29.09.2014

[Rezi] Nick Hornby - A long way down

17:58 0 Comments
Erscheinungsjahr: 2005
Genre: Roman
Seitenzahl: 341




Teaser:
Zuallererst darf ich Ihnen verraten, dass ich auf Aaron T. Becks Selbstmordabsichtsskala sehr gute Werte erziehle. Ich wette, Sie wussten nicht mal, dass eine solche Skala existiert, oder? 




Handlung
Silvesterabend ist doch der perfekte Tag, um sich von einem Hochhaus in den Tod zu stürzten. Das alte Jahr liegt mit seinen ganzen blöden, unbefriedigenden und zur Verzweiflung treibenden Tagen hinter einem und die Zukunft sieht ungefähr noch beschissener aus. So zumindest empfinden das Martin, JJ, Jess und Maureen, die sich an diesem Tag endlich von ihrer Qual erlösen wollen. Ob es zur Umsetzung dieses Vorhabens allerdings die beste Lösung war, zu dem für Selbstmörder beliebtesten Gebäude der Umgebung zu gehen? Denn so treffen sich diese vier Leute, die bis dato nichts verbunden hat und die sich noch nie gesehen haben, aus Versehen auf dem Dach. Reden. Und springen erstmal nicht. Sie beschließen, sich in sechs Wochen noch einmal zu treffen. Valentinstag ist doch ein genauso guter Tag, dem Leben ein Ende zu setzen wie Silvester, oder? Und so kommt diese ungleiche Gruppe zusammen und obwohl sie sich im Grunde nicht ausstehen können, bringen sie sich doch gegenseitig wichtige Lektionen bei und lassen die anderen ihre Selbstmordabsichten überdenken.

Meine Meinung
Eine ungleiche Gruppe. Ein Vorhaben, bei dem jeder positiv denkende Mensch sofort "STOPP!" ruft. Und eine Entwicklung, die sowohl schwer als auch lang, schmerzhaft und anstrengend ist und eigentlich auch nicht wirklich zu einem Happy End führt. Das ist mein Kurzfazit zu diesem ziemlich genialen Roman.

Martin lernen wir als ersten kennen. Ein Fernsehmoderator, dessen öffentliches und persönliches Leben zerstört ist, weil er mit einer 15-jährigen geschlafen hat und dafür im Gefängnis saß. Seine Frau hat ihn verlassen und in der Presse gilt er als perverser Dreckskerl. Er hat keinen Job, keine Freunde und seine Kinder darf er auch nicht sehen. Alles eigentlich ganz gute Gründe, um verzweifelt genug zu sein, seinem Leben ein Ende zu setzen. Doch gerade im Gespräch mit Maureen, die alleinerziehende Mutter eines schwer behinderten Jungen ist, Jess, deren große Schwester sich vor Jahren umgebracht hat und JJ, der in schwersten Depressionen versunken ist, seit sich seine Band aufgelöst und seine Freundin mit ihm Schluss gemacht hat, sind die übrigen drei Mitglieder der Gruppe und zusammen klammern sie sich an das Leben, das sie alle irgendwie verabscheuen.

Eine Besonderheit des Buches ist definitiv der Aufbau und der Schreibstil. Immer abwechselnd wird die Geschichte aus der Perspektive einer der vier Protagonisten erzählt. Und diese Passagen haben ganz charakteristische Eigenheiten, was Stil, Prioritätensetzung und Wortwahl angeht. Jess beispielsweise drückt sich sehr gerne mit Schimpfworten aus und Maureen ist gleichermaßen naiv wie verklemmt und vermittelt das durch bestimmte Dinge, auf denen sie im Umgang mit den anderen Wert legt.

Die große Schwierigkeit für mich bestand darin, dass ich Bücher eigentlich nicht mag, in denen es keine Identifikationsfigur gibt. Alle vier Charaktere - mit Ausnahme höchstens noch von JJ vielleicht - fand ich extrem anstrengend und unsympathisch. Jetzt mal abgesehen von der ganzen Selbstmordgeschichte; die sind auch einfach sozial nicht wirklich kompatibel. Aber jeder auf seine eigene Weise und das ist ja auch das, was ihre Probleme letztendlich ausmacht. Also war dieser Nachteil doch wieder ein Gewinn. Irgendwie.

Jedenfalls geht es eigentlich gar nicht so sehr um das Thema Selbstmord, auch wenn es oberflächlich betrachtet vielleicht so scheinen mag. Es geht darum, wie man lernt, mit wirklich großen Problemen umzugehen, sich ihnen zu stellen und Lösungen dafür zu finden.

Und diese Arbeit ist mit so einem trockenen, morbiden und zeitweise wirklich bösen Humor beschrieben, dass das Lesen gleichzeitig verstört und unterhält. Ohne diesen Aspekt des Witzes wäre das Buch wahrscheinlich unerträglich - vor Selbstmitleid triefend und zutiefst deprimierend. Weil es einfach ein hartes Stück ist, das große Ganze so unwiderruflich zu hinterfragen, wie die vier Protagonisten das tun.

Hin und wieder überraschten mich die Gedankengänge einer der vier, indem sie einfach und klar ziemlich tiefgehende Problematiken der Philosophie ansprachen und für sich selber eine Lösung dafür fanden. Immerhin dafür. Mit ihrem Leben kamen sie nicht so gut klar wie mit der Metaphysik. Aber es war schonmal ein Schritt in die richtige Richtung.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen; es ging nicht darum, besonders spannend zu sein oder überraschend Plot-Twists einzubauen, sondern darum, sich mit sich selbst und dem Leben auseinanderzusetzen. Und das hat der Autor wirklich hervorragend umgesetzt. Vier Wölkchen von mir.


28.09.2014

[Gerede] Über Selbstsicherheit

10:22 4 Comments
Fake it, 'til you make it. Das ist mein Leitsatz, wenn es um Selbstsicherheit geht. Wobei der letzte Teil dieses Spruchs ziemlich auf sich warten lässt und höchstens mal temporär aufblitzt. Und die Umsetzung des ersten Teils auch eher ausbaufähig ist. Dabei ist das so total unnötig, dass es mich manchmal richtig wütend macht.

Sehen wir (und mit "wir" meine ich dich und mich und alle, die hin und wieder mit Selbstzweifeln zu kämpfen haben. Also wahrscheinlich irgendwie jeden, dem ein bisschen zu viel Selbstreflektion in die Wiege gelegt wurde) den Tatsachen doch mal ins Auge: Was kriegen die Menschen denn mit von uns? Was sehen Leute, die mir (und dir) gegenüberstehen? Sehen sie die Dehnungsstreifen am Bauch? Nein. Den krummen kleinen Zeh? Nein. Den riesigen Pickel auf der Stirn? Wahrscheinlich. Aber messen sie diesem Bedeutung bei, wenn du es nicht zuerst tust? Eher nicht. Und umgekehrt: meine beste Freundin findet ihre Schultern zu breit. Das sehe ich überhaupt nicht. Ein guter Freund von mir hat wirklich ernsthafte Ego-Probleme, weil er eine ziemlich unreine Haut im Gesicht hat und sich deshalb oft unwoh fühlt l. Darauf achte ich gar nicht - und selbst an schlimmen Tagen, wenn es unübersehbar ist, ist es mir völlig egal.
Oder gehen wir doch mal weg von den Äußerlichkeiten, auch wenn die zumindest bei mir hauptsächlich der Grund für meine Verunsicherung ist. Sieht mir irgendjemand an, dass ich kein wirklich fundiertes Wissen über Politk habe, obwohl ich es gerne hätte? Können die Menschen mir meine gesamten charakterlichen Unzulänglichkeiten an der Stirn ablesen? Nein. Kein Mensch weiß, was du alles nicht weißt oder kannst, wenn du es ihm nicht irgendwie kommunizierst. Und genauso ist es auch mit der Selbstsicherheit. Niemand schließt anhand meines Aussehens darauf, dass ich völlig überfordert durch die Welt latsche und sich mein Ego zeitweise zwischen dem Gefrierpunkt von Helium und den Dioptrien eines Maulwurfs befindet. Aber mein Verhalten zeigt es ziemlich deutlich. Weil mich all diese genannten Dinge eben konstant verunsichern.

Ein Bekannter hat mir einmal gesagt: "Du kannst wesentlich besser damit umgehen, wenn dich jemand beleidigt, als wenn dir jemand ein Kompliment macht." Und das ist eine ziemlich treffende Beschreibung meiner Meinung von mir selbst. Sagt mir jemand: "Krass, diene Beine sehen verdammt fett in dieser Hose aus. Wieso gehst du so überhaupt nach draußen?!", komm ich damit viel besser klar, als wenn jemand sagt: "Wow, das Kleid steht dir unheimlich gut". Weil ich seit ungefähr 20 Jahren übe, mit harter Kritik an meiner Person klarzukommen. Die schlimmsten Beleidigungen kommen nämlich immernoch von mir selbst. Es scheint fast so, als müsste man schon ein gewisses Maß an Selbstbewusstsein besitzen, um ego-umschmeichelnde Worte annehmen zu können. Paradox, dass gerade die, die eigentlich am meisten Zuspruch bräuchten, am wenigsten damit anfangen können.

Gut, jetzt klingt das verdammt so, als würde ich mein Leben lang als scheues Reh durch die Gegend laufen. Dem ist nicht so. Tatsächlich bin ich eigentlich nicht der schüchterne Typ. Aber manchmal überrollt mich so eine unglaubliche Welle der Zweifel und für ein paar Wochen muss ich mir dann konstant bewusst machen, warum ich durchaus eine Existenzberechtigung auf dieser Welt habe und diese auch einfordern kann. Und das regt mich mit am meisten auf. Eben dieses ständige so-tun-als-ob. Ich meine, es hilft wirklich. Deshalb habe ich euch ja meinen Leitsatz vorgestellt - irgendwann glaubt man tatsächlich, dass man selbstsicher ist, wenn man nur lange genug so tut. Aber dahin zu kommen kostet viel Energie. Und es ist anstrengend, immer wieder von vorne anfangen zu müssen.
Ich glaube, es gibt keine schwierigere Arbeit als die im eigenen Kopf.

26.09.2014

[Gerede] Turbo- Brüssel. Oder: Wie viele Sehenswürdigkeiten passen in zwei Tage?

09:08 0 Comments
Was macht man, wenn man Semesterferien hat, vom Fernweh gepackt wird und bei zwei guten Freundinnen dieselben Symptome entdeckt? Genau, man fährt einfach mal ein paar Tage weg. Und weil wir cool sind und uns außerdem immer gerne weiterbilden, haben wir uns gegen Strand und für Belgien entschieden. Genauer gesagt Flandern. Genauer gesagt Brüssel. Brüssel ist eine spannende Stadt voll mit interessanten Orten und Menschen. Das liegt zum einen daran, dass es super multi-kulti ist - die vielen Touris aber auch die vielen Zuwanderer, die in Brüssel - der Hauptstadt der EU - wohnen, bilden einen wirklich interessanten und spaßigen Mix. Zwei Tage sind natürlich viel zu kurz, um so eine riesige, vielfälige Stadt zu erkunden. Daher hatten wir ein richtig volles Programm und haben dieses ganz Touri-mäßig auch durchgezogen.

Drei Dinge verbindet jeder sofort mit Brüssel: Pommes, das Manneken Pis und das Atomium. Selbst Leuten, die sich eigentlich nicht großartig mit Belgien beschäftigt haben, wissen, dass man dort angeblich die besten Pommes bekommt. Angeblich? Im Ernst! Abseits der Touri-Fallen gibt es an jeder Straßenecke kleine Imbiss-Buden, die riesige Mengen an riesigen Pommes verkaufen - inklusive einer oder zwei Sorten Soße. Wobei da die Auswahl wirklich schwer fällt, denn Mayo und Ketschup werden eher selten zu den Pommes gegessen. Warum auch, wenn man ungefähr 25 Alternativen hat, die richtig, richtig lecker schmecken?
Die besten Pommes haben wir ganz durch Zufall gefunden. Eigentlich waren wir auf der Suche nach dem Europäischen Parlament, konnten dieses aber zuerst leider nicht finden (wie man dieses riesige Gebäude übersehen konnte, ist mir rückblickend ein echtes Rätsel) und sind deshalb durch Irren und Wirren quer durch die Gässchen von Brüssel auf die wohl weltberühmteste Pommes-Bude Belgiens gestoßen. Zu Recht weltberühmt, kann ich da nur sagen. Es ist wohl auch ein bisschen bezeichnend für meine Prioriätensetzung, wenn ich den Pommes hier mehr Platz zugestehe, als dem Europäischen Parlament, aber so ist das eben. Wobei das auch sehenswert war. Auf jeden Fall geben sollte man sich das Parlamentarium - das kostenlose Museum zur EU - richtig großartig gemacht und kurzweilig informativ. Aber eben nicht so lecker wie die Pommes ;)

So beeindruckend Pommes und Parlamentarium waren, so enttäuschend ist der kleine, pinkelnde Mann. Ich weiß, es ist Brüssels Wahrzeichen und ich finde es auch sowohl aussagekräftig als auch sympathisch, wenn eine Stadt einen pinkelnden Jungen als sein Symbol auserwählt. Aber irgendwie stellt man sich das dann doch etwas spektakulärer vor. Tatsache ist aber, dass das Manneken Pis ungefähr 60 cm hoch ist und man nicht näher als 2 Meter ran kommt. Aber an manchen Tagen hat der Bub immerhin etwas an. Wie hier einen wunderschönen Jogginganzug der kommenden Olympischen Spiele.

Ein weitaus imposanteres Wahrzeichen der Stadt - auch, wenn dieses ein bisschen außerhalb des Zentrums liegt - ist da schon das Atomium. Ein Gebäude, das aussieht, wie ein riesiges Eisenmolekül. Das Ding ist um die 100 Meter hoch, wobei die Kugeln quasi die Räume und die Röhren die Gänge sind. Ziemlich genialer Ausblick ist es auf jeden Fall. Und die Röhrengänge sind extrem genial spacig.


Und was gibt es sonst noch? Freundliche, hilfreiche Menschen, die drei verwirrt dreinblickenden, verzweifelt in der Karte nach dem Weg suchenden Mädels sofort und ohne zu Zögern ihre kompetente Hilfe anbieten. Bunt bemalte und künstlerisch gestaltete Metro-Stationen, die einen fast die wunden Füße vergessen lassen, die man nach 12 Stunden Sightseeing hat, und natürlich eine unglaubliche Vielfalt an Architektur. Und Essen. Erwähnte ich das Essen bereits? Ich bin sicher, der einzige Grund dafür, dass sich die Bewohner Brüssels nicht alle rollend fortbewegen ist die Tatsache, dass es viel zu hügelig ist. Müssten die nicht die ganzen Berge hoch und runter laufen, sähen die Leute dort ganz anders aus.


Was man sich auch unbedingt ansehen sollte - einfach, um mal einen Eindruck von der kitschigen Architektur dieser Stadt zu bekommen, die ja auch immerhin Königssitz ist, ist der Grand Place mit dem Rathaus und der Börse. So viel Gold, Stuck und Pomp habe ich selten auf einem Haufen gesehen und ich war wirklich fasziniert. Vor allem wunderschön war der Blumenmarkt auf dem Grand Place, der Gott sei Dank an unserem zweiten Tag die Bierzelte vom vergangenen Bierfest abgelöst hat. Eine enorme Geruchsverbesserung ging damit übrigens auch einher.

Und wo wir grade vom Königssitz reden: nicht zu vergessen ist natürlich der Palast von Philippe und Mathilde - wann hat man schon sonst mal die Gelegenheit, einen der größten Paläste Europas zu sehen? Wenn ich so darüber nachdenke wirkt es fast, als müsste die Stadt mit ihren riesigen Gebäuden das kleine Männchen kompensieren ;) Jedenfalls ist dieses Gebäude wirklich enorm und passt im Grunde unter keinen Umständen vollständig auf ein Foto. Wir haben es natürlich trotzdem versucht.

Was ich allerdings auf solchen Städtereisen tue und auch wirklich jedem rate ist, neben all dem obligatorischen Sightseeing einfach mal ein oder zwei Stündchen ziellos durch die Stadt zu schlendern und sich ein bisschen treiben zu lassen. Das kann in verschiedenen Vierteln Brüssels sehr sehr köstlich werden. Zum Beispiel im Quartier des Sablons, wo es nicht nur wundervolle kleine Cafés gibt, sondern sich auch die Läden der Chocolatiers aneinanderreihen, als wäre dort die Luft für die Pralinenherstellung am besten. Was ich nicht beurteilen kann. Was ich allerdings weiß, ist, dass ich in meinem Leben noch nie so köstliche Schokolade gegessen habe wie dort. Also ist dies ebenfalls ein Gerücht über Belgien, das ich definitiv bestätigen kann. Und die mich in meiner Berg-rollende-Menschen-Theorie unterstützt.

23.09.2014

[Rezi] Rita Falk - Hannes

11:52 2 Comments
Erscheinungsjahr: 2012
Genre: Erzählung
Seitenzahl: 202


Teaser:
Du, Hannes, es wär jetzt schön, wenn du langsam wieder werden würdest. Es ist nicht das Gleiche ohne dich. Gestern Abend hatte ich ja noch Besuch (wie berichtet), wir haben Bier getrunken und über alte Zeiten gequatscht. Plötzlich hat der Brenninger gesagt, wie dämlich wir zwei gewesen wären, mitten im Februar, quasi mitten im Winter, mit den Maschinen rauszufahren.



Handlung
Erst ist alles ganz normal und ganz alltäglich, doch mit einem Schlag ändert sich die ganze Welt. Nach einem schweren Motorradunfall liegt Ulis bester Freund Hannes im Koma. Wochen-, monatelang ist er nicht ansprechbar und bleibt doch für Uli die erste Anlaufstelle für dessen Probleme im Leben - das natürlich weiter geht, auch wenn Hannes an Maschinen angeschlossen im Krankenhaus liegt.

Um das alles verarbeiten zu können und den Kontakt zu Hannes - und auch zu sich selbst - nicht zu verlieren, auch wenn er gerade nicht auf der Bettkante seines Freundes oder auf der Fensterbank in dessen Krankenzimmer sitzen kann, schreibt Uli Briefe an Hannes. Damit dieser auf dem Laufenden bleibt, und alles nachlesen kann, was er während seines Komas verpasst. Denn natürlich wird er wieder aufwachen; was soll Uli denn auf dieser Welt ohne ihn?

Meine Meinung
Hilfe mein Herz! Vor zwei Tagen habe ich dieses Buch beendet und noch immer treibt es mir Tränen in die Augen, wenn ich daran denke. Es ist wohl keine Übertreibung, wenn ich sage, dass mich selten eine Figur so stark beeindruckt hat, wie Uli. Und ich brauche wahrscheinlich noch eine Weile, bis ich darauf wieder klarkomme.

Hannes liegt im Koma und sein gesamtes Umfeld hat plötzlich kein normales Leben mehr. Seine Freundin Nele nicht, seine Eltern nicht und seine eingeschweißte Clique auch nicht. Jeder hat die Last zu tragen, aber niemand kümmert sich so aufopferungsvoll um Hannes, wie seine Eltern und sein bester Freund. Uli verbringt jede Minute, in der er nicht arbeiten oder dringend Schlaf nachholen muss, an Hannes Seite - massiert ihm die Hände, liest ihm den Sportteil der Zeitung vor oder erzählt ihm einfach aus seinem Leben. Was so passiert in der psychiatrischen Einrichtung, in der er Zivildienst macht. Wie er mit Hannes Unfall zurecht kommt. Wie alle anderen damit zurecht kommen. Oder eben auch nicht. Und das alles fasst er nochmal in mal kurzen und mal langen Briefen zusammen, die Hannes den Wiedereinstieg ins Leben nach seinem Erwachen erleichtern sollen.

Und genau diese Briefe sind es, die wir in diesem Roman zu lesen bekommen. Darin erfahren wir das, was Uli seinen besten Freund wissen lassen möchte - über Liebesbeziehungen, Streitereien, Kummer, Erfolgserlebnisse. Eben alles. Und wir erfahren immer wieder, wie es um Hannes Zustand bestellt ist. Ob er Fortschritte macht. Oder ob niemand zu ihm darf, weil die geringste Infektion seinen Tod bedeuten könnte.

Uli ist ein unheimlich sensibler Charakter, der in keiner Weise eine moralische Instanz ist, aber im Umgang mit Hannes und allen anderen Menschen, die seine Hilfe brauchen, absolut bewundernswert reagiert. Er ist keiner, der große Reden schwingt, er tut einfach, was getan werden muss. Und obwohl es ihn genauso zermürbt wie alle anderen, Hannes so teilnahmslos daliegen zu sehen, stellt er dieses Gefühl nicht über Hannes Anspruch darauf, gerade in dieser Zeit die Menschen um sich zu haben, die er am meisten liebt.

Der Schreibstil ist vielleicht etwas gewollt umgangssprachlich. Mir kam es teilweise ein bisschen gestellt vor - allerdings spielt die Geschichte in Bayern und ich kann mir durchaus vorstellen, dass man dort so redet (Klingt das böse? So ist es nicht gemeint. Mir sind nur ein paar Ausdrücke aufgefallen, die man hier im Norden halt einfach nicht verwendet ;) ). Auf jeden Fall hat Uli seinen eigenen Stil mit kleinen Einzelheiten, die sich öfter wiederholen und sozusagen seine Markenzeichen sind. Immer wenn er "Hannes, mein Freund, ich habe gestern..." oder etwas in der Art schreibt, musste ich tief durchatmen. Niemals hat ein Buch das Wort Freundschaft so bitter und so eindrucksvoll definiert.

Ein Buch, bei dem ich wirklich Angst vor dem Ende hatte. Erstens, weil es dann vorbei ist. Umd zweitens, weil das Ende gerade bei so einer Geschichte alles versauen kann, wenn es unsensibel, lieblos oder einfach klischeehaft ist. Zum Glück ist nichts dergleichen eingetreten. Ich liebe das Buch. Lest es. Aber legt euch Taschentücher daneben. 5 rosa Wölkchen von mir.


21.09.2014

[Musik] Sonntagslieder #102

10:56 2 Comments
Wisst ihr, was ich richtig toll daran finde, zu lesen? Also unter anderem? Durch Bücher kann man super viel lernen - und damit meine ich kein Faktenwissen (obwohl das natürlich auch), sondern man stößt auf Dinge, die einem persönlich etwas bringen können. Unter anderem geht es für mich dabei um Musik. Ich liebe es, wenn in einem Buch auf ein oder mehr Lieder angespielt wird, die ich kenne, und die mich damit direkt in die richtige Stimmung bringen, um das Buch zu lesen. Noch mehr allerdings liebe ich es, wenn unbekannte Songs angesprochen werden. Dann setze ich mich vor meinen Laptop, schmeiße Youtube an und lange ruckzuck in einer Endlosschleife aus mir unbekannter Musik. Mich dort einzuhören, macht mir furchtbar viel Spaß und gerade in meinem aktuellen Buch sind wieder einige Inspirationen dabei. Deshalb zeige ich euch heute die Top 3 der Lieder, die ich ohne ein Buch wahrscheinlich niemals kennengelernt hätte und die ich nicht mehr missen möchte:



The Cure - In Between Days
Beginnen wir doch gleich mit oben genanntem Buch: Nick Hornby - "A long way down". Ich weiß noch nicht, wie es ausgeht, aber ich schätze mal, der Ton dieses Lieds hat mich auf den richtigen Trichter gebracht. Auf jeden Fall hat es mich dazu gebracht, mich mit der Band zu beschäftigen und was ich da höre, gefällt mir sehr gut :)


Leonard Cohen - Sisters Of Mercy
Zu diesem Musiker bin ich durch ein Buch von Antonia Michaelis gekommen. In "Der Märchenerzähler" spielen Cohens Lieder eine unglaublich wichtige Rolle für die Protagonistin. Zum Glück.


Mike Oldfield - On Horseback
Und das letzte Lied habe ich aus einem Buch, in dem Musik quasi im Mittelpunkt der Erzählung steht: "Linna singt" von Bettina Belitz. Das Lied baut irgendwie auf, finde ich. Manchmal braucht man das.

Ich hoffe, meine kleine Zusammenstellung hat euch gefallen. Gibt es auch in euerer Playlist Lieder, die ihr durch Bücher oder Filme kennen- und lieben gelernt habt?
Einen wunderschönen, gemütlichen Sonntag wünsche ich allerseits! ♥

19.09.2014

[Rezi] Carlos Ruiz Zafón - Der Gefangene des Himmels. Friedhof-der-vergessenen-Bücher, Teil III

15:22 0 Comments
Erscheinungsjahr: 2013
Originaltitel: El prisionero del cielo
Genre: Roman
Reihe: Friedhof-der-vergessenen-Bücher-Reihe, Teil III
Seitenzahl: 402


Teaser: Der Tag verlief rege und mit bescheidenen, aber konstanten Verkäufen. Fermín ließ sich keine Gelegenheit entgehen, meinen Vater für den Segen der Krippe und dieses Jesuskindes mit der Statur eines baskischen Gewichthebers zu loben.




Achtung! Spoilergefahr!*Achtung! Spoilergefahr!*Achtung! Spoilergefahr!

Handlung
Daniel und Bea sind glücklich verheiratet und ihr kleiner Sohn Julián ist gesund und munter. Die Buchhandlung von Daniels Vater Sempere und Söhne läuft zwar nicht blendend, doch die Finanzlage ist grundsätzlich mehr oder weniger stabil. Hinzu kommt, dass Daniels bester Freund Fermín Romero de Torres im Begriff ist, seine geliebte Bernada zu ehelichen. 

Und genau hier tun sich die Probleme auf. Schon seit längerem ist Fermín bedrückt und dieser Zustand verschlimmert sich, je näher das Hochzeitsdatum rückt. Als dann ein merkwürdiger fremder Mann die Buchhandlung betritt und darauf besteht, das teuerste Buch aus dem antiken Buchbestand der Semperes zu kaufen - eine Ausgabe von "Der Graf von Monte Christo" - um diese dann mit einer mysteriösen Widmung für Fermín in der Buchhandlung zu lassen, nimmt Daniel seinen Freund in die Mangel und lässt so lange nicht locker, bis Fermín auspackt und seine gut gehütete Vergangenheit, von der wohlweislich niemand in seinem Umfeld etwas weiß, vor Daniel ausbreitet.

Meine Meinung
Dieser dritte Teil des Zyklus' um den Friedhof der vergessenen Bücher knüpft in einer perfekten Weise an seine beiden Vorgänger an und nimmt den Leser mit in das oftmals düstere aber immer wieder vor Hoffnung strahlende Barcelona der 1940/1950er - Jahre.

Da jeder Teil für sich genommen eine eigenständige und geschlossene Geschichte abgibt, war meine anfängliche Sorge, nicht mehr alle Einzelheiten aus den vorherigen Bänden parat zu haben, völlig unbegründet. Zwar finden sich viele Verweise zueinander in den einzelnen Geschichten, aber auch ohne diese vollständig entschlüsseln zu können, bietet dieses Buch ein wunderbares Lesevergnügen.

Diesmal befassen wir uns näher mit der ungeklärten Vergangenheit des Fermín Romero de Torres, von dem man eigentlich nur weiß, dass dieser Name nicht sein Taufname ist. Dieser Fermín, der Daniel und seinem Vater der beste Freund und Beschützer ist, die wunderbarsten Kettensätze bauen kann und insgesamt eine der raffiniertesten Charaktere ist, von denen ich bisher das Vergnügen hatte zu lesen, erhält hier endlich seinen verdienten Raum, um sich vollständig zu entfalten.

Los geht es dabei wie in einem Deja vu damit, dass ein myteriöser Fremder erscheint, merkwürdige Aussagen von sich gibt und von einem neugierigen Daniel verfolgt wird. So beginnt Daniels Reise der Erkenntnis, die auch am Ende des Buches - nachdem Fermíns Geschichte beendet ist - noch lange nicht aufhört und sicherlich im vierten Teil fortgeführt wird. Auch das gefällt mir sehr gut an dem Buch; obwohl Fermíns Lebensgeschichte, die von Leid, Hass und Willkür der Justiz genauso geprägt ist wie von Selbstlosigkeit und echter Freundschaft, im Fokus steht, bleibt innerhalb der Handlung genug Raum, um auch andere Figuren zu Wort kommen zu lassen. 

Auch wenn ich mich mit meiner Meinung dem allgemeinen Tenor zu Zafóns Werken anschließen muss, kann ich nichts anderes tun, als diesen Schreibstil und die Geschichte als durchweg wunderbar zu bezeichnen. Eine Mischung aus treffenden aber nicht ausgelutschten Metaphern, ausgewählte Sprache und diesen völlig individuellen Geschichten, die dennoch so eng miteinander verwoben sind, begeistern mich jedes Mal aufs Neue. 

In diesem dritten Teil gibt es deutlich weniger Fantasy-Elemente als bei den Vorgängern, aber auch das tut dem Lesegenuss keinen Abbruch. Im Gegenteil ist dieser Teil mehr den je politisch ausgerichtet: die fiesen Elemente kommen nun nicht aus eine magischen, sondern aus einer sehr realen Welt der Diktatur und des institutionalisierten Verbrechens.

Gesamturteil: Großartig. Ich vergebe 5 Wölkchen und eine absolute Leseempfehlung!


16.09.2014

[TAG] Wie ticke ich beim Bloggen?

10:18 4 Comments
Schon vor einiger Zeit habe ich bei Sari von mondgras.de ein total interessantes Stöckchen gefunden, dass das Blogverhalten abfragt. Und weil mich grundsätzlich immer interessiert, wie andere Blogger das alles so machen, habe ich beschlossen, das Stöckchen doch direkt mal mitzumachen. In der Hoffnung, dass irgendjemand hier vielleicht den selben Gedanken hat und meine Neugier befriedigt :D Also los geht's!

1. Du besuchst einen neuen Blog. Was liest du als erstes?
Das kommt darauf an, was das für ein Blog ist. Bei einem Buchblog checke ich als erstes mal die Rezensions-Seite, um zu schauen, ob der Buchgeschmack des Bloggers irgendwie mit meinem eigenen konform geht. Dann lese ich gerne ein paar mehr oder weniger persönliche Infos über den Blogger und klicke mich anschließend queerbeet durch neue und alte Posts.
2. Interessiert dich die “Über-Seite”, falls vorhanden, weil du etwas über die Person erfahren möchtest, die da schreibt?
Na klar! Die persönliche Note ist meiner Meinung nach das, was das Bloggen von professioneller, journalistischer Arbeit abhebt (wobei es natürlich auch genug solche Blogs gibt, aber die lassen wir einfach mal ausgeklammert ;) ). Mir ist es wichtig, einen Eindruck vom Charakter des Bloggers zu bekommen, denn wenn da schonmal auf der gleichen Wellenlänge geschrieben ist, auf der ich auch schwimme, macht das Lesen des Blogs gleich viel mehr Spaß.

3. Schaust du dir auch die vorherigen Einträge an oder nur den aktuellsten?
Zumindest nehme ich es mir immer vor. Allerdings fehlt mir leider oft die Zeit dazu. Aber wenn mich mal die Muse küsst, durchstöbere ich auch gerne ganz alte Posts. Ausnahme sind hier wieder die Rezensionen: wenn mich ein Buch interessiert, schaue ich da eigentlich nicht auf das Erstelldatum der Rezension und da kann es schonmal leicht passieren, dass ich auf einen wirklich alten Post stoße. Das ist dann auch manchmal sehr interessant und aufschlussreich :)
4. Liest du manchmal im Archiv?
Da geht es mir genauso wie mit Frage 3. Wenn ich Zeit und Lust habe und der Blog das hergibt, schaue ich schon gerne mal in die Monate von vor zwei Jahren.

5. Hältst du ein Gästebuch für überflüssig?
Ehrlich gesagt: ja. Ich habe noch nie verstanden, warum ein Blog ein Gästebuch benötigt, wo man doch unter jeden Post einen Kommentar bekommen kann. Der muss sich ja auch nicht zwangsläufig und ausschließlich auf den Inhalt des Posts beziehen, sondern kann auch allgemeines Feedback und liebe Grüße enthalten. Von daher hat ein Gästebuch meiner Meinung nach keinerlei Mehrwert.

6. Müssen dich die Farben und die Gestaltung eines Blogs ansprechen, damit du ihn wieder besuchst?
Es muss nicht unbedingt meinem persönlichen Geschmack entsprechen, aber eine harmonische Farbgestaltung und ein übersichtlich gegliederter Aufbau sind auf jeden Fall wichtig, damit ich einen Blog regelmäßig besuche. Chaos und Reizüberflutung verscheuchen mich dagegen eher.

7. Bist du eher ein Blog- Abonnent und wartest gespannt auf den nächsten Eintrag oder besuchst du einen bestimmten Blog nur bei deiner ausführlichen Blogrunde?
Sowohl als auch. Ich versuche, in den News-Feeds von Blogger und Bloglovin und auch bei Facebook immer mehr oder weniger am Ball zu bleiben. Wenn ich dazu aber längere Zeit nicht gekommen bin, drehe ich auch gerne mal eine ausführliche Runde und schaue auf allen meinen Lieblingsblogs vorbei. Das passiert aber wirklich eher selten, weil das schon sehr zeitaufwendig ist.

8. Wie lange bloggst du schon?
So lange wie dieser Blog existiert. Er ist sozusagen mit mir gewachsen und wir sind jetzt im vierten Jahr. Wie die Zeit vergeht! :D

9. Was findest du interessanter, ein Blog oder ein Forum?
Beides hat seine Vor- und Nachteile, finde ich. In Foren bin ich persönlich kaum aktiv, sondern hole mir eher Input, während ich beim Bloggen (logischerweise) eher der Produzent bin. Bei beidem mag ich die Gemeinschaft, die sich irgendwann herausbildet, aber Foren finde ich meistens doch einen Tick zu unübersichtlich. Interessant kann aber - je nach Thema - natürlich beides sein.

10. Hast du schon mal schlechte Erfahrungen mit dem Bloggen gemacht?
Da hatte ich bisher wirklich total Glück. Keine fiesen Kommentare, keine Shitstorms, nichtmal irgendwelche schwerwiegenden Design-Pannen haben mich bisher heimgesucht *klopf dreimal auf Holz*. Abgesehen von der Spam-Kommentar-Welle, die mich zur Zeit überrollt, bin ich wunschlos glücklich :)

11. Findest du es unhöflich, wenn du schon einige Male einen Blog besucht hast, aber keinen Gegenbesuch bekommst?
Wenn ich dort mehrere (nette und zum Thema passende) Kommentare hinterlasse und darauf gar keine Resonanz bekomme, finde ich das in der Tat mehr als unhöflich. Selbst, wenn die Kommentare auf dem eigenen Blog beantwortet wurden, finde ich einen kleinen Gegenbesuch irgendwie angebracht. Schließlich stalke ich nicht ständig bei dem anderen, ob der Kommi beantwortet wurde. Aber ich finde nicht, dass mein Blog dann im Gegenzug zurück abonniert werden muss. Wenn ein Rück-Kommentar abgegeben wurde und ich damit weiß, dass meine Kommis nicht im Nirvana verschwinden, ist das völlig in Ordnung.

12. Liest du die Kommentare, die andere vor dir geschrieben haben?  
Meistens schon. Damit ich nicht alles noch einmal schreibe, was da schon zehnmal steht, und weil mich die Diskussionen auch oft interessieren. Schließlich ist das Schöne am Bloggen nicht nur der Content, sondern vor allem auch der Austausch darüber.

Et voilà. Jetzt seid ihr gefragt! Wie würdet ihr die Fragen beantworten? Schreibt es mir gerne in die Kommentare (es gibt auch garantiert 'ne Antwort ;) ) oder lasst den Link dazu da, falls ihr das Stöckchen mitnehmt! :D

10.09.2014

[Rezept] Eiskaffee - Plätzchen mit weißer Schokolade

07:00 2 Comments
Der Sommer scheint mehr oder weniger vorbei zu sein - laut dem Pflanzenkalender sind wir in diesem Jahr vier Wochen zu früh dran mit allem und damit klopft mehr oder weniger schon der Herbst an die Tür - aber das ist natürlich nur ein Grund mehr, um leckere, sommer-frische Kekse zu backen und sich damit immerhin ein bisschen Sommerlaune nach Hause zu holen. Und bei diesen Temperaturen stellt man doch auch viel lieber den Backofen an als bei 30°C. Alles hat seine Vor- und Nachteile ;) Also auf in die Küche und ran an die Rührschüssel!

Was ihr braucht
250g weiche Butter oder Margarine
150g Zucker
1 Päckchen Vanillinzucker
1/2 TL Salz
2 Eier
300g Mehl
1 Päckchen Backpulver
3 EL Milch
75g weiße Schokolade
3 EL instant Eiskaffee-Pulver

Und außerdem
2 Rührschüsseln
ein Backblech mit Backpapier
einen Backofen
ein Rührgerät

So wird's gemacht
Die Butter / Margarine mit Zucker, Vanillinzucker und Salz schaumig aufschlagen und danach einzeln die Eier einrühren. Mehl und Backpulver dazugeben und unter Rühren die Milch nach und nach in den Teig kippen.
 Danach wird eine Hälfte des Teigs in eine andere Schüssel gefüllt. Die Schokolade grob hacken und in die eine Schüssel geben. In die andere Schüssel kommt das Eiskaffee-Pulver und wird mit etwas Milch zusammen untergerührt.
Anschließend kommen mit Hilfe von zwei Teelöffeln Teighäufchen auf das Backpapier. Ein halber Teelöffel des einen Teigs kommt direkt neben einen halben Teelöffel des anderen Teigs, sodass jede Teigsorte jeweils eine Hälfte eines Kekses bildet (ist das verständlich ausgedrückt? xD ). Die Häufchen sollten mit etwas Abstand voneinander gesetzt werden, da sie im Ofen noch ein wenig auseinander gehen.
Der Ofen sollte auf 160°C Umluft vorgeheizt sein; die Kekse brauchen dann ungefähr 8 Minuten. Wenn sie fertig sind, können sie mit übrig gebliebender weißer Schokolade verziert werden - dazu war ich allerdings zu faul ;)

Bei mir sah das dann so aus



Auf dem Bild sieht man ganz gut die zwei Teile, aus denen die Kekse bestehen. Eine helle und eine dunkle. Eigentlich wollte ich versuchen, einen Ying-und-Yang-Keks zu basteln, aber das hat leider nicht so gut funktioniert :D




Weil die Kekse ein Geschenk waren, habe ich sie in ein großes Glas gefüllt und aus Backpapier, einem alten Knopf und Garn so ein putziges Schildchen als Deko gebastelt. Kam gut an - hauptsächlich aber natürlich wegen dem leckeren Inhalt.



Ob als Geschenk oder für die Kaffeetafel - diese Kekse sind super lecker, schnell gemacht und vor allem ist der Teig wirklich ergiebig. Niemals hätte ich gedacht, in einer Runde dieses riesige Glas voll zu bekommen - aber das war gar kein Problem! :D

07.09.2014

[Musik] Sonntagslieder #101

09:00 1 Comments
Heute, mit Ablauf dieser Woche, ist offiziell auch meine Zeit als zweifache Sklavin des Arbeitslebens vorbei! (Denkt euch hier ein erleichtertes, glückseeliges Seufzen, das fließend in einen schrillenden Jubelruf übergeht)
Was bedeutet das also? Ich muss von nun an bis Mitte Oktober lediglich noch zwei Hausarbeiten schreiben und kann die tun, ohne parallel diverse Früh-, Spät- und Wochenendschichten übernehmen zu müssen und die Arbeit am Unikram irgendwo dazwischenzu packen. Was das für ein Luxus ist, kann ich gar nicht in Worte fassen. Aber vorher gibt es jetzt nach diesem stressigen Sommer erstmal ein bisschen Party. Und Urlaub. Man gönnt sich ja sonst nichts. Euch gönne ich vorher aber noch meine liebsten Lieblingslieder der Woche. Die mich motiviert haben, auch noch den Endspurt mehr oder weniger erhobenen Hauptes hinter mich zu bringen.



Die Ärzte - Männer sind Schweine
Mal vom (durchaus auf einzelne Exemplare zutreffende) Inhalt abgesehen, ist es mir bei dieser Melodie vollkommen unmöglich, still sitzen zu bleiben. Und gute Laune fördert die Produktivität :D


Bosse - So oder So
Unangestrengt positiv sorgt auch dieses Lied immer für eine leuchtendere Weltsicht; auch wenn ich grade nur Gewitterwolken vor dem inneren Auge habe. Ich ich liebe das Video dazu ♥


Simple Plan - Time To Say Goodbye
Manchmal muss man Dinge oder Personen einfach loswerden. Und wenn das Ende lang ersehnte Ende nah ist, schadet es nie, dieses Ereignis musikalisch zu untermalen, um auch auf den letzten Metern noch durchzuhalten.

Wie sieht es bei euch aus? Was sind eure größten Motivationslieder, die euch immer wieder dazu bringen, aufzustehen und enldich die ganzen unliebsamen Dinge zu erledigen, die eben so anstehen? Inspiriert mich! :D
Ansonsten wünsche ich euch natürlich wie immer einen bezaubernden und motivierten Sonntag ♥

02.09.2014

Leserückblick August 2014

21:56 4 Comments
Dieser Leserückblick könnte auch den alternativen Titel tragen: "Von der Problematik des Rückblick, wenn nichts passiert ist, worauf man zurückblicken kann".
Denn sowohl blog- als auch lesemäßig ist im August wirklich nicht viel losgewesen. Wie auch schon im Juli habe ich bloß zwei Bücher beendet und bin zum ersten mal in meiner Blogger-Karriere bei einem dreistelligen Seitenzahlbetrag hängen geblieben. Better times are coming - ich habe die berechtigte Hoffnung, zum Ende des Jahres endlich wieder ein bisschen mehr Bücher zwischen die Finger bekommen zu können.

Gelesen
Ernest Hemingway - Inseln im Strom (*Rezi*)
Yann Martell - Schiffbruch mit Tiger (*Rezi*)

In Seiten
769

Durchschnittsbewertung
3,3 Wölkchen

Highlight des Monats
Auf jeden Fall Schiffbruch mit Tiger. Endlich mal wieder ein Buch, das mir in Erinnerung gerufen hat, warum ich eigentlich so gerne lese. Kam genau zum richtigen Zeitpunkt.

Enttäuschung des Monats
Da bleibt ja nicht mehr viel Auswahl. Aber wirklich enttäuscht war ich von Inseln im Strom nicht, denn ich hatte schon im Vorfeld damit gerechnet, dass es ein harter Brocken wird. Und das hat sich dann auch bestätigt.

In Bildern





Immerhin ergeben die Cover ein stimmiges Gesamtbild :D