14.03.2015

# L(i)ebenswert

[Gerede] Online-Narzissmus. Oder: warum habe ich mich eigentlich bei Twitter angemeldet?

Hinter dem Vorwand der Prokrastination habe ich vor ein paar Tagen - genauer gesagt am 6. März - beschlossen, meine Social Media Skills von Facebook auf Twitter auszuweiten. Weil das mit Facebook ja schon so gut funktioniert und ich es sowohl hinkriege, dort andere zu verfolgen als auch selbst ein bisschen was zu posten. 
Nicht. 
Das liegt zum einen wahrscheinlich daran, dass ich mich erst mit meinem permanent angemeldeten RealLife-Account ab und danach den Blog-Account anmelden muss und dieser je nach Internetverbindung fünf bis zehnsekündige Aufwand auf Dauer wirklich unzumutbar ist. Zum anderen liegt es aber auch daran, dass mir Facebook ein bisschen zu viel Input liefert. "Zu voll" schrie mein Gehirn und deshalb hab ich es lieber nicht damit belastet.

Dann kam der Tag, an dem ich am Schreibtisch vor meiner Hausarbeit saß und mir irgendwas durch den Kopf schoss. Ein Gedanke, den ich wirklich gerne mit der Welt geteilt hätte. Denn er war bedeutend und von großem Interesse für mindestens die Hälfte der Menschheit, so viel war sicher. Leider kann ich mich nicht mehr an ihn erinnern, sonst hätte ich ihn euch jetzt mitgeteilt, damit ihr seine unglaubliche Relevanz beurteilen könntet. 
Die ganze Zeit dachte ich, ich wäre anders. Würde über diesem ungehaltenen und schwer zu kontrollierenden Mitteilungsdrang stehen, den die meisten Menschen, die sich online bewegen, zu haben scheinen. Mal abgesehen von dem Blog hier. Die eigene Doppelmoral zu erkennen, ist immer wieder spannend. Aber hey, Meta-Reflexion ist sowas von Postmoderne, damit muss man sich jetzt wirklich nicht befassen.
Fakt ist auf jeden Fall: Eine Woche. 21 Tweets.
Tatsächlich bin ich fast sicher, dass sich das noch im unteren Durchschnitt bewegt, wenn ich mir manche Zwitscherer da so anschaue. Aber ich hätte niemals gedacht, dass ich das Bedürfnis dazu verspüren würde, mich ständig in 140 Zeichen der virtuellen Welt bemerkbar zu machen.

Was sagt uns das? Hoffentlich nicht allzu viel. Auf jeden Fall werde ich das weiterhin beobachten und so hoffentlich frühzeitig intervenieren können, wenn es sich zu einer krankhaften Verhaltensform ausweitet.

Was ich aber schön fand, waren die vielen bekannten Gesichter, die ich gleich gefunden habe - die Online-Narzissten treffen sich auch immer wieder :D Falls ihr also auch bei Twitter angemeldet seid, dann lasst doch es mich in den Kommentaren wissen. Damit meine Timeline (uuuh! Twitter-Fachjargon!) mit noch mehr fröhlichen Büchermenschen gefüllt wird! :)

Kommentare:

  1. Duhuuuu, ich hab mich erst vor paar Tagen bei Twitter angemeldet und ich glaube in einer Woche werde ich mindestens auch so viele Tweets haben....das ist echt schlimm, dauernd will man den Senf zu allem und jedem abgeben. Einerseits, öhm, Pluralität, blabla, andererseits zu viel von allem, meinst du nicht? Ich folge z.B. der SZ und die tweetet (gibt es das Wort?) mir vieeeel zu viel....allerdings kann das auch mit dem #Germanwings-Thema zusammenhängen.
    ♥ Ley

    Achja, such mich mal unter @alyels =D Siehste dann ja ^.^

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    1. Haha, es ist wirklich so :D Ich folge auch mehreren Zeitungen und die sind alle permanent am posten. Hab die jetzt in eine eigene Liste gepackt und gehe die einmal am Tag gesammelt durch, weil es mir sonst wirklich zu viel wird.

      Werd ich tun! :D

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    2. Man kann Listen erstellen? Gott, ich kenn mich echt noch so gar nicht aus xD

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