08.10.2014

[Rezi] Kai Meyer - Arkadien erwacht. Arkadien-Reihe, Teil I

Erscheinungsjahr: 2009
Genre: (Jugend-)Fantasy
Reihe: Arkadien-Reihe, Teil I
Seitenzahl: 414



Teaser:
Rosa presste die Nase ans Glas und sah unter sich das Ziel ihrer Reise. Genau das, was sie gesucht hatte. Jede Menge Einsamkeit.
Palazzo Alcantara.




Handlung
Im vergangenen Jahr hat Rosa einiges durchgemacht. Um Abstand von den traumatisierenden Erlebnissen zu bekommen, reist sie nach Italien zu der Familie ihres Vaters. Diese Familie besteht im Grunde nur noch aus Florinda, Rosas Großmutter. Der übrige Teil der Familie ist - genau wie Rosas Vater auch - irgendwie zu Tode gekommen. Wie genau lässt sich nicht immer mit Bestimmtheit sagen, denn wie viele andere Familien auf Sizilien sind auch die Alcantaras ein Mafia-Clan, der den Gesetzen der Mafia folgt. Rosas Schwester Zoe lebt schon seit einiger Zeit auf dem Anwesen der Familie und so hofft auch Rosa, dort willkommen zu sein und Ruhe zu finden.

Es stellen sich allerdings vier Dinge heraus, die diese Ruhe stören: Die Alcantaras leben in ständiger Gefahr vor den Intrigen einer anderen alteingesessenen Mafia-Familie mit denen sie eine lange und leidenschaftliche Fehde verbindet, den Carnevares. Alessandro Carnevare ist allerdings in Rosas Alter und einer der wenigen Menschen, mit denen sie sich auf Anhieb gut versteht. Rosas moralische Integrität verhindert, dass sie vor den Machenschaften der Familien einfach die Augen verschließen kann. Und zum krönenden Abschluss stellt sich heraus, dass nicht die Zugehörigkeit der Familien zur Mafia die wahre Gefahr ist.

Meine Meinung
Wenn man den Klappentext liest, denkt man zuerst an eine Art Romeo-und-Julia-Geschichte: zwei verfeindete Clans, deren Kinder sich über den tief verwurzelten und gewaltsam durchgeführten Streit hinwegsetzen und trotz allem zueinander finden. Und wahrscheinlich nicht sterben. Denn wir sind hier ja nicht bei Shakespeare.

Weit gefehlt! Auch wenn die Basis eine ähnliche ist, unterscheidet sich die Umsetzung doch deutlich von einer Nachahmung des shakespear'schen Original und umgeht so geschickt die Gefahr, schnulzig, kitschig und klischeehaft zu werden.

Natürlich ist Klischee trotzdem ein Wort, das mir bei der Beschreibung dieses Buches als erstes einfällt. Oh, Rosa reist nach Sizilien. Schön. Und wo gerät sie prompt hinein? In den Zwist zweier Mafia-Bosse. Hm.  Gut für sie, dass sie von Anfang an wusste, was sie da erwartet, denn seit dem Tod ihres Vaters wurde sie regelmäßig von der Polizei verhört. Obwohl sie, die sie ihr Leben lang in Amerika aufgewachsen ist, überhaupt nichts von den Geschäften ihrer Familie väterlicherseits weiß. Doch das ändert sich, als sie sich vor Ort immer mehr Einblick verschafft - und was sie erfährt, gefällt ihr gar nicht.

Alessandro dagegen ist schon von Anfang an relativ gut im Bilde. Schließlich wird er in naher Zukunft - sobald er volljährig ist nämlich, das Erbe seines Vaters antreten und Clan-Oberhaupt der Carnevares werden. Doch nicht alle Clan-Mitglieder stehen auf seiner Seite, sodass er sich im Prinzip in der ständigen Gefahr befindet, einem tödlichen "Unfall" zum Opfer zu fallen.

Zu dieser Geschichte gesellt sich noch die fantastische Ebene, die von griechischen Mythen, fabelhaften Wesen und einem besonderen Familienerbe gekennzeichnet ist und der Mafia-Geschichte eine gewisse Würze verleiht.

Die beiden Protagonisten sind natürlich etwas stereotyp aufgebaut, brechen aber auch hin und wieder aus ihrer Rolle aus und überraschen Leser und Charaktere im Buch. Es gibt spannende Wendungen, Kämpfe, eine süße Liebesgeschichte, die aber nicht abgeschmackt ist und ein zu lösendes Geheimnis. Alles vermischt mit einem ansprechenden, kurzweiligen Schreibstil. Eine schöne Mischung, die zwar wenig in die Tiefe geht, aber ein tolles Leseerlebnis bietet. Und ich bin extrem gespannt darauf, wie es weitergeht, weil viele interessante Geschichten angelegt sind.
Alles in allem gibt es von mir solide drei Wölkchen für eine gute Unterhaltung und die Hoffnung, dass es genauso oder sogar besser weiter geht.


Kommentare:

  1. Ich war auch etwas enttäuscht von dem Buch, vor allen Dingen, da viele gemeint hätten es wäre gut, aber ich konnte leider auch nicht so viel mit dem Schreibstil anfangen :/
    Na wenigstens bin ich nicht die Einzige, die es nicht so überwältigend fand :D

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    1. Eigentlich war ich sogar positiv überrascht! :D 3 Wölkchen sind immer sehr solide bei mir; aber ja klar - überwältigt hat es mich tatsächlich nicht. Aber das schaffen nur wenige Bücher xD

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