - und habe dafür 2 Stunden im Akkord gearbeitet. Aber man kann nebenbei ganz gut die Küche aufräumen und andere Kleinarbeiten machen, von daher ging das ;)




Wie gesagt - als Geschenk für die beste Freundin oder auch für die merkwürdige Tante (gebt es zu, auch ihr habt eine merkwürdige Tante. Jeder hat eine xD ) finde ich diese Kekse wirklich eine sehr schöne Idee. Zumindest für Leute, die solche selbstgemachten Sachen zu schätzen wissen :)

06.04.2014

[Musik] Sonntagslieder #83

Eine kurze Pause vom Kofferpacken am Sonntagmorgen veranlasst mich spontan dazu, euch die Sonntagslieder doch jetzt schon vorzustellen und nicht irgendwann heute Abend, wenn ich nach einer zermürbend langen Zugfahrt wieder im kühlen Norden angekommen sein werde.
Tatsächlich mache ich mir um die Temperaturen ein bisschen Sorgen - schließlich bin ich die ganze Zeit muckelige 18°C bis 24°C gewohnt gewesen. Sehr wahrscheinlich hole ich mir nächste Woche wieder meine typische Schnupfnase. Wie immer, wenn ich aus dem warmen Süden kommend meine Kleiderwahl noch nicht richtig angepasst habe.
Aber da es erst in zwei Stunden losgeht, lade ich schnell noch ein paar Liederchen auf meinen MP3-Player und präsentiere euch jetzt die Top3 meiner Reise-Playlist!



Nirvana - Heart Shaped Box
Und auch 20 Jahre später sitzt man Samstagsabends auf dem Sofa und wünscht sich einen Nirvana-Song.


Prinz Pi - Fähnchen im Wind
Ganz manchmal gibt es deutsche Raps mit guten Texten. Und dann darf man die auch mal hören. Ab und zu ;)


Me In A Million - Mirrors
Schon wieder eine Neuentdeckung. Auch, wenn die Band tatsächlich nicht nur für mich neu ist, sondern wirklich noch sehr frisch dabei. Es kann ja auch nicht immer alles an mir vorbeiziehen :D


Ich werde nun die Katze aus meiner Reisetasche werfen und meine restlichen Klamotten und den Laptop reinpfeffern. Ich freue mich auf einen wundervollen Tag im Zug... oder zumindest auf mein Buch, das ich zum Lesen dabei habe. Euch wünsche ich einen entspannten Sonntag und wie immer viel Spaß beim Hören! ♥

03.04.2014

[Gerede] Assoziative Regression

Ihr kennt doch sicherlich die "How I met your mother"-Folge Jugendliebe. Dann wird euch Marshalls Begriffsneuschöpfung Revertigo bestimmt etwas sagen. Er bezieht sich damit auf eine längst abgelegte Verhaltensweise einer Person, die allerdings wieder an die Oberfläche kommt, wenn diese Person mit jemandem aus seiner Vergangenheit zusammen ist.
Verhaltensmuster, nach denen man früher mit einer bestimmten Person interagiert hat, treten also wieder auf, sobald man auf diese Person trifft. Auch, wenn diese Muster eigentlich gar nicht mehr zu der Persönlichkeit gehören, die man mittlerweile geworden ist.
So geht es in der Serie Marshalls Frau Lilly, die wieder zum Teenie wird, wenn sie auf ihre Freundin Michelle trifft. Ironischerweise arbeitet diese gerade an ihrer Dissertation in Verhaltenspsychologie und nennt Lilly und ihr Verhalten "Assoziative Regression". Keine Ahnung, ob es den Begriff in der Psychologie tatsächlich gibt, aber er klingt schlau und ist eine sinnvolle Kombination von Fremndwörtern, weshalb er im folgenden einfach übernommen wird.

In letzter Zeit denke ich nämlich vermehrt darüber nach, wie es zu diesem Verhalten kommt. Denn ich neige leider extrem zu diesem Revertigo - und in meinem Fall ist das leider nicht ganz so lustig wie bei HIMYM.
Seit ich zum Studium weggezogen bin, sehe ich die meisten meiner Bekannten aus Schulzeiten nur noch ungefähr ein bis zwei Mal im Jahr. Und es fällt mir dann total schwer, mich nicht wieder in das kleine stille Mäuschen zu verwandeln, das sie noch aus der Schule kennen. Gewissermaßen habe ich mich zwar entwickelt und mittlerweile Spaß daran, mich auch und vor allem mit neuen Menschen zu umgeben und bin ich der Lage, meine diversen Komplexe zumindest zeitweise zu verdrängen. Aber diese Entwicklung scheint nur für Ort zu gelten, die mindestens 150 Kilometer entfernt von den Leuten liegen, die mich noch von früher kennen. Und dann gehe ich mit selbst auf die Nerven, weil ich wieder in längt abgelegte, unnötige Spleens verfalle - wie zum Beispiel als Erste eine Kneipe zu betreten. Gerade solche Dinge entbehren natürlich nicht einer gewissen Situationskomik, wenn mir plötzlich im Türrahmen besagter Kneipe auffällt, dass ich da jetzt unter keinen Umständen reingehen kann, ich ruckartig stehen bleibe und hinter mir eine Welle an Auflaufunfällen und Entsetzensschreien über umgenickte Knöchel losbricht. Erklärung: "Ach, die Melli mal wieder..." Grrr.
Bemerkenswert ist diese Rückentwicklung - denn für mich ist es leider genau das - auch bei meiner Familiendynamik. Obwohl ich mit einer kleinen Schwester gesegnet/gestrafft/beschenkt/je nach Tagesform halt bin, und sie eigentlich während unserer Kindheit Daddy's litte darling war, sind doch auch ein paar autoritäre Beschützerinstinkte zu mir herübergeschwappt. Vielleicht ist das der Grund dafür, dass ich zu Hause nach wie vor oftmals wie eine 16-jährige behandlet werde. Was zur Folge hat, dass ich zwar permanent meinen altersbedingten Anspruch auf Gleichberechtigung betone, aber mein sonstiges Verhalten eher dem meines 16-jährigen Ichs gleicht. Ganz erwachsenes Türeknallen inklusive.

Am liebsten verhalte ich mich tatsächlich so, wie andere es von mir erwarten. Das ist der einfachste und bequemste Weg der Interaktion für mich, weil beide Seiten wissen, womit sie zu rechnen haben. Und das ist wahrscheinlich auch der Grund dafür, dass es mir so schwer fällt, meine Update-Version zu etablieren.
Der Schlüssel liegt da wohl bei der eigenen Selbstsicherheit. Wenn man sich seiner Selbst, seiner Persönlichkeit und seines Verhaltens sicher ist, kann man sich im bekannten Umfeld verändern und muss nicht 700 Kilometer weit weg ziehen. Denn dann kann man mit veralteten Erwartungen aufräumen und sich weiterentwickeln. Arbeit im eigenen Kopf ist aber leider total anstrengend. Deshalb sage ich: 700 Kilometer Entfernung müssen nicht sein - aber sie helfen ;)

01.04.2014

Leserückblick März 2014

Dieser Monat war dank Semesterferien und Urlaub bei meinen lieben Eltern, der mich von allen häuslichen Pflichten entbunden hat, der wahrscheinlich lesereichste Monat aller Zeiten! :D Und das ist kein Aprilscherz! ;)
Die Zahlen sprechen für sich - ich konnte tatsächlich dreimal so viel lesen, wie ich es im Februar geschafft habe - und wie habe ich das genossen! Vor allem über die Möglichkeit, im Freien mit meinem Buch rumzusitzen, habe ich mich übertrieben gefreut. So sehr, dass ich von meinem ersten Freiluftlesen einen kleinen Sonnenbrand auf der Nase mitgenommen habe.

Gelesen
Kathrin Lange - 40 Stunden (*Rezi*)
Stephenie Meyer - Bis(s) Tetralogie (*Rezi*)
George Orwell - 1984 (*Rezi*)
Daniel Kehlmann - Die Vermessung der Welt (*Rezi*)

In Seiten
3553

Durchschnittsbewertung
2,6 Wölkchen

Highlight des Monats
Obwohl es ein Re-Read war, muss ich hier eindeutig 1984 von George Orwell anführen. Es ist einfach so ein gutes Buch!

Enttäuschung des Monats
Auch hier handelte es sich (verrückterweise) um einen Re-Read und deshalb kann ich nun endgültig und unvoreingenommen sagen, dass Teil zwei und drei der Bis(s)-Reihe einfach die schlechtesten Bücher sind, die ich jemals gelesen habe. Enttäuscht haben sie mich von daher zwar eigentlich nicht, weil ich ja wusste, worauf ich mich einlasse. Aber trotzdem müssen sie hier einfach nochmal erwähnt werden. Papierverschwendung wie sie sind.

In Bildern


Quantitativ ist das auf jeden Fall ein Monat, mit dem ich extremst zufrieden bin. Auch, wenn die Bis(s)-Bücher natürlich super riesig geschrieben und ohne großartige Hirnleistung zu lesen sind, zähle ich sie jetzt einfach mal dazu. Und höre vor allem mit dem Twighlight-Bashing auf xD
Qualitativ hats halt ein bisschen gehapert, aber das tut meiner Zufriedenheit nur wenig Abbruch. Ab jetzt wird sich mein Lesepensum wieder drastisch verringern, denn das Semester beginnt Mitte April. Aber dafür suche ich mir die Lektüre wahrscheinlich wieder sorgfältiger aus, denn Lesezeit ist kostbar :)