05.02.2015

# Schatzkiste

[Lieblinge] Was an anstrengenden Tagen für kleine Lichtblicke sorgt

Im Moment fällt es mir wirklich schwer, mich aus dem Rage Mode auszuklinken und zu meinem ansonsten bemerkenswert ausgeglichenen und fröhlichen Naturell zurückzukehren. Manchmal wendet sich aber halt auch alles gegen einen, sodass ich kürzlich nach einem regelrechten Gewaltmarsch durch einen Schneesturm nass, zitternd, frustriert und verzweifelt mit dem Gedanken gespielt habe, mich einfach in den Schnee zu legen und auf den Tod zu warten. Dankenswerterweise kam der Bus aber vor dem Tod an meinem Aufenthaltsort an, sodass ich zwar nicht schnell, aber doch konstant meinem kuscheligen Zuhause entgegentransportiert wurde, wo ich der sich ankündigenden Lungenentzündung hoffentlich mit literweise Tee und einem verdienten Serientag entgegenwirken konnte. So eilig habe ich es ja dann doch nicht mit dem Sterben. Aber wenn man in der postweihnachtlichen Winterdepristimmung gefangen ist, muss man sich diesen Lebenswillen doch immer mal wieder bewusst vor Augen halten und die Schätze betrachten, die das Ganze dann doch wesentlich weniger dramatisch und furchterregend machen:

Gegenstand des Tages

Sehr wichtig dafür ist dieses wunderbare Gerät, dass ich von meiner Mutter zu Weihnachten bekommen habe und seitdem fast nicht mehr wegzudenken wage. Außerdem ist es das erste Küchengerät, das mir jemand geschenkt hat; irgendwie bin ich froh, dass das meine Mutter war. Naja, wie auch immer. Tee aufbrühen ist jetzt nur noch die Sache eines Knopfdrucks. Und damit der Komfort noch nicht aufhört, hat das Schätzchen sogar eine automatische Warmhaltefunktion. Quasi ein elektrisches Stöfchen. Das ist so super. Ich liebe das Ding!

Zitat des Tages
Dieses Gefühl, das Georg Büchner so treffend formuliert hat (auch, wenn ich mich mit dem Charakter, der die Worte spricht, ansonsten lieber nicht so sehr identifizieren möchte), kennt sicher jeder. In letzter Zeit habe ich aber manchmal sehr das Gefühl, meine Empathiefähigkeiten stetig zu verlieren. Das ist ein bisschen anstrengend. Aber dass es mir offensichtlich nicht alleine so geht, ist doch direkt mal ein tröstendes Gefühl.

Snack des Tages
Totale Obsession. Von einer Freundin angefixt und seitdem mampfe ich die Dinger fast mehr als Schokolade. Und das will schon was heißen. Obwohl dieses gesunde Zeug leider ziemlich auf den Geldbeutel geht, sodass ich doch wieder auf die billige Ersatzdroge umgestiegen bin. Aber ab und an gönne ich mir so ne kleine Tüte schonmal ganz gern :D

Getränk des Tages
Weniger wegen des Geschmacks, sondern mehr wegen der stabilisierenden Wirkung ist dieses Getränk zu nennen: Cranberrysaft. Nein, ich bin nicht auf Bio umgestiegen, aber manchmal kann man dem Neuen und Vourteilsbehafteten schon mal ne Chance geben. Wie gesagt, schmecken tut das Zeug relativ furchtbar, aber ein paar Schlucke am Tag reichen schon aus, um mich vor einer nervigen Blasenentzündung zu bewahren. Und das ist mehr, als so manches Tablettchen aus der Apotheke geschafft hat. Mag ich!

Paradox des Tages
Ich liebe die Uni. Ich hasse die Uni. 
Ein Semester liegt noch vor mir. Kanns kaum erwarten. Will nicht weg.
Dabei weiß ich gar nicht, ob es die Panik vor dem bösartigen Arbeitsmarkt ist, die dafür sorgt, dass ich mich an die "sichere" Uni klammere, oder doch vielleicht meine Begeisterung für meine beiden Studienfächer. Die sind nämlich echt grandios. Aber dieses Gerenne nach Credit Points geht mir so auf die Nerven. Aber... Aber... Aber... Da komm ich einfach zu keinem Konsens mit mir selbst.

Werk des Tages
Schals und Topflappen kann ich seit letztem Jahr wie am Fließband herstellen. Jetzt wollte ich den Schwierigkeitsgrad ein bisschen erhöhen. Und obwohl der aber eigentlich gar nicht so unendlich hoch war, hab ich es einfach nicht hinbekommen, eine Mütze zu häkeln - bis jetzt! Denn dieses Teil ist unter Blut, Schweiß und Tränen von meinen Händen erschaffen worden. Hätte ich gewusst, wie befriedigend sowas ist, wäre ich lieber doch Handwerkerin geworden.

Menschen des Tages
Die Retter meines Lebens: genau die Menschen, die es tatsächlich schaffen, mit einem muffeligen Wesen wie mir klarzukommen und ihm sogar ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Auch, wenn die Stimmung so am Boden ist, dass man in dem Fall wirklich von Magie sprechen kann. Ob witzige Geschichten, geschickte Ablenkungsmanöver oder einfach ein offenes Ohr - wenn ich auf einen Punkt dieser Liste nicht verzichten kann, dann auf genau die handvoll Leute, die wissen, was grade angebracht ist. Herzchen! Herzchen für sie! ♥♥♥♥♥

Trotz allem: das Leben geht weiter. Und auch, wenn genau das mein momentanes Problem ist, bleibt dabei doch der Vorteil, dass auch jeder Winter irgendwann vorbei ist. Und wenn das kein Lichtblick ist, dann weiß ich auch nicht weiter ... :D

Kommentare:

  1. Ha, was für ein genialer Post! Aber ehrlich, der Winter schlägt schon auf Gemüt - und es gibt nicht mal Schnee. Oder es gibt zum Glück keinen Schnee? So oder so, ich hasse Winter, und diesmal kann ich mich nicht mal auf einen Schikurs mit der Schule freuen. Im Ernst, im Winter ist alles scheisse xD Ein Temperaturhoch ist zwar noch nicht zu verzeichnen, aber immerhin werden die Tage schon länger. Langsam, ganz laaaangsam ...

    Wie ich mich auf den Frühling freue!

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    1. Danke schön! :D Ja, ne? Es ist einfach langsam genug mit der Kälte. Ob Schnee oder nicht, Frühling muss herbei und zwar zackig :D
      Das mit den längeren Tagen ist mir auch schon aufgefallen und ich freue mich jeden Tag um 17 Uhr, dass es noch nicht dunkel ist.
      Bald ist er da, der Frühling!

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