28.03.2015

[Rezi] Ursula Poznanski - Die Vernichteten

Erscheinungsjahr: 2014
Genre: (Jugend-)Dystopie
Reihe: Eliria-Reihe, Teil III
Seitenzahl: 526



Teaser:
Im Schatten dieser Erinnerung bin ich heilfroh, dass Tycho sich gestern zur Hecke geschlichen hat, auch wenn es eine Wahnsinnstat war. Heute früh war seine Stirn heiß und drei Kratzer waren rot und angeschwollen. Dhalion sollte ihm nichts mehr anhaben können.



*Achtung!*Spoilergefahr!*Achtung!*Spoilergefahr! *Achtung!*Spoilergefahr! 

Handlung
Sollte jemand die rote Spoilerwahrnung ignoriert haben, und weiterlesen, obwohl im Teil 1 und 2 der Reihe nicht bekannt sind, ist hier eine letzte Chance, um aufzuhören. Ernsthaft, ich muss wichtige Infos aus diesen Teilen aufgreifen und rate dringend davon ab, die schon vorm Lesen zu kennen. Das ist hier kein Spaß! ...;D

Ria kennt nun also das Geheimnis, wegen dem sie und viele andere junge Sphärenbewohner als Teil einer schrecklichen Verschworung gegen den Sphärenbund gelten und getötet werden sollen. Und viel schlimmer noch: auch, wenn Tyvho, Aureljo, Dantorian und sie nicht mehr akut auf dem Schirm der Sentinel stehen, sind sie dennoch in höchster Gefahr. Zumindest Aureljo und Dantorian, denen Ria nichts von ihrem Verdacht erzählt hat, bevor sie aus der Sphäre geflohen ist, und die entsprechend nichts von Dhalion und Quririns Plan wissen können. Sie tragen den hoch ansteckenden Erreger immernoch in sich und sind langsam in dem Alter, in dem er jederzeit ausbrechen kann.
Dazu kommt, das Quirin durch nichts dazu zu bewegen ist, das Heilmittel herauszugeben und Ria bei allen Infizierten eine Immunisierung durchführen zu lassen. Zu tief sitzt sein Plan, zu lange schon trägt er die Verzweiflung und Verantwortung alleine.

Als Qurin plötzlich verschwindet, kommt es zu Unruhen im Clan. Ria und Tycho werden wegen Mordes an Quirin angeklagt und entkommen nur knapp einem Todesurteil. Dass dahinter ein raffinierter Plan steckt, erscheint allen Eingeweihten offensichtlich und doch müssen die beiden zusammen mit Sandor und Andris den Clan verlassen. Quirin mag seinen Plan rücksichtslos verfolgen, aber auch Ria ist fest entschlossen, ihren nicht aufzugeben.

Meine Meinung
Leute, diese Reihe hat mich völlig geschafft. Ständig taucht ein neues Teil auf, das eine Verschwörung-Verschwörungs-Verschwörung aufdeckt und immer mehr Blick auf die Hintergründe freigibt, die so viel weitere Kreise ziehen, als die Sphäre Vienna oder der Clan der Schwarzdornen. Und vor allem gegen Ende hätte ich am liebsten jeden dieser Dumpfbacken mit Dostojewskis "Schuld und Sühne" beworfen. Hätte wirklich nicht geschadet, wenn das die Lange Nacht überlebt und dem ein oder anderen Verschwörer in die Hände gefallen wäre.

 Am Anfang sind von der ehemaligen Flüchtlingsgruppe nur noch Ria und Tycho übrig. Zwei sind tot und zwei sind noch immer in der Sphäre und versuchen, ein Rätsel zu lösen, dem Ria schon längst auf die Spur gekommen ist. Mit Sandor, Tycho und Andris an ihrer Seite will sie nun versuchen, zuerst ihre beiden Freunde und danach alle anderen Infizierten vor dem tödlichen und hoch infektiösen Virus zu retten. Dabei lauert Gefahr nicht nur auf Seiten der Sphären, die sich zu einem vernichtenden Rundumschlag gegen die Clans aufrüsten, sondern zunächst vor allem in den Reihen der Schwardornen. Vertrieben aber nicht wehr- und schon gar nicht hoffnungslos versucht die Gruppe, bei dem Bewahrer einer anderen Linie des Clans an das so dringend benötigte Heilmittel zu kommen.

Die Stimmung ist grundlegend sehr nervenaufreibend. Immer wieder finden sich die Figuren in plötzlichen Gefahrensituationen wieder und müssen versuchen, dort herauszukommen. Oder, und das ist viel öfter der Fall, sie bringen sich bewusst in eine solche Situation, weil es eben gerade erforderlich ist. So oft, wie mein Herz beim Lesen stehen geblieben ist, ist es ein Wunder, dass ich noch keine Herzrhythmusstörungen habe.
Nach wie vor empfinde ich Ria als super grandiose Hauptfigur; sie hat einen starken Charakter und eine interessante Persönlichkeit, die durch ihre Ausbildung nur gefestigt worden ist. Aber erst die Zusammenstellung mit den übrigen Figuren macht das Besondere der Geschichte aus. Jeder trägt dazu bei, dass die Handlung läuft und immer wieder aus einer anderen Perspektive beleuchtet werden kann. 

Weil die Politik vor allem das Leben der Außenbewohner so stark beeinflusst hat, kommt die Geschichte natürlich nicht ohne Beziehungsarbeit aus. Verlorengeglaubte Familienmitglieder tauchen plötzlich wieder auf und überhaupt scheint sich alles wieder ein bisschen einzupendeln, was früher gewaltsam auseinander gerissen worden ist. Übertriebene Emotionalität und kitschige Ansprachen bleiben dabei völlig auf der Strecke - im Gegenteil gelingt es der Autorin, den Gefühlen durch einen fast sachlichen Ton eine Wichtigkeit zu geben, die durch schwülstige Floskeln niemals erreicht werden könnte. Ganz im Sinne Rias. Und vor allem ihre Geschichte mit Sandor finde ich ganz wunderbar - auch die Problematik mit Aureljo, die dankenswerterweise nicht in eine nichtssagende und unnötig komplizierte Dreiecks-Kiste führt.

Vor allem gegen Ende wurde ich schon richtig paranoid und habe hinter jedem Satz irgendeine bedrohliche Wendung erwartet. Manchmal wurd sie erfüllt, manchmal nicht, und sehr oft kam eine solche Wendung, wenn ich leider doch kurz nicht damit gerechnet habe. Glücklicherweise waren aber nicht alle aufgedeckten Wahrheiten furchtbar und nicht jeder plötzlich auftauchende Schatten auf Mord aus, sodass die feine Waage zwischen Spannung, Schrecken und kleinen Lichtmomenten gut gehalten wurde. 

Das Ende ist, nun ja, einfach passend, wie ich finde. Ein paar Kleinigkeiten haben sich vielleicht etwas zu einfach eingefügt, aber das konnte ich leicht verzeihen, denn insgesamt war es eine runde Sache, die zu der ganzen Geschichte und vor allem natürlich zu Ria und ihren Fähigkeiten gepasst hat. 5 Wölkchen von mir dafür!


25.03.2015

[Rezept] Couscous-Bratlinge mit Möhrengemüse

Prokrastination wird meiner Meinung nach demnächst eine eigene Wertkategorie bei psychischen Krankheiten darstellen. Was so konstant immer mehr mediale Aufmerksamkeit erlangt, wird auch irgendwann von der Wissenschaft nicht länger ignoriert - sofern sich jemand dazu motivieren kann, sich mit Leistungsverweigerung zu beschäftigen.
Ich persönlich ziehe es vor, Prokrastination zu betreiben - denn auch, wenn die damit verbundenen Tätigkeiten selten zu dem eigentlich angestrebten Primärziel führen, ist man doch keineswegs unproduktiv. Ich zum Beispiel koche und putze. Was genial ist. Nach dem Kochen muss ich sauber machen und habe danach Hunger, sodass ich wieder kochen muss. Und die Uni-Arbeiten liegen ja auch geduldig auf meinem Schreibtisch. Das folgende Rezept habe ich jüngst ausprobiert und sofort in meinen Kanon aufgenommen.

Die Mitspieler
300g Couscous
300ml Gemüsebrühe
2 Eier
150g geriebener Käse (ich nehme am liebsten Gouda)
Semmelbrösel
Öl
Salz, Pfeffer, Paprikapulver und je nach Geschmack Piment
3-4 Möhren
Basilikum
Zaziki

Das restliche Team
eine große Schüssel
zwei Pfannen
einen Messbecher
diverse Rühgerätschaften
saubere Hände

Die Taktik
Weil die Möhren am längsten brauchen, schnibbelt man die erstmal in kleine Würfel, gibt sie mit etwas Öl und Basilikum in eine der Pfannen und stellt diese bei niedriger Stufe auf den Herd. Dort werden sie so lange gedünstet, bis sie bissfest sind.

In der Zwischenzeit das Couscous mit der Gemüsebrühe in der Schüssel vermischen und ein paar Minuten warten, bis alles schön aufgequellt ist und sich keine Flüssigkeit mehr in der Schüssel befindet. Eier, Käse und Gewürze dazu geben und alles gut vermischen. Anschließend immer portionsweise die Semmelbrösel unterheben; so lange, bis ein eine angenehm formbare Masse entstanden ist.

Die zweite Pfanne auf den Herd stellen und ein bisschen Öl darin erhitzen. Die Couscous-Masse noch einmal mit den Händen ordentlich durchkneten und dann die Bratlinge formen. Nacheinander in der Pfanne von beiden Seiten goldbraun anbraten.

In der Zwischenzeit sind die Möhren wahrscheinlich gar geworden. Auf einem Teller die Bratlinge, die Möhren und einen Klacks Zaziki anrichten - volià!

Standbild

Zugegebenermaßen könnte man das Zaziki auch selbst machen. Aber man muss es ja nicht übertreiben, finde ich. Außerdem will ich keine Gurke kaufen, wenn ich nur die Hälfte davon brauche, denn die andere Hälfte vergammelt dann immer im Kühlschrank :D
Jedenfalls ist das ein super leckeres Essen, das schnell gemacht ist und mit den richtigen Gewürzen trotzdem peppig ist. Guten!

23.03.2015

[Gerede] Das Soziale am Social Web

Die meisten Menschen, die ich kenne, haben ihren Alltag fast komplett mit dem berühmten Web 2.0 synchronisiert. Die Hauptkommunikationskanäle sind Facebook und Whatsapp, nach guten Rezepten fragt man nicht mehr so sehr die Nachbarin, sondern sucht sie auf verschiedenen Food-Blogs und bei Krankheitsanzeichen klickt man sich erstmal durch einschlägige Gesundheitsforen und entscheidet dann, ob ein Arztbesuch nötig ist.

Und erstmal ist es ja auch ziemlich großartig, dass man sich über alle lokalen Grenzen hinweg einer oder mehrerer Interessensgemeinschaften anschließen kann, um sich auszutauschen und selbst ein bisschen Identitätsarbeit zu betreiben. Die Möglichkeiten sind mindestens genauso vielfältig wie die Menschen, die sie nutzen. Und oftmals kommt da bei aller Gewohnheit der Gedanke zu kurz, wie besonders das ist. Und wie neu. Zumindest geht es mir so. Es ist noch gar nicht lange her, da war der normale Mensch von nebenan ein passiver Rezipient, der aufgenommen hat, was von Journalisten oder anderen publizistisch tätigen Menschen vorgesetzt wurde. Mittlerweile hat jeder die Möglichkeit, selbst Inhalte zu generieren und sich vor allem auch ein breites Meinungsbild einzufangen, das vielleicht nicht nur von ausgebildeten und selbsternannten Experten stammt. Der Austausch untereinander ist dabei das markanteste Merkmal dieses Internets. Weil oftmals unmittelbar auf eine Äußerung reagiert werden kann, unterscheidet sich das Verhalten online grundlegend nicht von dem Verhalten offline. Nur, dass die Deutungskontexte eben andere sind und auch öfter mal missverstanden werden können. Aber trotzdem bewegen wir uns in einem sozialen Gewebe, das so viel größer ist, als noch vor 10 Jahren.

Die Bereiche, in denen ich mich gerne bewege, entsprechen ziemlich genau meinen liebsten Freizeitgestaltungen: Essen, Sport, Bücher. Reisen. Und ein bisschen Schmink-Kram. Sachen, die nicht die Welt verändern, aber meinen persönlichen Kosmos um einiges bereichern. Und wie sich das für eine Bloggerin gehört, hänge ich am meisten auf anderen Blogs herum. Wenn es aber darum geht, nicht nur grundsätzlich ein bisschen Inspiration zu finden, sondern gezielt nach Informationen zu einem bestimmten Themenbereich zu suchen, sind Foren ebenfalls nicht zu verachten. Vor allem, weil sich mittlerweile ja auch viele Foren mit Bloggern vernetzen. Sicher den meisten von euch fallen dazu sicher direkt verschiedene Bücherforen ein. Mir ebenfalls. Verrückt.

 Eins davon, das mit Sicherheit ein paar von euch ein Begriff sein wird, ist der BücherTreff - liebevoll BT abgekürzt. Dort findet in den nächsten vier Wochen eine jährlich wiederkehrende Aktion satt, die exemplarisch ideal die Merkmale des Web 2.0 aufzeigt: Die BücherTreff Leserlieblinge formerly known as Bookie-Buchpreis werden gewählt. Dabei können die einzelnen Mitglieder über ihre liebsten Neuerscheinungen des jeweils vergangenen Jahres abstimmen; in diesem Fall also aus dem Jahr 2014. Heute startet passenderweise die erste Phase dieser Aktion, in der jedes Mitglied, das möchte, seine Highlights nominieren darf. Die eigentliche Wahl erfolgt dann in der zweiwöchigen Abstimm-Phase ab dem 06. April 2014. Währenddessen finden auch viele, zum Teil sehr feurige, Diskussionen rund im die Nominierungen statt.
Also: keine Fachleute geben den Takt an, direkter Austausch findet über eine technisch unkomplizierte Plattform statt, je mehr mitmachen, desto repräsentativer wird das Ergebnis, Informationen zu den gelisteten Büchern werden gleich mitgeliefert und die einzige Voraussetzung, um mitzumachen, ist ein Internetanschluss. Social Web vom Feinsten.

Das Soziale am Social Web ist die Tatsache, wie Menschen miteinander und mit Informationen umgehen - und das im Netz. Und irgendwie kann man sich ein Leben ohne nicht gar nicht so richtig vorstellen. Müssen wir ja auch glücklicherweise erstmal nicht. Also weiterhin fröhliches Socialising! ;D

22.03.2015

[Musik] Sonntagslieder #115

Genauso, wie das Wetter momentan zwischen Sonnenschein bei 16°C und Sturm bei 7°C schwankt, hebt und senkt sich auch meine Laune. Hauptsächlich, weil ich mich deshalb nicht mit den wichtigen Aspekten des hausarbeitsschreibenden Studenten beschäftigen kann - die Klärung des post-postmodernen Leistungskonzepts zum Beispiel - sondern herausfinden muss, wie viele Klamottenschichten ich anziehen muss, um mich wohl temperiert draußen aufhalten zu können.
Abgesehen davon bin ich vor zwei Tagen auf die glorreiche Idee gekommen, mir den Film "50 Shades of Grey" anzuschauen und seitdem schwanke ich zwischen Selbsthass für die größte Zeitverschwendung meines Lebens und Selbstlob, weil ich jetzt endlich differenziert über diesen Film lästern kann und schon bald ein paar Fans den Tag damit verderben kann. Vorfreude ist doch die schönste Freude.
Der Film war übrigens in absolut allen relevanten Aspekten das schlechteste, was ich jemals gesehen habe (abgesehen mal von den Schauspielern an sich; aber die können halt auch nicht mehr viel retten, wenn ihnen nix gescheites an die Hand gegeben wird) - auch was die Musik betrifft. Kuschelrock XI ist da besser aufgestellt. Und deshalb musste ich diese Woche ein musikalisches Gegenprogramm starten. Hier eine Auswahl:


The Gaslight Anthem - 45
Seit ihrem Festival-Hopping schon längst kein Geheimtipp mehr. Für mich trotzdem eine relativ neue Entdeckung. Wird auf jeden Fall mein Sommerbegleiter :D


The Offspring - You're Gonna Go Far, Kid
Nach neu kommt alt. Seit Ewigkeiten ist das eine Band, die ich immer wieder gerne höre ♥


Die Ärzte - Hurra
Same here. Wär das ein Charakterzug von mir, würd ich hier seit 10 Jahren übermäßig Fangirl sein. Das liegt mir aber nicht. Also feier ich einfach nur die Musik. Das aber exzessiv :D


Mit Musik wird alles besser. Eine Weisheit, die schon mein Ur-Opa beherzigt hat. Ob Trompete und Marschmusik oder Klavier und Klassik, irgendwas passt einfach immer. Im Moment sind es bei mir mal wieder Gitarren. Was hört ihr zur Zeit gerne?
Einen sonnigen und entspannten Sonntag allerseits! ♥

20.03.2015

[Rezi] Ursula Poznanski - Die Verschworenen

Erscheinungsjahr: 2013
Genre: (Jugend-)Dystopie
Reihe: Eliria-Reihe, Teil II
Seitenzahl: 463


Teaser:
Als hätte ich nicht jahrelang studiert, wie ich Menschen dazu bringe, meine Ideen für ihre eigenen zu halten. Ausgerechnet diesmal bin ich mit der Tür ins Haus gefallen, völlig geradeheraus, ausgerechnet bei Aureljo. Wie dumm von mir, wie unverzeihlich dumm.

*Achtung!*Spoileralarm!*Achtung!*Spoileralarm!*Achtung!*Spoileralarm!* 

Handlung
Ria, Aureljo, Tycho, Tomma und Dantorian verstecken sich weiterhin in der Stadt unter der Stadt. Nur wenige aus dem Clan der Schwarzdornen sind eingeweiht und diese wenigen sind absolut vertrauenswürdig. Der Bewahrer des Clans, Quirin, sitzt weiterhin regelmäßig mir Aureljo und Dantorian an den Plänen, die beiden in die nahe gelegene Sphäre Vienna2 einzuschleusen. Aureljo verspricht sich davon, endlich herauszufinden, warum die Gruppe überhaupt getötet werden sollte, während Ria absolut dagegen ist, dass sich die beiden den Sentinel so auf dem Silbertablett servieren. Auch sie möchte den Grund für ihre Situation erfahren und widmet sich deshalb der Suche nach Jordans Chronik, von der sie in der Bibliothek ein paar Fragmente entdeckt hat.

Der Aufenthalt unter der Erde ohne frische Luft und Sonnenlicht schlägt allen auf die Stimmung - zusätzlich zu dem Gefühl der Verlorenheit und Ungewissheit. Mit Sandor, der später einmal der Nachfolger des Fürsten werden wird, freundet Ria sich relativ schnell an, was ihr den unterirdischen Aufenthalt etwas erleichtert. Doch dann überschlagen sich die Ereignisse und Ria entschließt sich doch, zusammen mit Aureljo und Dantorian den Versuch zu wagen, sich mit falscher Identität in die Sphäre einzuschmuggeln.

Meine Meinung
Sofort nachdem ich diesen Teil beendet hab, bin ich in die Bibliothek gerannt und hab den dritten Band ausgeliehen. Das sagt alles relevante zu meiner Meinung über dieses Buch.

Das geheime und verborgene Leben unterhalb der Stadt und mit den wenigen Sozialkontakten, die eben da sind, werden wirklich toll geschildert - vor allem die Spannung zwischen den beiden Fronten Pro-Sphäre und Anti-Sphäre ist deutlich spürbar. Immernoch weiß niemand, was überhaupt der Anlass dazu war, dass den jungen Leuten der vertraute Boden unter den Füßen weggerissen wurde, aber jeder für sich versucht, mit der Situation am besten umzugehen. Die beiden starken Charaktere der Gruppe sind natürlich Ria und Aureljo, die leider nicht die selbe Taktik verfolgen, was die gesamte Gruppendynamik schwächt. Ria, die immernoch kranke Tomma und Tycho wollen erst mal bei den Dornen bleiben und vor Ort so viel wie möglich herausfinden beziehungsweise ein Leben einrichten. Aureljo und Dantorian gehen weiterhin davon aus, dass alles auf einem Missverständnis beruht, dass sie aufklären können, würden sie es nur erst durchschauen.

Ria ist so eine spannende Figur, dass es mir einfach richtig Spaß gemacht hat, die ganze Geschichte aus ihrer Perspektive heraus zu erleben. Weil sie permanent dabei ist, aus den Gesichtern von anderen zu lesen und auch ihre eigene Körpersprache entsprechend einsetzt, erfährt man durch sie auch einiges über die anderen Figuren. Aber am meisten beeindruckt mir ihre beständige Konzentration und Aufmerksamkeit auf die Regungen ihrer Umgebung und ihre Fähigkeit, sich ideal darauf einzustellen. Da hat sich die Ausbildung doch mal gelohnt.

Schon im ersten Teil standen sich die raue, wilde aber herzliche Welt der Außenbewohner und die klinische, sichere und irgendwie kalte Umgebung der Sphären gegenüber. Dieser Kontrast wird im zweiten Teil stärker ausgebaut - zum einen direkt durch Sandor und Aureljo, die sich gegenüberstehen. Und zum anderen durch die Teilung der Geschichte in grob zwei Phasen: erst die der Außenwelt und dann die der Sphäre. Schön finde ich es, dass dennoch keine Schwarz/Weiß-Malerei betrieben wird, sondern deutlich hervortritt, dass sowohl in der einen wie in der anderen Welt tolle, großzügige und liebenswerte Menschen als auch das genaue Gegenteil gibt. Im letzten Drittel wird das richtig deutlich - vor allem, weil Ria durch ihren Aufenthalt in der Sphäre den Hintergründen der angeblichen Verschwörung immer näher kommt. Die Spannung wird dabei konstant aufrecht erhalten und läuft auf ihren Höhepunkt zu. So sehr, dass ich leider bis 1 Uhr nachts aufbleiben musste, um das Buch zu Ende zu lesen. Aber 5 Stunden Schlaf reichen ja auch. 

Das Puzzel fängt langsam an, sich zu fügen. Und zwar grandios gestaltet und spannend geschrieben. Ich bin so gespannt auf das Ende der Geschichte. 5 Wölkchen hierfür!


17.03.2015

[Rezept] Gnocci mit Lachs-Spinat-Sauce

Es sieht nicht unendlich appetitlich aus, aber es schmeckt grandios - unter diesem Motto laufen die meisten meiner Küchengeschichten. Wahrscheinlich, weil ich eher pragmatisch orientiert, als die Frau fürs Ästhetische bin. Und, weil die wichtigen Eckpunkte beim Kochen für mich schon immer waren und ewig sein werden: schnell und sättigend, günstig und lecker. Sind diese vier Aspekte erfüllt, ist mir die Optik relativ egal. 
Gut, dank dem Lachs ist folgendes Rezept nicht der Inbegriff von günstig. Zumindest nicht in Relation mit dem betrachtet, was bei mir sonst so auf dem Tisch steht. Aber dennoch kann man sich auch als ärmeldner Student hin und wieder eine Packung Räucherlachs leisten, denke ich. Am Monatsanfang zumindest. Und weil das ja bald wieder soweit ist, hier eine leckere Idee, was man dann damit anstellen kann:

Ihr braucht
1 Packung Gnocci
250g Blattspinat (aus der Tiefkühltruhe)
1 kleine Zwiebel
2 EL Frischkäse Natur
150g Räucherlachs
etwas Wasser und ein paar Gewürze
ein bisschen Öl

Dazu noch
ein scharfes Messer
ein Schneidebrettchen
einen großen Topf
ein Nudelsieb
eine Pfanne

Und so geht's
Den Blattspinat entweder rechtzeitig aus der Tiefkühltruhe holen und langsam auftauen lassen oder, wie ich es mache, in einem Topf mit ein wenig Wasser darin bei ganz kleiner Stufe auf dem Herd tauen. Die Zwiebel in kleine Würfel schneiden und die Gnocci zum garen in kochendes Wasser geben.

Währenddessen den Lachs in kleine Stücke zupfen und in der heißen Pfanne mit ein wenig Öl ganz kurz anbraten. Dann wieder aus der Pfanne nehmen, zur Seite stellen und in dem Bratfett die Zwiebel und den Spinat braten. Nach kurzer Zeit kommt der Frischkäse dazu, der langsam zerläuft. Bei Bedarf noch mit einem Schuss Wasser verdünnen und so lange rühren, bis eine cremige Masse entstanden ist.

Den Herd kleiner stellen und den Lachs in die Pfanne geben. Alles ein bisschen köcheln lassen und dann mit Salz, Pfeffer und bei Bedarf auch verschiedenen Kräutern abschmecken. Am Schluss die Gnocci unterheben. Fertig!

Bei mir sah das Ganze dann so aus

Wie gesagt: nicht unbedingt ein Augenschmaus - aber dafür eine Freude für den Gaumen. Wobei ich beschlossen habe, in Zukunft die Zwiebeln wegzulassen. Endlich konnte ich nämlich ein Mysterium meines Lebens klären: die Kombination Lachs und Zwiebel finde ich nur so semi-optimal. Und obwohl Zwiebeln zum Spinat irgendwie dazu gehören, müssen sie hier wohl weichen.

15.03.2015

[Rezi] Kristin Cashore - Die Königliche

Erscheinungsjahr: 2012
Originaltitel: Bitterblue
Genre: (Jugend-)Fantasy
Reihe: Sieben-Königreiche-Trilogie, Teil III
Seitenzahl: 552


Teaser:
Sich herauszuschleichen war eine Art Betrug. Genau wie sich zu verkleiden. Kurz nach Mitternacht schlich sich die Königin, in eine dunkle Hose und Fox' Kapuzenumhang gehüllt, aus ihren Räumen und betrat eine Welt voller Geschichten und Lügen. 
*Achtung!*Spoilergefahr!*Achtung!*Spoilergefahr!*Achtung!*Spoilergefahr!*

Handlung
Zehn Jahre sind vergangen, seit Bitterblue mit der Hilfe ihrer beiden Freunde Katsa und Bo das Schicksal Monseas in ihre Hand genommen hat. Mit dem Tod ihres grausamen Vaters, König Leck, ist die damals achtjährige Prinzessin zur Regentin über dieses Land geworden - und jetzt, mit 18 - fühlt sie sich noch genauso überfordert und hilflos wie damals. Bos Vater, der König von Lienid, hat ihr zwar geholfen, einen fähigen Beraterstab aufzubauen und die Strukturen der Stadt umzustellen, aber Bitterblue überblickt noch immer nur das wenigste, was in ihrem Königreich passiert. Den ganzen Tag sitzt sie in ihrem Arbeitszimmer und unterschreibt diverse Unterlagen, während ihre Berater die politische Strategie des Nach-Vorne-Schauens proklamieren. Bitterblue selbst stößt in letzter Zeit immer öfter auf Ungereimtheiten und erkennt, dass sie weder etwas über die Herrschaft ihres Vaters, noch über ihr eigenes Volk weiß. Um die Wahrheit herauszufinden, schleicht sie sich nachts verkleidet in die Stadt und besucht die Erzählstuben, in der Fabulierer Geschichten von früher erzählen. Dort trifft sie auf Teddy und seinen Freund Saf - einen Beschenkten aus Lienid - mit denen sie sich unter dem Decknamen Sparks anfreundet. Und so tritt sie auf ihrer Suche nach Wahrheit ein ein eine Welt voller Geheimnisse und Täuschungen.

Meine Meinung
Die kleine Bitterblue von damals ist erwachsen geworden. Das war der erste Gedanke, der mich beim Lesen dieses Buchs getroffen hat. Und sie hat sich zu einer tollen Person weiterentwickelt, trotz ihrer Geschichte. Allgemein war dieses Buch wie ein Klassentreffen - altbekannte und fast vergessene Figuren tauchten wieder auf. Nur leider bestehen die ausgetauschten Neuigkeiten nicht aus Familie und Beruf. Es geht um politische Probleme, höfische Intrigen und eine nicht vorhandene Vergangenheitsbewältigung.

Nachdem es nun schon eine ganze Weile her ist, seit ich die ersten beiden Teile dieser Trilogie gelesen habe und der Einstieg in diese Geschichte hier ist mir ein bisschen schwer gefallen. Die Grundidee mit den Beschenkten kannte ich natürlich noch, aber die Einzelheiten zu Lecks Sturz vom Thron und Bitterblues Mutter waren mit nicht mehr allzu präsent. Gut, dass es Bitterblue genauso geht, denn auch sie hat keine Ahnung, wie grausam Leck wirklich geherrscht hat, und dass sein Geist irgendwie immernoch im Land schwebt. Die folgt ihren Ratgebern, die eine Strategie der Verdrängung anstreben, aber nur so lange, bis sie bemerkt, dass dies immer neue Ungerechtigkeiten hervorruft.
Bitterblue versucht nicht nur, eine gute Königin für ihr Volk, sondern auch insgesamt ein guter Mensch zu sein, auf den ihre verstorbene Mutter stolz sein kann. Da sie allerdings völlig darauf angewiesen ist, sich darauf verlassen zu können, was andere ihr sagen, liegt trotz ihres Status' als Königin wenig in ihrer direkten Kontrolle.Als Katsa und Bo bei ihr eintreffen, ist sie gerade dabei, daran etwas zu ändern. Leider wird das alles dadurch verkompliziert, dass Katsa und Bo einen Putsch in Estrill organisieren müssen und Bitterblue außerdem in ihrer zweiten Identität als Sparks, die nachts durch die Stadt streicht, selbst zur Zielscheibe von Angriffen wird.

Die ersten beiden Teile haben ja einmal die Beschenkte Katsa und einmal das Monster Fire als Hauptfiguren. Bitterblue ist jetzt hier zum Abschluss tatsächlich ein Mensch, wenn auch kein ganz gewöhnlicher, weil immerhin die Königin. Dennoch fand ich es sehr spannend, diese dritte Variante zu lesen. Die Idee der Beschenkten halte ich nach wie vor für absolut grandios, weil sie so viele verschiedene Formen annehmen kann. Jemand, der am Geruch eines Menschen erraten kann, was dieser am liebsten zu essen haben möchte? Hallejulia, wie genial! Aber gut, Bitterblue kann das alles nicht, aber sie kann etwas anderes: durchhalten, dranbleiben und hartnäckig gegen alle Widerstände nachforschen, bis sie endlich weiß, was gespielt wird. Auch, wenn dieser Weg mehr als nur schmerzhaft ist, sie sich öfter völlig alleine und hilflos fühlt und ich an ihrer Stelle sicher alles hingeschmissen hätte.

Da Wahrheit und Wahrheitsfindung ja sozusagen die Leitthemen sind, wird passenderweise der Fortschritt in Form von Dechiffrierungsarbeit dokumentiert. Verschlüsselte Texte müssen decodiert werden und es gibt sogar ein eigene Alphabet mit 36 verschiedenen Zeichen. Was es wohl damit auf sich hat? ;)

Mein größter Kritikpunkt an der Geschichte ist - und das glaube ich tatsächlich selbst fast nicht - dass mir die Liebesgeschichte zu schwach ausgearbeitet war. Quasi kaum vorhanden. Aber nicht künstlerischerweise nur leicht angedeutet, weil es ein zartes Pflänzchen ist oder so. Ich hatte eher das Gefühl, es gab nicht mehr genug Platz dafür neben all der Politik und den traumatisierten Leuten. Das war sehr schade und vor allem das Ende war wirklich lieblos und hätte ein bisschen mehr Mühe verdient. Die ganze Zeit habe ich sogar auf einen Twist gewartet, der leider nicht kam.
Stattdessen lernen die Leute im Buch aber kennen, was man Posttraumatische Belastungsstörung nennt. Und ich frage mich die ganze Zeit, wieso niemand in dieser ganzen Welt mal auf die Idee gekommen ist, die Bevölkerung von Monesea auch auf seelische Schäden hin zu überprüfen. Schließlich hatten sie 35 Jahre lang einen Herrscher, der ihre Psyche manipuliert hat. Dass das nicht schadlos an einem vorbei geht, hätte wirklich mal jemandem einfallen können.

Aber gut. Im Vergleich fand ich den letzten Teil tatsächlich am schwächsten, aber das ist wirklich Meckern auf hohem Niveau. Daher gibt es dennoch 4 Wölkchen von mir.


14.03.2015

[Gerede] Online-Narzissmus. Oder: warum habe ich mich eigentlich bei Twitter angemeldet?

Hinter dem Vorwand der Prokrastination habe ich vor ein paar Tagen - genauer gesagt am 6. März - beschlossen, meine Social Media Skills von Facebook auf Twitter auszuweiten. Weil das mit Facebook ja schon so gut funktioniert und ich es sowohl hinkriege, dort andere zu verfolgen als auch selbst ein bisschen was zu posten. 
Nicht. 
Das liegt zum einen wahrscheinlich daran, dass ich mich erst mit meinem permanent angemeldeten RealLife-Account ab und danach den Blog-Account anmelden muss und dieser je nach Internetverbindung fünf bis zehnsekündige Aufwand auf Dauer wirklich unzumutbar ist. Zum anderen liegt es aber auch daran, dass mir Facebook ein bisschen zu viel Input liefert. "Zu voll" schrie mein Gehirn und deshalb hab ich es lieber nicht damit belastet.

Dann kam der Tag, an dem ich am Schreibtisch vor meiner Hausarbeit saß und mir irgendwas durch den Kopf schoss. Ein Gedanke, den ich wirklich gerne mit der Welt geteilt hätte. Denn er war bedeutend und von großem Interesse für mindestens die Hälfte der Menschheit, so viel war sicher. Leider kann ich mich nicht mehr an ihn erinnern, sonst hätte ich ihn euch jetzt mitgeteilt, damit ihr seine unglaubliche Relevanz beurteilen könntet. 
Die ganze Zeit dachte ich, ich wäre anders. Würde über diesem ungehaltenen und schwer zu kontrollierenden Mitteilungsdrang stehen, den die meisten Menschen, die sich online bewegen, zu haben scheinen. Mal abgesehen von dem Blog hier. Die eigene Doppelmoral zu erkennen, ist immer wieder spannend. Aber hey, Meta-Reflexion ist sowas von Postmoderne, damit muss man sich jetzt wirklich nicht befassen.
Fakt ist auf jeden Fall: Eine Woche. 21 Tweets.
Tatsächlich bin ich fast sicher, dass sich das noch im unteren Durchschnitt bewegt, wenn ich mir manche Zwitscherer da so anschaue. Aber ich hätte niemals gedacht, dass ich das Bedürfnis dazu verspüren würde, mich ständig in 140 Zeichen der virtuellen Welt bemerkbar zu machen.

Was sagt uns das? Hoffentlich nicht allzu viel. Auf jeden Fall werde ich das weiterhin beobachten und so hoffentlich frühzeitig intervenieren können, wenn es sich zu einer krankhaften Verhaltensform ausweitet.

Was ich aber schön fand, waren die vielen bekannten Gesichter, die ich gleich gefunden habe - die Online-Narzissten treffen sich auch immer wieder :D Falls ihr also auch bei Twitter angemeldet seid, dann lasst doch es mich in den Kommentaren wissen. Damit meine Timeline (uuuh! Twitter-Fachjargon!) mit noch mehr fröhlichen Büchermenschen gefüllt wird! :)

10.03.2015

[Rezi] Kerstin Gier - Silber. Das zweite Buch der Träume

Erscheinungsjahr: 2014
Genre: (Jugend-)Fantasy
Reihe: Silber-Reihe, Band II
Seitenzahl: 405



Teaser:
Ich fluchte leise. Mein Sicherheitssystem war zwar super gegen fremde Eindringlinge, aber nicht besonders gut, wenn man sich selber schnell in Sicherheit bringen wollte. "Im Traum gibt es wirklich effektivere Methoden als wegzurennen, Liv."



*Achtung! Spoilergefahr!*Achtung! Spoilergefahr!*Achtung! Spoilergefahr!*

Handlung
Livs Traumtür hat sich von einem dunkeln Grün zu einem hübschen Mintgrün gewandelt und auch ansonsten hat sich einiges getan. Anabel ist in der Psychiatrie, Arthur berechtigterweise geächtet und Mia und Henry sind glücklich zusammen. Wenn da nicht Henrys beständige Verschlossenheit bezüglich seiner Familie wäre und diese gruseligen Geräusche im Traumtürenkorridor. Denn dorthin zieht es sowohl Liv als auch Henry immernoch, obwohl keine Notwendigkeit mehr dazu besteht, in den Träumen herumzulaufen. Grayson zumindest ist sehr dagegen und drängt die beiden dazu, sich lieber auf die Realität zu konzentrieren. Aber nur, weil etwas in einem Traum geschieht, ist es ja nicht weniger real, wie Liv ziemlich schnell feststellt. Und als ihre kleine Schwester Mia dann beginnt, regelmäßig zu schlafwandeln und nachts diverse Dinge anstellt, werden die Ausflüge ins Traumreich doch dringlicher, als sie alle angenommen und gehofft hatten.

Meine Meinung
Dass ich mir fast sofort, nachdem ich den ersten Teil dieser Reihe gelesen habe, den zweiten Band besorgt und verschlungen habe, sagt zumindest über meine Erwartungshaltung genug aus. Nach einem sehr starken Auftakt folgt ein nicht ganz so starker, aber dennoch extrem lesenswerter zweiter Teil voller träumerischer Verwirrungen und großer Gefühle.

Da sind wir auch schon direkt bei meinem einzigen wirklichen Kritikpunkt. Natürlich habe ich nichts gegen Gefühle, aber diese Emotionsgeladenheit hier ging mir zeitweise ein bisschen auf die Nerven. Nicht, weil es zu übertrieben gefühlsduselig war - im Gegenteil, eigentlich wäre das alles absolut im Rahmen gewesen - oder die Beziehung zu vollgestopft mit Kitsch war. Aber diese fingierten Probleme, die Liv und Henry haben, wirkten für mich einfach zu gewollt und erzwungen. Als hätte die Geschichte ohne nicht genügend Pepp und Handlung, musste noch ein riesiger Beziehungskonflikt hineingedichtet werden; und das fand ich schlichtweg unnötig.

Ansonsten aber hat dieses Buch gehalten, was sein Vorgänger versprochen hat. Ein angenehm lockerer Schreibstil und grandios humoristische Dialoge mit schlagfertigen, sarkastischen Kommentaren. Liv ist eine Protagonistin, die ich gerne begleite. Aber besonders Mia hat in diesem Band ein bisschen mehr Raum erhalten und ich hoffe, das wird im Folgeband noch etwas ausgebaut. Denn sie ist in ihrer Art Liv sehr ähnlich, aber um einiges kompromissloser und selbstsicherer, sodass sie ebenfalls eine sehr interessante Figur ist.
Henry dagegen ging mir ein bisschen auf den Keks - er ist einfach zu perfekt. Das ist wahrscheinlich der Tatsache geschuldet, dass wir ihn durch Livs Augen wahrnehmen, in denen er eindeutig perfekt ist, aber genau da setzt ja auch wieder mein anfänglicher Kritikpunkt ein. Weil Henry an sich so perfekt ist, muss er halt eine verkorkste Familie haben. Da hätte er doch besser ne Charaktermacke bekommen. 

Ein bisschen irritierend und etwas den Lesefluss störend habe ich die hin und wieder eingestreuten Fußnoten empfunden, die immer irgendwelche relativ unwichtigen Nebensachen erklären. Das tun sie zwar ganz lustig, aber ich finde, das hätte auch im Text integriert werden können. Dann muss man nicht von ganz oben nach ganz unten im Text und wieder zurück springen. Wenn ich Fußnoten haben will, lese ich meine Uni-Texte ;D

Die Entwicklungen im Traumland mit Anabel und Arthur sind sehr spannend und vor allem sehr mysteriös. Ein Plot-Twist, den ich wirklich nicht kommen sehen hab, inklusive! Und natürlich bleibt auch weiterhin die Frage offen, wer hinter dieser Klatsch-Tante Secrecy steckt und vor allem, warum bei mir an der Schule niemand auf die Idee gekommen ist, einen Tratsch-Blog abzulegen. Ich bin sicher, dass einige dieser Fragen im Folgeband geklärt werden - wenn auch nicht alle :D

Von mir gibt es sehr gute 4 Wölkchen für dieses Buch. Und eine imaginäre Cheerleading-Choreo für Frau Gier, damit der dritte Teil ganz bald erscheint.


08.03.2015

[Musik] Sonntagslieder #114

Diese Woche habe ich tatsächlich ein offizielles Formular meiner universitätszugehörigen Bibliothek ausgefüllt, um die Ausleihsperre ab 25 Büchern für mich außer Kraft zu setzen. Weil ich mehr als 25 Bücher ausleihen musste. Viel mehr. Wie es bei mir aussieht, kann man sich also vorstellen. Es sieht aus wie in der Bibliothek. Nur, dass ich die Bücher nach einem geheimen, nicht einmal für mich völlig nachvollziehbaren System geordnet habe, das mich hin und wieder hektisch durch mein Zimmer rennen lässt, weil ich ein bestimmtes Buch nicht finde. Wenn man den ganzen Tag am Schreibtisch sitzt, muss man ja auch auf ausreichend Ausgleichbewegung achten. Gut dazu eignet sich auch eine Playlist, die hin und wieder mitsing- und mittanzbare Knaller bringt.



Good Charlotte - The Young And The Hopeless
Vielleicht vom Text her nicht die ideale Motivation. Aber trifft halt manchmal die Stimmung, wenn man zwischen Bücher- und Papierstapeln sitzt und sich fragt, was man da eigentlich macht :D


Milow - Little In The Middle
Ein hübsches Gedudel, das ich zum Frühling immer wieder gerne auspacke.


Sarah Connor - From Sarah With Love
Aus mir unerfindlichen Gründen hatte ich dieses Lied plötzlich im Ohr. Eigentlich mag ich es nicht - zu viel Pathos für meinen Geschmack. Aber man muss ihm lassen, dass man grandios mitschmettern kann :D

Ich verziehe mich dann mal wieder zurück an den Schreibtisch und widme mich meiner vielversprechenden wissenschaftlichen Karriere. Euch wünsche ich aber einen entspannten und gemütlichen, sonnigen Sonntag! ♥

06.03.2015

[Gerede] Plädoyer für kultiviertes Nichtstun

Es gibt Apps, mit denen du nicht nur deinen Tag so optimal gestalten kannst, wie es nur möglich ist, sondern die sogar deinen Schlaf überwachen und dir dann sagen, ob er erholsam genug war oder nicht. Die nach deinem zweiten Stück Sahnetorte piepsen und sagen, dass das nun aber genug Kalorien waren für heute. Außer, du gehst jetzt schnell noch eine Runde joggen.
Es gibt Computerprogramme, die du in regelmäßigen Abständen mit deinen erledigten Aufgaben füttern kannst, und die dir dann sagen, ob zu effizient genug arbeitest oder noch Luft nach oben ist (Tipp: es ist immer Luft nach oben...).
Es gibt massenweise Leute, die sich permanent damit beschäftigen, womit sie zu einem rundum gesunden, leistungsstarken Menschen werden, der am Ende einfach glücklich ist. Glücklicher als die faulen Fettsäcke zumindest, die sich nichtmal zwei Urlaube im Jahr leisten können. Drei Faktoren bilden die angeblich objektiven Maßstäbe für ein erfolgreiches und zufriedenstellendes Leben: ökonomisches Kapital, körperliche Fitness und vor allem beständiges Wachstum in allen Bereichen. Es geht immer besser - das ist das allgemein postulierte Motto. Und weil das alleine nicht möglich ist, gibt es allerhand technische Unterstützung, um sich selbst zu disziplinieren. Denn genau darauf läuft es hinaus: ein effizientes Leben, in allen Bereichen strukturiert. Sogar die Aktivitäten der Freizeit muss durch so wenig Aufwand wie möglich zu dem gewünschten Resultat führen; deshalb gibt es Massagestudios, die gestresste Menschen innerhalb von 30 Minuten zum gewünschten Entspannungszustand verhelfen, Fitnessvideos mit einem 5-Minuten-Workout, das ruck zuck zum gewünschten Sixpack führt.

Da fragt man sich doch: warum? Permanentes Streben nach oben - einem offenen Ende entgegen, während man beständig und immer wieder von anderen überholt und übertrumpft wird. Der Tag hat nur wenige Stunden - wie nutze ich diese am besten für die vielen Baustellen, die ich in meinem Leben habe? Nur mit einem starken Willen schafft man es, so diszipliniert und konsequent an sich selbst zu arbeiten und seinen Idealen entgegenzustreben. Aber was ist das Ideal, wenn es kein Ende gibt? Wenn das Ziel "es geht immer besser" in einer Endlosspirale übergeht und aus reinem Selbstzweck besteht? Und ist das wirklich ein Wille, wenn mein Leben von einer App kontrolliert wird, damit ich ihm einen Wert beimessen kann? Muss ich mir wirklich von einer App sagen lassen, dass mein Sportpensum zu niedrig, mein Kaffeekonsum zu hoch und mein Schlaf zu ineffizient ist? Muss ich wirklich mein gesamtes Leben vermessen, um es besser zu machen? Wer darf überhaupt den Wert meines Lebens beurteilen? Dann liege ich halt mal den ganzen Samstag im Bett und schaue Serien, während ich mir eine ganze Packung Schokoeis reinpfeife. Und trainiere die Kalorien nicht am nächsten Tag ab! Leben am Limit! Produktivität ist schließlich nur im Vergleich zur Unproduktivität erkennbar. Und Leistung ist kein Lebenssinn.
Als ich von diesem Trend des Self-Tracking zum ersten Mal gelesen habe, hätte ich niemals gedacht, dass eine so stabile Community dahinter steht. Alles an dieser Beschäftigung lässt meine Zähne schmerzen und meine Zehennägel aufrollen als würde jemand mit langen Fingernägeln über eine Schultafel kratzen. Und dann bemerkte ich, dass ich selbst gar nicht besser bin. Zwar hat sich dieses Vermessen nicht auf viele Bereiche meines Lebens ausgedehnt, aber schon alleine hier, auf diesem Blog, verzeichne ich einmal im Monat, wie viele Bücher ich gelesen habe und wie viele Seiten die hatten. Und wenn es unter 1000 Seiten waren, fühle ich mich schlecht. Als wäre das Lesen - mein Hobby! - ein Wettbewerb mit mir selbst, der nur erfüllend ist, wenn ein gewisses Pensum geschafft ist. Das ist doch Blödsinn! Und furchtbar! Furchtbarer Blödsinn! Es ist doch kein Wunder, wenn immer alle total im Stress sind, wenn sich dieser Druck, alles perfekt machen zu müssen, nicht nur im Job, sondern im gesamten Alltag gegenwärtig ist. 
Ich kenne Studenten, die fast die gesamte Klausurenphase auf Ritalin verbringen, um durchzukommen. Damit alles in der Regelstudienzeit und mit exzellenten Noten abgeschlossen werden kann. Und die dann nachts nicht einschlafen können, weil sie total aufgeputscht sind. Auf der anderen Seite sind die Eiweiß-Junkies, die alles für den Muskelaufbau schlucken, damit ihr Körper besser und schneller funktioniert. Funktionieren! Gehirn und Körper müssen immer genau das. Und da wundert sich noch einer, dass die Leute mit Anfang 30 depressiv werden, weil ihnen klar wird, dass dieses angestrebte perfekte Ich niemals erreicht werden kann? Ja, das ist wirklich verrückt.

Daher sage ich hier und heute: es gibt nichts einzuwenden gegen das Bemühen, seine eigenen Fähigkeiten auszubauen. Aber, und das muss in aller Deutlichkeit klargestellt werden: der perfekt funktionierende Mensch ist nicht glücklich. Er ist ein kleines Zahnrädchen, das unermüdlich ackert und niemals den Uhrzeiger auf die 12 bringen kann, weil es so auf sich selbst fixiert ist, dass es einen wichtigen Aspekt ganz vergisst: es bringt nichts, wenn es für sich hart arbeitet; um den Zeiger zu bewegen, braucht es immer auch andere Zahnrädchen..
Jeder kann ein schönes Leben führen, aber es kann niemals perfekt sein. Realität ist nicht perfekt, und genau das macht sie so facettenreich. Also plädiere ich dafür, einfach mal zu entspannen. Und ich meine keine halbe Stunde die Woche im Massagestudio. Ich meine eine entspannte innere Einstellung. Dann studiert ihr halt ein Semester länger, wiegt 3 Kilo mehr oder trinkt mal ein Glas Wein anstelle des grünen Tees. Beschäftigt euch nicht mit OptimierungsApps, sondern mit den Zahnrädchen eures Lebens; geht mal wieder mir eurer Mama einen Kaffee trinken, ruft eure Oma an oder schreibt einem alten, fast vergessenen Schulfreund eine Nachricht. Helft einem Rollstuhlfahrer in den Bus und begrüßt die liebe Kassiererin im Supermarkt mit einem Lächeln. Tut alles das, was laut Definition der Leistungssteigerung "Nichts Tun" bedeutet. Meiner, empirisch überprüften, Meinung nach sind nämlich nicht die guten Noten das, was glücklich macht. Sondern positive Interaktion mit anderen Menschen. Und Zufriedenheit mit sich selbst. Bei allen Macken und Unzulänglichkeiten.

03.03.2015

[Rezi] Ursula Poznanski - Die Verratenen.

Erscheinungsjahr: 2012
Genre: (Jugend-)Dystopie
Reihe: Eliria-Reihe, Teil I
Seitenzahl: 460



Teaser:
Trotzdem, und weil ich mein Versäumnis von gestern wiedergutmachen will, stehe ich noch einmal auf, halte den Salvator unter den Scanner und warte auf das Piepsen, das anzeigt, dass er alle wichtigen Daten gelesen hat und diese nun an die Küche schickt.



Handlung
Die Eliteschüler der erfolgreichsten Akademie im Deutschland des 22. Jahrhunderts leben in relativem Komfort in künstlichen, vor der Witterung absolut geschützen Wohnsiedlungen - den Sphären. Außerhalb dieser herrscht so etwas wie ein ewiger Winter. Aber für die Sphärenbewohner ist gesorgt; jeder erhält einen digitalen Armreif, der alle medizinisch relevanten Daten des Körpers abfragt und kontrolliert und so für eine optimale Balance von Ernährung und Sport sorgt. Außerdem erhält jeder Student dieser Akademie die beste Ausbildung des Landes in seinen Kompetenzgebieten. Ria - die siebtbeste Studentin der Akademie - gehört ebenfalls dazu. Ihre Schwerpunkte sind Kommunikation und Sprachen. Vor allem die nonverbale Sprache zu deuten und auch anzuwenden, um das Gegenüber von etwas zu überzeugen, gehören zu ihrem Spezialgebiet. Alles ist in bester Ordnung, bis eines Tages ein Expeditionstrupp in die Außenwelt mit einer guten Freundin von Ria dabei nicht wieder lebend in die Sphären zurückkommt. Anschläge der Außenbewohner, die Hunger leider und nicht die Sicherheit der Sphären genießen können, sind leider nicht selten; aber weil die Sphären alles in ihrer Macht stehende tun, um auch diese Menschen zu versorgen, hat Ria immer gehofft, dass die Attentate zurückgehen. Und diesesmal fällt es ihr wirklich denkbar schwer, Verständnis für die Außenbewohner aufzubringen, denn schließlich haben sie ihr eine Freundin genommen.

Eines Tages bekommt Ria dann zufällig ein Gespräch zwischen dem Leiter der Akademie, einem der Mentoren und einem Fremden mit, in dem sie selbst, Aureljo - der bester Student und ihr Freund - und noch vier weitere Studenten beschuldigt werden, an einer Verschwörung beteiligt zu sein, die die Sphären im höchsten Maße treffen soll. Die angebliche Beweislast ist so erdrückend, dass der Tod dieser Studenten geplant wird. Ria ist völlig verzweifelt, denn natürlich gehört sie keiner Verschwörung an. Wie kommt sie aus dieser Situation wieder heraus? Bleibt nur die Flucht in die Außenwelt?

Meine Meinung
Der erste Gedanke, der mich überkam, als ich die Inhaltsangabe dieses Buches gelesen habe, war: "Oh wow. Eine Dystopie. Hatten wir ja noch gar nicht". Weil ich allerdings ziemlich überzeugt von der Autorin bin und bisher nur gute Bücher von ihr gelesen habe, erhielt diese Reihe eine Chance von mir.

Als erstes muss man sich natürlich erst einmal in dieser neu geschaffenen und hoch technisierten Welt orientieren. Und da zeichnete sich für mich direkt ein ziemliches Horrorbild, auch wenn es eigentlich erst einmal positiv konnotiert ist: Körperfunktionen werden permanent durch den Salvator am Arm jedes Einzelnen überwacht, Sport und Nahrung werden daran angepasst und der Salvator schickt bei Nicht-Einhalten Nachricht ans Med-Zenter, in das man dann zitiert wird. Generell wird der Körper nicht nur auf einem gesunden, sondern einem optimalen Level gehalten - auch was das Äußere angeht. Operationen, die das Gesicht perfektionieren, sind für die Elite-Leute der Akademie an der Tagesordnung, schließlich sollen sie alle mal hohe politische Posten bekleiden. Gegessen werden eher keine Gerichte, sondern Einheiten an Eiweiß, Kohlenhydraten und Fetten. Der Genuss bleibt auf der Strecke und die Funktionalität steht im Vordergrund.
Aber gut, es gibt auch einige Vorteile, die sich daraus ableiten lassen: jedem Menschen in der Sphäre wird die bestmögliche medizinische Versorgung zuteil, sodass jeder seine Arbeit Leisten kann. Freiwilligendienste sind dabei ebenso wichtig wie Pflichtaufgaben, Gemeinschaft wird hoch geschätzt.
Aber es gibt auch Menschen außerhalb dieser privilegierten Welt. Deren Körper gezeichnet sind von der rauen Natur, der sie permanent ausgesetzt sind und die kein solch gepflegtes Erscheinungsbild haben wie die Sphärenbewohner. Diese Menschen werden Prims genannt, weil sie nicht nur primitiv aussehen, sondern sich auch so benehmen.

Obwohl man als Leser direkt in diese neue Welt hineingeworfen wird, ist man ziemlich schnell drin im alltäglichen Vokabular und versteht, worum es geht. Die anfangs als heile Welt gezeichnete Sphäre, deren idealistische Ausrichtung Ria nie in Zweifel gezogen hat, erhält mit einem Mal immer mehr Risse und diese schwelende Gefahr ist wirklich spannend herausgearbeitet. Rias Leben droht ihr völlig zu entgleiten - und zwar im wörtlichen Sinn, denn sie steht kurz davor, exekutiert zu werden. Überwachung und Kontrolle sind plötzlich nicht mehr dem körperlichen Wohlbefinden untergeordnet, sondern die Salvatoren werden klar dafür benutzt, um die Studenten auszuspionieren. Wie Ria auch wird man als Leser völlig paranoid und rechnet nach jeder Seite damit, dass die sechst Studenten unauffällig aus dem Verkehr gezogen werden. Ganz so einfach klappt das allerdings dann doch nicht.

Die Figuren sind sehr facettenreich gestaltet und vor allem natürlich Ria bietet eine tolle Identifikationsfläche. Sie ist von den guten Absichten der Sphären absolut überzeugt, kann aber nicht verhindern, dass diese Überzeugung zu bröckeln beginnt, als sie sieht, wie die Lage der Außenwelt in der Realität und fernab der Geschichten in den Sphären ist. Und ihre Beobachtungsgabe und was sie aus noch so kleinen Details eines Gesichtsausdrucks lesen kann, ist wirklich beeindruckend.
Der Schreibstil ist in für mich immer ein wenig mühsam zu lesendem Präsens geschrieben. Abgesehen davon ist er aber flüssig und vor allem sehr abwechsulungsreich: mal geht alles Schlag auf Schlag und dann wieder zäh von statten, sodass der Schreibstil immer der gerade herrschenden Atmosphäre entspricht.

Ein wirklich extrem vielversprechender Auftakt einer Reihe - ich freue mich schon sehr auf die Folgebände und vergebe dem ersten Teil 5 Wölkchen.

01.03.2015

Leserückblick Februar 2015

In diesem Monat habe ich die Taktik der Verdrängung von unliebsamen Aspekten des Lebens auf eine solch virtuose Weise perfektioniert, dass ich nicht trotz allen Verpflichtungen und hysterischen Anfällen wirklich viel lesen konnte. Denn was eignet sich wohl am besser dazu, vor der Realität zu fliehen, wenn nicht das Eintauchen in fiktionale Geschichten? Deshalb war ich im Februar seit langem mal wieder ständiger Gast in der örtlichen Bibliothek und habe mir vermutlich den einen oder anderen Rückenschaden beim Heimtragen der Bücher zugezogen. Aber manchmal kann man ein Buch einfach nicht zurücklassen. Und manchmal kann man halt 10 Bücher einfach nicht zurücklassen, auch wenn man die garantiert nicht in vier Wochen lesen wird. Aber das ist ja alles noch Zukunftsmusik. Hier erstmal zusammengefasst meine Flüchtlingsprotokolle des vergangenen Monats:

Gelesen
Italo Calvino - Wenn ein Reisender in einer Winternacht (*Rezi*)
Nick Hornby - About a boy (*Rezi*)
Kerstin Gier - Silber. Das erste Buch der Träume (*Rezi*)
Ursula Poznanski - Die Verratenen (*Rezi*)

In Seiten
1528

Durchschnittsbewertung
4,8 Sterne (...wow...)

Highlight des Monats
Wie an der exzellenten Wölkchenbewertung ersichtlich, hatte ich in diesem Monat nur Bücher mit absoluten Top-Punkzahlen. Daher ist es wirklich nicht leicht, hier einen bestimmten Favoriten zu bestimmen - aber das sage ich ja immer und am Ende gibt es doch einen Gesamtsieger. Diesesmal ist es, knapp knapp! , Italo Calvinos Wenn ein Reisender in einer Winternacht, weil die Geschichte weniger auf Handlung, sondern mehr auf poetologischen Überlegungen basiert und trotzdem nicht langweilig oder trocken ist.

Enttäuschung des Monats
Tjoa. Keine, ne? :D

In Bildern




Lesetechnisch also ein wirklich toller Monat. Es gibt eben doch immer einen Lichtblick :D