29.10.2014

# Rezensionen

[Rezi] Kai Meyer - Arkadien fällt. Arkadien-Reihe, Teil III

Erscheinungsjahr: 2011
Genre: (Jugend-) Fantasy
Reihe: Arkadien-Reihe, Teil III
Seitenzahl: 448


Teaser:
Die Harpyie stieß ein markerschütterndes Kreischen aus und geriet ins Taumeln. Ihr Flügelschlag kam aus dem Rhythmus. Rosa verlor erneut die Orientierung, als die Eule ein Stück absackte, so plötzlich, dass Rosa ein panisches Zischen ausstieß und dabei ihre Zähne aus dem Leib ihrer Gegnerin riss.



Achtung! Spoileralarm!* Achtung! Spoileralarm!* Achtung! Spoileralarm!*

Handlung
Nachdem Fundlings Tod bekannt wird, organisiert Alessandro eine Beerdigung, wie sie sonst nur Familienmitgliedern zusteht. Aber Fundling hat Rosa und Alessandro nicht nur das Leben gerettet und dafür seines gegeben, er ist auch zusammen mit Alessandro aufgewachsen und für diesen darum ein Teil seiner Kindheit. Ausgerechnet zu der Beerdigung nun taucht Richterin Quattrini zusammen mit ihren beiden Leibwächtern auf - alles Mitglieder der Anti-Maffia - um das Gespräch mit Rosa und Alessanfro zu suchen. Die Richterin scheint mehr als umfassend über die Dynastien Arkadiens informiert zu sein und wird bei dem Gespräch Opfer eines hinterhältigen Mordkomplotts. Da Rosa und Alessandro zum Zeitpunkt des Anschlags alleine mit der Richterin waren, sieht es natürlich so aus, als wären sie für deren Tod verantwortlich. Ihnen bleibt nichts anderes übrig, als die Flucht zu ergreifen und werden damit zu Verfolgten - nicht nur von der Polizei, sondern auch von ihren jeweiligen Familien, die sich über alle Konflikte hinweg zusammengeschlossen haben, um der Beziehung der beiden endgültig ein Ende zu setzen.

Meine Meinung
Abschlüsse einer Reihe sind ja immer etwas schwierig. Vor allem in diesem Fall waren noch so viele lose Enden und offene Fragen, dass es eine große Leistung wäre, alles angemessen miteinander zu verknüpfen. Und glücklicherweise kann ich berichten, dass Kai Meyer diese Aufgabe meiner Meinung nach gut gemeistert hat.

Mit nicht mehr als ein paar vagen Anhaltspunkten und haarsträubenden Vermutungen versuchen Rosa und Alessandro, auf den Grund des Geheimnisses zu kommen, warum sie im Mittelpunkt eines so ausgetüftelten Plans stehen und sich ausnahmslos alle Clans der Insel gegen die beiden wenden.
Der Druck kommt von allen Seiten und die beiden kämpfen verbissen um jeden noch so kleinen Informationsfetzen, um endlich das große Ganze zu verstehen. Alles scheint mehr oder weniger bei der TABULA zusammenzulaufen; einer Organisation über die niemand etwas zu wissen scheint. Eine große Hilfe bei den Nachforschungen sind erstmal Danai Thanassis und ihr Vater, die schon länger gegen diese Organisation kämpfen.

Die Handlung setzt mit einer wahnsinnigen Geschwindigkeit ein und verliert auch während ihres Verlaufs nicht an Tempo. Ein Schlag folgt auf den nächsten und parallel werden immer mehr Verbindungen sichtbar. In der Mitte hatte die Story für mich dann einen kleinen Durchhänger, weil zu viel Action irgendwann halt auch ein bisschen langweilig wird, aber das hat sich relativ schnell wieder gelegt, als im letzten Teil - vor dem großen Showdown - der Schwerpunkt mehr darauf lag, die Geheimnisse rund um TABULA aufzudecken.

Es fügt sich irgendwann alles zusammen - meiner Meinung nach ein bisschen zu gut und auch ein bisschen absehbar, aber das tut dem Lesevergnügen nur wenig Abbruch. Die Figuren sind gewohnt detailliert ausgestaltet, sodass es Spaß macht, sie bei diesem Wettrennen gegen... nun ja, den Tod zu begleiten. Die Nebenfiguren erhalten nicht so viel Raum wie in den Vorgängerbänden, aber wenn sie auftauchen, dann gewohnt liebenswert. Ich bin ein Iole-Fan - die Kleine ist so ein toller Charakter! Der Schwerpunkt liegt so stark wie nie auf Rosa und Alessandro, die beide ihre Verwandlungen immer besser im Griff haben. Vor allem Rosa hat ihr Erbe mittlerweile völlig unter Kontrolle; ihre Entwicklung in der gesamten Reihe ist wirklich beachtlich.

Sehr gut gefallen hat mir auch immer wieder die moralische Komponente: Rosa, die nicht in der Mafia aufgewachsen ist, hat immer Skrupel vor jeder Gewalttat, stellt alles in Frage und merkt mit Schrecken, wenn sie es doch mal genießt, Macht auszuüben. Diese permanente Infragestellung finde ich in einem Buch, bei dem so viel Blut fließt, enorm wichtig.

Dieser letzte Band hatte für mich zwar einige Längen und war nicht der stärkste Band der Reihe und lässt durchaus einige Fragen offen, ist aber trotzdem ein schöner Abschluss. Es gibt 3 Wölkchen dafür von mir.

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