06.10.2015

[Rezi] Cassandra Clare - Clockwork Princess

Erscheinungsjahr: 2013
Originaltitel: The Infernal Devices. Book Three. Clockwork Princess
Genre: Jugend, Fantasy
Reihe: Die Schattenjägerchroniken, Teil III
Seitenzahl: 604

Teaser:
Doch Tessa nahm bereits ihre ganze kraft zusammen und konzentrierte sich auf ihre Beine, so wie sie es gelernt hatte. Und als sie mit voller Wucht gegen die Tür Trat, hörte sie, wie das Schloss unter dem Aufprall nachgab und Mrs Black einen Wutschrei ausstieß.

*Achtung!*Spoileralarm!*Achtung!*Spoileralarm!*Achtung!*Spoileralarm!*

Handlung
Man muss im Leben ja bekanntlich Prioritäten setzen. Und weil Mortmain schon seit einiger Zeit im Untergrund verschwunden ist und auch seine Roboter-Clockwork-Maschinen sind nicht mehr aufgetaucht. Deshalb konzentrieren sich die Bewohner des Londoner Schattenjägerinstitus nun auf die Hochzeit des Jahres: Jem und Tessa wollen so schnell wie möglich zu Mann und Frau erklärt werden. Dabei scheint Jem aus der Beziehung mit Tessa tatsächlich körperliche Kraft zu schöpfen, denn er ist so fit wie schon lange nicht mehr.
Doch wie aus heiterem Himmel überfallen einige der Maschinen das Institut, überrumpeln die Bewohner und entführen Tessa aus dem Kampfgetümmel heraus. Denn obwohl Mortmain nicht auffällig geworden ist, hat er mittlerweile alles arrangiert, um seine Pläne zu verwirklichen und Tessa ist der einzige Baustein, der ihm noch fehlt. Während Tessa also gezwungenermaßen auf dem Weg zu Mortmain ist, wurde Jem in dem Kampf so schwer verletzt, dass er um sein Leben bangt. Will ist hin und her gerissen: soll er Tessa nachreiten oder bei seinem Parabatai bleiben wie der Schwur es verlangt?
Nebenbei verhandeln die beiden Oberhäupter der Schattenjägergemeinschaft - der Konsul und der Inquisitor - um den Nachfolger des ersteren, denn dieser wird in naher Zukunft in Rente gehen.

Meine Meinung
Zugegebenermaßen hatte ich an diesen Teil höhere Erwartungen als an Teil 1 und 2, weil in diesen Vorgängerbänden einige Aspekte angelegt wurden, die gut ausgearbeitet richtig spannend hätten werden können. Tjaaaaaa nun. So richtig warm bin ich dann leider doch nicht mit dem Buch geworden. Und zwar so sehr nicht, dass ich bei meiner Wertung fast unter die 3 Wölkchen gekommen wäre. Aber das Ende hat es dann irgendwie wieder rausgerissen. Zwar nicht, weil es weniger konstruiert ist als der Rest der Geschichte, sondern einfach, weil ich damit wirklich nicht gerechnet habe und dieser Twist eine Würdigung verdient hat.

Meine Kritik zu den flachen Charakteren aus den letzten Bänden kann ich ein bisschen relativieren; vor allem die Nebencharaktere wie Charlotte oder Gabriel sind wieder so angelegt, dass sie sich stark entwickeln und deshalb spannend zu verfolgen sind. Und auch Will, der meiner Meinung nach der einzige Hauptcharakter ist, der der Bezeichnung "Charakter" überhaupt gerecht wird, emanzipiert sich weiter von seinem alten Ich, das er sich zugelegt hatte, als er noch dachte, er stünde unter einem bösen Dämonenfluch. 

Diese ganze Geschichte um die Hochzeit und das entstandene Liebesdreieck zwischen Will, Jem und Tessa fand ich ja von Anfang an sehr überzogen und gerade in diesem Buch, wo alles auf den großen Showdown zusteuert, wurde es mir einfach zu pathetisch. Nach wie vor bin ich der Meinung, dass das Setting nur aus dem Grund ins 19. Jahrhundert platziert wurde, damit eben diese krasse Bindung an einen Menschen durch die Verlobung - die ja, da kann man sagen, was man will, vor 100 Jahren durch gesellschaftlichen und religiösen Druck viel großer war als heute in der Gegenwart - sozusagen überindividuell geregelt ist und der ganze Herzschmerz noch unausweichlicher ist als sowieso schon. Denn abgesehen von dem klassischen Rollenmodell, in dem sich alle Figuren so ein bisschen bewegen, und dass sie in Kutschen statt in Autos durch die Gegend gondeln, gibt es da nicht viel, was ins 19. Jahrhundert passt. 
Allgemein war mir liebestechnisch alles viel zu sehr konstruiert - auch und vor allem mal von unserem Liebesdreieck abgesehen.

Wenn wir diesen Aspekt der Geschichte aber mal außer Acht lassen, ist der restliche Handlungsverlauf richtig spannend. Mortmain ist eine ziemlich tragische Figur und ich finde, er hätte ein bisschen stärker ausgearbeitet werden können, sodass die Grenzen von schwarz und weiß noch etwas mehr verwischt worden wären.
Der Schreibstil ist auch ganz nett - ein bisschen ausschweifend an der einen oder anderen Stelle, aber insgesamt entspannt zu lesen.

Mein Gesamtfazit ist etwas weniger streng, als es meine Kritik vermuten lässt, denn trotz allem war es eine solide Geschichte, die definitiv ihre guten Momente hatte. Das Ende vor allem - das hat mich trotz allem ein paar Tränchen gekostet und die Wertung deutlich nach oben gerissen. Deshalb gibt es gerade so noch 3 Wölkchen von mir.


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