20.03.2015

[Rezi] Ursula Poznanski - Die Verschworenen

Erscheinungsjahr: 2013
Genre: (Jugend-)Dystopie
Reihe: Eliria-Reihe, Teil II
Seitenzahl: 463


Teaser:
Als hätte ich nicht jahrelang studiert, wie ich Menschen dazu bringe, meine Ideen für ihre eigenen zu halten. Ausgerechnet diesmal bin ich mit der Tür ins Haus gefallen, völlig geradeheraus, ausgerechnet bei Aureljo. Wie dumm von mir, wie unverzeihlich dumm.

*Achtung!*Spoileralarm!*Achtung!*Spoileralarm!*Achtung!*Spoileralarm!* 

Handlung
Ria, Aureljo, Tycho, Tomma und Dantorian verstecken sich weiterhin in der Stadt unter der Stadt. Nur wenige aus dem Clan der Schwarzdornen sind eingeweiht und diese wenigen sind absolut vertrauenswürdig. Der Bewahrer des Clans, Quirin, sitzt weiterhin regelmäßig mir Aureljo und Dantorian an den Plänen, die beiden in die nahe gelegene Sphäre Vienna2 einzuschleusen. Aureljo verspricht sich davon, endlich herauszufinden, warum die Gruppe überhaupt getötet werden sollte, während Ria absolut dagegen ist, dass sich die beiden den Sentinel so auf dem Silbertablett servieren. Auch sie möchte den Grund für ihre Situation erfahren und widmet sich deshalb der Suche nach Jordans Chronik, von der sie in der Bibliothek ein paar Fragmente entdeckt hat.

Der Aufenthalt unter der Erde ohne frische Luft und Sonnenlicht schlägt allen auf die Stimmung - zusätzlich zu dem Gefühl der Verlorenheit und Ungewissheit. Mit Sandor, der später einmal der Nachfolger des Fürsten werden wird, freundet Ria sich relativ schnell an, was ihr den unterirdischen Aufenthalt etwas erleichtert. Doch dann überschlagen sich die Ereignisse und Ria entschließt sich doch, zusammen mit Aureljo und Dantorian den Versuch zu wagen, sich mit falscher Identität in die Sphäre einzuschmuggeln.

Meine Meinung
Sofort nachdem ich diesen Teil beendet hab, bin ich in die Bibliothek gerannt und hab den dritten Band ausgeliehen. Das sagt alles relevante zu meiner Meinung über dieses Buch.

Das geheime und verborgene Leben unterhalb der Stadt und mit den wenigen Sozialkontakten, die eben da sind, werden wirklich toll geschildert - vor allem die Spannung zwischen den beiden Fronten Pro-Sphäre und Anti-Sphäre ist deutlich spürbar. Immernoch weiß niemand, was überhaupt der Anlass dazu war, dass den jungen Leuten der vertraute Boden unter den Füßen weggerissen wurde, aber jeder für sich versucht, mit der Situation am besten umzugehen. Die beiden starken Charaktere der Gruppe sind natürlich Ria und Aureljo, die leider nicht die selbe Taktik verfolgen, was die gesamte Gruppendynamik schwächt. Ria, die immernoch kranke Tomma und Tycho wollen erst mal bei den Dornen bleiben und vor Ort so viel wie möglich herausfinden beziehungsweise ein Leben einrichten. Aureljo und Dantorian gehen weiterhin davon aus, dass alles auf einem Missverständnis beruht, dass sie aufklären können, würden sie es nur erst durchschauen.

Ria ist so eine spannende Figur, dass es mir einfach richtig Spaß gemacht hat, die ganze Geschichte aus ihrer Perspektive heraus zu erleben. Weil sie permanent dabei ist, aus den Gesichtern von anderen zu lesen und auch ihre eigene Körpersprache entsprechend einsetzt, erfährt man durch sie auch einiges über die anderen Figuren. Aber am meisten beeindruckt mir ihre beständige Konzentration und Aufmerksamkeit auf die Regungen ihrer Umgebung und ihre Fähigkeit, sich ideal darauf einzustellen. Da hat sich die Ausbildung doch mal gelohnt.

Schon im ersten Teil standen sich die raue, wilde aber herzliche Welt der Außenbewohner und die klinische, sichere und irgendwie kalte Umgebung der Sphären gegenüber. Dieser Kontrast wird im zweiten Teil stärker ausgebaut - zum einen direkt durch Sandor und Aureljo, die sich gegenüberstehen. Und zum anderen durch die Teilung der Geschichte in grob zwei Phasen: erst die der Außenwelt und dann die der Sphäre. Schön finde ich es, dass dennoch keine Schwarz/Weiß-Malerei betrieben wird, sondern deutlich hervortritt, dass sowohl in der einen wie in der anderen Welt tolle, großzügige und liebenswerte Menschen als auch das genaue Gegenteil gibt. Im letzten Drittel wird das richtig deutlich - vor allem, weil Ria durch ihren Aufenthalt in der Sphäre den Hintergründen der angeblichen Verschwörung immer näher kommt. Die Spannung wird dabei konstant aufrecht erhalten und läuft auf ihren Höhepunkt zu. So sehr, dass ich leider bis 1 Uhr nachts aufbleiben musste, um das Buch zu Ende zu lesen. Aber 5 Stunden Schlaf reichen ja auch. 

Das Puzzel fängt langsam an, sich zu fügen. Und zwar grandios gestaltet und spannend geschrieben. Ich bin so gespannt auf das Ende der Geschichte. 5 Wölkchen hierfür!


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