27.02.2015

[Rezi] Kerstin Gier - Silber. Das erste Buch der Träume

Erscheinungsjahr: 2013
Genre: (Jugend-)Fantasy
Reihe: Silber-Reihe, Band 1
Seitenzahl: 410



Teaser:
Lottie hatte Recht - das war nun wirklich nicht unser erstes Mal an einer neuen Schule, wir hatten schon weit schlimmeres überstanden. Dieses Mal konnten wir immerhin die Landessprache verstehen und sprechen, das war zum Beispiel in Utrecht nicht der Fall gewesen.



Handlung
Liv und ihre kleine Schwester Mia sind schon unglaublich oft umgezogen. Von den USA über die Niederlande, Deutschland und jetzt schließlich Großbritannien war schon vieles dabei. Diese Umzieherei hat vor allem damit zu tun, dass ihre Eltern geschieden sind und die beiden hauptsächlich bei ihrer Mutter leben - einer Literaturprofessorin, die immer wieder Lehraufträge an diversen Universitäten bekommt. Und jetzt geht ein Traum für sie in Erfüllung: eine Anstellung in Oxford! Also werden erneut Koffer und Kisten gepackt. Doch der Traum ihrer Mutter beinhaltet eine unschöne Überraschung für Mia und Liv: nicht nur einen neuen Job, sondern auch eine neue Beziehung hat sie in London gefunden, sodass sich eine Patchworkfamilie vom feinsten zusammenfindet.

Und als wäre das in Kombination mit dem Eingewöhnen an einer neuen Schule nicht schon genug an Problemen, beginnt Mia im Traum ihrem neuen Stiefbruder und dessen drei besten Freunden zu begegnen. Auf einem Friedhof. Während diese seltsame lateinische Formeln aufsagen. Richtig gruselig wird es dann, als sie den Verdacht nicht mehr abschütteln kann, dass diese Träume mitnichten nur in ihrem Kopf stattfinden, sondern dass das tatsächliche nächtliche Treffen sind und die anderen Beteiligten genau wissen, was vermeintlich in diesen "Träumen" geschieht. Doch was zum Himmel steckt nur dahinter?

Meine Meinung
Meine zweite Jugendbuch-Reihe von Kerstin Gier habe ich mit hohen Erwartungen begonnen und ich kann freudig verkünden, dass diese Erwartungen nicht enttäuscht wurden!

Mit einer guten Prise trockenem Humor sind Kerstin Giers Figuren normalerweise ausgestattet - und auch Liv lässt sich in diese Gruppe einteilen. Mit einigen lustigen Episoden, die nicht nur aus der Situation heraus komisch sind, sondern vor allem durch Livs Kommentare einen lockeren Witz erhalten, ist die gesamte Geschichte durchzogen und fängt auch gleich schon mit dem Käse-Gate am Flughafen in London an. Allgemein bietet Liv eine gute Identifikationsfläche für so manches Teenie-Herz, ohne dabei platt oder stereotyp zu sein - okay, vielleicht ein biiiisschen stereotyp - was sie für mich zu einer gelungenen Hauptfigur macht. Vor allem, weil die Geschichte auch passenderweise aus ihrer Perspektive geschrieben ist.

Liv und ihre Schwester haben kein allzu einfaches Leben, denn sie sind nirgendwo richtig zu Hause. Doch das soll sich nun ändern - in London wollen sie richtig sesshaft werden und auch ihre Mutter scheint diesen Plan zu verfolgen. Nur leider war in der Gleichung niemals die Rede von Ernest und seinen gut erzogenen Kindern Florence und Grayson, die beide ein bisschen älter als Mia sind. 
Nach einem gemeinsamen Patchwork-Abendessen bemerkt Mia aber, dass das größte Kuriosum in ihrem neuen Leben ist. Sie finden sich nämlich auf einmal in Graysons Traum wieder und es wirkt nicht nur alles seltsam real, sondern sie ist auch nicht der einzige Gast. Graysons beste Freunde sind ebenfalls da und am nächsten Tag in der Schule ist sich Liv sicher, dass sie alle fünf genau das gleiche geträumt haben. Weil sie Rätseln sowieso schon nicht widerstehen kann und Grayson ihr dann auch noch verbietet, sich in die Sache einzumischen, ist Liv natürlich nicht mehr zu halten und muss unbedingt rausfinden, was "die Sache" überhaupt sein soll.

Wer neben fantastischen Elementen und ein paar kleinen Love-Storys auf Klatsch und Tratsch steht - im Tittle Tattle Blog, der von einer Unbekannten Schülerin geführt wird, kann man regelmäßige Updates zum neusten Gossip an der Schule lesen. Natürlich ist Liv ab und an ein Thema, aber hauptsächlich geht es um gescheiterte Beziehungen und missglückte Frisuren. 

Kurz gesagt: Ich habe das Lesen total genossen - eine interessante und spannende Handlung gepaart mit humorvollen Charakteren und einem lockeren Schreibstil. Das ideale Buch für zwischendurch. 4 Wölkchen von mir.


1 Kommentar:

  1. Kann ich dir nur zustimmen! Frau Gier hat einfach so eine locker flockige Art zu schreiben, dass es sich ebenso flüssig liest. An manchen Stellen fand ich es einen Ticken zu sehr aufgetragen, aber sonst hatte es mir auch gefallen. Wenn auch nicht ganz so gut wie die Edelsteinreihe.

    Liebe Grüße,
    Tina

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