29.07.2015

[Rezi] Umberto Eco - Das foucault'sche Pendel

Erscheinungsjahr: 2012 (Erstausgabe: 1988)
Originaltitel: Il pendolo di Foucault
Genre: Roman
Seitenzahl: 826



Teaser:
Ich glaube, ab einem bestimmten Punkt macht es keinen Unterschied mehr, ob man sich daran gewöhnt, so zu tun, als ob man glaubte, oder ob man sich daran gewöhnt, wirklich zu glauben.






Handlung
Die tiefgründigsten Gespräche und besten Bekanntschaften findet man in seiner Stammkneipe. Diese These findet sich für den jungen Casaubon, der gerade seine Dissertation über Geheimgesellschaften schreibt und beim Feierabendbier dem Verlagslektor Belbo begegnet. Dieser trinkt nicht nur gerne viel, sondern führt außerdem mit Vorliebe sokratische Gespräche, wobei er allerdings die logischen Fehlschlüsse seiner Disputpartner weniger belehrend aufdeckt als sich mehr ironisch darüber lustig macht, ohne dass dieser es bemerkt. Und gerade, wenn es  um Geheimgesellschaften geht, trifft er - vor allem in seiner Funktion im Verlagswesen - immer wieder auf die wildesten Verschwörungstheorien. Mit Casaubon verbindet ihn daher nicht nur dessen reflektierte wissenschaftliche Haltung, sondern auch ein bissiger, ironischer Humor.
Gemeinsam mit einem 3. Kollegen aus dem Verlag machen sie sich daran, anhand eines mysteriösen alten Dokumentes, eine neue Weltgeschichte zu schreiben. Darin verflochten sind viele Verschwörungen und Geheimnisse rund um die Geheimgesellschaften. Sie machen sich einen Spaß daraus, möglichst logisch erscheinende Zusammenhänge zwischen den Logen der Geheimbünde und geschichtlichen Entwicklungen zu ziehen, um einen 600 Jahre alten Plan der Templer zu erläutern, an dessen Ende das eine Geheimnis, das die Fügungen der Welt erklärt, aufgedeckt werden kann.
Es dauert eine geraume Zeit, bis ihnen klar wird, dass aus Spaß sehr schnell Ernst werden kann, dass es im Grunde nur ein einziges Geheimnis zu lüften gilt und dass dieses nach schweren Opfern verlangt.

Meine Meinung
Wochenlang schon freue ich mich darauf, endlich diese Rezi schreiben zu können. Denn schon nach dem ersten Drittel zeichnet sich die Genialität dieses Werkes ab. Es ist ein Feuerwerk! Ein Fest! Eine absolute Freude dieses Buch zu lesen!

Dass es mich trotzdem fast einen Monat gekostet hat, liegt zum Einen daran, dass es natürlich relativ dick ist und zum anderen - der Hauptgrund - ist es nicht gerade leichte Kost. Im Gegenteil muss man sich schon ziemlich konzentrieren, was gerade bei den konstruierten Geschichte über die Geheimbünde doch etwas ermüdend sein kann. Die Handlung zieht sich dadurch, dass über viele viele Seiten hinweg diese Spekualtionen über mögliche Zusammenhänge der Geheimbünde mit politischen Entwicklungen oder ähnlichem, doch sehr stark hin und entwickelt sich unglaublich langsam, sodass da ab und an ein kleines Spannungstief herrscht.Aber früher oder später wird man immer wieder erweckt von einer interessanten Sachinformation zur Zeitgeschichte der Entstehung des Romans, irgendwelchen historischen Gegebenheiten oder vor allem zur Esoterik. Und das ist meistens virtuos gespickt mit einer Anspielung, einem Zitat oder irgendeiner anderen Art, einen bekannten literarischen Text aufzugreifen. Das zu lesen mach so viel Spaß! Von direkten Bezügen zu mittelalterlichen Autoren und der Gralslegende, über die Romantiker, der Phantastik bis natürlich zur Bibel, ist alles in der einen oder anderen Form vertreten. Diese Texte rücken nicht nur die Handlungszusammenhänge, in denen sie in der Geschichte erwähnt werden, in ein bestimmtes Licht, sondern erhalten auch selbst eine neue Bedeutung, weil sie neue Perspektiven erhalten. Das hochgradig intertextuelle Verfahren macht dieses Buch gewissermaßen zu einer Art Metatext. der nicht umsonst ein Paradebeispiel für postmodernes Schreiben ist.

Vielleicht einmal noch ein bisschen konkreter zu den Figuren. Ich finde, die Hauptcharaktere sind unglaublich witzig angelegt, weil sie über diesen ironischen, aber gleichzeitig intelligenten Witz verfügen. Casaubon ist ein sehr reflektierter Charakter, der sich wie die meisten in diesem Roman in seine Sache aus eben diesem Grund ziemlich verrennt und von alleine nicht mehr herausfindet. Belbo selbst erhält sogar noch seine eigene Geschichte innerhalb der Geschichte, die erklärt, wo er herkommt und wieso er so handelt, wie er handelt.
Die Wortgewandtheit Ecos ist einfach beeindruckend. Das hohe Maß an Fremdworten und Zitaten in der Originalsprache machen grundlegende Kenntnisse in Englisch, Französisch und Latein zu seiner sehr nützlichen Voraussetzen. Auch, wenn es zumindest bei meiner Ausgabe, die einen hilfreichen Anhang besitzt, nicht zwingend nötig ist.

Das Ende, das sich auf den letzten 150 Seiten vergleichsweise plötzlich entwickelt, ist gleichermaßen tragisch wie angemessen. Es ist der perfekte Abschluss für ein wirklich wirklich wirklich geniales Buch. 5 rosa Wölkchen von mir!

26.07.2015

[Musik] Sonntagslieder #123

Der heutige Sonntag stand gänzlich unter dem Motto "Wer feiern kann, kann auch arbeiten". Nicht nötig zu erklären, in welcher Katerstimmung heute alle anstehenden Aufgaben (falls mein Chef diesen Blog jemals findet, werde ich vermutlich entlassen) erledigt wurden. Und als ich dann nach Hause kam, hielt ich es für eine gute Idee, die letzten beiden Folgen meiner aktuellen Lieblingsserie anzuschauen - nämlich Outlander. Und diese beiden Folgen waren die absolute Hölle. Und jetzt bin ich emotional so verstört, dass ich überhaupt keinen medialen Input vertrage. Weder in Form von Serien, Filmen, Büchern oder Musik. Daher ist es gerade unmöglich für mich, irgendwelche Lieder zusammenzustellen, denn ich kann grade wirklich nichts hören. Deshalb küre ich hiermit den Titelsong besagter Serie zum einzigen Lied der Woche und höre das noch ein paar mal in Dauerschleife. Und weine dabei noch ein, zwei Tränchen in mein Kissen.


Outlander - The Sky Boat Song

23.07.2015

[Gerede] Warum XYZ-Promis als Marketingstrategie für mich nicht funktioniern

Neulich fuhr ich mit dem Bus durch die Stadt. Und weil ich niemanden zum Reden dabei hatte, habe ich in feinster Fahrgastmarnier verträumt aus dem Fenster geschaut. Da wurde ich plötzlich aus meinem wohligen Zustand aufgeschreckt - von niemand geringerem als HEINO persönlich. Zumindest so persönlich wie ein schreiend grünes Plakat mit einer lebensgroßen Abbildung von ihm eben sein kann. Heino empfahl mir auf diesem Plakat, doch einen Vertrag mit einem bestimmten Mobilfunkanbieter abzuschließen. Warum Heino? Was transportiert dieser Mensch im kollektiven Zeichenverständnis, das ihn als Berater in technischen Fragen qualifiziert? Nichts. Genauso wenig, wie ich Shampoo auf Grund von Mats Hummels' offensichtlich erblich bedingter voluminöser Haarpracht, Kartoffelsalat wegen Barbara Schönebergers flockigem Wortwitz oder Milchreis wegen diesem VOX-Auswanderer-Futzi, dessen Name mit leider entfallen ist, kaufen werde, unterschreibe ich einen Vertrag bei einer mir von Heino empfohlenen Firma.

Mehr oder weniger dem Mob bekannte Gesichter auf Produkte zu kleben, ist eine alte Geschichte. Die, nebenbei erwähnt, aktuell von den Youtube-"Promis" neu aufgelegt und richtiggehend pervertiert wird. Verspricht diese Kombi doch durch Synergie-Effekte einen positiven Effekt für beide Seiten: mehr Aufmerksamkeit. Und nach denen lechzten sowohl die vertreibenden Firmen - Aufmerksamkeit bringt Absatz, und halt auch die Berühmtheiten. Auch wenn diese im Gegensatz zu den Firmen nicht unbedingt direkt von Aufmerksamkeit leben. Zumindest Sportler/Musiker/andere eigentlich ernstzunehmende Menschen des öffentlichen Lebens stellen sich sicher nicht aus bloßem wirtschaftlichen Interesse lächelnd hinter eine lilafarbene Kuh. Kühe befriedigen anscheinend auch das Ego.
Wenn hinter dieser Werbung ein ansprechendes Konzept steckt, das die Situation irgendwie selbstreflexiv aufgreift oder idealerweise auch mit No-Name-Schauspielern funktionieren würde, dann habe ich überhaupt kein Problem. Wenn allerdings offensichtlich an den Texterhonoraren gespart wird, um die Gage für das Zugpferd, aka XYZ-Promi, abzuzwacken, sieht das schon ganz anders aus. 

Es ist wohl einfach eine Frage des Anspruchs: will das Werbekonzept wirklich nur irgendwie Aufmerksamkeit generieren oder soll tatsächlich eine kreative BeWerbung stattfinden? Denn ein hübsches Promi-Gesicht (ich bin nicht sicher, ob wir jetzt noch bei Heino sind, ehrlich gesagt), das zusammenhangslos ein Produkt anpreist, überzeugt mich nicht. Gut, generell überzeugt mich Werbung erstmal nicht. Aber sie weckt meine Neugier, wenn sie gut gemacht ist. Während die Gesichter von Heino - der kein Telefontechniker ist - oder Daniela Katzenberger - die weder Schreiberin noch Innenarchitektin ist - eher meinen grundsätzlichen Widerwillen wecken.

19.07.2015

[Lieblinge] Kuschelige 20°C an den Küsten

Pünktlich zu diesem Post ist die viel beklagte Hitzewelle anscheinend vorbei und allüberall werden Gewitterwarnungen laut. Hier an den Küsten haben wir von dieser Hitze sowieso nicht wirklich etwas mitbekommen - steigen die Temperaturen doch selten über 25°C. Deshalb erstens mein Appell an alle, deren Hirne sich bei über 30°C wie Spiegeleier anfühlen: tauscht bitte euren Wohnort mit mir! Im Herbst können wir dann gerne wieder zurück tauschen ;)
Wobei ich mich auch wieder nicht zu sehr beschweren möchte. Schließlich ist so eine kühle Brise auch für meinen Kreislauf besser als eine knackige, windstille Hitze. Neben dieser Brise gehört folgendes zu den "MelMel mental und körperlich-Stabilhaltern":

Denkerpose des Tages

Michel Foucault. Seit fünf Jahren verfolgt mich dieser Mensch schon durch mein Studium und ich wusste seine Arbeiten nie richtig zu schätzen. Bis jetzt! Denn im Rahmen meiner Master-Arbeit habe ich einige seiner Theorien zum gefühlt 1000sten Mal durchgearbeitet und entdecke jetzt endlich, wie cool dieser Typ war. Sieht man aber eigentlich auch schon an der Position, in der er sich hier hat ablichten lassen. Wer so dasitzt, kann nur cool sein! :D



Belohnung des Tages
Wer mehr oder weniger fleißig studiert, muss sich ab und zu mit kleinen Motivationshappen bei Laune halten. Deshalb habe ich mir tatsächlich mal einen - für meine Verhältnisse - teureren Nagellack zugelegt. Um den schleiche ich schon ewig herum und jetzt gehört er endlich mir! :D Sieht nicht nur auf einem idyllischen Gemälde wie in diesem Bild wunderhübsch aus, sondern auch auf den Nägeln.

Freude des Tages
Auch wenn ich bezweifele, dass es an irgendjemandem vorbeigegangen ist, proklamiere ich noch einmal die beiden aktuell wichtigen Tatsachen, dass 
1. der Sommer hier ist, und
2. das meine mit Abstand liebste Jahreszeit ist.
Vor allem dieses Jahr, wo meine Hauptbeschäftigung im Lesen und Verfassen wissenschaftlicher Arbeiten besteht. Das geht super draußen auf einer Wiese und erfordert nur minimale Bewegungen.

Deko des Tages
Nicht so gut geht allerdings geht das Arbeiten am Strand. Zu viel Sand und zu viel Lärm. Weil ich aber trotzdem nicht darauf verzichten wollte, habe ich ihn einfach als Miniatur-Ausgabe in mein Zimmer importiert.


Frisuren des Tages


Flechtfrisuren sind eine super Sache für den Sommer. Mittlerweile bin ich sogar in der Lage, diese Wasserfall-Geschichte einigermaßen annehmbar hinzuklöppeln. Allerdings ist bei warmem Wetter ein französischer oder holländischer Zopf immernoch meine erste Wahl!

Handwerk des Tages
Wo wir grade beim Stichwort "klöppeln" sind: ihr 90er-Kinder kennt doch sicher noch diese Armbänder hier. Früher konnte ich die nie selbst machen und war deshalb immer super frustriert. Aber vor einiger Zeit habe ich mich wieder daran versucht und die Ergebnisse können sich wirklich sehen lassen. Und modisch sind wir ja sowieso wieder in den 90ern, da liegen diese Armbänder mindestens im Trend. Wenn nicht sogar darüber! :D

Buch des Tages
Schließen wir die Liste doch mit einem Buch ab, dass ich für mein Vergnügen lese. Und zwar schon ziemlich lange, denn es ist sehr dick und nicht gerade einfach zu lesen. Aber wundervoll! Ich freue mich schon seit ungefähr 2 Wochen darauf, meine Rezi dazu zu schreiben. Und ungefähr so lange wird es wohl auch noch dauern, bis ich es zu Ende gelesen habe :P


Wie sieht's bei euch aus? Liebt ihr den Sommer auch so sehr, oder seid ihr froh, wenn das Thermometer endlich wieder einstellige Zahlen anzeigt? Und welche Bücher lest ihr gerade?

15.07.2015

[Gerede] Mich deucht, es schwurbelt jemand ohne Sinn und Verstand

Aus gegebenem Anlass möchte ich hier ein Plädoyer für verständlich formulierte wissenschaftliche Texte abhalten. Denn einige Menschen - meistens Träger diverser Doktoren- und Professorentitel - scheinen den Blick dafür verloren zu haben, was es bedeutet, sich allgemeinkompatibel auszudrücken.

Es geht hier natürlich nicht um etwas komplexere Satzstellungen oder ein paar Fremdwörter. Im Gegenteil bin ich absolut der Meinung, dass es unerlässlich für eine angemessene Darstellung wissenschaftlicher Sachverhalte ist, sich eines gewissen, ausgewählten Sprachduktus' zu bedienen. Aber wie sagte schon meine Oma immer? "Kinder, man kann es treiben, aber man kann es auch übertreiben." Diese weise, alte - unstudierte (!) - Frau hat mir damit einen für alle Lebenslagen geltenden Leitsatz mitgegeben (und nicht nur dafür, was ihr wieder denkt! ;) ), der ein bisschen an die buddhistischen Lehren von der goldenen Mitte angelehnt ist. Und den sich verschiedene Intellektuelle mal zu Herzen nehmen sollten, bevor sie eine 80-seitige, angeblich vereinfacht dargestellte Abhandlung über Derridas Dekonstruktivismus schreiben. Wirklich. Schaut euch mal die englischsprachigen Texte an, da funktioniert das schließlich auch. Und wenn ich als Nicht-Muttersprachlerin die englischen Texte besser verstehe, als die deutschen (wobei das auch eigentlich fast schon mehr lateinische und griechische Texte sind), liegt schon einiges im Argen. Und selbst einige deutsche Wissenschaftler schaffen es, ihre Sätze so zu trennen, dass sich auf einer Seite nicht nur ein ewig langer und verschachtelter Kettensatz befindet, sondern mehrere portionierte Satzhäppchen da stehen. Sieht auch schöner aus.

Komplizierte Sachen kompliziert auszudrücken ist kein Zeichen von besonderer Intelligenz. Die wahre geistige Raffinesse zeigt derjenige, der komplizierte Sachen einfach erklären kann.

12.07.2015

[Musik] Sonntagslieder #122

Wie mir vor ein paar Tagen aufgefallen ist, wird - mit ein bisschen Glück - diese Sommer der letzte sein, den ich als völlig freier Mensch verbringe: ein bisschen jobben und ein bisschen studieren schränken einen schließlich nicht im entferntesten so stark ein wie ein Vollzeitjob.
Deshalb habe ich nun einen chilligen Sommer-Mix zusammengestellt, der diesem Lebensgefühl am meisten entspricht. Und hier sind drei Lieder aus dieser Playlist für euch!



KRIS feat. Dante Thomas - Diese Tage
Wenn ich das Lied höre, sitze ich im Geiste immer in einem Cabrio und lass mir den Fahrtwind um die Nase wehen :D


Cro - Geile Welt
Auch hier spricht mir der Text einfach grade aus der Seele. Und macht mich ein bisschen melancholisch, weil alles bald vorbei ist. Aber das verdränge ich einfach noch ein bisschen.


Bosse - So oder so
Nach der kleinen Melancholie aus dem oberen Lied wieder etwas, was ein bisschen aufbaut. Das Lied macht mir nämlich immer gute Laune - so oder so :D

Uuuund das war es auch schon wieder. Genießt den Sommer und lasst euch nächste Woche nicht ärgern! ♥

07.07.2015

[Gerede] Ein Tag in Göteburg. Oder auch: Wie man in strömendem Regen seine gute Laune bewahrt

Wenn man seinen Blick im Moment nach draußen wendet, kann man sich gar nicht vorstellen, dass das Wetter jemals anders war oder werden kann. Dass es strömenden Regen, mittelprächtige Temperaturen und endloses Grau gibt. So zumindest geht es mir immer, wenn eine bestimmte Wetterperiode eine längere Zeit vorherrscht. Und ich bin auch die letzte, die sich über diesen Sommer beklagen will - im absoluten Gegenteil. Je wärmer, desto besser. 
Dennoch fand ich es gerade eine ganz nette gedankliche Abkühlung, mir Fotos einer Mini-Reise nach Göteborg anzuschauen, an dem es wirklich komplett den gesamten Tag bei kuscheligen 13°C durchgeregnet hat. Weil es aber dennoch eine wunderschöne Zeit war und weil ich jetzt offiziell Expertin für Tagestrips in Göteborg bin, gibt es ein paar Tipps, die man beachten kann, wenn man nur einen einzigen Tag in dieser schönen Stadt verbringt.

Die Anreise ist sowohl mit der Bahn, dem Flugzeug als auch mit der Fähre möglich. Für das richtige Feeling würde ich definitiv die Fähre empfehlen - über Nacht wird man damit quer über die Ostsee geschippert und hat diverse Titanic-Momente garantiert. Abgesehen von dem Crash mit dem Eisberg. Diesen Moment versucht die Crew ausdrücklich zu vermeiden.

Praktisch auf der Fähre ist es halt, dass man bei der Fährgesellschaft schon direkt alle möglichen Hinweise und Tipps erhält - so zum Beispiel auch ein wirklich sehr günstiges Tagesticket für die öffentlichen Verkehrsmittel Göteborgs. Zu denen zählen übrigens auch Wasserfahrzeuge, was ja wohl mal mega genial ist. Außerdem sind die Schweden bekanntlich kein Mitglied der europäischen Währungsunion (haben wahrscheinlich keine Lust auf dieses Hickhack) und deshalb zahlt man dort mit SK - schwedischen Kronen. Auf dem Schiff kann man zum aktuellen Wechselkurs seine Euros umtauschen und eventuell übrig gebliebene Kronen auch wieder zurücktauschen. Sehr krass gerundet beträgt 1€ gaaaanz grob und ungefähr 10 SK, weshalb die Preise in Schweden horrende riesig erscheinen, obwohl sie es eigentlich gar nicht sind. Zumindest in Göteborg war das Essen nicht unglaublich überteuert; nicht unbedingt günstig zwar, aber auch für die knausrige Studentenkasse vertretbar.

An einem Tag kann man natürlich unmöglich eine Stadt komplett erfassen. Selbst in drei Tagen ist das ein schwieriges Ding. Was man aber kann, ist versuchen, so viele Momente mitzunehmen, wie es geht. Deshalb würde ich auf jeden Fall einen Abstecher zu einer der Schäreninseln empfehlen. Wir waren direkt als erstes dort, als das Wetter noch einigermaßen stabil war, und haben eine der größten Inseln besucht. Und mit groß meine ich runde 700 Einwohner auf einem knappen Quadratkilometer. Brännö hieß dieses schnuckelige Inselchen und war einfach so zuckersüß, dass ich es kaum ausgehalten habe. Nach einer kleinen Erkundungstour zwischen typischer Landschaft und noch typischeren Häusern und einer varm choklad ging es für uns dann zurück ins Zentrum der Stadt.


Und das zu Recht am wärmsten empfohlene Viertel Göteborgs ist das Haga-Viertel.
Eine richtig schöne und gut gepflegte - hier halt ziemlich verregnete - Altstadt mit verträumten Gässchen, kleinen Cafés und einem tollen Ambiente lädt da wirklich zum bummeln ein. Und zum Verzehr einer schwedischen Zimtschnecke. Leider war bei uns wetterbedingt nicht so viel mit Bummeln zu reißen, weshalb wir uns dann noch eins der Wahrzeichen Göteborgs, nämlich die Feskekorka, die Fischkriche angesehen haben. Die hat ein Dach und ist eine ziemlich alten Markthalle für den Fischhandel. Klingt kurios, riecht fischig und ist dennoch auf jeden Fall einen Blick wert.
Ebenfalls spannend und gerade bei schlechtem Wetter eine gut Idee ist das Stadtmuseum. Das ist nämlich sehr liebevoll gestaltet und liefert einen interessant aufbereiteten Überblick der Stadtgeschichte Göteborgs. Diese hat sehr viel mit Wikingern zu tun und wer schon mal ein echtes - wirklich echt! - Wikingerschiff sehen wollte und sich generell für die nordische Geschichte und Sagenwelt interessiert, ist hier auf jeden Fall gut aufgehoben.


Damit hat man einen Tag schon ziemlich gut gefüllt. Ohne Hetzerei und sehr entspannt; würde man das ein bisschen straffer durchziehen, könnte man bestimmt auch noch eine oder zwei Stationen mehr einbauen. Aber wir haben bewusst ein entspanntes Programm gewählt, was rückblickend sicher auch besser war. Denn Stress ist nicht förderlich für die gute Laune. Ein Tag im Regen allerdings schon. Da kann man am Ende einfach nur noch völlig durchnässt zurück an Bord gehen und lachen. Was anderes bleibt da einfach nicht übrig.

04.07.2015

[Rezept] Spaghetti mit Tomaten-Mozzarella-Sauce

Im Moment probiere ich ziemlich oft neue Rezepte aus, weil mich mein doch relativ reduziertes Repertoire an Gerichten, die ich aus dem Handgelenk schütteln kann, ein bisschen langweilt. Deshalb kloppe ich schon wieder einen Essens-Post raus. Dieses Mal habe ich mich von einem meiner liebsten Food-Blogs inspirieren lassen und habe ein Rezept von Penne im Topf nachgekocht. Ein bisschen abgewandelt zwar - soll heißen, von der eh schon reduzierten Zutatenliste habe ich nochmal alles gestrichen, was ich nicht hatte und/oder zu faul war zu kaufen - und deshalb absolut tragbar für die Studentenküche.

Das braucht ihr
250g Spaghetti
ca. 10 getrocknete Tomaten in Öl eingelegt (quasi Antipasti)
200ml Sahne
200g Mozzarella
Gewürze

Außerdem
einen großen Topf
eine Pfanne
Küchenrolle
Messer

So wirds gemacht
Erstmal natürlich Wasser in einem großen Topf zum Kochen bringen und dann erst ein bisschen Salz und schließlich die Nudeln reingeben.
Die getrockneten Tomaten mit auf einem Küchentuch auslegen und ein bisschen abtupfen, damit sie nicht mehr ganz so ölig sind, und dann in kleine Stückchen schneiden. Kurz in der Pfanne anschwitzen, dann die Sahne dazu geben und den ebenfalls kleingeschnittenen Mozzarella in darin schmelzen lassen.
Mittlerweile sollten die Nudeln bissfest sein - also absieben, abschrecken und dann zur Soße in die Pfanne werfen. Ein  bisschen durchmischen, mit Salz, Pfeffer und eventuell weiteren Gewürzen - in meinem Fall Majoran - verfeinern. Fertig!

Und so ähnlich könnte das dann aussehen

In 10 Minuten gemacht, in 10 Minuten gegessen und somit perfekt für kleine Studenten.
Natürlich ist die Sauce ein ganz schöner Hammer. Falls sich hier also jemand Sorgen um seine Bikini-Figur macht, sollte er die Finger davon lassen. Ich allerdings sage: wenn die Bikinifigur jetzt noch nicht da ist, ists jetzt auch schon egal. Also ran ans Essen! :D

01.07.2015

Leserückblick Juni 2015

Jetzt ist es wohl offiziell an der Zeit, darüber zu lamentieren, wie schnell das Jahr doch vorbei fliegt und wie unglaublich verrückt es ist, dass 2015 schon wieder halb vorbei ist. Diese Schuldigkeit habe ich nun getan und kann zu den wirklich wichtigen Dingen kommen: den Büchern, die diesen Monat bei mir viel zu wenig Beachtung erhalten haben. Was daran liegt, dass masterarbeitsbedingt die Ausleihsperre der örtlichen Universitätsbibliothek für mich aufgehoben wurde, sodass ich nun unbegrenzt Fachliteratur mit nach Hause schleppen kann. Ich eröffne nun bald meine eigene Bibliothek!
Was ich aber gelesen habe, folgt nun. Sehet und staunet angesichts dieser beeindruckenden Massen.

Gelesen
Karin Duve - Die entführte Prinzessen (*Rezi*)
Sebastian Fitzek - Der Nachtwandler (*Rezi*)
Franz Kafka - Der Proceß

In Seiten
1125

Durchschnittsbewertung
2,5 Wölkchen

Highlight des Monats
Der solide Fitzek war diesen Monat eindeutig mein Lichtblick am Horizont

Enttäuschung des Monats
Der traurige Rest hat mich ungefähr gleichermaßen genervt

In Bildern


Alles irgendwie zäh im Moment. Naja. Wird sicher wieder besser. Einen schönen Lesesommer wünsche ich allerseits! ♥