30.11.2014

[Musik] Sonntagslieder #107

10:21 0 Comments
Es ist Weihnachten!
Diese Botschaft verbreite ich seit Freitag überall in meiner Umgebung. Und dann muss ich meistens meinen Weihnachtsbegriff erläutern, der offensichtlich mit dem der meisten Menschen auseinander geht. Deshalb auch hier die Klarstellung: diese "Vorweihnachtszeit" ist für mich nicht ein Vorlauf auf diese eigentlichen drei Feiertage, sondern auch schon das Fest. Alles glitzert, man schreibt Weihnachtskarten, isst Kekse und denkt an die Menschen, die man besonders mag. Also - Weihnachten. Und deshalb sieht es bei mir im Zimmer aus, als wäre eine Kitsch-Bombe explodiert und deshalb setze ich mich heute Nachmittag in den Zug und gondele nach Lübeck zu einem der tollsten Weihnachtsmärkte, die ich kenne. Am ersten Adventssonntag. Das ist ganz sicher eine mega tolle Idee...haha! :D



The Baseballs - Rudolph The Red Nosed Reindeer
Grundsätzlich als erstes packe ich das Weihnachtsalbum der Baseballs aus. Diese Coverversionen verbreiten Weihnachtsstimmung und gut Laune. Oder wer kann bitte bei diesem Lied still sitzen bleiben? :D


Mighty Oaks - Brother
Aber weils natürlich auch ein bisschen gemütlich sein soll, ist auch dieses Lied stark in meiner Playlist vertreten. Und außerdem momentan mein Weck-Klingelton. So verderbe ich mir immer die schönen Lieder - sie reißen mich aus dem Schlaf.


Fall Out Boy - Centuries
Zum Schluss noch mein absolutes Lieblingslied der letzten Zeit. Läuft rauf und runter :)

Damit wünsche ich euch einen wunderschönen ersten Advent und eine zauberhafte, stressfreie Weihnachtszeit ♥

29.11.2014

[Rezi] Gianrico Carofiglio - Die Illusion der Weisheit

20:37 0 Comments
Erscheinungsjahr: 2012
Originaltitel: Non esiste saggezza
Genre: Erzählungen
Seitenzahl: 218



Teaser:
Manchmal passiert es, dass man die richtige Antwort gibt und es im selben Moment weiß. Es passiert selten, aber es passiert. Wir wussten es beide.





Inhalt
10 kurze Erzählungen befinden sich in diesem kleinen Büchlein, die in sich abgeschlossen sind und inhaltlich nicht miteinander zusammenhängen. Ein Schwerpunkt kristallisiert sich dennoch heraus - in vielen der Erzählungen geht is in dem einen oder anderen Sinn um Kriminalität. Verbrechen, die begangen wurden, Verhörtechniken, die Verdächtige zum Reden bringen, sind zentrale Motive von nicht nur einer Geschichte. Doch auch Kindheitserinnerungen oder besondere Begegnungen zweier Menschen bilden den Rahmen für eine kleine, intensive Geschichte.

Meine Meinung
Eigentlich bin ich nicht so der Kurzgeschichten-Typ (witzig: grade lese ich noch ein Buch mit lauter Kurzgeschichten), und falls es euch auch so geht, muss ich ganz ernsthaft sagen: gebt diesem Buch eine Chance, denn es hat sie verdient!

Jede einzelne Geschichte erschafft auf ganz kleinem Raum eine so dichte Atmosphäre und entfaltet sich bewundernswert vielschichtig, dass es mich beim Lesen richtig aus den Socken gehauen hat. Damit ich ein bisschen Substanz in dieser Rezi habe, schreibe ich einfach über meine zwei Lieblingsgeschichten; die verdeutlichen auch direkt zwei Dinge: die Diversität der Thematiken zum einen und die Intensität des Schreibstils zum anderen.

Fangen wir an mit "Interview mit Tex Willner". Diese Geschichte ist in Dialogform gehalten und es geht um einen Interviewer, der mit der Figur Tex Willner ein Interview führt. Dabei kristallisiert sich nach und nach heraus, dass Tex eine Comic-Figur ist, die den Journalisten durch seine Jugend hindurch begleitet hat. Ohne davon jetzt mehr verraten zu wollen (so viel zur Substanz... aber Spoiler sind böse!), thematisiert dieser kurze Dialog so viele Aspekte des Heranwachsens, der Identitäsfindung und auch - was mich ja ganz besonders begeistert hat - Überlegungen zur Erzähltechnik selbst, dass es fast schon ein kleines Feuerwerk ist. Obwohl sehr wenig drumherum passiert - eigentlich gar nichts, denn bis auf ein paar Regieanweisungen am Anfang und Ende gibt es nur die Sprechteile - oder vielleicht auch gerade deswegen ist diese Begegnung sehr intensiv und der Interviewer macht auf knapp 15 Seiten eine ziemlich große Entwicklung durch.

Uuund meine absolute Lieblingsgeschichte, die mich mit Abstand am meisten beeindruckt hat, ist "Das doppelte Leben der Natalia Blum". Diese Erzählung steht getreu dem Motto "Das beste zum Schluss" steht diese Erzählung ganz am Ende des Buches und hat mich gleich von Beginn an fasziniert. Es geht darin um einen erfolgreichen Lektoren, der ein vielversprechendes Manuskript von einer jungen Frau erhält. Das Manuskript ist noch nicht beendet und scheint äußerst autobiographisch zu sein. Weil der Schreibstil von Natalia so dermaßen mitreißend ist, will er ihr gleich einen Vertrag anbieten. Doch sie meldet sich nicht mehr bei ihm und der Lektor befürchtet - anhand von dem im Manuskript aufgebauten Bild - dass ihr etwas passiert sein könnte. Diese Erzählung arbeitet auf so vielen Ebenen der Fiktion, der Fiktion in der Fiktion und der Realität der Fiktion, dass es einfach unglaublichen Spaß gemacht, hat, sie zu lesen. Klingt komplex - ist es aber gar nicht so sehr, denn der Schreibstil ist eingängig, prägnant und trotzdem äußerst malerisch.

Endlich hat es mal wieder ein Buch geschafft, die höchste Auszeichnung von mir zu erhalten. 5 rosa Wölkchen gibt es von mir!

24.11.2014

[Rezi] Justin Cronin - Die Zwölf. Passage-Trilogie, Teil II

19:15 0 Comments
Erscheinungsjahr: 2013
Originaltitel: The Twelve
Genre: Science Fiction
Reihe: Passage-Trilogie, Teil II
Seitenzahl: 832


Teaser:
Die Erste dieser Kreaturen soll unter euch wandeln in Gestalt eines tugendhaften Mannes und das Böse in sich verbergen, und es soll sie befallen eine Krankheit, sodass er einem Dämon gleiche, furchtbar anzusehen. Er soll der Vater der Zerstörung sein und auf den Namen Zero hören.


Achtung! Spoilergefahr!*Achtung! Spoilergefahr!*Achtung! Spoilergefahr!*

Handlung
Von den urspünglichen 12 Testpersonen, die jeweils ihr eigenes Viral-Gefolge erschaffen haben, sind nach dem ersten Teil nur noch 11 übrig. Weil mit dem Tod dieser ursprünglichen 12 auch alle von ihnen abstammenden Virals sterben, ist die naheliegende Mission, nacheinander diese 11 umzubringen, um so die Menschheit von der ständigen Gefahr zu befreien.

Doch bevor e der Kampf gegen die Virals geschildert wird und die Geschichte der Protagonisten des Vorgängerbandes weitergeht, werden durch mehrere Zeitsprünge in die verschiedenen Stadien der Katastrophe, die die USA zerstört hat, nocheinmal veranschaulicht, welche Konsequenzen das Virus für die Menschheit in den verschiedenen Entwicklungsstufen hatte.

Irgendwann landen wir dann wieder in der interessanten Zeit, nämlich im Jahr 97 n.V., wo wir sowohl auf Amy als auch zum Beispiel auf Peter, Alicia oder Caleb treffen, die nach dem Kampf gegen Babock die unterschiedlichsten Plätze in der sich neu formierenden Gesellschaftsordnung gefunden haben. Oder im Fall von Alicia vielleicht eher neben der Gesellschaft stehen. Jedenfalls ist das erklärte Ziel, die Virals zu zerstören, um endlich wieder eine sichere Gesellschaft errichten zu können.

Meine Meinung
Der erste Teil dieser Trilogie hat mich ja nicht wirklich vom Hocker gehauen - zu viele Längen, zu viele unnötige Teilhandlungen und allgemein einfach viel zu klobig kam der daher. Weil mich aber die letzten 300 Seiten nochmal absolut eingenommen haben und das Ende richtig krass war, dachte ich, dass dieser 800-Seiten-Schinken auf jeden Fall einen Versuch wert ist. Und mein Optimismus wurde nicht enttäuscht.

Zuerst fällt positiv auf, dass in einem religiös anmutenden ersten Kapitel nochmal die wichtigsten Ereignisse aus Band 1 zusammengefasst werden. Ist man dann wieder auf einem guten Stand, gehts gleich erstmal wieder in das Jahr des Viral-Ausbruchs, was perfekt ist, um wieder in diese brutale Weltuntergangsstimmung reinzufinden, die sich mehr oder weniger durch das gesamte Buch ziehen wird. Die letzten Überlebenden versuchen irgendwie, vor den mit Leichen übersähten Städten zu fliehen und sich irgendwie zu retten. Besonders gut an diesem Teil hat mir die Schilderung der verschiedenen menschlichen Reaktionen auf ein solch traumatisierendes Erlebnis. Dieser Einblick in die Psyche hat mir sehr gut gefallen und schon direkt meine Stimmung positiv beeinflusst.

Danach geht es weiter. Damit, dass sich diverse Gruppierungen zusammenfinden und versuchen, ein neues System zu erschaffen, nach dem die Menschen sicher leben können. Dass das nicht so leicht ist, versteht sich ja von selbst. Und dann passiert es auch noch, dass es dem menschlichen Geschlecht leider immanent zu sein scheint, Macht gerne auch mal zu missbrauchen und das Wohl einiger weniger über das Wohl aller zu stellen. Folter, Intrigen, aber auch Rebellion und Mut sind großen Themenschwerpunkte.

Kritikpunkte habe ich aber leider trotz allem ein paar. Zum einen sind wirklich viele krasse Schilderungen von Gewalt in diesem Roman enthalten. Ob es jetzt um ein Massaker der Virals oder um eine brutale Vergewaltigung geht, stellenweise ist dieses Buch nichts für schwache Nerven. Was mir aber viel schwerer im Magen liegen geblieben ist die Aktivität der Rebellen. Selbstmordattentate, denen Unschuldige zum Opfer fallen, sind deren Hauptaufgaben und gerade in der heutigen Zeit ist das ein sehr sensibeles Thema, das für mich nicht reflektiert genug behandelt worden ist. Vor allem, weil man als Leser klar die Position der Rebellen einnimmt und deren Tun grundsätzlich unterstützt, denn sie kämpfen gegen das repressive Regime. Aber mal ehrlich: alle, die mit Sprengstoffgürteln in Menschenmengen gehen, sind der Meinung, sie tun das Richtige und befreien sich von der Unterdrückung. Bei wem liegt die Deutungsmacht um Gut und Böse, richtig und falsch? Das kam viel zu kurz.

Amys und Alicias Entwicklungen finde ich besonders stark in diesem Buch. Und es gibt außerdem die eine oder andere überraschdende Wendung. Ganz zu schweigen von dem fulminanten Showndown. Wie auch im Vorgängerband war das Ende auch hier mit Abstand am stärksten. Und mit dem Ende meine ich die letzten 200 Seiten. Auch wenn ich fast den gesamten Monat für dieses Buch gebraucht habe - das war es wert. 4 Wölkchen von mir!


16.11.2014

[Musik] Sonntagslieder #106

10:24 4 Comments
Normalerweise würde ich jetzt hier mit dem Befehel <insert random shit> entweder über die Uni, das Wetter oder Schokolade schreiben. Aber im Moment leidet meine soziale Kompetenz ein wenig und ich bin nicht in der Lage, Smalltalk zu führen. Weder in der Realität noch hier auf dem Blog. Keine Zeit, keine Zeit. Nur relevante Informationen werden zur Zeit von mir vermittelt. Und das sind in diesem Fall die drei Lieder, die mich in dieser Woche durch ihre beruhigende Wirkung vorm Abdrehen bewahrt haben.



Maroon 5 - Maps
Dieses Lied gehört in die Kategorie "Sing-Ding"; da kann man erstmal ein bisschen Stress kanalisiert und kontrolliert hinausposaunen.


3 Doors Down - Be Like That
Um dann wieder ein bisschen runter zu kommen, eignen sich Lieder mit einer eher ruhigen Struktur (und Streichern ♥ ) am besten.


Ed Sheeran - Thinking Out Loud
Und wenn sich dann der Blutdruck wieder stabilisiert hat, eignen sich ...ich nenne es mal "Schmalzlieder (im besten Sinn!) perfekt dazu, diesen Zustand zu erhalten. Und auch, wenn seine Lieder meistens etwas triefen, ist Eddys Stimme doch einfach nur mega :D


Und das war es auch schon für diese Woche. Was tut ihr, um Stress abzubauen? Gibt es auch ein paar Lieder, die euch dabei helfen, oder habt ihr ein ganz anderes Geheimrezept?
Einen schönen und stressfreien Sonntag wünsche ich! ♥

11.11.2014

[Gerede] Wer suchet... #8

20:12 3 Comments
Manche Dinge werden nie alt oder langweilig. Blogformattechnisch gehört für mich eindeutig das allseits bekannte Suchbegriffe-Sammeln dazu; aus mir völlig unerfindlichen Gründen erreichen Menschen mit den kuriosesten Suchanfragen das Haus des Wahnsinns - und finden hier sehr wahrscheinlich oftmals nicht unbedingt das, was sie tatsächlich finden wollen. Dafür habe ich aber immer wieder etwas zu lachen, wenn ich mir meine Statistiken anschaue - und diese Momente möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten. Also gibt es hier mal wieder fünf Suchanfragen, durch die Menschen auf diesem Blog gelandet sind und die ich mir nur bedingt erklären kann.

in cowboystiefeln schlafen
Selbst, wenn ich Cowboystiefel besäße, würde ich nicht darin schlafen. Aber man kann es sicher tun. Allerdings würde ich ein erfrischendes Fußdeodorant bereit halten.

rosamunde-pilcher-faktor
Völlig selbstreflexiv muss ich sagen, dass dieser Faktor hier wahrscheinlich eher weniger gegeben ist. Kein Rosen, kein Kitsch, kein Bling-Bling. Da fall ich wohl durchs Raster. Leider.

warum ist herr richte in.die.nsdap ein
Für die Zukunft: Stellt doch eure Fragen bitte in vollständigen Sätzen, wenn ihr schon eure Hausaufgaben von irgendwelchen Internetseiten klaut. Ein bisschen guten Willen erwarte ich da schon.

hermine teig weitergabe beenden
Zu meiner Zeit hieß dieses ominöse Kuchen-Kettenbrief-Teil noch Hermann, aber man muss ja immer mit der Zeit gehen. Die Weitergabe beendet man ganz einfach dadurch, indem man den Teig nicht weitergibt. In die Mülltonne damit. Irgendwann findet man erstens keine Abnehmer mehr und hat zweitens keinen Bock mehr auf diesen Kuchen.

wundervolle orte 
Ich finde es schön, dass auch solche Suchanfragen hierherführen :) Die wundervollsten Orte allerdings sollte man nicht im Internet, sondern in der Welt da draußen suchen. Oder doch zumindest in einem Buch. Da ist das alles nicht so flüchtig ;)

Das waren die fünf interessantesten Anfragen, die ich in letzter Zeit gesehen habe. Es ist doch immer wieder schön! :D Und deshalb meine Frage an euch: Was ist aktuell eure lustigste/verstörendste/verrückteste Suchanfrage, die in den Statistiken auftaucht? Schreibts mir gerne in die Kommis! :)

08.11.2014

[Gerede] Zweifelhafte Berichterstattung und warum Buh-Männer so schnell wechseln

18:54 4 Comments
"Jeder Arbeitnehmer hat das Recht, für bessere Arbeitsbedingungen zu kämpfen, ABER...", "die Idee des Streiks ist grundsätzlich zu befürworten, ABER..." und nicht zuletzt die fette Schlagzeile auf Spiegel.online "Der unsympathischste Arbeiterkampf Deutschlands". Solche Sätze und Aussagen treten in den letzten Tagen und Wochen vermehrt auf. Und das macht mich krank. Zwar sind einige dieser Schlagzeilen klar als Kommentar gekennzeichnet, dürfen deshalb entsprechend polemisch formuliert sein und die Meinung des Verfassers klar herausstellen. Aber auch ein Großteil der übrigen Berichterstattung zu dem Konflikt zwischen der Gewerkschaft GDL und dem Vorstand der Deutschen Bahn drückt dem Leser eine Meinung auf. Und zwar eine, die immer und immer wieder gegen den GDL-Chef Claus Weselsky feuert. Neutraler, qualitativer Nachrichtenjournalismus ist ja bekanntermaßen nicht selbstverständlich und daher auch nur selten zu finden, aber langsam ist es auch mal gut mit dieser unreflektierten Meinungsmache. Ich persönlich verfasse nun meinen ganz eigenen Kommentar zu dem Thema und vertrete ganz subjektiv eine völlig konträre Meinung zu dem gängigen Duktus. Vielleicht ist dann das Gleichgewicht wieder einigermaßen hergestellt.

Was sind denn überhaupt die Probleme, die zu der Eskalation geführt haben? Kürzere Arbeitszeiten und mehr Lohn sind ja schließlich die Standartforderungen von Gewerkschaften. Und bei einer Berufsgruppe wie den Lokführern, deren Gehälter tatsächlich unter dem deutschen Durchschnittsgehalt liegen und die gleichzeitig viele (unbezahlte) Überstunden machen müssen, ist diese Forderung auch legitim. Die DB hat im Jahr 2013 649 Millionen Euro Gewinn gemacht. Selbst wenn die Gewinnspanne nicht mehr so groß ist wie noch 2012 sind die Forderungen der GDL wirtschaftlich umsetzbar. Denn wo sollte man bitte den Gewinn besser reinstecken, als in die Mitarbeiter, die das Unternehmen schließlich tragen? Ich weiß, diese Frage stellen sich die Manager der großen Konzerne eher selten, denn für die gelten die Mitarbeitergehälter oft als größter wirtschaftlicher Schaden, der ihrer Firma jährlich zugefügt wird. Aber diese traurige Haltung ist ein anderes Thema. Was medial viel stärker aufgeputscht wird, ist der angebliche Machthunger des GDL-Chefs, weil dieser ganz plötzlich nicht nur die Tarifbedingungen für die Lokführer, sondern auch für die Zugbegleiter oder die Rangeierführer aushandeln will. Selbige werden eigentlich von der Gewerkschaft EVG vertreten, deren Einflussbereich die GDL mit ihren Forderungen eindämmen will. 

Soweit, so gut. Aber in dieser Gleichung fehlt doch noch etwas! Ach ja, die DB! Denn diese hat auch maßgeblichen Anteil an den Verhandlungen, taucht aber nur selten in den Medien auf. Und wenn, dann als armer, hilfloser Konzern, mit dem die böse GDL einfach nicht mehr spielen will. Fakt aber ist, dass die DB ihre Interessen genauso rücksichtslos durchsetzen möchte, wie es der GDL immer vorgeworfen wird. Deshalb ist konsequente Gewerkschaftsarbeit auch so wichtig - damit die Konzerne nicht tun und lassen können, was sie wollen. Folglich gibt es Dinge, die absolut indiskutabel sind und von keinem ernstzunehmenden Gewerkschafter akzeptiert werden können; wie etwa der Vorschlag der DB, von nun an mit beiden Gewerkschaften gleichzeitig zu verhandeln (guter Ansatz!), im dem Fall aber, in dem nur eine der Gewerkschaften mit der Unternehmensleitung einig wird und die andere nicht, eben dieser anderen Gewerkschaft das Streikrecht und damit jede Bewegungsfreiheit zu nehmen. Das geht einfach nicht. Problematisch ist also nicht nur der gewerkschaftliche Machtkampf, sondern auch die wenig kompromissbereite Haltung der DB.

Streik tut weh. Sonst baut er keinen Druck auf ist er unwirksam. Warum sonst streiken in Deutschland hauptsächlich Berufsgruppen, die das öffentliche Leben beträchtlich einschränken? Die Müllabfuhr, die Piloten, die Lokführer? Weil das schmerzt! Und zwar nicht nur der Wirtschaft, sondern vor allem den Pöbel (ich darf das so schreiben, ich zähle mich dazu). Würde ein Streik in der Metallindustrie auch auf solch ein Entsetzen stoßen? Ich glaube nicht. Wenn dort diverse Werke still liegen, juckt das niemanden; ob der neue Golf in 4 oder in 6 Wochen lieferbar ist, macht keinen Unterschied. 
Leider schafft es die DB im Moment, den aufgebauten Druck umzuleiten und auf die GDL zurückzuwerfen. Und da muss man sich doch fragen, wie es sein kann, dass sich ein großer Teil der Gesellschaft plötzlich indirekt mit einem Unternehmen solidarisiert, das noch vor einem Jahr stark unter Beschuss stand. Erinnert ihr euch an das Chaos am Mainzer Hauptbahnhof, der fast komplett lahm gelegt war, weil im Stellwerk ein paar Mitarbeiter krank waren? Wie desolat die personelle Situation in dem Konzern ist, wurde da doch deutlich! Wie kann es ein, dass plötzlich nicht mehr der DB-Vorstand unter Beschuss steht, sondern die Gewerkschaften, die genau gegen solche Sachen kämpfen? Weil die meisten Journalisten den "Einzelgänger" Weselsky unsympathisch finden? Weil sie durch Zugausfälle ihre Meetings verpassen? Weil einer angefagen hat zu meckern und jetzt alle anderen nachziehen müssen? Was ist da los?! Meine Theorie: die DB hält sich medial extrem bedeckt. Bis zum Donnerstag gab es kein Statement direkt vom Vorstand und somit gab die DB einfach keinen guten Aufhänger her. So ließen sie einfach die Medien für sich arbeiten und die GDL als Buh-Mann-Verein dastehen. Mit Weselsky als personifiziertem Übel.

Es ist ziemlich einfach, die Verhandlungen der GDL als reinen Machtkampf abzustempeln. Diese Kategorisierung erfasst die Komplexität des Falles aber in keinster Weise und führt auch zu nichts. Das Streikrecht ist zu befürworten - ohne ABER. Und wenn es konsequent angewandt wird, gibt es nichts zu jammern. Da muss man dann durch, bis ein Kompromiss gefunden wird. Punkt.

05.11.2014

[Rezept] Gnocci mit Zwiebel- Lauchsauce (+Schnitzel! ;D )

09:45 1 Comments
Schon vor einiger Zeit habe ich auf dem Blog der lieben Nina ein Rezept entdeckt, dass es mir sofort angetan hatte. Mal abgesehen von dem köstlich aussehnden Bild ist besteht diese leckere Komposition ausschließlich aus Teilen, die ich richtig gerne esse. Und das Sahnehäubchen: man braucht gar nicht viel. Nicht viele Zutaten, nicht viel Zeit, nicht viel Koch-Können. Eindeutig perfekt also, um in die heiligen Hallen dieses studentisch angelegten Kochbuchs zu kommen, das hier im wahnsinnigen Haus entsteht.

Das braucht ihr:
1 Packung Gnocci
1 Stange Lauch
1 rote Zwiebel
300 ml Milch
1 TL Gemüsebrühe
3 Putenschnitzel
Salz, Pfeffer, Paprikapulver
 etwas Öl

Außerdem:
1 Topf
2 Pfannen
diverse Messer, Löffel und Schneidebrettchen
ein Nudelsieb

So wird's gemacht:
Zuerst stellt ihr einen Topf mit Wasser auf den Herd und bringt das Wasser zum Kochen. Danach ein bisschen salzen und die Gnocci reingeben. Wenn sie oben schwimmen, sind sie gut. Bis es soweit ist, könnt ihr euch schonmal an die Schnibbel-Arbeit machen: den Lauch in Scheiben und die Zwiebel in halbe Ringe schneiden. 

Dann das Fleisch von Fett und Sehnen entfernen. In der Zwischenzeit dürften die Gnocci fertig sein, also könnt ihr sie abgießen und erstmal zur Seite stellen. Beide Pfannen auf den Herd stellen und jeweils ein bisschen Öl darin erhitzen. Die Schnitzel mit Salz, Pfeffer und Paprikapulver würzen und in der einen Pfanne braten. 

In die andere Pfanne gebt ihr den Lauch und die Zweibeln und bratet diese ebenfalls kruz an. Mit Salz und Pfeffer würzen und dann die Gemüsebrühe mit der Milch verrühren und dazugeben. Die Gnocci ebenfalls in die Pfanne schmeißen und alles ein bisschen ziehen lassen.

Wenn die Schnitzel gut sind, sollte auch die Beilage fertig sein. Alles zusammen auf einem Teller anrichten und fertig!

Und so sah das ganze bei mir aus:


Wenn ihr es lieber vergetarisch wollt, wie Nina es auch vorgeschlagen hat, dann lasst das Schnitzel einfach weg. Ich persönlich finde die Kombi aus naturbelassenem Schnitzel mit Gnocci, Lauch und Zwiebel nahezu genial und auf jeden Fall extrem lecker. Yummi! ♥

02.11.2014

[Musik] Sonntagslieder #105

11:24 2 Comments
Halloween ist endlich vorbei. Das ist meine Proklamation für diesen Sonntag. Voller Erleichterung und Freude kann sie nun endlich von all denjenigen ausgesprochen werden, die genauso wie ich irgendwie gar nichts mit diesem "Fest" anfangen können.
Mal abgesehen von der fehlenden traditionellen Verankerung sind es zwei Dinge Dinge, wegen denen ich Halloween nicht mag: Verkleiden. Gruseln. Beides tue ich nicht gerne und beides ist nunmal die Quintessenz von Halloween. Und was ebenfalls unglaublich nervt, sind diese klingelnden Kinder. Im Ernst, die haben doch keine Ahnung. Es gilt nunmal die Regel: wenn du ein Kind bist und von mir keine Süßigkeiten bekommst, DANN SPIELST DU MIR GEFÄLLIGST EINEN STREICH und rennst nicht heulend zu Mami. Viel zu verweichlicht diese Kinder von heute.
Offiziell bin ich also ein bockiger Halloween-Griesgram, werde von meiner Mitbewohnerin einfach nicht mehr an die Tür gelassen, wenn es an diesem Abend klingelt und kann ganz in Ruhe ungruselige Musik hören.



Simple Plan - Ordinary Life
Traurigerweise ist es nunmal so: wenn in einem Lied in irgendeiner Form gezählt wird, mag ich es. Da kann man quasi direkt mitsingen :D


Kraftklub - Unsere Fans
Es ist so genial, wie sie mit dieser typischen Kritik umgehen und den Spieß einfach umdrehen. Und das Video dazu! Feier ich richtig!


The Rocky Horror Picture Show - Time Warp
Und weil dieser Film mein persönlicher Halloween-Standart ist, hier mein aktueller Ohrwurm. Für immer wahrscheinlich.

Wie ist das bei euch - mögt ihr Halloween oder seid ihr in diesem Fall auch eher die Spielverderber? In jedem Fall wünsche ich euch jetzt viel Spaß beim Hören und einen entspannten, ungruseligen Rest-Sonntag! ♥

01.11.2014

Leserückblick Oktober 2014

11:43 4 Comments
Eigentlich war in diesem Monat gar nichts los. Bis letzte Woche habe ich meine Tage mit lesen, Zoo Tycoon (eine kurze, aber intensive Obsession), rumliegen und Nichtstun verbracht. Doch dann ... fing die Uni wieder an. Ohne jetzt viel jammern zu wollen - tatsächlich hätte ich momentan mehrere Gründe zum Jammern, aber keiner davon schließt die Uni mit ein - muss einfach mal festgehalten werden, dass dieses Semester viel Arbeit wird. Super spannend, ganz sicher. Aber eben viel Aufwand. Vor allem lesetchnisch werde ich also wahrscheinlich wieder abbauen, denn wenn man sich den ganzen Tag lang mit den Tausend Plateaus von Gilles Deleuze beschäftigt, kann man sich am Abend für kein geschriebenes Wort mehr begeistern. Ich zumindest nicht. Um so mehr freue ich mich, heute noch einmal auf eine erfolgreiche Statistik zurückblicken zu können. Auf geht's!

Gelesen
Maggie Stiefvater - Nach dem Sommer (*Rezi*)
Anthony Horowitz - Das Geheimnis des weißen Bandes (*Rezi*)
Kai Meyer - Arkadien brennt (*Rezi*)
Kai Meyer - Arkadien fällt (*Rezi*)

In Seiten
1616

Durchschnittsbewertung
3,3 Wölkchen

Highlight des Monats
Bei fast ausschließlich guten Büchern fällt da die Entscheidung nicht leicht. Dennoch küre ich Arkadien brennt von Kai Meyer zu meinem Lieblingsbuch des Monats. Auch wenn die Entscheidung knapp ausgefallen ist :)

Enttäuschung des Monats
Hier dagegen ist die Platzierung klar. Das einzige Buch diesen Montas, das ich wirklich schlecht fand und von dem ich mir viel mehr versprochen habe: Nach dem Sommer von Meggie Stiefvater. Nee, nee.

In Bildern


Etwas jugendbuchlastig war die Geschichte diesen Monat. Das kommt auch nicht oft vor und wird sich sicher die kommende Zeit auch wieder ändern :D