07.07.2015

# Göteborg # Gothenburg

[Gerede] Ein Tag in Göteburg. Oder auch: Wie man in strömendem Regen seine gute Laune bewahrt

Wenn man seinen Blick im Moment nach draußen wendet, kann man sich gar nicht vorstellen, dass das Wetter jemals anders war oder werden kann. Dass es strömenden Regen, mittelprächtige Temperaturen und endloses Grau gibt. So zumindest geht es mir immer, wenn eine bestimmte Wetterperiode eine längere Zeit vorherrscht. Und ich bin auch die letzte, die sich über diesen Sommer beklagen will - im absoluten Gegenteil. Je wärmer, desto besser. 
Dennoch fand ich es gerade eine ganz nette gedankliche Abkühlung, mir Fotos einer Mini-Reise nach Göteborg anzuschauen, an dem es wirklich komplett den gesamten Tag bei kuscheligen 13°C durchgeregnet hat. Weil es aber dennoch eine wunderschöne Zeit war und weil ich jetzt offiziell Expertin für Tagestrips in Göteborg bin, gibt es ein paar Tipps, die man beachten kann, wenn man nur einen einzigen Tag in dieser schönen Stadt verbringt.

Die Anreise ist sowohl mit der Bahn, dem Flugzeug als auch mit der Fähre möglich. Für das richtige Feeling würde ich definitiv die Fähre empfehlen - über Nacht wird man damit quer über die Ostsee geschippert und hat diverse Titanic-Momente garantiert. Abgesehen von dem Crash mit dem Eisberg. Diesen Moment versucht die Crew ausdrücklich zu vermeiden.

Praktisch auf der Fähre ist es halt, dass man bei der Fährgesellschaft schon direkt alle möglichen Hinweise und Tipps erhält - so zum Beispiel auch ein wirklich sehr günstiges Tagesticket für die öffentlichen Verkehrsmittel Göteborgs. Zu denen zählen übrigens auch Wasserfahrzeuge, was ja wohl mal mega genial ist. Außerdem sind die Schweden bekanntlich kein Mitglied der europäischen Währungsunion (haben wahrscheinlich keine Lust auf dieses Hickhack) und deshalb zahlt man dort mit SK - schwedischen Kronen. Auf dem Schiff kann man zum aktuellen Wechselkurs seine Euros umtauschen und eventuell übrig gebliebene Kronen auch wieder zurücktauschen. Sehr krass gerundet beträgt 1€ gaaaanz grob und ungefähr 10 SK, weshalb die Preise in Schweden horrende riesig erscheinen, obwohl sie es eigentlich gar nicht sind. Zumindest in Göteborg war das Essen nicht unglaublich überteuert; nicht unbedingt günstig zwar, aber auch für die knausrige Studentenkasse vertretbar.

An einem Tag kann man natürlich unmöglich eine Stadt komplett erfassen. Selbst in drei Tagen ist das ein schwieriges Ding. Was man aber kann, ist versuchen, so viele Momente mitzunehmen, wie es geht. Deshalb würde ich auf jeden Fall einen Abstecher zu einer der Schäreninseln empfehlen. Wir waren direkt als erstes dort, als das Wetter noch einigermaßen stabil war, und haben eine der größten Inseln besucht. Und mit groß meine ich runde 700 Einwohner auf einem knappen Quadratkilometer. Brännö hieß dieses schnuckelige Inselchen und war einfach so zuckersüß, dass ich es kaum ausgehalten habe. Nach einer kleinen Erkundungstour zwischen typischer Landschaft und noch typischeren Häusern und einer varm choklad ging es für uns dann zurück ins Zentrum der Stadt.


Und das zu Recht am wärmsten empfohlene Viertel Göteborgs ist das Haga-Viertel.
Eine richtig schöne und gut gepflegte - hier halt ziemlich verregnete - Altstadt mit verträumten Gässchen, kleinen Cafés und einem tollen Ambiente lädt da wirklich zum bummeln ein. Und zum Verzehr einer schwedischen Zimtschnecke. Leider war bei uns wetterbedingt nicht so viel mit Bummeln zu reißen, weshalb wir uns dann noch eins der Wahrzeichen Göteborgs, nämlich die Feskekorka, die Fischkriche angesehen haben. Die hat ein Dach und ist eine ziemlich alten Markthalle für den Fischhandel. Klingt kurios, riecht fischig und ist dennoch auf jeden Fall einen Blick wert.
Ebenfalls spannend und gerade bei schlechtem Wetter eine gut Idee ist das Stadtmuseum. Das ist nämlich sehr liebevoll gestaltet und liefert einen interessant aufbereiteten Überblick der Stadtgeschichte Göteborgs. Diese hat sehr viel mit Wikingern zu tun und wer schon mal ein echtes - wirklich echt! - Wikingerschiff sehen wollte und sich generell für die nordische Geschichte und Sagenwelt interessiert, ist hier auf jeden Fall gut aufgehoben.


Damit hat man einen Tag schon ziemlich gut gefüllt. Ohne Hetzerei und sehr entspannt; würde man das ein bisschen straffer durchziehen, könnte man bestimmt auch noch eine oder zwei Stationen mehr einbauen. Aber wir haben bewusst ein entspanntes Programm gewählt, was rückblickend sicher auch besser war. Denn Stress ist nicht förderlich für die gute Laune. Ein Tag im Regen allerdings schon. Da kann man am Ende einfach nur noch völlig durchnässt zurück an Bord gehen und lachen. Was anderes bleibt da einfach nicht übrig.

1 Kommentar:

  1. Das sieht alles so schön und so gemütlich aus. Allerdings gestaltet sich für mich ein Tagesausflug eher schwierig. Wobei mich Schweden allgemein wirklich einmal interessieren würde. :)

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