23.03.2015

[Gerede] Das Soziale am Social Web

Die meisten Menschen, die ich kenne, haben ihren Alltag fast komplett mit dem berühmten Web 2.0 synchronisiert. Die Hauptkommunikationskanäle sind Facebook und Whatsapp, nach guten Rezepten fragt man nicht mehr so sehr die Nachbarin, sondern sucht sie auf verschiedenen Food-Blogs und bei Krankheitsanzeichen klickt man sich erstmal durch einschlägige Gesundheitsforen und entscheidet dann, ob ein Arztbesuch nötig ist.

Und erstmal ist es ja auch ziemlich großartig, dass man sich über alle lokalen Grenzen hinweg einer oder mehrerer Interessensgemeinschaften anschließen kann, um sich auszutauschen und selbst ein bisschen Identitätsarbeit zu betreiben. Die Möglichkeiten sind mindestens genauso vielfältig wie die Menschen, die sie nutzen. Und oftmals kommt da bei aller Gewohnheit der Gedanke zu kurz, wie besonders das ist. Und wie neu. Zumindest geht es mir so. Es ist noch gar nicht lange her, da war der normale Mensch von nebenan ein passiver Rezipient, der aufgenommen hat, was von Journalisten oder anderen publizistisch tätigen Menschen vorgesetzt wurde. Mittlerweile hat jeder die Möglichkeit, selbst Inhalte zu generieren und sich vor allem auch ein breites Meinungsbild einzufangen, das vielleicht nicht nur von ausgebildeten und selbsternannten Experten stammt. Der Austausch untereinander ist dabei das markanteste Merkmal dieses Internets. Weil oftmals unmittelbar auf eine Äußerung reagiert werden kann, unterscheidet sich das Verhalten online grundlegend nicht von dem Verhalten offline. Nur, dass die Deutungskontexte eben andere sind und auch öfter mal missverstanden werden können. Aber trotzdem bewegen wir uns in einem sozialen Gewebe, das so viel größer ist, als noch vor 10 Jahren.

Die Bereiche, in denen ich mich gerne bewege, entsprechen ziemlich genau meinen liebsten Freizeitgestaltungen: Essen, Sport, Bücher. Reisen. Und ein bisschen Schmink-Kram. Sachen, die nicht die Welt verändern, aber meinen persönlichen Kosmos um einiges bereichern. Und wie sich das für eine Bloggerin gehört, hänge ich am meisten auf anderen Blogs herum. Wenn es aber darum geht, nicht nur grundsätzlich ein bisschen Inspiration zu finden, sondern gezielt nach Informationen zu einem bestimmten Themenbereich zu suchen, sind Foren ebenfalls nicht zu verachten. Vor allem, weil sich mittlerweile ja auch viele Foren mit Bloggern vernetzen. Sicher den meisten von euch fallen dazu sicher direkt verschiedene Bücherforen ein. Mir ebenfalls. Verrückt.

 Eins davon, das mit Sicherheit ein paar von euch ein Begriff sein wird, ist der BücherTreff - liebevoll BT abgekürzt. Dort findet in den nächsten vier Wochen eine jährlich wiederkehrende Aktion satt, die exemplarisch ideal die Merkmale des Web 2.0 aufzeigt: Die BücherTreff Leserlieblinge formerly known as Bookie-Buchpreis werden gewählt. Dabei können die einzelnen Mitglieder über ihre liebsten Neuerscheinungen des jeweils vergangenen Jahres abstimmen; in diesem Fall also aus dem Jahr 2014. Heute startet passenderweise die erste Phase dieser Aktion, in der jedes Mitglied, das möchte, seine Highlights nominieren darf. Die eigentliche Wahl erfolgt dann in der zweiwöchigen Abstimm-Phase ab dem 06. April 2014. Währenddessen finden auch viele, zum Teil sehr feurige, Diskussionen rund im die Nominierungen statt.
Also: keine Fachleute geben den Takt an, direkter Austausch findet über eine technisch unkomplizierte Plattform statt, je mehr mitmachen, desto repräsentativer wird das Ergebnis, Informationen zu den gelisteten Büchern werden gleich mitgeliefert und die einzige Voraussetzung, um mitzumachen, ist ein Internetanschluss. Social Web vom Feinsten.

Das Soziale am Social Web ist die Tatsache, wie Menschen miteinander und mit Informationen umgehen - und das im Netz. Und irgendwie kann man sich ein Leben ohne nicht gar nicht so richtig vorstellen. Müssen wir ja auch glücklicherweise erstmal nicht. Also weiterhin fröhliches Socialising! ;D

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