10.05.2015

# Rezensionen

[Rezi] Haruki Murakami - Die unheimliche Bibliothek

Erscheinungsjahr: 2005
Originaltitel: Fushigi na Toshokan
Genre: Kurzgeschichte
Seitenzahl: 63



Teaser:
Wie haben die eigentlich damals im osmanischen Reich die Steuern eingetrieben? Und wenn ich etwas nicht wusste, ging ich immer sofort in die Stadtbücherei, um es herauszufinden. Schon von klein auf.




Handlung
Auf der Suche nach einer bestimmten Information begibt sich der junge Protagonist dieser Geschichte nach der Schule in die Bibliothek seines Vertrauens. Nachdem er seine ausgeliehenen Bücher zurückgegeben hat, bittet er bei seiner Recherche um Hilfe und wird daraufhin zu Zimmer 107 geschickt, wo ein gruseliger alter Mann auf ihn wartet. Unfähig, diesem bestimmt auftretenden Menschen zu widersprechen, findet er sich unversehens eingesperrt in einem dunklen Kellerverlies wieder. Mit den gesuchten Büchern zwar, aber ansonsten sind die Aussichten eher weniger rosig.

Meine Meinung
Besonders an diesem Buch hervorzuheben - neben dem Inhalt natürlich - sind sicherlich die viele Illustrationen, die wichtige Punkte der Story verbildlichen. Diese machen daraus ein wirklich schönes Büchlein zum Blättern und schön finden. Gleichzeitig handelt es es sich bei der Geschichte, so kurz sie auch sein mag, um eine hurakami-typisch komplexe Erzählung, die ihre volle Wirkung sicher erst bei wiederholtem Lesen entfaltet.

Rätselhafte und schauerliche Dinge gehen unterhalb dieser Bibliothek vor sich. Ein Schafsmann und ein wunderschönes Mädchen bringen dem Protagonisten erstaunlich gutes Essen und werden schnell seine Verbündeten, als es darum geht, einen Fluchtplan zu entwickeln. Der Junge möchte so schnell wie möglich zu seiner Mutter und seinem Haustier - einem Star, der ihm sehr am Herzen liegt - zurück. Verständlicherweise.

Die Episode, die aus dem Leben des Jungen erzählt wird, ist in sich zwar abgeschlossen und der Rezipient ist dem Genre entsprechend gefordert, sich viele selbst zusammenzureimen, doch deutet das Ende an, dass die Zeit im Verlies nie wirklich vorbei ist. Zumindest metaphorisch nicht. Und gerade auch das Spiel mit den Metaphern, vor allem mit den gängigen Bedeutungserwartungen und eine vielfältige und daher spannende Symbolik machen das Lesevergnügen dieses Buches aus. Schnell für zwanzig Minuten zwischendurch.
3 gute Wölkchen dafür von mir.

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