06.05.2015

# Schatzkiste

[Lieblinge] Von viel viel Wasser und Lamentierereien

Freud und Leid liegen bekanntlich nahe zusammen.
Diese Volksweisheit gilt zwar nicht als allgemeingültige Regel, die auf alles und jeden angewendet werden kann, enthält aber - wie alle Volksweisheiten - einen wahren Kern. In diesem Fall kann ich besagten Kern empirisch belegen. Manche Sachen sind einfach super toll und zur selben Zeit richtig furchtbar. 
Andere Sachen dagegen lassen sich eindeutig zuordnen. Entweder schön oder unschön. Und von diesen Sachen gibt es jetzt eine Liste. Abgesehen vom letzten Punkt. Der dann tatsächlich wieder beides und wird aus gegebenem Anlass angeschnitten. Wenn auch nur kurz.

Ort des Tages
Seit fünf Jahren leben ich jetzt an der Ostsee. Und obwohl das im Vergleich zu meinem Heimatdörfchen quasi um die Ecke zur Nordsee ist, habe ich es bisher trotzdem nie geschafft, mal eine Expedition zum Watt zu machen. Dieses Versäumnis konnte ich dank ein paar meiner Lieblingsmenschen kürzlich nachholen. Und ich sage euch: für jemanden aus dem Süden ist die Landschaft an der Nordsee fast schon beängstigend weitläufig und ...still! Gut, letzteres lässt sich vielleicht darauf zurückführen, dass wir in einem sehr kleinen, eher abgelegenen Dörfchen waren. Aber trotzdem. Ich war beeindruckt und begeistert!


Ereignis des Tages
Damit aber auch die Ostsee gebührend gewürdigt wird, und damit ich ein bisschen mit meinem Zuhause angeben kann, möchte ich meine momentane Lieblingszeit des Tages anführen: Feierabend. Aber natürlich kein 0/8/15-Feierabend. In den letzten Wochen hat es zeitlich immer so ideal hingehauen, dass ich perfekt den Sonnenuntergang abgepasst habe und das ist wirklich traumhaft schön. Vor allem, weil im Moment noch wenig los ist am Wasser, sodass wirklich Entspannung angesagt ist.


Mädchenkram des Tages
Meiner Nagellack-Obsession und einer 25%-Aktion im hiesigen Rossman geschuldet (die bauen um und haben ALLES reduziert rausgeworfen... das war KRIEG dadrin), sind ein paar neue Farben bei mir eingezogen. Nicht, dass es nötig gewesen wäre. Da mit diesem hübschen Pastellgelb aber nun auch alle Grundfarben bei mir stehen, ist nun ein offiziellen Kaufverbot verhängt worden - genaugenommen kann ich mir jetzt auch alle Farben mischen. Muss ich aber nicht, denn diese Farbe erfüllt grade alle meine nageldesigntechnischen Wünsche ;)


Ärgernis des Tages
Und weil zu viel Friede-Freude-Eierkuchen natürlich sowohl unglaubwürdig als auch unreflektiert ist, schreibe ich mir stilistisch völlig vereinfacht eins meiner momentan größten Probleme von der Seele. Dieses Problem betrifft mein Knie. Und die Hobbysportler unter euch werden schon nach dieser Aussage nichts gutes ahnen. Denn wenn das Knie schmerzt, ist Drama vorprogrammiert; vor allem, wenn man einen Sport betreibt, der sehr zu Lasten des Knies geht - und welcher Sport tut das nicht? Jedenfalls war der dritte Arzt, bei dem ich meine Symptome geschildert habe, dann tatsächlich auch mal in der Lage, das vor 5 Monaten erstellte MRT auszuwerten. Mit der Diagnose: irreparabeler Knorpelschaden. Wunderbarst. Dann habe ich ja jetzt eine Ausrede, um nie wieder Treppen steigen zu müssen.


Hinweis des Tages
In meiner mir selbst auferlegten Funktion als Kulturbeauftragte möchte ich an dieser Stelle kurz erwähnen, dass am übernächsten Sonntag - also am 17. Mai - der Internationale Museumstag stattfindet. Schon seit runden 40 Jahren ist das der Tag im Jahr, an dem durch interessante Aktionen die viele verschiedene Museen daran arbeiten, ihr verstaubtes Image loszuwerden. Denn das sind sie wirklich nicht. Also verstaubt. Zumindest die guten nicht. Falls ihr also am Sonntag noch nichts vorhabt, schaut euch mal um - bestimmt gibts in eurer Nähe auch das ein oder andere Museum, das irgendwelche coolen Angebote hat!


Wort des Tages
Es gibt ja Worte, die sind ungerechtfertigterweise vom Aussterben bedroht. Das tut mir besonders um solche Worte leid, die einen so schönen Klang haben wie "Lamentieren". Die Bedeutung ist ja sicherlich jedem bekannt, aber ich möchte hiermit auch für eine quantitativ höhere Verwendung plädieren - es hört sich doch so viel besser an, wenn man lamentiert, als wenn man sich beschwert :D


Beschäftigung des Tages
Letzten Monat bin ich sehr häufig sehr weite Strecken mit dem Zug gefahren. Allgemein bin ich regelmäßiger Nutzer dieses Transportmittels. Außerdem kenne ich einige Leute, die entweder als Lokführer oder als Zugbegleiter bei der Bahn arbeiten und kann daher mit Bestimmtheit sagen, dass es mehr als angebracht ist, dem Vorstand endlich mal gewaltig in den Hintern zu treten. Und dieses Gejammer - dieses Lamentieren! ;) - über die böse GDL geht mir wirklich auf die Nerven. Viel mehr, als es der Streik jemals könnte.


Yo yo, soweit dazu. Wie siehts an der Leserfront aus? Was beschäftigt euch in letzter Zeit besonders? Denkt ihr auch manchmal über den Klang von Wörtern nach und habt ihr ein Lieblingswort, das man mal öfter benutzen könnte? Und welches Museum besucht ihr am liebsten? ;)

Kommentare:

  1. Ohhh, das sind aber schöne Aussichten, die du da hast. Da bin ich glatt neidisch. Ich würde ja sowohl Ost- als auch Nordsee mal gerne sehen.
    Auf der anderen Seite sind natürlich die bayerischen Berge durchaus auch sehr schön.

    Museumstag klingt gut, hab gleich mal geschaut, was es da bei uns so gibt. Hoffe ich denke dann in 1,5 Wochen dran, dass ich irgendwo hin gehe :)

    Was das mit dem Klang der Wörter angeht.....Hach. Ich liebe ja Wörter. Wörter sind so schön. Ich mag zum Beispiel das kleine Wort "zumal" sehr gerne.
    Aber Lamentieren ist auch schön und überhaupt gibt es so viel schöne Worte die zu selten benutzt werden. <3
    Viele Grüße <3

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    1. Oh, nach Bayern möchte ich auch unbedingt mal. Ich finde ja, man kann an jeder Landschaft etwas bezauberndes finden. Und Berge stehen in Sachen Idyll und Romantik dem Meer eindeutig in nichts nach :)

      Stimmt, das ist ja erst in 1,5 Wochen. Das hat man im Text auch missverstehen können - hauptsächlich, weil ich datumsverwirrt war :D Hab das mal schnell geändert. Jetzt bist du ja sensibilisiert. Vielleicht fällt dir ja eine Werbung dazu in die Hände und lockt dich an :)

      "zumal" wird auch viel zu selten verwendet! Zumindest im Alltag - in meinen Hausarbeiten nehme ich das sehr gerne ab und an; vor allem in Interpreattionen ist das ideal :D

      Liebe Grüße zurück! <3 :)

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  2. Ja, um deine Aussicht beneide ich dich auch. Ziemlich.
    Übrigens eine schöne Zusammenfassung der letzten Tage :) Ich habe mir spontan denken müssen, dass ich keinen gelben Nagellack besitze - allerdings glaube ich auch nicht, dass ich mir die Nägel gelb lackieren würde, wenn ich denn einen hätte. Ich suche schon ne Weile nach einem Rosaton, aber das ist schwieriger als gedacht. Es soll ja kein furchtbares Pink werden und kein Quietschrosa wie bei kleinen Mädchen. Aber auch nicht zu pastellig. Halt irgendwie ... naja, rosa halt. Aussichtlos.

    Ich denke auch oft über Wörter nach! Es gibt so wunderbare Wörter, die man viel zu selten benutzt. Leider - und das ist so typisch für mich -, fällt mir spontan keins ein, ABER! Ich kann dir ein Wort sagen, das ich ganz schrecklich finde, bei dem ich richtig Gänsehaut bekomme, wenn ich es höre. Es ist ... Mummenschanz. Ein fürchterliches Wort, oder?!

    Viele Grüße!

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    1. Zugegebenermaßen muss ich schon ungefähr 40 Minuten mit dem Bus fahren, bevor ich so ne Aussicht hab. Aber ungefähr da ist halt praktischerweise auch die Arbeit :)

      Oh, das Problem kenne ich! Entweder, es ist zu grell oder verhält sich merkwürdig zum Hautton. Rosa ist echt ne schwierige Farbe. Mir ist auch noch kein wirklich schöner Ton über den Weg gelaufen - sollte das passieren, geb ich Bescheid :D (Wir haben echt krasse Erste-Welt-Probleme xD )

      Haha, das Wort kenne ich gar nicht! Was bedeutet das denn? Ist es eine Krankheit? Oder ein Werkzeug? Aber du hast Recht, es klingt wirklich irgendwie unangenehm.

      Ebenfalls Grüße! :) <3

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    2. "Mummenschanz" heißt sowas wie Maskenspiel oder wird auch benutzt, wenn man jemanden etwas vormacht oder ihn an der Nase rumführt. Wenn man irgendwie ein falsches Spiel spielt. Also durch und durch ein negatives Wort und deswegen hat es das auch verdient, so fürchterlich zu klingen...

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