27.04.2015

[Rezi] James Dashner - Die Auserwählten in der Brandwüste

Erscheinungsjahr: 2013
Originaltitel: The Scorch Trials
Genre: (Jugend-)Dystopie
Reihe: Maze-Runner-Reihe, Teil I
Seitenzahl: 482


Teaser:
Frustriert machte Thomas weiter mit seiner Runde an der Wand entlang, bis er wieder an dem Zimmer angekommen war, das angeblich Teresas war. Nichts, nichtmal ein Spalt oder eine Fuge deutete auf einen weiteren Ausgang hin.



*Achtung! Spoilergefahr!*Achtung! Spoilergefahr!*Achtung! Spoilergefahr!*

Handlung
Nachdem Thomas, Teresa und die anderen Lichter aus dem Labyrinth entkommen sind, befinden sie sich in der Obhut ihrer vermeintlichen Retter und fühlen sich zunächst einmal in Sicherheit. Ziemlich schnell allerdings stellt die Gruppe fest, dass etwas ganz und gar nicht in Ordnung ist und sie in keiner Weise von den Wissenschaftlern von ANGST entkommen sind. Zuerst verschwindet Teresa spurlos aus einem geschlossenen Raum, ihre Retter sind auch nicht mehr aufzufinden, und stattdessen taucht Aris auf. Der klärt die verwirrten und überforderten Lichter erstmal darüber auf, dass sie nicht die einzige Testgruppe waren, sondern dass es auch noch eine Gruppe B gibt; die bis auf Aris nur aus Mädchen besteht und die genau die selben Testaufgaben erhalten haben. Mehr scheint dieser Junge aber auch nicht zu wissen. 
Nach Tagen ohne Erklärung und vor allem ohne etwas zu essen, erscheint dann plötzlich ein Mitarbeiter von ANGST und klärt die Gruppe auf, dass die Testphase 1 zwar abgeschlossen ist, aber unmittelbar daran Testphase 2 geschlossen ist. Um diese zu durchlaufen, müssen die Jungs ihren Unterschlupf verlassen - für diejenigen, die eventuell zurückbleiben wollen, wird keine schöne Alternative beschrieben - und sich zwei Wochen lang durch eine riesige Wüste mit brütender Hitze und sengender Sonne kämpfen. Ihr Ziel ist der "sichere Hafen", wo die Testphase beendet ist. 
Doch die brennende Sonne ist nicht das einzige, was sich den Jungs in den Weg stellt.

Meine Meinung
Im Grunde behandelt dieses zweite Buch genau die selbe Thematik wie der erste Teil. Diese merkwürdigen Wissenschaftler mit einer fragwürdigen ethischen Haltung schicken ein paar Jugendliche zu ominösen Tests durch wirklich gefährliche Situationen.

Thomas spielt wieder die Hauptrolle und übernimmt gleich zusammen mit seinen Freunden Newt und Minoh die Führung. Obwohl es ihn sehr belastet, dass er nicht weiß, wo Teresa ist und wie es ihr geht, gelingt es ihm die meiste Zeit einen kühlen Kopf zu bewahren und lösungsorientiert zu handeln. Denn Probleme gibt es wie immer genug: der Zustand der Welt ist nach der Sonnenerruption nicht nur äußerst menschenfeindlich, außerdem hat sich noch ein bösartiges Virus verbreitet, dass sich im Gehirn einnistet und den Infizierten nach und nach zu einem zombieähnlichen Wesen verkommen lässt. Angeblich tragen alle Versuchspersonen dieses Virus ebenfalls in sich - nur ist es noch nicht ausgebrochen. Mit den fatalen Folgen des Krankheitsverlaufes vor Augen, ist die Motivation natürlich noch größer, das Ziel der Aufgabe zu erreichen.

Nachdem das Labyrinth ja ein abgeschlossener Raum war, der auch bis zu einem gewissen Zeitpunkt verschiedene sichere Rückzugsmöglichkeiten bot, ist die Brandwüste das komplette Gegenteil. Unendliche Weite, wenig Möglichkeiten, Nahrung zu bekommen und ein furchtbares Klima, das das Fortkommen beschwerlich macht. Dazu die Angst vor dem Virus, die Wut auf ANGST und das Unverständnis, warum diese Gruppe wie Laborratten durch verschiedene Situationen gehetzt wird, um erforscht zu werden.
Dabei gelingt es dem Autoren unglaublich gut, all diese Empfindungen, Eindrücke und Gefühle zu transportieren und eine permanent bedrohliche, ungewisse Atmosphäre zu erschaffen. Thomas selbst ist öfter kurz davor, aufzugeben und einfach nicht mehr weiterzumachen. Was auch sehr verständlich ist. Da sitzen Menschen in ihren Laborkitteln und haben die Möglichkeit, sie alle aus diesen Gefahren zu retten, bevor Leute sterben, und tun es einfach nicht. Da kann man schon mal die Hoffnung verlieren. Aber Thomas wäre nicht der Favorit von ANGST, wenn er nicht genau das nicht tun würde: aufgeben. Also rappelt er sich immer wieder auf und zieht alle anderen mit sich.

Über die Umstände, in der sich die Gesellschaft befindet, oder wie die Vergangenheit der Jugendlichen war, erfährt man immernoch nicht wirklich viel. Ein paar einzelne Flashbacks führen Thomas zurück in die Zeit, bevor der Versuch angefangen hat, aber an richtig viel erinnert er sich nicht.
Sowieso sind wir am Ende ungefähr so weit wie am Ende von Buch eins. Hat uns nicht wirklich weitergebracht, was Information angeht. Eine spannende, flüssig zu lesende Geschichte, aber eben ein bisschen unbefriedigend. Trotzdem gibt des noch 3 Wölkchen von mir.


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